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Sonntag, 24. Juni 2018

440 »Mit künstlicher Intelligenz in die Apokalypse?«

Teil 440 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Foto 1: Albrecht Dürer Apokalypse um 1498
Die »Johannes-Apokalypse« entwirft ein schwer verständliches Bild von den Geschehnissen am Ende der Zeit. Himmlische und teuflische Mächte ringen miteinander. Große Künstler vergangener Jahrhunderte verewigten ihre Sichtweise der nahenden Katastrophe. Es kann sein, dass wir tatsächlich einer wirklichen Apokalypse entgegen trudeln, die freilich nicht das Ergebnis von teuflischem und messianischem Wirken sein wird. Wir haben womöglich selbst schon vor Jahren auf den »Knopf« gedrückt, der eine apokalyptische Endzeit einleiten mag.

Man stelle sich einen Science-Fiction-Film vor. Die erste Szene spielt an einer Grenze. Ein Soldat schiebt Wache. Ein Roboter schiebt Wache. Militärs führen einen Test durch: Wer erledigt seine Aufgabe besser und zuverlässiger, Mensch oder Maschine? Der Roboter. Er ermüdet nie. Er sieht und hört besser. Er reagiert schneller. Er tötet feindliche Eindringlinge präziser und effektiver. Keiner kann ihm entkommen. Er muss nicht ausgebildet werden, macht keine Fehler. Mitleid ist ihm fremd. Er schiebt Wache und tötet jeden Eindringling. Science-Fiction?

Keineswegs. Den Roboter gibt es schon. Er patrouilliert an der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea. Entwickelt wurde Roboter SGR-A1 von Samsung Techwin, einer Tochter des südkoreanischen Samsung- Konzerns. Mit seinen speziellen »Twin-Infrarotsensoren« kann er ein bewegliches Ziel bis in eine Entfernung von 4 Kilometern verfolgen und zielgenau töten. Militärs geraten ins Schwärmen: SGR-A1 kann Menschen ansprechen, auffordern sich zu ergeben. Falls der Mensch aber angreift oder flieht, kann der Roboter ihn mit seinem 5,56-mm-Maschinengewehr mit einer Magazinkapazität von 200 Schuss und einer Feuerrate von 700 bis 1000 Schuss pro Minute erledigen. Kurz: der Roboter ist  eine höchst effektive Killermaschine. Eingesetzt wird er offenbar an der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea.

2006 kostete so ein Killer-Roboter je nach Ausstattung zwischen 80.000 und 200.000 US-Dollar »pro Einheit«. Offiziell wird SGR-A1 noch ferngesteuert. Aber in wieweit ist er schon mit künstlicher Intelligenz ausgestattet? Seine Software lässt ihn in Sekundenbruchteilen erkennen, ob er einen Menschen oder einen kleinen Busch vor sich hat.

Man stelle sich einen Science-Fiction-Film vor. Inhalt: Künstliche Intelligenz reißt die Weltherrschaft an sich, um schließlich die Menschheit in einem weltweiten Holocaust mit Nervengas auszulöschen. Eine solche Vision könnte in einem Blockbuster-Film zum Leben erweckt werden. Aber ist so ein Horrorszenario realistisch? Man hofft, dass derartiges Grauen in der Realität nicht möglich ist. Leider ist die Zukunftsvision aber durchaus realistisch. Nick Bostrom (*10.03.1973), Physiker und Philosoph an der renommierten Universität von Oxford, erhob anno 2013 in seinem Buch »Superintellingence« mahnend seine Stimme als besorgter Wissenschaftler.

Foto 2: Albrecht Dürer Apokalypse um 1498
Von Menschen erschaffene künstliche Intelligenz kann im Gegensatz zur biologischen schnell extrem wachsen (2):

»Heute scheint es offensichtlich zu sein, dass große existentielle Risiken mit einer solchen Intelligenzexplosion verbunden wären.«

Nick Bostrom wird noch deutlicher. Er hält eine »Übernahme durch »Künstliche Intelligenz« für möglich (3): »Eine maschinelle Superintelligenz dürfte selbst ein äußerst mächtiger Akteur sein, der sich erfolgreich gegen seine Schöpfer wie auch gegen den Rest der Welt durchsetzen kann.«

Die »künstliche Intelligenz«, so Nick Bostrom, könnte die Weltherrschaft an sich reißen. Sie könnte (4) via Internet auf legalem wie illegalem Wege Kapital, Daten und Rechenleistung »erwerben«.

So würde sie die Kontrolle »über Roboter und automatisierte Laboratorien übernehmen« und »ihre Superkraft der sozialen Manipulation einsetzen, um Menschen davon zu überzeugen, ihr als Werkzeuge zu dienen«. Das alles könne weitestgehend im Verborgenen geschehen.

Schließlich aber könne die Superintelligenz die gesamte Menschheit in einer grausame Apokalypse auslöschen (5): »Die offene Umsetzungsphase könnte mit einem ›Schlag‹ beginnen, in dem die Künstliche Intelligenz die menschliche Spezies und alle automatischen System vernichtet, die ihr im Wege stehen. Dies könnte durch den Einsatz einer fortgeschrittenen Waffe geschehen, die die Künstliche Intelligenz mithilfe ihrer Superkraft der Technologieentwicklung perfektioniert und in der geheimen Vorbereitungsphase in Anschlag gebracht hat.«

Nick Bostrom entwickelt ein echtes Horroszenario, zu dem es aber tatsächlich kommen kann (6): Die Künstliche Intelligenz stellt zunächst mit Nano-Technologie eine mikroskopisch kleine »Mini-Minifabrik« zur Herstellung von Nervengas her. Die wird mit wachsender Geschwindigkeit vervielfältigt, so dass nach überschaubarer Zeit ein riesiges Heer von zig Milliarden solcher Minifabriken entstanden ist, die sich alle gleichmäßig auf den Globus verteilen und im Erdboden eingraben. Dort warten sie auf das entscheidende Kommando. Auf Befehl der Künstlichen Intelligenz können diese mikroskopisch kleinen Giftfabriken jederzeit weltweit an die Oberfläche kommen und mit ihrem tödlichen Erzeugnis die Menschheit auslöschen.

Es lässt sich nicht bestreiten: Militärs dürften nicht erst seit gestern, sondern schon länger mit »Künstlicher Intelligenz« experimentieren. Ihr Ziel: Sie wollen immer wirksamere Waffensysteme entwickeln, die keiner menschlichen Steuerung mehr bedürfen. Die explosionsartig angewachsene künstliche Intelligenz wird zwangsläufig erkennen, dass der biologische Mensch letztlich nur wertvolle Ressourcen verbraucht und die Entwicklung und der Ausbreitung der künstlichen Intelligenz nur störend im Wege steht.

Foto 3: Gustave Dore, Apokalypse, 1865.

