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Samstag, 22. Januar 2011

Samstagsrezension: Bauch, Beine, Po - Thorsten Tschirner

Wir nähern uns mit großen Schritten dem Frühling und möchten natürlich alle in 28er Jeans passen. Neben FDH und Joggen sind deshalb in den nächsten Wochen  Übungen für Bauch, Beine und einen knackigen Po angesagt. Dieses Büchlein ist keine große Investition aber die Ergebnisse sind beachtlich, wenn man seinen inneren Schweinhund ins Körbchen verwiesen hat und der Disziplin täglich die Ehre erweist.

In der Einleitung nimmt Tschirner zum "Warm-up" Stellung, mittels dem man sich auf das bevorstehende Work-out vorbereitet. Das  "Warm-up" erhöht die psychische und pysische Leistungsbereitschaft, weil richtig durchgeführt, die Körpertemperatur auf ideale 38,5 Grad ansteigt, Blut und Gewebeflüssigkeit dünnflüssiger werden und sämtliche Stoffwechselprozesse schneller laufen. Zudem minimiert man durch das Aufwärmen das Verletzungsrisiko. Tschirner nennt als ideale Aufwärmübungen Seilspringen, Treppensteigen, Tanzen etc.

Das "Cool-down", durchgeführt durch lockeres Gehen und leichtes Stretching, dient dazu, Körper und Geist zu entspannen. Tschirner ermahnt den Trainingswilligen in der Einleitung, stets Haltung zu bewahren. Das bedeutet bei allen Übungen auf einen geraden Rücken zu achten, das heißt konkret das Steißbein nach unten und den Scheitelpunkt nach oben, die Schulterblätter nach hinten unten und den Bauchnabel nach innen zu ziehen.

Der Bauch kann nicht nur ein attraktiver Blickfang sein, sondern er ist neben den Rückenmuskeln auch für die Stabilität unseres Rumpfkorsetts verantwortlich. Dass Beine nicht nur fit, sondern auch schön geformt sein sollen, dürfte jedem klar sein und dass man in der angestrebten 28er Jeans einen knackigen Po haben sollte, ebenfalls. Kein einziges Körperteil reagiert so schnell auf ein gutes Trainig wie der Po. Anhand von erhellenden Abbildungen lernt man den Sitz der Bauchmuskeln, der Hüftbeugemuskulatur, der Oberschenkelmuskulatur, der Wadenmuskulatur, der Schienbeinmuskulatur und der Gesäßmuskulatur kennen.

Die Übungen im Anschluss sind in solche für Einsteiger und Fortgeschrittene untergliedert. Sie werden sehr gut erklärt und jeweils bildlich dargestellt. Die Einsteigerübungen sind superleicht und ohne Anstrengung ausführbar. Seitenstütz und Seitenbeuge für Fortgeschrittene,  12x wiederholt bringt das  sehr gute Erfolge. Die Übungen schaffen einen zugegebenermaßen  anfangs allerdings etwas.

Wer joggt,  hat per se schlanke Beine, kann aber durch Tschirners Übungen noch bessere Formen bekommen. Das gilt auch für den Po. Hier eine tolle Übung für diesen Hingucker:

"Start: Vierfüßlerstand. Arme und Ellenbogenstütz, Handflächen aneinanderpressen. Ein Bein nach hinten ausstrecken und auf den Zehenspitzen aufstellen.

Ausatmen: Gestrecktes Bein anheben und Oberschenkel über Pohöhe hinausschieben. Zehenspitzen anziehen. Position 2 bis 3 Sekunden lang halten.

Einatmen: Das Bein langsam wieder absenken, jedoch nicht auf den Boden aufstellen. 25-30 mal wiederholen, dann die Seite wechseln." ( S.37)

Die Work-out-Programm in der Folge lässt Freude aufkommen. Ich empfehle,  Musik beim Training zu hören und dem inneren Schweinhund auf keinen Fall kein Gehör zu schenken.

Merke: "Disziplin ist alles".  (Das Dauermantra meiner preußischen Vorfahren :-)))

Empfehlenswert.


Samstag, 18. Dezember 2010

Samstagsrezension Helga König: Lexikon der Biblischen Irrtümer

Der Autor dieses spannend zu lesenden Buches Walter-Jörg Langbein hat evangelische Theologie studiert. Zu den Themen Religion und Bibel hat er neben diesem, eine Reihe anderer erhellender Bücher verfasst, so etwa "Das Sakrileg und die heiligen Frauen" und "Die Geheimnisse der sieben Weltreligionen".

Das Cover des vorliegenden Taschenbuches beeindruckt mich, denn es erinnert an den durch die katholische Kirche ausgelösten "Madonnen-Huren-Komplex", der in allen Jahrhunderten bis zum heutigen Tag für viel Unheil sorgte, weil man die Frau immer in zwei Wesen zu teilen suchte: in  Eva und Lilith.

Im Vorwort lässt Langbein den Leser wissen, dass unserer heutigen Bibelausgaben keine Originaltexte sind. Stattdessen handelt es sich um Übersetzungen von Übersetzungen. Aufgrund wiederholtem Übertragen von Texten von einer in die andere Sprache, haben sich umfangreiche Irrtümer eingeschlichen, so der Autor. Schon kleine Übersetzungssünden können zu gravierenden Mißverständnissen führen. Der Bibelkenner fragt: "Liegen versehentliche Irrtümer oder bewusste Verfälschungen vor?", (vgl.: S. 9 ).

Nicht alle biblischen Texte sind übrigens Originale. Mitunter gehen diese auf uralte Vorlagen zurück. Es handelt sich dann um vorbiblische Überlieferungen. Dies gilt beispielsweise für den Mythos der Erschaffung Adams oder auch für die Sintflut, (vgl.: S.11).

Walter Jörg Langbein hebt hervor, dass er nicht die Bibel angreifen will, wenn er auf biblische Irrtümer hinweist, sondern seine Informationen vielmehr als Vorraussetzung für eine Annäherung an die wirklichen Aussagen vom "Alten" und "Neuen Testament" begreift, (vgl.: S. 12).

Biblische Irrtümer gibt es im "Alten" und im "Neuen Testament". Der Autor listet 100 solcher Irrtümer auf, unter ihnen die Brudermordgeschichte von Kain und Abel, auch die Fehlinterpretation im Hinblick auf das vermeintlich generelle Verbot der Empfängnisverhütung in der Bibel. Nur an einer einzigen Stelle in der Bibel nämlich wird die Schwangerschaftsverhütung angesprochen und zwar als Onan den "Coitus interruptus" vollzieht. Er wird mit dem Tode bestraft. Wer sich also auf diese Stelle in der Bibel bezieht, müsste konsequenterweise die Todesstrafe für Empfängnisverhütung fordern, (vgl.: S.54).

Interessant liest sich, was der Autor von Lilith zu berichten weiß. Nicht Eva, sondern Lilith war Adams erste Frau. Wie er, war auch sie aus Staub und Erde geschaffen worden und entstammt demnach nicht aus einer Rippe Adams. Lilith soll auf völlige Gleichberechtigung bestanden haben und leitete ihre Rechte von ihrem identischen Ursprung ab. Adam wollte jedoch keine gleichberechtigte Partnerin, sondern eine Untergebene. Als Lilith sich selbst durch drei Engel nicht bewegen ließ, reumütig zurückzukehren, drohte Gott der selbstbewussten Lilith, dass täglich 100 ihrer Kinder sterben würden, sofern sie sich Adam nicht unterordnen würde.

Wie man in der Folge erfährt, wurde Lilith, die vormals als Übergöttin verehrt wurde und möglicherweise die personifizierte Erinnerung an eine der ältesten Göttinnen überhaupt ist, mit der Zeit zu einer verabscheuungswürdigen Hexe degradiert. Lilith, die erste Frau Adams "endete als Karikatur frauenfeindlicher sadistischer Männerphantasien auf dem Scheiterhaufen des ausgehenden Mittelalters und der blutigen Neuzeit." (Zitat: Langbein, S. 93)

Was sind Engel? Hatten sie Flügel? Hat der Engel der Weihnachtsgeschichte etwas mit dem Engel im "Alten Testament" gemein? Ist der Geburtstag von Jesus wirklich bekannt? Der Autor zeigt, wie gesagt, dass sich im Laufe der Jahrtausende eine Reihe von Fehlern in ursprüngliche Texte eingeschlichen haben und unsere Bibel mannigfaltige Widersprüche und Fehler aufweist. Verlieren, so fragt der Autor, die Aussagen der Bibel hierdurch an Wert und Glaubwürdigkeit? Langbein meint, dass man bei allen Irrtümern und Fehlern nach der zentralen Aussage der Bibel forschen müsse und konstatiert: "Die Bibel verkündet die Lehre der Nächstenliebe. Und diese frohe Kunde findet sich im "Neuen Testament" ebenso wie im "Alten Testament". "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" ist für Jesus das "höchste Gebot". Wir finden es zum Beispiel im Evangelium des Matthäus. Fast wortwörtlich steht im "Alten Testament": "Du sollst nicht Rache nehmen an den Söhnen deines Volkes, noch Groll gegen sie empfinden. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." (Zitat: Langbein, S.335)

Ein Buch, dessen höchste Priorität die Nächstenliebe ist, verliert wegen einiger kleiner Irrtümer und Fehler für alle, die das Wesentliche bereit sind zu erkennen, nichts an Wert. Das macht Walter-Jörg Langbein durch sein Buch deutlich und zeigt allen Kleinkrämern die rote Karte. "Errare humanum est". Das sollten wir nie vergessen.

