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Sonntag, 7. Februar 2021

577. »Höhlen, Tore in andere Zeiten«

Teil 577 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


»Überall geht ein früheres Ahnen
dem späteren Wissen voraus.«
Alexander von Humboldt (*1769; †1859)

 »Die Höhle – Das Tor in eine andere Zeit« (Originaltitel: »Time Trap«, in etwa »Zeitfalle«) ist ein Abenteuerfilm aus dem Jahr 2017 von Mark Dennis und Ben. Fünf Freunde machen sich auf die Suche nach ihrem Lieblingsprofessor. Sein steigen in ein Höhlensystem und stellen fest, dass die Zeit in der Höhle zu stehen scheint, während sie an der Erdoberfläche dahin rast. Sekunden in der Höhle entsprechen einem Jahr außerhalb der Höhle.


Foto 1: Symbolbild »Parallelwelten«. Foto/ Fotobearbeitung (Spiegelung usw.)
Walter-Jörg Langbein

 

Physiker unserer Tage ergründen die Realität. Sie versuchen sie zu erfassen und zu beschreiben. Physiker kommen zu immer fantastischer anmutenden Weltbildern und Theorien über »unsere« Welt und über womöglich unendlich viele Parallelwelten neben »unserer«. Mathematiker suchen nach dem Beweis für die Existenz von Universen, die sich der Normalsterbliche kaum oder gar nicht vorstellen kann. Und die Mathematik, die das scheinbar Unmögliche beweisen soll, verstehen wohl nur einige wenige Genies wie Albert Einstein und Stephen Hawking. Wenn man, wie ich, zur gewaltigen Mehrheit der Unwissenden zählt, ist das wenig befriedigend. Da tröstet es auch nicht, wenn Stephen Hawking konstatiert: »Wir sind nur eine etwas fortgeschrittene Brut von Affen auf einem kleinen Planeten, der um einen höchst durchschnittlichen Stern kreist.«

Vielleicht können aber wir Unwissenden zu mehr Wissen gelangen, wenn wir nicht den Weg der Physik oder der Mathematik einschlagen. Vielleicht können wir sehr viel mehr erkennen als wir glauben, wenn wir ein anderes Werkzeug nutzen als eine der klassischen Wissensschaften, nämlich die Intuition. James Lovelock beklagte (1): »Die menschliche Zivilisation hat keinen guten Weg eingeschlagen, als sie begann, die Intuition abzuwerten.« Nichts spricht aber dagegen, dass wir die Intuition wieder aufwerten. Nichts spricht dagegen, dass wir uns wieder an das »heilige Geschenk« der Intuition (Einstein!) erinnern, das so viele Dichter und Philosophen, aber auch Mathematiker seit Jahrhunderten preisen. Henri Poincaré (*1854; †1912), französischer Mathematiker und Astronom bekannte sich zur Intuition: 

»Mit Logik kann man Beweise führen, aber keine neuen Erkenntnisse gewinnen, dazu gehört Intuition.«
Edgar Allan Poe (*1809; †1849) veröffentlichte kurz vor seinem Tod eine Kosmogonie, ein Werk über die Entstehung des materiellen und spirituellen Universums. Nachdem er das sehr umfangreiche Gedicht in Prosa »Eureka« vollendet hatte, sah er keinen Sinn darin, weiter zu leben (2): »Ich habe kein Verlangen mehr zu leben, seit ich Eureka geschrieben habe. Mehr könnte ich nicht erreichen.«

Edgar Allan Poe sah schon Mitte des 19. Jahrhunderts nur eine Chance für die Zukunft (3): »Wir haben einen Punkt erreicht, wo nur Intuition uns weiterhelfen kann.« Gjergj Perluca (*1944), emeritierter Professor für Physik aus Shkoder, Albanien, sieht in der Intuition »eine spezielle Dimension des Denkens« und traut ihr sehr viel zu: Sie belegt, so Perluca, wie unzureichend die »logische Analyse« ist und kann »Wunder bewirken«. Dessen ungeachtet lehnt das Gros der Wissenschaftler unserer Tage Intuition als Weg zu Erkenntnissen ab. Aber muss denn Erkenntnis ausschließlich das Resultat wissenschaftlichen Denkens sein? Keineswegs, meint Dr. Kersten Kämpfer (*1958), Kybernetiker: »Intuition ist Wissen ohne Wissenschaft.« Dr. Kämpfer: »Intuition beantwortet auch Fragen, die wir erst noch stellen wollten.«

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts stellt man sich in der Welt der Wissenschaft sehr konkrete Fragen zur Existenz von Parallelwelten. Mir scheint, dass in alten Sagen dank der Intuition immer wieder die Realität von Parallelwelten neben der unseren umschrieben werden konnte: als Welten hinter seltsamen Toren zwischen den Welten. Der deutsche Philosoph Dr. phil. Manfred Hinrich (*1926; †2015) definierte Intuition als »sprunghafte Einsicht, deren Schritte nachzuholen sind.« Kamen die Menschen vor Jahrhunderten zur Einsicht, dass es neben unserer Welt Parallelwelten gibt, zwischen denen man sich hin und her bewegen kann? Sind wir dabei mit Logik zu erfassen, was Intuition schon lange erkannt hat? Haben die Altvorderen in Sachen Parallelwelten erahnt, was wir zu wissen beginnen? Wir müssen nur in unsere Überlegungen einbeziehen, dass unsere Vorfahren bereits Wissen erahnen konnten, dessen wir uns erst nach und nach bewusst werden.

Im Film »Die Höhle –  Das Tor in eine andere Zeit« gibt es zwei Parallelwelten. Fünf Freunde gelangen aus ihrer Welt in die Parallelwelt der Höhle. In der alten Welt eilt die Zeit im Sauseschritt, in der Höhle scheint sie fast wie eingefroren zu stehen. Die zwei Parallelwelten mit unterschiedlichen Zeitsystemen gibt es auch in der Sagenwelt. Auch da herrschen in zwei Parallelwelten unterschiedliche Zeiten nebeneinander. Im Vergleich zur in der Höhlenparallelwelt dahin schleichenden Zeit vergeht die Zeit außerhalb der Höhle wie im sprichwörtlichen Flug, ja in rasendem Tempo: im Film wie in der Sage.

Leider fehlt bis heute eine weltweit von jedermann einsehbare Sammlung von Sagen aus aller Herren Länder. Leider kann zum Beispiel nicht recherchiert und festgestellt werden, wie häufig Parallelwelten in den Sagen der Völker vorkommen. Im Frankenland gibt es solche Sagen. Wie viele mögen es einstmals gewesen sein? Wo schlummern noch Aufzeichnungen von Sagen- und Märchensammlern im Verborgenen, von den Nachkommen der Sammler längst vergessen? Wie viele Sagen werden da und dort immer noch mündlich tradiert? Eine Bestandsaufnahme ist überfällig, nicht nur im Frankenland, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Es müsste im Internet eine riesige Sammlung der Sagen der Welt geben.

Eine Sage ist mir schon in jungen Jahren in Variationen immer wieder begegnet. Die Quintessens dieser unterschiedlichen Versionen aufs Faktische reduziert: Eine Mutter ist mit ihrem kleinen Kind am Johannistag (auch »Johanni«) in den Bergen unterwegs. »Johanni« ist im Katholizismus ein besonderer Tag. Am 24. Juni wird das »Hochfest« der Geburt von Johannes, genannt der Täufer, zelebriert. Ein Felsentor tut sich auf oder steht schon offen. Die Mutter trägt das Kind durch das Tor und findet sich in einer Parallelwelt. Sie entdeckt riesige Schätze. Drei weiße Jungfrauen erklären der Mutter, dass sie so viel von den Reichtümern nach draußen tragen dürfe.

Wie von Sinnen schleppt die Frau Kostbarkeiten durch das Felsentor ins Freie. Plötzlich schließt sich das Felsentor wieder krachend. Entsetzt stellt die Frau fest, dass sie ihr Kind auf der anderen Seite des Tores zurückgelassen hat. Verzweifelt sucht die Frau nach dem Eingang, findet ihn aber nicht. Ein Jahr später, wieder zu Johanni, kehrt die Frau zurück zu den Bergen. Sie findet das Felsentor offen. Wieder betritt die Frau durch das Tor die andere Welt. Da findet sie ihr kleines Kind, gesund und munter. Offensichtlich ist es nicht gealtert. Jenseits des Felsentors verläuft die Zeit also sehr viel langsamer als davor. In der betulichen Sprache alter Sagen wird die Existenz von Parallelwelten beschrieben, in denen die Uhren unterschiedlich schnell laufen. Auf dieser Grundidee basiert auch der Film »Die Höhle – Das Tor in eine andere Zeit«.

