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Sonntag, 17. Juli 2011

78 »Maria Magdalena und das Abendmahl«

Teil 78 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Das Abendmahl
von Kirchbrak
Foto W-J.Langbein
Die Kirche von Kirchbrak wurde im Verlauf von rund eintausend Jahren wiederholt umgestaltet. Als Wehrkirche musste sie so massiv wie nur möglich sein und angreifenden Feinden so lang wie möglich standhalten. Auf große Fenster musste verzichtet werden. Fenster wurden erst eingebaut, als keine Angriffe mehr zu befürchten waren. Nachträglich wurde ein neues Gewölbe eingebaut. Für eine Orgel schien es keinen Platz zu geben. Man fand einen Ausweg: Das typische Kircheninstrument wurde auf ein Podest auf hölzernen Pfosten gestellt.

Im Zentrum des Altars, ja der Kirche steht das barocke Abendmahl eines unbekannten Künstlers einer unbekannten Schule. Es handelt sich bei der farbenprächtigen Darstellung nicht um ein Gemälde, sondern um ein bunt bemaltes, in Holz geschnitztes Halbrelief. Der Altar in seiner Gesamtheit stellt biblische Geschichten da, man kann ihn auch als Analphabet wie ein Buch lesen. Ganz unten wird Jesu Geburt, romantisch verklärt, im »Stall von Bethlehem« gezeigt. Darüber folgt - als weitaus größte Darstellung - das »Heilige Abendmahl«. Hebt man den Blick weiter, so erkennt man – wieder sehr viel kleiner  - den Gekreuzigten und schließlich den Auferstandenen.

Jesus vor dem
Stern der Venus
Foto W-J.Langbein
Wenden wir uns wieder dem Abendmahl zu. Es mag in Anlehnung an Leonardo da Vincis weltberühmtes Gemälde geschaffen worden sein. Jesus sitzt – wie bei Leonardo da Vinci – an einer langen Tafel. Er blickt zum Betrachter. Jesus thront auf einem Sessel mit goldener Lehne. Bei näherem Betrachten erkennt man Geheimnisvolles! Die »Lehne«, teilweise von Jesus verdeckt, hat die Gestalt eines fünfzackigen Sterns. Dieses uralte Symbol steht für die Göttin Venus!

Jesus hat seine Jünger um sich geschart. Es müssten zwölf sein. Oder sollte Judas die Runde bereits verlassen haben? Dann wären elf Jünger zu erwarten. Wir zählen nach und stellen erstaunt fest ... Es sind nicht zwölf, auch nicht elf ... sondern dreizehn Jünger, die am letzten Abendmahl teilnehmen.

Wer ist der dreizehnte Jünger ... und wo sitzt er? Hat der Künstler den 13. Jünger irgendwie anders gestaltet als die übrigen Jünger? Unterscheidet er sich von den Zwölfen? Jesus ist mit Bart dargestellt. Das entspricht der historischen Realität. Zu Jesu Zeiten waren alle Männer bärtig. Betrachten wir nun die übrigen Jünger, so stellen wir fest, dass sie alle mit Bart dargestellt sind ... bis auf einen. Der bartlose Jünger ... unterscheidet sich auch in der Kleidung von den anderen Männern. Bei allen Bärtigen sind die Arme nackt, sie haben ärmellose Hemden an. Der 13. Jünger ist bartlos und hat bedeckte Arme. Es galt als unschicklich, wenn eine Frau in der Öffentlichkeit ihre bloßen Arme zeigte. Meine Erklärung: Der 13. Jünger ist – bartlos und mit keusch bedeckten Armen – eine Frau!

Maria Magdalena und männliche
Jünger - Foto: W-J.Langbein
Dan Brown identifizierte in seinem Weltbestseller »Das Sakrileg« einen bartlosen, sehr femininen Jünger in Leonardo da Vincis berühmtem Gemälde vom Letzten Abendmahl als Maria Magdalena. Von christlich-theologischer Seite wurde er heftig kritisiert. Es handele sich um Jesu Lieblingsjünger Johannes, der ob seiner Jugend noch keinen Bart trug. Als ich in meinem Buch »Das Sakrileg und die Heiligen Frauen« (1) als erster Autor überhaupt auf das Sakrileg von Kirchbrak hinwies, erntete ich zum Teil heftige Kritik. Als ich den »13. Jünger« als Maria Magdalena identifizierte, bekam ich auch zu hören, es handele sich vielmehr um den Lieblingsjünger Jesu, um Johannes ... und nicht nicht um eine Frau. Zunächst muss konstatiert werden, dass der »Lieblingsjünger Jesu« im »Neuen Testament« nicht namentlich genannt wird. Im »Evangelium nach Johannes« (2) heißt es: »Es war aber einer unter seinen Jüngern, den Jesus liebhatte, der lag bei Tisch an der Brust Jesu. Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte ... Da lehnte er (der Lieblingsjünger) sich an die Brust Jesu ...«

