… oder einfach dezent einen Blick auf die Zähler richten …
»… Bestimmt hast du die von mir geschilderten Momente, einfach von mir überzogen gesehen. Wenn ich meine Fluchttouren befuhr, dort, wo ich auch kurze Pausen einlegte mit meinem Tretroller. Auf der einen Seite von mir sah und sehe ich nach wie vor, dass dort die Rehe leben, auf der anderen Seite kann ich die Pferde weiden sehen. Sie dürfen auch die Nacht im Freien verbringen. Kein Stall der sie einengt. Sie genießen ihr Leben in Freiheit die von einem Weidezaun zum anderen reicht. Für mich wichtig dann, wenn ich diese Flucht von mir auch dringend brauchte. Wenn auch nur diese Augenblicke, die mir sehr unverzichtbar waren und eigentlich auch nach wie vor sind.
Jetzt erkläre ich dir meine Oberflächlichkeit, eben die in meiner »vor der Zeit«. Dabei meine ich, dir das schon beschrieben zu haben. Vielleicht nicht ganz so genau. Es war auch bevor ich den Kinderschänder erwischt habe, wie er einem Jungen zu nahekam, von ihm »Geheimnisse« forderte.
Sie, die Schänderin, hat bei mir geklingelt, sie meinte, dass der Keller unter Wasser stand, was mich in Panik versetzte, denn in meinem Kellerraum standen Dinge, die mir wichtig waren. So rief ich einen »Zuständigen« an, der kam und konnte das Wasser abstellen. Das war eine wirkliche Dummheit von mir. Oder besser, meine Naivität. Im Vorfeld, jedenfalls für mich war in dem Moment klar, dass dieser Mensch für das Wasser im Keller nicht zuständig war, eben auch nicht für die entstandenen Schäden, was er noch nicht einmal sagte, der einfach nur wieder ging. Es war halt so, dass eigentlich Eigentum verpflichtet, eben für ihn nicht, auch nicht für weitere gilt. So einfach kann das sein. Was sich auch fortsetzte. Für mich ist halt irgendwie vieles nur noch »dumm gelaufen«.
Natürlich bin ich davon ausgegangen, dass irgendwie und irgendwo im Keller ein Rohr für das Wasser am Boden verantwortlich war. Sowas kann passieren, einfach so. Wobei gewundert hat mich schon, dass dieser Fehler ganz schnell beseitigt wurde und kein Wasser mehr auf den Kellerboden lief. Für mich gab es, so bin ich halt, mein Funktionieren, dann rotiere ich und es gibt für mich auch kein warten. Das Wasser am Boden musste von dort entfernt werden und das ganz schnell. Eigentlich hätte ich auch hören, beziehungsweise, da hätte ich wach werden müssen. Die Schänderin zeterte herum und ihr Mann unterstützte sie dabei. Das müssen die Eigentümer wieder trocken machen, die sind zuständig, meinten sie. Dabei hat der Kinderschänder so gegrinst, als der Mann in den Keller lief, er lachte ihn sogar an, als er wieder ging.
Irgendwann tat sie auch etwas wie ich, füllte die Eimer, um die dann nach draußen zu kippen. Richtig trocken war der Keller noch nicht. Dann habe ich meinen Raum dort ausgeräumt. Die meisten Dinge musste ich wegwerfen. Der Schimmel kam schnell. Manche Dinge konnte ich noch retten. Eine Versicherung zahlte später nach meinem Antrag. Gewundert hat mich allerdings auch wieder, dass die Schänderin meinte, ihren Keller nicht räumen zu müssen. Dabei habe ich kurz gesehen, das dort noch gefüllte Umzugskartons von dem Boden aus hochgestapelt waren. Damals, als es passiert ist, habe ich sie schon darauf aufmerksam gemacht, dass der Schimmel Schaden anrichten wird. Sie wollte darauf nicht reagieren und ich habe keine Lust gehabt, darüber mit ihr zu reden. Vermutlich war es mir auch irgendwie egal.
