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Sonntag, 13. Mai 2012

121 »Hünengräber III«

»Höhlen, Hügel, Pyramiden«,
Teil 121 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Darschiling-Höhle um 1910
Foto: Archiv W-J.Langbein
Einst soll Indra einen fürchterlichen Blitz auf die Erde geschleudert haben. Im heutigen Westbengalen, zwischen Nepal und Bhutan, riss der Blitz ... so überliefert es die Mythologie ... ein Loch in die Erde, eine Höhle tat sich auf. Die Tibeter sahen diese uralte Höhle als Heiligtum an. Sie soll der Eingang in ein weitreichendes Tunnelsystem sein.

Im Tibetanischen heißt der Blitz »Dardschiling« ... und so wurde die Höhle Dardschiling-Höhle genannt. Von der heiligen Höhle leitet sich der Name der Stadt Darjeeling ab. Warum krochen die Menschen vor Jahrtausenden bei Darjeeling auf einer Höhe von über 2.000 Metern in eine muffige Höhle, um dort ihrer Religion zu frönen?
Hat Doris Wolf, eine Schweizer Wissenschaftlerin, die Antwort gefunden? Doris Wolf erkundete die Urkultur Ägyptens. Sie war an der Geschichte des alten Kulturvolks Ägyptens von lange vor der Zeit der Pharaonen interessiert. Bei ihren Studien stieß sie ... auf eine geheimnisvolle Höhle. In ihrem bemerkenswerten Werk »Was war vor den Pharaonen?« schreibt sie (1):

»Bei der Grotte der Großen Göttin im Tal der Königinnen ist noch eine andere Erscheinung interessant, die allerdings bisher unbeachtet blieb: eine aus dem Fels gemeißelte, überlebensgroße weibliche Skulptur auf der linken Seite des Eingangs, die über dem Boden schwebt. Obwohl der Kalkfelsen hoffnungslos brüchig ist, kann man bei der verwitterten Großplastik die untere Körperhälfte mit dem betonten Schoßdreieck erkennen, das gut erhalten ist.«

Weltwunder Cheopspyramide
Foto: W-J.Langbein
Die mystisch-mysteriöse Grotte in Luxor-West wurde nach den wissenschaftlichen Studien der Ägyptologin Christiane Desroches Neblecourt schon in den Zeiten der fernen Urgeschichte sakral genutzt. Wie? Auch wenn wir kein Buch aus uralten Zeiten lesen können ... so spricht die Symbolik der Höhlenkunst eine sehr deutliche Sprache. Sie stellt den riesigen Uterus der Heiligen Frau, der Göttin schlechthin, dar. Sie ist heiligster Ort überhaupt. Sie ist der »Mutterschoß der Großen Göttin«. Im Kult des Matriarchats war die Erde weiblich – die Mutter.

Krabbelten also die Menschen schon vor Jahrtausenden im Himalaya wie im »Alten Ägypten« in kultischer Verehrung in den Leib von Mutter Erde? Warum sollten sie das getan haben? Warum wird die ägyptische Göttin in der wissenschaftlichen Literatur nach wie vor stiefmütterlich behandelt? Warum wurde die Skulptur der Muttergöttin im ägyptischen Tal der Göttinnen so stark beschädigt? Warum wurde der in den Stein gemeißelte Torso im ägyptischen Kom el-Ahmar bis heute weitestgehend »übersehen«?
Warum üben unterirdische Anlage uralter Kultzentren so eine besondere Faszination auf uns aus ... wie etwa die »Unterwelt« von Tiahuanaco beim heutigen Dörfchen Tiwanacu, vier Kilometer hoch in den bolivianischen Anden gelegen?

Mysteriöser Tunnel von
Tiahuanaco - Foto: W-J.Langbein
Bei meinen Reisen zu den großen Mysterien unseres Planeten zog es mich immer wieder in die Unterwelt: in den Tunnel von Tiahuanaco im bolivianischen Altiplano ebenso wie in die »unvollendete Grabkammer« unter der berühmten Cheopspyramide!
Das christliche Abendland kennt die Lehre von Geburt und Tod ... und Auferstehung. Der gerechte Gläubige durchlebt sein Erdendasein, stirbt ... um nach seiner Auferweckung von den Toten und dem absolvierten Strafgericht ins Paradies einzugehen. Diese theologische Weltsicht passt nicht zur Realität des zyklischen Zeitenablaufs von Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Der Zeitplan der Natur ist zyklisch. Die Natur »tickt« wie eine Uhr, die keinen Anfang und kein Ende kennt.
Zyklisch wie die Jahreszeiten folgen im kleineren Maßstab Morgen, Mittag, Abend und Nacht immer wieder aufeinander. Da liegt es nahe, auch das Leben zyklisch zu sehen: Auf Geburt, Leben, Altern und Tod folgt wieder die Geburt.

Wo aber blieb der Tote zwischen Tod und neuem Leben? Die Sonne geht im Westen unter und taucht nach der Nacht im Osten wieder auf. Wo war sie in der Zwischenzeit? Durchlief sie die Unterwelt? Dieses Bild ist aus den ältesten Mythen unseres Planeten bekannt. Um im Bild zu bleiben: nach dem Tod gehen die Verstorbenen in die Unterwelt ein. Wiedergeburt heißt also eine Rückkehr aus dem Reich des Todes in die Welt der Lebenden! (2)

Unterwelt unter der Cheopspyramide
Foto: W-J.Langbein
Diese Vorstellung hat sich auch im Christentum erhalten, auch wenn sich viele Gläubige dieser Tatsache nicht wirklich bewusst sind. Heißt es doch im ökumenischen Glaubensbekenntnis: »Ich glaube an Gott ... und an Jesus Christus ... gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel.« (3)

Immer wieder bin ich in unterirdische Gänge, Tunnelsysteme und Höhlen gekrochen. Ich stieg in die Unterwelt unter uralten Pyramiden hinab ... in die dann förmlich greifbare Finsternis des »Totenreiches«. Wenn ich dann – möglichst nach mehrstündigem Aufenthalt – in der Dunkelheit etwa einer Kulthöhle der Osterinsel ans Tageslicht zurückkehrte ... war dies wie ein Aufstieg zurück in die Welt der Lebenden.