Betrachten wir nun nochmals das »Abendmahl« von Kirchbrak: Der 13. Jünger schmiegt sich im Bildnis nicht an Jesu Brust. Kurzum: der 13. »Jünger« kann nicht der männliche Lieblingsjünger sein. Meine Überzeugung: »der 13. Jünger« in der Abendmahlsdarstellung von Kirchbrak ... ist eine Frau. Welche Frau aber könnte beim Abendmahl zugegen gewesen sein können? Welche Frau zeigt der unbekannte Künstler von Kirchbrak? Ist es Maria, Jesu Mutter? Nein! Die Frau ist sehr jugendlich, wirkt sehr viel jünger als Jesus. Wenn nicht Jesu Mutter auf dem Bildnis vom Abendmahl zu sehen ist, wer dann? Ich behaupte: Es ist Maria Magdalena!

Im »Evangelium nach Philippus« steht tatsächlich jener glasklare Satz, den Dan Brown durch seinen Weltbestseller »Sakrileg« berühmt gemacht hat. Da heißt es - im »Evangelium nach Philippus« - über Maria Magdalena und Jesus (3):

Maria Magdalena ... das Sakrileg
von Kirchbrak - Foto: W-J.Langbein
»Der Messias liebte Maria Magdalena mehr als alle Jünger und er küsste sie oftmals auf ihren Mund.« Dan Brown löste Empörung mit diesem Zitat aus. Jesus ... küsste eine Frau? Undenkbar! Ich verstehe die Aufregung um dieses Detail bis heute nicht: Nach christlichem Glauben war Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott. Wenn er wahrer Mensch war, dann hatte Jesus auch eine sexuelle Seite. Das wollen aber bis heute fundamentalistische Christen nicht wahrhaben. Und so werden die Küsse Jesu einfach weg erklärt. Sie seien natürlich nicht sexueller, sondern theologisch-spiritueller Art gewesen!

Die puritanischen Theologen wollen unbedingt einen asketischen Jesus und verschweigen geflissentlich einen konkreten Hinweis im »Evangelium nach Philippus«, der den Unsinn vom unerotischen Kuss widerlegt (4): »Denn die Vollkommenen werden durch einen Kuss schwanger.« Wenn man von Küssen schwanger werden kann, werden wohl keine spirituellen Handlungen umschrieben.

Aber selbst wenn Jesu Küsse für Maria Magdalena gänzlich unerotisch waren ... der vielleicht noch wichtigere Teil des Satzes aus dem »Evangelium nach Philippus« ist in seiner Aussage ganz eindeutig: »Der Messias liebte Maria Magdalena mehr als alle Jünger ...« Jesus zog Maria Magdalena den übrigen Jüngern vor! Wenn also eine Frau beim »letzten Abendmahl« zugegen war ... dann Maria Magdalena!

Das Sakrileg von Kirchbrak
Foto: W-J.Langbein
Pikanter wird es in den verbotenen »Philipps-Akten«. Da wird – dezent verschlüsselt – von einer Schwangerschaft Maria Magdalenas berichtet. Ist für fundamentalistisch-orientierte Christen Jesu Intimleben schon ein Tabu, ja nicht existent ... dann muss für sie eine Schwangerschaft Maria Magdalenas das absolute Sakrileg sein! Aber es heißt nun einmal im griechischen Text der »Philippus-Akten« , dass Jesus zu Maria Magdalena sagte (5): »Ich weiß, dass du gut und mutig bist und gesegnet unter den Frauen.«

Die Anspielung auf das »Evangelium nach Lukas« ist unverkennbar. Da ruft Elisabeth laut aus, was sie von Maria (Jesu Mutter) weiß (6): »Gesegnet (gebenedeit) bist du unter den Weibern und gesegnet (gebenedeit) ist die Frucht deines Leibes.« Das Evangelium nach Lukas umschreibt Marias Schwangerschaft mit »gebendeit bis du«. Jesus benutzt die gleichen Worte. Er lobt Maria Magdalenas Mut und erklärt zu wissen, dass Maria Magdalena »gesegnet« (»gebendeit«) unter den Weibern sei ... also schwanger. Liegt da nicht die Vermutung nahe, dass Maria Magdalena von Jesus schwanger war? Dann wundert es uns nicht, dass Maria Magdalena beim »letzten Abendmahl« zugegen war.

