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Sonntag, 7. Februar 2021

577. »Höhlen, Tore in andere Zeiten«

Teil 577 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


»Überall geht ein früheres Ahnen
dem späteren Wissen voraus.«
Alexander von Humboldt (*1769; †1859)

 »Die Höhle – Das Tor in eine andere Zeit« (Originaltitel: »Time Trap«, in etwa »Zeitfalle«) ist ein Abenteuerfilm aus dem Jahr 2017 von Mark Dennis und Ben. Fünf Freunde machen sich auf die Suche nach ihrem Lieblingsprofessor. Sein steigen in ein Höhlensystem und stellen fest, dass die Zeit in der Höhle zu stehen scheint, während sie an der Erdoberfläche dahin rast. Sekunden in der Höhle entsprechen einem Jahr außerhalb der Höhle.


Foto 1: Symbolbild »Parallelwelten«. Foto/ Fotobearbeitung (Spiegelung usw.)
Walter-Jörg Langbein

 

Physiker unserer Tage ergründen die Realität. Sie versuchen sie zu erfassen und zu beschreiben. Physiker kommen zu immer fantastischer anmutenden Weltbildern und Theorien über »unsere« Welt und über womöglich unendlich viele Parallelwelten neben »unserer«. Mathematiker suchen nach dem Beweis für die Existenz von Universen, die sich der Normalsterbliche kaum oder gar nicht vorstellen kann. Und die Mathematik, die das scheinbar Unmögliche beweisen soll, verstehen wohl nur einige wenige Genies wie Albert Einstein und Stephen Hawking. Wenn man, wie ich, zur gewaltigen Mehrheit der Unwissenden zählt, ist das wenig befriedigend. Da tröstet es auch nicht, wenn Stephen Hawking konstatiert: »Wir sind nur eine etwas fortgeschrittene Brut von Affen auf einem kleinen Planeten, der um einen höchst durchschnittlichen Stern kreist.«

Vielleicht können aber wir Unwissenden zu mehr Wissen gelangen, wenn wir nicht den Weg der Physik oder der Mathematik einschlagen. Vielleicht können wir sehr viel mehr erkennen als wir glauben, wenn wir ein anderes Werkzeug nutzen als eine der klassischen Wissensschaften, nämlich die Intuition. James Lovelock beklagte (1): »Die menschliche Zivilisation hat keinen guten Weg eingeschlagen, als sie begann, die Intuition abzuwerten.« Nichts spricht aber dagegen, dass wir die Intuition wieder aufwerten. Nichts spricht dagegen, dass wir uns wieder an das »heilige Geschenk« der Intuition (Einstein!) erinnern, das so viele Dichter und Philosophen, aber auch Mathematiker seit Jahrhunderten preisen. Henri Poincaré (*1854; †1912), französischer Mathematiker und Astronom bekannte sich zur Intuition: 

»Mit Logik kann man Beweise führen, aber keine neuen Erkenntnisse gewinnen, dazu gehört Intuition.«
Edgar Allan Poe (*1809; †1849) veröffentlichte kurz vor seinem Tod eine Kosmogonie, ein Werk über die Entstehung des materiellen und spirituellen Universums. Nachdem er das sehr umfangreiche Gedicht in Prosa »Eureka« vollendet hatte, sah er keinen Sinn darin, weiter zu leben (2): »Ich habe kein Verlangen mehr zu leben, seit ich Eureka geschrieben habe. Mehr könnte ich nicht erreichen.«

Edgar Allan Poe sah schon Mitte des 19. Jahrhunderts nur eine Chance für die Zukunft (3): »Wir haben einen Punkt erreicht, wo nur Intuition uns weiterhelfen kann.« Gjergj Perluca (*1944), emeritierter Professor für Physik aus Shkoder, Albanien, sieht in der Intuition »eine spezielle Dimension des Denkens« und traut ihr sehr viel zu: Sie belegt, so Perluca, wie unzureichend die »logische Analyse« ist und kann »Wunder bewirken«. Dessen ungeachtet lehnt das Gros der Wissenschaftler unserer Tage Intuition als Weg zu Erkenntnissen ab. Aber muss denn Erkenntnis ausschließlich das Resultat wissenschaftlichen Denkens sein? Keineswegs, meint Dr. Kersten Kämpfer (*1958), Kybernetiker: »Intuition ist Wissen ohne Wissenschaft.« Dr. Kämpfer: »Intuition beantwortet auch Fragen, die wir erst noch stellen wollten.«

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts stellt man sich in der Welt der Wissenschaft sehr konkrete Fragen zur Existenz von Parallelwelten. Mir scheint, dass in alten Sagen dank der Intuition immer wieder die Realität von Parallelwelten neben der unseren umschrieben werden konnte: als Welten hinter seltsamen Toren zwischen den Welten. Der deutsche Philosoph Dr. phil. Manfred Hinrich (*1926; †2015) definierte Intuition als »sprunghafte Einsicht, deren Schritte nachzuholen sind.« Kamen die Menschen vor Jahrhunderten zur Einsicht, dass es neben unserer Welt Parallelwelten gibt, zwischen denen man sich hin und her bewegen kann? Sind wir dabei mit Logik zu erfassen, was Intuition schon lange erkannt hat? Haben die Altvorderen in Sachen Parallelwelten erahnt, was wir zu wissen beginnen? Wir müssen nur in unsere Überlegungen einbeziehen, dass unsere Vorfahren bereits Wissen erahnen konnten, dessen wir uns erst nach und nach bewusst werden.

Im Film »Die Höhle –  Das Tor in eine andere Zeit« gibt es zwei Parallelwelten. Fünf Freunde gelangen aus ihrer Welt in die Parallelwelt der Höhle. In der alten Welt eilt die Zeit im Sauseschritt, in der Höhle scheint sie fast wie eingefroren zu stehen. Die zwei Parallelwelten mit unterschiedlichen Zeitsystemen gibt es auch in der Sagenwelt. Auch da herrschen in zwei Parallelwelten unterschiedliche Zeiten nebeneinander. Im Vergleich zur in der Höhlenparallelwelt dahin schleichenden Zeit vergeht die Zeit außerhalb der Höhle wie im sprichwörtlichen Flug, ja in rasendem Tempo: im Film wie in der Sage.

Leider fehlt bis heute eine weltweit von jedermann einsehbare Sammlung von Sagen aus aller Herren Länder. Leider kann zum Beispiel nicht recherchiert und festgestellt werden, wie häufig Parallelwelten in den Sagen der Völker vorkommen. Im Frankenland gibt es solche Sagen. Wie viele mögen es einstmals gewesen sein? Wo schlummern noch Aufzeichnungen von Sagen- und Märchensammlern im Verborgenen, von den Nachkommen der Sammler längst vergessen? Wie viele Sagen werden da und dort immer noch mündlich tradiert? Eine Bestandsaufnahme ist überfällig, nicht nur im Frankenland, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Es müsste im Internet eine riesige Sammlung der Sagen der Welt geben.

Eine Sage ist mir schon in jungen Jahren in Variationen immer wieder begegnet. Die Quintessens dieser unterschiedlichen Versionen aufs Faktische reduziert: Eine Mutter ist mit ihrem kleinen Kind am Johannistag (auch »Johanni«) in den Bergen unterwegs. »Johanni« ist im Katholizismus ein besonderer Tag. Am 24. Juni wird das »Hochfest« der Geburt von Johannes, genannt der Täufer, zelebriert. Ein Felsentor tut sich auf oder steht schon offen. Die Mutter trägt das Kind durch das Tor und findet sich in einer Parallelwelt. Sie entdeckt riesige Schätze. Drei weiße Jungfrauen erklären der Mutter, dass sie so viel von den Reichtümern nach draußen tragen dürfe.

Wie von Sinnen schleppt die Frau Kostbarkeiten durch das Felsentor ins Freie. Plötzlich schließt sich das Felsentor wieder krachend. Entsetzt stellt die Frau fest, dass sie ihr Kind auf der anderen Seite des Tores zurückgelassen hat. Verzweifelt sucht die Frau nach dem Eingang, findet ihn aber nicht. Ein Jahr später, wieder zu Johanni, kehrt die Frau zurück zu den Bergen. Sie findet das Felsentor offen. Wieder betritt die Frau durch das Tor die andere Welt. Da findet sie ihr kleines Kind, gesund und munter. Offensichtlich ist es nicht gealtert. Jenseits des Felsentors verläuft die Zeit also sehr viel langsamer als davor. In der betulichen Sprache alter Sagen wird die Existenz von Parallelwelten beschrieben, in denen die Uhren unterschiedlich schnell laufen. Auf dieser Grundidee basiert auch der Film »Die Höhle – Das Tor in eine andere Zeit«.

