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Sonntag, 20. Dezember 2020

570. »Drei Schlüssel zur Welt hinter dem Fels«

Teil 570 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein
 


Elise Gleichmann (* 12. August 1854 in Kulmbach; † 9. Juli 1944 ebenda) war, so verrät ein knapp gefasster Wikipedia-Artikel (1), »eine in der Region Kulmbach tätige Mundartdichterin, Volkskundlerin und Sagensammlerin«. Elise Gleichmann, Tochter des Kulmbacher Bürgers und Bierbrauers Johann Georg Friedrich Hollweg, heiratete anno 1873 in Kulmbach den Forstgehilfen Gustav Gleichmann, der schließlich zum Förster befördert wurde.

Foto 1: Die Burgruine Nordeck im Winter (Ausschnitt).
Foto 1: Die Burgruine Nordeck im Winter (Ausschnitt).

Elise Gleichmann hat einen ganz besonderen Schatz entdeckt, den die meisten ihrer Zeitgenossen gering achteten: die oberfränkischen Volkssagen. Wie die Gebrüder Jacob Grimm (*1785; †1863) und Wilhelm Grimm (*1786; †1859) sammelte Elise Gleichmann systematisch Sagen aus ihrer fränkischen Heimat. Sie stöberte nicht in Bibliotheken. Sie ließ sich von unzähligen »alten Frauen« oberfränkische Volkssagen erzählen und notierte alles. Viele Sagen hielt sie im fränkischen Dialekt fest, andere erzählte sie in Hochdeutsch nach. Mit 55 Jahren wurde Elise Gleichmann Witwe. Franz Karl Freiherr von Guttenberg, renommierter Heimatforscher seiner Zeit, kannte ihre Sammelleidenschaft. Er bestärkte die Försterwitwe. Mit Feuereifer intensivierte sie ihr Hobby und legte ein kostbares Archiv an. Rund tausend Sagen konnte sie schriftlich fixieren.

Bereits 1927 erschien ein Bruchteil der von ihr gesammelten Sagen in einem nur 240 Seiten umfassenden Bändchen (2). Es wäre wünschenswert, die von Elise Gleichmann zusammengetragenen Sagen komplett zu veröffentlichen. Im Stadtarchiv zu Kulmbach gibt es einiges an Material. Dort wird auch die handschriftliche Autobiographie von Elise Gleichmann aus dem Jahr 1937 aufbewahrt. »Die Ährenkönigin« (3) ist eine interessante Sage, die von einer mysteriösen Welt jenseits eines Portals im Fels berichtet.

Foto 2: Burgruine Nordeck Bergfried, aus nördlicher Richtung.


Die geheimnisvollen Ereignisse, von denen die Sage zu berichten weiß, fanden in der »Johannisnacht« statt. Am »Johannistag« (auch »Johanni«, »Johannisfest« und »Johannestag« genannt) feiert man in der katholischen Kirche das »Hochfest der Geburt Johannes’ des Täufers«. Den Termin, 24. Juni, hat die katholische Kirche gewiss nicht zufällig festgelegt. Zwischen dem 20. und dem 22. Juni zelebrierte die heidnische Welt die »Sommersonnwende«, und das nicht unbedingt als Fest der Freude. Erreicht doch zur Sommersonnwende die Sonne die größte Mittagshöhe über dem Horizont. Von da an geht es erst einmal »bergab«. Die Sonne sinkt, verliert an Kraft. Hebst und Winter nahen. Die Natur scheint im Winter zu erstarren, ja zu sterben. Aufwärts geht es erst wieder zur Wintersonnwende. »Altes und neues Wissen zum Jahreskreis« klärt auf (4):

»Die Wintersonnwende ist eine der heiligsten Sonnenfeiern und findet am 21. Dezember statt. Sie bezeichnet die tiefste Nacht des Jahres – wird deswegen auch Mutternacht, althochdeutsch Modranecht, genannt. In dieser Nacht gebiert die Göttin tief in der finsteren Erde in der stillsten aller Stunden das wiedergeborene Sonnenkind. Diesen Mythos können Sie in allen Kulturen der Welt wiederfinden. Am deutlichsten manifestiert ist es bei uns in Weihnachten und dem Christuskind. Weihnacht ist ja nichts anderes als Weihenacht, ist gleich geweihte Nacht. Oder wie in vielen Weihnachtsliedern besungen ›Heilige Nacht‹.« Zurück zur »Johannisnacht«. Von geradezu magischer Bedeutung war auch im christlichen Abendland die »Johannisnacht«, die Nacht vor dem »Johannistag«. Heidnischen Ursprungs mögen auch von der christlichen Kirche nicht unbedingt gern gesehene Bräuche wie der »Tanz um das Johannisfeuer« (5) sein.

An heidnische Feste, die zu Ehren von Sonnengottheiten ausgerichtet wurden, erinnern auch heute noch die »Sonnenfeuer« in der »Johannisnacht«. Geduldet wurden »christliche« Sonnwendfeste in der »Johannisnacht« schon im 12. Jahrhundert. Vom 14. Jahrhundert an gehörten Feiern mit prasselnden Johannisfeuern zum christlichen Brauchtum. Zurück zur Sage »Die Ährenkönigin« (6): »Einst ging in der Johannisnacht ein junger Mann an der Burgruine Nordeck vorüber, die vom Mondlicht hell beleuchtet dalag.« »Burg Nordeck« wurde um das Jahr 1100 von den Grafen von Henneberg erbaut. Anno 1151 erwarben Steinach (heute Stadtsteinach) und Bischof Eberhard II. von Bamberg das stattliche Bauwerk. Die Burg wurde rund drei Jahrhunderte später, anno 1438, im Kleinkrieg der Waldenfelser gegen den Bischof von Bamberg gestürmt und verwüstet. Im Bauernkrieg von 1525 wurde sie niedergebrannt.

Erhalten ist bis heute die »Burgruine Nordeck«. Sie ist frei zugänglich und kann besucht werden. Wer sich vor Ort umschauen möchte: Die Ruine, bestehend aus den Resten eines runden Wohnturmes, eines Gefängnisturmes und einiger Grundmauern, ist nordöstlich von Stadtsteinach im oberfränkischen Landkreis Kulmbach in Oberfranken leicht zu finden. Das einst imposante Bauwerk wurde soweit möglich 2014 generalsaniert. Besonders eindrucksvoll ist der runde Bergfried, aus nördlicher Richtung betrachtet. Wie eine Illustration aus einem zauberhaften Märchenbuch zeigt sich die Ruine im Winterschnee. Dann könnte man meinen, als sei die stolze Burg vor Jahrhunderten in der Zeit stehengeblieben. Ein Besuch vor Ort kommt mir wie eine Zeitreise in eine rätselhafte Vergangenheit vor.