Geheimnisvolle Dienerin
Foto: W-J.Langbein
Theologischer Einwand: Frauen durften beim jüdischen Passach-Fest nicht zugegen sein! Da Jesus mit seinen Jüngern eben dieses Passach-Fest feierte, kann keine Frau daran teilgenommen haben. Dieses Argument träfe zu, wenn Jesus mit seinen Jüngern wirklich das Passach-Fest zelebriert hätte. Wie aber aus den biblischen Evangelien hervorgeht, fand die Kreuzigung Jesu so statt, dass sein Leichnam zum Passach-Fest nicht mehr am Kreuz hing. Daraus geht hervor, dass Jesus vor dem Passach-Fest mit seinen Jüngern ein letztes Mal zusammen saß und mit ihnen aß. Es war sein Abschied, wusste er doch, dass er schon sehr bald hingerichtet werden würde. Bei diesem Abschiedsessen aber durfte Maria Magdalena auf keinen Fall fehlen ... die Frau, die Jesus mehr liebte als seine männlichen Jünger!

Je intensiver man sich mit dem »Abendmahl« von Kirchbrak beschäftigt, desto geheimnisvoller wird es. Nach Jahren intensiver Auseinandersetzung mit der mysteriösen Bild bin ich davon überzegt ... die Realität ist manchmal faszinierender als die Fiktion. Das wirkliche »Sakrileg« ist nicht Leonardo da Vincis Abendmahl ... sondern das von Kirchbrak ...

Empfohlene Lektüre
Walter-Jörg Langbein: Maria Magdalena

Fußnoten
1: Langbein, Walter-Jörg: »Das Sakrileg und die Heiligen Frauen«, Berlin 2004
2: Evangelium nach Johannes Kapitel 13, Verse 23-25
3: Wort 55b
4: Wort 31
5: »Philippus-Akten« zitiert nach Brock, Ann Graham: »Mary Magdalene, The First Apostle«, Cambridge 2003, S. 125
6: Evangelium nach Lukas Kapitel 1, Vers 42

»Das Geheimnis der Dienerin«,
Teil 79 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 24.7.2011

Sonntag, 3. Januar 2010

Ein-Buch-lesen präsentiert: Martina André



Historische Fakten und sprühende Fantasie... der Stoff, aus dem Martina André Bestseller webt....

Martina André, geboren anno 1961 in Bonn, lebt mit ihrer Familie in Koblenz. Von Beruf, so heißt es, sei sie »Bundesbeamtin«. Sie gehört zu einer seltenen Spezies von Schriftstellern, die wirklich zu fesseln vermögen. Ihre Romane basieren auf sorgfältigster Recherche. Die Fakten werden kombiniert mit einer gehörigen Portion Fantasie... und so entstehen dickleibige Wälzer wie »Die Gegenpäpstin«, »Das Rätsel der Templer« und – ihr neuestes Werk - »Die Teufelshure«.

Martina André vermischt Fakten mit Fiktion... und bietet umfangreiche Schmöker, die man von der ersten bis zur letzten Seite verschlingt. Sie recherchiert besser als so mancher Bestsellerautor amerikanischen Ursprungs. Sie schreibt dabei spannender und bleibt glaubwürdiger... und verzichtet auf abstruse Gedankenkonstruktionen. Ihre Werke faszinieren, weil man beim Lesen immer wieder denkt... So könnte es gewesen sein!

So ist es alles andere als verwunderlich, dass Martina Andrés Werke Bestseller werden. Die Autorin beweist: Man kann Mystery-Romane mit einer gehörigen Portion Action und Fantasie schreiben... und doch spannende Literatur mit Tiefgang bieten. Martina Andrés beherrscht ihr Handwerk grandios. Sie lässt manche Kollegen von »Weltformat« als eher weniger talentierte Schreiberlinge mit begrenztem Talent erscheinen.