Prof. Markolf H. Niemz (* 1964 in Hofheim am Taunus) ist ein deutscher Physiker. 1995 erhielt er von der »Heidelberger Akademie der Wissenschaften« für seine Forschungen in Sachen Lasermedizin den Karl-Freudenberg-Preis. Thema seiner Arbeit: »»Zu elementaren Wechselwirkungsarten zwischen Laserlicht und biologischem Gewebe«.

Prof. Niemz entwickelte ein Weltbild, das alle bisherigen Weltbilder zu Makulatur erklärt. Der Physiker schreibt (4): »Wir irren gewaltig, wenn wir glauben, Raum und Zeit seien real, die Ewigkeit sei dagegen eine Illusion. In Wahrheit verhält es sich genau anders herum. Der Raum und die Zeit sind Illusionen, aber die Ewigkeit ist real.«

Prof. Markolf H. Niemz hat, basierend auf Einsteins Relativitätstheorie, ein fantastisches Bild nicht nur von unserer Welt, sondern vom Kosmos entwickelt. Der Physiker Prof. Niemz bestätigt die Weisheitslehren von Buddha bis Jesus. Der Wissenschaftler erkennt die wissenschaftliche Wahrheit philosophisch-religiöser Texte, die eben oft sehr viel mehr sind als Frömmelei. Worte aus der Bibel (im Alten wie im Neuen Testament), aus den Apokryphen (Beispiel:»Evangelium nach Philippus«) und aus dem Koran (Beispiel: Sure 24) lassen vermuten, dass die Grundkenntnisse einer fantastischen Physik Eingeweihten schon vor Jahrtausenden bekannt waren. Unbeantwortet bleiben muss die Frage, woher denn dieses Wissen stammt, sprich wer es den Eingeweihten vermittelt hat. Meine Vermutung: Wissensermittlung basierend auf den Kräften der Intuition.

Ich versuche das Bild vom Universum nach Prof. Markolf H. Niemz vereinfacht darzustellen: Es gibt keinen Raum, also keine Entfernung. Alles ist hier und nicht hier und dort. Es gibt keine Unterscheidung zwischen gestern, heute und morgen. Alles ist jetzt. Raum und Zeit sind Illusionen.

Prof. Niemz (4): »Wir irren gewaltig, wenn wir glauben, Raum und Zeit seien real, die Ewigkeit sei dagegen eine Illusion. In Wahrheit verhält es sich genau anders herum. Der Raum und die Zeit sind Illusionen, aber die Ewigkeit ist real.«


Foto 2: Symbolbild »Parallelwelten«. Foto/ Fotobearbeitung (Spiegelung usw.)
Walter-Jörg Langbein

Im fantastisch anmutenden, kühnen wissenschaftlichen Weltbild von Prof. Niemz geschieht alles jetzt. Anders ausgedrückt: Es gibt Parallelwelten, in denen gleichzeitig das »Vergangene«, das »Gegenwärtige« und das »Zukünftige« geschehen. Werden wir einmal einen Weg finden, um von der Gegenwart in die Vergangenheit oder in die Zukunft zu gelangen? Wenn das »Vergangene«, das »Heutige« und das »Zukünftige« nicht nacheinander, nicht aufeinander folgen, sondern gleichzeitig präsent sind, welche »Vergangenheit« und welche »Zukunft« sind dann gegenwärtig? 

Ich kann mir nur vorstellen, dass es unendlich viele Parallelwelten gibt, die alle gleichzeitig da sind, wobei jede Sekunde von »Vergangenheit« und »Zukunft« im »Jetzt« vorhanden sind. Es wäre meiner Meinung nach unlogisch, wenn nur eine »Vergangenheit« (sagen wir: was vor fünf Minuten geschah) und nur eine »Zukunft« (sagen wir: was in fünf Minuten geschehen wird) im allgegenwärtigen »Jetzt« geschehen sollte. Auf einer Filmrolle ist ja auch jedes einzelne Bild bereits vorhanden. 

Auf einer Filmrolle sind »Vergangenheit«, »Gegenwart« und »Zukunft« gleichzeitig vorhanden. Die Gegenwart wird nur in unserem Bewusstsein zur Vergangenheit, wo sie verschwindet. In der Welt der Filmrolle bleibt sie immer präsent, so wie auch die Zukunft schon präsent ist und wie die Vergangenheit immer noch da ist. Alle Einzelbilder sind allgegenwärtig, es gibt keine gestrigen, heutigen und künftigen.

Fußnoten
(1) Lovelock, James: »Novozän/ Das kommende Zeitalter der Hyperintelligenz«, München 2020, Seite 36, 16.-18. Zeile von oben
(2) Link, Franz H.: »Edgar Allan Poe. Ein Dichter zwischen Romantik und Moderne« Athenäum Verlag, Frankfurt am Main und Bonn 1968, S. 334
(3) Poe, Edgar Allan: »Gesammelte Werke«, Herausgeber Blei, Franz, München 1922, Bd. I: »Heureka. Ein Gedicht in Prosa«, Übersetzung M. von Baudissin
Original: »We have attained a point where only Intuition can aid us.«
Quelle: Poe, Edgar Allan: »Eureka/ A Prose Poem«, New York 1848, Seite 29
(4) Niemz, Prof. Markolf H.: »Ichwahn: Ein Physiker erklärt, warum Abgrenzung gegen unsere Natur ist. Der Schlüssel für ein neues Miteinander«, München 2017, Seite 89, Zeilen 8-12 von oben
In der eBook-Ausgabe, München 2017, Position 985

 

Zur Lektüre dringend empfohlen

Aries, Judas: »Gefährder Einstein/ Wie Sie Gott mit GOTT zu Fall bringen«,
Norderstedt 2019

Niemz, Prof. Markolf H.: »Lucy mit c: Mit Lichtgeschwindigkeit ins Jenseits«, Norderstedt 2005
Niemz, Prof. Markolf H.: »Lucy im Licht: Dem Jenseits auf der Spur«, München 2007
Niemz, Prof. Markolf H.: »Lucys Vermächtnis: Der Schlüssel zur Ewigkeit«, München 2009
Niemz, Prof. Markolf H.: »Bin ich, wenn ich nicht mehr bin? Ein Physiker entschlüsselt die Ewigkeit«, Freiburg 2011
Niemz, Prof. Markolf H.: »Ichwahn: Ein Physiker erklärt, warum Abgrenzung gegen unsere Natur ist. Der Schlüssel für ein neues Miteinander, München 2017
 

Zu den Fotos
Foto 1: Symbolbild »Parallelwelten«. Foto/ Fotobearbeitung (Spiegelung usw.) Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Symbolbild »Parallelwelten«. Foto/ Fotobearbeitung (Spiegelung usw.) Walter-Jörg Langbein

578. »Ein Paradoxon und sieben Welten«,
Teil 578 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 14. Februar 2021

 

 

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Sonntag, 31. Januar 2021

576. »Vom intuitiven Geist und vom rationalen Verstand«

Teil 576 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


»Unsere Augen glauben an sich selber,
unsere Ohren glauben anderen Menschen,
unsere Intuition glaubt der Wahrheit.«

(Urheber: unbekannt)

Sonntag, 20. Dezember 2020

570. »Drei Schlüssel zur Welt hinter dem Fels«

Teil 570 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein
 


Elise Gleichmann (* 12. August 1854 in Kulmbach; † 9. Juli 1944 ebenda) war, so verrät ein knapp gefasster Wikipedia-Artikel (1), »eine in der Region Kulmbach tätige Mundartdichterin, Volkskundlerin und Sagensammlerin«. Elise Gleichmann, Tochter des Kulmbacher Bürgers und Bierbrauers Johann Georg Friedrich Hollweg, heiratete anno 1873 in Kulmbach den Forstgehilfen Gustav Gleichmann, der schließlich zum Förster befördert wurde.

Foto 1: Die Burgruine Nordeck im Winter (Ausschnitt).
Foto 1: Die Burgruine Nordeck im Winter (Ausschnitt).