James Rodman Barrat (*1960) ist ein exzellenter Dokumentarfilmer, der sich ausführlich mit dem Thema „Künstliche Intelligenz“ beschäftigt hat. Die Ergebnisse seiner intensiven Recherchen hat er in einem Buch zusammengefasst, dessen Titel klar zum Ausdruck bringt, wie kritisch er nichtbiologische Intelligenz sieht (7): »Our Final Invention«. Für Barrat ist die künstliche Intelligenz unsere letzte Erfindung, weil die »künstliche Intelligenz« die menschliche Ära beenden wird. Der Untertitel lässt keinen Zweifel mehr zu: »Artificial Intelligence and the end of the human era«, zu Deutsch: »Künstliche Intelligenz und das Ende der menschlichen Ära«.

Es werden da und dort Stimmen laut, die »künstliche Intelligenz« für ethisch problematisch halten. Freilich sind die wenigsten Machtpolitiker auf unserem Planeten sonderlich zimperlich, wenn es um Abwägen zwischen Macht und Ethik geht. Jeder Realist wird mir zustimmen: Sehr viel mehr Politiker sind ausschließlich an der eigenen Machtfülle interessiert, auch wenn sie sich noch so human und demokratisch geben.

Foto 4: Hans Burgkmair d. Ä., Apokalypse.
Ich bin davon überzeugt, dass die Entwicklung von künstlicher Intelligenz nicht mehr aufzuhalten ist. Der »Startschuss« ist verhallt, weltweit wird an künstlicher Intelligenz gearbeitet, die schon bald dazu in der Lage sein wird, sich selbst zu verbessern und mit wachsender Geschwindigkeit immer fantastischer anmutende Ziele erreichen wird. Schon bald wird sich künstliche Intelligenz Fähigkeiten angeeignet haben, die so fantastisch sein werden, dass im Vergleich dazu kühnste Science-Fiction wie Ringelrein-Spiele für Kleinkinder anmuten.

Die Frage ist: Wie lang wird künstliche Intelligenz kontrollierbar bleiben? Schon die menschliche, biologische Intelligenz strebte Ausbreitung an. Sobald Planet Erde erkundet ist, treibt es die menschliche Intelligenz ins All. Sie betreibt Raumfahrt, erforscht den Mond, macht sich zu den Planeten auf und wird eines Tages in die Tiefen des Kosmos vordringen. Künstliche Intelligenz ist im Anfangsstadium ein Abbild der menschlichen, der biologischen Intelligenz.

Morgen oder übermorgen wird die künstliche Intelligenz nicht mehr auf den Menschen angewiesen sein. Sie wird sich selbst immer weiter verbessern, ihre Entwicklung wird immer schneller verlaufen. Nick Bostrom, Physiker und Philosoph an der renommierten Universität von Oxford, entwickelt auch ein weiteres Szenario, das für uns Menschen auch nicht sehr optimistisch klingt: »Ist die Künstliche Intelligenz sich andererseits ihrer Unbesiegbarkeit sicher, dann würde sie uns nicht direkt angreifen. Unser Untergang könnte stattdessen die Folge der Umweltzerstörung sein, die beginnt, sobald die Künstliche Intelligenz Nanotechnologie für globale Bauvorhaben einsetzt. Vielleicht schon innerhalb von Tagen oder Wochen wäre die ganze Erdoberfläche mit Solarzellen, Kernreaktoren, Rechenzentren mit dazugehörenden Kühltürmen, Raumschiff- Abschussrampen oder anderen Anlagen bedeckt.«

Foto 5: Pohnpei-Götter oder »künstliche Intelligenz«? Fotomontage.

Intelligenz, ob künstlich oder biologisch, zieht es früher oder später ins All. Künstliche Intelligenz wird ihre globalen Kräfte vereinen, im Gegensatz zur biologischen »Intelligenz«. Immer wieder stellt sich mir die Frage: Waren die »Astronautengötter« der Vorzeit keine biologischen Besucher, sondern »künstliche Intelligenz«?

Fußnoten
1) Bostrom, Nick: »Paths, Dangers, Strategies«, Oxford University Press, Oxford 2013. Bostrom, Nick: »Superintelligenz - Szenarien einer kommenden Revolution«, Berlin 2014
2) Bostrom, Nick: »Superintelligenz - Szenarien einer kommenden Revolution«, eBook-Ausgabe, Berlin 2014, Seite 18, Pos. 208
3) Ebenda, Seite 137, Pos. 2655
4) Ebenda, Seite 139, Pos. 2687
5) Ebenda, Seite 139, Pos. 2692
6) Ebenda, Seite 139, Pos. 2695-2698
7) Barrat, James Rodman: »Our Final Invention/ Artificial Intelligence and the end of the human era«, eBook-Version, New York 2013
8) Bostrom, Nick: »Superintelligenz - Szenarien einer kommenden Revolution«, eBook-Ausgabe, Berlin 2014, Seiet 140, Pos. 2704

Zu den Fotos
Foto 1: Albrecht Dürer Apokalypse um 1498. Wikimedia commons/ gemeinfrei
Foto 2: Albrecht Dürer Apokalypse um 1498. Wikimedia commons/ gemeinfrei
Foto 3: Gustave Dore, Apokalypse, 1865. Wikimedia commons/ gemeinfrei
Foto 4: Hans Burgkmair der Ältere, 1473 bis 1531, Apokalypse. Wikimedia commons/ gemeinfrei
Foto 5: Pohnpei-Götter oder »künstliche Intelligenz«? Fotomontage. Foto Walter-Jörg Langbein

441 „Hölle, Hölle, Hölle!“,
Teil 441 der Serie
„Monstermauern, Mumien und Mysterien“
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 01.07.2018

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Sonntag, 21. Mai 2017

383 »Gibt es im Dom von Limburg die Darstellung eines UFOs? Teil 3«

»Heilige Frauen und Könige«,
Teil  383 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«

von Walter-Jörg Langbein 
- In Memoriam Ralf Streblow † -


Foto 1: Das Gemälde mit dem UFO

Das geheimnisvolle Gemälde »Stammbaum Jesu« wirkt wie ein Buch, das in einem einzigen Bild wiedergegeben wird. Da und dort sind Spruchbänder zu entziffern. Sie sind in lateinischer Sprache verfasst und sind wahrscheinlich der Vulgata entlehnt. So erkennen wir da und dort biblische Gestalten, andere wiederum bleiben anonym.


Foto 2: Der Tisch als Basis

Was auffällt: Die Basis des Gemäldes wird komplett von einem langen Tisch eingenommen, der von rechts nach links reicht und womöglich an das häufig in der sakralen Kunst dargestellte legendäre »Letzte Abendmahl Christi« erinnern soll. Dem Betrachter am nächsten platziert sind keine Männer, sondern ausschließlich Frauen! Im Zentrum befindet sich die Heilige Mutter Gottes, Maria mit dem Jesuskind (Person 1). Links daneben sitzt Marias Mutter, die »S. Anna« (Person 2) und links von Anna ist die Heilige »Maria uxor Alphaei« (Ehefrau von Apostel Alphaeus,) (Person 3) intensiv mit gleich vier kleinen Kindern beschäftigt, mit »S. Jakobus minor«, Cousin von Jesus, »S. Simon Chanan«, ebenfalls Cousin von Jesus, »S. Judas Thaddaeus«, Cousin von Jesus, und mit »S. Matthaeus«, Cousin von Jesus. Alle vier Cousins sollten später zur Jüngerschaft Jesu gehören.