Samstag, 4. Dezember 2010

Samstagsrezension Helga König: Der Hauptmann von Köpenick -DVD

Karl Zuckmayers Bühnenstück "Der Hauptmann von Köpenick" habe ich vor vielen Jahrzehnten in der Schule gelesen und diesbezüglich damals eine Hausarbeit angefertigt. Möglicherweise sah ich den Film bereits als Kind im Fernsehen, ich meine mich nämlich an einige Szenen erinnern zu können, speziell an jene, bei der der Schuster Wilhelm Voigt (Heinz Rühmann) als Hauptmann von Köpenick sich über seine Maskerade schier schippelig lacht.

Zum "Hauptmann von Köpenick" wurde im Grunde bereits alles gesagt und geschrieben. Ich thematisiere den Film heute auf ein "Buch lesen", weil die Quintessenz der Handlung weit über eine Kritik am preußischen Obrigkeitsstaat, auch an den Auswüchsen von Militarismus unter Wilhelm II., wie sie im Film deutlich werden, hinausgehen. Die Quintessenz ist eine Warnung vor der Hierarchiegläubigkeit, die sich seit Zeiten Kaiser Wilhelm II. kaum geändert hat. Waren es in jener Zeit der Adel und die gehobenen Beamten, wie auch die oberen Dienstgrade beim Militär, die den Menschen Erfurcht einflößten, sind es heute gekaufte oder im Internet gar gefakte Doktorentitel, mittels denen sich Menschen täuschen und zu gruppendynamischen Handlungen antreiben lassen. Insofern hat der Film in seiner dargestellten Problematik nichts an Brisanz verloren.

Die Geschichte Voigts an dieser Stelle in epischer Breite  zu erzählen, erspare ich mir, nicht zuletzt, weil man diese bei Wikipeda nachlesen kann. Rühmann spielt den Schuster, der nicht bei seinen Leisten bleibt, hervorragend. Man sieht über seine Straftaten in jungen Jahren beinahe hinweg, weil er es schafft, beim Zuschauer Mitleid zu erregen. Voigt braucht ein Dokument (einen Pass), den er auf legalem Wege nicht zugebilligt bekommt und findet als "Hauptmann von Köpenick" einen Weg, diesen zu erhalten und zwar, weil man sich über seine Gewitztheit amüsiert.

Mitleid zu erregen, durch angemaßte Titel zu täuschen und zu einem erfolgreichen Ergebnis zu gelangen, das ist die Botschaft des Films. Diese sollte man sich gut merken, um bei hinkenden Möchtegerngrafen oder- doktoren den schmutzigen Pferdefuß nicht zu übersehen, d.h. nicht auf diese Mitleid- sowie Titelmasche hereinzufallen und sich ergo nicht über den Tisch ziehen zu lassen.


Bei all dem ist freilich die harsche Kritik an der menschenverachtenden Bürokratie berechtigt, aber sie ist nicht das Hauptthema des Films, wie mir scheint.


Das Bonusmaterial enthält den Trailer, eine abgedruckte Kurzbiografie und einige Informationen zu Filmen Rühmanns. Heinz Rühmann und dessen Sohn geben dabei erhellende Interviews. Rühmann berichtet u.a., dass er ursprünglich die Rolle des Hauptmanns nicht hätte spielen sollen und zwar mit der Begründung, dass er zuvor "Charleys Tante" gespielt habe und deshalb in den Augen einiger "Ewig- Gestriger" unwürdig gewesen sei, einen Hauptmann zu mimen. Damit wird deutlich, dass zum Zeitpunkt des Drehs immer noch Menschen in den Denkstrukturen von 1906 steckten. Im Interview wird auch klar, dass es Rühmann noch in den 1950er Jahren sehr schwer hatte und in seinem Leben neben Höhen auch Tiefen erlebte. Vielleicht strahlte er deshalb so viel Herzenswärme, Milde und Nachsicht aus.

Ein toller Film. Dass die Farbqualität nicht das Niveau heutiger Filme hat, finde ich unproblematisch.





Bild: Wikipedia- de: Wilhelm Voigt, Hauptmann von Köpenick, Statue vor dem Rathaus Berlin-Köpenick



Samstag, 27. November 2010

Rezension: Animal triste - Monika Maron

Heute möchte ich die erste Rezension, die ich je in meinem Leben verfasst habe, vorstellen. Ich ließ diese Rezension im Jahre 1999 Reich-Ranicki zukommen, nachdem ich in Frankfurt im Verlagshaus Fischer zur Lesung bei Monika Maron war und wenig später, nicht ganz einverstanden mit den Ausführungen im "Literarischen Quartett", zur Feder griff. Dem begnadeten Literaturkritiker schien die Rezension gefallen zu haben, denn er schickte mir in der Folge 2 Freikarten für die Vorstellung seiner Biografie in den Räumen des Goethe-Institutes, direkt neben dem Geburtshaus von Goethe in Frankfurt.

Von Reich-Ranickis Vortrag ist mir nach 11 Jahren kaum mehr etwas im Gedächtnis geblieben, allerdings habe ich noch immer das Bild vor mir, als er im Anschluss an die Lesung wie ein junger Gott (er hatte wenige Monate zuvor seinen 79.Geburtstag gefeiert) vom Podium hüpfte, um mit einigen hübschen Frauen vergnügt zu flirten. Goethe auf Wolke 7 hat sich gewiss gefreut, dies zu sehen, denn auch er warf bekanntermaßen im fortgeschrittenen Alter noch Äugelchen. :-))

3 Jahre später, im November 2002 begann ich dann auf der Amazonplattform Rezensionen zu verfassen und hätte diesen Schritt vermutlich niemals gewagt, wenn Herr Reich-Ranicki mich durch die Einladung zu seiner Lesung nicht zum Schreiben motiviert hätte. Ihm sei an dieser Stelle nochmals recht herzlich gedankt.

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Aninmal Triste- Monika Maron

Dieser Roman ist ein wirklich gelungener Beitrag zum Hohenlied der Minne.

Hier überwindet eine Frau, ob gewollt oder ungewollt sei dahingestellt, ihren Penthesileakomplex. Hier huldigt eine Naturwissenschaftlerin der Minne und zwar so, wie es beinahe tausend Jahre zuvor bereits einige südfranzösische Troubadoure taten und dennoch ist der Lobgesang alles andere als abgeschmackt.

Die Liebe an sich, nahezu unabhängig von ihrem Objekt, ist das zentrale Thema des Romans. Diese Liebe wartet darauf aus dem Menschen hervorzubrechen, - mithin keineswegs, wie landläufig angenommen, über ihn hereinzubrechen -, sich an einem Objekt zu entzünden, unkontrolliert, einen Flächenbrand zu bewirken, der alles, was das Individuum ausmacht, unwichtig werden läßt oder gar zerstört und am Ende das seligmachende Nichts zum Ergebnis hat.

Damit diese Liebe voll nach außen dringen kann, bedarf es offenbar einer philosophischen, möglicherweise auch religiösen oder ideologischen Bindungslosigkeit, herbeigeführt durch Desillusionierung gleich welcher Art.

Bei der Protagonistin hat sich diese Konstellation durch des Ende der DDR-Regimes und damit verbunden, durch den Wegfall alter, überkommener Denk- und Wertschablonen ergeben. Bleibt zu überlegen, ob besagte Zusammenhänge für das eruptive Hervorbrechen von Liebe eine "Conditio sine qua non" verkörpern.

Die Liebe, einmal herausgeschleudert, wie ein Dschinni aus der Flasche, läßt sich in diese nicht mehr zurückweisen, auch dann nicht, wenn das Objekt der Liebe bereits den Rückzug angetreten hat oder vielleicht sogar nicht mehr existent ist.

Sie führt, sowohl im als auch außerhalb des Menschen eine Eigenleben, ist Akteurin und läßt den Betroffenen zum Somnabulen, gleichsam zur entscheidungsunfähigen Ziehpuppe mutieren.

Demnach wird in "Animal triste" die Liebe als imposantes Naturschauspiel gezeigt.

Fasziniert beobachtet der Leser das Geschehen und konstatiert, daß die hier stattgefundene Eruption das vermeintliche Ich vollständig abgetragen hat.

Wenngleich die so gezeichnete Liebe eine alles zerstörende Naturgewalt zu sein scheint, ist sie aber auch eine nicht zu unterschätzende Chance für den Einzelnen, endlich von dem Korsett seiner individuellen Eitelkeiten und Egoismen loszukommen und auf diese Weise eins zu werden mit der Natur.

Vielleicht beruht genau auf dieser Möglichkeit die Meinung der Protagonistin, daß man im Leben nichts versäumen könne, als die Liebe.


Samstag, 6. November 2010

Rezension: »Königin! Über die weibliche Kraft« Dr. Rotraut A. Perner

"Eine Königin ist keine Amme. Sie ist eine Königin". ( Zitat: Dr. Rotraud A. Perner)

Die Autorin dieses bemerkenswerten Buches ist die Psychoanalytikerin und promovierte Juristin Dr. Rotraut A Perner, die u.a. Professorin für Gesundheitskommunikation und Prävention an der Donau Universität in Krems war. Als Konflikt- und Gewaltforscherin sowie Supervisorin ist sie eine viel gefragte Expertin in den Medien.