Prof. Markolf H. Niemz (* 1964 in Hofheim am Taunus) ist ein deutscher Physiker. 1995 erhielt er von der »Heidelberger Akademie der Wissenschaften« für seine Forschungen in Sachen Lasermedizin den Karl-Freudenberg-Preis. Thema seiner Arbeit: »»Zu elementaren Wechselwirkungsarten zwischen Laserlicht und biologischem Gewebe«.

Prof. Niemz entwickelte ein Weltbild, das alle bisherigen Weltbilder zu Makulatur erklärt. Der Physiker schreibt (4): »Wir irren gewaltig, wenn wir glauben, Raum und Zeit seien real, die Ewigkeit sei dagegen eine Illusion. In Wahrheit verhält es sich genau anders herum. Der Raum und die Zeit sind Illusionen, aber die Ewigkeit ist real.«

Prof. Markolf H. Niemz hat, basierend auf Einsteins Relativitätstheorie, ein fantastisches Bild nicht nur von unserer Welt, sondern vom Kosmos entwickelt. Der Physiker Prof. Niemz bestätigt die Weisheitslehren von Buddha bis Jesus. Der Wissenschaftler erkennt die wissenschaftliche Wahrheit philosophisch-religiöser Texte, die eben oft sehr viel mehr sind als Frömmelei. Worte aus der Bibel (im Alten wie im Neuen Testament), aus den Apokryphen (Beispiel:»Evangelium nach Philippus«) und aus dem Koran (Beispiel: Sure 24) lassen vermuten, dass die Grundkenntnisse einer fantastischen Physik Eingeweihten schon vor Jahrtausenden bekannt waren. Unbeantwortet bleiben muss die Frage, woher denn dieses Wissen stammt, sprich wer es den Eingeweihten vermittelt hat. Meine Vermutung: Wissensermittlung basierend auf den Kräften der Intuition.

Ich versuche das Bild vom Universum nach Prof. Markolf H. Niemz vereinfacht darzustellen: Es gibt keinen Raum, also keine Entfernung. Alles ist hier und nicht hier und dort. Es gibt keine Unterscheidung zwischen gestern, heute und morgen. Alles ist jetzt. Raum und Zeit sind Illusionen.

Prof. Niemz (4): »Wir irren gewaltig, wenn wir glauben, Raum und Zeit seien real, die Ewigkeit sei dagegen eine Illusion. In Wahrheit verhält es sich genau anders herum. Der Raum und die Zeit sind Illusionen, aber die Ewigkeit ist real.«


Foto 2: Symbolbild »Parallelwelten«. Foto/ Fotobearbeitung (Spiegelung usw.)
Walter-Jörg Langbein

Im fantastisch anmutenden, kühnen wissenschaftlichen Weltbild von Prof. Niemz geschieht alles jetzt. Anders ausgedrückt: Es gibt Parallelwelten, in denen gleichzeitig das »Vergangene«, das »Gegenwärtige« und das »Zukünftige« geschehen. Werden wir einmal einen Weg finden, um von der Gegenwart in die Vergangenheit oder in die Zukunft zu gelangen? Wenn das »Vergangene«, das »Heutige« und das »Zukünftige« nicht nacheinander, nicht aufeinander folgen, sondern gleichzeitig präsent sind, welche »Vergangenheit« und welche »Zukunft« sind dann gegenwärtig? 

Ich kann mir nur vorstellen, dass es unendlich viele Parallelwelten gibt, die alle gleichzeitig da sind, wobei jede Sekunde von »Vergangenheit« und »Zukunft« im »Jetzt« vorhanden sind. Es wäre meiner Meinung nach unlogisch, wenn nur eine »Vergangenheit« (sagen wir: was vor fünf Minuten geschah) und nur eine »Zukunft« (sagen wir: was in fünf Minuten geschehen wird) im allgegenwärtigen »Jetzt« geschehen sollte. Auf einer Filmrolle ist ja auch jedes einzelne Bild bereits vorhanden. 

Auf einer Filmrolle sind »Vergangenheit«, »Gegenwart« und »Zukunft« gleichzeitig vorhanden. Die Gegenwart wird nur in unserem Bewusstsein zur Vergangenheit, wo sie verschwindet. In der Welt der Filmrolle bleibt sie immer präsent, so wie auch die Zukunft schon präsent ist und wie die Vergangenheit immer noch da ist. Alle Einzelbilder sind allgegenwärtig, es gibt keine gestrigen, heutigen und künftigen.

Fußnoten
(1) Lovelock, James: »Novozän/ Das kommende Zeitalter der Hyperintelligenz«, München 2020, Seite 36, 16.-18. Zeile von oben
(2) Link, Franz H.: »Edgar Allan Poe. Ein Dichter zwischen Romantik und Moderne« Athenäum Verlag, Frankfurt am Main und Bonn 1968, S. 334
(3) Poe, Edgar Allan: »Gesammelte Werke«, Herausgeber Blei, Franz, München 1922, Bd. I: »Heureka. Ein Gedicht in Prosa«, Übersetzung M. von Baudissin
Original: »We have attained a point where only Intuition can aid us.«
Quelle: Poe, Edgar Allan: »Eureka/ A Prose Poem«, New York 1848, Seite 29
(4) Niemz, Prof. Markolf H.: »Ichwahn: Ein Physiker erklärt, warum Abgrenzung gegen unsere Natur ist. Der Schlüssel für ein neues Miteinander«, München 2017, Seite 89, Zeilen 8-12 von oben
In der eBook-Ausgabe, München 2017, Position 985

 

Zur Lektüre dringend empfohlen

Aries, Judas: »Gefährder Einstein/ Wie Sie Gott mit GOTT zu Fall bringen«,
Norderstedt 2019

Niemz, Prof. Markolf H.: »Lucy mit c: Mit Lichtgeschwindigkeit ins Jenseits«, Norderstedt 2005
Niemz, Prof. Markolf H.: »Lucy im Licht: Dem Jenseits auf der Spur«, München 2007
Niemz, Prof. Markolf H.: »Lucys Vermächtnis: Der Schlüssel zur Ewigkeit«, München 2009
Niemz, Prof. Markolf H.: »Bin ich, wenn ich nicht mehr bin? Ein Physiker entschlüsselt die Ewigkeit«, Freiburg 2011
Niemz, Prof. Markolf H.: »Ichwahn: Ein Physiker erklärt, warum Abgrenzung gegen unsere Natur ist. Der Schlüssel für ein neues Miteinander, München 2017
 

Zu den Fotos
Foto 1: Symbolbild »Parallelwelten«. Foto/ Fotobearbeitung (Spiegelung usw.) Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Symbolbild »Parallelwelten«. Foto/ Fotobearbeitung (Spiegelung usw.) Walter-Jörg Langbein

578. »Ein Paradoxon und sieben Welten«,
Teil 578 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 14. Februar 2021

 

 

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Sonntag, 22. September 2019

505. »Am Anfang«

Teil 505 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Fotos 1 und 2: Erster und zweiter Tag der Schöpfung

Vor einigen Monaten beschäftigte ich mich intensiv mit der Weltsicht eines Wissenschaftlers, der unser Verständnis von der Wirklichkeit vollkommen revolutionieren wird. Prof. Markolf H. Niemz hat eine Kosmologie entwickelt, die religiöse Weltbilder und physikalische Erkenntnisse in Einklang bringt. Er schreibt (1): »Licht ist ein komplexer, das gesamte Universum durchdringender Speicher, in dem jedes Objekt unauslösliche Spuren hinterlässt.« Der Physiker stellt eine Frage und bietet eine faszinierende Antwort (2): »Licht ist das große Unbekannte. … Ist Licht Information? Damit kommen wir dem Wesen des Lichts schon viel näher. Licht speichert alles, was jemals im Universum geschieht. Es ist eine Art ›Tagebuch der Schöpfung‹.« 

Ich frage: Hinterlassen wir im kosmischen Licht Spuren? Speichern wir im »kosmischen Licht« so etwas wie eine Chronik der Menschheit ab? Oder ist dieses »kosmische Licht« so etwas wie ein »Computerprogramm«, das Illusionen erschafft? »Der Mensch lebt von seinen Illusionen.« schrieb der Dichter und Schriftsteller Wilhelm Raabe (*1831; †1910). Oder ist der Mensch selbst wie das Universum eine Illusion, geschaffen von einem fantastischen Computerprogramm?

Ist der Kosmos eine Illusion? Sind wir eine Illusion, erzeugt von diesem »Computerprogramm«, das ohne Hardware auskommt? Ist unsere Realität eine Illusion, die in einem »Supercomputer« aus »Licht« erzeugt wird? Wer hat diesen »Supercomputer« ersonnen und verwirklicht? War und ist es, was auch immer wir uns unter »Gott« vorstellen mögen?