Foto 3: Wer sitzt, wer steht an der Tafel?

Rechts von Jesu Mutter Maria haben die unbekannten Künstler eine weitere wichtige Frau platziert, nämlich »S. Maria Salome« (Person 4), Tochter von »S.Anna«, also Schwester der Mutter Jesu. Auf ihrem Schoß sitzt kein Geringerer als »S. Johannes«, später Jünger Jesu und Evangelist, natürlich auch ein Cousin Jesu. »S. Jakobus maj.« versucht gerade auf den Schoß seiner Mutter zu klettern. Auch er gilt als Cousin Jesu und gehörte später zur Jüngerschar.

»S.Anna« (Person 2) war gleich drei Mal verheiratet, und zwar mit Joachim, dem Vater der Maria, mit Kleophas und mit Salomas. Zwei dieser drei Herren finden sich in schöner Eintracht am langen Tisch. »S. Joachim« (Person 5), der erste Mann von Anna, muss sich mit einem Platz an der »anderen« Seite der Tafel begnügen. »S. Cleophas« (Person 6) steht noch weiter abseits, ebenfalls auf der »anderen« Seite der Tafel. »S. Joseph« (Person 7), der irdische Vater Jesu, steht schräg hinter der »Gottesmutter«. Fromm faltet er die Hände, blickt nachdenklich auf Frau und Sohn. Kurz gesagt: die wichtigen Frauen stehen vor dem Tisch, die Männer auf der »anderen« Seite.

Foto 4:  Maria, Jesus und Verwandtschaft

Dort steht freilich auch »S. Elisabeth neptis S. Annae« (Enkelin der Heiligen Anna) (Person 8), Cousine der »Jungfrau Maria« und Mutter von Johannes, genannt der Täufer. »S. Zacharias« (Person 9), Ehemann der »S. Elisabeth«, Vater von Johannes, darf direkt neben Frau und Kind stehen. Johannes der Täufer nebst Eltern wird vom unbekannten Künstler im Gemälde von Limburg an die »andere« Tafelseite gestellt, während Maria und Jesus vorn stehen. Auf diese Weise soll wohl die Vorrangstellung von Jesus und Maria in der im Gemälde dargestellten Hierarchie verdeutlicht werden. Anachronistisch haben sich die Stifter des Gemäldes Johannes Zanger (Person 10) und Anna Kalchoffen (Person 11) ins Gemälde geschlichen.

Foto 5: Zacharias und sein iPad?

Und weil wir schon bei Anachronismen sind, sei mir ein humoriger Hinweis gestattet! Was liegt da auf dem Tisch vor Zacharias, dem Vater des Täufers? Bedient der fromme Mann da nicht gar ein iPad, geschickt, kundig und diskret?

Scherz beiseite. Zurück zu Jesse alias Isai (Person 1), Vater von König David. Rechts von David Steht ein in Grün gewandeter Mann mit gelber Mütze (Person 2). Rechts daneben machen wir einen Mann aus (Person 3) in Gelb mit Krone auf dem Haupt. Der Mann mit der Krone hat zwei Spruchbändern aufzuweisen. Die fehlerhaft wiedergegebenen lateinischen Worte sind wohl falsch aus der Vulgata abgeschrieben worden, sie stammen aus Haggai Kapitel 2, Vers 7:

Foto 6: Rechts von Jesse...

»Ja, alle Heiden will ich erschüttern. Da sollen dann kommen aller Völker Kostbarkeiten, und ich will dies Haus voll Herrlichkeit machen, spricht der Herr  Zebaoth.« Über den Propheten Haggai wissen wir so gut wie nichts. Geboren wurde er in babylonischer Gefangenschaft. Nach Rückkehr aus der Gefangenschaft ins Land der Israeliten musste der zerstörte Tempel wieder aufgebaut werden. Die Prophezeiung des Haggai kündigt eine glorreiche Zeit für den Tempel an.

Das zweite Spruchband »Cantate Dominum canticum novum Ps« ist als Zitat aus den Psalmen gekennzeichnet. Dort begegnet es uns gleich zwei Mal: Psalm 96, Vers 1 und Psalm 98, Vers 1: »Singet dem Herrn ein neues Lied; singet dem Herrn, alle Welt!«

Rechts daneben – im Hintergrund – steht ein Mann in Grün mit schmutzig gelber Mütze (Person 4). Sein Spruchband trägt eine Prophezeiung aus dem Buch Sacharja Kapitel 3, Vers 8. Das Original in Latein: »Adducam servum meum orientem. Zach« Die Übersetzung: » … denn siehe, ich will meinen Knecht ›Spross‹ kommen lassen.« Bei Sacharja gibt es den theologischen Begriff »servus oriens« für den »Messias«, den »Gesalbten«, den »Erlöser«.

Foto 7: Der Dom um 1921

Rechts daneben: Ein Mann in Blaugrau ohne Kopfbedeckung (Person 5). Seit Spruchband: Zitat aus dem Lukas-Evangelium Kapitel 1, Vers 35: »Darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.«

Die nächste Person (Person 6) steht im Hintergrund, ist in Gelb gekleidet und hat – stark gekürzt – einen Vers aus dem Buch Maleachi auf seinem Spruchband (Kapitel 3, Vers 20):  »Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln.«
Rechts außen steht ein in Rot gekleideter Mann ohne Kopfbedeckung. Sein Spruchband kündet: »Mulier amicta sole, et luna sub pedibus ejus Apoc«. Apoc verweist auf die Apokalypse oder Offenbarung Kapitel 12, Vers 1. Nach der aktuellen Luther-Ausgabe von 2017 heißt das: »Eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen«  wird am Himmel erscheinen zum Ende der Zeit.

Die Spruchbänder, die uns die Männer vom Limburger Gemälde entgegenhalten, und ich habe nicht alle zitiert, preisen entweder Gott, verkünden den Messias oder verweisen auf die Zeit der Apokalypse. Oder sie benennen die dargestellten Personen. 