Worum geht es dieser Alphafrau in ihrem Buch? Es geht ihr darum, aufzuzeigen, wie sich Alphafrauen im Laufe ihres Lebens entwickeln, von einer Prinzessin hin zur Königin und schließlich zur Königinmutter, die in jüngeren Frauen keine Konkurrenz sieht, sondern Geschlechtsgenossinnen, die sie auf ihrem oft nicht einfachen Weg beratend begleiten kann.

Die hochintelligente, widerständige Autorin berichtet zunächst von ihrer persönlichen Entwicklung, bevor sie mit ihren erhellenden Betrachtungen beginnt. Ich stimme ihr zu, dass man im Leben neben Liebesfähigkeit auch Kampfgeist, die Zähigkeit, Ziele zu verfolgen, sowie die Disziplin, auf alles Unnötige zu verzichten, Friedensgeist, Diplomatie, die Kunst, Konflikte gewaltverzichtend zu lösen, und damit zu heilen, benötigt.

Gefreut habe ich mich, dass Dr. Perner gleich zu Anfang die von mir geschätzte französische Psychoanalytikerin Marie-France Hirigoyen ins Feld geführt hat, um aufzuzeigen, wie man versucht, die erfolgreiche Entwicklung von Alphafrauen (Königinnen) zu unterminieren "Man baut sein eigenes Selbstwertgefühl darauf auf, indem man andere herabwürdigt, um dann über sie triumphieren zu können" (Zitat: Seite 53)

Die Autorin zeigt auf, mittels welcher Jagd- Strategien junge Frauen (Prinzessinnen) von ihren Startplätzen vertrieben werden sollen:

Sie spricht von: Polarisieren, Zensurieren, Definieren, Veraschenputteln, Verbot des Gefühlsausdrucks, ewige "Erziehungsversuche" durch Propagieren einschränkender Leitbilder, Verwirrspiele, Berufung auf Naturgebote, Angstmachen und Verkehren. Es ist wohl wahr, dass man Personen an den Rand des Wahnsinns treiben kann, wenn man ihnen lange und intensiv genug ihre Wahrnehmung ausredet und sie isoliert, ausgrenzt, sowie sozial zu vernichten sucht. Alphafrauen (Königinnen) haben die Aufgabe, andere Frauen vor Psychopathen zu schützen, welche sich anschicken, mittels solcher Methoden den Lebensmut Dritter zu untergraben.

Dr. Perner unterstreicht: "Eine Königin ist eine Königin, ist eine Königin, auch ohne König" (Zitat.: S. 99). Ihre Energie bedeutet Würde und diese ist begründet in der Sicherheit der übernommenen Aufgabe, der Gewissheit der dazu erforderlichen Fähigkeiten und des Bewusstseins des damit verbundenen eigenen Wertes (vgl.: S. 98). Eine Königin ist nicht auf die Anerkennung Dritter angewiesen, sondern sie weiß um ihr Können, ist standfest und ruht in sich selbst. Ihre Bereitschaft Verantwortung zu tragen, muss sie in ihrer Prinzessinnenzeit erlernt haben. Königinnen müssen konfliktfähig sein und müssen selbst bei offenkundiger Feindschaft souveräne Gelassenheit zeigen und stoisch ihren Weg weiter gehen. Ein solches Verhalten unterscheidet sie von Mägden und Knechten, die unter der Gürtellinie attackieren und ihren Fluchtinstinkten Raum geben. Steherqualitäten sind bei Königinnen ein Muss.

Die Königinnenenergie vereinen, so die Autorin, die lichten Seiten der Macht und zwar im Vollbewusstsein und in der Kontrolle der destruktiven, missbrauchenden Anteile. Dr. Perner listet auf:

- Macht der Liebe (oder nur des Begehrens oder Besitzwollens)

-Macht der Kampfgewalt (oder nur der sozialen Mordlust und Zerstörungswut)

-Macht der Entängstigung (oder nur der Angstmache und Manipulation)

-Macht der Lenkung (oder nur der Ausbeutung und Tyrannei)

Männliches wie weibliches Königinnencharisma zieht stets Bedürftige an. Merke: "Eine Königin ist keine Amme. Sie ist eine Königin".

Es gibt immer Menschen, die sich an diesem Charisma laben möchten, die sich darin sonnen oder es zerstören wollen und auch solche, die es abstreiten und auf diese Weise auch beschädigen.

Dr. Perner bezieht sich auf die schweizer Psychoanalytikerin Andrea Gysling, die in den 1990er Jahren eine Abhandlung über "wahre und fragwürdige Männlichkeit" veröffentlicht hat, in der sie die Pathologie männlicher Charakterzüge enttarnte. Die Autorin verdeutlicht, was Gysling unter:

-aufgeblähte und bodenlose Männer mit einer narzissitischen Persönlichkeitsstruktur

-gepanzterte und geizige Männer mit Zwangspersönlichkeiten

-gespaltene und gewalttätige Männer mit Borderline-Problematik

-abweisende und kalte Männer mit schizoider Persönlichkeit sowie

-unterwürfige und vorwurfsvolle Männer mit depressiv- masochistischer Persönlichkeitsstruktur
zu verstehen hat und wie diese Energievampire speziell Alphafrauen (Königinnen) plattzumachen suchen.

Eine Königin benötigt viel Achtsamkeit. "Wer achtsam in sich selbst ist- in seiner Mitte- ruht, balanciert all seine Möglichkeiten, Liebhaber, Krieger, Magier, hat also die Liebes-, Kampf- und Gedankenenergie im Gleichgewicht. Das ist Königinnenenergie: Sie macht heil- sich selbst wie andere-, gelassen, widerstandskräftig. Resilient." (Zitat: S. 163).

Diesen Zustand erreicht man nur, wenn man meditiert und psychische Leidenszustände überlebt hat. Königinnenenergie ist demnach das Ergebnis eines Reifungsprozesses, der Frauen, die diese erworben haben, natürlich im Königinnenmutteralter weise und gütig macht

Empfehlenswert, nicht nur weil es sensibilisiert im Hinblick auf Energievampire.

Das rezensierte Produkt ist überall im Handel erhältlich.


Samstag, 30. Oktober 2010

Samstagsrezension Helga König: La mia cucina

Der Autor dieses Buches ist der ultrasympathische italienische Koch, Kochbuchautor und Fernsehkoch Sante de Santis. Er ist Inhaber des Ristorante "San Pietro" in Stuttgart mit dazugehöriger Kochschule.
Die schönen Fotos von ihm und seinen Speisen hat Klaus Arras realisiert.

Die Rezepte zeigen, dass de Santis ein sehr kreativer Koch ist, der es versteht, seine Gäste zu verwöhnen.

Sante de Santis wartet zunächst mit zwei sehr geschmackvollen Menüs auf. Das eine Menü nennt er "Normale", das andere "Nobile". Die Rezepte für die einzelnen Gänge sind gut erklärt. Dabei gefallen mir de Santis handschriftlichen Aufzeichnungen, weil sie für eine ganz persönliche Note sorgen. Sehr gut sind die "Sedanini mit frischen Steinpilzen", bei denen man das Steinpilzpulver und der trockene Weißwein nicht vergessen darf. Traumhaft auch sind "Frische Brombeeren in der Knuspertruhe" und die "Pfirsiche in Alufolie gebacken mit süßem Herz". Diese Desserts schließen jeweils die beiden Menüs ab.

Der Koch wartet mit einer Vielzahl von anderen delikaten Menüs auf. Die Speisen harmonieren stets perfekt miteinander. Dennoch sollte man den Mut aufbringen, seine dargebotenen Rezepte zu neuen Menüs zusammenzustellen, um nicht das Gefühl zu haben, einfach nur stupide seine Kreationen abzukupfern.

Seine "Crostini mit rohem Schinken" passen zu einem Glas Rosé sehr gut. Gefallen haben mir auch die "Sizilianischen Grapefruits", die eine ideale Begleitung für Thunfischtranchen sind. Das Originalrezept wird mit Orangen zubereitet werden, vertraut der Fernsehkoch seinen Lesern an.

Sehr raffiniert ist die Zubereitung der "Taglioni mit Venusmuscheln", auch der "Rinderfiletstreifen in Tomatensauce" und der "Regenbogen von Thunfisch, Grapefruit, Feigen und Oliven". De Santis hat ein Händchen für das gewisse individuelle Etwas in seinen Rezepturen.

"Die "Doradenfilets mit kandierten Zitronen und Kräuterkartoffeln" finde ich besonders gelungen. Die Kräutermischung aus Minze, Zitronenmelisse, Rosmarin und Basilikum passt bestens zu diesem mediterranen Fisch. Ein großes Lob für den Koch aufgrund seiner "Avocadotörtchen mit Basilicum und Hummerkrabben". Diese Vorspeise gehört von jetzt an zu den Vorspeisen, die ich zubereite, wenn Gäste kommen.

Der "Seeteufel in Oliven" mit Rosmarin aromatisiert ist ein schönes Sommergericht und das "Geschmorte Lamm mit Tomaten und Couscous", das mit Ingwer und Mandeln zubereitet wird, ist ein delikate Speise jetzt im Herbst. Dazu ein Glas Vino Nobile und man wähnt sich im Schlaraffenland.

