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Samstag, 28. Juli 2012

Poesie am Samstag: »zornige Zeiten« von Sylvia B.

es gibt zeiten
da brauche ich mich
nicht anzustrengen
um den zorn
mancher menschen
auf mich zu ziehen

das geht dann
von ganz alleine
und vor allem
kann das
ganz schnell gehen















dann denke ich
dass es manchmal
wirklich schwer ist
sich ein bild
von mir
zu machen

vielleicht
ist ein grund
dass ich lebe
und ein bild
nicht

vielleicht
liegt es auch nur daran
dass sich
manchmal
die dinge
anders gestalten
als sie sich
diesen menschen
darstellen
oder

sind
vielleicht
manche menschen
einfach nur
oberflächlich

mein bestreben
sollte es
wirklich nicht sein
es jedem
verstrahlten arschloch
recht machen
zu wollen















____

Text aus:
der tiger am gelben fluss: Texte und Illustrationen






Bilder aus: nimm es nicht persönlich








Samstag, 21. Juli 2012

Poesie am Samstag: »Auf Weisung der Götter« von Sylvia B.

kann es sein
dass Du
rastlos
ziellos
suchst

Illustration: Sylvia B.
kann es sein dass Du
gleich handelst
und doch
immer wieder
ein anderes ergebnis erwartest

kann es sein dass Du
Dir gerade diese partner wählst
von denen Du sicher weißt
dass Du Dich nie
in sie verlieben kannst
kann es sein
dass es gerade das ist
wovor Du am meisten
angst hast

weißt Du um diese alte legende
von den beiden die eins waren
und dann
auf weisung der götter
zerrissen wurden
und so
bis heute einander suchen
um wieder eins zu werden


kann es sein
dass es Dein anderes ich ist
das Du so schmerzhaft
vermisst


_________________

Aus: der tiger am gelben fluss: Texte und Illustrationen

Lesen Sie auch: nimm es nicht persönlich





Samstag, 1. Oktober 2011

Poesie am Samstag- Sylvia B. »Das Leben ist ein Kampf«

Illustration: Sylvia B.
das leben ist ein kampf
sagst Du

und weiter

wenn du schwächen zeigst
gewinnen andere die oberhand

kleingeister brauchen
das gefühl von überlegenheit
müssen
wie kleine kinder
immer wieder
in ihre grenzen gewiesen werden

und so wird das leben
zum ewigen machtkampf
zum kriegsschauplatz
sagst Du


Du hast gewusst
dass ich scheiter

Illustration: Sylvia B.
Du scheinst mich
besser zu kennen
als ich dachte
und
Du scheinst
die menschen besser zu kennen
als ich

Du sagst
dass alles so ist
wie ich es mir vorgestellt habe
und wenn ich behalten will
was ich mir gestaltet habe
muss ich darum kämpfen


und genau das will ich nicht mehr

kämpfen


irgendwie
scheint Dich das
traurig zu machen

kann es sein

dass Du

mein freund geworden bist



(bisher unveröffentlicht)



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Samstag, 24. September 2011

Poesie am Samstag- Sylvia B. »Auf ihre alten Tage«

sie schlief mit mir in einem raum
für kurze zeit war sie gast
im hause meiner eltern
und ich
sollte rücksicht nehmen auf sie
die alles mit geld regelte
mich
konnte sie nicht kaufen
und das ahnte sie
und doch
nahm ich rücksicht
und das
wusste sie zu schätzen

Illustration: Sylvia B.
sie war alt und wirkte
voller würde und voller kraft

drei männer hatte sie verschlissen
und überlebt
jeder von ihnen
hat ihr vermögen gemehrt

und nun war sie gast
im hause ihrer tochter
im hause meiner eltern

sie ruhte bereits als ich
mein bett aufsuchen wollte

ich öffnete die tür zu meinem zimmer
das licht warf meinen schatten
auf ihr bett
und sie sah mich
als schwarze kontur
im türrahmen stehen

die augen weit aufgerissen
mit schriller stimme
angstunterlegt
zischte sie

weiche von mir
leibhaftiger

ich sprach sie an
sie starb fast vor angst
ich machte licht
erleichtert sagte sie
du bist das

auf ihre alten tage
fielen ihr ihre sünden ein
erschienen ihr die schatten der vergangenheit
auf ihre alten tage
wurde sie fromm
hatte sie angst
dass der teufel sie holen wollte

erst
auf ihre alten tage

als sie starb war sie alleine
aber bis dahin
hat sie es bestimmt geschafft
den teufel
zu bestechen

(bisher unveröffentlicht)