Folgen wir der Sage »Die Ährenkönigin«, so wie sie Elise Gleichmann verewigt hat. Der junge Mann vernahm unweit der Burgruine Nordeck »die Töne eines Volkslieder, von Lautenspiel begleitet«. Der Wanderer »lauschte dem herrlichen Gesang«. Das Lied verstummte. Kurz darauf erschien eine wunderschöne junge Frau. Sie schritt auf drei Lilien zu, pflückte die herrlichen Blumen. Weiter ging die Frau. Sie kam an einem Felsen an. Eine der Lilien öffnete den Fels (7) »und ein kristallenes Schloß von ungeahnter Pracht bot sich dem entzückten Beschauer. Zum Öffnen des Schloßtores diente die zweite Lilie, worauf die Schloßherrin mit der dritten die Schloßtüre öffnete und hinter der zufallenden Türe verschwand. Dann war der große Fels wieder geschlossen und unbewegt und alles wie vorher.«

Reichlich spät fiel dem jungen Mann eine Erzählung seines Großvaters ein. Demnach wuchsen jedes Jahr in der Johannisnacht drei Lilien bei der Burgruine Nordeck. Nur ein Sonntagskind konnte die mysteriösen Blumen finden und mit ihrer Hilfe in das geheimnisvolle Schloss hinter der Felswand gelangen. Im Schloss der Ährenkönigin, so erzählt Hans Seiffert weiter, lagen »unermeßliche Schätze«. Wenn die Glocken Mitternacht verkündeten musste man sich sputen und spätestens beim zwölften Glockenschlag wieder im Freien sein, sonst würde man als Gefangener gehalten.

Der junge Mann war freilich kein gewöhnliches Sonntagskind, er war an einem »goldenen Sonntag« (8)  geboren. Ein Jahr später wanderte er wieder zur Burgruine Nordeck hinauf und suchte sein Glück mit der Prinzessin. Ob er es fand? Offenbar. Hans Seiffert erzählt, dass der junge Mann, an inzwischen vertrauter Stelle die drei Lilien vorfand. Mit diesen drei »Schlüsseln« gelangte er durch das geheimnisvolle Felsentor in das Reich der Ährenkönigin, die ihn bereits am Schlosstor erwartete.

Bei Elise Gleichmann endet die Sage so. Wir erfahren, dass der junge Mann nicht in seine alte Welt zurückkehrte (9): »Er blieb verschollen. Nie mehr kehrte er zurück: aber viele Jahrzehnte hindurch hat man die Nordeck in der Johannisnacht gemieden.« 

Drei Lilien dienten als Schlüssel: für den Fels, das Schloss-Tor und eine Schloss-Tür. Die Lilie erlebte als Symbol einen erstaunlichen Wandel (10): »Obwohl sie im Mittelalter ein Symbol des Heidentums war, wurde sie später, ebenfalls aufgrund ihrer unwiderstehlichen Schönheit, als Symbol für Reinheit, Tugend und Fruchtbarkeit, sowie Jungfräulichkeit angenommen. Häufig kann man sie in christlicher Malerei im Zusammenhang mit der Jungfrau Maria entdecken.«

Wurde die weiße Lilie zunächst auf Maria, die »Gottesmutter« übertragen, so machte man sie schließlich zum Symbol des Erlösers Jesus. In den sechs Blütenblättern der weißen Lilie sahen fantasiebegabte Interpreten einen Hinweis auf die Zahl 3, also auf die »Heilige Dreifaltigkeit«. Tatsächlich ist die Lilie tief im Heidentum verwurzelt. Der Legende nach saugte der heroische Held Herkules an den Brüsten der göttlichen Juno alias Hera, die den Olymp beherrschte. Auf diese Weise wollte Herkules unsterblich werden. Der Legende nach fielen einige der Milchtropfen auf den Erdboden. Daraus wurde die Lilie, die deshalb auch »Rose der Juno« und »die göttliche Blume« genannt wurde. Auch im Nahen Osten war die Lilie göttlich. Sie war die heilige Blume der göttlichen Ishtar, der Göttin der Schöpfung. Bei den »Alten Römern« galt die Lilie als eines der Symbole der Göttin Venus. Keine Frage:

Die Lilie war in heidnischen Zeiten die Blume der Göttin, das Christentum machte aus ihr das Symbol der Jungfrau Maria. In so manch christlich-sakraler Darstellung sehen wir den Erzengel Gabriel bei der Verkündung von Jesu Geburt. Während er Maria mitteilt, dass sie ein Kind gebären wird, überreicht er ihr eine Lilie. Aus der Blume der Göttin Venus ist im Mittelalter die Lilie der keuschen, jungfräulichen Maria geworden. Und in der Sage »Die Ährenkönigin« öffnet die Lilie eine Felswand, hinter der sich ein mysteriöses Schloss verbirgt. Mit der Lilie kann man in der Johannisnacht in das Schloss gelangen, das der »Ährenkönigin« gehört. Der Fels, der sich öffnet, erinnert uns an das Mysterium der Pforten, die durch den Stein hindurch in eine andere Welt führen. 

In unserer Zeit kennen wir solche Tore als »Stargates«, als »Sternentore«, durch die man von einer in eine – womöglich unfassbar weit entfernte – Welt gelangt. Im Science-Fiction-Film des deutschen Regisseurs Roland Emmerich aus dem Jahr 1994 »Stargate« reisen eine Gruppe von Militärs und ein Archäologe mit Hilfe eines antiken ägyptischen Tores durch ein Wurmloch auf einen weit entfernten Planeten. Dort greifen sie ein und helfen einen »falschen Gott« zu stürzen. »Stargate«, der Kinofilm, wird in den Fernsehserien »Stargate – Kommando SG-1«, »Stargate Atlantis« und »Stargate Universe« weitergeführt. Die Zeichentrick-Serie »Stargate Infinity« baut ebenfalls auf dem Kinofilm auf.


Foto 3: Burgruine Nordeck im Winter.

In der Legende aus der Kulmbacher Region geht es friedlicher zu. Mit etwas Glück kann ein besonderes männliches Sonntagskind, geboren an einem »goldenen Sonntag«, das zur rechten Zeit am rechten Ort drei Lilien entdeckt und als Schlüssel nutzt, »Die Ährenkönigin« in ihrem kristallenen Schloss hinter einem Felsentor besuchen und heiraten.