Elise Gleichmann hat einen ganz besonderen Schatz entdeckt, den die meisten ihrer Zeitgenossen gering achteten: die oberfränkischen Volkssagen. Wie die Gebrüder Jacob Grimm (*1785; †1863) und Wilhelm Grimm (*1786; †1859) sammelte Elise Gleichmann systematisch Sagen aus ihrer fränkischen Heimat. Sie stöberte nicht in Bibliotheken. Sie ließ sich von unzähligen »alten Frauen« oberfränkische Volkssagen erzählen und notierte alles. Viele Sagen hielt sie im fränkischen Dialekt fest, andere erzählte sie in Hochdeutsch nach. Mit 55 Jahren wurde Elise Gleichmann Witwe. Franz Karl Freiherr von Guttenberg, renommierter Heimatforscher seiner Zeit, kannte ihre Sammelleidenschaft. Er bestärkte die Försterwitwe. Mit Feuereifer intensivierte sie ihr Hobby und legte ein kostbares Archiv an. Rund tausend Sagen konnte sie schriftlich fixieren.

Bereits 1927 erschien ein Bruchteil der von ihr gesammelten Sagen in einem nur 240 Seiten umfassenden Bändchen (2). Es wäre wünschenswert, die von Elise Gleichmann zusammengetragenen Sagen komplett zu veröffentlichen. Im Stadtarchiv zu Kulmbach gibt es einiges an Material. Dort wird auch die handschriftliche Autobiographie von Elise Gleichmann aus dem Jahr 1937 aufbewahrt. »Die Ährenkönigin« (3) ist eine interessante Sage, die von einer mysteriösen Welt jenseits eines Portals im Fels berichtet.

Foto 2: Burgruine Nordeck Bergfried, aus nördlicher Richtung.


Die geheimnisvollen Ereignisse, von denen die Sage zu berichten weiß, fanden in der »Johannisnacht« statt. Am »Johannistag« (auch »Johanni«, »Johannisfest« und »Johannestag« genannt) feiert man in der katholischen Kirche das »Hochfest der Geburt Johannes’ des Täufers«. Den Termin, 24. Juni, hat die katholische Kirche gewiss nicht zufällig festgelegt. Zwischen dem 20. und dem 22. Juni zelebrierte die heidnische Welt die »Sommersonnwende«, und das nicht unbedingt als Fest der Freude. Erreicht doch zur Sommersonnwende die Sonne die größte Mittagshöhe über dem Horizont. Von da an geht es erst einmal »bergab«. Die Sonne sinkt, verliert an Kraft. Hebst und Winter nahen. Die Natur scheint im Winter zu erstarren, ja zu sterben. Aufwärts geht es erst wieder zur Wintersonnwende. »Altes und neues Wissen zum Jahreskreis« klärt auf (4):

»Die Wintersonnwende ist eine der heiligsten Sonnenfeiern und findet am 21. Dezember statt. Sie bezeichnet die tiefste Nacht des Jahres – wird deswegen auch Mutternacht, althochdeutsch Modranecht, genannt. In dieser Nacht gebiert die Göttin tief in der finsteren Erde in der stillsten aller Stunden das wiedergeborene Sonnenkind. Diesen Mythos können Sie in allen Kulturen der Welt wiederfinden. Am deutlichsten manifestiert ist es bei uns in Weihnachten und dem Christuskind. Weihnacht ist ja nichts anderes als Weihenacht, ist gleich geweihte Nacht. Oder wie in vielen Weihnachtsliedern besungen ›Heilige Nacht‹.« Zurück zur »Johannisnacht«. Von geradezu magischer Bedeutung war auch im christlichen Abendland die »Johannisnacht«, die Nacht vor dem »Johannistag«. Heidnischen Ursprungs mögen auch von der christlichen Kirche nicht unbedingt gern gesehene Bräuche wie der »Tanz um das Johannisfeuer« (5) sein.

An heidnische Feste, die zu Ehren von Sonnengottheiten ausgerichtet wurden, erinnern auch heute noch die »Sonnenfeuer« in der »Johannisnacht«. Geduldet wurden »christliche« Sonnwendfeste in der »Johannisnacht« schon im 12. Jahrhundert. Vom 14. Jahrhundert an gehörten Feiern mit prasselnden Johannisfeuern zum christlichen Brauchtum. Zurück zur Sage »Die Ährenkönigin« (6): »Einst ging in der Johannisnacht ein junger Mann an der Burgruine Nordeck vorüber, die vom Mondlicht hell beleuchtet dalag.« »Burg Nordeck« wurde um das Jahr 1100 von den Grafen von Henneberg erbaut. Anno 1151 erwarben Steinach (heute Stadtsteinach) und Bischof Eberhard II. von Bamberg das stattliche Bauwerk. Die Burg wurde rund drei Jahrhunderte später, anno 1438, im Kleinkrieg der Waldenfelser gegen den Bischof von Bamberg gestürmt und verwüstet. Im Bauernkrieg von 1525 wurde sie niedergebrannt.

Erhalten ist bis heute die »Burgruine Nordeck«. Sie ist frei zugänglich und kann besucht werden. Wer sich vor Ort umschauen möchte: Die Ruine, bestehend aus den Resten eines runden Wohnturmes, eines Gefängnisturmes und einiger Grundmauern, ist nordöstlich von Stadtsteinach im oberfränkischen Landkreis Kulmbach in Oberfranken leicht zu finden. Das einst imposante Bauwerk wurde soweit möglich 2014 generalsaniert. Besonders eindrucksvoll ist der runde Bergfried, aus nördlicher Richtung betrachtet. Wie eine Illustration aus einem zauberhaften Märchenbuch zeigt sich die Ruine im Winterschnee. Dann könnte man meinen, als sei die stolze Burg vor Jahrhunderten in der Zeit stehengeblieben. Ein Besuch vor Ort kommt mir wie eine Zeitreise in eine rätselhafte Vergangenheit vor.

Folgen wir der Sage »Die Ährenkönigin«, so wie sie Elise Gleichmann verewigt hat. Der junge Mann vernahm unweit der Burgruine Nordeck »die Töne eines Volkslieder, von Lautenspiel begleitet«. Der Wanderer »lauschte dem herrlichen Gesang«. Das Lied verstummte. Kurz darauf erschien eine wunderschöne junge Frau. Sie schritt auf drei Lilien zu, pflückte die herrlichen Blumen. Weiter ging die Frau. Sie kam an einem Felsen an. Eine der Lilien öffnete den Fels (7) »und ein kristallenes Schloß von ungeahnter Pracht bot sich dem entzückten Beschauer. Zum Öffnen des Schloßtores diente die zweite Lilie, worauf die Schloßherrin mit der dritten die Schloßtüre öffnete und hinter der zufallenden Türe verschwand. Dann war der große Fels wieder geschlossen und unbewegt und alles wie vorher.«

Reichlich spät fiel dem jungen Mann eine Erzählung seines Großvaters ein. Demnach wuchsen jedes Jahr in der Johannisnacht drei Lilien bei der Burgruine Nordeck. Nur ein Sonntagskind konnte die mysteriösen Blumen finden und mit ihrer Hilfe in das geheimnisvolle Schloss hinter der Felswand gelangen. Im Schloss der Ährenkönigin, so erzählt Hans Seiffert weiter, lagen »unermeßliche Schätze«. Wenn die Glocken Mitternacht verkündeten musste man sich sputen und spätestens beim zwölften Glockenschlag wieder im Freien sein, sonst würde man als Gefangener gehalten.

Der junge Mann war freilich kein gewöhnliches Sonntagskind, er war an einem »goldenen Sonntag« (8)  geboren. Ein Jahr später wanderte er wieder zur Burgruine Nordeck hinauf und suchte sein Glück mit der Prinzessin. Ob er es fand? Offenbar. Hans Seiffert erzählt, dass der junge Mann, an inzwischen vertrauter Stelle die drei Lilien vorfand. Mit diesen drei »Schlüsseln« gelangte er durch das geheimnisvolle Felsentor in das Reich der Ährenkönigin, die ihn bereits am Schlosstor erwartete.