In »Die Gegenpäpstin« - ideale Vorlage für einen wirklich grandiosen Blockbusterfilm von Format – geht es um die Archäologin Sarah Rosenthal. In Israel entdeckt sie ein geheimnisvolles Grab... und mysteriöse Pergamente. Wer mag einst in der Gruft bestattet worden sein? Offenbar war es Maria Magdalena. Die Archäologin gerät ins Räderwerk einer suspekten Sekte. Sarah Rosenthal ist offenbar dazu »ausersehen«, den »Heiligen Vater« zu entmachten. Mehr sei über das packende Opus nicht verraten.

Nicht ohne Stolz darf ich darauf verweisen, dass mein Name im Nachwort des Romans auftaucht. Martina André schreibt da (Seite 435):
»Die Geschichte der Mirjam... ist ... eine erfundene Geschichte und orientiert sich lediglich an historischen und biblischen Erkenntnissen, die uns bis heute aus zahlreichen Quellen vorliegen. Besonders zu nennen sind in diesem Zusammenhang die Bücher von Walter-Jörg Langbein    , dessen Enthüllungen interessante Einsichten in das Leben der biblischen Frauen gewähren (›Das Sakrileg und die Heiligen Frauen‹, ›Lexikon der biblischen Irrtümer sowie ›Maria Magdalena: Die Wahrheit über die Geliebte Jesu, alle im Aufbauverlag erschienen).«
Ich bedanke mich für diese Ehre!

»Ein Buch lesen«... im Falle von Martina Andrés opulenten Romanen heißt das: Eintauchen in eine spannende, faszinierende, abenteuerliche Welt, allerbestes Kopfkino, großartige Unterhaltung!

Martina André gewährte mir ein exklusives Interview, das Einblicke in Leben und Werk einer großartigen Autorin der Gegenwart erlaubt. Ich durfte – diese Anmerkung sei mir erlaubt – Martina André als höchst charmante Zeitgenossin kennenlernen.

Interview mit Martina André

Walter-Jörg Langbein    : Wie kamen Sie zum Lesen? Gab es in Ihrer Kindheit und Jugend besonders wichtige Bücher, die Sie beeinflusst haben?

Martina André: Früh. Mit Acht las ich, was das Buchregal meiner Eltern so hergab. „Götter Gräber und Gelehrte“ von Ceram, Paul Frischauers „Weltgeschichte in Romanen“, Reader‘s Digest. Dazu Enid Blyton, „Hanni und Nanni“, „Fünf Freunde“ etc. – genau betrachtet, ist das gewiss eine schräge Mischung, die sich aber dennoch in meinem Lesegewohnheiten bis heute fortsetzt.

Walter-Jörg Langbein    : Wie kamen Sie zum Schreiben? Wie wurden Sie Autorin?
Martina André: Durch Zufall. Ich habe von heute auf morgen angefangen meine Templerstory „Das Rätsel der Templer“ zu schreiben – und habe während einer Recherche wegen alter Münzen eine schon bekannte Autorin kennengelernt, die mir ihren Agenten empfohlen hat. Ich habe danach noch ein Jahr geschrieben und es gab mehrere Stimmen, die mir zu einer Veröffentlichung rieten. Obwohl ich das Buch nur für mich selbst geschrieben hatte, habe ich es bei besagtem Agenten eingereicht. Er befand das Manuskript für gut und hat mich an einen bekannten Publikumsverlag vermittelt. Dort wurde ich sogleich mit einem Auftragswerk betraut, dass dann ein Buch- und Hörbuchbestseller wurde. Bis heute habe ich vier Bücher in diesem Verlag veröffentlicht. Sicher ist das kein typischer Werdegang.

Walter-Jörg Langbein    : Sie schreiben Romane mit geschichtlichem Hintergrund. Wie wichtig ist für Sie Recherche? Wie wichtig ist für Sie Phantasie?

Martina André: Gute Recherche ist mir sehr wichtig. Ich habe den Ehrgeiz, so gut wie eben möglich zu recherchieren, weil es zum einen meinen geschichtlichen Interessen entgegen kommt und mir zum anderen dabei hilft, möglichst authentische Bilder zu schaffen. Phantasie entwickle ich dann eher für das Verhalten meiner Figuren, die ich gerne so gestalte, dass der Leser relativ rasch den Eindruck bekommt, sie schon lange zu kennen.

Walter-Jörg Langbein    : Ihr Roman »Die Gegenpäpstin« wurde zum besonders erfolgreichen Bestseller. Glauben Sie, dass Maria Magdalena wirklich eine »Gegenpäpstin« war?