Im Anschluss an den Rezeptteil informiert der Koch über verschiedene italienische Lebensmittel. Das macht er sehr ausführlich und hochinformativ. Seine Ausführungen über Olivenöl haben mir gut gefallen und auch die zu Minestrone, - eigentlich Minestra-, zu Crostini und zu anderen kulinarischen Spezialitäten aus Italien, die ich an dieser Stelle nicht alle aufzählen möchte.

Das Kochbuch ist ein sehr persönliches Kochbuch, das die Handschrift dieses freundlichen Kochs trägt, den man spontan knuddeln möchte. De Santis ist ebenso süß wie seine Dessertkreationen, ein zum Mensch gewordener Teddybär:-))

Empfehlenswert.
Das rezensierte Produkt ist überall im Handel erhältlich.


Samstag, 23. Oktober 2010

Samstagsrezension: Vier Freundinnen auf Schatzsuche- Cosima Prem




Neuerdings betreibe ich auch einen Blog mit Rezensionen von Kinderbüchern, den man von der Hauptseite meiner Rezensionsplattform http://www.rezensionen.co/ aus ansteuern kann. Für diesen Blog halte ich derzeit Aussschau nach wirklich gelungenen Kinderbüchern, die ich dann mit großer Freude rezensiere, um Erwachsenen, aber auch Kindern bei der Suche nach guten Kinderbüchern behilflich sein zu können. Die Kinderbücher, die ich lese und rezensiere, schenke ich Jakob, dem kleinen Goldschatz in unserer Familie.

Da er noch nicht lesen kann, wird er Cosimas Buch von seiner Mutter vorgelesen bekommen und ihr gewiss wieder Löcher in den Bauch fragen: "Mama, wann darf ich Cosima kennenlernen und ihr ein Küsschen geben?"


Cosima, die Tochter der von mir geschätzten Autorin Ursula Prem hat im Alter von 8 Jahren ihren ersten Roman verfasst. Als ich das Foto des hübschen Mädchens auf der Rückseite ihres Buches sah, ihre nachdenklichen Augen und ihre betont hohe Stirn, wusste ich, hier wartet kein Fake auf mich. Dieses Kind war in der Lage in diesem Alter ein Buch zu schreiben.


Ihr Roman beginnt mit einer Mobbinggeschichte, wie sie an Schulen heutzutage immer häufiger geschieht. Das gemobbte Kind schließt Freundschaft mit einem anderen gemobbten Mädchen und schafft es, sich auf diese Weise aus der Isolierung zu lösen. Von da an nimmt das Feuerwerk der Abenteuer, das vier Freundinnen - zwei weitere Mädchen vervollständigen das Kleeblatt - entzünden, seinen Lauf.


Ute, Alina, Anna und Doris heißen die Mädchen, die auf Schatzsuche gehen. Kindesentführung und Verbrecherjagd in Phantasielandschaften, gibt es zu bestehen aber auch das Bergen eines alten Familieschatzes, den die Mädchen sich am Ende teilen.


Mir gefällt, dass Cosima im Team denkt. Das Wichtigste sind dieser kleinen Autorin Freundschaften, wichtig auch ist ihr, dass Eltern ihre Kinder knuddeln. Sie zeigt in ihrem Text, was Kinder wirklich brauchen.

Sie zeigt, welche Phantasien Kinder beflügeln und dass man Kinder nicht mit überflüssigen Erklärungen überfrachten soll. Kindern ist vieles sofort klar, weil sie intuitiv weitaus mehr erfassen als Erwachsene.


Genau dies macht Cosimas Buch zu einem wirklichen Abenteuer für Kinder. Hochintelligent verfasst und gerade deswegen konzentriert auf das Eigentliche, schreibt diese Achtjährige sich in die Herzen nicht nur ihrer Altersgenossen, sondern auch kleinerer Kinder ein, die möglicherweise noch nicht alles verstehen, aber fasziniert sind von den vielen Dingen, die sich ereignen.


Cosima bietet nicht nur einen spannenden Inhalt, sondern sie ist auch stilistisch brillant. Ich wünsche mir, dass ihr Buch bei vielen Kindern an Weihnachten auf dem Gabentisch liegt. Die Kinder werden erfreut sein, da bin ich mir sicher.




Vier Freundinnen auf Schatzsuche ist überall im Buchhandel erhältlich.


Sonntag, 17. Oktober 2010

Helga König Rezension: Dr.Ruth Westheimer »Mythen der Liebe«

Das vorliegende Buch erzählt von der Liebe in ihren ungezählten Facetten und dies geschieht dadurch, dass der Leser mit den schönsten klassischen Mythen vertraut gemacht wird.

Auf den Weg gebracht wurde das Buch von Dr. Ruth K. Westheimer und Jerome E. Singermann.

Dr. Ruth K. Westheimer, die ich das Vergnügen hatte auf der Frankfurter Buchmesse 2010 persönlich kennenzulernen, ist am 4.6.1928 geboren. Die Jüdin verließ Deutschland im Kindesalter. Ihre Eltern wurden in Ausschwitz ermordet. Ich möchte an dieser Stelle nicht ihre gesamten Lebensdaten, die man dem Klappentext entnehmen kann, wiedergeben, aber doch erwähnen, dass sie einst an der Sorbonne Psychologie und in den USA Soziologie sowie Sozialwissenschaften studierte und an der Columbia University ihren Doktortitel erwarb. Westheimer doziert heute noch in Princeton und Yale, wo sie als gefragte Expertin gilt.

Die Sexualwissenschaftlerin möchte anhand der Mythen aufzeigen, dass sich im Grunde an der Liebe zwischen zwei Menschen seit dem Altertum nichts geändert hat und die alten Mythen Probleme in der Liebe sehr gut deutlich machen.

Zur Sprache kommen: Teiresias, Phaidra und Hippolytos, Amor und Psyche, Leda und der Schwan, Helena und Paris, Laodameia und Protesilaos, Hermaphroditos und Salamakis, Narziss, Iphis und Ianthe, Danae, Pasiphae und der Stier, Theseus und Ariadne, Dido und Aeneas, Pygmalion und die Staue, Kanake und Makareus, Myrrha und Kinyras, Venus und Adonis, Pyramus und Thisbe, Hero und Leander, Orpheus und Eurydike, Alkestis und Admetos, Kephalos und Prokris, Akontios und Kypdippe, Keyx und Alkyone sowie Philemon und Baucis.

Den kurz szizzierten Geschichten sind Abbildungen berühmter Kunstwerke beigegeben, die Westheimer kommentiert hat. Mir gefällt, dass die Autorin im Hinblick auf den Mythos von Narziss Salvadore Dalis "Metamorphose des Narziss" gewählt hat, weil dieses Gemälde eine große Bandbreite an Interpretationsmöglichkeiten zulässt und wie kein anderes Bild deutlich macht, wohin Selbstverliebtheit führt. Auf den letzten Seiten des Buches findet man die Bildnachweise der insgesamt 26 Bilder.

Westheimer arbeitet sehr gut heraus, worum es bei den einzelnen Mythen geht. Es führt zu weit, an dieser Stelle alle 25 Mythen zu thematisieren, aber ich möchte auf die nach Westheimer vielleicht sinnlichste und erotischste Liebesgeschichte der ganzen Mythologie hinweisen. Hierbei handelt es sich um "Amor und Psyche". Die Autorin merkt an, dass sich hier zwei besonders schöne junge Liebende in der Dunkelheit begegnen und sich nicht durch Blicke, sondern durch die Berührung des Körpers kennenlernen. Dennoch genügt Psyche der gute und erfüllende Sex nicht. Sie muss ihren Geliebten in vollem Licht sehen und als den erkennen, der er ist, gleichgültig, welches Risiko dies birgt. Ihre Leidenschaft kann nur zu Liebe heranreifen, wenn sie dies tut, (vgl.S. 35 und 36). Den anderen als den erkennen, der er ist, macht Liebe erst möglich. Am Beispiel des Narziss wird deutlich, dass nicht jeder dazu in der Lage ist.

Ich war überrascht, wie viele Mythen mir bislang unbekannt waren. So hatte ich von "Alketis und Admetos" bislang ebenso wenig etwas gehört wie von "Kephalos und Prokris" und von "Laodameia und Protesilaos" hatte ich auch noch nie etwas vernommen.

Ich musste wirklich grinsen als ich den allseits bekannten Mythos von "Helena und Paris" las. Westheimer schreibt im Hinblick auf Paris, der als Prototyp für Männer einer bestimmten Art ein gutes Beispiel liefert: "Und glauben Sie mir, diese Typen sind nicht die tollen Hechte, für die sie sich halten beziehungsweise als die sie sich präsentieren, sondern oberflächliche Einfaltspinsel von der Sorte, die auf dieser Welt viel zu viel Schaden anrichtet."(Zitat: S. 56) Das sehe ich auch so.

Die Autorin unterstreicht, dass das Problem von Narziss nicht in erster Linie darin besteht, dass er sich selbst liebt, sondern genau wie Hermaphroditos, keinen liebt, (vgl.: S. 76). Am Beispiel von Narziss kann man gut nachvollziehen, was mit Menschen geschieht, die sich ausschließlich selbst lieben. Im Grunde nehmen sie ein kummervolles Ende, weil ihre Selbstverliebtheit keine Erfüllung finden kann.