Bei Elise Gleichmann endet die Sage so. Wir erfahren, dass der junge Mann nicht in seine alte Welt zurückkehrte (9): »Er blieb verschollen. Nie mehr kehrte er zurück: aber viele Jahrzehnte hindurch hat man die Nordeck in der Johannisnacht gemieden.« 

Drei Lilien dienten als Schlüssel: für den Fels, das Schloss-Tor und eine Schloss-Tür. Die Lilie erlebte als Symbol einen erstaunlichen Wandel (10): »Obwohl sie im Mittelalter ein Symbol des Heidentums war, wurde sie später, ebenfalls aufgrund ihrer unwiderstehlichen Schönheit, als Symbol für Reinheit, Tugend und Fruchtbarkeit, sowie Jungfräulichkeit angenommen. Häufig kann man sie in christlicher Malerei im Zusammenhang mit der Jungfrau Maria entdecken.«

Wurde die weiße Lilie zunächst auf Maria, die »Gottesmutter« übertragen, so machte man sie schließlich zum Symbol des Erlösers Jesus. In den sechs Blütenblättern der weißen Lilie sahen fantasiebegabte Interpreten einen Hinweis auf die Zahl 3, also auf die »Heilige Dreifaltigkeit«. Tatsächlich ist die Lilie tief im Heidentum verwurzelt. Der Legende nach saugte der heroische Held Herkules an den Brüsten der göttlichen Juno alias Hera, die den Olymp beherrschte. Auf diese Weise wollte Herkules unsterblich werden. Der Legende nach fielen einige der Milchtropfen auf den Erdboden. Daraus wurde die Lilie, die deshalb auch »Rose der Juno« und »die göttliche Blume« genannt wurde. Auch im Nahen Osten war die Lilie göttlich. Sie war die heilige Blume der göttlichen Ishtar, der Göttin der Schöpfung. Bei den »Alten Römern« galt die Lilie als eines der Symbole der Göttin Venus. Keine Frage:

Die Lilie war in heidnischen Zeiten die Blume der Göttin, das Christentum machte aus ihr das Symbol der Jungfrau Maria. In so manch christlich-sakraler Darstellung sehen wir den Erzengel Gabriel bei der Verkündung von Jesu Geburt. Während er Maria mitteilt, dass sie ein Kind gebären wird, überreicht er ihr eine Lilie. Aus der Blume der Göttin Venus ist im Mittelalter die Lilie der keuschen, jungfräulichen Maria geworden. Und in der Sage »Die Ährenkönigin« öffnet die Lilie eine Felswand, hinter der sich ein mysteriöses Schloss verbirgt. Mit der Lilie kann man in der Johannisnacht in das Schloss gelangen, das der »Ährenkönigin« gehört. Der Fels, der sich öffnet, erinnert uns an das Mysterium der Pforten, die durch den Stein hindurch in eine andere Welt führen. 

In unserer Zeit kennen wir solche Tore als »Stargates«, als »Sternentore«, durch die man von einer in eine – womöglich unfassbar weit entfernte – Welt gelangt. Im Science-Fiction-Film des deutschen Regisseurs Roland Emmerich aus dem Jahr 1994 »Stargate« reisen eine Gruppe von Militärs und ein Archäologe mit Hilfe eines antiken ägyptischen Tores durch ein Wurmloch auf einen weit entfernten Planeten. Dort greifen sie ein und helfen einen »falschen Gott« zu stürzen. »Stargate«, der Kinofilm, wird in den Fernsehserien »Stargate – Kommando SG-1«, »Stargate Atlantis« und »Stargate Universe« weitergeführt. Die Zeichentrick-Serie »Stargate Infinity« baut ebenfalls auf dem Kinofilm auf.


Foto 3: Burgruine Nordeck im Winter.

In der Legende aus der Kulmbacher Region geht es friedlicher zu. Mit etwas Glück kann ein besonderes männliches Sonntagskind, geboren an einem »goldenen Sonntag«, das zur rechten Zeit am rechten Ort drei Lilien entdeckt und als Schlüssel nutzt, »Die Ährenkönigin« in ihrem kristallenen Schloss hinter einem Felsentor besuchen und heiraten.

Fußnoten 
(1) »Elise Gleichmann«, https://de.wikipedia.org/wiki/Elise_Gleichmann (Stand 06.09.2020) 
(2) »Von Geistern umwittert – Oberfränkische Volkssagen gesammelt und nacherzählt von Elise Gleichmann, gesichtet und gedeutet von Peter Schneider«, Lichtenfels 1927 
(3) »Die Ährenkönigin«, Ebenda, Seiten 191-193 (Rechtschreibung wurde unverändert übernommen!) (4) »Wintersonnenwende - Alban Arthuan (keltisch) - Jul-Fest - Mutternacht – Weihnacht« https://www.jahreskreis.info/files/wintersonnenwende.html (Stand 6.9.2020) 
(5) Woll, Johanna, Merzenich, Margret und Götz, Theo: »Alte Festbräuche im Jahreslauf«, Stuttgart 1991, S. 64–65. 
(6) »Die Ährenkönigin« in »Von Geistern umwittert – Oberfränkische Volkssagen gesammelt und nacherzählt von Elise Gleichmann, gesichtet und gedeutet von Peter Schneider«, Lichtenfels 1927, Seite 191, 11.-9. Zeile von unten (Rechtschreibung wurde unverändert übernommen!) 
(7) Ebenda, Seite 192, 8.-14. Zeile von oben (Rechtschreibung wurde unverändert übernommen!) 
(8) »Goldener Sonntag«: Der erste Sonntag nach Pfingsten heißt Trinitatis oder Dreifaltigkeitssonntag, auch goldener oder großer Sonntag. Die drei Sonntage nach Michaelis nennt man goldene Sonntage. »Michaelis«: volkstümliche Bezeichnung des Festes des »Heiligen Michael« am 29. September. 
(9) »Die Ährenkönigin« in »Von Geistern umwittert – Oberfränkische Volkssagen gesammelt und nacherzählt von Elise Gleichmann, gesichtet und gedeutet von Peter Schneider«, Lichtenfels 1927, Seite 193, 5.-7. Zeile von oben 
(10) »Die Bedeutung der Lilie – Warum sie steht, wofür sie steht«, »Colvinpedia«, 14. Juni 2019. (Stand 6.9.2020) 

Zu den Fotos 
Foto 1: Die Burgruine Nordeck im Winter (Ausschnitt). Foto wiki commons/ Benreis. Die vorzügliche Aufnahme entstand am 17. Januar 2016 
Foto 2: Burgruine Nordeck Bergfried, aus nördlicher Richtung. Foto wiki commons/Sven-121 
Foto 3(Ausschnitt von Foto 1): Burgruine Nordeck. Foto wiki commons/ Benreis 
 
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571. »Jung und schön wie eine Königin«, 
Teil 571 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien« 
von Walter-Jörg Langbein, erscheint am 27. Dezember 2020 

Sonntag, 9. September 2018

451 »Die drei Schönen, kleine Augen und sterbende Statuen«


Teil 451 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Foto 1: Kanonenboot »Hyäne«

Kapitänleutnant Wilhelm Geiseler von der »Hyäne« verbrachte anno 1882 im Auftrag der »Kaiserlichen Admiralität« mehrere Tage auf der Osterinsel. Die »Ethnologische Abteilung der königlich preußischen Museen in Berlin« hatte den Marinemann beauftragt, »wissenschaftliche Untersuchungen« der unterschiedlichsten Arten durchzuführen. So sollte er möglichst profunde Erkenntnisse über »Sitten und Gebräuche« der Osterinsulaner sammeln, Zeichnungen der »Kultobjekte«, der Steinriesen und von Kunstwerken jeder Art anfertigen lassen.

Wie viele Stunden oder gar Tage wohl für die Erkundung des »Kultdorfes Orongo« aufgebracht wurden? Erhebliche Schäden wurden angerichtet. Leider trifft die Bezeichnung »Plünderung« oftmals viel eher zu als »archäologische Ausgrabungen«. Gerade auf der Osterinsel wüteten vermeintlich archäologisch Interessierte schlimmer als anderenorts Grabräuber.

Anno 1882 waren noch vor Ort noch wahre Schätze vorhanden: bemalte Steinplatten, die das Innere der Häuschen zierten. Einige dieser Bildwerke scheinen relativ jung zu sein, zeigen sie doch offensichtlich europäische Schiffe. Andere waren sehr viel älter. Lange Zeit scheint Tradition gelebt worden zu sein. Ein Motiv tauchte immer wieder auf: der mysteriöse Gott »Make Make«. Sein verwittertes maskenhaftes Gesicht findet auch heute noch, wer sorgsam uralte gravierte Steine untersucht.

