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Sonntag, 10. April 2016

325 »Buddha und die Laser-Waffe«

Teil 325 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein

Foto 1: Goldener Buddha
Im November 1996 war ich mit Freunden in Indien unterwegs. Interessant war das kleine goldene Figürchen, das unsere örtliche Reiseleiterin meist nah am Herzen trug. Der stoisch dreinblickende, offenbar meditierende Buddha hielt in der einen Hand eine Glocke, in der anderen einen Vajra. So klein das Figürchen auch war, so war der Dorje in der Hand des goldenen Buddha wirklich winzig. Man benötigte schon eine Lupe, wollte man Einzelheiten erkennen.

In einer Privatsammlung durfte ich einen mit einer Höhe von fast 80 Zentimetern sehr viel größeren, meditierenden Buddha fotografieren. Auch er hielt einen Dorje, der allerdings um ein Vielfaches größer war als der ganze Mini-Buddha am goldenen Kettchen im Dekolleté »meiner« Reiseleiterin.

Am 30. Mai 1975 hatte ich ausgiebig Gelegenheit, mit Andrew Tomas auch über den mysteriösen Dorje zu sprechen. Im Rahmen der 2. Weltkonferenz der »Ancient Astronaut Society« in Zürich hielt der Bestsellerautor einen viel beachteten Vortrag
zum Thema »Das Legat der Besucher aus dem All«. Tomas, nach manchen Quellen 1906, nach anderen Quellen 1913 in Petersburg geboren, verstarb 2001. Der Weltreisende wurde berühmt durch seine ersten Bücher »Wir sind nicht die Ersten« und »Das Geheimnis der Atlantiden«. Sein 1977 erschienenes Opus »Shambhala: Oasis of Light« (2) wird heute zu teilweise horrenden Preisen antiquarisch angeboten. Andrew Tomas lebte zwei Jahrzehnte im fernen Osten, recherchierte vor Ort die jahrtausendealten Geheimnisse unseres Planeten. Der Dorje zog ihn schon sehr früh in seinen Bann.

Foto 2: Buddhas Hand
Hans-Werner Sachmann, Kollege und Freund, fasste die spannenden Aussagen von Andrew Tomas in seinem Werk »In Schutt und Asche« so zusammen (1): »Andrew Tomas, ein weitgereister Schriftsteller, berichtet über die im nördlichen Indien, in Sikkim, Bhutan und Nepal angebotenen Dorje-Nachbildungen und die unglaublichen Fähigkeiten der ursprünglichen geheimnisvollen himmlischen Stäbe. Die Originale dieses kleinen Stabes (auch Dortsche oder Watschir), der an beiden Enden eine knollenartige Verdickung trägt, soll angeblich in buddhistischen Klöstern liegen und von dortigen Mönchen getragen werden.

In der Regel sollen diese Stäbe aus einem oder mehreren Metallen oder Metall-Legierungen gefertigt sein. Tomas erzählt, daß er Gespräche mitbekam, in denen man von der ›Wiederaufladung des Dorje‹ erzählte. Näheres habe man ihm jedoch verschwiegen.«

Foto 3: Andrew Tomas
Andrew Tomas versicherte mir im Gespräch, dass ihm wiederholt »alte Überlieferungen aus Tibet« mitgeteilt worden seien, wonach das Original der Dorje »vor langer Zeit aus dem Himmel herab zur Erde fiel«. Sollte damit gemeint sein, dass der erste Dorje nichts anderes war als ein Meteorit? Oder sollte auf diese Weise zum Ausdruck gebracht werden, dass der erste Dorje aus Meteor-Eisen gefertigt wurde?