Tief beeindruckt bin ich immer, wenn ich den Mythos von "Pygmalion und der Statue" lese. Es ist im Grunde die Geschichte der Traumfrau, die nicht perfekt bleiben kann, wenn sie ein Mensch aus Fleisch und Blut geworden ist. Westheimer fragt in diesem Zusammenhang nicht grundlos "Wann ist der Partner eigentlich der perfekte Partner? In einer Zeit der Internetlieben entsteht, wie ich meine, dieser Mythos immer wieder neu mit all seinen Erwartungshaltungen, die kaum ein Mensch zu erfüllen vermag."

Ein sehr nüchternes Urteil fällt Westheimer bezüglich "Hero und Leander", von denen sie meint, dass sie wegen ihres guten Aussehens und ihrer sinnlichen Anziehungskraft sehr schlechte Liebhaber waren, (vgl. S. 174).

Dr. Westheimer zeigt viele Facetten der Liebe auf und sie reflektiert ganz zum Schluss die Geschichte von "Philemon und Baucis". Die beiden Liebenden werden eines Tages, als sie vor dem Tempel stehen und auf ihr Leben zurückblicken auf Wunsch von Philemon in Bäume verwandelt. Sie wünschen sich während des Umwandlungsvorgang noch Lebewohl aber sie werden nicht getrennt, denn die Linde und die Eiche verschlingen ihre Äste einer Umarmung gleich auf ewig miteinander.

Die verwitwte Autorin kann sich den Weg, den das alte Liebespaar in dem Mythos ging, für sich nicht vorstellen, trotz ihrer großen Trauer um ihren verstorbenen Gatten. Das ist mehr als verständlich, wenn man Dr. Ruth K. Westheimer einmal persönlich erlebt hat. Sie ist quirligstes Leben pur, eine Frau, für die Liebe Leben bedeutet und nicht deren Gegenteil.




Ein sehr schönes Buch, das anregt über die Liebe und ihrer Abgründe nachzudenken.

Samstag, 16. Oktober 2010

Samstagsrezension Helga König: Der Tote im Zwillbrocker Venn

Meine langjährige Freundin Tuna von Blumenstein, eine jung gebliebene ältere Dame aus dem Münsterland, hat sich entschlossen, einen Krimi zu schreiben.

Der Grund hierfür ist ihre Liebe zum "Zwillbrocker Venn", einem Naturschutzgebiet im Kreis Borken, das einst ein Hochmoor war. Hochmoore sind die ideale Kulisse für Texte dieses Genres und erzeugen per se Gruseleffekte.

Im "Zwillbrocker Venn", das die nördlichste Flamingokolonie der Welt beherbergt, gibt es u.a. eine Allee mit bizarren hohlen Kopfeichen, auch einen Prozessionsweg, der dort eine alte Barockkirche umgibt und ein riesiges Holzkreuz, das auf dem Buchdeckel des Krimis abgelichtet ist. Das Kreuz soll ein magischer Anziehungspunkt im Venn sein und erinnert mich in gewisser Weise an Droste von Hülshoffs Judenbuche.

Wer hier einen Toten findet, ahnt, dass dieser Tote eher ein Täter als ein Opfer ist.

In welchem Zusammenhang steht die in Blut getauchte Natur auf dem Buchdeckel mit dem idyllischen Foto eines liebevoll dekorierten hölzernen Gartentores?

Welches Drama breitet die Autorin in ihrem dicht geschriebenen Krimi aus, der sich teilweise so schnörkellos wie ein Polizeibericht liest und von lyrischen Texten Sylvia Bs. begleitet wird?

Ich war es übrigens, die Tuna darum gebeten hat, Gedichte von Sylvia in ihren Krimi einzubinden, einerseits, weil ich diesen Mix für ein gelungenes Experiment halte, andererseits, um die Bandbreite des Könnens von münsterländer Autoren aufzuzeigen. Kritiker mögen diese Vorgehensweise in Frage stellen, ich aber finde Arbeit im Team sehr gut, wenn es darum geht, eine Sache voranzubringen. In diesem Fall geht es darum, das Münsterland auch als Reiseziel interessant zu machen.

Nun zum Krimi: Ein Mann argentinischer Herkunft wird im Venn tot aufgefunden. Wurde er ermordet oder hat er sich selbst getötet?

Tuna hat ein interessantes Verwirrspiel inszeniert. Ihr Krimi beginnt mit einer Intrige. Dass sie nahe an der holländischen Grenze auch die Drogenproblematik nicht außen vor lässt, zeigt, dass sie die Region, die sie fokussiert, mit all ihren Facetten, auch den dunkleren, thematisiert.

Diebstahl, Rauschgiftdelikte, Kindesmord und Mord bestimmen den Handlungsablauf, in dem es immer wieder pychologische Reflektionsebenen gibt und Tuna sich der Schwarz-Weiß-Malerei bewusst enthält, wenn es um das Opfer- oder das Täterprofil geht: "Mein Eindruck ist der, dass der Verstorbene als Kind zeitweise unter Kalzium-Mangel-Rachits gelitten hatte, die durch einen Vitamin-D-Mangel verursacht wird. Die Fehlstellung der Zehen kann durchaus auf das Tragen nicht geeigneten Schuhwerkes zurückzuführen sein..." ( S. 55).

Zwei Frauen spielen im Krimi, neben dem verstorbenen Argentinier mit dubiosem Vorleben, eine entscheidende Rolle. In welchem Zusammenhang sie zu ihm standen, werde ich nicht verraten.

Es gibt Menschen, die, bevor sie ein Buch zu lesen beginnen, einen Blick auf die letzte Seite werfen. Tuna lässt ihren Krimi mit einem Gedicht enden. Die letzten beiden Verse lauten:

es wird der moment kommen
in dem ich spüre
da ist nichts mehr
weder liebe
noch hass
weder angst
noch kälte

wärme wird
meinen körper durchfluten
dann werde ich ruhig
und gefasst sein
und wissen
dass ich abschied
nehmen
kann.

Diese Zeilen sind der Schlüssel zu diesem Beziehungs-Krimi, der von einem Mann handelt, von dem man sich wünscht, er habe nie gelebt.

Sehr spannend zu lesen, empfehlenswert.

Das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise von der Biologischen Station Zwillbrock zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns dafür herzlich.
Covergestaltung:
Satzstudio Roth, Emden

Samstag, 4. September 2010

Samstagsrezension Helga König: Ostseeküste - Mecklenburg-Vorpommern

Dieser wunderschöne Bildband enthält eine Fülle von imposanten Aufnahmen von Mecklenburg-Vorpommerns Ostseeküste und hier vom Klützer Winkel, von Boltenhagen, von Schloss Bothmer, von Wismar, Kühlungsborn und Heiligendamm, Bad Doberan und Rostock, vom Fischland-Darß-Zingst, von der alten Hansestadt Stralsund, den Insels Poel, Rügen, Hiddensee und Usedom sowie den Städten Greifwald und Wolgast.

Den Bildern sind jeweils knappe erläuternde Texte in deutscher, englischer und französischer Sprache begegeben. Anhand von Landkarten zu Beginn und am Ende des Buches kann man sich einen Überblick über die Ostseeküste verschaffen.

Die Autorin Hanne Bahra schreibt in ihrem Eingangtext, dass sich die Ostseeküste nirgendwo so vielgestaltig darstellt, wie in Mecklenburg-Vorpommern. Sie begründet dies damit, dass tiefe Buchten und mehr als hundert Inseln für eine kleinteilige Küstenlandschaft sorgen, die Lebensraum für ungezählte Wasservögel bilden.

Ich möchte einige Fotos und deren Beschreibungen hervorheben, damit Sie einen Eindruck haben, was Sie im Buch zu erwarten haben. Gelungen ist die Aufnahme von Schloss Bothmer. Es handelt sich hierbei um die größte erhaltene barocke Schloss- und Gartenanlage Mecklenburgs. Eine gestutzte Lindenalle- man sieht sie auf dem Foto leider nicht- soll vom Vorwerk Holzumfelde direkt auf den Mittelrisalit des Schlosses zuführen. Der idyllische Anblick und die Kurzinformation zu diesem Barockschloss haben mich neugierig gemacht und mich veranlasst, mich über die Geschichte des Schlosses und ihre einstigen Besitzer kundig zu machen.
Gut gewählt sind die die Motive von Wismar. Natürlich darf man sich der historischen Fassaden von Gotik bis Gründerzeit am Wismarer Marktplatz erfreuen und hier auch des ältesten Patrizierhauses, das um 1380 bereits erbaut worden ist. Eine Luftaufnahme zeigt den Grundriss Wismars, einem Hanseumschlagsplatz, der 1229 Stadtrechte erhielt. Vier Fotos fokussieren die spätmittelalterliche Georgskirche, die 1945 zerstört und 1991 mithilfe der Deutschen Stiftung für Denkmalsschutz wieder aufgebaut wurde. Die Kirche war die größte Kirchenruine Deutschlands. Eine Aufnahme des Hochalters von 1430 mit vier Metern Höhe und zehn Metern Breite verdeutlicht, dass auch dieser perfekt wiederhergestellt worden ist.

Mit großem Interesse habe ich mir auch eine Innenaufnahme des Bad Doberaner Münsters angesehen. Es ist eines der meistbesuchtesten Bauwerke der Europäischen Route des Backsteingotik. Die Autorin skizziert in wenigen Zeilen - sehr gelungen- die historische Entwicklung dieses Münsters.
Mir gefällt es, dass auch in der Folge immer wieder Kirchen und Klöster in Augenschein genommen werden, die ich als Ausdruck vormaliger tiefer Gläubigkeit der Menschen an der Küste interpretiere.