Fußnoten 
(1) »Elise Gleichmann«, https://de.wikipedia.org/wiki/Elise_Gleichmann (Stand 06.09.2020) 
(2) »Von Geistern umwittert – Oberfränkische Volkssagen gesammelt und nacherzählt von Elise Gleichmann, gesichtet und gedeutet von Peter Schneider«, Lichtenfels 1927 
(3) »Die Ährenkönigin«, Ebenda, Seiten 191-193 (Rechtschreibung wurde unverändert übernommen!) (4) »Wintersonnenwende - Alban Arthuan (keltisch) - Jul-Fest - Mutternacht – Weihnacht« https://www.jahreskreis.info/files/wintersonnenwende.html (Stand 6.9.2020) 
(5) Woll, Johanna, Merzenich, Margret und Götz, Theo: »Alte Festbräuche im Jahreslauf«, Stuttgart 1991, S. 64–65. 
(6) »Die Ährenkönigin« in »Von Geistern umwittert – Oberfränkische Volkssagen gesammelt und nacherzählt von Elise Gleichmann, gesichtet und gedeutet von Peter Schneider«, Lichtenfels 1927, Seite 191, 11.-9. Zeile von unten (Rechtschreibung wurde unverändert übernommen!) 
(7) Ebenda, Seite 192, 8.-14. Zeile von oben (Rechtschreibung wurde unverändert übernommen!) 
(8) »Goldener Sonntag«: Der erste Sonntag nach Pfingsten heißt Trinitatis oder Dreifaltigkeitssonntag, auch goldener oder großer Sonntag. Die drei Sonntage nach Michaelis nennt man goldene Sonntage. »Michaelis«: volkstümliche Bezeichnung des Festes des »Heiligen Michael« am 29. September. 
(9) »Die Ährenkönigin« in »Von Geistern umwittert – Oberfränkische Volkssagen gesammelt und nacherzählt von Elise Gleichmann, gesichtet und gedeutet von Peter Schneider«, Lichtenfels 1927, Seite 193, 5.-7. Zeile von oben 
(10) »Die Bedeutung der Lilie – Warum sie steht, wofür sie steht«, »Colvinpedia«, 14. Juni 2019. (Stand 6.9.2020) 

Zu den Fotos 
Foto 1: Die Burgruine Nordeck im Winter (Ausschnitt). Foto wiki commons/ Benreis. Die vorzügliche Aufnahme entstand am 17. Januar 2016 
Foto 2: Burgruine Nordeck Bergfried, aus nördlicher Richtung. Foto wiki commons/Sven-121 
Foto 3(Ausschnitt von Foto 1): Burgruine Nordeck. Foto wiki commons/ Benreis 
 
Meine Empfehlung...
<a href="https://raniverse.com/">Mythen und Myterien</a>

571. »Jung und schön wie eine Königin«, 
Teil 571 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien« 
von Walter-Jörg Langbein, erscheint am 27. Dezember 2020 

Sonntag, 14. Juni 2020

543. »Der Tag, an dem Sonne und Mond stillstanden«

Teil 543 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein



Foto 1: Mittelalterliches Weltbild.
Holzschnitt, um 1530. Partiell nachträglich koloriert.

Weltbilder hat sich der Mensch schon zurechtgelegt, als er noch in Höhlen hauste und die Bewohner der Nachbarhöhlen als hinterlistige Feinde ansah, die man nur als Bereicherung des Speisenplans willkommen hieß. Weltbilder hat der Mensch in Zeiten ersonnen, als die Dichter der ältesten Mythen noch lebten. Und Weltbilder entstehen auch noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Die vermeintlich göttliche Wahrheit der »Heiligen Bücher« wird heute von nicht wirklich weniger magisch anmutenden Szenarien der Quantenphysik abgelöst. Weltbilder gab es schon immer. Sie waren und sind immer im Wandel begriffen. Freilich setzen sich Weltbilder in unseren Gehirnen fest. Sie etablieren sich und weichen nur höchst ungern anstehenden revolutionären neuen. In der Regel werden althergebrachte Weltbilder nicht widerlegt. Sie sterben mit ihren Anhängern und neue Weltbilder werden ins Leben gerufen.

In unserer realen Welt gibt es Monstermauern aus massivem Stein, die seit Ewigkeiten dem Zahn der Zeit trotzen. In unseren Köpfen freilich gibt es eine Monstermauer, die mindestens genauso durabel ist wie jene aus Stein. Sie grenzt aus. Sie verhindert, dass wir in jene Bereiche der Realität vordringen, die es für einen »vernünftigen« Menschen gar nicht geben kann, weil es sie nach dem Zeitgeist des »rationalen Denkens nicht geben darf.

Eine Monstermauer, die es nur in unseren Köpfen gibt, kann sehr viel schwieriger zu überwinden sein als eine aus Stein. Der »vernünftige« Mensch redet sich gar ein, dass er diese Mauer weder einreißen, ja nicht einmal überwinden möchte.

Er ist davon überzeugt, in der Welt der Vernunft zu leben. Vernunft ist das oberste Gebot in dieser seiner »Wirklichkeit«. Auf der anderen Seite der Mauer in seinem Kopf herrscht das Chaos der Unvernunft in einer natürlich nur imaginären Welt, die es seiner festen Überzeugung nach gar nicht wirklich gibt. Theologieprofessor Dr. Hermann Gunkel unterscheidet zwischen Sage und Märchen. Er schreibt (1): »Im Unterschied von den Sagen ist für die Märchen eigenthümlich, daß sie nicht wie diese an bestimmten geschichtlichen Zeiten und Personen und im allgemeinen auch nicht an gegebenen Orten haften, sondern, soweit sie überhaupt Namen nennen, erdichtete Personen an erfundenen Orten auftreten lassen.«

Dr. Gunkel katalogisiert also, er etikettiert. Sagen bringt er in Verbindung mit »geschichtlichen Zeiten und Orten«, in Märchen agieren nach seiner Definition fiktive Personen an fiktiven Orten. Aber wie wissenschaftlich ist das? Versucht er wissenschaftlich zu ergründen, welche altehrwürdigen Texte Realität wiederspiegeln und welche nicht? Oder glaubt er zu wissen, was wahr ist und was nicht, um dann nach eigenem Gutdünken zu »Märchen« oder »Sage« zu erklären?

Foto 2: Der Heilige Brendan.
Variationen eines Porträts.
Farblich stark verändert (Collage).

Prof. Gunkel meint, ein besonderes Kennzeichen des Märchens erkannt zu haben (2): »Besonders bezeichnend ist für das Märchen seine eigentümliche phantastische Art.« Fällt damit die Überlieferung vom Mönch Brendanus, der mit mehreren Brüdern in einem winzigen Boot den Atlantik besiegte in die Kategorie des Märchens? Neun Jahre soll er unterwegs gewesen sein. Märchenhaft mutet so manche seiner angeblichen Entdeckungen an. So soll er auf fernem Eiland auf eine mysteriöse Quelle gestoßen sein, die tagelangen Schlaf schenkte (3):

»Zu Beginn der Fastenzeit erblicken sie eine Insel, auf der sie eine klare Quelle finden. Brandan warnt seine Mitbrüder, nicht zu viel von dem Wasser der Quelle zutrinken, was einige der Mönche fehldeuten und dadurch verschieden lang in Schlaf verfallen. Nachdem sie sich noch mit dem Nötigsten für die Weiterfahrt versorgt haben, fliehen sie von dort.«

Für die weitere Reise nahmen sie einen Vorrat von dem einschläfernden Quellwasser mit. Freilich tranken sie nur etwas davon, um den schlimmsten Durst zu löschen. Schließlich wollten sie ja nicht auf ihrer gefährlichen Expedition auf hoher See wie narkotisiert das Bewusstsein verlieren. Diese Episode klingt reichlich märchenhaft, kann aber sehr wohl auf eine wirkliche Begebenheit während der Atlantikfahrt der Mönche hinweisen.