Wohl kaum, denn der Original-Dorje wird auch als »das goldene Zepter« bezeichnet. Und einem Meteor wohnen wohl kaum die Kräfte inne, die schon in Tibet dem merkwürdigen Objekt nachgesagt werden. Andrew Tomas (3): »Obwohl man geglaubt hat, dass der Dorje eine Art von elektrischem Instrument sei, mit den beiden Kugeln an den Enden, die als Kathode und Anode wirken, so haben die Hohen Lhamas diese Spekulation zurückgewiesen«. Andrew Tomas weiter: »So mag sie von einer unbekannten Energie gespeist worden und mit der Gedankenkraft eines geübten buddhistischen Yogi kontrolliert worden sein.«

Fotos 4 und 5: Buddha mit Waffe

Im Gespräch versicherte mir Andrew Tomas, dass die »Origonal-Dorjes« womöglich nicht nur aus Metall bestanden. An beiden Enden hätten sich, so Tomas, nach seinen Recherchen »zwei große kugelförmige Diamanten« befunden. Dieser »Große Dorje« kann die mächtigen kosmischen Kräfte konzentrieren und manipulieren.« Nach Andrews wäre dann der Original-Dorje eine mächtige Waffe gewesen, die gewaltige kosmische Energien bündeln und lenken konnte.

Foto 6: Eine Laser-Waffe?

»Eine Laser-Waffe?«, warf ich fragend ein. »Das ist durchaus möglich!«, antwortete Tomas. »Die Begleiterscheinungen des Dorje waren ein ›summender Ton‹, was auf Energie hinweist, ›brillanter Schein‹ und ›Glühen‹!«

Foto 7: Die wahrscheinlich größte »Vajra«

Der wahrscheinlich größte »Vajra«, genauer gesagt das wohl größte Modell eines »Vajra«, befindet sich in Katmandu, früher Kantipur genannt, im Staat Nepal. Vor dem  Tempel-Stupa Swayambhunath Katmandou lockt er Mensch wie Tier an.

Der Dorje wird im Sanskrit auch als »Vajra« bezeichnet. Die Schulwissenschaft weiß nicht so recht, was von Dorje/ Vajra zu halten ist, verpasst ihm rasch das altbekannte Etikett »Kultobjekt« und gibt sich mit dieser unbefriedigenden Erklärung zufrieden. Nach Rachel Storm (4) lässt sich das Pendant des »Dorje« im Sanskrit übersetzen mit »mächtig/ hart«. In Tibet pries man ihn als »König der Steine« und sagte ihm ans Magische grenzende Eigenschaften wie »Härte«, »Unzerstörbarkeit« und »Strahlkraft« nach. Man vergleicht ihn mit einem Diamanten. Gott Indra soll über einen Vajra verfügt haben, über einen »Donnerkeil«. Nach Andrew Tomas hat der »Blitzstrahl« Indras mit dem Dorje zu tun.

Foto 8: »Blitzstrahl«
Mich lässt die Kombination von Begriffen wie »Blitzstrahl«, »Diamant«, »Strahlkraft« und »Blitzstrahl« an eine Laser-Waffe denken. Ein Laser-Strahl ist nichts anderes als ein Lichtstrahl von hoher Intensität, meist sehr engem Frequenzbereich und scharfer Bündelung. Vereinfacht ausgedrückt: Laserstrahl = Licht, das durch ein Lasermedium (Beispiel: Kristall) zur schneidenden Waffe wird.

Etwas genauer erklärt das »Hamburger Abendblatt« (5): »Laser sind Lichtverstärker. Durch die sogenannte stimulierte Emission von Strahlung bündeln sie das Licht – und damit dessen Energie. Jeder Laser besteht im Wesentlichen aus zwei gegenüberliegenden Spiegeln, von denen einer leicht durchlässig ist. Zwischen den Spiegeln wird ein Material platziert. Das kann ein Gas, eine Flüssigkeit oder ein künstlicher Kristall sein. Die Ionen (elektrisch geladene Atome) des Materials können Energie aufnehmen. Die ganze Anlage bezeichnet man als Resonator.