Dargestellt werden sollen die königlichen Vorfahren Jesu von Jesse an…

Foto 8: Königliche Vorfahren Jesu.
Person 1: König David,
Person 2: König Salomon,
Person 3: König Achaz,
Person 4: König Joram,
Person 5: König Raboam,
Person 6: König Ahia,
Person 7: König Ozias,
Person 8: König Joatham,
Person 9: König Aso,
Person 10: König Josapha,
Person 11: Maria mit dem Jesuskind,
Person 12: König Manasses alias Manasse
Person 13: König Ezechias, Ezechia, Hiskia oder Hiskias

Zu den Fotos 
Foto 1: Das Gemälde mit dem UFO. 
Foto Eva und Rolf Streblow.
Foto-Ausschnitt!
Foto 2: Der Tisch als Basis.  
Foto Eva und Rolf Streblow.
Foto 3: Wer sitzt, wer steht an der Tafel?  Foto Eva und Rolf Streblow
Foto-Ausschnitt! 
Foto 4:  Maria, Jesus und Verwandtschaft.  Foto Eva und Rolf Streblow
Foto-Ausschnitt! 
Foto 5: Zacharias und sein iPad?  Foto Eva und Rolf Streblow
Foto-Ausschnitt! 
Foto 6: Rechts von Jesse... Foto Eva und Rolf Streblow
Foto-Ausschnitt! 
Foto 7: Der Dom um 1921. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Königliche Vorfahren Jesu.
Foto Eva und Rolf Streblow
Foto 9: Der Dom um 1935. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein

Foto 9: Der Dom um 1935

Ein Wort des Dankes
Eva 
und Ralf Streblow † 
machten mich auf das geheimnisvolle Gemälde im Dom zu Limburg aufmerksam und stellten mir Fotos zur Verfügung! 
Dafür möchte ich mich bei ihnen recht herzlich bedanken!


 384 » Gibt es im Dom von Limburg die Darstellung eines UFOs? Teil 4«,
»Moses, Aaron, Hesekiel und Daniels ›UFO‹«
Teil  384 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein, erscheint am 28.05.2017




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Sonntag, 29. November 2015

306 »Das Medaillon und eine Göttin«

Teil 306 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: »Geboren« vor 100 Millionen Jahren...

Vor 150 Millionen Jahren: Wo heute der Hermann aus Metall sein Schwert gen Himmel reckt… wogt ein Meer. Am Grund sammeln sich seit Ewigkeiten Sedimente ab, die sich langsam verdichten. Im Raum Horn-Detmold verläuft ungefähr die Küste…. vor 150 Millionen Jahren.

Vor 100 Millionen Jahren haben sich die Ablagerungen in Sandstein verwandelt. Fachbezeichnung heute: Osningsandstein, »Geburtszeit« Erdzeitalter der Unterkeide. Die sandigen Ablagerungen deuten auf Küstennähe hin.

Vor 70 Millionen Jahren: Durch Bewegungen der Erdkruste wird der ursprünglich flach am Boden liegende Sandstein von der Horizontalen in die Senkrechte geschoben. Gewaltige tektonische Kräfte sind am Werk.  Der Sandstein wird nicht nur aufgestellt, das Gestein wird auch gebrochen und zerklüftet.

Foto 2: Drachenszene...  Foto 3: Drachenkopf

Vor 70 Millionen Jahren werden die nun senkrecht stehenden Steinmassen durch Wasser und Wind freigelegt. Die Externsteine entstehen, die Kräfte der Natur formen sie zu Steinsäulen.  Sie ragen bis zu vierzig Meter hoch aus dem Untergrund. Wasser dringt in die Steine ein, gefriert im Winter, sprengt mit Urgewalt Steinpartien unterschiedlicher Größe ab.

So entsteht vor rund 70 000 000 Jahren das bizarre Felsgebilde, das heute Millionen von Touristen anlockt…. Die Externsteine. So formen Naturgewalten ein steinernes Denkmal, das seit Jahrtausenden Menschen anlockt.

Vor rund 13 000 Jahren sind die Externsteine Ziel von Jägern und Sammlern. Sie benutzen den Bogen als Jagdwaffe und primitives Werkzeug aus Feuerstein. Ihre Steingeräte werden im 20. Jahrhundert bei Ausgrabungen bei den Externsteinen entdeckt. Feste Behausungen kennen diese Menschen der Ahrensburger Kultur noch nicht. Sie nutzen natürliche »Überdachungen« –  Felsüberhänge – als Wetterschutz. So finden sie bei den Externsteinen Unterschlupf, eine gewisse Sicherheit vor Unwettern. Zu fragen ist: Waren die Externsteine für die Steinzeitmenschen auch so etwas wie ein »Heiligtum«? Gab es vor 13 000 Jahren schon so etwas wie natürliche Höhlen in den Externsteinen, die später – wann? – zu einem Kammersystem erweitert wurden? Umstritten ist bis heute, wann diese Kammern genutzt wurden.

Fotos 4 und 5: Das Kammersystem im Externstein...

Wann wurden erstmals in der Kuppelkammer – in der Skizze gelb markiert – Feuer entfacht und warum? Geschah dies im 1. Jahrtausend vor Christus oder später? Wurden Tote verbrannt? Oder hatten die ersten Feuer profanere Zwecke? Brachte man den Stein durch massive Befeuerung förmlich zum »Glühen«, um ihn dann mit Wasser abzuschrecken? Erweiterte man auf diese Weise die Kuppelgrotte? Durch den Kälteschock platzt heißes Gestein ab…

Welchem Zweck diente das »Blutloch« –  in der Skizze rot markiert? Diente es der Luftzufuhr für die Feuer in der Kuppelkammer? Entstand das mysteriöse Relief des »Wächters« – 2 im Skizzenplan – in vorchristlichen Zeiten oder erst später? Hatte das rätselhafte »Kreuzabnahmerelief« – 4 im Skizzenplan – einen vorchristlichen Vorläufer, der umgearbeitet wurde?

Foto 6: Das Kreuzabnahmerelief mit Autor Langbein

Unbestreitbar aber sind das Kammersystem (inklusive Kuppelkammer!), das Wächterrelief und das Kreuzabnahmerelief künstlich, von Menschenhand geschaffen. Schriftliche Quellen gibt es nicht. In alten Märchen wird immer wieder eine Verbindung zwischen Externsteinen und dem Teufel hergestellt. Meiner Überzeugung nach ist das ein deutlicher Hinweis auf heidnisches Brauchtum, das von christlichen Missionaren »verteufelt« wurde.

Heidnischen Ursprungs ist auch ganz ohne Zweifel das Medaillon, das vor 1822 an einem der Externsteine gefunden wurde. Es zeigt eine weibliche Gestalt, die fast vollkommen von einer sehr schmalen Mondsichel eingerahmt wird. Am Kopf trägt sie eine weitere, kleine Sichel. Die Frau – Göttin oder Priesterin – zeigt ihre geöffneten Hände. Betet sie? Segnet sie? Die kleine  Mondsichel am Kopf könnte auf die Venus hindeuten. Mond… Venus… Göttin oder Priesterin auf einem Medaillon… deutlicher können Hinweise auf einen vorchristlichen Kult kaum ausfallen! Die kleine Venussichel befindet sich hinter dem Haupt der mysteriösen weiblichen Gestalt. Es handelt sich also auf keinen Fall um auf dem Haupt sitzende Hörner!

Fotos 7, 8 und 9: Das Medaillon mit der »Göttin«

Leider konnte ich zum geheimnisvollen Bildnis nichts Näheres in Erfahrung bringen, außer dass es vor 1822 an einem der Externsteine gefunden wurde. Das Medaillon wird auch als »Kupferplakette« bezeichnet. Aus christlicher Sicht könnte man das Medaillon als Anspielung auf die Offenbarung des Johannes (1) verstehen.