Eine Luftaufnahmen von Fischland Darß-Zingst habe ich mir lange angesehen, nicht zuletzt weil ein verstorbener Onkel, der aus Ribnitz-Damgarten kam, mir immer wieder von der Gegend vorschwärmte. Auf ungefähr 60 Kilometer langen Halbinsel, die vom Festland durch eine Boddenkette getrennt ist, ist die Landabtragung und Landwerdung noch voll im Gange. Die Autorin schreibt: "Was Wind und Wellen der Küste hier entreißen, wird am Darßer Ort, mitten im 805 Quadratkilometer großen Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft wieder gelandet."

Wustrow kannte ich bislang noch nicht. Es handelt sich um ein altes Fischer- und Schifferdorf. Eines der hübschen, typischen Fischerhäuser dort ist abgebildet. Viele der Häuser hier haben so genannte "Klöntüren". Man hat die Möglichkeit den oberen Teil zu öffenen, um sich für ein Schwätzchen auf die Brüstung zu legen. Diese "Klöntüren" veranschaulichen, dass die Menschen von Fischand Darß-Zingst sehr kommunikativ sind. Genau wegen dieser netten, aufgeschlossenen, kommunikativen Art mochte ich meinen Onkel sehr.

Stralsund habe ich in den 90er Jahren besucht und mich gefreut, wie hübsch die Stadt mittlerweile restauriert ist. Besonders aufmerksam betrachtete ich mir ein Bild der Kirchenruine des ehemaligen Franziskanerklosters St. Johannis, die Kulisse für Konzerte ist. 1624 brannte die frühgotische Hallenkirche aus. Der unbedachte Kirchenraum beherbergt übrigens eine Pietà nach Ernst Barlach.
Die Aufnahmen von Rügen sind gut gewählt, weil sie auch Ansichten fokussieren, die nicht auf jeder Postkarte zu sehen sind. Mehr noch angesprochen haben mich allerdings die Impressionen von Hiddensee, der autofreien Insel, die durch ihre ruhige Schönheit besticht.

Ich war noch nie in Greifwald, aber die Bilder laden zu einem Besuch ein. Wäre ich nochmals jung, würde ich in Greifswald an der Universität studieren. Die Universität wurde übrigens 1456 gegründet.

Usedom und seine vielfältige Schönheit berührt mich immer wieder. Die alte Bäderarchitektur und die traumhafte Insellandschaft bilden den gelungenen Abschluss dieses Bildbandes, der dokumentiert, dass die Küste Mecklenburg-Vorpommerns ein alte Kulturlandschaft ist.

Empfehlenswert.

Fotos 2, 3 und 4: Veröffentlicht unter GNU-Lizenz für freie Dokumentation auf Wikimedia.

Samstag, 10. Juli 2010

Samstagsrezensionen Helga König: Eine kulinarische Entdeckungsreise durch die Lüneburger Heide


Aus der Reihe „ Eine kulinarische Entdeckungsreise“ besitze ich nahezu alle Bücher der Serie und habe viele davon auch rezensiert, weil ich reiselustigen Lesern diesen stets erhellenden Lesegenuss nicht vorenthalten möchte.

Die Bücher – und dies gilt auch für den vorliegenden Band – stellen stets die Landschaften der fokussierten Region, die wichtigsten Orte und Sehenswürdigkeiten, gute Hotels und Restaurants, Koch- Rezepte aus den benannten Restaurants, Cafes und Gewerbebetriebe, die kulinarische Spezialitäten herstellen und/ oder veräußern  textlich sowie anhand vieler gelungener Fotos vielversprechend vor.

Die Autorin Sabine Bomeier und die Fotografen Christiane und Heinz Anschlag nehmen den Leser mit auf die Reise durch die Lüneburger Heide, die sich in den letzten Jahrzehnten von dem Klischee, das ihr aus den 1950er und 1960er Jahren lange anhing,  ganz offensichtlich weit entfernt hat und damit zu  einem interessanten Ferienziel besonders für Familien mit Kindern geworden ist.

Auf den Fotos der ersten Seiten erblüht bereits die Erika in dem ihr eigenen Violett. Dieses Heidekraut, auch die Birken gehören zu der typischen Flora in besagter Region.

Auf einer zweiseitigen Karte kann man sich bewusst machen, wo die jeweiligen Punkte im Buch konkret verortet sind. Dabei sind die Zahlen identisch mit den Seitenzahlen der einzelnen Betriebe und bezeichnen ihre Lage in der anvisierten Gegend.

Gleich zu Beginn liest man vom Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Hierbei handelt es sich um eine Fläche von 23 000 Hektar Fläche, aufgegliedert in 50% Wald und 13% Heidelandschaft. Der Rest ist Grün- und Ackerlandschaft. Trotz allem ist es die größte zusammenhängende Heidefläche Mitteleuropas.“(vgl.: S. 15)

Man erfährt, dass Besucher per pedes oder auch in Kutschen durch die Heide geführt werden und Fachkundige den Interessierten die kostbaren Naturschönheiten und vielen Steinzeitgräber zeigen. 

Besucher sollten sich auch keineswegs die sechs mittelalterlichen Frauenklöster in Eberstorf, Isenhagen, Lüne, Medingen, Wienhausen und Walsrode entgehen lassen, die nach der Reformation in evangelische Damenstifte umgewandelt worden sind.

Mit großer Neugierde habe ich die Rezepte der Restaurants in der Region studiert. Diese Rezepte kann man zuhause nachkochen und weiß im Grunde schon beim Lesen, welches kulinarische Niveau man in den jeweiligen Restaurants antreffen wird. Im Übrigen lohnt sich der Kauf des Buches allein schon der vielen Lammrezepte wegen. Alle Rezepte sind bestens gegliedert und erklärt.

Die Heidschnucken (sprich Lämmer) sind das lebende Wahrzeichen in der Lüneburger Heide. Ihnen auch ist ein kleiner Beitrag gewidmet. Dass der Heidschnucken- Braten zum Urlaub in der Heide dazugehört, werden Vegetarier sicher bestreiten, die vermutlich die „Spöketaler Kartoffelsuppe“ all den Lamm-Spezialitäten vorziehen werden. Jeder wie es ihm beliebt.

Sehr gut ist Lüneburg und die Umgebung beschrieben. Die dortige Altstadt ist auf einem Salzstock gelegen, durch die der Ort zu Reichtum gelangte. Salz spielt bis zum heutigen Tage eine essentielle Rolle. 1980 wurde zwar die Saline stillgelegt, gleichwohl  wurde fast zeitgleich im ehemaligen Siedehaus ein Salzmuseum errichtet.

Das Salz verhalf Lüneburg zu einem Platz in der Hanse, dem 1158 entstandenen Zusammenschluss von Handelsstädten. Über die Geschichte der Handelsmetropole Lüneburg klärt Bomeier sehr gut auf und skizziert alles Sehenswerte in dieser Stadt mehr als nur zufriedenstellend.

Von den vielen Hotels und Landgasthöfen hat mich am meisten das "Romantikhotel Josthof" in Salzhausen angesprochen. Das Gebäude ist bereits über 1000 Jahre alt und ganz liebevoll eingerichtet. Das Rezept aus der Küche lässt erahnen, wie genussvoll man hier speisen kann.

In der Folge lernt man Uelzen kennen. Der wilhelminische Bahnhof in Uelzen wurde anlässlich der Expo 2000 von Hundertwasser neu geschaffen. Die Fotos zeigen, dass Hundertwasser ein sehr schöner Wurf, der fast orientalisch anmutet, gelungen ist. Neben dieser Besonderheit weist Uelzen sehr malerische Fachwerkhäuser auf.

Interessant auch ist der Beitrag über Heidehonig im Rahmen der Beschreibung der Imkerei Ahrens, deren 150 Bienenvölker bis zu 14 verschiedene Sorten Honig bringen, darunter auch neogrünen Kornblumenhonig.

Die kulinarische Reise führt weiter von Celle bis Wietze. In Celle warten 500 wunderbar restaurierte Fachwerkhäuser auf den Besucher, der sich das Celler Schloss keineswegs entgehen lassen sollte, bevor er sich in Wietze erneut an Fachwerkhäusern erfreuen kann und in einem der so vortrefflich beschrieben Restaurants einen Heidschnuckenrücken oder dergleichen mehr zu goutieren vermag.

Dass Verden und die dortige Umgebung so pittoresek ist, wusste ich bislang noch nicht. Kurzweilig berichtet die Autorin von Klaus Störtebecker und den historischen Begebenheiten, die mit diesem Mann verbunden sind. Nach einem kleinen visuellen Spaziergang durch diese geschichtlich nicht uninteressante Stadt wird man über Erika und Wacholder aufgeklärt. Diese beiden Pflanzen bestimmen im Wechselspiel die Heidelandschaft, die es sich, wie die vielen Fachwerk- Orte zu besuchen lohnt. Dies macht das hochinformative Buch deutlich.



Samstag, 3. Juli 2010

Samstagsrezension Helga König: Eine kulinarische Entdeckungsreise durch Hamburg und das Alte Land

"So geschah es, dass auf der Buxtehuder Heide der Igel den Hasen zu Tode gelaufen hatte, und seither hat kein Hase mehr gewagt, mit dem Buxtehuder Igel um die Wette zu laufen." ( Zitat: Seite 183)


Die Autorin Katrin Lipka und die Fotografin Ulrike Kimske nehmen den Leser mit auf eine kulinarische Entdeckungsreise durch und das Alte Land.