Um die Lichtverstärkung in Gang zu setzen, wird von außen Licht in das Lasermaterial gepumpt. Jene Lichtteilchen, die in dem Material auf Ionen treffen, werden aufgesaugt. Ihre zusätzlich gewonnene Energie strahlen sie jedoch wieder ab. Ein Teil der Strahlung wird nun zwischen den Spiegeln hin- und her-reflektiert, wobei die Strahlung bei jedem erneuten Kontakt mit den Ionen an Kraft gewinnt und so gebündelt wird, bis sie schließlich stark genug ist, den Resonator durch den halb durchlässigen Spiegel zu verlassen – als Laserstrahl.«

Ich darf wiederholen: Nach Andrews wäre der Original-Dorje eine mächtige Waffe gewesen, die gewaltige kosmische Energien bündeln und lenken konnte. Und weiter: Die Originale dieses kleinen Stabes (auch Dortsche oder Watschir), der an beiden Enden eine knollenartige Verdickung trägt, soll angeblich in buddhistischen Klöstern liegen und von dortigen Mönchen getragen werden.

Liegt zwischen den »knollenartigen Verdickungen« an beiden Enden des Dorje alias »Donnerkeil«, alias »Vajra« das »Lasermaterial«. Stellt also der Dorje das Herzstück einer Laserwaffe dar, in deren Innerem Lichtteilchen hin- und her-reflektiert und (Ionen!) aufgeladen werden, bis der Laserstrahl entsteht?

Fotos 9-12: Ein »Vajra« von seinen vier Seiten

Der Vajra alias Dorje gehört zu altindischen Göttern wie das Zepter zu Königinnen und Königen in unseren Gefilden. Somit ist der Vajra ein Attribut der Götter – geworden. Götter des Krieges und des Zorns nutzen Vargas als eine unzerstörbare Waffe. Götter der Harmonie und des Friedens verzichten nicht auf den Dorje alias Vajra. Sie tragen ihn als »Zepter«, wohl aber auch als Mahnung: »Schaut her, worüber ich verfüge! Als letztes Mittel kann ich den Dorje, den Vajra einsetzen!«

Sollte also, so frage ich spekulativ das Zepter von Monarchen der harmlose Abklatsch einer einstigen höchst gefährlichen Waffe sein?


Fußnoten

Foto 13: Ein Standardwerk...
(1) Sachmann, Hans-Werner: »In Schutt und Asche/ Die Arsenale der Unsterblichen«, Baden-Baden, 1989, S. 78 (Rechtschreibung des Zitats wurde nicht der Rechtschreibreform angepasst!)
(2) Tomas, Andrew: »Shambhala: Oasis of Light«, London 1977
(3) ebenda, Seite 65
(4) Storm, Rachel: »Vajra, Indra« in: »Enzyklopädie der östlichen Mythologie«, Reichelsheim 2000
(5) »Hamburger Abendblatt«, »Ratgeber Wissen« vom 14.05.2012
http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article106555567/Wie-ein-Laserstrahl-entsteht.html
Zu den Fotos:
Foto 1: Goldener Buddha/  Vergoldete Buddha Vajrasattva mit einem Dorje = Vajra in der rechten und einer Glocke in der linken Hand wiki commons Robert Aichinger Foto 2: Buddhas Hand/ Vergoldete Buddha Vajrasattva mit einem Dorje = Vajra in der rechten und einer Glocke in der linken Hand wiki commons Robert Aichinger
Foto 3: Andrew Tomas/ Foto Programmheft »Ancient Astronaut Society«
Fotos 4 und 5: Buddha mit Waffe/Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Eine Laser-Waffe?/ Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Die wahrscheinlich größte »Vajra«/ Der große Vajravor dem Tempel-Stupa Swayambhunath Katmandou. Foto: wiki commons Jean-Pierre Dalbéra
Foto 8: Blitzstrahl/ Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 9-12: Ein »Vajra« von seinen vier Seiten. Fotos: Walter-Jörg Langbein
Foto 13: Ein Standardwerk

326 »Erich von Däniken zum 81.«,
Teil 326 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 17.04.2016



