»… Jetzt kann ich mir deine Überlegung vorstellen, dass
es sehr schwierig sein dürfte, etwas dem Kinderschänder und seiner Schänderin nachweisen
zu können. Letztendlich braucht man sowieso dafür entsprechend kompetente
Beamte. Natürlich gibt es Möglichkeiten. Bei mir war es dieses Nachweisen einer
Hirnblutung, das geschieht durch eine schädelbezogene Bildgebung wie eine Computer-
oder eine Kernspintomographie. Das lag also in den Händen von Fachleuten, von Ärzten/innen
und auch gerade der Notfall in denen von Mediziner/innen. Dann ist nur noch die
Zeit gefragt und auch der Wunsch vorhanden, das alles auch überleben zu können.
In einer solchen schweren Situation interessieren
Unterschiede nicht besonders. Jedenfalls war mir das egal. Einen Moment lang
jedenfalls, denn die Tat muss nachgewiesen werden.
Es geht aber, auch um einfach durchzuführende Schäden,
die auch den Nachbarn von dem Täter zugefügt werden. Betrachten wir uns einfach
den Micha. Eigentlich auch bekannt als überzeugter Pazifist, für den eine friedliebende
Grundhaltung gilt und auch der grundsätzlich körperlichen Gewalt als Mittel zur
Konfliktlösung ablehnt. Obwohl er als junger Mensch eine Musterung bei der Bundeswehr
positiv überstanden, danach als Funker bei der Kaserne bei Bremerhaven landete
und damit beschäftigt wurde, mit einer Kabeltrommel auf dem Rücken festgeschnallt
durch den Wald zu laufen, um damit weiteren Soldaten das Telefonieren zu
ermöglichen. Die aber dann nicht Mama oder neuen Freundin anrufen konnten,
sondern den Feldwebel zum Stand der Dinge informierten. Irgendwie trotzdem ist
für ihn die Vernunft wichtig und damit einfach die bloße Friedfertigkeit. Konflikte
gelten für ihn ohne Gewalt zu lösen und auch dabei ganz bewusst auf Streit oder
Aggression zu verzichten.
Ein überzeugter Pazifist. Schon damals gewesen. Auch noch
immer ist. Anzeigen bringen ihm nichts. Was ist passiert, eines übrigens von
vielem. Irgendwann konnte er die Türen seines Autos nicht mehr aufschließen. Das
war nicht gut, er musste früh zur Arbeit. Sehen konnte er den Kinderschänder,
wie der lachend hinter der Gardine stand. An dem Morgen wurde er abgeholt. Am Nachmittag
wurde ihm geholfen, das Türschloss seiner Fahrerseite aufzubrechen und dann mit
dem Auto eine noch geöffnete Werkstatt anzufahren. Es war Sekundenkleber, der
in alle Schlösser des Wagens gespritzt worden sind. Für 138 Euro wurde das
Schloss an der Fahrerseite erneuert. Soviel wollte er für die weiteren
Schlösser nicht ausgeben. Irgendwie ging und geht es auch so. Nachweisen konnte
Micha dem Kinderschänder nichts, das laute falsche Lachen, auch das von seiner
Frau, der Schänderin, war im Treppenhaus zu hören.

Vor kurzem bat ich ihn, von seiner Küche aus den Garten
zu fotografieren, der seinerzeit zu dem Bereich gehörte, in dem ich gewohnt
habe, eben auch unter seiner Wohnung sich meine angemietete Wohnung befand. Mein
Blauregen, den ich so liebevoll gepflegt habe, ist in der eigentlich kurzfristigen
Zeit völlig verwildert.
Die Ratten dürften sich in diesem Chaos wohl fühlen. Der Garten kann auch nicht mehr von dem Innenhof aus
verlassen oder betreten werden. Aber dort hat sich der andere Mieter, also durchaus
von äußersten Stelle aus, eine Möglichkeit gesucht sein Rad, auch damit einen
ganz simplen Fahrradlastenanhänger, abzustellen. Dabei wurde ihm doch auch
bereits viel Schaden zugefügt. Und es hört damit nicht auf.
Micha hat mir auch ein Bild von dem Innenhof geschickt.
Zu gesehen darauf ist dieser Anhänger, von Müll überladen. Dabei stehen die
Mülltonnen ganz am Anfang dieses Innenhofes. Der Eigentümer des Fahrradanhängers
hat doch keine Veranlassung dazu, das Teil mit dem Müll zuzupacken, was Meter
vorher in entsprechende Tonnen gefüllt werden kann. Er würde ja noch nicht
einmal eine kürzere Strecke dafür brauchen. Ganz im Gegenteil. Nicht zu
vergessen, dass auch das entsprechende Fahrrad komplett beschädigt worden ist. Aber
auch dazu war schon wieder das laute Lachen des Kinderschänders zu hören gewesen.