Trauriger Überrest einer einst
unteridischen Kammer
Foto: W-J.Langbein
Die Welt der »Höhlen, Hügel und Pyramiden« war – davon bin ich überzeugt – eine magische. Der Gläubige uralter Kulte stieg hinab ins »Totenreich«, etwa in der Bretagne. Die »Hünengräber« waren einst unterirdische Kulträume, keine »Einmalgräber«. Im Christentum wird der Leichnam bestattet, um dereinst wieder aufzuerstehen. Die weit älteren Kulte dachten anders.

Kulträume – unter Erdhügeln oder Pyramiden – wurden wie bombensichere Bunker angelegt, weil sie für die Ewigkeit gedacht waren. Wer in die angsteinflößende Finsternis der unterirdischen Räume stieg, der war voller Hoffnung. Er konnte wieder ans Licht des Tages zurückkehren.

In der kultischen Magie bewirkt die sakrale Handlung des Priesters oder des Gläubigen Großes: Indem der Mensch in die Unterwelt hinabsteigt ... und das im wahrsten Sinne des Wortes ..., indem er dann wieder aus der Dunkelheit ans Licht zurückkehrt, beschwört er den ewigen Lebenslauf: auf Tod folgt wieder neues Leben. Symbol dieses ewigen Kreislaufs ist die Spirale, die weltweit als sakrales Zeichen anzutreffen ist. Ich fotografierte sie immer wieder auf meinen Reisen, zum Beispiel bei Tiahuanaco in den Anden Boliviens. Eine »unendliche« Spirale wurde vor Jahrtausenden in einen Steinblock graviert. Ach, könnte man doch die alten Steine wie ein Buch lesen!

Spirale - Symbol
ewigen Lebens
Foto: W-J.Langbein
In der kultisch-religiösen Magie ging es nicht um das Leben des einzelnen Menschen, sondern um das Leben überhaupt. Indem der Priester in die Unterwelt hinabstieg und wieder zurückkam ... beschwor er das ewige Leben als Prinzip: Auf die »Todesstarre« von Winter oder Trockenzeit folgte wieder ein Erwachen des Lebens im Frühling. Es ging nicht um die egozentrische Vorstellung der Rückkehr eines bestimmten Menschen in die Welt der Lebenden. Es ging nicht um die Auferstehung des Einzelnen.
Es ging um den Erhalt des Lebens – Pflanze, Mensch, Tier – insgesamt. Es ging um den Erhalt aller Lebensformen auf Erden ... und nicht um die Unterwerfung von Planet Erde durch den Menschen. Der Mensch als Regent über unsere Erde ist nur im patriarchalischen Glauben vorgesehen ... das egozentrische Streben, durch den rechten Glauben dem eigenen kleinen Leben zur individuellen Unsterblichkeit zu verhelfen auch!

Nach mehr als drei Jahrzehnten des Forschens bin ich davon überzeugt, dass vor vielen Jahrtausenden sakrale Zeremonien des Matriarchats in natürlichen Höhlen gefeiert wurden. Mit dem Voranschreiten technischer Möglichkeiten folgten künstlich geschaffene unterirdische Tunnel und Kammern, schließlich Erdhügel mit eingeschlossenen Kammern für die Ewigkeit ... und Pyramiden.

Hünengrab bei Fallingbostel - Foto: Archiv W-J.Langbein

Fußnoten 1 Wolf, Doris: «Was war vor den Pharaonen?«, Zürich 1994, S.63
2 siehe hierzu auch Getty, Adele: »Göttin/ Mutter des Lebens«, München 1993
3 siehe hierzu auch Uhlig, Helmut: »Die große Göttin lebt/ Eine Weltreligion des Weiblichen«, Bergisch Gladbach 1992

»Die Ruinenstadt/
Das Geheimnis der Anden I«,
Teil 122 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 20.05.2012


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Sonntag, 13. November 2011

95 »Elektrizität im Altertum – das Licht der Pharaonen«

Teil 95 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Gigantisches Symbol für Ägypten in Stein
Foto: W-J.Langbein
Die »Alten Ägypter« bauten riesige Pyramiden ... und kannten die Glühbirne! Unbestreitbar ist: Denken wir an Ägypten, kommt uns die »Cheops-Pyramide« in den Sinn, das Symbol für das Reich der Pharaonen am Nil. Aber: Die »alten« Ägypter sollen das Geheimnis der Glühbirne gekannt haben? Eine absurde Behauptung? Keineswegs! 1975 machte mich der dänische Forscher Frede Melhedegaard (1) auf geheimnisvolle Wandreliefs aufmerksam ... verborgen in unterirdischen Krypten eines uralten Tempels ... die so etwas wie Glühbirnen als sakrale Objekte zeigen. Im Tempel von Dendera ... oder besser gesagt darunter … fand man tatsächlich detailreiche, präzise Abbildungen von Glühbirnen.

Nur etwa zwei Fünftel des Tempels von Dendera sind zu sehen ... über dem Wüstenboden. Der größere Teil der uralten Kultanlage befindet sich unter der Erdoberfläche ... in der Unterwelt, in der Finsternis unter dem Wüstensand ... Dendera liegt etwa 70 Kilometer nördlich von Luxor. Der mysteriöse Tempel ist der Göttin Hathor geweiht. Dendera galt schon im »Alten Reich«, also etwa in der Zeit von 2600 bis 2200 vor Christus, als bedeutsame Wallfahrtsstätte. Man kann davon ausgehen, dass der heutige Tempel auf weit älteren Fundamenten eines uralten Bauwerks errichtet wurde.

Wann der »Ur-Tempel« gebaut wurde ... wir wissen es nicht. Im heute noch erhaltenen Tempel fand sich eine der ältesten Darstellungen der Tierkreiszeichen in Form eines Deckengemäldes. Darin verborgen sind verschiedene konkrete Daten zwischen 700 vor Christus und 3733 vor Christus. Auf Grund dieser unterschiedlichen Daten wurde das Alter des Dendera-Tempels oft falsch angesetzt. Verschiedene Daten wurden aus dem Relief gelesen und voreilig als Altersangabe des Tempels verstanden.