Foto 2: »USS Mohican«

Vier Jahre später, also 1886, erschien das US-Schiff »Mohican« vor der Küste der Osterinsel. Die Besatzung kam an Land und richtete zum Teil erheblichen Schaden an. In der kurzen Zeit vom 18. bis 31. Dezember wurden gut erhaltene Petroglyphen abgeschlagen und an Bord geschleppt. Die Kunstwerke befinden sich heute im »Smithsonian Institution«, Washington. Und sicher auch irgendwo in Privatsammlungen, die für die Forschung verloren sind.

William Thomson, Zahlmeister der »USS Mohican«, fotografierte als erster auf dem mysteriösen Eiland. Auf einem Foto sieht man ein gewaltsam aufgebrochenes Haus im Orongo-Zentrum und zwei große flache Steinplatten, die man ins Freie gezerrt hat. Auf den Steinplatten haben unbekannte Künstler typische »Vogel-Mann«-Motive aufgemalt, ganz ähnlich jenen die als Petroglyphen verewigt wurden. Was geschah mit den bemalten Steinen, die mit brachialer Gewalt aus den Wänden gerissen wurden, wobei die Häuschen zum Teil erheblich beschädigt wurden?

Schlimmer noch: Anno 1891 erschien in Washington, herausgegeben vom »Government Printing Office«, William Thomsons Bericht »Te Pito Te Henua, Or Easter Island«. Thomson (1): »Häuser 1, 5 und 6 wurden mit großer Anstrengung abgerissen und die mit Fresken versehenen Steinplatten wurden beschafft Grabungen unter den Türpfosten und unter den Fußböden förderten nichts zutage, abgesehen von einigen wenigen steinernen Utensilien.« Die glatten Steinplatten, so stellt Thomson fest, wiesen sehr wenig Eingeritztes auf. Die glatten Platten, die an Wänden und Decken angebracht waren, waren mit mythologischen Figuren und primitiven Bildnissen in Weiß, Rot und Schwarz geschmückt.

Foto 3: William Thomson dokumentiert anno 1886 brachiales Vorgehen der »Forscher«

Ansonsten, so stellt Thomson bedauernd fest, waren die Räume komplett leer. Er unterstellt, dass Einheimische die Häuschen geplündert und an die Besatzungen von Schiffen verkauft haben. Ausländische Besucher hätten wachsendes Interesse an derlei Objekten gezeigt. So sei Nachfrage entstanden, die von den Osterinsulanern befriedigt wurde. Thomson (2): »Was auch immer an Schätzen sie (die Häuschen) in früheren Jahren beinhaltet haben mögen, wir fanden sie leer vor und unsere Suche brachte nichts von Wichtigkeit zutage.«

Der Archäologe Edwin Ferdon (* 1913;†2002) entdeckte bei Ausgrabungen im »Zeremonialdorf« von Orongo seltsam geformte, bearbeitete Steine mit Bohrlöchern. Er kam zum Schluss, dass es sich bei den Steinsetzungen um ein »Observatorium« gehandelt habe. Warum gibt es die Ortsangabe »Ko Te Papa Ui Hetu’u« auf der Osterinsel, zu Deutsch »Der Stein, von aus man die Sterne sehen kann«?

Deutet der Name auf ein Observatorium hin? Vergeblich suchte ich bei meinen Besuchen vor Ort nach Spuren dieser Observatorien. Ich habe leider nichts gefunden. Observatorien auf »Isla la Pascua«? »Mein« Guide wunderte sich über mein Staunen. Aber natürlich hätten seine Vorfahren Observatorien gebaut und benutzt. Dabei sei es weniger um die Beobachtung von Sonne und Mond gegangen. »Für die Landwirtschaft ist es nicht sehr hilfreich, an welchem Tag eine neue Jahreszeit beginnt. Gesät und geerntet wird nicht, wenn es der Kalender fordert. Die Saat wird ausgebracht, wenn das Wetter das zulässt. Und geerntet wird nicht, weil das im Kalender steht, sondern wenn die Früchte reif sind. Das kann je nach Wetter früher oder später sein.«

Der »Gürtel des Orion« und die Plejaden waren für die frühen Astronomen der Osterinsel von großem Interesse. Warum? Niemand scheint das heute mehr zu wissen. »Sie nannten die drei Sterne, die den Gürtel des Orion bilden, ›Tautori‹, ›Die Drei Schönen‹. Die Plejaden hießen bei ihnen ›Matariki‹, ›Kleine Augen‹.«, informierte mich mein »Guide«. Und nicht ohne Stolz frage er mich: »Wieso nannten sie wohl eine bestimmte Höhle ›Ana Ui Hetu’u‹, »Höhle, um aus ich heraus die Sterne zu beobachten‹?« So manche Höhle sei von Astronomen benutzt worden, um aus dem Dunkel heraus den Himmel zu beobachten.

Foto 4:  Aus Höhlen heraus... Blick zu den Sternen.

Anno 1886 fristeten 155 Osterinsulaner ein ärmliches Dasein auf dem Eiland. Sie wurden bestenfalls geduldet, galten als potentielle Viehdiebe. Vorrang vor den Menschen hatten 600 Rinder und 18.000 nummerierte Schafe. Es sollten weitere Schafe aus Australien eingeführt werden. Am 9. September 1888 annektierte Chile die Osterinsel. Seither gehört die Osterinsel zu Chile. Der Umgang mit den Nachfahren der Statuenbauer kann Ende des 19. Und zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur als menschenverachtend bezeichnet werden. So darf es nicht verwundern, dass die Osterinsulaner anno 1915 einen Aufstand wagten, der freilich blutig niedergeschlagen wurde.

Solche Aufstände gab es bis ins 21. Jahrhundert hinein. Sie wurden von Chile mit brachialer Gewalt niedergeknüppelt. Eine kleine Gruppe möchte, dass die Osterinsel unabhängig von Chile wird. Die Mehrheit der Menschen von »Rapa Nui« freilich sieht die Lage realistischer. Auch wenn niemand die chilenische Obrigkeit liebt, so glauben die meisten Insulaner, dass eine unabhängige, eigenständige Osterinsel nicht überlebensfähig ist.

Die Petroglyphen sind vom »Zahn der Zeit« bedroht. Das betrifft auch die Statuen. So manche Statue ist heute kaum noch als von Menschenhand geschaffenes Kunstwerk zu erkennen. Der zerstörerische Erosionsprozess wird durch Salzpartikel in der Meeresluft, subtropischer Regen und die Austrocknung des Steins beschleunigt. Man müsste Statuen wie Petroglyphen irgendwie konservieren, schonend abdichten, ohne den Stein zu beschädigen. Der Verfall würde gestoppt, könnte man Steine und Statuen abdichten, so dass kein Wasser mehr eindringen kann. Der Berliner Restaurator Stefan Maar, jubelte die Presse 2003, habe mit seinem Unternehmen eine entsprechende Methode entwickelt. Es würde Neubildung von Algen und neuerliches Eindringen von salzhaltigem Wasser in den Stein verhindert. Die Statuen wären vor weiterem Verfall gerettet. Der Plan ist alles andere als neu.

Foto 5: Kaum zu glauben das war einmal der Kopf einer Statue.

»Die Riesen werden gerettet«, vermeldete das »Hamburger Abendblatt« am 3. Dezember 2003 (3). Und weiter war da als Zwischenüberschrift zu lesen: »Osterinsel: Die steinernen Monumente bröckeln. Ein Berliner restauriert sie im Auftrag der Unesco.« Bereits 2005 sollte mit der Konservierung der Statuen begonnen werden. Dazu ist es offenbar nicht gekommen. War das Verfahren doch nicht so wirkungsvoll wie erhofft und dazu vielleicht auch noch viel zu teuer? So verrotten Statuen und Reliefs weiter. »Die Statuen sterben!«, hörte ich manchen Osterinsulaner sagen. Resignierend!

Foto 6: Zerbrochene Statuen rotten vor sich hin.

Observatorien, beobachtete Sterne in den Tiefen des Weltalls, Erinnerungen an einen Kult um »Make Make«, den fliegenden Gott und Mischwesen aus Mensch und Tier, zum Teil gigantische Statuen – das sind Mosaiksteine vom faszinierenden Bild »Fantastische Vergangenheit der Osterinsel«, von denen leider viel zu viele verloren gegangen sind. Ob wir jemals erkennen können werden, wie dieses fantastische Bild in seiner Gesamtheit ausgesehen hat? Welche Rolle spielen die »Astronautengötter« in diesem Bild?