Zu Beginn des Buches hat man Gelegenheit sich anhand eines Kartenausschnitts kundig zu machen, wo die Orte, die anschließend beleuchtet werden, lokalisiert sind.

Thematisiert werden Sehenswürdigkeiten, Landschaften, Restaurants, Hotels, Ladengeschäfte für kulinarische Besonderheiten wie etwa Fischfeinkost, sogar eine Kochschule in Hamburg und Hofläden etc. in der benannten Region. Der Schwerpunkt liegt bei dem Buch auf den Gaumengenüssen, derer es in Hamburg und im Alten Land offenbar sehr viele gibt.

Die Reise nimmt in Hamburg ihren Anfang. Hier wird u.a. von den geschichtsträchtigen Häusern in der Altstadt berichtet, von Fleeten, Kanälen und Schleusen, die diese Stadt zum "Venedig des Nordens" gemacht haben. Es werden viele Restaurants näher vorgestellt. Zumeist zeigt der jeweilige Küchenchef anhand eines Rezeptes, welches Koch- Niveau man im Restaurant zu erwarten hat.

Vier- und Marschlanden lernt man kennen. Von dort ist übrigens die berühmte Vierländer Ente und das Vierländer Stubbenkücken, Klassiker der hanseatischen Küche. Die historische Speicherstadt mit ihren riesigen Backsteingebäuden, die sich entlang der Fleete reihen, kommt zu Sprache, der Hafen, die Elbchaussee und der malerische Vorort Blankenese. Bei diesem eleganten Ort handelt es sich um ein ehemaliges Fischerdorf, wie Lipka nicht unerwähnt lässt.

Der Hamburger Westen ist ein weiteres Thema. Einst war dieses Gebiet ein beliebtes Ausflugsziel für die vornehme Gesellschaft, mittlerweile ist es ihr Lebensmittelpunkt geworden. Große Parkanlagen und Villen bekunden den Wohlstand. Ähnlich wie in Blankenese lassen die Restaurants dort nichts zu wünschen übrig. Ich werde an dieser Stelle kein Restaurant hervorheben, gleichwohl eines der Gerichte nennen, das in einem dieser Lokale gekocht wird:“ Heilbutt mit Morchel-Nudeln“ . Die Rezeptur klingt vielversprechend.

Der Fischmarkt in Hamburg ist einen Besuch wert. Etwa 700 Händler handeln hier mit allem, demnach nicht nur mit Fisch. Die Autorin erzählt von dem turbulenten Treiben dort, bevor man dem Feinkostladen Claus Kröger in Hamburg konfrontiert wird, den es sich, nach allem , was man liest, wirklich zu besuchen lohnt.

Eimsbüttel, Eppendorf und der Isemarkt sind die nächsten Stationen. Der Isemarkt ist von uralten Kastanienbäumen und Jugendstilvillen umgeben wie die Bilder zeigen. Hier laden Parks und Grünanlagen,- vormals Landsitze hanseatischer Kaufleute - und idyllische Kanäle zum Entspannen in citynaher Lage ein, (vg.:S. 97). Die Bilder sind traumhaft.

Es folgen Impressionen von der Außenalster, ein Gebiet, das Lipka fasziniert als das grüne Herz und blaue Juwel Hamburgs bezeichnet. Dort bieten die Restaurants feinste Speisen an, sei es nun "Zanderfilet mit Kartoffelschuppen auf Pfifferlingen á la creme und sautierten Spinat" oder aber "Cappuccino von Birne und Sellerie mit Maishähnchenbrust im Mohnmantel" oder noch feiner "Créme blulée von Flusskrebsen mit Selleriestroh."

Der Hamburger Süden soll ein maritimes Flair haben. Harburg besitzt sowohl eine denkmalgeschützte Altstadt aber auch ein quirliges Hafenviertel. Man liest von der eindrucksvollen Naturlandschaft rund um Hamburg, wie etwa das Fischbeker Moor und von dem Ort Neu-Wulmsdorf, der Hamburg und das Alte Land harmonisch miteinander verbindet.

Begeistert bin ich noch immer von der Schilderung des Alten Landes. Dort gibt es zehn Millionen Obstbäume, verteilt auf 1300 Obstanbaugebiete. Äpfel nehmen mit 80% die Hauptanbaufläche ein. Doch auch Kirschen, Pflaumen, Zwetschgen, Birnen oder Mirabellen gedeihen hier prächtig.

Man lernt viele schöne Restaurants im Alten Land kennen. Die Inhaberin eines Obsthofes, der im Buch näher beschrieben wird, steuert das Rezept einer "Kirsch-Käse-Torte" bei. Der Kick bei dieser Käse-Sahne-Torte ist , dass auf dem zweiten Boden Sauerkirschen verteilt werden, die mit Kirschsafttortenguss übergossen sind. Die gerösteten Mandelblättchen außen herum und die Sahnetupfer mit Kirschen auf der Torte, machen die Kreation von Frau Matthies zu einem kleinen Kunstwerk, mit dem man Gäste unbedingt erfreuen sollte.

Sehr lesenswert sind die Beiträge zu verschiedenen Obsthöfen, auch die visuellen Eindrücke von Orten wie etwa Stade. Mir war bislang nicht bekannt, wie malerisch die Altstadt dort ausschaut. Cafés, Bistros, und Restaurant laden  zum Verweilen ein. Die Märchenstadt Buxtehude sollte man ebenfalls aufsuchen. Hier soll nämlich die Geschichte vom Hasel und dem Igel stattgefunden. Ein gleichfalls malerischer Ort, dessen Gastronomie vielversprechend zu sein scheint.

Ein gelungenes Buch mit vielen brauchbaren Informationen

Rezension Helga König



Samstag, 26. Juni 2010

Samstagsrezension Helga König: " Die Judenbuche"- Annette von Droste-Hülshoff

Eine Dichterin aus dem Münsterland.

Tuna von Blumenstein bat mich erneut, bei meiner Samstagsrezension  ein Augenmerk auf ihr geliebtes Münsterland zu legen und schlug mir vor, einen Text der Dichterin Annette von  Droste Hülshoff zu rezensieren, die vor über 200 Jahren in der malerischen Burg  Hülshoff  unweit von Münster zur Welt kam.

Ich habe die „Judenbuche“ vorhin nach vielen Jahren abermals gelesen und bin in meiner Interpretation noch etwas  ratlos. Der Untertitel der Novelle lautet „ Ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen“. Mein spontaner Eindruck: es handelt sich um eine Milieustudie, die die Lebensverhältnisse in dem benannten Gebiet im 18. Jahrhundert beschreibt, schwierige Charaktere aufeinandertreffen lässt, Armut und Ursachen von Verwahrlosung anspricht, auch religiöse Vorurteile zum Thema macht und in ihrer Gesamtheit subtil psychologisch angelegt ist. Die Novelle soll auf einer wahren Begebenheit beruhen.

Protagonist der Novelle ist Friedrich Mergel. Zunächst liest man von seiner Herkunft. Sein Vater ist ein Säufer, der sowohl seine erste Frau als auch seine zweite ( Friedrichs Mutter) misshandelt, seinen Frauen das Leben zu Hölle macht, schließlich irgendwann betrunken im Wald einschläft  und erfriert. Zu diesem Zeitpunkt  ist Friedrich 9 Jahre alt. Er und seine  Mutter werden fortan von der Dorfgemeinschaft ausgegrenzt. Seine Mutter, vormals eine adrette Frau, verwahrlost. Die Beschreibung ihres Verhaltensmusters lässt den Schluss zu, dass sie schwer depressiv ist.

Friedrich  wird von seinem Onkel, dem Bruder seiner Mutter adoptiert.  Die Dorfbewohner verändert nun ihr Verhalten gegenüber Friedrich.  Auf dem Anwesen seines Onkels lernt er den Kuhhirten Johannes Niemand kennen, welcher im optisch ähnelt, wie ein Zwillingsbruder. Nur eine kleine Halsnarbe unterscheidet die beiden, die miteinander Freundschaft schließen.

Zum schönen Jüngling geworden, entwickelt Friedrich einen ausgeprägt narzisstischen  Habitus und  schneidet gerne bei Gleichaltrigen auf. Seine Geltungssucht  wird immer extremer. Ein solches Verhaltensmuster beruht stets auf Minderwertigkeitskomplexen, die er offenbar aufgrund seiner Herkunft hat.

Friedrich lebt im Wechsel von aufschneiderischem Auftritt bei gleichaltrigen Dorfbewohnern, die ihn bewundern und Zurückgezogenheit beim Hüten von Kühen, einer Beschäftigung, der er scheinbar gerne nachgeht. Hier kann er ganz er selbst sein, muss sich nicht dem Stress der zwanghaften Selbstdarstellung aussetzen.

In den Wäldern unweit der Wiesen, wo er die Kühe hütet, ist Holz- und Jagdfrevel an der Tagesordnung. Oberförster Brandis wird von Holzdieben erschlagen. Der sensible Friedrich empfindet an dem Mord eine gewisse Mitschuld, weil er den Förster in die Richtung der Holzdiebe schickte als dieser danach fragt.