So heiß umstritten auch lange Zeit das Entstehungsjahr von Tempel und Tierkreiszeichen war, so herrscht heute Klarheit. Man kann davon ausgehen, dass der Tempel von Dendera 51 vor Christus neu angelegt wurde. Ptolemaios XII. zeichnete für die Neugestaltung verantwortlich. Ptolemaios XII. war es wohl, der den einst sehr viel größeren Komplex verkleinerte. Warum dies geschah, ist unbekannt. Vielleicht waren Teile der sakralen Bauwerke reparaturbedürftig, doch die nötigen finanziellen Mittel fehlten? Oder gab man Teile der Anlage aus welchen Gründen auch immer dem Verfall preis?

Heute liegt der Dendera-Komplex in einer wenig ansprechenden Region Ägyptens. Die Höllenglut der Sonne hat den Besucher fest im Griff. Mühsam schleppt man sich schwitzend über eine Treppe hinauf auf das Dach des Dendera-Tempels. Nur wenigen Besuchern ist klar, dass dies einst ein Privileg von wenigen war. Dendera ist das letzte Tempel-Bauwerk Ägyptens, dessen Dach betreten werden darf. Von hier oben kann man Teile der alten Umfassungsmauern sehen.

Reste der einstigen Schutzmauern
Foto: W-J.Langbein
Einst wurden der Hathor-Tempel und andere sakrale Bauten von geradezu monströsen Mauern geschützt. Sie sollen, wie mir ein Archäologe vor Ort erklärte »mehrere Meter« dick und »zehn Meter« hoch gewesen sein. Wie viele Schutzmauern es insgesamt gab ... das ist ebenso unbekannt wie die ursprüngliche Gesamtgröße der Anlage. Man geht davon aus, dass die Mauern insgesamt Hunderte von Metern lang waren. Auch wissen wir nicht, wann der allererste Grundstein gelegt wurde. Illustre Herrscher wie Augustus, Caligula und Nero jedenfalls verewigten sich als Bauherren.

Teile der Mauern wurden inzwischen ausgegraben und notdürftig restauriert. Die Überreste lassen erahnen, wie gewaltig das Bollwerk einst gewesen sein muss. Dass der Tempel von Dendera heute noch so gut erhalten ist, das ist auch dem Umstand zu verdanken, dass er viele Jahrhunderte weitestgehend unter Sandmassen verborgen lag und so geschützt war. Historische Fotos lassen erahnen, wie Dendera von Archäologen nach und nach freigelegt werden musste.

Tempel von Dendera (historische Aufnahme)
Noch heute ist zu erkennen: Es waren echte Baugenies am Werk. So wurde ein unterirdischer Tunnel bis zum Nil getrieben, eine Meisterleistung der Ingenieurskunst. Besagte unterirdische Verbindung ist noch heute intakt... nach Jahrtausenden! Moderne Bauten aus Beton halten keine Jahrhunderte durch. Sie bröckeln schon nach Jahrzehnten!

Das größte Geheimnis Denderas ... ja womöglich Ägyptens ... liegt in der Unterwelt der Tempelanlage ... in geheimen Kellerräumen zeigen Wandreliefs, was so gar nicht in eine Jahrtausende alte Gruft unter einem ägyptischen Tempel passt: diverse Glühbirnen. Aufgeregt berichtete mir der dänische Forscher Frede Melhedegaard 1975 von den fantastischen Abbildungen. Am Rande der Weltkonferenz der A.A.S. In Zürich, wo er einen Vortrag hielt (3), diktierte er mir eine Fülle von Informationen. Emsig notierte ich ...

»Da gibt es Darstellungen von blasenförmigen Glühbirnen. Sie werden zum Teil von Männern gehalten. Im Inneren sieht man in Schlangenform so etwas wie den Draht. Der geht in eine Fassung am Ende der Birne über.« Aus der Fassung heraus führt dann, so Frede Melhedegaard, ein Kabel. Das Kabel wiederum wird in ein Kästchen geleitet. In einem Fall werden sogar zwei parallel geschaltete Glühbirnen gezeigt. Für Frede Melhedegaard gab es keinen Zweifel: Im »Alten Ägypten« war schon vor Jahrtausenden die Glühbirne bekannt.

Glühbirnen in der Gruft
Foto: Archiv W-J.Langbein
Mir kamen Zweifel. »Wenn in Ägypten damals elektrisches Licht bekannt war ... wenn die Menschen ihre Behausungen mit elektrischem Licht beleuchteten ... dann müssten wir doch Überbleibsel finden, Drähte, Glühbirnen ...« Frede Melhedegaard widersprach: »Elektrisches Licht war vor Jahrtausenden nicht so verbreitet wie in unseren Tagen! Glühbirnen waren nicht alltägliche Nutzgegenstände in den Häusern der Menschen! Glühbirnen, die die Nacht zum Tage machen konnten, müssen etwas Magisches gewesen sein. Sie waren nicht Bestandteil des Alltags, sie gehörten in den sakralen Bereich eines uralten Tempels!«

Das »Glühbirnenmotiv«, so erfuhr ich, taucht immer wieder auf. Und immer steht ein grimmig dreinblickender Mensch-Pavian dabei mit scharfen Messern, die er drohend empor hält. Auf diese Weise wird womöglich auf die Gefährlichkeit der technischen Anordnung hingewiesen.

Glühbirne und warnender Affe
Foto: Archiv W-J.Langbein
1975 erfuhr ich von den »Glühbirnen« von Dendera. Frede Melhedegaard stellte mir einige Zeichnungen von den fantastischen Reliefbildern zur Verfügung. Sie erschienen 1979 in meinem Buch »Astronautengötter«. (2) Nicht selten bekam ich den Vorwurf zu hören, es müsse sich bei den Zeichnungen um plumpe Fälschungen handeln. Zu eindeutig seien Glühbirnen zu erkennen ... und Glühbirnen könne es nun einmal nicht vor Jahrtausenden in Ägypten gegeben haben!