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Sonntag, 28. Februar 2016

319 »Heidenzauber unter der Kirche«

Teil 319 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Heidenzauber?
»Schade…«, meinte der Geistliche bedauernd. »Haben Sie Ihren Entschluss auch reiflich überlegt? Sie sind doch schon so weit gekommen im Studium!« Ich hatte meiner Meinung nach zu lange gezögert. Meine Zweifel waren stetig gewachsen, der Glaube war stetig geschwunden. »Schon der Respekt vor dem gläubigen Christen erlaubt es mir nicht, Pfarrer zu werden!« Verblüfft sah mich der Geistliche an. »Jeder Mensch, der in einen Gottesdienst kommt, jeder Gläubige, der sich mit seinen Sorgen an seinen Pfarrer wendet, muss davon ausgehen können, dass der Pfarrer selbst von seiner Religion überzeugt ist! Wer nicht wirklich glaubt, der darf auch nicht Glauben predigen…«

Der Geistliche nickte. »So ernsthaft machen sich nicht viele Studenten Gedanken…« Er wechselte das Thema. »Sie interessieren sich doch für Archäologie, für ungelöste Rätsel….«  Ich nickte. »Ich mich auch!« Es war schon spät am Abend. Die Glocken vom Kirchturm würden schon bald »Mitternacht« läuten. Das eine oder das andere Gläschen Wein hatten wir auch schon getrunken. Plötzlich stand der Geistliche abrupt auf. »Kommen Sie! Ich muss Ihnen etwas zeigen!«

Von der gemütlichen Studierstube stiegen wir eine schmale Treppe hinab in die »Unterwelt«.  Für Licht sorgten mehrere flackernde Öllampen.»Die stammen noch von meinem Vorvorgänger…«, erläuterte der Geistliche. »Der unterirdische Gang ist noch viel, viel älter!« Knarrend öffnete er eine niedrige, unscheinbare Holztür. Eine alte Taschenlampe lag bereit und ließ einen recht niedrigen Gang mehr erahnen als erkennen. Wir musste beide in die Knie gehen, konnten nur nach vorn gebeugt einen Zusammenstoß mit dem steinernen Gewölbe verhindern. Nach einigen Metern machte sich ein muffig-feuchter Geruch bemerkbar.

»Vorsicht! Jetzt müssen wir abbiegen!« Der Gang wechselte Abrupt seine Richtung. Wieder standen wir vor einer niedrigen Tür. Wieder erklang ein Knarzen. Wir standen in einem kleinen, eher unscheinbaren »Keller«. »Ich vermute, dass es einst unter unserem Gotteshaus eine Krypta gab. Sie mag einsturzgefährdet gewesen sein. Jedenfalls wurden neue Wände und eine ›neue‹ Decke eingezogen. Man erkennt, dass das Mauerwerk nicht besonders alt ist. Mein Vorgänger jedenfalls versicherte mir, dass er nicht für diese Baumaßnahmen verantwortlich sei.« Und der wiederum hat von seinem Vorgänger nichts Nennenswertes über die »Unterwelt« erfahren.

Mein geistlicher Guide durch die Unterwelt hat die kirchlichen Unterlagen durchforstet »soweit sie noch vorhanden waren und im Krieg nicht verbrannt sind«. Er fand keinen Hinweis auf die »Krypta«, von Maurerarbeiten in neuerer Zeit ganz zu schweigen. Der Lichtstrahl der Taschenlampe glitt über das Mauerwerk, tastete sich durch die Dunkelheit. Schließlich blieb er an einem schlichten steinernen Altar hängen. »Wie alt der Altar ist, weiß ich nicht. Ob hier je Gottesdienste abgehalten wurden, das weiß ich auch nicht. Viele Menschen passen ja nicht in den unterirdischen Raum!«