Doch nun zu meiner Übersetzung des vielleicht bekanntesten Texts aus der Bibel, den auch Atheisten kennen. Selbst wer noch nie eine Bibel in der Hand gehabt hat, wird vom Schöpfungsbericht gehört haben, der ganz am Anfang des »Alten Testaments« steht.

1. Buch Mose, Kapitel 1 (Genesis 1)

Foto 3: 1. Tag der Schöpfung/
Licht und Dunkelheit.
1) Am Anfang schuf  (Einzahl!!) die Götter (Elohim = Mehrzahl!!) die Himmel und die Erde.

2) Und die Erde, die war Tohu Wabohu und Dunkelheit auf dem Gesicht des Urmeeres und der Hauch der Götter schwebend auf dem Urgesicht der Wasser.

3) Und es sprachen die Götter, Licht sei, und Licht wurde.

4) Und es sahen die Götter, das Licht, ja, gut! Und es trennten die Elohim (die  Götter) zwischen dem Licht und zwischen der Dunkelheit.

5) Und es riefen an die Götter das Licht: Tag, und die Dunkelheit riefen sie an: Nacht. Und es ward Abend und es ward Morgen: erster Tag.

6) Und es sprachen die Götter, es werde ein Gewölbe inmitten der Wasser und es werde voneinander getrennt zwischen Wassern und Wassern.

7) Und es machten die Götter das Gewölbe und sie trennten zwischen den Wassern welche von unter dem Gewölbe und zwischen den Wassern, welche oben dem Gewölbe und es war gut.

8) Und es riefen die Götter dem Gewölbe: Himmel, und es ward Abend und es ward Morgen: zweiter Tag.

9) Und es sprachen die Götter, sie sollen sich sammeln, die Wasser, von unter der Feste (von unter dem Himmel) an einem Ort und es lasse sich sehen das Trockene. Und es war recht.

10) Und es riefen die Götter dem Trockenen: Erde und der Ansammlung von Gewässern riefen sie zu: Meer. Und es sahen die Götter, dass gut!

Foto 4: 2. Tag der Schöpfung/ Wasser
und trockenes Land

11) Und es sprachen die Götter, die Erde bringe hervor Gras und Kräuter, Samen bildende, Fruchtbaum, der nach seiner Art Frucht macht und welcher Samen trägt darin auf der Erde und es war recht.

Foto 5: 3. Tag der Schöpfung/ Pflanzen sprießen
12) Und sie brachte hervor, die Erde, frisches Grün, Kräuter, Samen bildende nach ihrer Art, Baum, der Frucht macht seiner Art nach, worin er samt, und es sahen die Götter, ja, gut!

13) Und es ward Abend und es ward Morgen: dritter Tag.

14) Und es sprachen die Götter, es seien Leuchten am Himmelsgewölbe um zu trennen zwischen dem Tag und zwischen der Nacht, damit sie werden Zeichen, für Zeiten, Tage und Jahre.

15) Und es seien Lichter am Firmament zum Leuchten auf die Erde und es war recht.

16) Und es machten die Götter zwei Leuchtkörper, den großen Leuchtkörper zum Herrschen am Tag und den kleinen zum Leuchten in der Nacht und die Sterne.

17) Und es gaben sie die Götter ans Gewölbe des Himmels zum Leuchten auf die Erde.

18) Hinsichtlich des Herrschens am Tag und in der Nacht und hinsichtlich des Trennens zwischen dem Licht und zwischen dem Dunkeln und es sahen die Götter, ja, gut!

Foto 6: 4. Tag der Schöpfung/ Sonne, Mond und
Sterne

19) Und es ward Abend und es ward Morgen: vierter Tag.

20) Und es sprachen die Götter, das Wasser wimmele ein Wimmeln lebenden Wesens und Vögel fliegen auf der Erde und vor dem Angesicht des Himmelsgewölbes

21) Und es schufen die die Götter die großen Ungetiere, sie, die Götter, und alle lebendigen Wesen, von welchen wimmelten die Wasser, wie es ihre Art.

22) Und es sahen die Götter, ja, gut! Und es segneten sie, die Götter, und sprachen: fruchtet und mehret euch und erfüllet die Wasser in den Meeren und auch der Vogel vermehre sich auf der Erde!

Foto 7: 5. Tag der Schöpfung/
Tiere des Meeres und der Lüfte

23) Und es ward Abend und es ward Morgen: fünfter Tag.

24) Und es sprachen, die Götter, es treibe die Erde, lebendiges Wesen nach ihrer Art. Herdentiere, Kriechtiere und wild lebende Tiere nach ihrer Art. Und so ward es.

25) Und es machten die Götter, das Wildlebende auf dem Erdenland nach seiner Art und alles Zappelnde des Ackers nach seiner Art. Und es sahen die Götter, ja gut!

Foto 8: 6. Tag/
Tiere des Landes

26) Und es sprachen die Götter: Machen wir den Menschen gemäß unserem Bilde. Sie (die Menschen) mögen herrschen über das Fischvolk der Meere, den Himmelsvogel, all das Erdengetier und alles Regende auf der Erde.

27) Und es schufen die Götter, den Menschen in ihrem Ebenbilde, sie schufen ihm im Bilde der Götter, männlich schufen sie sie, weiblich schufen sie sie.

28) Es segneten sie die Götter: fruchtet und mehret euch und erfüllet die Erde und ermächtigt euch derselben! Herrschet über des Meeres Fischvolk, den Himmelsvogel und über alles Lebende, das regt sich auf der Erde.

29) Und es sprachen die Götter: gegeben sei euch alles Kraut das Samen sät, das ist überall auf dem Gesicht der Erde, jeden Baum, dem Samen säende Frucht des Baumes ist: euch zum Essen sei es!

30) Und allem Lebenden der Erde, allen Vögeln des Himmels und allem, was sich regt auf Erden worin es lebt, ihnen allen alles Grün des Krautes zum Essen! Und es ward so!

Foto 9: 6. Tag/
Adam und Eva

31) Und es sahen die Götter alles, das sie gemacht, und ja: gut! Und es ward Abend und es ward Morgen: sechster Tag!

1. Buch Mose, Kapitel 2 (Genesis 2)

1) Himmel und Erde vollendet waren und all ihre Schar.

Foto 10: 7. Tag/
Tag der Ruhe nach der anstrengenden Schöpfung

2) Und es beschlossen die Götter die Arbeit am siebten Tag. Und sie feierten am siebten Tag von aller Arbeit, die gemacht.

3) Und sie, die Götter, segneten den siebenten Tag und machten ihn heilig, weil sie, die Götter ruhten an ihm von allen Werken.

4) Dies sind die Berichte der Erschaffung des Himmels und der Erde: ihr Erschaffensein.

Soweit meine Übersetzung. Wir wissen, dass die Erde um die Sonne kreist. Sie dreht sich in 24 Stunden einmal um die eigene Achse. Auf der Erdhalbkugel, die der Sonne zugewandt ist, da ist es Tag. Auf der Erdhalbkugel, die der Sonne abgewandt ist, da herrscht Nacht. Es ist eine Binsenweisheit: Ohne Sonne gibt es nicht Tag und Nacht.

Ist es Ihnen aufgefallen, dass nach dem Schöpfungsbericht, Sonne und Mond erst am 4. Tag erschaffen werden (3)? Demnach kann es vorher nicht den Wechsel zwischen Tag und Nacht gegeben haben. Seltsam: Gleich zu Beginn der Schöpfung (4) wird »Licht« erzeugt. Um Sonnenlicht kann es sich dabei nicht handeln, denn die Sonne gibt es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. 

Wagen wir eine kühne Spekulation: Am Anfang der göttlichen Schöpfung entsteht das »Licht« des »Supercomputers«. In dieser Illusion aus »Licht« wird das erzeugt, was wir für Realität halten.

Fußnoten
(1) Niemz, Prof. Markolf H.: »Ichwahn: Ein Physiker erklärt, warum Abgrenzung gegen unsere Natur ist. Der Schlüssel für ein neues Miteinander«, Ludwig-Verlag/ Random Hose, München 2017, Seite 86, Zeilen 1 und 2 von unten und Seite 87, Zeile 1 von oben
(2) Ebenda, Seite 85, Zeilen 1 und 2 und Zeilen 3-6 von oben
(3) 1. Buch Mose, Kapitel 1, Verse 14-19 (Genesis 1, 14-19)
(4) 1. Buch Mose, Kapitel 1, Vers 3

Zu den Fotos 
Bei den Fotos 1-6 und 8-10 handelt es sich um Buchmalereien, die um das Jahr 1220 entstanden sind. Die Originale befinden sich in der großen und mit Recht berühmten »Nationalbibliothek Lissabon«. Die Fotos sind gemeinfrei/ wiki commons.
Foto 7: Französische Buchmalerei, entstanden um 1415. Das Foto ist gemeinfrei/ wiki commons

»Die 3. Schöpfungsgeschichte«,
Teil 506 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 29. September 2019

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Sonntag, 11. August 2019

499. »Ewig sein in jedem Augenblick«

Teil 499 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein



Foto 1: König Ludwig XV.
Der Graf von Saint Germain (1), er war vermutlich portugiesischer Herkunft, tauchte um 1740 an verschiedenen Königshöfen Europas auf. Niemand weiß so recht, wann er geboren wurde und ob er vielleicht gar noch lebt. Zahlreichen Zeugen gegenüber behauptete er jedenfalls, mit Hilfe eines »Elixiers« das ewige Leben erlangt zu haben. 