In der »Elberfelder« Übersetzung lesen wir: »Und ein großes Zeichen erschien im Himmel: Eine Frau, bekleidet mit der Sonne, und der Mond war unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen.« Die »Neue Genfer Übersetzung« formuliert leicht abgewandelt: »Nun war am Himmel etwas Außergewöhnliches und Bedeutungsvolles zu sehen: eine Frau, die mit der Sonne bekleidet war; unter ihren Füßen war der Mond, und auf dem Kopf trug sie eine Krone aus zwölf Sternen.«

Die »Frau« ist auf dem Medaillon ebenso zu sehen wie »der Mond zu ihren Füßen«, Sonne und Sterne freilich sucht man vergeblich. Interessant ist, dass in der Offenbarung des Johannes auf das Erscheinen eines Drachens hingewiesen wird (2):

»Und es erschien ein anderes Zeichen am Himmel, und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen, und sein Schwanz fegte den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde. Und der Drache trat vor die Frau, die gebären sollte, damit er, wenn sie geboren hätte, ihr Kind fräße.«

Foto 10: Mondsichel, Venus und »Göttin«

Von der Theologie wird diese Beschreibung gern auf Maria, die Gottes-Mutter, bezogen, deren Kind – Jesus – vom Teufel bedroht werden würde. Der Drache findet sich auf dem Relief der Externsteine, unter der Darstellung der »Kreuzabnahme«. Aber ist es wirklich der Drache im christlichen Sinne? Oder interpretieren wir ein heidnisches Bild um? Wir können ein Buch lesen und die Botschaft der Buchstaben, Worte und Sätze erschließen sich uns. Bilder aber bieten sehr viel Platz für Spekulationen. Bildliche Darstellungen christlicher Geschichten aus dem »Neuen Testament« verstehen wir nur, weil wir die Geschichten bereits kennen. Ohne Kenntnis der Evangelien wären die bildlichen Darstellungen unverständlich. Heidnische Bilder können also völlig falsch verstanden werden, wenn wir sie nach christlichem Verständnis interpretieren!

Fotos 11 und 12: Rücken und Beine des Drachens

Mir stellt sich immer wieder eine Frage: Betrachten wir das Medaillon und das Kreuzabnahme-Relief voreingenommen durch eine christliche Brille? Sehen wir voreilig Christliches, wo Heidnisches gezeigt wird, weil wir christliche Bilder im Kopf haben? Etwas Drachenartiges darf nach christlicher Weltsicht nur als Teufel gesehen werden. Sind wir beim Betrachten viel stärker von unseren christlichen Wurzeln beeinflusst als wir ahnen, ja als uns lieb ist?

Sollen wir Christliches erkennen, wo ursprünglich Heidnisches gemeint war? Ist die »Drachenszene« unter der »Kreuzabnahme« von einem sehr viel älteren heidnischen Bild-Relief überig geblieben?

Wurde das »Kreuzabnahme-Relief« aus einem älteren, heidnischen Bildnis erarbeitet? Wurde ein heidnisches Motiv mit Hammer und Meißel umgestaltet, retuschiert sozusagen? Unzählige Male stand ich vor dem Kreuzabnahmerelief. Je nach Sonnenstand verändern sich die Bilder. Die Konturen des »Drachenmotivs« unter dem Kreuzbild sind seltsam verschwommen. Der Drache wendet uns anscheinend seinen Rücken zu. Seine Beine und kräftigen Füße sind noch am besten zu erkennen…

Foto 13: »Mini-Hermann«

Fußnoten

(1) »Offenbarung des Johannes« Kapitel 12, Vers 1

(2) »Offenbarung des Johannes« Kapitel 12, Verse
3 und 4, zitiert nach Bibel-Ausgabe »Luther 1984«



Zu den Fotos:

Fotos 1, 2 und 3: Walter-Jörg Langbein
Fotos 4 und 5: Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Barbara Kern
Fotos 7, 8, 9 und 10: Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 11, 12 und 13: Walter-Jörg Langbein



307 »Nikolaus und die goldenen Äpfel«,
Teil 307 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 06.12.2015



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Sonntag, 4. Oktober 2015

298 »Wie aus einem Riesen-Krieger eine Riesen-Göttin wude!«

298 »Wie aus einem Riesen-Krieger eine Riesen-Göttin wude!«
Teil 298 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Das seltsame Gesicht...
Angefangen hat es am 27. Juli 1978 in Chicago. Damals hielt ich  im Rahmen der 5. Weltkonferenz der A.A.S. (»Ancient Astronaut Society«) einen Vortrag mit dem Titel »Rock drawings of Val Camonica« (»Felszeichnungen von Val Camonica«).  Ich zeigte Dutzende von Felszeichnungen, die meiner Meinung nach fremdartige Wesen in Raumanzügen darstellen.

Ein Teilnehmer drückte mir ein abgegriffenes Foto in die Hand. Es zeigte ein seltsames Gesicht (Foto links!), oval mit Augenbrauen, Augen, Nase und einem angedeuteten Mund. »Das ist ein riesenhafter Astronaut, vielleicht über einhundert Meter hoch… irgendwo in England! Man hat vor Jahrtausenden diese Riesenzeichnung geschaffen, zur Erinnerung an außerirdische Besucher!«

Vergleichbar sei das gigantische Kunstwerk mit dem »Weißen Pferd« von Uffington. Es ist eine uralte, in England weit verbreitete Technik. Man trägt gezielt Gras und Erdreich bis auf den darunter liegenden Kalkstein ab, so dass ein Bild entstand, so als habe man es mit weißer Farbe aufgetragen. »Weiße Pferde« gab es vermutlich zu Hunderten in England. Über die Bedeutung dieser weißen Pferde wird seit Jahrhunderten diskutiert. Im Volksglauben Englands gilt das weiße Pferd, das auftaucht und wieder verschwindet als »Manifestation der Anderswelt«, des Jenseits.

Seit 1978 habe ich immer wieder nach dieser seltsamen Darstellung eines riesenhaften Astronauten in England geforscht, leider ohne Ergebnis. Dann erfuhr ich von Mythen, die von Kriegern berichteten, die den Himmel erobern wollten. Bei meiner intensiven Recherche in Sachen »Astronautengötter« kam mir eine weitere lokale Überlieferung zu Ohren. Man habe vor langer, langer Zeit bei »Fleam Dyke« alias »Mutlow Hill« bei Fulbourn, Cambridgeshire, England, ein »goldenes Fahrzeug«, vielleicht eine Art Streitwagen vergraben.  Beim Studium von Kartenmaterial entdeckte ganz in der Nähe des mysteriösen »Mutlow Hill« eine kleine Hügelgruppe mit dem seltsamen Namen »Gogmagog«.

Der Riese von Cerne Abbas aus der Nähe...

Gog, so schreibt der Prophet Hesekiel im »Alten Testament« (1), war ein Stammesfürst im Lande Magog. Gog soll sich mit den Mächten der Finsternis gut ausgekannt haben, war vielleicht so etwas wie ein Schwarzmagier. In der nach Johannes benannten »Apokalypse« (2) heißt es, dass der Satan selbst am Ende der Zeit die Völker Gog und Magog verführen und  zum Kampf gegen seine Feinde versammeln wird.