Einst, so erfuhr ich weiter, gab es eine Verbindung zwischen »Krypta« und Gotteshaus. So konnten die Geistlichen vom Pfarrhaus direkt ins Innere der Kirche gelangen. Doch der von der Krypta aus weiterführende Gang wurde verfüllt und zugemauert. Angeblich hatten sich wiederholt Steine aus Wänden und Decke gelöst und waren auf die zur Kirche führenden Treppe gestürzt. Auf dem Rückweg in die Studierstube im Pfarrhaus erfuhr ich noch vom Pfarrer, dass er gern den Aufstieg von der »Krypta« ins Gotteshaus wieder freilegen würde. »Selbst mache ich mich da aber nicht an die Arbeit, so sehr es mir auch in den Fingern juckt. Das ist einfach zu gefährlich! Und wer weiß, was da alles passieren kann!« In der Studierstube setzten wir unser Gespräch fort. »Am Schluss würde noch die Kirche zusammenbrechen…«, wandte ich scherzend ein. »Und das wollen wir doch wirklich nicht!«

Nach einem deftigen Käsebrot, begleitet von dem einen oder anderen weiteren Glas Frankenweins, legte der Pfarrer ein Geständnis ab. Er hatte »an anderer Stelle im Gotteshaus« gegraben, und das natürlich heimlich. An verschiedenen Stellen im Mittelgang, der zum Altar führt, hat der neugierige Priester Steine gelockert und aus dem Boden gelöst. Ob er etwas gefunden habe, das wollte er mir zunächst nicht verraten. Ich ließ aber nicht nach, bohrte fragend weiter.

»Von mir wird niemand etwas erfahren, bekundete ich eifrig. Jahrzehnte lang hütete ich das Geheimnis. Inzwischen ist der Geistliche verstorben. Und erst seit kurzer Zeit habe ich eine Vorstellung, um was es sich bei dem Fund des Priesters wohl gehandelt haben mag.

Direkt unter einem der Steine, den der neugierige Gottesmann aus dem Boden gelöst hatte, lag ein seltsames Objekt. Nach einigem Bitten und Betteln holte der Priester seinen mysteriösen Fund, den er in einem Bücherregal hinter staubigen Wälzern mit den »Tischgesprächen Martin Luthers« verwahrte. Ich durfte das »Ding« nicht fotografieren, ja nicht einmal in einer Zeichnung verewigen.

Kopf der »Kreatur«
Das Objekt war etwa dreißig Zentimeter lang und aus sehr dunklem, offenbar sehr hartem Holz geschnitzt. Es war lang und schmal, lief nach unten spitz zu. An den drei abgeflachten Seiten der »Spitze« waren geometrische Figuren zu erkennen, die mich an Schlangen erinnerten. Diese Spitze machte ungefähr eine Hälfte des Fundobjekts aus. Die obere Hälfte bestand aus dem sorgfältig geschnitzten Oberkörper eines menschlichen Wesens, offenbar eines Mannes.

Bemerkenswert war der Kopf der Kreatur. Sie hatte drei Gesichter, die alle recht harte Konturen hatten und streng ja fast wütend drein blickten. Auf dem dreigesichtigen Haupt ruhte so etwas wie eine hohe Krone. Offensichtlich waren da und dort Stückchen abgebrochen. Ich war und bin mir nicht sicher, ob das Wesen wirklich eine Krone trug. Oder war es doch etwas anderes, vielleicht ein Federschmuck? Erst Jahrzehnte später machte ich eine Entdeckung, die mich an den Fund des Geistlichen erinnerte. Sollte ich recht haben mit meiner Vermutung, dann passt der Fund des Geistlichen ganz und gar nicht in ein fränkisches christliches Gotteshaus, sondern eher nach … Tibet!

Wie aber soll ein »Kultobjekt« aus Tibet wann auch immer ins Frankenland gekommen und unter einem Fußbodenstein in einer kleinen Kirche versteckt worden sein? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Vielleicht brachte ein Missionar das »Ding« von einer Reise mit nach Hause? Und warum wurde es dann und von wem im Gotteshaus versteckt?