Das ist diese Eigenschaft des Pädophilen, anderen Menschen Schaden zuzufügen, da
auch ganz besonders gerne finanzielle Schäden. Natürlich hat der Betroffene
entsprechend reagiert und hat dem Kinderschänder Prügel angekündigt. Mit dieser
Mitteilung hat der natürlich mit seiner Schänderin lachend gewartet und prompt die
Polizei aufgesucht, um diesen schon bekannten Nachbar anzuzeigen. Beiden würden
sich mal wieder bedroht fühlen. Was sie Beide fast schon perfekt beherrschen.
Als das mit mir passiert ist, habe ich doch die
Schänderin deutlich erkannt, als ich meine Wohnungstür nach dem Anklopfen
geöffnet habe. Sie lachte und hielt die Kamera, oder es war ihr Handy, vor
sich. Insofern könnte sie dir genau zeigen, was mit mir passiert ist. Denn ich
habe ja fast zeitnah mein Bewusstsein verloren, naheliegend ist, dass durch einen
gezielteren Schlag ein Luftdruck im Gehörgang zu dem Trommelfellriss bei mir
führte. Was ich dir ja schon beschrieben habe. Was ich noch nicht geschrieben
habe, war diese Situation, die irgendwann danach geschah und an das, was ich
mich erinnern kann. Mein Bewusstsein war manchmal wieder für mich da.
Vielleicht wurden die Patienten in der Zeit, als Corona
noch tobte, so untergebracht. Es war so, dass ich irgendwie erwacht bin, mit meinem
Blick konnte ich aus dem Fenster den blauen Himmel sehen. So habe ich mir gedacht,
dass dieser Raum in den Norden ausgerichtet sei. Denn die Sonne konnte nicht in
den Raum scheinen. Mein Kopf wanderte auf die andere Seite. Dort lagen
schlafende Menschen. Überall sah ich große Fenster, aber dort sah ich keinen
Himmel, sondern in andere Räume. Die Tür war geöffnet und den jungen Mann
konnte ich sehen, der in dieser Art Flur herumlief. Den wollte ich unbedingt
sprechen. Es ist mir gelungen mich aufzusetzen, das Ende des Bettes auch
irgendwie zu erreichen. Dort saß ich, die Beine angewinkelt und mit beiden
Händen hielt ich mich an dem Stahlrohr fest, das sich am Fußende des Bettes
befand.

Auf einmal stand dort vor dem Bett der junge Mann, der
mich erstaunt ansah. Da habe ich versucht, mich ihm mitzuteilen. Er sollte von
mir alles erfahren, so führte ich eine Hand zu meinem betroffenen Ohr. Das
fühlte sich so furchtbar aufgeschwollen an, es schmerzte, es wirkte wie
entzündet. Ganz schlimm war mein Tinnitus, es dröhnte furchtbar laut in meinem
Kopf. So laut habe ich das noch nie erlebt. Es sind ja eigentlich nur ein paar
Sätze, die ich ihm sagen wollte, was mir nicht gelungen ist. Mein Zugriff auf meine
Sprache war irgendwie blockiert, der zuständigen Bereich in meinem Gehirn, also
in der zuständigen Gehirnhälfte, ist beschädigt worden. Noch nicht einmal das
Wort Ohr konnte ich aussprechen. Der Mann lächelte mich freundlich an. Irgendetwas
sagte er zu mir, was ich nicht verstanden habe, weil der Tinnitus so in mir
dröhnte. Es fühlte sich für mich an, als sei ich auf eine harte Form der
Realität für mich gefallen. So ließ ich den Stahl an meinen Füßen los, legte
mich wieder hin und bin auch sofort wieder in die Bewusstlosigkeit gefallen. Zu
der Zeit dürfte noch nicht klar gewesen sein, ob ich diese Menge Blut im Gehirn
auch überleben werde. Und in dieser Zeit lachten der Kinderschänder und seine
Schänderin. So wurde mir das auch später zugetragen. Auch, als diesem Anwalt
gelungen ist,
dass ich verurteilt werde.
Es ist einfach zu viel Negatives geschehen und nach wie vor
auch wird. Als mir das jetzt mit dem Heizungsbrenner und den Verlust des
zuständigen Gaszählers des Kinderschänders bekannt wurde, erfüllte mich irgendwie
ein Gefühl von Ruhe und etwas Zufriedenheit.
Obwohl auch er nach wie vor Zugriff zu den betroffenen
Kindern hat, weil er immer noch Taxi fährt. Alkohol trinkt, Medikamente dazu
einnimmt, was auch sein Anwalt ihm gestattet und mir verboten hat, das der
Polizei zu melden. Natürlich ist es gut, dass Betroffene über ihren Missbrauch
als Kind berichten können. Aber wäre es nicht noch viel besser, wenn solche
Täter vor den Richter/innen landen? Oder soll ich mir sagen, dass es Sinn gibt,
diese Täter mit ihrem Anwalt und deren Enkeltochter einfach weiter an den Pranger
zu stellen …«