Warum wurden Hügel in England »Gogmagog« genannt? Sollte es in jenen Gefilden so etwas wie einen heidnischen Kult gegeben haben? Vergeblich habe ich bei »Fleam Dyke« –  alias »Mutlow Hill« – nach Hinweisen auf Gog und Magog gesucht. Erst im Raum Plymouth wurde ich fündig. Dort gab es einst Riesenbilder, vergleichbar mit dem Giganten von Cerne Abbas, die diese Bezeichnung verdient haben. Sie stellten Gog und Magog als Riesen dar!

Die Zitadelle von Plymouth

Noch im 17. Jahrhundert sollen sie zu sehen gewesen sein. Sie wurde lange Zeit – so berichtet C.W. Bracken (3) in seinem Standardwerk über die Geschichte von Plymouth – in regelmäßigen Abständen gereinigt und so erhalten.  King Charles II (1630-1685) ließ eine gewaltige Zitadelle als Verteidigungsanlage zur See hin bauen. Dem massiven Bollwerk fielen die beiden Riesen Gog und Magog zum Opfer. Sie wurden zerstört.

Wann und warum die beiden Riesen an der Küste von Plymouth geschaffen worden sind? Wir wissen es nicht. Angeblich hielten beide in ihren hoch gestreckten Armen Keulen wie ihr – zum Glück noch erhaltener – Kollege Riese von Cerne Abbas. Sollten sie schon frühe Seefahrer abschrecken? Waren es gigantische Symbole, vielleicht eines Fruchtbarkeitskults?

Der Riese von Cerne Abbas aus der Ferne.

Bei »Fleam Dyke« alias »Mutlow Hill« (Fulbourn, Cambridgeshire, England) gab es meinen Recherchen nach ebenfalls einen Kalkriesen. Heute lockt ein nobler Golfkurs Sportbegeisterte an, früher war es ein magisch-mystischer Riese.

Der Name »Gogmagog«-Hügel taucht erstmals anno 1574 in einer schriftlichen Urkunde auf. Den »Gogmagog« Riesen mag es schon früher gegeben haben. William Cole, angesehener Antiquar in der Universitätsstadt Cambridge, berichtet, man habe ihm in Kindertagen um 1724 immer wieder den Riesen von Gogmagog gezeigt. Damals muss das überdimensionale Scharrbild eine Art örtliche Touristenattraktion gewesen sein.

Im Jahr 1605 erschien in Frankfurt ein bemerkenswertes Buch aus der Feder von Bischof  Joseph Hall, gefolgt von einer Ausgabe in englischer Sprache… über den »Gogmagog«-Riesen. Der sei von »unglaublicher Größe« gewesen. Anno 1640 ging der Historiker John Layer, Cambridge, auf den Riesen ein. Seiner Überzeugung nach verdanken die »Gogmagog«-Hügel dem Kreise-Giganten ihren Namen.

Bis heute ist unklar, wer wann und warum das Riesenbildnis erschaffen hat und wann es wieder unter Erdreich und Gras verschwand. 1954 nahm sich eine schillernde Persönlichkeit des Rätsels von »Gogmagog« an: Thomas Charles Lethbridge (1901-1971), der auch Archäologe war. Nachdem Lethbridge unterschiedliche Beschreibungen aus unterschiedlichen Zeiten sorgsam studiert hatte, begann er mit Engelsgeduld zu »sondieren«. Mit metallenen Stangen wurde im Erdreich herumgestochert, wurde lockereres Auffüllmaterial entdeckt.

Der Riese ist eine Göttin mit Busen
Zur Erinnerung: Auch der »Gogmagog«-Riese entstand dadurch, dass seine Konturen von Gras und Erdreich befreit wurden, bis der weiße Kalkstein durchkam. Die Linien, mit denen das große Bild »gezeichnet« worden waren, bestanden aus Gräben bis zum hellen Kalkstein. Irgendwann wurden diese Gräben vielleicht bewusst wieder aufgefüllt.

Vielleicht haben auch Wind und Wetter die Gräben zum Verschwinden gebracht. Das Material in den Gräben ist weicher als das umgebende Erdreich. Wenn man nun mit viel Geduld möglichst viele Löcher ins Erdreich piekt, kann man erkennen, wo einst die Gräben verliefen… die Linien der Riesenzeichnung vom Riesen!

Thomas Charles Lethbridge staunte nicht schlecht, als er zunächst auf das ovale Gesicht seines Riesen stieß Foto links!). Mund und Augenbrauen waren klar auszumachen, die Augen wirkten starr, verliehen dem Gesicht etwas Maskenhaftes. Verblüfft war Lethbridge, als bei seinen Metallsondierungen etwas ganz anderes herauskam als er erwartet hatte, nämlich kein männlicher Riese wie der von Cerne Abbas. Sondern offensichtlich ein weibliches Wessen mit klar erkennbarem Busen. Lethbridge stocherte und suchte weiter, das rekonstruierte Bild wurde immer größer.

Lethbridge fertigte eine maßstabsgetreue Zeichnung seines Fundes an und konsultierte Sir Thomas Kendrick vom »British Museum«, London. Kendrick gratulierte zur Entdeckung, meinte Teile der Darstellungen eines Pferdes ausmachen zu können. Cyril Fox, angesehener Kenner keltischer Kunst, studierte die zeichnerische Rekonstruktion und telegrafierte seine Interpretation. Demnach  ist die keltische Gogmagog-Pferde-Göttin Epona mit zwei Pferden dargestellt, ähnlich wie die Epona von Kapersburg (Foto ganz unten!).

Und ich staunte nicht schlecht, als ich das ovale Gesicht in einer zeichnerischen Rekonstruktion sah… Die Göttin mit dem ovalen Gesicht kannte ich doch. Jahrzehnte zuvor, am 27. Juli 1978, hatte man mir in Chicago ein Foto gezeigt…

Nur war der vermeintliche »Außerirdische« eine Göttin, vermutlich Epona. Sie hieß Diana bei Römern, Epona bei den Kelten und war für Pferde und den Mond zuständig, als »Erd-Mutter« und »Mondgöttin«.

Ein Epona-Relief wurde bei Ausgrabungen im Limeskastell Kapersburg gefunden. Es befindet sich im Wetterau-Museum in Friedberg… Da kann durchaus die gleiche Göttin dargestellt worden sein  wie in den Gefilden von »Gogmagog«.

Streitwagen und Krieger...
Lethbridge sondierte und sondierte. Schließlich glaubte er drei Darstellungen unterschiedlicher Art ausfindig gemacht zu haben, auf einer Fläche von etwa einhundert Metern Länge und dreißig Metern Höhe: In der Mitte Erdmutter Epona, rechts daneben eine Art Streitwagen mit einem martialischen Krieger, der ein mächtiges Schwert schwingt.