Martina André: Ehrlich gesagt – ich weiß es nicht. Ich bin erklärte Agnostikerin, habe aber anlässlich meines Buches viel über MM gelesen. In meiner Recherche kam auch zutage, dass es außer der Bibel – und die wurde lange nach der möglichen Kreuzigung Jesu verfasst – keine zuverlässigen Quellen gibt, die wahrhaftig über die damalige Zeit berichten. Also sagt mir mein Verstand, ein Jesus, der wirklich existiert hat und charakterlich so vollkommen war, wie er beschrieben wird, kann unmöglich Frauen diskriminiert haben. Und da es heißt, er war ein Rabbiner und es eine Regel gibt, die besagt, Rabbiner müssen verheiratet sein, halte ich es für ziemlich wahrscheinlich, dass er verheiratet war.

In verschiedenen Schriften wird von Maria Magdalena als seine Gefährtin gesprochen – und das sie sehr intelligent und belesen gewesen sein soll. Wenn dies alles so war, halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass man sie als Apostelin bezeichnen könnte. Wenn man dies in theologischer Hinsicht beweisen könnte, wäre sie im heutigen Sinne eine Gegenpäpstin, weil sie mit Apostel Petrus gleichgestellt werden müsste (der ja als Vorreiter aller Päpste gilt) und ihre Geschichte den Anspruch der Frauen auf den Papstthron in der katholischen Kirche untermauern würde. Dies wäre ein wichtiges Signal zur Gleichberechtigung der Frau nicht nur in der katholischen Kirche sondern weltweit.

Aber, wenn ich meine agnostische Glaubenseinstellung zur Grundlage nehme, spielt es keine Rolle, ob Maria Magdalena Gegenpäpstin war oder nicht. Nichts rechtfertigt die Diskriminierung von Frauen. Nichts.

Walter-Jörg Langbein    : Worin bestand Ihrer Meinung nach das Geheimnis der »Templer«? Haben sie wirklich etwas im »Heiligen Land« entdeckt?

Martina André: Ich halte meine Zeitreise-Theorie in das „Das Rätsel der Templer“ für recht interessant – auch wenn sie sich unglaublich anhört. Ich habe intensiv dazu recherchiert und war so überrascht, wie sich die wundersamen Geschichten des Zisterziensers Caesarius von Heisterbach, der mitunter als Vorreiter für Nostradamus genannt wird und die erste Zeitreiselegende der Zisterzienser (…für Gott sind tausend Jahre wie ein Tag…) mit dem Schicksal der Templer verknüpfen ließen. So sehr, dass ich nicht selten mit einem absoluten Gänsehautgefühl zurück blieb.

Als ich las, dass sich der gelehrte Franziskaner Roger Bacon um 1280 mit dem geheimnisvollen Idol-Kopf ›Caput 58‹ der Templer beschäftigt haben soll und behauptete er könne sprechen und bediene sich dabei der Zahlen 1 und 0, wurde ich hellhörig – erst recht, als es hieß, Bacon habe dem damaligen Papst in einem geheimen Schreiben eine Abhandlung über zukünftige Ereignisse zukommen lassen. Er sprach von riesigen Schiffen, die durch die Meere pflügen und von nur einer Hand gelenkt werden können, von Flugmaschinen oder von Wagen die hundertmal schneller sind als ein Pferd. Es gibt so viele offene Fragen, warum es zur Vernichtung des Templerordens kommen konnte, da bleibt unendlich viel Raum für Spekulationen. Dass es dabei ein paar ungelöste – aber doch existente - Geheimnisse gibt, halte ich durchaus für möglich.
Walter-Jörg Langbein    : »Die Teufelshure« lässt die Grenze zwischen Realität und Phantasie verschwinden. Gibt es diese Grenze überhaupt? Kann die Wirklichkeit skurriler sein als es die trockene Wissenschaft eigentlich zulässt?

Martina André: Seit ich mich mit dem Thema ›Zufall‹ beschäftige und sehe, dass es offenbar keine Zufälle gibt – halte ich nichts mehr für unmöglich. Erst recht, seit ich wissenschaftliche Vorträge über Quantenphysik besucht habe.

Walter-Jörg Langbein    : Haben Sie selbst schon Unheimliches... Mysteriöses erlebt?

Martina André: Ja – obwohl ich nie danach gesucht habe und auch keine Esoterikerin bin. Aber das würde ein eigenes Buch füllen.

Walter-Jörg Langbein    : Herzlichen Dank für das Interview!

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