Dieses Buch enthält Gedichte der Literaturwissenschaftlerin Anke Höhl-Kayser, die begleitet werden von sehr schönen Illustrationen der Künstlerin Noelle-Magli Wörheide.
Die Gedichte sind folgenden Themenbereichen zugeordnet:
-Wie unterm Joch, wie Wind in Ähren
-Die Möwen lehren mein Herz fliegen
-Du bist schon weit
-Ich wäre gern zum Mond geflogen
-Vom Silberlicht und Spinnwegschweigen
-Ich mag das Jahr am liebsten, wenn es alt wird
-Dann heb ich dich zum Sternenzelt
Den Themenbereichen ist jeweils eine Sentenz eines namhaften Dichters vorgeschaltet, dann folgen die Gedichte Höhl-Kaysers. Naturbetrachtungen haben in ihren Versen einen hohen Stellenwert. Teilweise lesen sich die Gedichte wie Verse aus dem 19. Jahrhundert. Das gilt speziell für die Weihnachtsgedichte.
Die Lyrikerin wird nicht selten von ihren Emotionen davon getragen und scheint ziemlich melancholisch zu sein. Ihre Liebesgedichte sind zumeist sehr traurig. Sie lässt ihre "erschöpfte Seele" sprechen. "...Und ich warte/In Nebellächeln/In nichts als Schwermut/Und horche lange/auf das Verstummen der Frage."
Sehnsucht, Nebel, Traum sind Begriffe, die die Lyrikerin häufig verwendet und der Abschied, die Herbstromanze sowie der Winter stehen bei ihr gedanklich im Fokus. "Herbst, geh noch nicht/Der abschiedsduftende Hauch deines Atmens/berauscht mich/.."
Ich habe nach einem Gedicht gesucht, das am intensivsten die Seele der Lyrikerin zu erkennen gibt. Von allen vorgestellten Gedichten ist dies m.E. das schönste, vielleicht weil sie ihre Sehnsucht nach Liebe so schonungslos offenlegt.
Nacht
Ich liege und warte,
dass du meine Tränen
mit deinem weichen Herzen trocknest
Aber du schläfst schon
Bist einfach in deinen Träumen gegangen
und hast mich allein zurückgelassen
Nur manchmal
gehen unsere Seelen noch
Hand in Hand
wie früher
Ich habe auf dem Weg hierher
etwas Wichtiges verloren
Das Gefühl
geliebt zu werden
Sicher ist das im Nebel
meiner Traurigkeit passiert
Bitte lasse uns doch
eine Kerze anzünden
zurückgehen
und es wiederfinden.
Wer kein Problem mit Schwermut hat, wird die Gedichte gerne lesen.
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