Foto 3: St. Brendanus und seine
Glaubensbrüder im Bötchen (Buchcover)

Auf der Azoren Insel Sao Miguel gibt es nämlich die heißen »Quellen von Furnas« (4). Sie speisen den »Ribeira Quente«, den »warmen Fluss«. Das Wasser aus dieser Quelle soll tatsächlich besinnungslos machen. Hat also der Heilige Brendanus auf seiner großen Seereise auch die Azoren besucht?

Tatsächlich haben die Azoren eine sehr alte Geschichte aufzuweisen. Seefahrer, die auf dem Rückweg von Amerika waren, legten gern auf den Azoren eine Pause ein und nahmen Trinkwasser an Bord.

1749 wurden auf der Azoren-Insel Corvo Münzen aus dem 4. oder 3. Jahrhundert v. Chr. entdeckt, die darauf hinweisen, dass das Eiland bereits in vorchristlicher Zeit von den Phöniziern besucht wurden. Demnach gab es lange vor Kolumbus und vor St. Brendanus transatlantische Kontakte. Offensichtlich wurde Amerika lange vor Kolumbus entdeckt. Und offensichtlich können noch so märchenhaft anmutende Texte Tatsachen beinhalten. Das ist es, was die alten Überlieferungen so spannend macht: Sie öffnen uns Fenster in eine Vergangenheit, die fantastischer gewesen sein kann als unsere Fantasien.

Für Theologieprofessor Dr. Hermann Gunkel gibt es in der Bibel eine Vielzahl von Märchen in der Bibel. Er listet eine ganze Reihe von Texten auf, die seiner Überzeugung nach als Märchen zu erkennen seien. Eine kleine Auswahl mag genügen (5):

Foto 4: Der Wal spuckt Jona wieder aus.
Bibelillustration, 12. Jahrhundert
»Da reden nicht nur Menschen, sondern auch … die Glieder des Körpers streiten miteinander. … Dämonen ringen mit Menschen in der Nacht oder stellen menschlichen Frauen in brünstiger Liebe nach. Oder ein Mensch, der in das Meer geworfen ist, wird durch einen Fisch, der ihn verschlingt und wieder ausspeien muß, vom Tode gerettet. Ein anderer schwebt auf feurigen Wagen zum Himmel empor. Ein Hirtenknabe steigt auf den Thron und ein junges Mädchen von unbekannter Geburt wird Königin Sonne und Mond stehen still, wenn der Gottesmann es gebietet; das Meer spaltet sich vor seinem Stabe und Tote kommen ins Leben zurück.«

Ich bin, offen gesagt, skeptisch ob der Vielzahl von biblischen Texten, die Dr. Hermann Gunkel in der großen Schublade »Märchen« ablegt. Er beruft sich in seinem Werk »Das Märchen im Alten Testament« auf konkrete Bibelstellen, er interpretiert aber manchmal recht frei, um biblische Texte als Märchen definieren zu können.

Man muss in Gunkels Märchenbuch hin und her blättern, um herauszufinden, auf welche Bibelpassagen er sich bezieht.

Die »Glieder des Körpers«, die nach Dr. Gunkel miteinander reden, tauchen freilich gar nicht in einem Märchen auf, sondern in einer der vielen Gleichnisse, die Jesus erzählt haben soll (6). Dämonen sind für Dr. Gunkel offensichtlich Kreaturen aus der Märchenwelt. Im von Dr. Gunkel angeführten Beispiel (7) kämpft allerdings kein Dämon mit einem Menschen, sondern Jakob mit Gott. Wo Dr. Gunkel Dämonen ausmacht, die menschlichen Frauen in brünstiger Liebe nachstellen, da geht es im biblischen Text um die Beschneidung von Knaben (8).

In der Tat: Die biblische Geschichte vom Menschen, der von einem Fisch verschluckt und wieder ausgespuckt wird, klingt sehr märchenhaft (9). Um die mysteriöse Episode noch märchenhafter erscheinen zu lassen, anonymisiert Dr. Gunkel den vom Fisch verschlungenen Jona zu »einem Menschen«. Auch Elia, der auf feurigem Wagen in den Himmel entführt wird (10), wird von Dr. Gunkel in seiner Auflistung anonymisiert: »Ein anderer schwebt auf feurigen Wagen zum Himmel empor.« Diese Anonymität ist für Dr. Gunkel wesentliches Merkmal des Märchens. Der anonyme Hirtenknabe, der es zum König bringt, wird freilich im biblischen Text namentlich genannt (11): Es ist Saul!

In unseren Märchen werden tatsächlich manchmal einfache Mädchen Königin, etwa »Aschenputtel«. Bei dem biblischen »Mädchen von unbekannter Geburt«, das »Königin« wird, könnte es sich in der Tat um ein schönes biblisches Märchen handeln. Freilich geht es im biblischen Text nicht um ein »Mädchen« aus Fleisch und Blut, sondern um Jerusalem (12).

Märchenhaft anonym ist bei Dr. Gunkel »der Gottesmann«, der Sonne und Mond stillstehen lässt, der das Meer teilt und Tote wieder lebendig werden lässt. Im »Alten Testament« ist freilich nicht von einem anonymen Gottesmann die Rede, die mit Gottes Hilfe Wundersames bewirkt. Es sind deren drei. In der Bibel haben diese drei »Gottesmänner« allerdings Namen: Josua hält Sonne und Mond und somit die Zeit an, so dass die Feinde abgeschlachtet werden können (13). Moses ist es, der mit seinem Stab das Meer teilt, so dass sein Volk dem ägyptischen Heer entkommen kann (14). Und Elia gelingt es, ein totes Kind wieder zum Leben zu erwecken, indem er sich drei Mal auf den Leichnam legt und seinen Gott anruft (15). Haben wir es mit Wundern ohne Anspruch auf Wirklichkeit zu tun? Oder wurden wahre Begebenheiten märchenhaft ausgeschmückt?
Foto 5:
»Der Tag an dem
die Erde stillstand
I und II«

Anmerkung und Fußnoten

Anmerkung

Zur Kapitelüberschrift: Ich habe mich von einem SF-Film aus dem Jahr 1951 inspirieren lassen. Der Film, in Schwarzweiß gedreht, gilt heute als Klassiker seines Genres: »Der Tag, an dem die Erde stillstand«. (Originaltitel: »The Day the Earth Stood Still«). 2008/ 2011 folgte eine Fortsetzung: »Der Tag an dem die Erde stillstand 2 – Angriff der Roboter« (Originaltitel: »The Day the Earth Stood Still 2)«. Der 2. Teil ist stark präastronautisch beeinflusst. Die »Götter« schicken 666 riesige Kampfroboter, »Megalithen« genannt. Die Zahl 666 kennen wir aus der Bibel, aus der Apokalypse des Johannes (16): »Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.«