»Unterteil« des »Dings«
»Mein« Geistlicher meinte jedenfalls damals, dass es sich bei dem Schnitzwerk »wohl um irgendetwas Heidnisches« gehandelt habe und dass irgendwann ein frommer Christ aus Angst vor dem Verbotenen das »Ding« unter dem Fußboden des Gotteshauses versteckte. »Vielleicht war das Ding ein Fetisch, ein Heidenzauber? Vielleicht sollte die Kraft des Gotteshauses den Heidenspuk bannen? Ja vielleicht war der unterirdische Raum einst ein Heidentempel? Christliche Kirchen wurden ja oft an solchen Orten errichtet, um das Heidnische zu verdrängen!« Jahrzehnte später entdeckte ich, dass der Geistliche aus seiner Sicht so unrecht gar nicht hatte!

Ich habe mich vor Jahrzehnten im Studierzimmer des Geistlichen zu Verschwiegenheit verpflichtet. Ich versprach niemals zu enthüllen, um welches Gotteshaus es sich handelt und wer der Geistliche war. Daran habe ich mich bislang gehalten und werde das auch weiterhin tun.

Meine Recherchen über den Verbleib des kuriosen Objekts sind im Sand verlaufen. Und doch machte ich kürzlich eine erstaunliche Entdeckung!

Zu den Fotos: In meiner Sammlung sakraler Gegenstände befindet sich ein Objekt, das dem Fund des Priesters recht ähnlich sieht. Eine Spur führt uns nach Tibet! Vom Objekt (»Heidenzauber«) liegen mir weder Fotos noch Zeichnungen vor. Die Fotos sollen nur einen Eindruck vermitteln, wie in etwa der merkwürdige Gegenstand ausgesehen hat.

Alle Fotos: Walter-Jörg Langbein

320 »Der Engel auf dem Feuerstrahl«,
Teil 320 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 06.03.2016



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Sonntag, 13. Mai 2012

121 »Hünengräber III«

»Höhlen, Hügel, Pyramiden«,
Teil 121 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Darschiling-Höhle um 1910
Foto: Archiv W-J.Langbein
Einst soll Indra einen fürchterlichen Blitz auf die Erde geschleudert haben. Im heutigen Westbengalen, zwischen Nepal und Bhutan, riss der Blitz ... so überliefert es die Mythologie ... ein Loch in die Erde, eine Höhle tat sich auf. Die Tibeter sahen diese uralte Höhle als Heiligtum an. Sie soll der Eingang in ein weitreichendes Tunnelsystem sein.

Im Tibetanischen heißt der Blitz »Dardschiling« ... und so wurde die Höhle Dardschiling-Höhle genannt. Von der heiligen Höhle leitet sich der Name der Stadt Darjeeling ab. Warum krochen die Menschen vor Jahrtausenden bei Darjeeling auf einer Höhe von über 2.000 Metern in eine muffige Höhle, um dort ihrer Religion zu frönen?
Hat Doris Wolf, eine Schweizer Wissenschaftlerin, die Antwort gefunden? Doris Wolf erkundete die Urkultur Ägyptens. Sie war an der Geschichte des alten Kulturvolks Ägyptens von lange vor der Zeit der Pharaonen interessiert. Bei ihren Studien stieß sie ... auf eine geheimnisvolle Höhle. In ihrem bemerkenswerten Werk »Was war vor den Pharaonen?« schreibt sie (1):

»Bei der Grotte der Großen Göttin im Tal der Königinnen ist noch eine andere Erscheinung interessant, die allerdings bisher unbeachtet blieb: eine aus dem Fels gemeißelte, überlebensgroße weibliche Skulptur auf der linken Seite des Eingangs, die über dem Boden schwebt. Obwohl der Kalkfelsen hoffnungslos brüchig ist, kann man bei der verwitterten Großplastik die untere Körperhälfte mit dem betonten Schoßdreieck erkennen, das gut erhalten ist.«