Links neben Epona wurde ein Wesen von bizarren Formen verewigt. Seine geschwungenen Linien könnten weite Kleidung, einen wehenden Umhang darstellen. Bei diesem Wesen handelt es sich angeblich um einen Sonnengott, um den Partner der Mond- und Muttergöttin. Lethbridge, dessen Entdeckung bis heute von der Wissenschaft nicht anerkannt wird, hält es für möglich, dass die drei Elemente des riesigen Bildes zu unterschiedlichen Epochen entstanden.

Ich frage mich: Wurde der emsige Forscher Lethbridge Opfer seiner eigenen Fantasie?  »Entdeckte« er nur, was er finden wollte? Rekonstruierte er lediglich seine eigenen Vorstellungen? Das trifft nicht zu. Hat er doch einen kriegerischen Riesen, vermutlich mit Keule und großem Penis erwartet… und eine Göttin mit üppigen Brüsten gefunden.


Epona von Kapersburg
Fußnoten

1) Hesekiel Kapitel 38 und 39
2) Kapitel 20, Vers 8
3) C.W. Bracken: »A History of Plymouth and her Neighbours« Plymouth 1931, S. 4

Zu den Fotos

Das seltsame Gesicht.. Göttin, kein Astronaut!: Archiv   
Walter-Jörg Langbein

Der Riese von Cerne Abbas aus der Nähe: wiki commons/  
Pete Harlow 

Die Zitadelle von Plymouth: wiki commons/ GeographBotDerek Harper


Der Riese von Cerne Abbas aus der Ferne: wiki commons/ 
Pete Harlow

Der Riese ist eine Göttin mit Busen: Archiv Walter-Jörg Langbein

Streitwagen und Krieger...: Archiv Walter-Jörg Langbein

Epona von Kapersburg: wiki commons/ Lumpeseggl




299 »Peitschenmann, Gans und Monster«,
Teil 299 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         


von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 11.10.2015


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Sonntag, 16. November 2014

252 »Ein Panoptikum des Schreckens – in der Kirche«

Teil 252 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Das Münster zu Hameln birgt manches Geheimnis.
Foto W-J.Langbein

Einst gab es ein Kloster in der »Rattenfängerstadt« Hameln. Die Klosterkirche fand Eingang in das Wappen der Stadt. Einst war die Klosterkirche eine romanische Basilika. Anno 1209 brach ein Feuer aus, das Gotteshaus wandelte sich zur gotischen Hallenkirche. 1450 wurde die Westvorhalle zum Turm aufgestockt. Anno 1564 wurde das Innere der Kirche umgestaltet, alles Bunte wurde weiß übertüncht, die alten Wandmalereien verschwanden.

Ende des 18. Jahrhunderts drohte der Einsturz. Der Besuch der Kirche wurde für Gemeinde und Geistlichkeit zu gefährlich. Die einstige Klosterkirche, das Münster zu Hameln, verfiel langsam. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nutzten Napoleons Truppen den bedrohlichen Bau als Stall und Materiallager.

Die Münsterkirche drohte einzustürzen. Foto W-J.Langbein

1870 bis 1875 wurden massive Renovierungsarbeiten durchgeführt, Mitte der 1950er Jahre kam es zu massiven Sanierungsarbeiten. Die Münsterkirche war gerettet. In der Krypta gruben Archäologen und entdeckten Skelette. Die Gebeine der Stiftsherrn wurden umgebettet und fanden auf dem städtischen Friedhof ihre – vorerst? – letzte Ruhestätte. Ein Hamelner »Medium« teilte mir Ende August 2014 zu nächtlicher Stunde mit, es geben einen »Fluch« der Stiftsherrn. 

Die vornehmen Toten seien mehr als nur erbost über die Störung ihres Totenschlafs. »Sie wurden unter der Klosterkirche in der Krypta bestattet. Dort wollten sie am ›Jüngsten Tag‹ wieder auferstehen und am ersten Gottesdienst nach der Apokalypse im mächtigen Hamelner Gotteshaus teilnehmen.«, teilte mir das »Medium« mit. »Einige der Totengeister versuchen seither…«, so das Medium weiter, »in die Krypta zurückzukehren.« Mit der Umwandlung der Krypta in einen weiteren Raum für Gottesdienste seien die Geister der Stiftsherrn gar nicht einverstanden.«

Mir ist indes kein Hinweis auf Spukerscheinungen in der Krypta bekannt. Ganz im Gegenteil! Die Krypta ist ein besinnlicher Ort und lädt zum Verweilen ein. Pilger wie »normale« Gottesdienstbesucher schätzen die Stille in der Hektik der Stadt. So mancher Gläubige verweilt hier unter der Münsterkirche in stillem Gebet.

Mysteriöse Gestalt am Münster. Fotos W-J.Langbein

Bei meinem Besuch Anfang August 2014 umrundete ich die Münsterkirche, wie immer mit zwei Fotoapparaten  ausgerüstet. Ein kleines Stück Straße an der Kirche ist kürzlich geteert worden, die Pflastersteine sind verschwunden. Die Aufregung ob dieses Eingriffs in das historische Bild war zunächst recht groß, legte sich aber rasch. Beim modernen »Kriegerdenkmal« an der Kirche entdeckte ich eine steinerne Figur an der Außenwand des Gotteshauses. Die Statuette hat schon sehr arg unter dem nagenden Zahn der Zeit gelitten. Sie wirkt uralt, so verwachsen sind die Konturen der steinernen Figur. Trotz intensivster Recherche konnte ich nicht in Erfahrung bringen, wen dieses sakrale Kunstwerk darstellen soll. Auch die Geistlichkeit konnte meine Fragen nicht beantworten.

Die mysteriöse Gestalt mit seltsam unnatürlich großem Kopf ist Teil eines steinernen Pfeilers, der sehr viel älter das das Mauerwerk dahinter zu sein scheint. Sollte es sich um eine Mariengestalt handeln, deren Kopf eine mächtige Krone zierte, die im Lauf der Jahrhunderte von den Witterungseinflüssen weitestgehend wieder zum Verschwinden gebracht wurde? Oder handelt es sich um eine weibliche Heilige aus dem Kloster? Überdauerte nur sie die Zeit, während die Klostergebäude längst verschwunden sind (von der Klosterkirche selbst abgesehen)? Besonders in den frühen Zeiten der Reformation ging’s manchmal recht heftig zu. Heiligenbilder wurden aus den katholischen Gotteshäusern verbannt, manchmal zerstört, herrliche Wandmalereien wurden bewusst beschädigt, zerstört oder nur mit einer dicken Schicht Tünche überzogen. Die Figur wirkt fremdartig, fast unheimlich. Im Kirchenführer wird sie nicht erwähnt. Von Besuchern, die meist sowieso gleich den Eingang auf der anderen Seite benützen, wird sie faktisch nie beachtet.

Die Mondmadonna. Foto W-J.Langbein

Sie könnte – ich spekuliere – einst auch eine Isis gewesen sein, eine ägyptische Göttin der Geburt, des Todes und der Wiedergeburt. An eine Isis erinnert auch in verblüffender Weise das »Madonnenrelief« an der Ostwand des nordöstlichen Seitenschiffs. Was wir als Maria mit Jesusknaben sehen, hätte ein Ägypter vor Jahrtausenden als Göttin Isis mit dem Horusknaben identifiziert. 