Oft wurde er nach dem Rezept für seine geheime Tinktur gefragt, verweigerte aber stets jede Auskunft. Rasch gewann er das Vertrauen König von Ludwig XV. (*1710, †1774) und seiner Geliebten Jeanne Antoinette Poisson, Marquise de Pompadour (*1721, †1764). Die nicht uneitle Dame soll sich in besonderem Maße für jenes Elixier und für seinen Reichtum interessiert haben. Tatsächlich besaß er herrlichste Edelsteine in großen Mengen, die er, wie später Elvis Aaron Presley (*1935; †1977) Straßenkreuzer, häufig verschenkte, als seien sie nichts wert. Voltaire (*1694, †1774), der große Philosoph und Dichter äußerte sich begeistert. Der Graf von Saint Germain sei der Mann, »der niemals stirbt und alles weiß«.

1710 will ihn die Gräfin de Gegy in Venedig kennengelernt haben. Als sie ihn 50 Jahre später wieder traf, hatte er sich äußerlich überhaupt nicht verändert. 1710 war Saint Germain nach dem Zeitzeugen Jean Philippe Rameau, einem französischen Adeligen, etwa 45, eher 50 Jahre alt. Dann müsste er 1760 fast einhundert Jahre alt gewesen sein, sah aber allenfalls nur halb so alt aus, wie auch die englische Zeitung, der seriöse »Londoner Chronicle« bestätigte:

Der Mann muss über das Geheimnis der ewigen Jugend verfügen! Im gleichen Jahr setzte er sich mit Erfolg für Friedensverhandlungen zwischen Preußen und Österreich ein. Ein Vertrag kam zustande. 1762 warnte er Vertreter des französischen Hochadels vor der nahenden Revolution. Er habe eine schlimme, alptraumartige Vision von Erniedrigung und Tod der Vornehmen gehabt. Seine teilweise grausamen Schilderungen wurden nicht ernst genommen. Man lachte vergnügt, beklatschte die aufregenden Beschreibungen.Von 1766 bis 1769 war Saint Germain wiederum in Indien. Seltsam: 1768 und 1769 soll er in Deutschland auch noch mehrere Fabriken eröffnet haben.

Foto 2: Madame de Pompadour
1770 traf er in Moskau mit dem Fürsten Orlow zusammen, um nach Deutschland zurückzueilen und Franz Anton Mesmer in die Geheimwissenschaften einzuweihen. 1780 veröffentlichte der Tausendsassa in London seine Werke für Violine. Da müsste er immerhin schon das stolze Alter von 120 Jahren erreicht haben. Anno 1784 wurde  der Tod des Grafen durch seinen Gönner, den Prinzen Karl von Hessen-Kassel, bekannt gegeben. »Er war vielleicht einer der größten Weisen, die jemals lebten.«, munkelt so mancher Fan des mysteriösen Mannes. Der Totgesagte tauchte freilich bereits ein Jahr später wieder quicklebendig auf. Er nahm am 15. Februar 1785 am »Internationalen Kongress der Freimaurer« in Paris teil. Das belegen zahlreiche Zeugenaussagen und beglaubigte Protokolle.

1789 ernannte König Gustav von Schweden den Grafen zu seinem persönlichen Leibarzt. Madame d’ Adhemar schätzte ihn »auf etwa 45 Jahre«, dabei müsste er damals bereits etwa 150 Jahre alt gewesen sein. 1793 war er wieder in Frankreich, spendete Marie-Antoinette letzten Trost vor der Enthauptung. Im Jahr 1836 wurde er auf der Beerdigung von Carl von Essen gesichtet. Da müsste er selbst fast 180 gewesen sein. 1820 soll er sich dem Herzog von Berry gezeigt haben, Stunden vor seiner Erschießung. 1867 nahm er als ein in rätselhafte Geheimnisse Eingeweihter aktiv in Wien am Treffen der »Großen Loge« teil. Als 207-Jähriger?

1972 machte der Graf nochmals Schlagzeilen: Ein gewisser Richard Chanfray behauptete im französischen Fernsehen, er sei Saint Germain und demonstrierte geheimnisvolle Experimente. Im gleichen Jahr wurde Richard Chanfray der neue Lebensabschnittspartner der damals höchst erfolgreichen Sängerin Dalida, nachdem ihr Mann Lucien Morisse und ihr Geliebter Luici Tenco beide Selbstmord begangen hatten. Im Internet – bei youtube – finden sich immer wieder kurze Filmchen, die Richard Chanfray im Duett mit Sängerin Sängerin Dalida zeigen (2).

Foto 3: Carl von Hessen.
Dalida war ein echter Megastar. Sie hat über 1.000 Lieder in 15 Sprachen aufgenommen, hat über 150 Millionen Alben verkauft und war weltweit die erste Künstlerin überhaupt, die eine »Diamantene Schallplatte« erhielt. Sie wurde mit dem höchsten Orden der Republik Frankreichs geehrt. Viele Jahre hintereinander wurde sie in Frankreich zur zweitwichtigsten Persönlichkeit des Landes gewählt. Platz 1 hielt Charles de Gaulle (*1890; †1970) inne. Dalidas Leben endete tragisch: Am 3. Mai 1987 wurde die einst so gefeierte Sängerin gegen 18 Uhr von einer Hausangestellten in ihrem Pariser Haus auf dem Montmartre tot aufgefunden. Sie hatte, wie die Polizei mitteilte, mit Schlaftabletten Selbstmord verübt. Ihr »Abschiedsbrief« bestand aus einem einzigen Satz: »Das Leben ist mir unerträglich – vergebt mir.«

Chanfray behauptete von sich, er sei »der Mann, der Blei in Gold verwandelt« und der niemals stirbt. Die alchemistische »Kunst« des Goldmachens führte er immer wieder staunendem Publikum vor, angeblich ohne zu Tricksen. Selbst »Experten« hätten keinen Schwindel erkennen können. »Böse Zungen« behaupten allerdings, dass sich Chanfray sein Wissen über Saint-Germain lediglich im Gefängnis anlas, wo er eine sechsjährige Strafe wegen eines Raubes und anderer Delikte absaß. In der Gefängnisbibliothek habe er einige Werke über den mysteriösen Grafen entdeckt.

Im Juni 1983 trat der Mann, der behauptete, der Graf von Saint-German zu sein, letztmals öffentlich bei einer Party auf. Angeblich sah er sehr schlecht aus, war hager, hatte schlohweiße Haare und wirkte erschöpft. Obwohl der angeblich Graf in einige Skandale verwickelt war, obwohl er wieder eine Haftstrafe absitzen und durch zum Teil abstruse Behauptungen auf sich aufmerksam machte, blieb er doch ein Liebling der »Promi-Gesellschaft«. So zeigte er dem spanischen Journalisten José María Íñigo ein »Wunderpulver« vor. Angeblich wurde ein toter Hund wieder lebendig, um kurz darauf erneut zu sterben.

Foto 4: »Über die Religion«
Richard Chanfray (3), am 4. April 1940 in Lyon geboren, beging am 14. Juli 1983, so lautet die offizielle Version, gemeinsam mit seiner Geliebten »Baroness Paula de Loos«, Selbstmord: durch Einnahme eines Cocktails von Barbituraten und Einatmen von Autoabgasen. In seinem Abschiedsbrief war zu lessen: »Ich gehe und nehme sie mit mir, weil sie so wie ich ist«.

Fans hat Richard Chanfray nach wie vor, die nicht an seinen Tod glauben wollen. Es kursiert das Gerücht, Richard Chanfray sei lediglich spurlos verschwunden und nicht gestorben. Im Internet zumindest lebt er weiter. Wer sucht, der findet bei youtube nach wie vor »Dokumentationen«, in der Regel in spanischer oder französischer Sprache, in denen der umstrittene Chanfray über seine alchemistischen Fähigkeiten spricht und seine Künste demonstriert (4).

Sollte der reale Saint Germain gefunden haben, was Gilgamesch und Alexander der Große suchten, nämlich das Geheimnis vom ewigen Leben? Oder sind die Legenden um den mysteriösen Adeligen Ausdruck unserer Sehnsucht nach dem Wunderbaren einerseits und nach einem Leben ohne Tod. Aber wäre ein »ewiges Leben« nicht irgendwann weniger eine Belohnung als unendlich langweilig?