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Samstag, 17. September 2011

Poesie am Samstag- Sylvia B. »Die Tochter der Magd«

Illustration: Sylvia B.
ich habe keine träne gesehen
als ihr erstgeborener starb
auch nicht
als ihr mann verschied

ein einziges mal
habe ich sie weinen sehen
und das liegt lange zurück

ihre mutter war magd
bei dem mann
der später ihr vater wurde

die magd diente
in gutem hause

sie hatte es geschafft
den mann zu betören
und herrin des hauses
zu werden
gebar ihm
seine töchter und söhne
führte
ein strenges regiment
machte
den reichen
noch reicher

ihre härte übertrug sie
auf die tochter
die
die nicht weinen konnte
die den makel
ihrer herkunft
für sich behielt

ich weiß es nur durch zufall
da ich das alte scheidungsurteil fand

Illustration: Sylvia B.
als ich sie dann doch
ein einziges mal
weinen sah
erzählte sie mir
dass die frau
die ihre mutter war
als kind ihre geschwister
vergiftet hatte

so hart war die magd
schon als kind
hart genug um später
herrin zu werden

zu mir
war sie nie hart
mich mochte sie
ich weiß nicht warum

ich hatte nie das zeug
zur magd
oder
zur herrin

(bisher unveröffentlicht)


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Samstag, 10. September 2011

Poesie am Samstag: Sylvia B. »Die leise Stimme«

und jemand sagt mir sie sei krank
sie soll schon länger
krank sein
wobei das
nichts neues
für mich ist

ich denke
dass ich sehr wohl
Illustration: Sylvia B.
den grund
ihres leidens kenne

sie hat sich vergiftet
mit ihrem
eigenen gift
tief in ihr
wird schon
eine stimme sein die ihr

leise
sagt

dass sie
glück
liebe
vertrauen
echte freundschaft
für geld
nicht kaufen kann

eine leise stimme
die sie
nicht hören kann
oder will
jemand sagt mir
sie sei krank

und ich denke
sie ist
einfach nur
böse

Aus: Sylvia B. »der tiger am gelben fluss«





Samstag, 3. September 2011

Poesie am Samstag Sylvia B. »Neues aus dem Märchenwald«


Illustration: Sylvia B.
geh doch wieder unters volk
du wirst sehen
du hast deinen spaß

also
raus aus meinem schneckenhaus
rein in den märchenwald

und da aschenputtel
sich fein gemacht hat
kommen die märchengestalten
auch gleich an

nicht die prinzen
die haben ihre prinzessinnen
nein
erst kommen die wölfe im schafspelz
die erkenne ich früh genug
am geruch



die hänschen im glück
sind natürlich zahlreich vertreten
wie immer auf der suche
nach der gans die goldene eier legt
bei aschenputtel ist nichts zu holen
das geht ganz schnell
dann bin ich auch die los

Illustration: Sylvia B.
was bleibt
sind die froschkönige
die sind hartnäckig
sie wittern eine chance
und quaken
den rest des abends
um mich herum

halte mich für dumm
aber
ich mag nun mal
keine frösche
küssen
und auf meinen schuh
passe ich gut auf








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Samstag, 27. August 2011

Sylvia B. »der tiger am gelben fluss«

Illustration: Sylvia B.
zu meiner zeit

damals dachte ich
dass sie es sei

waren die sprüche
des ollen mao
voll hipp

den
den ich am liebsten mochte
war der
von dem tiger
auf dem man nicht reiten sollte
weil es sonst sein konnte
dass man von ihm
gebissen wird

es müssen alle
fürchterlich gezittert haben
wenn ich den spruch
abgelassen habe
aber so wollte ich sein

und was war ich
ein papiertiger

und jetzt kommst Du
die frau von der ich glaube
dass sie mich am besten kennt

Illustration: Sylvia B.
und Du sagst
dass ich der mensch bin
der am gelben fluss sitzt
und wartet
bis seine leichen vorbei treiben

richtig
sie sind alle
über ihre eigenen fehler
gestolpert
ich musste wirklich

nur sitzen
und
warten

und ich spüre in mir
den tiger
am gelben fluss

es scheint
dass endlich

meine zeit
gekommen ist


Aus: Sylvia B. »der tiger am gelben fluss - Texte und Illustrationen«




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Samstag, 13. August 2011

Poesie am Samstag: Sylvia B. »Vom Klapperstorch«

eigentlich sollte ich
ganz andere eltern haben
aber mich hat
der klapperstorch
der zu meiner zeit
die kinder brachte
im flug verloren

und so fiel ich
rauschte
durch den schornstein
und landete
kohlrabenschwarz
auf ruß und asche
im keller
wo mein vater
durch das gepolter
aus dem schlaf gerissen
mich fand

meine mutter war
wie so oft
unterwegs

und er tat das einzig richtige
setzte wasser auf
und versuchte mich zu waschen

ich muss fürchterlich
geschrieen haben
deshalb bekam er auch
meine haare und die augen
nicht sauber

von meiner mutter erhielt er dafür
später schelte

so erzählte er
und ich hörte ihm gerne zu

er tat das immer dann
wenn irgendwelche leute
meine herkunft in frage stellten
weil sie meinten
ich sei anders und würde
so überhaupt nicht hineinpassen



ich passe bis heute nicht
in irgendetwas hinein

mich hat eben
der klapperstorch
im flug verloren







aus: Sylvia B. »der tiger am gelben fluss«

Die Fotos sind mir mit freundlicher Genehmigung von Walter-Jörg Langbein für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt worden.