Fußnoten

(1) Gunkel, Hermann: »Das Märchen im Alten Testament«, Tübingen 1921, Seite 9, 15.-20. Zeile von oben. (Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen und nicht nach der Rechtschreibreform »modernisiert«.)
(2) Ebenda, Seite 157, 1. Zeile von unten und Seite 158, 1. Zeile von oben
(3) Holtzhauer, Sebastian: »Die Fahrt eines Heiligen durch Zeit und Raum«, Osnabrück 2019, Seite 21, 13.-17. Zeile von oben
(4) Bussmann, Michael: »Reiseführer Azoren«,. 6. Auflage, Erlangen 2016
Martin, Roman: »Azoren – die 77 schönsten Küsten- und Bergwanderungen«, 5. neu bearbeitete Auflage, München 2017
(5) Gunkel, Hermann: »Das Märchen im Alten Testament«, Tübingen 1921, Seite 158, 5.-17. Zeile von oben. (Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen und nicht nach der Rechtschreibreform »modernisiert«.)
(6) 1. Korinther Kapitel 12, Verse 14-26
(7) 1. Mose 32, Verse 23-32
(8) 2. Mose Kapitel 4, Verse 24-26
(9) Jona Kapitel 1 und 2
(10) 2. Könige 2, Vers 11
(11) 1. Samuel Kapitel 10, Vers (Saul wird gesalbt)
(12) Hesekiel 16, Vers 1-14
(13) Josua Kapitel 10, Verse 12 und 13
(14) 2. Mose Kapitel 14, Vers 16
(15) 1. Könige 17, Verse 17-23
(16) Apokalypse des Johannes Kapitel 13, Vers 18


Zu den Fotos
Foto 1: Mittelalterliches Weltbild. Holzschnitt, um 1530. Partiell nachträglich koloriert.
Foto 2: Der Heilige Brendan. Variationen eines Porträts (Collage).
Foto 3: St. Brendanus und seine Glaubensbrüder im Bötchen (Buchcover)
Foto 4: Der Wal spuckt Jona wieder aus. Bibelillustration, 12. Jahrhundert.
Foto 5: »Der Tag an dem die Erde stillstand I und II«

544. »Tore in andere Welten«,
Teil 544 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 21. Juni 2020



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Sonntag, 22. Dezember 2019

518. »Reise ins Vorgestern«

Teil 518 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Der »Erste Brief des Johannes«
entsteht.

Martin Luthers Bibelübersetzung als Gesamtausgabe erschien 1534, Piscators Bibelübersetzung folgte Jahrzehnte später, anno 1604. Die alten Bibelübersetzungen zu lesen, das ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Die alten Bibelübersetzungen können uns in Zeiten führen, zu denen ein ganz anderes Deutsch als heute gesprochen wurde. Schon sehr viel früher als das christliche Europa verfügte das syrische Christentum bereits über eine Bibelübersetzung, die »Peschitta« (englische Schreibweise: »Peshitta«). Die »Peschitta« –  in einer aramäischen Sprache verfasst –  war in Syrien weit verbreitet. (Was gern vergessen wird: Jesus sprach einen aramäischen Dialekt und nicht Griechisch oder gar Lateinisch.)

Sprachwissenschaftler haben die alte Form des Syrischen der »Peschitta« als einen »östlichen Zweig des Aramäischen« erkannt. Als Ort der Entstehung steht einwandfrei der syrische Raum fest. Umstritten freilich ist, wann die »Peschitta« zum ersten Mal als greifbarer Text vorlag. Bücher in unserem Sinne gab es damals noch nicht, vermutlich kursierten einzelne biblische Bücher aus der Bibel bevor die »Peschitta« komplett vorlag. Die Anfänge ihrer Entstehung reichen, darin scheinen sich die meisten Experten einig zu sein, bis ins erste nachchristliche Jahrhundert zurück.

Aber wann wurden die Texte schriftlich fixiert? Die Peschitta-Texte des »Neuen Testaments« sollen schon Mitte des zweiten Jahrhunderts nach Christus entstanden sein, wie manche Experten meinen.  Oder sind sie jünger? Wurden sie erst Mitte des vierten nachchristlichen Jahrhunderts niedergeschrieben (1)?

Wir müssen bedenken, dass Jesus selbst und seine Jünger davon ausgingen, dass das Ende der Welt unmittelbar bevorstand. Jesus würde, das glaubten die ersten Christen, noch zu Lebzeiten zumindest einiger der Jünger wieder erscheinen und als Messias die Menschen richten. Warum sollte man da noch dicke Bücher über Jesus und sein Wirken schreiben? Jesus würde doch schon bald wieder vom Himmel zur Erde hinab steigen! Am ehesten hat man wohl wichtige Worte Jesu schriftlich festgehalten, und zwar vermutlich in der Sprache Jesu. Das war Aramäisch. Vermutlich waren das Sammlungen von Zitaten, aber keine Biographien.

Für Christen der »Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien« und der »Assyrischen Kirche des Ostens« ist die »Peschitta« die Standardversion der »Heiligen Schrift« schlechthin. George Mamishisho Lamsa (*1892; †1975) hat die »Peschitta« ins Englische übertragen. Der führende Experte auf dem Gebiet dieser viel zu wenig beachteten Übersetzung erklärt uns (2): »Der Ausdruck Peshitta bedeutet klar, einfach, aufrichtig und wahr, das heißt, das Original«. Eine andere Übersetzung des Terminus »Peschitta« lautet: »einfach zu verstehen«.

Foto 2: Ein Peschitta-Text (Ausschnitt).

 Mit anderen Worten: Die »Peschitta« soll die ursprünglichste Bibelübersetzung sein, verfasst in klarer, nicht verschnörkelter Sprache. Das soll sie von diversen anderen syrischen Übersetzungen unterscheiden, die in den ersten Jahrhunderten nach Jesu Geburt entstanden. Die »Peschitta« will nicht umschreiben, sondern den Text in seiner Schlichtheit ohne Verfälschungen vermitteln. Bietet sie wirkliche Authentizität?

In der Theologie gibt es, vorsichtig formuliert, eine starke Tendenz: Die vier nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes benannten Evangelien haben als authentischer als andere zu gelten. Deshalb werden die vier Evangelien, die ins »Neue Testament« aufgenommen wurden, gern älter, die »Peschitta« und die »verbotenen« Evangelien der Gnosis gern jünger gemacht. Je fundamentalistischer ein Theologe denkt, desto stärker ist seine Abneigung gegen Texte außerhalb der Bibel. Dabei zeigt es sich immer wieder, dass die »Peschitta« manchmal sehr viel genauer und unverfälschter ist als modernere Übersetzungen. Beispiel: die Sache mit der »Heiligen Dreifaltigkeit«. Für christliche Theologen ist die Lehre von der »Heiligen Dreifaltigkeit« fester Bestandteil des christlichen Glaubens. Der »Katechismus der katholischen Kirche« (3) bezeichnet die »Trinitätslehre« als (4) »zentrales Mysterium des Glaubens« und führt aus (5): »Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit ist das zentrale Geheimnis des christlichen Glaubens und Lebens. Es ist das Mysterium des inneren Lebens Gottes, der Urgrund aller anderen Glaubensmysterien und das Licht, das diese erhellt. Es ist in der ›Hierarchie der Glaubenswahrheiten‹ die grundlegendste und wesentlichste.«

Nicht wirklich erhellend geht es weiter: »›Die ganze Heilsgeschichte ist nichts anderes als die Geschichte des Weges und der Mittel, durch die der wahre einzige Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist – sich offenbart, sich mit den Menschen, die sich von der Sünde abwenden, versöhnt und sie mit sich vereint‹.«

Foto 3: Erster Brief des Johannes
in einer Vulgata-Handschrift
aus dem 13. Jahrhundert.


