… oder auch: dabei sein ist alles ...
Um sozusagen meinen Alterungsprozess positiv zu beeinflussen, habe ich am 11.07.2026 an einem Wettbewerb teilgenommen:
Eurocup Oberhof 2026 (Deutsche Meisterschaft).
Habe eine Urkunde und für den dritten Platz eine Bronzemedaille erhalten.
Zitat: »... Üblicherweise wird dort im Winter das Biathlon-Weltcup-Rennen ausgetragen. Start/Ziel, Strafrunde und Schießstand befinden sich auf 814 Metern ü. NN, die Strecken bewegen sich zwischen 774 und 839 Metern ü. NN. Also steht Meter über Normalnull. Sie gibt an, wie viele Meter ein Ort oder Objekt über dem mittleren Meeresspiegel liegt. Seit 1993 ist dieses veraltete System in Deutschland durch das präzisere Normalhöhennull (NHN) ersetzt worden ...« Zitatende
Was bedeutet das jetzt. Es wird die Höhe eines Ortes oder Punktes über dem Meerespiegel angegeben. Das wirkt natürlich auf den Luftdruck. Zitat: »Der atmosphärische Luftdruck nimmt ab. Der Sauerstoffpartialdruck sinkt, was den Puls bei körperlicher Anstrengung leicht erhöht, da der Körper den geringeren Sauerstoffgehalt durch eine höhere Atemfrequenz ausgleichen muss ...« Zitatende
Dann sind Höhenmeter bei Sport für die tatsächliche Anstrengung deutlich wichtiger als die zurückgelegten Kilometer. Die fließende Bewegung auf einem Tretroller ähnelt einer Mischung aus Laufen und Radfahren. Es wurde jetzt bei dem Wettbewerb 9 km Strecke und ca. mehr 800 Hm von Sportler/in gefordert. Das ist natürlich für Körper und Kreislauf wesentlich anspruchsvoller als eine flache Strecke über vielleicht 18 km – obwohl die zweite knapp doppelt so weit ist. Das sollte schon so betrachtet werden.
Ohne zuvor in eine ebene Strecke, oder vielleicht als winzige gelegte, kam die Krümmung aus dem Gefälle und begann sofort mit der Steigung. Der Schwung aus dem Gefälle verschwand für mich umgehend. Ein Tretrollen war mir nicht mehr möglich. Schieben und leichtes Laufen wurde umgehend zu »gehen«.
Normalerweise versuche ich ja dann einen entspannten Atemrhythmus anzuwenden. Diesmal funktionierte das nicht. Es war, als würde ich keine Luft mehr bekommen. Das Herz begann heftig zu klopfen. Mir wurde sogar etwas übel. In großen Höhen sinkt der Sauerstoffgehalt in der Luft. Um diesen Mangel auszugleichen, schlägt das Herz schneller und die Atemfrequenz steigt. Vermutlich habe ich auch einen Anstieg des Blutdrucks gehabt, mein Herz-Kreislauf-System wurde stark beansprucht. Die dünnere Luft führte zu einem Sauerstoffmangel, zwang mein Herz dazu, mehr Blut durch meinen Körper zu pumpen.
Um ganz ehrlich zu sein, als ich »oben« angekommen war, habe ich überlegt, das Ziel als Abbruch der Meisterschaft zu sehen. Die Strecke bis dorthin fiel leicht ab, mein Herz als auch meine Atmung beruhigten sich wieder. Natürlich habe ich nicht abgebrochen.
Es ist ja als will ich eine Mentalfähigkeit erreichen, um meinen Geist wie einen Muskel zu bekommen. Das ist schon wichtig. Mir geholfen haben mir meine Gedanken an die Zeit, als ich es erst aus dem Rollstuhl schaffte, dann aber auch erst den Rollator brauchte. Die ersten Schritte waren wie diese Steigung. Den Tretroller schiebe ich jetzt und oben angekommen muss ich mich nicht hinsetzen um auszuruhen. Das ist auch gut so. Da habe ich etwas für mich geschafft.Irgendwie habe ich ein merkwürdiges Verhältnis zu meinen Ballettschuhen. Normalerweise hängen die an einem Haken. Ab einem gewissen Alter sollten die dort auch hängen bleiben, vermutlich müssen die das sogar. Es gibt aber durchaus eine Zeit für mich, wenn ich mich frage: schaffe ich es noch?
... Aber vielleicht habe ich einfach nur keinen Bock auf das »Altsein« …