Sollten die skeptischen Kritiker Recht haben? Sollte es sich bei den gezeichneten Darstellungen wirklich um Fälschungen handeln? Ich beschloss, selbst nach Ägypten zu reisen und in die Unterwelt von Dendera zu kriechen. Ich wollte selbst in Augenschein nehmen, ob es diese ägyptischen Glühbirnen gab ... oder nicht. Bis zu meinem Besuch in Dendera sollten aber noch zehn Jahre vergehen ...

Fußnoten
1 Melhedegaard, Frede: »The Power of the Past«, Kopenhagen 1975
2 Langbein, Walter-Jörg: »Astronautengötter – Versuch einer Chronik unserer phantastischen Vergangenheit«, Luxemburg 1979
In den folgenden Jahren erschienen überarbeitete Taschenbuchausgaben und Übersetzungen meines Buches in Fremdsprachen. Ich war wohl der erste deutschsprachige Autor, der in einem Buch über das Geheimnis von Dendera berichtete.
3 Frede Melhedegaard hielt am 31.Mai 1975 auf der 2. Weltkonferenz der A.A.S.-Gesellschaft in Zürich einen Vortrag: »Die Tempel der Vergangenheit sind technische Bibliotheken«.
Die A.A.S.-Gesellschaft widmet sich dem Studium der Geheimnisse unserer Vergangenheit. Auslöser für die Gründung der Gesellschaft war Erich von Däniken mit seinen Weltbestsellern über vorgeschichtliche Besuche von Außerirdischen auf unserem Planeten. Die »A.A.S. - Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI« ist auch heute noch sehr aktiv und gibt zweimonatlich ein interessantes Magazin heraus. Alljährlich werden Konferenzen veranstaltet, die auf reges Interesse stoßen.
Kontaktanschrift: Redaktion »Sagenhafte Zeiten«, A.A.S. GmbH, Postfach, CH-3803 Beatenberg, Schweiz

Literaturempfehlung
Krassa, Peter und Habeck, Reinhard: »Das Licht der Pharaonen : Hochtechnologie und elektrischer Strom im Alten Ägypten.«, München 1992

»Eine Schlange aus Licht«,
Teil 96 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 20.11.2011


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Sonntag, 9. Januar 2011

51 »Das Geheimnis der runden Pyramide«

Teil 51 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Die vielleicht geheimnisvollste Pyramide der Welt liegt am Rande von Mexiko City. Einst haben sie Archäologen mühsam ausgegraben. Inzwischen hat Mutter Natur das mysteriöse Bauwerk zum großen Teil wieder zugedeckt. Nur da und dort liegt uraltes Mauerwerk offen frei, freilich nur für für den aufmerksamen Beobachter, der nicht arglos vorbeifährt.

Modell der mysteriösen Pyramide
von Cuilcuilco. Foto: W.J.Langbein
Pyramiden haben immer ein viereckiges Fundament. Und die ältesten Pyramiden stehen im Land am Nil. Sie wurden von den mächtigen Pharaonen in Auftrag gegeben. Das sind, so scheint es, Binsenweisheiten. Aber entsprechen sie der historischen Realität? In Mexiko brachte mich ein Taschendieb ungewollt auf eine spannende Spur. Sie führte mich zu einer Pyramide, die es gar nicht geben dürfte. Sie ist nicht viereckig, sondern rund. Und sie ist sehr viel älter als es die Schulwissenschaft für möglich hält! Es gibt deutliche Hinweise auf eine »unmögliche« Tatsache: die Pyramide von Cuicuilco entstand, als es in Mexiko noch längst keine Pyramiden gab.

Wann und wo mögen die ersten Pyramiden errichtet worden sein? Darüber herrscht in der wissenschaftlichen Literatur Einigkeit. Pharao Djoser legte im ägyptischen Sakkara um 2650 v.Chr. den Grundstein für die erste Pyramide überhaupt. Einst ragte sie 62,50 Meter in den Himmel Ägyptens, im Lauf der Jahrtausende ist sie etwas »geschrumpft«, auf »nur« noch 60 Meter. Ihre Basis misst 121 mal 109 Meter. Sie ist also, anders als alle jüngeren Pyramidenbauten, nicht quadratisch.

Ist das die älteste Pyramide der Welt?
Foto: W.J.Langbein
Die wohl berühmtesten Pyramide der Welt wurden einst in der Wüste von Ägypten errichtet. Inzwischen hat sich der Moloch Kairo an die Denkmäler herangeschlichen. Elendsviertel explodieren förmlich und drohten die Jahrtausende alten Denkmäler förmlich zu vereinnahmen. Eine weiträumig um den Gizeh-Komplex errichtete Mauer soll das verhindern.

Sie gilt als etwas jünger als die Pyramide des Djoser: die geradezu legendäre Pyramide der Welt. Man hat sie nach Pharao Cheops benannt. Cheops wollte wohl – um 2568 v.Chr. – seine Vorgänger übertrumpfen. Stolze 146 ragte seine Pyramide einst in den Himmel.. und war bis ins Mittelalter das höchste Gebäude der Welt. An der Basis, so haben es findige Wissenschaftler rekonstruiert, maß das Grabmal des Cheops einst 230 mal 230 Meter. Sie wurde – unsere Binsenweisheit bestätigend – viereckig quadratisch angelegt... vor etwas mehr als 4570 Jahren!