Danach erwischte ich ihn mit dem Jungen und damit begann der Terror und damit auch der Versuch, mich aus dem Haus zu Ekeln. Wobei die Schänderin mir auch mitteilte, dass sie dafür sorgen würde, dass ich in dem Ort keine Wohnung mehr zum Leben bekommen werde.
Nach dem Versuch mich umzubringen, war es und eigentlich ist es immer noch, eben »die Zeit danach« und die verbunden mit meiner Angst. Darum habe ich den Keller nur noch in Begleitung aufgesucht. Auch dann, wenn der Kinderschänder mit seiner Schänderin für ein paar Tage verreist war. Die Einkünfte von ihnen bestanden zum einen von irgendeinem Amt, dann etwas Geld für ihre Taxifahrten. Der Rest war Schwarz verdient. Wobei die Fotos und Filme, die sie mit Kindern eben für ihn machte, brachten Geld, davon ließen sich schon Autos, Wohnwagen, Urlaube finanzieren. Aber Geld für einen Anwalt auszugeben, der seine Kosten höher forderte, als das Amt zu zahlen bereit wäre, dürfte für sie nicht in Frage kommen. Und doch setzte er sich ständig ein.
Mir fiel dann irgendwann im Keller der Wasserhahn auf, der sich in dem kleinen Kellerraum unter dem Badezimmer lag, das zu meiner Mietwohnung gehörte. Der Wasserhahn gehörte zu einem Ausgussbecken. Eigentlich läuft das Wasser, das aus dem Wasserhahn kommt, in das Becken, dann in einen sogenannten Siphon. Wandert dann in das Abwasserrohr in der Wand und von dort in die zentrale Kanalisation. Verstehst du mich? Es ist sowas gewöhnliches. In der Vergangenheit, aber lange vor dem Wasserschaden, muss dort in dem Raum einiges verändert worden sein. Dieser Siphon war nicht da, auch kein Abwasserrohr, das eigentlich in der Wand gewesen sein sollte. Die Kellertür war auf, darum konnte ich es sehen. Der Boden dort war durchtränkt von Wasser. Das Ausgussbecken war ebenfalls nass. So habe ich den Hahn vorsichtig gedreht. Es lief Wasser raus. Das habe ich vorher nicht gesehen.
Meine Oberflächlichkeit »vor der Zeit« wurde mir klar. Das hätte ich doch schon eher sehen müssen. Aber wer würde denn so etwas vermuten? Wer achtet denn auf so etwas? Der »Zuständige« hat einfach den Hahn wieder abgedreht, den der Kinderschänder vorher aufdrehte und damit schweren Schaden, auch für sich selbst, zugefügt. Dazu war und ist er fähig, sie auch. In meiner Zeit danach habe ich auch etwas Angst bekommen, dass er die Überschwemmung im Keller wiederholen könnte. Wobei der eigene Schaden, also der Schimmel in seinem eigenen Kellerraum, massiv war, was auch stank. Darum setzte er die Überlegung darauf, nur diesen Kellerraum unter meinem Badezimmer, nass zu halten. Zudem wurden die Kellerfenster auch, und gerade im Winter, offengehalten. So kam auch der Frost in die Nässe. Das schien ihm zu reichen. Denn wenn wieder der Kinderschänder mit dem Wasser die Kellerräume überfluten werden würde und der Wasserschaden dann nicht von ihm behoben wird, denn von mir könnte er das nicht noch einmal erwarten, führt das auch zu weiteren schweren baulichen und finanziellen Folgeschäden. Soweit hat er wohl doch gedacht.