Der deutsche Philosoph, Zoologe und Freidenker Ernst Haeckel (*1834; †1919) leugnete die Vorstellung, ein individueller Mensch könne ewig leben. Er berief sich auf Aristoteles (*384 v.Chr; †322 v.Chr.): »Schon Aristoteles leugnete die Ewigkeit des Individuums in jeder Beziehung: er behauptete, ewig könnte vielleicht die Art oder Gattung sein, die aus den gleichartigen Individuen gebildet werde; allein, das Individuum selbst sei vergänglich, es entstehe neu während des Zeugungsaktes und gehe beim Tode wieder zugrunde.«

Der Physiker schreibt Prof. Markolf H. Niemz (* 1964) leugnet nicht die ewige Existenz des Lebens, wohl aber das ewige Leben des Einzelnen als Individuum (5): »Das Jetzt ist. Es hat weder Anfang noch Ende, sondern währt immerzu. … Wir irren gewaltig, wenn wir glauben, Raum und Zeit seien real, die Ewigkeit sei dagegen eine Illusion. In Wahrheit verhält es sich genau anders herum. Der Raum und die Zeit sind Illusionen, aber die Ewigkeit ist real.«

Foto 4: »Über die Religion«
»Dein ist ein sterbliches Los, Nichtsterbliches aber begehrst du!« schrieb der große Ovid Ovid (*43 v. Chr.; †17 n. Chr.) in seinen »Metamorphosen«. Ich sehe das so: Sterblich bin ich als Individuum, aber unsterblich ist alles was alle Begrenzung ablegt und in das ewig Es eingeht. An diese Form der Unsterblichkeit glaube ich.

Um es pointiert zu formulieren: Nach der Philosophie des Physikers Prof. Niemz existiert alles in einem Computerspeicher aus Licht. Dieser Lichtspeicher, aus dem wir kommen und in den wir zurückkehren, nimmt jeden Gedanken auf und nichts geht verloren. Das empfinde ich als Trost: Jeder Mensch lernt sein ganzes Leben lang und jede Erkenntnis bereichert das in jeder Hinsicht unvorstellbare universale Es. Nichts geht verloren.

Der deutsche evangelischer Theologe, Philosoph und Pädagoge Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (*1768; †1834) hat in einem Satz die modernste Umschreibung von »Unsterblichkeit« erfasst. Wohl weil er seiner Zeit sehr weit voraus war, wagte er sein Werk anno 1799 erst nur anonym zu publizieren. Schleiermacher schreibt (6): »Mitten in der Endlichkeit Eins werden mit dem Unendlichen und ewig sein in jedem Augenblick, das ist die Unsterblichkeit der Religion.«

Fußnoten
1) Terhart, Franjo: »Das Geheimnis der Eingeweihten/ Was spirituelle Persönlichkeiten uns erschließen«, Kreuzlingen 1996 (›Saint Germain/ Vom Geheimnis der Unsterblichkeit‹, S. 158-161)
2) https://www.youtube.com/watch?v=OTjeiTWIMHM (Stand: 28.05.2019)
3) http://www.thefullwiki.org/Richard_Chanfray (Stand 28.05.2019)
4) https://www.youtube.com/watch?v=wiT_Dtitn-U (Stand: 28.05.2019)
5) Niemz, Prof. Markolf H.: »Ichwahn: Ein Physiker erklärt, warum Abgrenzung gegen unsere Natur ist. Der Schlüssel für ein neues Miteinander«, Ludwig-Verlag/ Random Hose, München 2017, e-Book-Ausgabe, Position 982 und Position 985
6) Schleiermacher, Friedrich: »Über die Religion/ Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern«, Printausgabe Hamburg 1958, eBook Berlin 2016, Seite 80/ Position 1137

Foto 5: 2 Ausgaben von Schleiermachers »Über die Religion«.

Weiterführende Literatur
Allgeier, Kurt: »Niemand stirbt für ewig«, Zürich 1988
Delacour, Jean-Baptiste: »Aus dem Jenseits zurück«, Düsseldorf 1974
Ditfurth, Hoimar von: »Wir sind nicht von dieser Welt«, Hamburg 1981
Fair, Charles: »Das fehlprogrammierte Gehirn«, München 1971
Grabow, Sandra: »Der Graf von Saint Germain«, Beitrag zu »Unknown Reality«, Frankfurt/ Oder, Januar/ Februar 1996
Jessen, Willers: »Der Graf Saint-Germain« 1907, Nachdruck Jahrbuch Heimatgemeinschaft Eckernförde Heft 5, Eckernförde 2004
Krassa, Peter: »Der Wiedergänger/ Das zeitlose Leben des Grafen Saint-
Germain«, München 1998
Volz, Gustav Berthold (Hrsg.): »Der Graf von Saint Germain – das Leben eines Alchemisten nach großenteils unveröffentlichten Urkunden«, Dresden 1923
Wambach, Helen: »Leben vor dem Leben«, München 1979
Wegener, Franz: »Der Freimaurergarten. Die geheimen Gärten der Freimaurer des 18. Jahrhunderts«, Gladbeck 2008

Zu den Fotos
Foto 1: König Ludwig XV. Foto gemeinfrei
Foto 2: Madame de Pompadour. Foto gemeinfrei
Foto 3: Carl von Hessen. Foto gemeinfrei
Foto 4: Schleiermachers Buch »Über die Religion«. Foto gemeinfrei
Foto 5: 2 Ausgaben von Schleiermachers »Über die Religion«.

500. »Hinter'm Horizont«
Teil 500 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 18. August 2019



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Sonntag, 30. Juni 2019

493. »Kann man Geister fotografieren?«

Teil 493 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


»Mariä Schutz« ist eine Friedhofskapelle, die auf eine lange, ehrwürdige Vergangenheit zurückblicken kann. Sie wird oft auch »Alte Pfarrkirche« genannt, war sie doch einst die »Laienkirche« von Fischbachau. Begonnen wurde ein erster Vorgängerbau bereits anno 1085 und  anno1087 geweiht. Die in ihrer Schlichtheit beeindruckenden früh-barocken Stuckaturen sind vergleichsweise jung. Sie wurden anno 1630 nach Art der Miesbacher Meister angebracht.Nach einem beeindruckenden Besuch der Kapelle des einstigen Klosters von Birkenstein führen mich kundige und Freunde aus Gerblinghausen zur Kapelle »Mariä Schutz« (1). 

Foto 1: »Mariä Schutz«

Geradezu idyllisch ist der alte Friedhof. Schmiedeeiserne Kreuze, Heiligenfiguren aus Stein und vom Zahn der Zeit arg in Mitleidenschaft gezogene Holztafeln mit uralten bayerischen Namen verleihen dem Gottesacker besonderen Charakter. Hier ruhen die Toten, die »Entschlafenen« wie manche gern umschreiben. Noch heute wagen sich manche Zeitgenossen zu nächtlicher Stunde nicht auf so einen Friedhof. Auch wenn sie es nicht zugeben, vielleicht sogar selbst gar nicht glauben wollen: Sie haben Angst vor »Geistern«. An Geister glaubt der vermeintlich aufgeklärte Mensch mit kühlem Sachverstand natürlich nicht. Nach dem Tod kommt nichts, meinen sie. Andere sind ganz anderer Ansicht. 

Foro 2: Sitting Bull
»Geister gibt es ohne Zweifel, denn sonst könnte man sie nicht fotografieren!« meinen die. Und das schon seit den Kindertagen des Fotografierens. Wirklich? Anno 1872 wurden in England das Medium Mrs. Guppy und der Fotograf Mr. Hudson hofiert. Die Lady rief mental Geister herbei, der Fotograf verewigte sie mit seinem primitiven Apparat. Ein anderes Medium, Mrs. A. E. Deane, war gleichfalls dazu in der Lage, die Geister von Toten herbeizuzitieren, die dann bei Seancen fotografiert wurden. Bei einer Sitzung erschien beispielsweise der Geist eines toten Mädchens. Er wurde gebeten, einen bestimmten Geist herbeizurufen: den des legendären Indianerhäuptling Sitting Bull. Der stolze Jenseitige tauchte wenige Minuten später auf. Ein Vergleich mit dem Titelbild von »My Magazine«, Oktober 1920, ergab eine mehr als erstaunliche Ähnlichkeit.