Mir scheint, die frühen Osterinsulaner wussten mehr als man ihnen auch heute noch nach wie vor zutraut. Und wir wissen über die Kultur der Osterinsel sehr viel weniger als uns gern eingeredet wird, als wir uns gern einbilden. Ich bin skeptisch, befürchte, dass wir die wahren und ältesten Geheimnisse der Osterinsel niemals verstehen werden. Wenn man ehrlich ist, muss man zugeben, dass man sie gar nicht wirklich kenn. Und das liegt daran, dass – wie Robert M. Schoch schreibt (4) »ein Großteil der einheimischen Kultur der Osterinsel durch die europäischen Kontakte ausgerottet und danach hauptsächlich durch importierte polynesische Vorstellungen wieder rekonstruiert worden war«.

Mir scheint, dass die wahre Geschichte der Osterinsel bis heute nicht erzählt worden ist, weil nach wie vor bestritten wird, dass sie womöglich viele Jahrtausende früher ihren Anfang nahm als wir glauben.

Robert M. Schoch schreibt (5): »Meine Arbeit an der Neudatierung der berühmten Sphinx von Ägypten zeigt, dass Zivilisation und fortschrittliche Kultur sich auf Tausende von Jahren früher datieren lassen, als die konventionellen Archäologen gemeinhin akzeptiert hatten. Dieselbe Geschichte scheint auf die ältesten Moai der Osterinsel zuzutreffen, die möglicherweise Tausende von Jahren älter sind, als allgemein geglaubt wird.« Buchautor und Journalist Frank Joseph fest, dass diese Annahme völlig falsch ist. De facto wurde die Arbeit an den Kolossen, so Frank Joseph, vor mindestens zweitausend Jahren beendet! Diese Erkenntnis, von Frank Joseph im seriösen Fachblatt »Ancient American – Archaeology of the Americas before Columbus« (6) publik gemacht, hätte einschlagen müssen wie eine Bombe. Sie wird aber bis heute weitestgehend ignoriert. Verdeutlichte Frank Joseph, dass die geheimnisvolle Kultur der Osterinsel nicht nur wenige Jahrhunderte alt ist, wie das noch heute in den Lehrbüchern steht, sondern bereits vor Jahrtausenden bestand. So neu ist die von Frank Joseph anno 1996 publik gemachte Erkenntnis keineswegs.
     

Foto 7: Moderne Osterinselkunst - ein Vogelmann.

Vor über einhundert Jahren, als Weltreisen noch richtige Abenteuer waren, stand der Österreicher Ernst von Hesse-Wartegg (*1851;†1913) staunend vor den gewaltigen Kolossen der Osterinsel. Wer mochte wohl einst diese Riesen geschaffen haben? Und wann? Von Hesse-Wartegg kam sich neben den Kolossalstatuen geradezu winzig klein vor. Demütig blickte er in ihre Gesichter. Wenn sie nur reden, ihre Geschichte erzählen könnten. Was bildete sich der Mensch am Wendepunkt vom 19. zum 20. Jahrhundert auf seine technischen Errungenschaften alles ein!

Dabei musste es doch schon in grauer Vorzeit in der Südsee eine geheimnisvolle Kultur gegeben haben, die in mancher Hinsicht der unseren ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen war. In seinem zweibändigen Werk »Die Wunder der Welt« (7), vermutlich kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs entstanden, hielt der Forschungsreisende fest, dass die Osterinselfiguren (8) »wohl zu den ältesten Skulpturen der Menschheit« gehören.

Seit Jahren besinnt man sich auf der Osterinsel wieder der eigenen Wurzeln. Die alten Bräuche werden wieder belebt und praktiziert. Rapanui, die alte Sprache der Insel, kommt wieder zu Ehren und wird wieder an der Schule unterrichtet. Auch die uralten Tänze werden wieder einstudiert und praktiziert. Und heutige Künstler stellen wieder die ältesten Motive in ihren Werken dar, Make Make und Vogelmänner oder Vogelmenschen.


Foto 8: Die alten Künste leben wieder auf.

Was lange Zeit gering geschätzt wurde, wird wieder geachtet. Offenbar hat man den hohen Wert der eigenen Wurzeln wieder erkannt. Die alten Traditionen sind für die Menschen von »Rapa Nui« so etwas wie ein Koordinatensystem, das ihnen Orientierung bietet. Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was viele Osterinsulaner heute schmerzlicher denn je vermissen, das ist Vergangenheit, die ihnen geraubt wurde.

Fußnoten
(1) »Te Pito Te Henua, Or Easter Island by William J. Thomson/ Paymaster, U.S. Navy. From the report of the National Museum, 1888-89, Pages 447-552«. Washington: Government Printing Office 1891. Global Grey 2014, eBook-Ausgabe, Seite 69, Pos. 951
(2) ebenda, Seite 69, Pos. 957
(3) https://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article106814960/Die-Riesen-werden-gerettet.html (Stand 03.06.2018)
(4) Schoch, Robert M.: »Die vergessene Zivilisation/ Die Bedeutung der Sonneneruptionen in Vergangenheit und Zukunft«, eBook, »Ancient Mail Verlag Werner Betz, Groß Gerau, 1. Auflage Juli 2014, Pos. 205
(5) Ebenda, Pos. 254
(6) »Ancient American before Columbus«, Colfax, Wisconsin, USA,
Vol. 2#12, Seite 9: »Editorial: Vindication at Easter Island«
(7) Hesse-Wartegg, Ernst von: »Die Wunder der Welt«, Band 1, Stuttgart, Berlin, Leipzig, ohne Jahresangabe
(8) Ebenda, S. 473 u. 474

Zu den Fotos
Foto 1: Kanonenboot »Hyäne«. (Foto gemeinfrei)
Foto 2: »USS Mohican«. (gemeinfrei)
Foto 3: William Thomson dokumentiert anno 1886 brachiales Vorgehen der »Forscher«. (gemeinfrei).
Foto 4:  Aus Höhlen heraus... Blick zu den Sternen. Foto Ingeborg Diekmann
Foto 5: Kaum zu glauben das war einmal der Kopf einer Statue. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Zerbrochene Statuen rotten vor sich hin. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Moderne Osterinselkunst - ein Vogelmann. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Die alten Künste leben wieder auf. Archiv Langbein
Foto 9: Staunend steht er vor dem Haupt eines Riesen.







452 »Die Osterinsel, Ausgeburt der Hölle«,
Teil 452 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 16.09.2018


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Donnerstag, 10. August 2017

Marie Versini - the interview

Interview with Marie Versini
(English translation by Marlies Bugmann)



Walter Joerg Langbein: You’ve become world-famous through Karl May’s Nsho-Chi. Have you read Karl May’s novels earlier, in your youth already?

Marie Versini: No. I’ve not read Karl May during my childhood. He had not been translated into French at that time. But my father, a great Germanist, discovered Karl May in Germany. He thought his books were wonderful, just like those written by our Jules Verne.

My father always told me Karl-May-stories at bedtime: the love story between Old Shatterhand and Nsho-Chi, the story about the blood brotherhood of Winnetou and Old Shatterhand, and many more…

Walter Joerg Langbein: Has your understanding of Karl May changed through Nsho-Chi?

Marie Versini: Yes, of course. The book was translated into French by Flamarion before Winnetou I was filmed, and I’ve read it immediately. It’s always wonderful for an actor or actress to find his or her role in a novel. The author always says so much about the character of the individual people.

But, even as a child, I already had my image of Nsho-Chi. She was always present in the background.

I’ve always wanted to play that role, ever since I was seven years old. And my dream became reality! The time in Croatia during the filming with Lex Barker and Pierre Brice was also a dream. I couldn’t imagine that the film was going to be so successful! And the success continues to this day!

Walter Joerg Langbein: Did you like reading books as a child?

Marie Versini: Yes, very much. And I still do! I read a lot…with pleasure.

Walter Joerg Langbein: What book are you reading at present?

Marie Versini: I’m reading Montaigne. Montaigne’s works contain everything. One can read them again and again! I also read Montaigne by Stephan Zweig…I love him very much.

Walter Joerg Langbein: You are also writing books. Being an author, what does that mean for you?

Marie Versini: My husband, Pierre Viallet is a director and an author. He has written thirteen novels. They were translated and are available in the USA (Ballantines-Books, New York) and in Germany (Zsolnay und Rowohlt). Through him, I’ve found a new way of expressing myself. Acting and writing are very similar. But writing has one advantage. You can write when you want and where you want. You’re completely independent with writing and not tied to someone else.