Berichtet habe ich dir ja schon, dass er in »meiner Zeit danach« mit dem Metallteil im Keller auf Metall schlug, auch wie ich dir mitteilte, dass der schrie, dass er mich kriegen wird. Meine Angst hat durchaus eine wichtige Schutzfunktion erfüllt. Meine Angst galt nicht nur dem Wasser im Keller, dort befanden und befinden sich noch Metallrohre, in dem die Wohnungen mit Gas versorgt wurden und noch werden. Normalerweise ist Erdgas völlig geruchlos, ihm wird aber von dem Anbieter ein starker, warnender Duftstoff beigemischt. Es wird stinken, wenn eine Undichtigkeit, auch der Rohre, auffällt.
Jetzt wirst du sicher denken, dass ich mit solchen Gedanken einfach alles überziehe. Dabei habe ich einfach nur Glück gehabt, denn ich konnte dort nach dem Prozess gegen mich ausziehen. Es ist auch niemand in die Wohnung wieder eingezogen. Die Wohnung ist nicht bewohnbar. Die Wohnung steht leer. Wer will auch neben den Kinderschänder und seiner Frau wohnen.
Er hat ja keinen Beruf erlernt, sie auch nicht. Irgendwo war schon ein Neid auf Menschen bei ihnen vorhanden, auf die, die das gemacht haben, die auch so völlig normal einer Arbeit nachgehen. Einige waren bei ihnen und es waren laute Stimmen, die der Nachbar aus dem ersten Stock hören konnte. Auch das Geschrei, das Gas ausgetreten ist. Es kann furchtbare Probleme bereiten, besonders dann, wenn diese Rohre beschädigt werden. Was durchaus zu Konsequenzen führt. Es ist doch schön, dass es auch »solche und solche« gibt, oder auch »sone«. Dass diese Beiden bereits durch Versicherungsbetrug aufgefallen sind, dass sie auch einem Kind sichtbar zu nahekam, dass Beiden selbst die Ratten nicht stören zeigen doch, dass es Sinn gibt, die Aufmerksamkeit zu schärfen. Da kann auch die Angst durchaus hilfreich sein. Das mit den Zählern berichte ich dir beim nächsten Mal ...«
Der 6. Kriminalroman, der in »Ich-Form« entsteht, der als Münsterland-Kriminalroman auf wahren Begebenheiten basiert.
2. Leseprobe: Das missbrauchte Kind
3. Leseprobe: Der Pädophile, das Elefantengedächtnis und das missbrauchte Kind
4. Leseprobe: Der Kinderschänder, seine Frau und deren Anwalt
5. Leseprobe: Al Capone, der Kinderschänder und deren Anwälte
6. Leseprobe: Die Macht der Kinderschänder
7. Leseprobe: Ein Auto, ein Unfallbetrug, der Kinderschänder und sein Anwalt
8. Leseprobe: Der Anwalt, sein Kinderschänder und die Kirche
9. Leseprobe: Der Anwalt, der Kinderschänder und der Mörder
10. Leseprobe: Die Art der Gewalt des Kinderschänders
12. Leseprobe: Die Anwälte von Mörder und Kinderschänder …
13. Leseprobe: Der Kinderschänder und sein Anwalt …
14. Leseprobe: Die Geliebte des Mörders und der Anwalt
15. Leseprobe: Die Ratten und der Kinderschänder
16. Leseprobe: Der Anwalt und sein Kinderschänder …
17. Leseprobe: Der Anwalt und das missbrauchte Kind
18. Leseprobe: Der Anwalt und der Strafprozess ...
19. Leseprobe: Der Anwalt und das Gericht …
22. Leseprobe: Der Kinderschänder, sein Anwalt und der Strafbefehl …
23.Leseprobe: Der Anwalt, sein Kinderschänder und die Erstarrung …
24. Leseprobe: Der Anwalt, der Kinderschänder und die Flucht …
25. Leseprobe: Der Anwalt, der Kinderschänder und die Kosten …
»Der Mörder und der Kinderschänder«
»Der hässliche Zwilling« 2011
»Mord in Genf« 2012
»Blauregenmord« 2013