Foto 3: P. von Hindenburg
Auf Schloss Ostrau begegnete Paul von Hindenburg (*2.10.1847, †2.8.1934), der spätere Reichspräsident, auf der breiten Freitreppe des bei Koethen in Anhalt gelegenen Schlosses einem leibhaftigen Geist. Zunächst hielt von Hindenburg die Erscheinung für eine vornehme Dame aus Fleisch und Blut. Er stellte sich ihr vor. Sie reagierte nicht. Von Hindenburg hielt die Dame für schwerhörig. Als er später sein Erlebnis schilderte, dabei die Dame sehr präzise beschrieb, erfuhr er Erstaunliches: »Das war unser Schlossgeist!« In England ist besonders der »Tower« als Erscheinungsort von Geistern bekannt. Fast ebenso berüchtigt ist Clamis Castle. Der Überlieferung nach soll hier McBeth König Duncan ermordet haben. Auf Claimis Castle, so lautet eine uralte Überlieferung, erscheint immer dann, wenn einem Mitglied des Königshauses ein Unheil droht eine »grüne Frau«. Geisterfotograf William Hoppe soll es gelungen sein, die Dame auf die fotografische Platte zu bannen. Mittels Selbstauslöser lichtete er nicht nur die Spukgestalt, sondern auch noch sich selbst ab.

Ein Betrug scheint ausgeschlossen zu sein. Die Fotoplatte kann nicht manipuliert, sprich vorbelichtet worden sein. Sie wurde nämlich von einem Journalisten ausgewählt. Wenige Tage nach dem so dokumentierten Auftauchen der »grünen Frau« starb König Eduard VIII. Kurz nach der Ermordung von US-Präsident Abraham Lincoln am 15. April 1865 wandte sich die Witwe des legendären Staatsmannes Mary Todd Lincoln (*1818; †1882) an William Mumler, einen bekannten Geisterfotografen jener Zeit. Sie gab einen falschen Namen an. Und doch tauchte auf dem »Geisterfoto« ein Phantom auf, das mit Fantasie als Abraham Lincoln identifiziert werden kann.

Foto 4: Abraham Lincoln
Foto 5: Mary Todd Lincoln
Diese Beispiele sind willkürlich gewählt. Es würde den Rahmen des vorliegenden Buches sprengen, auch nur die wichtigsten Geisterfotos aufzulisten. Die Fülle an Material, wovon gewiss ein erheblicher Teil schlichtweg gefälscht ist, wirft eine Frage auf: Was sind Geister eigentlich? Oder profaner: Woraus bestehen sie? In den 1870er Jahren gelang es dem Medium Wilma Hardy durch reine Gedankenkraft, »Geisterhände« aus dem Nichts auftauchen zu lassen. Der Bostoner Geologe William Denton beobachtete das Phänomen kritisch. Es gelang ihm von den »Geisterhänden« sogar Gipsabdrücke anzufertigen. Ähnliche Materialisationen konnte auch das französische Medium Marthe Bértraud bewerkstelligen. Zu Beginn unseres Jahrhunderts tauchten bei Seancen mit ihr »schleierartige Materialisationen« auf, die die Gestalt von Köpfen, Armen oder ganzen Menschen annahmen.

Die Erscheinungen waren dabei so plastisch, dass es manchen Zeitgenossen schwer fiel, an Übersinnliches zu glauben. Lag da nicht vielleicht doch ein geschickter Trick vor? Schaffte es das Medium, etwas durchaus Materielles mit Hilfe von Taschenspielertricks als etwas »Jenseitiges« auszugeben? Der Münchner Arzt und Erforscher des Übersinnlichen, Freiherr von Schrenck-Notzing (*1862, †1929), war bestens vertraut mit solchen Tricks. Er kannte sie alle. Und er unternahm strenge, ja peinliche Kontrollen, um jede Möglichkeit eines Betrugs auszuschließen. So musste sich Medium Marthe Bértraud vor jeder Seance nackt ausziehen.

Foto 6: Mary Todd Lincoln
Ihr Körper wurde peinlich genau auf eventuell versteckte Hilfsmittel hin untersucht. Nichts Verdächtiges wurde gefunden. Freiherr von Schrenck-Notzing gab ihr sogar Brech- und Abführmittel ein, um  auch jede nur denkbare Trickserei zu vereiteln. Schließlich musste Marthe Bértraud ein enges, knapp sitzendes Trikot anlegen. Ihr Kopf wurde mit einer Haube umhüllt. Und trotzdem entstanden die geheimnisvollen Materialisationen. Es bildeten sich dunstartige Wolken aus dem Nichts. »Geister« formierten sich. Dr. Schrenck-Notzing fand heraus, dass auch männliche Medien Geister erscheinen lassen konnten, zum Beispiel die Gebrüder Willy und Rudi Schneider aus Braunau am Inn. Auch bei beiden Brüdern schlossen kriminalistische Überwachungsmethoden aus, dass betrogen wurde. Die beiden Männer waren dazu in der Lage, Geister herbeizurufen, die vor den Augen der Zeugen als nebulöse, halb durchsichtige Wesen entstanden.

Als im Dezember 1929 an Bord des Schiffes SS. Watertown zwei Mitglieder der Besatzung starben, wurden sie, altem Brauchtum folgend, auf See bestattet. Einen Tag später geschah Unbegreifliches. Von einer bestimmten Stelle an Bord aus betrachtet, sah man die Gesichter der Toten im Meer. Und das Tag für Tag, erstaunlich deutlich. Die seltsame Geistererscheinung trat auch auf den folgenden beiden Reisen der SS. Watertown auf. Die Gesichter der Toten im Wasser verfolgten das Schiff. Mehrere Fotos beweisen die Realität des Unbegreiflichen. Noch ein Beispiel: 1959 hielt der Geistliche R. S. Blance  eine ehemalige Kultstätte der Ureinwohner Australiens auf im Bilde fest. Als das Foto von einem professionellen Labor entwickelt worden war, war deutlich eine geheimnisvolle, halb durchsichtige Gestalt zu sehen.

Foto 7: So soll »Mary King’s Close« ausgesehen haben.

Geister tauchten auf frühen Fotos des 19. Jahrhunderts auf. In unseren Tagen lassen sie sich per Video aufnehmen. Architekt David Roulston aus Glasgow verbrachte beispielsweise im Juni 1995 eine Nacht im alten Gemäuer von »Mary King’s Close« in Edinburgh. Dem 47-Jährigen wurde bald unheimlich zumute. Er spürte unerklärliche Kältewellen. Da er eine Videokamera dabei hatte, filmte er wahllos. Als er dann Tage später die Aufnahmen zuhause ansah, wurde ihm erst wirklich unheimlich. Da tauchte ein unheimliches schemenhaftes Gesicht aus dem Nichts auf. Dieses unheimliche Etwas hat als »monströse Form« nach amtlichen Dokumenten bereits im 17. Jahrhundert dort sein Unwesen getrieben.

Wenn eine Straße idealer Aufenthaltsort für Geister ist, dann ist es »Mary King’s Close«. Hier grassierte anno 1645 eine fürchterliche Pestepidemie. Die Krankheit breitete sich rasend schnell aus in Edinburgh. Viele Menschen wurden dahingerafft. Wie viele Opfer zu beklagen waren, lässt sich nicht mehr feststellen. Die entsetzten Stadtväter Edinburghs sahen sich genötigt, etwas zu unternehmen. Da sie »Mary King’s Close« für den Ausgangspunkt der tödlichen Krankheit hielten, fassten sie einen Beschluss, der umgehend in die Tat umgesetzt werden musste. Die schmale Gasse wurde einfach an beiden Enden zugemauert. 

Der Legende nach wurde die Gasse zum Gefängnis für viele Menschen, die nicht entkommen konnten. Waren sie schon von der Pest befallen? Wieder gab es Todesopfer zu beklagen. Erst im Frühjahr 2003 wurde die Gasse des Todes wieder geöffnet und zur makaberen Attraktion für ganz spezielle Führungen (2).

Foto 8: »Mariä Schutz«. Foto Heidi Stahl
Spukte es in der »Mary King’s Close«-Gasse? Oder gibt es eine weniger gespenstische Erklärung für seltsame Erscheinungen in dem keine zwei Meter breiten Gässchen? Einst endete es an einem See. Die Bevölkerung wuchs und wuchs, immer mehr Menschen hausten in den Elendsvierteln. So wurde der See in »Baugelände« verwandelt, das heißt man versuchte, das Gewässer zuzuschütten. So entstand ein stinkender Sumpf, dessen wabernde Dämpfe angeblich abends wie »Gespenster« aussahen. Und angeblich löste das Einatmen dieser ungesunden Schaden Halluzinationen aus.
Fragen über Fragen ergeben sich! Wenn es Geister gibt, sind das die Seelen von Verstorbenen? Halten sie sich in einem wie auch immer gearteten Zwischenreich auf? Und können sie ihre Welt verlassen und die unsere besuchen? Nach Prof. Markolf H. Niemz sind Raum und Zeit eine Illusionen und »Licht« kann die Schwelle zwischen Diesseits und Jenseits überwinden. »Licht« aber sollte fototechnisch dokumentierbar sein.