Walter Joerg Langbein: What is a writer allowed or not allowed to do?

Marie Versini: A writer is allowed to do anything. He or she invents—that’s their profession. And as they dream up things, the reader is made to dream.

Walter Joerg Langbein: Will you write more books?

Marie Versini: Of course.

Walter Joerg Langbein: Many people still see you as Nsho-Chi. Does that annoy you? You’ve made other important films, after all!

Marie Versini: It has, indeed, annoyed me a few years ago. I mean, I’ve acted in many other roles…almost eight years on stage, in the ‘Comédie Française’ in Paris where I’ve played the classical part of the Naïve; works from Molière to Shakespeare. And I’ve made many other movies, for example A Tale Of Two Cities (1958), next to Dirk Bogarde, Paris Blues (1961) with Paul Newman and Louis Armstrong, Cien De Pique (1960) with Eddie Constantine, or Is Paris Burning? (1966) with Jean Paul Belmondo, Alain Delon, Gert Fröbe etc…

Later I realized: It was a great opportunity to be identified with a character. In the present time, with it’s short-term memory that forgets so much and so many, it is beautiful to be Nsho-Chi. But I’m not only Nsho-Chi…

Walter Joerg Langbein: What was your most important film…after the Karl May movies?

Marie Versini: The River Line (1964) with Peter van Eyck, Romantic Nights In The Taiga (1967) with Thomas Hunter and Ach Pierre (La Foire) (1977) with Curd Jürgens, my husband Pierre Viallet directed.

Translation: Marlies Bugmann, Tasmania, 2009

Montag, 26. Oktober 2015

Fido Buchwichtel: »Als Eva noch eine Göttin war«

Hallo liebe Leute!

Hier bin ich wieder:
Fido Buchwichtel
mit dem
Bestseller der Woche
aus dem Wichtelland.

Heute habe ich Euch Menschen ein besonders spannendes Buch mitgebracht, geschrieben von meinem Lieblingsmenschenautor
Walter-Jörg Langbein.

»Als Eva noch eine Göttin war«. Das ist der Titel des Buches und es hat im Wichtelland für viel Aufsehen gesorgt. Jetzt fragt Ihr Menschen Euch warum? Wir Wichtel sind immer wieder erstaunt, wie Ihr Menschen es über die Jahrtausende geschafft habt, Geschichte zu verfälschen. Ereignisse werden von Siegern geschrieben und das waren und sind bei Euch Menschen durch die Bank Männer. 

Meine über alles geliebte Wichtelfrau hat es auf den Punkt gebracht, in dem sie sagte: »Die Menschen haben es schon immer verstanden, ihre unsägliche Männerwirtschaft am Köcheln zu halten. Der Respekt, im Besonderen vor den Leistungen der Menschenfrauen, ist den Kerlen schon sehr früh abhanden gekommen. Wie gut, dass es bei uns Wichteln anders läuft!«

Und womit sagt meine Wichtelfrau das? Mit Recht! 

Wir Wichtel geben unsere Erkenntnisse von Generation zu Generation weiter. Bei uns gehen kein Wissen und keine alten Erkenntnisse verloren. Das ist auch gut so! Für uns Wichtel ist auch klar: Noch vor wenigen Jahrhunderten wäre das Buch »Als Eva noch eine Göttin war« von der Kirche verboten worden und Walter-Jörg Langbein hätte als Ketzer auf dem Scheiterhaufen geendet. Wie gut, dass die nicht mehr im Land der Menschen brennen. 

Der Untertitel des Buches verrät uns, worum es geht: Die Wiederentdeckung des Weiblichen in der Bibel! Und: Verborgenes Wissen in biblischen Schriften, verbotenen Büchern und sakralen Kunstwerken.

Eine Passage, gleich auf Seite 15 hat meiner Wichtelfrau besonders gut gefallen, ich zitiere:
»In den Texten der anderen Bibel, die schon von den Anführern der noch sehr jungen „christlichen Kirche“ als vermeintliches Ketzerwerk weitestgehend vernichtet wurden, wird Jahwe immer wieder von einer ihm überlegenden weiblich-göttlichen Kraft für seine Überheblichkeit gezüchtigt. So heißt es gleich zu Beginn … „Der Oberste dieser Herrscher ist blind. Im Gefühl seiner Macht, in seiner Unwissenheit und Überheblichkeit sprach er mit lauter Stimme: „Ich bin Gott, es gibt niemanden außer mir.“ … Und seine Rede fuhr hinauf zur Unvergänglichkeit …« 

Und was soll ich Euch sagen, liebe Menschen, von dort aus kam dann ein Donnerwetter, ein weibliches, selbstverständlich. Das konnte natürlich den Menschenkerlen nicht gefallen!

Wie dem auch sei, das Buch »Als Eva noch eine Göttin war« von Walter-Jörg Langbein darf in keiner Sammlung fehlen! Also rufe ich Euch zu:
»Als Eva noch eine Göttin war« Kaufen! Lesen! Weiterempfehlen!

Macht Euch eine aufgeklärte Zeit und macht nichts, was ich nicht auch tun würde!

Winke, winke Euer 

Fido Buchwichtel


Nicht vergessen:
»Der Mörder und der Kinderschänder«
Ein Münsterland-Kriminalroman, der auf wahren Begebenheiten basiert.
Bei diesem Werk handelt es sich um einen Kriminalroman. Etwaige Ähnlichkeiten oder Namensgleichheit mit real existierenden Menschen wären rein zufällig. Alle beschriebenen Handlungen sind an die Realität angelehnt.

Unter dem Pseudonym - Tuna von Blumenstein - hat die Autorin fünf Kriminalromane veröffentlicht:

»Der Mörder und der Kinderschänder« 2025
 
ISBN: 9783769325911
Im Buchhandel erhältlich
 
Bei Thalia
und
Krimis der Tuna vB auch als eBook

Montag, 30. Juni 2014

Fido Buchwichtel rät: Lasst bloß die Finger von verbotenen Substanzen …

… denn wen die Drogen nicht blöde machen, den machen sie doof! …

Hallo liebe Leute!

Hier bin ich wieder:
Fido Buchwichtel!

Habt Ihr mich vermisst? Ich Euch auch!

Heute wollte ich Euch eigentlich von meiner ganz großen Reise berichten, die ich mit meinem Freund Walter-Jörg Langbein unternommen habe. Wir haben das ›Atlantis der Südsee‹ besucht. Das war ein Abenteuer! Aber der Bericht muss warten! Obwohl es mir auf den Nägeln brennt, denn stellt Euch vor, liebe Menschen: Beinahe wäre ich bei Nan Mandol von einer Riesenschlange verschluckt worden. Ich sah das Ungeheuer auf mich zuschwimmen und schrie nur noch: »WWAAAALLLTAAAAAA EINE SCHLAAANGGÄÄÄÄÄÄÄ!« 

Das Ungeheuer riss das gierige Maul auf und ich konnte in den feurigen Schlund der Bestie sehen! In diesem Moment der höchsten Gefahr spürte ich plötzlich die starken Hände von Walter-Jörg Langbein, der mich behutsam hochhob und auf seinen starken Schultern absetzte.

Danach habe ich nur noch gezittert wie Espenlaub. Ich fürchte, meine Fotos sind alle verwackelt. Aber sie sind eh noch nicht ausgewertet und sortiert.

Es ist ja noch einmal gutgegangen, sonst könnte ich heute auch nicht über wichtigere Dinge schreiben: Es gibt eine Neuauflage des Buches »Hexenhausgeflüster« als e-Book und damit Ihr diese Neuauflage auch als solche erkennt, trägt das Buch noch im Titel: »Lyrichs Briefe an Lieschen …«. Und das Cover ist neu, daran könnt Ihr es auch erkennen.

Jetzt hatte ich mich schon bei meinem Besuch im »Atlantis der Südsee« gewundert, warum Walter emsig an seinem Notbook schrieb. Ich dachte, er schreibt fleißig an seinem Reisebericht. Aber nein! Stellt Euch vor, liebe Menschen: Walter hat tatsächlich das Vorwort zum Hexenhausgeflüster geschrieben! Er hatte mir davon nichts erzählt, der Fleißige, weil er mich überraschen wollte. Das ist ihm auch geglückt.