Die Cheops-Pyramide bei Nacht. Foto: W.J.Langbein
Ein Taschendieb brachte mich vor zwanzig Jahren ungewollt nach Cuicuilco. Am letzten Abend einer spannenden Reise zu den großen Geheimnissen von Zentralamerika machte ich einen Bummel durch Mexiko-City. Müde kehrte ich in mein Hotel zurück. Am nächsten Tag wollte ich in die Heimat zurückfliegen. Bevor ich ins Bett gehen würde, wollte ich meinen Reisepass und mein Flugticket zurechtlegen. Aber wo waren das wichtige Dokument und das Ticket? Sie steckten in der Innentasche meiner Jacke. Das heißt: da hatten sie sich befunden bis sie mir von einem Taschendieb gestohlen worden waren. Jetzt erinnerte ich mich an den freundlichen jungen Mann, der mich im Gedränge von Mexiko-City angerempelt hatte. Weitschweifig hatte er sich entschuldigt und übertrieben hilfsbereit meine Jacke zurechtgezupft. Bei dieser Gelegenheit hat er dann meinen Pass und mein Flugticket gegriffen.

An Ruhe war nun nicht mehr zu denken. Ich durchwühlte mein Gepäck, aber Pass und Flugticket blieben verschwunden. Nun musste ich meinen Rückflug stornieren und einen späteren Flug buchen. Und ich musste mir bei der deutschen Botschaft einen Ersatzpass besorgen. »Das Papier kann ich Ihnen sofort ausstellen!» erklärte mir freudestrahlend ein Angestellter der Botschaft. »Bitte geben Sie mir zwei Passfotos!« Passfotos befanden sich aber nicht in meinem Reisegepäck. Woher sollte ich sie auf die schnelle besorgen? »Suchen Sie einen Fotografen mit Sofortbildkamera!« meinte der Mann von der deutschen Botschaft. »Vielleicht haben Sie ja Glück!«

Ich machte mich auf den Weg. Fotogeschäfte gab es viele. Fast alle konnten natürlich auch Passbilder machen. In nur wenigen Tagen, so erfuhr ich immer wieder, seien sie schon fertig. So lange wollte ich aber nicht in Mexiko-City bleiben. Immer nervöser werdend suchte und suchte ich. Es dauerte aufregende und hektische Stunden, bis ich einen Fotografen mit einer Sofortbildkamera ausfindig machen konnte. Und noch einige Stunden später bekam ich schon meinen Ersatzpass ausgehändigt. Für den nächsten Tag wurde mir ein Platz für die verspätete Heimreise reserviert.

Die Pyramide von Cuilcuilco heute. Foto W.J.Langbein
»Mein« Taschendieb hatte mir meinen Aufenthalt in Mexiko-City um einen Tag verlängert. Was sollte ich in der gewonnenen Zeit tun? »Visit the pyramid of Cuicuilco!« riet mir ein Taxifahrer. »Besuchen Sie die Pyramide von Cuicuilco!« Von dieser Pyramide hatte ich noch nie gehört. Sie sei älter als die berühmten Pyramiden von Ägypten.... War das möglich? Ich ließ mich vom Taxifahrer zu dem mysteriösen Baudenkmal fahren. Cuicuilco liegt am südlichen Stadtrand von Mexiko-City. zwischen Wolkenkratzern von der Art, wie sie auf allen fünf Erdteilen in den Himmel wachsen.

Die Pyramide von Cuicuilco war eingezäunt, lag in unmittelbarer Nähe einer stark befahrenen Straße. Leicht konnte man sie übersehen. Kein Hinweisschild machte darauf aufmerksam. Warum nicht? »Die Archäologen mögen die Pyramide nicht!« erklärte mir mein Taxifahrer. »Sie ist ihnen viel zu alt. Sie passt den Archäologen nicht ins Konzept!«

»Wie alt ist Cuicuilco?«,
Teil 52 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 16.01.2011



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Sonntag, 19. September 2010

35 »Das Geheimnis der Heiligen Stiere«

Teil 35 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Von der Djoser-Pyramide aus blicke ich hinaus in eine steinige Höllenglut von Wüste. Ein einheimischer Guide erklärt mir: »Überall gibt es noch unentdeckte komplexe unterirdische Anlagen ungeahnten Ausmaßes. Immer wieder werden neue Säle unter dem Wüstenboden entdeckt. Es ist schon vorgekommen, dass parkende Busse urplötzlich einbrachen... und in einem unterirdischen Schlund zu versinken drohten! Zum Glück wurde dabei noch niemand verletzt! Es wurde mit großer Wahrscheinlichkeit erst ein kleiner Teil der unterirdischen Welt entdeckt!«

Prof. Hans Schindler-Bellamy bestätigte: »Einst gab es im Wüstenboden ein Gewirr von zahllosen unterirdischen Gängen, Räumen und Sälen! Da wurde eine Unterwelt erschaffen, von deren Größe wir keine Vorstellung haben!«

Welche Geheimnisse
birgt die Wüste von Sakkara noch?«
Mit der Djoser-Pyramide – der ältesten Pyramide Ägyptens – im Rücken blicke ich hinaus in die rötlich-braune Wüste. Unerbittlich brennt die Sonne vom Himmel. Die trostlose Landschaft wirkt seltsam fremdartig, wie das Szenario eines Science-Fiction-Films »fremder Planet«. Ich marschiere über den unwegsamen Wüstenboden. Hier und da lassen sich Mulden erkennen, die auf Grabungen schließen lassen. Dort sind kleine Hügel aufgeschüttet. Manche Erdbewegung scheint noch frisch zu sein. Wird hier illegal nach Schätzen gesucht? Eindeutig künstlich behauene Steinquader liegen im Sand. Stammen sie aus einer der unterirdischen Kammern? Gehörten sie zu einem der wuchtigen Gewölbe? Oder sind es Brocken aus der Djoser-Pyramide?

Hier, in dieser Wüste, hat Auguste Mariette nach dem »Heiligen Stier« gesucht... Vergeblich. Im Jahr 1857 startete Auguste Mariette (1821-1881) ein zweite Grabungskampagne in der Wüstenei von Sakkara. Massive Sprengladungen erleichterten ihm die Arbeit wesentlich. Aus heutiger Sicht muss sein Vorgehen als höchst unwissenschaftlich bezeichnet werden. Die gewaltigen Detonationen zerstörten kostbare Spuren in die Vergangenheit.