Auf dem 2. Konzil von Konstantinopel im Jahre 553 n.Chr. (unter dem Vorsitz von Eutychius, Patriarch von Konstantinopel) wurde verlautbart, dass sich ein einziger Gott in drei Personen zu erkennen gebe. Auf der 11. Synode von Toledo anno 675 wurde erklärt: »Der Vater  ist dasselbe wie der Sohn, der Sohn dasselbe wie der Heilige Geist, nämlich von Natur ein Gott.« Dann vergingen wieder Jahrhunderte, bis anno 1215 auf dem »4. Konzil im Lateran« definiert wurde: »Jede der drei Personen ist jene Wirklichkeit, das heißt göttliche Substanz, Wesenheit und Natur.«

In der sakralen Kunst gibt es zahlreiche Darstellungen der »Heiligen Dreifaltigkeit«.  Freilich stiften Gemälde wie das von Guiard des Moulins (*1251; †1322) eher für Verwirrung, werden da doch Gottvater, Sohn und Heiliger Geist als drei separate Wesen dargestellt. Selten sind Darstellungen der Trinität wie jene im idyllischen Urschalling (Prien) am Chiemsee. Das wirklich bemerkenswerte Fresko, wichtiger Teil einer figurenreichen Wand- und Deckenbemalung aus dem 14. Jahrhundert, wurde in der unteren Spitze eines Gewölbezwickels angebracht. Der unbekannte Künstler hat versucht, die Lehre von der Dreifaltigkeit darzustellen: Gottvater, Gottsohn und Heiliger Geist als ein Wesen. In Urschalling entstand so ein seltsam anmutendes Wesen mit einem Unterleib, aus dem drei Oberkörper wachsen, umhüllt von einem Mantel. Kurios: der Heilige Geist von Urschalling ist ohne Zweifel eine Frau (6).

Problematisch ist, dass es weder im »Alten Testament«, noch im »Neuen Testament« einen Hinweis auf die Dreifaltigkeit zu geben scheint. Steht also nichts in der Bibel über die Trinität? Oder doch? Noch im 19. Jahrhundert gab es in fast allen Bibelübersetzungen ein klares Bekenntnis zur »Trinität«. Im »Ersten Brief von Johannes« (7) scheint ein wenig versteckt die »Dreifaltigkeit« aufzutauchen. Selbst in der sonst von mir sehr geschätzten, da präzisen »Piscator Bibel« von 1684 wird fabuliert: »Denn drey sind, die da zeugen im himmel, der Vatter, das Wort, und der Heilige Geist; und diese dry sind eins.«

Mit dem »Wort« soll Jesus gemeint sein, das ergibt dann die Trinität von Vater, Sohn und Heiligem Geist… »und diese drey sind eins.« Ein Blick in die »Peschitta« bringt Klarheit! Da fehlt, wie im griechischen »Neuen Testament« der Vers über die »drei, die eins sind«. Mit anderen Worten: Es handelt sich bei dem Vers, der die Dreifaltigkeit beweisen soll, um einen späteren Einschub, um eine Verfälschung des Originals.  Offensichtlich sahen sich Vertreter der Trinität genötigt, diesen »Beweis« zu fabrizieren, um einen biblischen Beleg für die Dreifaltigkeitslehre zu schaffen.

 Foto 4: Darstellung der Dreifaltigkeit von Guiard
des Moulins
(15. Jahrhundert).


In heutigen Bibelübersetzungen wird man den fiktiven »Beweis« vergeblich suchen. Er wurde längst wieder gelöscht. Und – diese Feststellung ist sehr wichtig – in der »Peschitta« hat es diese Verfälschung nie gegeben. Der britische Physiker und Kosmologe Professor John Barrow (*1952) erklärte in einem Interview mit dem »ORF« (Österreich), seiner Meinung nach seien Zeitreisen »physikalisch prinzipiell möglich«. Der theoretische Physiker von der »University of Cambridge« John David Barrow verfasste zahlreiche Fachbücher wie (8) »Theorien für alles«, » Die Entdeckung des Unmöglichen« und »Das Buch der Universen«. Ob es freilich in der Praxis je zu Zeitreisen kommen wird, weiß auch der Wissenschaftler John David Barrow nicht.

In Gedanken sind Zeitreisen allerdings schon jetzt machbar. Die nötigen »Hilfsmittel« stehen uns schon seit geraumer Zeit zur Verfügung: Es sind Schriften wie das »Alte Testament« in diversen Übersetzungen, die »Peschitta« und die »Legenden der Juden«, die Louis Ginzberg (*1873; †1953) als sein unglaubliches Lebenswerk (9) zusammengetragen hat. Doch Vorsicht ist geboten! Je nachdem, welches Instrument man benutzt,  kann man bei jeder Reise zu ganz unterschiedlichen Bildern von der gleichen Zeitepoche kommen. Ein und dasselbe Ereignis kann immer wieder ganz anders beschrieben worden sein.

Mich persönlich hat in den vergangenen vierzig Jahren keine Reise so fasziniert wie die in die Welten von Mythen aus uralten Zeiten: in die Ära von Adam und Eva und darüber hinaus in weite, weite Gefilde der Vergangenheit. Und je länger ich über die Geheimnisse der Vergangenheit geschrieben habe, desto mehr überlasse ich es den Leserinnen und Lesern, eigene Schlussfolgerungen zu ziehen. Anders als Theologen wähne ich mich nicht im Besitz der Wahrheit. Und schon gar nicht versuche ich, meinen Leserinnen und Lesern eine bestimmte Doktrin aufzunötigen. Sich selbst auf die Suche machen, das bringt uns alle weiter!

In den vergangenen vierzig Jahren habe ich dutzende Bücher geschrieben und veröffentlicht. Meine aktuellen Recherchen sind für mich die spannendsten überhaupt. Machen wir uns gemeinsam auf ins Gestern! Beginnen wir unsere Reise ins Vorgestern! 