Weltwunder Cheopspyramide
Foto: W-J.Langbein
Die mystisch-mysteriöse Grotte in Luxor-West wurde nach den wissenschaftlichen Studien der Ägyptologin Christiane Desroches Neblecourt schon in den Zeiten der fernen Urgeschichte sakral genutzt. Wie? Auch wenn wir kein Buch aus uralten Zeiten lesen können ... so spricht die Symbolik der Höhlenkunst eine sehr deutliche Sprache. Sie stellt den riesigen Uterus der Heiligen Frau, der Göttin schlechthin, dar. Sie ist heiligster Ort überhaupt. Sie ist der »Mutterschoß der Großen Göttin«. Im Kult des Matriarchats war die Erde weiblich – die Mutter.

Krabbelten also die Menschen schon vor Jahrtausenden im Himalaya wie im »Alten Ägypten« in kultischer Verehrung in den Leib von Mutter Erde? Warum sollten sie das getan haben? Warum wird die ägyptische Göttin in der wissenschaftlichen Literatur nach wie vor stiefmütterlich behandelt? Warum wurde die Skulptur der Muttergöttin im ägyptischen Tal der Göttinnen so stark beschädigt? Warum wurde der in den Stein gemeißelte Torso im ägyptischen Kom el-Ahmar bis heute weitestgehend »übersehen«?
Warum üben unterirdische Anlage uralter Kultzentren so eine besondere Faszination auf uns aus ... wie etwa die »Unterwelt« von Tiahuanaco beim heutigen Dörfchen Tiwanacu, vier Kilometer hoch in den bolivianischen Anden gelegen?

Mysteriöser Tunnel von
Tiahuanaco - Foto: W-J.Langbein
Bei meinen Reisen zu den großen Mysterien unseres Planeten zog es mich immer wieder in die Unterwelt: in den Tunnel von Tiahuanaco im bolivianischen Altiplano ebenso wie in die »unvollendete Grabkammer« unter der berühmten Cheopspyramide!
Das christliche Abendland kennt die Lehre von Geburt und Tod ... und Auferstehung. Der gerechte Gläubige durchlebt sein Erdendasein, stirbt ... um nach seiner Auferweckung von den Toten und dem absolvierten Strafgericht ins Paradies einzugehen. Diese theologische Weltsicht passt nicht zur Realität des zyklischen Zeitenablaufs von Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Der Zeitplan der Natur ist zyklisch. Die Natur »tickt« wie eine Uhr, die keinen Anfang und kein Ende kennt.
Zyklisch wie die Jahreszeiten folgen im kleineren Maßstab Morgen, Mittag, Abend und Nacht immer wieder aufeinander. Da liegt es nahe, auch das Leben zyklisch zu sehen: Auf Geburt, Leben, Altern und Tod folgt wieder die Geburt.

Wo aber blieb der Tote zwischen Tod und neuem Leben? Die Sonne geht im Westen unter und taucht nach der Nacht im Osten wieder auf. Wo war sie in der Zwischenzeit? Durchlief sie die Unterwelt? Dieses Bild ist aus den ältesten Mythen unseres Planeten bekannt. Um im Bild zu bleiben: nach dem Tod gehen die Verstorbenen in die Unterwelt ein. Wiedergeburt heißt also eine Rückkehr aus dem Reich des Todes in die Welt der Lebenden! (2)

Unterwelt unter der Cheopspyramide
Foto: W-J.Langbein
Diese Vorstellung hat sich auch im Christentum erhalten, auch wenn sich viele Gläubige dieser Tatsache nicht wirklich bewusst sind. Heißt es doch im ökumenischen Glaubensbekenntnis: »Ich glaube an Gott ... und an Jesus Christus ... gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel.« (3)

Immer wieder bin ich in unterirdische Gänge, Tunnelsysteme und Höhlen gekrochen. Ich stieg in die Unterwelt unter uralten Pyramiden hinab ... in die dann förmlich greifbare Finsternis des »Totenreiches«. Wenn ich dann – möglichst nach mehrstündigem Aufenthalt – in der Dunkelheit etwa einer Kulthöhle der Osterinsel ans Tageslicht zurückkehrte ... war dies wie ein Aufstieg zurück in die Welt der Lebenden.