Literatur
Foto 9: Sensationell!
Aries, Judas: »Gefährder Einstein/ Wie Sie Gott mit GOTT zu Fall bringen«, Norderstedt 2019 (Foto 9!)
Holbe, Rainer: »Phantastische Phänomene«, München 1993
Keller, Werner: »Was gestern noch als Wunder galt«, Zürich 1973
»One dog night« in »Fortean Times« Nr. 83
Niemz, Prof. Markolf H.: »Lucy mit c: Mit Lichtgeschwindigkeit ins Jenseits«, Norderstedt 2005
Niemz, Prof. Markolf H.: »Lucy im Licht: Dem Jenseits auf der Spur«, München 2007
Niemz, Prof. Markolf H.: »Lucys Vermächtnis: Der Schlüssel zur Ewigkeit«, München 2009
Niemz, Prof. Markolf H.: »Bin ich, wenn ich nicht mehr bin? Ein Physiker entschlüsselt die Ewigkeit«,  Freiburg 2011
Niemz, Prof. Markolf H.: »Ichwahn: Ein Physiker erklärt, warum Abgrenzung gegen unsere Natur ist. Der Schlüssel für ein neues Miteinander, München 2017

Fußnoten
1) Friedhofskirche »Mariä Schutz«, Martinsweg 3, D-3730 Fischbachau, Telefon  08028.90670
2) https://www.realmarykingsclose.com/plan-your-visit/opening-times-prices/ (Stand 23. Mai 2019)

Foto 10: Kirchhof »Mariä Schutz«.
Zu den Fotos
Foto 1: »Mariä Schutz«, Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2:  Häuptling Sitting Bull um 1883. Foto wikimedia commons/ Daniel Guggisberg historical photographs collection
Foto 3: Paul vom Hindenburg, um 1914. Foto gemeinfrei/ Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Abraham Lincoln/ Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Mary Todd Lincoln/ Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Mary Todd Lincoln/ Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 7: So soll »Mary King’s Close« ausgesehen haben. public domain
Foto 8: »Mariä Schutz«. Foto Heidi Stahl
Foto 9:
Foto 10: Kirchhof »Mariä Schutz«. Foto Heidi Stahl

494. »Berichte vom Leben nach dem Tod«
Teil 494 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 07. Juli 2019



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Sonntag, 26. Mai 2019

488 »Das Licht der Erkenntnis / Computersimulation 3«

Teil 488 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Das Universum - eine Illusion?
»Am Anfang war das Wort,
und das Wort war bei Gott,
und das Wort war Gott.«
(Evangelium nach Johannes,
Kapitel 1 Vers 1)


Was ist Religion? Viktor Cathrein (*1845; †1931), ein schweizerisch-deutscher Moral- und Rechtsphilosoph, Priester der Societas Jesu, formulierte folgende Definition von Religion (1): »Verehrung geistiger, außer und über der sichtbaren Welt stehender persönlicher Wesen, von denen man sich abhängig glaubt und die man irgendwie günstig zu stimmen sucht.«

Religion ist meiner Meinung nach ursprünglich immer der Versuch gewesen hinter der sichtbaren, der greifbaren Welt der Materie ein unsichtbares spirituelles Wesen zu suchen, das für die Realität verantwortlich gemacht werden kann. Der religiöse Mensch glaubt, dass es jenseits des Irdischen eine überirdische Realität gibt. Wir erleben in unseren Tagen eine erstaunliche Entwicklung. Prof. Niemz (* 1964 in Hofheim am Taunus) schrieb ein erstes Werk, an das sich offensichtlich kein großer Publikumsverlag heranwagte. So erschien »Lucy mit c: Mit Lichtgeschwindigkeit ins Jenseits« (2) im Selbstverlag. Und schlug ein wie eine Bombe. 28.000 verkaufte Exemplare katapultierten das Werk auf die GONG-Bestsellerliste.

Jetzt zeigten große Publikumsverlage lebhaftes Interesse. Weitere Werke (3) folgten, in denen Prof. Markolf H. Niemz eine konkrete Beschreibung verborgener Wirklichkeit vorstellt, die fantastisch anmutet. Sie ist aber präzise durchdacht und scheint zu bestätigen, was schon vor Jahrtausenden in religiösen Bildern festgehalten wurde. Es stellt sich eine Frage: Können wir mit wissenschaftlichen Methoden überhaupt eine Wirklichkeit hinter der vordergründig sichtbaren und messbaren Realität erkennen? Konkreter: Nehmen wir an, wir sind eine Computersimulation einer künftigen Hochtechnologie-Menschheit, so wie der schwedische Philosoph Nick Bostrom (*1973) das für sogar wahrscheinlich hält. Nach Bostrom könnten die Wissenschaftler einer künftigen Zivilisation geradezu unendlich viele Simulationen von Menschheiten erschaffen, die alle die eigene Existenz für real halten. Nehmen wir einmal an, wir wären eine solche computergenerierte Illusion. Könnten wir das erkennen und beweisen? Wenn wir eine Illusion wären, nämlich als Teil einer Menschheit, die insgesamt auch nur ein computergeneriertes Trugbild wäre, gäbe es dann wissenschaftliche Möglichkeiten, mit deren Hilfe wir unsere vermeintlich reale Existenz als künstliche Illusion erkennen könnten?

Foto 2: Blick in die Piscator-Bibel von 1771

Prof. Niemz (4): »Religionen sind Wegweiser, die uns auf der Suche nach Wahrheit Orientierung geben können.« Und weiter (5): »Als Wegweiser zu Gott sind Religionen von sich aus nicht feindselig. Zur Konfrontationen kommt es aber oft dann, wenn sich ihre Wege kreuzen und es für die Gläubigen nicht offensichtlich ist, dass sie zum gleichen Ziel führen.« Vor allem will kein fundamentalistischer Vertreter einer der großen monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam zur Kenntnis nehmen, dass religiöse Bilder eine tiefere Wahrheit eventuell nur symbolisch beschreiben. Stattdessen werden Symbole von Fundamentalisten der drei großen Weltreligionen beharrlich als realistisches Abbild der Wirklichkeit missverstanden. So entstehen Bilder von Gott, der alles andere als göttlich ist und oft an einen unerträglichen Tyrannen erinnert, der willkürlich belohnt und bestraft und der knechtischen Gehorsam fordert und Unterwürfigkeit abverlangt.

Wer glaubt, dass wir Menschen von Gott erschaffen wurden, der kann doch nicht unterstellen, dass Gott Denkverbote ausspricht. Wer glaubt, dass Gott dem Menschen ein Gehirn gegeben hat, der wird keine Scheu haben und nachdenken. Denn wenn Gott nicht wollte, dass der Mensch denkt, warum hat er ihm dann ein Gehirn gegeben. Es ist also kein Sakrileg, wenn der Mensch sein Gehirn benutzt, auch dann nicht, wenn es um »Heilige Schriften« geht. Kein Gott, der seinem Geschöpf Mensch die Fähigkeit zu denken schenkt, wird erwarten, dass der Mensch alles kritiklos hinnimmt, was in einem »Heiligen Buch« steht, und das nur weil es in einem »Heiligen Buch« steht.

Foto 3: Evangelium nach Johannes, Kapitel 1, Vers 1 (Piscator 1771)

Es kann sich lohnen, die Aussagen von »Heiligen Büchern« zu hinterfragen. Nur so kann man verborgene Wahrheiten entdecken, die sonst verborgen blieben. Hinterfragen muss man auch Übersetzungen, besonders wenn es um Ausdrücke von zentraler Bedeutung geht. Eine der wichtigsten »Stellen« der Bibel findet sich im Neuen Testament: Evangelium nach Johannes, Kapitel 1, Vers 1. Johannes Piscator (* 27. März 1546 in Straßburg; † 26. Juli 1625 in Herborn), er übertrug 1602 bis 1604 die Texte des Alten und des Neuen Testaments aus den Originalsprachen Hebräisch und Griechisch ins Deutsche seiner Zeit, übersetzte so: »Im anfang war das Wort, und das Wort war bey Gott, und das Wort war Gott.« Diese Übersetzung blieb unverändert, wir finden sie beispielsweise in der Piscator-Bibel von 1684 und in Piscators Ausgabe des Neuen Testaments von 1771. Eine Luther-Bibel von 1912 weicht erheblich vom Originaltext ab und interpretiert mehr als dass sie eine textnahe Übersetzung präsentiert (6): »Das da von Anfang war, das wir gehört haben, das wir gesehen haben mit unsern Augen, das wir beschaut haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens.«

Die Lutherbibel von 2017 kehrt zu Luthers Bibel-Ausgabe von 1545 (7) zurück: »Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.« Wir in deutschsprachigen Übersetzungen in der Regel das griechische Wort »logos« vermieden, in spanischen Bibeln – zum Beispiel in »La Biblia Textual (8)«  – belässt man es beim »logos«.