Foto 5: Die Dreifaltigkeit
von Urschalling.
Fußnoten
(1) Aland, Kurt und andere (Herausgeber): »Novum Testamentum Graece«, 26. Auflage, Deutsche Bibelstiftung Stuttgart, 1981, S. 17
(2) »The Holy Bible from Ancient Eastern Manuscripts containing the Old and New Testaments translated from the Peshitta, the Authorized Bible of the Church of the East by George M. Lamsa«, Seite VII, A. J. Holman Company, Philadelphia, USA, 9. Auflage 1957
(3) »Katechismus der katholischen Kirche«, Taschenbuchausgabe, Wien 1993
(4) Ebenda, »Thematisches Register«, Seite 775, linke Spalte unten, Stichwort »Dreifaltigkeit«
(5) Ebenda, S. 93, Absatz 2 »Der Vater«, Nr. 234
(6) Wodtke-Werner. Verena: »Der Heilige Geist als weibliche Gestalt im christlichen Altertum und Mittelalter. Eine Untersuchung von Texten und Bildern«, Pfaffenweiler 1994
Siehe hierzu auch
Langbein, Walter: »Das Sakrileg und die Heiligen Frauen«, Berlin November 2004 und
Langbein, Walter-Jörg: »Als Eva noch eine Göttin war: Die Wiederentdeckung des Weiblichen in der Bibel – Verborgenes Wissen in biblischen Schriften, verbotenen Büchern und sakralen Kunstwerken«, Groß-Geruau 2015
(7) 1. Johannes Kapitel 5, Vers 7
(8) Barrow, John David: »Theorien für alles : die Suche nach der Weltformel«, 1994
Barrow, John David: »Die Entdeckung des Unmöglichen. Forschung an den Grenzen des Wissens«, Heidelberg 1999
Barrow, John David: »Das Buch der Universen«, Frankfurt am Main 2011
(9) Ginzberg, Louis: »The Legends of the Jews« 6 Text-Bände und der Index-Band, veröffentlicht von der »Jewish Publication Society of America«, Philadelphia 1909–1938.

Foto 6: Piscator-Bibel
von 1684 (Frontispiz).
Zu den Fotos
Foto 1: Der »Erste Brief des Johannes« entsteht. Miniatur  in einer Vulgata-Handschrift aus dem 13. Jahrhundert. Foto gemeinfrei/ Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Ein Peschitta-Text (Ausschnitt). Foto gemeinfrei/ Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Erster Brief des Johannes in einer Vulgata-Handschrift aus dem 13. Jahrhundert. Foto gemeinfrei/ Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Darstellung der Dreifaltigkeit von Guiard des Moulins (15. Jahrhundert).
Foto gemeinfrei/ Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Die Dreifaltigkeit von Urschalling. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Piscator-Bibel von 1684 (Frontispiz). Foto Walter-Jörg Langbein

519. »Sieben Erden«,
Teil 519 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 29. Dezember 2019



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Sonntag, 17. Juni 2018

439 »Nichts wird ihnen unmöglich sein!«

Teil 439 der Serie
„Monstermauern, Mumien und Mysterien“
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Adam und Eva
Der biblische Prophet Elias, so vermeldet es das »Alte Testament«  wurde mit einem »feurigen Wagen« in den Himmel »entrückt« (1). Im Judentum verbreitete sich rasch der Glaube, Elias sei lebendig in den Himmel entführt worden. Einst werde er als Begleiter aus den himmlischen Gefilden zur Erde zurückkehren. Um Christi Geburt war im »Heiligen Land« die Hoffnung groß, der Messias würde zurückkehren und die Römer vertreiben. Und so flohen die Menschen aus der verhassten Realität in die Hoffnung. Das harte Regiment der Römer wurde erträglicher, je fester man an die Rückkehr von Elias und des Messias glaubte.

Interessant ist die Geschichte vom »feurigen Wagen« auch heute noch. Offenbar war man vor Jahrtausenden im »Heiligen Land« mit »feurigen Himmelswagen« durchaus vertraut. Kurz und bündig heißt es im »Alten Testament«, dass Elias zunächst gar nicht in den Himmel verschleppt werden wollte. Doch der HERR gibt seinen Plan nicht auf und so wird Elias zum Entführungsopfer, vergleichbar mit jenen Menschen, die an Bord von UFOs verschleppt werden, so man das weltweit auftretende Phänomen als etwas Reales akzeptiert). Im 2. Buch der Könige lesen wird (2): »Als aber der HERR Elia im Wettersturm gen Himmel holen wollte, gingen Elia und Elisa von Gilgal weg. Und als sie miteinander gingen und redeten, siehe, da kam ein feuriger Wagen mit feurigen Rossen, die schieden die beiden voneinander. Und Elia fuhr im Wettersturm gen Himmel.«

Jesus, der nach alter Götter Sitte gen Himmel fuhr, verkündete seinen treuen Jüngern (3): »Und nichts wird euch unmöglich sein.« Menschen waren freilich nicht allmächtig, nur Götter waren das. Und nur Göttern war nichts unmöglich, also alles möglich.

Schon im vielleicht bekanntesten Text der Bibel wird der Mensch in seine Schranken verwiesen. Die Rede ist von einer bemerkenswerten Szene im Paradies. Gott hat Adam erschaffen und ins Paradies gesetzt. Zu Intimitäten freilich kann es nicht kommen, denn Eva ist noch nicht in Adams Leben getreten. Ansonsten darf Adam alles tun, es gibt nur ein Tabu (4): »Und Gott, der HERR, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben!« Lucas Cranach (*um den 4.10.1472 im oberfränkischen Kronach; †16.10.1553) wusste diese biblischen Szenen herrlich darzustellen.

An dieses Verbot hat sich Adam offenbar gehalten. Dann aber wird Gott wieder schöpferisch aktiv. Eva entsteht aus einer Rippe Adams. Und die wird von der bösen Schlange in Versuchung geführt (5): »Und die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott, der HERR, gemacht hatte; und sie sprach zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Von allen Bäumen des Gartens dürft ihr nicht essen? Da sagte die Frau zur Schlange: Von den Früchten der Bäume des Gartens essen wir; aber von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Ihr sollt nicht davon essen und sollt sie nicht berühren, damit ihr nicht sterbt!«

Foto 2: Gott verbietet Adam und Eva die geheimnisvollen Früchte.

Die Schlange macht Eva ein Angebot, das sie nicht ausschlagen kann (6): »Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses.« Mit anderen Worten: Wer von den verbotenen Früchten isst, der wird wie Gott. Die Strafe folgt auf dem Fuß: Adam und Eva werden aus dem Paradies verbannt.

Wenig später wird erneut das Thema »Menschen wollen wie Gott sein« aufgegriffen: in der Episode »Der Turmbau zu Babel« (7). Die Menschen machen sich an die Arbeit. Sie errichten den legendären Turm zu Babel. Gott ist über diese Anmaßung alles andere als erfreut. Nach dem Motto »Wehret den Anfängen!« greift er ein (8): »Siehe, ein Volk sind sie, und eine Sprache haben sie alle, und dies ist erst der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen nichts unmöglich sein, was sie zu tun ersinnen.« Gott stoppt das Projekt »Turm zu Babel«. Motiv: Die Menschen dürfen nicht gottgleich werden.

Übrigens: Die von der Bibel angebotene sprachliche Erklärung von »Babel« völlig falsch. »Babel« hat mit dem hebräischen »balal«, zu Deutsch »verwirren« nichts zu tun. Babel leitet sich eindeutig vom Babylonisch-Sumerischen »bab-ili« her, zu Deutsch von »Tor der Götter«. Damit wird auch schon rein sprachlich klar: Vorbild für den Turmbau ist der babylonische Zikkurrat, mehrstufige Türme. Vielleicht dienten sie als Ersatz für heilige Berge rein sakralen Zwecken. Vielleicht wurden sie auch als Observatorien zur Sternbeobachtung benutzt.