Foto: ©Public Domain, Wikimedia

Mariette war eher ein rücksichtloser Grabräuber als ein wissenschaftlicher Archäologe. Manche bezeichnen ihn als Dieb. Immerhin: Tausende Fundstücke schaffte er heimlich außer Landes. Die Direktion des Louvre war dankbar für die Schätze, ernannte Mariette zum »Kurator der ägyptischen Abteilung«. In Ägypten wurde Mariette vom Vizekönig Said Pascha zum »Direktor des Altertümerdienstes« befördert. 1862 wurde ihm der Titel eines »Bey«, 1879 der eines »Pascha« verliehen.


Die majestätische Sphinx hatte Mariette nach Sakkara geführt. 134 Sphingen entrissen Mariette und seine Arbeiter dem Wüstensand. Eine Entdeckung folgte auf die andere: Kostbare Schätze kamen ans Tageslicht, Statuen von Falken, Panthern und Göttern. Einen Fund schätzte Auguste Mariette besonders: Es war ein Stierbildnis. In einem Tempelchen, von der Architektur am ehesten mit einer Kapelle zu vergleichen, ruhte stoisch gelassen eine kunstvoll aus Kalkstein gearbeitete Skulptur eines Apis-Stieres. Der französische Wissenschaftler war überzeugt: Diese Statue weist auf den Kult um den heiligen Stier hin!

Der Apis-Stier wurde schon in der Ersten Dynastie im Tempel des Gottes Ptah (Memphis) angebetet.. als das göttliche Symbol für die Fruchtbarkeit. Im Lauf der Zeit stieg der Apis-Stier auf: Er wurde zum himmlischen Boten Ptahs. Schließlich wurde er als die »herrliche Seele« Ptahs auf Erden verehrt. Wenn der »amtierende« Apis-Stier starb, wurde Staatstrauer angeordnet. Erst wenn wieder ein Stier ausfindig gemacht wurde, der die »heiligen Zeichen« des Apis trug, endete die Trauer. Was geschah mit dem toten Stier? Wurde er in einem riesigen Sarkophag beigesetzt?

Wurde der tote Apis-Stier
in so einem Riesensarg beigesetzt?
So hatte der Apis-Stier auszusehen: Er musste makellos schwarz sein. Auf der Stirn musste ein klar umrissenes, weißes Dreieck zu sehen sein. An der Seite musste sich ein weiterer weißer Fleck befinden: in der Gestalt einer Mondsichel.

Der tote Apis-Stier, so ist überliefert, wurde innerhalb von siebzig Tagen mumifiziert und im unterirdischen Serapeum von Sakkara bestattet. Auguste Mariette war davon überzeugt, dass die Riesensärge einst für die Mumien der Apis-Stiere geschaffen worden waren. Die kolossalen Steinsarkophage waren ja auch des toten Apis-Stires würdig. Galt der doch als Osiris, als Gott der Wiedergeburt. So wie der Nil regelmäßig über seine Ufer trat und dem Land Fruchtbarkeut schenkte, so war auch Osiris der Gott der ewigen Wiederkehr: der Vegetation, der Wiedergeburt.

Immer wieder entdeckte Auguste Mariette gigantische Steinsärge. Immer wieder schöpfte er Hoffnung, immer wieder wähnte er sich am Ziel. Aber er wurde immer wieder enttäuscht. Grabräuber hatten Löcher in die steinernen Riesenkisten geschlagen... und vollkommen ausgeplündert. Im Sommer des Jahres 1852 stieß Mariette auf einige unbeschädigte Sarkophage. Seine Freude war verfrüht. Nachdem er die tonnenschweren Deckel zur Seite hatte wuchten lassen ... waren auch sie leer. Seltsam: Warum haben Grabräuber den tonnenschweren Sargdeckel zur Seite geschoben, die Sarkophage völlig leergeräumt und dann wieder sorgsam mit dem wuchtigen Steindeckel verschlossen?

Einer der Monstersarkophage von Sakkara


Am 5. September 1852, so schien es, bahnte sich endlich die erhoffte Sensation an. Vor dem Eingang einer Nische in der unterirdischen Gruft stand eine kostbare vergoldete Statue des göttlichen Osiris. Sie bewachte, davon war Mariette überzeugt, seit Jahrtausenden eine Apis-Mumie. Ganz offensichtlich hatten keine Grabräuber Statue und Sarkophag entdeckt. Sie hätten die wertvolle Götterfigur geraubt und die steinerne Kiste geplündert.

Mariette wähnte sich endlich am Ziel seiner Sehnsüchte. Er vertraute seinem Tagebuch an: »Auf diese Weise hatte ich Gewissheit, dass vor mir eine Apis-Mumie liegen müsse, und konsequenterweise verdoppelte ich meine Vorsicht. Meine erste Sorgfalt galt dem Kopf des Stieres. Aber ich fand keinen. Im Sarkophag lag eine bitume, sehr stinkige Masse, die beim kleinsten Druck zerbröselte. In der stinkigen Masse lag eine Anzahl sehr kleiner Knöchelchen, offenbar schon zersplittert in der Epoche des Begräbnisses. Inmitten des Durcheinanders von Knöchelchen ohne Ordnung und eher zufällig fand ich fünfzehn Figürchen.«

Mit Nachdruck suchte Auguste Mariette nach der Mumie eines »heiligen Stieres« in der Unterwelt von Sakkara. Er fand Monstersarkophage: und die waren entweder vollkommen leer oder sie enthielten ein stinkendes teerartiges Gemisch in die offensichtlich vor Jahrtausenden zerschlagene Knochen gerührt worden waren. Die archäologische Wissenschaft behauptet: in den Riesensärgen wurden Apisstiere beigesetzt.

Tonnenschwere Deckel verschlossen die
Monstersarkophage von Sakkara.
Die Ägypter waren Meister der Mumifizierung. Menschen von hohem Rang wurden siebzig Tage lang nach einem komplizierten Verfahren für die Ewigkeit vorbereitet. Zweck der Mumifizierung war es, einen Leichnam möglichst perfekt zu konservieren, um ein Leben nach dem Tode zu ermöglichen.