Informationen über die Störche aus Lügde finden Sie hier.


Samstag, 9. Juli 2011

Poesie am Samstag- Sylvia B. »Auf dem Haupt der Medusa«

und auf dem haupt der medusa
zwischen den schlangen
die sich windeten
saß
unbemerkt des trubels
eine zecke

Illustration: Sylvia B.
sog sich voll
und war satt
von dem blut der furie
satt
von dem vergifteten blut
des ungeheuers

und bildete sich ein
selbst auch furchterregend zu sein

denn jedes mal
wenn sie sich
von ihrem tun ausruhte
und verdaute
kam ein jüngling daher
blickte erschreckt zu ihr hin
und wurde zu stein

das gab der zecke auftrieb

und in dem glauben
etwas besonderes zu sein
fraß sie sich langsam zu tode



und jetzt fragst Du
nach der moral
dieser geschichte

die gibt es nicht

oder fällt dir etwas dazu ein
außer
dass sie einen
schönen tod hatte

aus: Sylvia B. »der tiger am gelben fluss«



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Samstag, 2. Juli 2011

Poesie am Samstag: Sylvia B. »Die Zukunft ist weiblich«

Illustration: Sylvia B.
hört hört
das präsidium tagt
schaut schaut
die überschrift

frauen stark im kommen

und darunter das bild
männer
männer
die sich
über frauen unterhalten
die stark im kommen sind

und darunter
noch ein bild
wieder männer

stop
ganz links außen
eine frau
was will die denn da
hat sich bestimmt
verirrt

und ein mann sagt
die zukunft ist weiblich
grammatisch auf jeden fall
und alle lachen
steht da

und ich lese
und ich war nicht dabei
aber ich glaube
ich habe dort
nichts verpasst

aus: Sylvia B. »der tiger am gelben fluss«



Samstag, 21. Mai 2011

Sylvia B. »Hund und Katze«

Illustration: Sylvia B.
wer kam darauf
wie hund und katze
wenn zwei
im dauerstreit
verharren

Du solltest sie sehen
meinen hund
und meine katze
friedlich schlafend
aneinander gekuschelt

sie fressen ein futter
aus einem napf
sie spielen zusammen
sie raufen sich

und ich kann sehen
wie sie sich mögen
sie sind gute freunde
die beiden

würden sich doch
auch die menschen
so gut verstehen
wie mein hund
und meine katze

aus: »der tiger am gelben fluss« Sylvia B.




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Mittwoch, 3. Februar 2010

Sylvia B. »Der Säufer«

er war als kind schon eine linke wehe
spielte
wann immer man ihn ließ
ein falsches spiel


und wenn es kritisch wurde
lief er weg

zuhause wartete sie
die sich krankhaft mühte
den schein zu wahren


sie lief auch


zum schrank
wo die flasche stand

und den wohl vertrauten duft
des billigen fusels nahm er
ohne es zu merken auf

so roch die erste frau
in seinem leben

später merkte er dass sein mut
mit jedem schluck größer
merkte er
dass mit jedem schluck
die angst vor dem leben
vor den menschen
geringer wurde

was er nicht merkte

seine probleme
nahmen mit jedem schluck zu

aber da roch er bereits wie sie

und die frauen in seinem leben
kann er nicht lieben

er liebt nicht einmal
sich selbst
er braucht sie
er benutzt sie
er lässt sie fallen
sucht neu
wird nie fündig

rächt sich
verzweifelt
und säuft weiter
wie ein loch

äußerlich fast unversehrt
noch
aber mit verkrüppelter seele
mit verätzten innereien
säuft er sich
dem schwachsinn entgegen

und die einzige frau
die ihn noch riechen kann
die ihn immer wieder auffängt

ist die

nach der er riecht


 
Sylvia B. »der tiger am gelben fluss«

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Sylvia B. »Jahreswechsel«

es war der besondere tag
einer nicht besonderen frau
und jemand sagte ihr
so wie sie diesen tag verbringt
wird das ganze jahr für sie werden

darüber habe ich
lange nachgedacht

mein besonderer tag
als nicht besondere frau
ist der tag
die nacht
in der das alte geht
und das neue kommt

diesmal
wird alles anders
diesmal
mache ich alles anders
diesmal
tanze ich
in das neue jahr
und begrüße es
mit lachen und freude

und

durch das jahr
tanze ich und lache ich
und lebe ich

ganz intensiv

©Sylvia B.

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