Trauriger Überrest einer einst
unteridischen Kammer
Foto: W-J.Langbein
Die Welt der »Höhlen, Hügel und Pyramiden« war – davon bin ich überzeugt – eine magische. Der Gläubige uralter Kulte stieg hinab ins »Totenreich«, etwa in der Bretagne. Die »Hünengräber« waren einst unterirdische Kulträume, keine »Einmalgräber«. Im Christentum wird der Leichnam bestattet, um dereinst wieder aufzuerstehen. Die weit älteren Kulte dachten anders.

Kulträume – unter Erdhügeln oder Pyramiden – wurden wie bombensichere Bunker angelegt, weil sie für die Ewigkeit gedacht waren. Wer in die angsteinflößende Finsternis der unterirdischen Räume stieg, der war voller Hoffnung. Er konnte wieder ans Licht des Tages zurückkehren.

In der kultischen Magie bewirkt die sakrale Handlung des Priesters oder des Gläubigen Großes: Indem der Mensch in die Unterwelt hinabsteigt ... und das im wahrsten Sinne des Wortes ..., indem er dann wieder aus der Dunkelheit ans Licht zurückkehrt, beschwört er den ewigen Lebenslauf: auf Tod folgt wieder neues Leben. Symbol dieses ewigen Kreislaufs ist die Spirale, die weltweit als sakrales Zeichen anzutreffen ist. Ich fotografierte sie immer wieder auf meinen Reisen, zum Beispiel bei Tiahuanaco in den Anden Boliviens. Eine »unendliche« Spirale wurde vor Jahrtausenden in einen Steinblock graviert. Ach, könnte man doch die alten Steine wie ein Buch lesen!

Spirale - Symbol
ewigen Lebens
Foto: W-J.Langbein
In der kultisch-religiösen Magie ging es nicht um das Leben des einzelnen Menschen, sondern um das Leben überhaupt. Indem der Priester in die Unterwelt hinabstieg und wieder zurückkam ... beschwor er das ewige Leben als Prinzip: Auf die »Todesstarre« von Winter oder Trockenzeit folgte wieder ein Erwachen des Lebens im Frühling. Es ging nicht um die egozentrische Vorstellung der Rückkehr eines bestimmten Menschen in die Welt der Lebenden. Es ging nicht um die Auferstehung des Einzelnen.
Es ging um den Erhalt des Lebens – Pflanze, Mensch, Tier – insgesamt. Es ging um den Erhalt aller Lebensformen auf Erden ... und nicht um die Unterwerfung von Planet Erde durch den Menschen. Der Mensch als Regent über unsere Erde ist nur im patriarchalischen Glauben vorgesehen ... das egozentrische Streben, durch den rechten Glauben dem eigenen kleinen Leben zur individuellen Unsterblichkeit zu verhelfen auch!

Nach mehr als drei Jahrzehnten des Forschens bin ich davon überzeugt, dass vor vielen Jahrtausenden sakrale Zeremonien des Matriarchats in natürlichen Höhlen gefeiert wurden. Mit dem Voranschreiten technischer Möglichkeiten folgten künstlich geschaffene unterirdische Tunnel und Kammern, schließlich Erdhügel mit eingeschlossenen Kammern für die Ewigkeit ... und Pyramiden.

Hünengrab bei Fallingbostel - Foto: Archiv W-J.Langbein

Fußnoten 1 Wolf, Doris: «Was war vor den Pharaonen?«, Zürich 1994, S.63
2 siehe hierzu auch Getty, Adele: »Göttin/ Mutter des Lebens«, München 1993
3 siehe hierzu auch Uhlig, Helmut: »Die große Göttin lebt/ Eine Weltreligion des Weiblichen«, Bergisch Gladbach 1992

»Die Ruinenstadt/
Das Geheimnis der Anden I«,
Teil 122 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 20.05.2012


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