Was auch immer bei Sakkara bestattet wurde, das sollte nicht auferstehen. Man hat keine Mumie konserviert. Man hat vielmehr Lebewesen zerstückelt, mit einer teerartigen Masse vermengt und den ekelerregenden Brei in tonnenschweren Steinsarkophagen verwahrt und mit tonnenschweren Steindeckeln verschlossen. Was auch immer auf diese Weise entsorgt wurde, es sollte auf keinen Fall zu neuem Leben erwachen. Was auch immer in die gewaltigen Monstersärge wie in Tresore gesperrt wurde... hat es einst Angst und Schrecken verbreitet?

Der heilige Apis-Stier wurde – wie ein Pharao – siebzig Tage lang mumifiziert: das gilt als anerkannte Lehrmeinung. 70 Tage lang war der Sirius von Ägypten aus nicht zu sehen. Siebzig Tage lang hielt er sich sozusagen im Totenreich auf, um dann wieder zu erscheinen... aufzuerstehen! 70 Tage der Mumifizierung hatten symbolische Bedeutung: So wie Sirius nach siebzig Tagen ins Reich der Lebenden zurückkehret, so sollte auch der mumifizierte Tote dereinst zu neuem Leben erwachen.

Seltsam: Die Apis-Stiere galten als Sinnbild der Wiedergeburt. Warum wollte man ausgerechnet eine Auferstehung dieser heiligen Tiere verhindern? Ist es nicht geradezu paradox, dass das Fleisch gewordene Symbol der Wiedergeburt und des neu erstehenden Lebens ... selbst nicht wiedergeboren werden sollte? Ob die alten Ägypter warum auch immer Angst gehabt haben vor dem Apis-Stier? Wollten sie deshalb eine Wiederkehr des Apis-Stiers unbedingt verhindern? Haben sie aus Angst die Leichname der Apis-Stiere zerstückelt, mit einer breiigen Masse verrührt und für immer in tresorartigen Sarkophagen weggesperrt? Sollte etwas Monströses nie mehr ins Reich der Lebenden zurückkehren?

Wenn wir glauben, man könne die uralte Vergangenheit Ägyptens wie ein offenes Buch von der ersten bis zur letzten Seite lesen ... dann ist das ein Irrtum! Noch so manches Geheimnis wartet darauf, gelöst zu werden.

»Die verlorene Stadt in den Anden«,
Teil 36 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 26.9.2010

Sonntag, 5. September 2010

»In der unvollendeten Grabkammer« Teil II

Teil 33b der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Die geheimnisvolle unvollendete Grabkammer....
Endlich kann ich mich aufrichten, recken und strecken..... Fast vierzig Meter unter der Basis der »Cheopspyramide«. Irgendwie wirkt der Gedanke beklemmend, dass über mir vor Jahrtausenden ein gigantisches Weltwunder errichtet wurde.... eine gewaltige Last! Gefährlicher allerdings sind die Stromkabel, die hier laienhaft verlegt wurden. Da und dort knistern stark verstaubte Glühbirnen, erzeugen ein flackerndes Licht. Nackter Kupferdraht ist zu erkennen, manchmal sogar isoliert.

Bizarre Steingebilde wachsen aus dem Boden. Sie leuchten gelbrötlich auf im Schein meiner Taschenlampe. »Unvollendet« scheint die Kammer in der Tat zu sein. Sie vermittelt den Eindruck, als habe man vor Jahrtausenden tief unter der »Cheopspyramide« einen Raum in den gewachsenen Fels schlagen wollen.... und die Arbeit irgendwann abgebrochen. Warum? Ist es realistisch anzunehmen, dass die Erbauer des Weltwunders der »Cheopspyramide« urplötzlich ihr Konzept änderten?

Seltsam: In der »unvollendeten Grabkammer« findet sich nicht der Hauch von Schutt. Man hat offensichtlich jeden losgemeißelten Felsbrocken durch die qualvolle Röhre ins Freie geschafft. Warum? Hätte man nicht den verbleibenden Schutt in der Kammer belassen, als man die Arbeiten – warum auch immer –abbrach?

Noch seltsamer: »Unvollendete Grabkammer« nennt man diesen mysteriösen Raum, weil die Forschung davon ausgeht, dass hier eine unterirdische Gruft entstehen sollte. Aber für wen? Für den Pharao selbst vielleicht... oder für seine Gemahlin? Das erscheint mir mehr als unwahrscheinlich! Wie wollte man denn den Sarkophag einer hochstehenden Persönlichkeit in den unterirdischen Raum schaffen? Zur Erinnerung: 120 Meter lang, 120 Zentimeter hoch und 106 Zentimeter breit ist der »Gang«. Für den halbwegs würdevollen Transport eines Toten war er vollkommen ungeeignet. Einen Leichnam im Sarkophag konnte man schon gar nicht auf diesem Wege in die Gruft schaffen.

Einwand: Sollte der Gang für den Transport etwa des Pharaos im wertvollen Sarkophag später erweitert werden? Warum hat man dann die Wände des engen und niedrigen Ganges weitestgehend erstaunlich glatt poliert? Der Gang sieht ganz und gar nicht nach einem Provisorium aus. Zudem ist der Einwand geradezu unsinnig: Nie und nimmer hätte man die beim Herausmeißeln des unterirdischen Raumes anfallenden Gesteinsmassen durch einen langen, engen und niedrigen Gang ins Freie geschafft.... um dann später den Gang zu erweitern!

Ich konzentriere mich auf mein Messband, krieche am Boden der »unvollendeten Kammer« umher. Ich fertige eine Skizze an, schreibe Zwischenergebnisse auf. Ich addiere Zahlenkolonnen ... Meine Endergebnisse sind gewiss eher ungenau. Man kann sie aber als Richtwerte akzeptieren. Die »unvollendete Grabkammer« ist vierzehn Meter lang und acht Meter breit. An der höchsten Stelle messe ich 3,50 Meter. Wäre sie vollendet worden, dann wäre ein imposanter Saal entstanden, tief unter der Cheopspyramide!