Aber jetzt zum »Hexenhausgeflüster«. Um was geht es da? Wie Ihr ja in »Das Handbuch zur schlüpfrigen Geschäftsidee« nachlesen könnt, ist Lyrich, dank dem Geistwesen Charlotte, zu Reichtum und Ansehen gekommen. Und wie das so ist, wenn jemand ausgesorgt hat, irgendwann kommt die Langeweile und bereitet den Boden für Abenteuer. Das ist bei uns Wichteln auch nicht anders, wir begeben uns in solchen Fällen zumeist auf Weltreise und werden um ein Haar von Riesenschlangen gefressen.

Was verzapft nun Lyrich? Sie entdeckt ihr Traumhäuschen, ein Hexenhaus, und legt sich mit merkwürdigen Individuen an, die nicht nur verbotene Substanzen konsumieren, sondern auch noch …

Nein, ich will Euch nicht zuviel verraten, nur soviel: Da gibt es eine einäugige Katze, Äugelchen wird sie genannt, und die verschisselt eine heimlich angelegte Cannabisplantage. Das Problem dabei war, dass Äugelchen keiner Spezialeinheit der Polizei angehörte. Wobei Ihr Menschen Euch darüber durchaus Gedanken machen solltet: Spezial ausgebildete Katzeneinheiten, die auf illegale Cannabisplantagen angesetzt werden, zum Zwecke, diese zu verschisseln. Das wäre doch einmal eine Maßnahme.

Aber so war das nicht, darum konnte Äugelchens mutige Aktion nur Ärger bringen. Aber wisst Ihr was? Lest doch selbst! Erfreut Euch an den schönen Bildern! Und dann werdet Ihr Lyrich zustimmen: 
»Lieschen, lass bloß die Finger von verbotenen Substanzen: Denn wen die Drogen nicht blöde machen, den machen sie doof!«

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine drogenfreie Woche!

Winke winke Euer

Fido Buchwichtel

Nicht vergessen:
»Der Mörder und der Kinderschänder«
Ein Münsterland-Kriminalroman, der auf wahren Begebenheiten basiert.
Bei diesem Werk handelt es sich um einen Kriminalroman. Etwaige Ähnlichkeiten oder Namensgleichheit mit real existierenden Menschen wären rein zufällig. Alle beschriebenen Handlungen sind an die Realität angelehnt.

Unter dem Pseudonym - Tuna von Blumenstein - hat die Autorin fünf Kriminalromane veröffentlicht:

»Der Mörder und der Kinderschänder« 2025
 
ISBN: 9783769325911
Im Buchhandel erhältlich
 
Bei Thalia
und
Krimis der Tuna vB auch als eBook


Lyrichs Briefe an Lieschen:
im Apple iBookstore

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und weitere, unter anderem Thalia.de, Buch.de, Buecher.de, Spiegel.de, Mediamarkt.de, Weiland.de, Mayersche.de, Pubbles.de.

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Montag, 3. März 2014

Fido Buchwichtel und die Eiersuche auf der Osterinsel

Hallo liebe Leute!

Da bin ich wieder:
Euer Fido Buchwichtel.

Hinter mir liegen 14 Tage großes Abenteuer, von dem ich Euch heute unbedingt berichten muss. Das heißt, es waren ganz viele Abenteuer. Wie ich Euch schon berichtet habe, hat mich der berühmte Schriftsteller Walter-Jörg Langbein auf große Fahrt mitgenommen. Im Handgepäck reiste ich mit ihm fast um die ganze Welt. Unser Ziel war die Osterinsel.

Fido (vorne) mit Walter-Jörg Langbein
Bei unserer Ankunft kam ersteinmal die Ernüchterung. Die Osterinsel hatte ich mir ganz anders vorgestellt. Statt Buchenwälder, die mit bunten Eiern geschmückt waren, erwartete mich nur ein karges Eiland. Und da zeichnete sich schon mein Hauptproblem ab: Ohne Buchen keine Buchecker und ohne Buchecker keine Wichtel. Das ist wie kein Bier auf Hawaii!

Wichtelseelenallein habe ich die Zeit dort verbracht, nur den treuen Walter an meiner Seite. Meine Bucheckernvorräte waren schon in der ersten Woche aufgebraucht, so musste ich auf importierten Mais zurückgreifen. Der lag mir schwer in meinem armen Bäuchlein und ich litt unter furchtbaren Blähungen. Der arme Walter, was musste er mit mir durchmachen!

Auch die Eiersuche gestaltete sich schwierig. Walter hatte ein merkwürdiges Grinsen im Gesicht, als er mich an eine Klippe führte. Er zeigte mit dem Finger auf einen Felsen, der vor der Küste aus dem Meer ragte. Stellt Euch vor, liebe Menschen: Walter meinte, ich solle mich, einem alten Brauch der Einheimischen folgend, ins Meer stürzen, zu diesem Felsen schwimmen um dort ein Ei irgendeines Seevogels zu mopsen. »Damit würdest du zum Häuptling für ein Jahr!« Dabei lachte er auch noch.

Ich bin doch kein Nesträuber! Und Häuptling will ich auch nicht werden. Und ein Jahr auf einer Insel am Ende der Welt, wo es keine Bucheckern gibt? Ich bin doch nicht bescheuert. Außerdem kann ich nicht schwimmen. 
»Lieber Walter«, habe ich gesagt, »Lieber Walter, wo bitteschön sind hier die Ostereier? Und sag mir bitte, wieso ich noch keinen Osterhasen hier gesehen habe

Walter sah mich dann doch mit einem eher fragenden Blick an. 
»Sag mal Fido, ich habe dir doch ein E-Book in das Handgepäck gelegt. Darin solltest du doch während des Hinfluges lesen. Hast du das etwa nicht gemacht?« Die Frage war mit einem vorwurfsvollen Blick an mich gerichtet. Kleinlaut habe ich dann zugegeben, dass mich die nette Dame im Flugzeug doch so nett betüddelt hatte und ich deshalb keine Zeit gefunden habe, in dem Buch zu lesen. »Fido! Du und deine Damenbekanntschaften! Bildung ist wichtiger als flüchtiges Flirten!« 

Gruppenbild mit Fido Buchwichtel (ganz rechts)
Er hat ja recht, der Gute. Aufgeklärt hat er mich dann auch, dass die Insel von spanischen Eroberern an einem Ostertag entdeckt worden war und deshalb diesen Namen trägt. Die Ureinwohner nenne sie ›Nabel der Welt‹. Dann führte mich Walter zu einer besonderen Stelle auf der Insel. Dort lagen tatsächlich steinerne Eier. Auf dem Rückflug habe ich dann brav in dem E-Book gelesen. Dort hatte Walter auch beschrieben, was es mit diesen Eiern auf sich hat.

Gut, dass Walter mit der Technik klarkam, so konnte ich auf den Selbstauslöser verzichten und habe schöne Fotos mitgebracht.

Die wollte ich eigentlich meiner über alles geliebten Wichtelfrau bei meiner Ankunft zeigen. Die erschien mir aber verändert. Ihre Nase war dick und rot und überhaupt war sie merkwürdig gekleidet. Sie huschte an mir vorbei, rief mir noch zu: »Das ist eine Pappnase! Ich muss nach Kölle
Auf mein »Kölle Helau!« warf sie mir einen bösen Blick zu und war auch schon verschwunden. Alles mache ich falsch. Nun, meinen Beitrag werde ich noch schnell einstellen und dann lege ich mich auf mein Öhrchen. Die nächsten Tage werde ich mich nur noch ausschlafen. Hoffentlich lässt meine Frau den Dom in Kölle, denn hier gehört der nicht hin.

Bis demnächst und macht heute bitte nichts, was ich nicht auch machen würde!

Winke winke Euer

Fido Buchwichtel

Nicht vergessen:
»Der Mörder und der Kinderschänder«
Ein Münsterland-Kriminalroman, der auf wahren Begebenheiten basiert.
Bei diesem Werk handelt es sich um einen Kriminalroman. Etwaige Ähnlichkeiten oder Namensgleichheit mit real existierenden Menschen wären rein zufällig. Alle beschriebenen Handlungen sind an die Realität angelehnt.

Unter dem Pseudonym - Tuna von Blumenstein - hat die Autorin fünf Kriminalromane veröffentlicht:

»Der Mörder und der Kinderschänder« 2025
 
ISBN: 9783769325911
Im Buchhandel erhältlich
 
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