Foto 3: Die Schlange verleitet Adam und Eva zur ersten Sünde.

Rund zwei Jahrtausende v. Chr. stand das Vorbild für den biblischen Turm, der »Etemenanki« in Babylon direkt beim Tempel des Gottes Marduk. Errichtet wurde er nicht aus menschlicher Arroganz, nicht zum Hohn, sondern zu Ehren der babylonischen Götter. Hauptgott Marduk stieg nach uralter babylonischer Überlieferung zum Jahresanfang über den Turm vom Himmel zur Erde herab. Dieses Motiv findet sich auch in der Bibel wieder. Auch Jahwe steigt vom Himmel zur Erde herab, ganz wie sein babylonischer Kollege Marduk.

Zu Beginn des dritten Jahrtausends nach Christus hat ein neues Projekt »Babel« längst begonnen. Der Mensch verfügt über ein Gehirn, dessen Leistungen im Vergleich zu den ersten Computern atemberaubend sind. Doch das biologische Gehirn wird vom Menschen kaum voll genutzt und ist zudem in seinen Kapazitäten begrenzt. Logische Konsequenz: künstliche Intelligenz wird geschaffen.

Die Vorgehensweise ist vorhersehbar: Phase 1. Durch Einbau von Chips und Computerelementen wird das menschliche Hirn effektiver. Es wird nicht nur leistungsfähiger, es kann immer auf »Höchstleistung« gefahren werden. Phase 2: Die biologischen Anteile des Gehirns werden komplett durch nichtbiologische, künstliche Intelligenz ersetzt. Phase 3: Das nichtbiologische Gehirn erhält einen nichtbiologischen Körper, der dem anfälligen biologischen Körper haushoch überlegen ist. Phase 4: Die künstliche Intelligenz verbessert sich ständig selbst. Der neue, nichtbiologische »Mensch« wird unsterblich und entspricht immer mehr dem, was man bislang als »Gott« bezeichnet hat.

Foto 4: Turm zu Babel von Lucas van Valckenborch  (1535–1597)

Prof. Dr. Raymond Kurzweil (*12.02.1948) verfasste ein bahnbrechendes Werk zum Thema »künstliche Intelligenz« (9). Kurzweil, von Bill Gates als »führender Experte im Bereich der Künstlichen Intelligenz« gepriesen, ist davon überzeugt, dass schon 2030 die künstliche Intelligenz die biologische einholen, ja überholen wird (10): »Obwohl die reinen Kapazitäten biologischer und nicht biolo0gischer Intelligenz dann ungefähr gleich sind, wird die nichtbiologische Intelligenz bereits überlegen sein.« Von da an wird sich die künstliche Intelligenz immer schneller und schneller verbessern, steigern. Für das Jahr 2045 prognostiziert Prof. Dr. Raymond Kurzweil (11): »Die nichtbiologische Intelligenz, die in diesem Jahr geschaffen werden wird, wird eine Milliarde Mal leistungsfähiger sein als die gesamte menschliche Intelligenz heute.«

Die Prognosen von Prof. Dr. Raymond Kurzweil in Sachen künstliche Intelligenz muten kühn an. Sie sind aber präzise belegt. Bill Gates ist fasziniert von den heute noch fantastisch anmutenden Vorhersagen. So mancher Wissenschaftler wird sie strikt ablehnen, für unmöglich erklären. Sir Arthur C. Clarke (12) brachte es auf den Punkt: »Wenn ein … Wissenschaftler sagt, etwas sei möglich, dann hat er ziemlich sicher recht, wenn er aber sagt, es sei unmöglich, dann liegt er höchstwahrscheinlich falsch.« In der Tat, so ist es: So galten in der Welt der Wissenschaft Düsenflugzeuge, die tagtäglich Millionen von Menschen zu allen Orten unseres Planeten schaffen, ursprünglich als »physikalisch unmöglich«.

Foto 5: Turm zu Babel (Pieter Brueghel der Ältere)

Kühne Zukunftsvisionen formulierte einst im frühen 20. Jahrhundert Hermann Oberth (13). Der »Vater der Weltraumfahrt« kam durch ein Werk der Fantasie auf seinen »Mondtrip«. Als Schüler las er »Von der Erde zum Mond« (1865 erschienen) von Jules Vernes und begann zu rechnen. Der italienische Dominikaner Tommaso Campanella, eigentlich Giovanni Domenico (14): »Alles, was die Wissenschaftler … mit Hilfe einer unbekannten Kunst vollbringen, wird Magie genannt … Denn Technologie wird immer als Magie bezeichnet, bevor sie verstanden wird, und nach einer gewissen Zeit entwickelt sie sich zu einer normalen Wissenschaft.«

Fußnoten

(1) 2. Könige Kapitel 2, Verse 1-18
(2) Ebendas Verse 1 unf 11
(3) Evangelium nach Matthäus Kapitel 17, Vers 21
(4) 1. Buch Mose Kapitel 2, Verse 16 und 17
(5) 1. Buch Mose Kapitel 3, Verse 1-3
(6) Ebenda, Verse 4 und 5
(7) 1. Buch Mose Kapitel 11, Verse 1-9
(8) ebenda, Vers 6
(9) Kurzweil, Ray: »Menschheit 2.0/ Die Singularität naht«,  eBook-Ausgabe, 2. Durchgesehene Auflage, Berlin 2014
(10) Ebenda, Pos. 2568
(11) Ebenda, Pos. 2581
(12) *16.12.1917; †19.03.2008
(13) *25. 06.1894; †28. 12. 1989
(14) *5.9.1568; †21.5.1639

Zu den Fotos:
Foto 1: Adam und Eva im Paradies, Hieronymus Bosch  (circa 1450–1516). Wikimedia commons.
Foto 2: Gott verbietet Adam und Eva die geheimnisvollen Früchte. Lucas Cranach der Ältere (*um den 4.10.1472 im oberfränkischen Kronach; †16.10.1553). Wikimedia commons.
Foto 3: Die Schlange verleitet Adam und Eva zur ersten Sünde. Lucas Cranach der Ältere (*um den 4.10.1472 im oberfränkischen Kronach; †16.10.1553). Wikimedia commons.
Foto 4: Turm zu Babel von Lucas van Valckenborch  (1535–1597). Wikimedia commons.
Foto 5: Turm zu Babel, Pieter Brueghel der Ältere  (etwa 1526–1569). Wikimedia commons.

Zur Lektüre empfohlen
Kurzweil, Ray: »The Age of Spiritual Machines/ When Computers Exceed Human Intelligence«, New York 1999

440 „Mit künstlicher Intelligenz in die Apokalypse?“,
Teil 440 der Serie
„Monstermauern, Mumien und Mysterien“
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 24.06.2018

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