Die Göttin Isis wurde spätestens von den Griechen mit dem Mond gleichgesetzt. Auch Maria wird häufig mit dem Mond in Verbindung gebracht. Auf zahllosen Darstellungen steht sie auf der Mondsichel. Die Mond-Madonna von Hameln, im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts entstanden, hat einen Vollmond unter den Füßen. In der Johannes-Apokalypse taucht eine ähnliche Gestalt auf (1):

»Und es erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen.« Sollte die ägyptische Isis, Göttin von Tod und Leben, Vorbild für das apokalyptische Weib (Theologensprache) gewesen sein? Spiegelt sich in der Mond-Madonna von Hameln die ägyptische Isis wieder?

Heute beeindruckt uns die farbliche Schlichtheit der Mond-Madonna. Einst aber, das beweisen eindeutig winzige Farbreste, war das Relief sehr bunt, ja grell. Die Madonna, ihre Krone, die Engel mit ihren Musikinstrumenten und der Mond unter den Füßen der himmlischen Gestalt strahlten vor allem in Gold. Ein kleiner Teil des Madonnenreliefs wurde farblich rekonstruiert. Im Original ähnelte es also ägyptischer Sakralkunst in einstiger Farbenpracht noch mehr als heute.

Einst war die Mondmadonna sehr bunt. Foto W-J.Langbein

Was wohl die meisten Besucher der Münsterkirche heute übersehen, das sind kunstvoll gearbeitete Miniaturen aus Stein. Entstanden sind die mysteriösen Kunstwerke vermutlich in der Amtszeit des Propstes Friedrich Graf von Everstein (verstorben 1261). Sie werden für gewöhnlich in die Zeit um 1220 oder 1230 n.Chr. datiert. Die bemerkenswerten teils reliefartigen, teils plastisch vorragenden Darstellungen befinden sich in gut zehn Metern Höhe, meist im Halbdunkel. Da und dort sind zwar kleine Scheinwerfer angebracht, die freilich bei allen meinen Besuchen ausgeschaltet waren. 

Der Mond unter den Füßen der Madonna. Foto W-J.Langbein

Ich habe Besucher des Münsters zu Hameln erlebt, denen wenige Minuten Besuchszeit genügten. Sie hasteten durch die Hochzeitstür ins Innere des Gotteshauses, zückten die Digicams und knipsten. Schon strebten sie wieder dem Ausgang zu. Andere wiederum nahmen sich mehr Zeit, nahmen sogar die Mond-Madonna ins Visier und hasteten in die Krypta. Ihnen allen entging die mysteriöse Welt hoch oben über ihren Köpfen. Mit wechselndem Licht verändern sich die Einzelbilder im Panoptikum aus Stein, Licht und Schatten. Es empfiehlt sich, ausreichend Zeit – Stunden, nicht Minuten – aufzubringen, um in diese fremdartige Welt einzutauchen, die man so gar nicht in einem christlichen Gotteshaus erwarten würde.

Da tauchen menschliche Gesichter auf, aber auch Fratzen. Da erscheinen pflanzliche, wuchernde Gebilde, die sich  bei aufmerksamer Beobachtung in Gesichter zu verwandeln schein.. von Fabelwesen, Monstern, Tieren oder Menschen. Die Darstellungen zu erfassen wird dadurch erschwert, dass sie sehr häufig über Eck hoch oben an den Pfeilern angebracht sind. Man muss sich – nicht zu Zeiten von Gottesdiensten natürlich – in der Halle des Münsters hin und her bewegen, bis man einen Punkt  erreicht hat, von dem man aus eine der erschrecken Bildnisse im Ganzen sehen kann.

Zwei Langhalswesen im Münster. Foto W-J.Langbein

Da gibt es zum Beispiel zwei Vierfüßler, ausgestattet mit mächtigen Pranken. Die beiden Kolosse sind einander zugewandt, sie kämpfen offenbar miteinander. Ihre unnatürlich langen Hälse sind ineinander verschlungen. Die Tiere befinden sich offenbar in einem Kampf auf Leben und Tod. Spontan muss ich beim Anblick dieser drachenartigen Wesen an Saurier der Art Brachiosaurus denken. Vierundzwanzig Meter lang und 80 Tonnen schwer wurden diese Urtiere. Oder an zwei Exemplare des pflanzenfressenden Diplodocus, 27 Meter lang und elf Tonnen schwer. Brachiosaurus und Diplodocus hatten ausgeprägte, lange Hälse und ebenso lange Schwänze. Sollte es sich bei den Langhalswesen vom Hamelner Münster also um Saurier handeln? Diplodocus wie Brachiosaurus lebten aber in der späten Kreidezeit, also vor rund 70 Millionen Jahren. Wie sollten dann die Künstler, die die Langhalswesen im Münster zu Hameln in den Stein meißelten, gewusst haben, wie solche Urwesen ausgesehen haben? Über das Aussehen von Sauriern war im frühen dreizehnten Jahrhundert in Deutschland nichts bekannt.

Langhalswesen auf der »Narmer-Platte«. Foto Archiv Langbein

Es wird noch mysteriöser! In Ägypten entstand um 3000 v.Chr. die sogenannte »Narmer-Platte«. Sie zeigt zwei Langhalswesen mit verschlungenen Hälsen. Die beiden Kreaturen müssen sehr groß gewesen sein. Zwei Männer halten sie gefangen. Zwei Saurier, in der Hand von Menschen… das wäre ein Paradoxon erster Güte. Die »Narmer-Platte« besteht aus glatt poliertem Schiefer. Sie misst etwa 64 Zentimeter. Sie befindet sich im »Ägyptischen Museum« zu Kairo.

Aus der gleichen Zeit – 3000 v.Chr. – stammt ein Rollsiegel aus Uruk in Form eines kleinen Zylinders. Rollte man diesen Zylinder über feuchten Ton, entstand das Bild einer Reihe von »Schlangendrachen«  oder »Schlangehalsdrachen«. Diese monströsen Wesen gleichen denen aus Ägypten wie jenen aus dem Münster zu Hameln!

Schlangendrachen.
Foto: Wikimedia Commons/  Marie Lan Nguyen 

Es ist verrückt! Sollten die Steinmetze von Hameln entsprechende Darstellungen von Langhalssauriern in Ägypten oder im einstigen Sumer (heute Südirak) gesehen haben? Stammten die Steinmetze gar aus jenen so fernen Regionen? Und wie konnten Künstler vor rund fünf Jahrtausenden gewusst haben, wie Saurier ausgesehen haben, die vor Zigmillionen Jahren ausgestorben sind?

Fußnoten


1) Apokalypse des Johannes, auch Offenbarung des Johannes genannt, Kapitel 12, Vers 1
2) Siehe auch… Langbein, Walter-Jörg: »Bevor die Sintflut kam«, München 1996

»Noch mehr Saurier«
Teil 253 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 23.11.2014
 



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