Wohin führt der Gang
aus der unvollendeten Grabkammern?
Von der unvollendeten Grabkammer führt... ein weiterer Gang in den massiven Fels. Ein Eisengitter versperrt den Weg. Ich schraube das Objektiv meines Fotoapparates ab, schiebe Kamera und Fotoapparat durch das Gitter. Hinter dem Gitter schraube ich das Objektiv wieder auf. Der starke Blitz erleuchtet... einen Gang, der meinem Kompass nach nach Südosten verläuft. Endet er abrupt? Oder biegt er am »Ende« nach links ab?

Ich spekuliere: Könnte es sein, dass die »unvollendete Grabkammer« gar nicht unvollendet ist, sondern nur so aussieht? Wurde sie von den Planern von Anfang an so konzipiert? Ich versetze mich in die Lage von Grabräubern, die den absteigenden Gang entdeckt haben und ihm gefolgt sind. Sie schauen sich kurz um und kommen zum Schluss: Hier ist nichts zu holen. Enttäuscht ziehen sie ab. War das die von den Erbauern der Pyramide erwünschte Reaktion? Haben sie unter der Pyramide eine vermeintlich »unvollendete Kammer« angelegt, der deshalb weder Grabräuber noch Archäologen Aufmerksamkeit geschenkt haben? Findet sich irgendwo im Raum unter der Pyramide der versteckte Eingang zu geheimen Gängen, die zu Saurids Schatzkammern führen?

Walter-Jörg Langbein bei der Erkundung
der unvollendeten Grabkammer.

»Monstermumien im Alten Ägypten?«,
Teil 34 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 12.09.2010  in diesem Blog


Bücher von Walter-Jörg Langbein

Sonntag, 29. August 2010

»In der unvollendeten Grabkammer Teil I«,

Teil 33a der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

»Follow the others...« fordert mich der Wächter der »großen Pyramide«. Ich soll den anderen Pyramidenfreunden folgen. Dann werde ich in die Kammern der Königin und des Königs gelangen. Schnell... schnell... Schon ist wieder ein Trupp im Leib der »Großen Pyramide« verschwunden. »Follow them!« wird mir fast barsch befohlen. Nur dann, versichert man mir, werde ich ich in die Kammern der Königin und des Königs gelangen. Diese Bezeichnungen sind frei erfunden. Welchem Zweck die beiden Kammern in der Pyramide wirklich dienten, das ist nicht überliefert. Ich möchte aber nicht dem Tross der Touristen folgen. Mich interessiert die dritte Grabkammer....

»Dritte Kammer?« Mehrere Wächter haben sich inzwischen um mich geschart. »No third chamber exist....« behauptet einer in gutturalem, gebrochenen Englisch. Eine dritte Kammer existiert angeblich nicht. Ich deute nach oben. Deutlich ist der eigentliche Eingang zur Pyramide zu sehen. Er liegt auf der Nordseite des monumentalen Weltwunders, siebzehn Meter über der Grundfläche. Diesen höher gelegenen Eingang will ich benutzen, nicht jenen, durch den sich Hunderttausende Touristen quetschen. Er wurde einst von Grabräubern geschlagen.

Die unvollendete Grabkammer in der Cheopspyramide,
im Plan eingekreist.

Ich mache Anstalten, zum höher gelegenen Eingang zu klettern. Empört zerren die Guides an mir, packen mich an Armen und Beinen. Die Situation ändert sich schlagartig, als ich einige Geldscheine zücke und das Zauberwort »Bakschisch!« murmele. Dieses magische Wort und die Scheinchen verwandeln die Wächter schlagartig. Gern sind sie bereit, mit mir nach oben zu klettern. Der Wächter der Wächter am Eingang muss auch noch bestochen werden.... dann ist der Weg für mich frei... zur »unterirdischen Kammer« (»sunterranean chamber«).

Vor mir liegt ein Gang, der steil in das Innere der Pyramide führt. Die Bezeichnung »Gang« allerdings ist irreführend. Mit einer Höhe von nur 120 Zentimetern und einer Breite von 106 Zentimetern wirkt der Schacht alles andere als einladend. Ein aufrechtes Gehen ist bei dieser geringen Höhe nicht möglich. Kriechend in die Unterwelt der Cheopspyramide vorzudringen, das empfiehlt sich bei der Länge des Weges auch nicht. Also gehe ich in die Knie und quäle mich Schritt für Schritt die 26-Grad-Steigung hinab. Nach fünfundzwanzig Metern brennen meine Beine wie Feuer.

Soll ich aufgeben und den absteigenden Gang verlassen? Ich könnte jetzt in den aufsteigenden Gang wechseln, der zu der Königinnenkammer und der Königskammer führt. Ich schaue weiter nach unten. Es kommt mir so vor, als würde der tiefer führende »Gang« unendlich weit ins Erdinnere führen. Tatsächlich sind es aber »nur« noch etwa 85 weitere Meter.
.
Ziel meines anstrengenden Abstiegs
in die »Unterwelt«
Vor Anstrengung keuchend quäle ich mich weiter. Ich hatte gehofft, dass es im Inneren der Pyramide kühler ist als unter der Sonne Ägyptens. Die Luft wird muffiger, sie reizt zum schmerzhaften Husten. Mir ist, als würde es immer heißer und heißer. Meine Kleidung klebt mir am Leibe. Plötzlich spüre ich so etwas wie einen leisen, aber frischen Lufthauch. Auf eine »Länge« von nicht ganz zwei Metern ist der »Gang« immerhin stolze 1,85 Meter hoch. Hier soll so etwas wie eine Luftleitung in den absteigenden Gang führen. Kurz setze ich mich hin, dann wanke ich mehr kriechend als stehend weiter.

Endlich geht das Gefälle in die Horizontale über. Watschelnd geht es weiter, denn nach wie vor ist der »Gang« nur 120 Zentimeter hoch. So heftig inzwischen sämtliche Muskeln in Beinen und Rücken auch schmerzen... ich kämpfe mich schneller weiter. Ich weiß: nur noch zehn Meter trennen mich von der Kammer unter der »Cheopspyramide«.




»In der unvollendeten Grabkammer II«,
Teil 33b der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 5. September 2010

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