Foto 4: Das Universum... Materie oder Illusion?

Nur die »Zürcher Bibel« lässt erkennen, welche Klippe alle gängigen Übersetzer umschiffen. Da lesen wir: »Im Anfang war das Wort, der Logos, und der Logos war bei Gott, und von Gottes Wesen war der Logos.« In einer Fußnote erklärt die »Zürcher«: »Für die Wendung ›das Wort, der Logos‹ steht im griechischen Text nur der Begriff ›logos‹. Die Übersetzung gibt den griechischen Begriff doppelt wieder, um anzudeuten das dieser zwar ›Wort‹ heißen, aber auch eine umfassende, aber auch eine umfassende, bis ins Kosmologische reichende Bedeutung annehmen kann.«

Was aber bedeutet nun das Griechische »logos«? Was ist mit »kosmologischer Bedeutung« gemeint? Interessant ist, was »Das Neue Testament – Wiederlangungs-Übersetzung«, die kostenlos an Interessierte verteilt wird und nicht verkauft werden darf, in einer Fußnote erklärend anmerkt: »Das Wort ist nicht von Gott getrennt. Es ist nicht so, dass das Wort das Wort und Gott Gott wäre, und diese somit voneinander getrennt wären. Vielmehr sind die beiden eins, deshalb heißt es auch in der nächsten Wendung, dass das Wort Gott war.« Wie ist zu verstehen, dass »logos« Gott war? Denken wir an den Hinweis in der »Zürcher Bibel«, wonach »logos« eine » bis ins Kosmologische reichende Bedeutung annehmen kann.«

Foto 5: Das Universum... Materie oder Illusion?

Während meines Studiums der evangelischen Theologie beschäftigte ich mich relativ intensiv mit dem Begriff »logos«. »Logos« deckt ein wahrlich weites Spektrum von Bedeutungen ab: von »Wort« bis »Zitat einer Äußerung von Gott«, von »Vernunft« bis hin zu »Lehrsatz«. Ernst Bammel (*1923; †1996) hielt einen Vortrag über die Bedeutung von »logos« in der »Stoa«, eine bedeutsame griechische Philosophen-Schule. Prof. Bammel wurde anno 1953 Privatdozent an der Universität Erlangen und 1984 Professor an der Universität Münster (»Wissenschaft des Judentums und neutestamentliche Theologie«). Der stets bescheiden auftretende, sympathische Gelehrte war auch im europäischen Ausland tätig. In den 1960er und 1970er Jahren hat er mehrere Gastprofessuren in Cambridge wahrgenommen. Sehr gern denke ich an mehrere Seminare, die ich bei Professor Bammel besuchte. Wir übersetzten damals Texte der »Qumran-Bibliothek« aus dem Hebräischen ins Deutsche. In kleiner Runde erörterten wir interessante Themen.

»Logos« stand, so erfuhr ich damals, bei den griechischen Philosophen der Stoa für die von höchster Intelligenz geordnete Struktur des Kosmos. Offenbar sah man den Kosmos als beseelt an, von einem Weltgeist, aus dem alles kam. Über diesen »animus mundi« hat Marcus Tullius Cicero (*106 v.Chr.; †43 v. Chr.) ausführlich in seinem Werk über die Natur der Götter geschrieben.

Was ist Religion? Was weiß Religion, was weiß Philosophie über die wahre Natur der Wirklichkeit? Nach Prof. Markolf H. Niemz sind Raum und Zeit, vereinfacht ausgedrückt, eine Illusion, gewoben aus Licht, aus dem alles kommt und in das alles wieder zurückkehrt. Steht »logos« für etwas letztlich unfassbar Unbegreifliches, dem sich seit Jahrtausenden Religion und Philosophie anzunähern versuchen? Wird die Wissenschaft von morgen oder übermorgen die wahre Essenz des Seins begreifen?

Foto 6: Das Universum... Materie oder Illusion? Foto wikimedia commons/ gemeinfrei/ NASA

»Das Licht aber ist die Erkenntnis, durch sie reifen wir.«, so lesen wir im mysteriösen »Evangelium nach Philippus« (10). Nach  Prof. Markolf H. Niemz ist (11) »Licht … ein komplexer, das gesamte Universum durchdringender Speicher, in dem jedes Objekt unauslösliche Spuren hinterlässt.«

Wird uns Wissenschaft eines Tages verstehen lassen, was wissende Weise schon vor Jahrtausenden in bis heute verkannten Werken der Erkenntnis formulierten? Prof. Markolf H. Niemz (12): »Licht ist, wie schon erläutert, ein Speicher. Der Speicher ist so unermesslich, dass Religionen ihm die schillerndsten Namen gegeben haben: ›Paradies‹, ›Himmelreich‹, ›Reich Gottes‹, ›Jenseits‹ oder ›Nirwana‹, um nur einige zu nennen.« Ist dieses »Licht« so etwas wie eine unvorstellbare Kraft, die in der Illusion uns, Planet Erde, unser Sonnensystem, ja das Universum, entstehen und wieder verschwinden lässt?

Fußnoten
(1) Cathrein, Viktor: »Moralphilosophie. Eine wissenschaftliche Darlegung der sittlichen, einschließlich der rechtlichen Ordnung«, Erstauflage erschienen 1890, 2 Bände, 5., neu durchgearbeitete Auflage, Freiburg im Breisgau 1911, Zitat siehe Band 2, S. 4–7. Victor Cathrein publizierte zunächst, auch später noch bei brisanteren Themen unter dem Pseudonym N. (für Nikolaus) Siegfried.
(2) Niemz, Markolf H.: »Lucy mit c: Mit Lichtgeschwindigkeit ins Jenseits«, Books on Demand, Norderstedt 2005
(3) Niemz, Markolf H.: »Lucy im Licht: Dem Jenseits auf der Spur«, München 2007, Seite 402, linke Spalte, Zeilen 7-13 von unten
Niemz, Markolf H.: »Lucys Vermächtnis: Der Schlüssel zur Ewigkeit«, München 2009
Niemz, Markolf H.: »Bin ich, wenn ich nicht mehr bin? Ein Physiker entschlüsselt die Ewigkeit«, Freiburg 2011
Niemz, Markolf H.: »Sinn: Ein Physiker verknüpft Erkenntnis mit Liebe«, Freiburg 2013
Niemz, Markolf H.: »Sich selbst verlieren und alles gewinnen: Ein Physiker greift nach den Sternen«, Freiburg 2015
Niemz, Prof. Markolf H.: »Ichwahn: Ein Physiker erklärt, warum Abgrenzung gegen unsere Natur ist. Der Schlüssel für ein neues Miteinander, München 2017
(4) Niemz, Prof. Markolf H.: »Ichwahn: Ein Physiker erklärt, warum Abgrenzung gegen unsere Natur ist. Der Schlüssel für ein neues Miteinander, München 2017, Seite 108, Zeilen 1 und 2 von oben
(5) ebenda, S. 109, Zeilen 14-17 von unten
(6) https://bibeltext.com/1_john/1-1.htm (Stand 9. Mai 2019)
(7) »Im Anfang war das Wort/ Vnd das Wort war bey Gott.«
(8) »En un principio era el Logos, y el Logos estaba ante Dios, y Dios era el Logos.«
(9) »Living Stream Ministry«: »Das Neue Testament – Wiederlangungs-Übersetzung«, Anaheim, Kaliforniern, erste Ausgabe 2010
(10) Spruch 115
(11) Niemz, Prof. Markolf H.: »Ichwahn: Ein Physiker erklärt, warum Abgrenzung gegen unsere Natur ist. Der Schlüssel für ein neues Miteinander«, Ludwig-Verlag/ Random Hose, München 2017, Seite 86, Zeilen 1 und 2 von unten und Seite 87, Zeile 1 von oben
(12) ebenda, Seite 89, Zeilen 10 bis 13 von unten

Zu den Fotos
Foto 1: Das Universum - eine Illusion? Foto wikimedia commons/ gemeinfrei/ NASA
Foto 2: Blick in die Piscator-Bibel von 1771. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Evangelium nach Johannes, Kapitel 1, Vers 1 (Piscator 1771). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Das Universum... Materie oder Illusion? Foto wikimedia commons/ gemeinfrei/ NASA
Foto 5: Das Universum... Materie oder Illusion? Foto wikimedia commons/ gemeinfrei/ NASA
Foto 6: Das Universum... Materie oder Illusion? Foto wikimedia commons/ gemeinfrei/ NASA

489 »Wer ist der kosmische Puppenspieler?«,

Teil 489 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 2. Juni 2019



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