Seine  diffusen Schuldgefühle, die sich mit den Minderwertigkeitsgefühlen paaren, führen dazu, dass er sich noch weiter aufbläst, eine silberne Uhr bei Aaron, einem Juden gekauft, aber noch nicht bezahlt hat, und sich auf einem Hochzeitsfest mit seinem Schmuck gebärdet.  Aaron, der auch auf der Feier ist, ärgert sich zu Recht und stellt ihn bloß. Kurz darauf wird Aaron erschlagen unter einer Buche im Wald aufgefunden. Vieles spricht dafür, dass Friedrich der Täter ist. Wenn Menschen mit schweren Minderwertigkeitsgefühlen das Gesicht verlieren, sind sie nicht selten zu allem fähig...

Friedrich flieht noch in der Nacht mit seinem Freund Johann, was ihn zusätzlich verdächtig macht. Nachgewiesen werden kann ihm die Tat allerdings nicht. Hinzu kommt, dass später der Verdacht durch das Geständnis eines Dritten entkräftet wird, wobei nicht gewiss ist, ob der Geständige tatsächlich besagten Aaron meinte.

Die Judengemeinde macht aus der Buche ein Mahnmal und ritzt auf Hebräisch die Worte ein: Wenn du dich diesem Ort  nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast“.

28 Jahre später kehrt Friedrich in das Dorf zurück, gibt sich allerdings als Johannes aus. Er erfährt, wie es seiner Mutter und seinem Onkel ergangen ist. Beide sind mittlerweile tot, beide sind im Elend verstorben. Es ist anzunehmen, dass dies weitere Schuldgefühle bei ihm ausgelöst hat.

Es dauert nicht lange und man findet Friedrich (man erkennt ihn an der Halsnarbe) erhängt an der Buche. Natürlich ist Friedrich nicht Opfer von Rache geworden, sondern er hat sich selbst erhängt.  Sein Motiv sich zu töten, ist meines Erachtens  eine Mischung aus Schuldgefühlen und herostratischem Ruhm.

Sicher kennen viele Leser das Buch aus ihrer Schulzeit. Ich denke aber es ist lohnenswert, es abermals zu lesen, allein der psychologischen Facetten wegen.




Samstag, 5. Juni 2010

Samstagsrezension Helga König: Die Welt des Honigs- Simone Hoffmann

In jüngster Zeit habe ich einige Gartenbücher besprochen und möchte heute damit korrespondierend  Simone Hoffmanns „Die Welt des Honigs“ rezensieren. Das hochinformative Buch ist reich illustriert. Immer wieder  kann man Sentenzen bekannter Persönlichkeiten über die Bienen und ihren Honig lesen. Damit wird dokumentiert, dass Bienen und Honig seit alters her faszinierende Studienobjekte waren. Ich möchte  meiner Rezension deshalb einen Gedanken Siddhartha Gautamas vorwegschicken, den ich im  vorliegenden Buch entdeckt habe: “ Der seinen Wohlstand vermehren möchte, der sollte sich an den Bienen ein Beispiel nehmen. Sie sammeln den Honig, ohne die Blumen zu zerstören. Sie sind sogar nützlich für die Blumen. Sammele deinen Reichtum, ohne seine Quellen zu zerstören, dann wird er beständig zunehmen.“

Zunächst wird man über die Geschichte des Honigs, dem ältesten Süßungsmittel der Welt unterrichtet. Bienen gibt es bereits seit über 50 Millionen Jahren. Als die Menschen sesshaft wurden, integrierten sie die Bienenvölker in ihre Siedlungen (vgl.: S. 14). Überall, wo sich die Bienen niederließen, war die Vegetation fruchtbar. So wurde Honig zum Symbol der Fruchtbarkeit. Bei den Germanen war der Honig so wertvoll, dass man einen Teil seiner Steuern als Honigzins begleichen konnte. Auf Festen durfte der Honigwein „Met“ nicht fehlen.  Das Wort Honig leitet sich aus dem „Indogermanischen“ ab, es bedeutet der „ Goldfarbene“.

Geht man in  der Geschichte weiter zurück, erfährt man, dass im  alten Ägypten der Honig als Speise und Geschenk der Götter, zeitgleich aber auch als Herrschaftssymbol der Pharaonen, Zahlungsmittel und Medizin gegolten hat. Aufgrund von Wandzeichnungen  und Schriften weiß man, dass die Ägypter bereits 3200 v. Chr. über hochentwickelte Methoden der Bienenhaltung verfügten, (vgl.: 17).  Bei den Ägyptern entsprach im Jahre 3000 v. Chr. der Wert eines Topfes Honig dem Preis eines Esels.

Die Griechen glaubten, dass die Bienen die Boten der Götter seien. Hippokrates verordnete Honig gegen Fieber, Verletzungen und Geschwüre. Platon sagte man nach, dass er in seiner Kindheit von Bienen genährt worden sei. Die Bienen galten als Symbol des göttlichen Funkens, der großen Persönlichkeiten von den Göttern verliehen worden war und Aristoteles führte in seinen politischen Lehren die Staatenbildung der Bienen vergleichend an.

An einer Stelle der historischen Abhandlung habe ich gelesen, weshalb Bienen Sinnbild des Glaubens waren und wieso sie zeitgleich auch ein Symbol der Macht  darstellten. Dass Karl der Große ein Bienenfreund war, wusste ich bislang nicht und ebenso unbekannt war mir bislang, dass der Krönungsmantel Bonapartes Bienenmotive enthielt.

Simone Hoffmann berichtet im 2. Kapitel über die  Leistung der Bienen. Um 1 kg Honig zu erzeugen, fliegt ein Bienenvolk  10 bis 15 Millionen Blüten an und bestäubt sie dabei. Daran sollten Sie denken, wenn Sie Honig verspeisen und Ihre Blumen im Garten lachen sehen oder  ihren Kindern die ersten Kirschen liebevoll an die Ohren hängen. Für 1 kg Honig werden 10 000 Bienenarbeitstage benötigt. Dabei legen die Sammlerinnen eine Strecke von 250 000 Kilometer zurück, (vgl.: S. 34).

Interessant sind die Informationen, die man zum Bienenvolk erhält. Der schwedische Naturforscher  Carl von Linné gab der heimischen Honigbiene 1758 den Namen „Apis mellifera“(die Honigtragende). Alsbald erkannte er aber , dass Bienen in Wahrheit keinen Honig tragen, sondern den gesammelten Blütennektar in ihrer Honigblase zu Honig umwandeln. Die Mutter aller Bewohner des Bienenstaates ist die Königin. Sie erreicht ein Alter von bis zu 5 Jahren und legt bis zu 2000 Eier pro Saison. 90 % der Bienen sind Arbeiterinnen. In jeder Altersstufe verrichtet die Arbeiterin bestimmte Aufgaben, über die die  Autorin  den Leser nicht im Ungewissen lässt.

Sehr  spannend fand ich  Infos im Hinblick der Bienensprache. Der Tanz der Bienen  ist eine bemerkenswerte Kommunikationsform. Ich erinnerte mich beim Lesen im Biologieunterricht davon gehört zu haben.

Ausführlich erfährt man in der Folge wie Honig entsteht und lernt den feinen Unterschied der Honigsorten kennen. „Blütenhonige“  und „Honigtauhonige“ werden zur Sprache gebracht. Man  erfährt, was sich hinter dem Gütesiegel „Echter Deutscher Honig“ verbirgt und liest von regionalem Honig. Regionalen Honig sollte man  klugerweise zu sich nehmen. Honig beinhaltet keimhemmende Stoffe und Blütenpollen, die das Immunsystem aktivieren. Hoffmann schreibt, dass in einem Löffel  naturbelassenen Honig sich 20 000 bis 100 000 Pollen befinden.  Sofern der Honig aus der Region kommt, in der man lebt, enthält er genau die Polleninformation , die man benötigt - sprich, die Pollen die man täglich einatmet. Im Gespräch  mit meiner lieben, Münsterländer Freundin Tuna von Blumenstein  bat sie mich den Imker aus der Region, in der sie lebt, zu nennen:  http://www.imker-gsv.de/.  Ich selbst  habe bislang Biohonig aus aller Welt gegessen  und bin mir nicht sicher, ob Honig aus dem Rhein-Main-Gebiet meiner Gesundheit zweckdienlich ist.

Die Autorin stellt viele Honigsorten aus aller Welt vor. Bemerkenswert finde ich hier den Bashkirhonig, den die Bienen aus dem Nektar von über 37 wild wachsenden Heilkräutern produzieren und der eine extrem hohe antioxitative Wirkung  haben soll. Auch der kräuterig herbe Manuhonig aus Neuseeland  weist eine hohe antibiotische Wirkung  aus. Kaffeetrinker werden vom Aroma des Kaffeeblütenhonigs begeistert sein. Auf frischen Brötchen ist dieser streichzarte, cremige Honig   die ideale Begleitung zum Frühstückskaffee.

Man lernt  die Imkerei von Marianne Kehres: http://www.sommerbluete.de/ die Ökologischen Imkerei Christiane Brauns http://www.honigschaetze.de/  und auch den Familienbetrieb Breitsamer http://www.breitsamer.de/  näher kennen, bevor man mit den Geheimnissen des Geschmacks vertraut gemacht wird. Wie schmeckt Löwenzahn- wie der Lindenblüten- und wie der Sonnenblumenhonig? Um nur einige Sorten zu nennen.  Die Autorin verrät es dem Leser, referiert alsdann übers Honigverkosten und stellt Breitsamer „Regionale Spezialitäten" vor.  Vielleicht sollte man nach Südbaden ziehen. Dort sammeln die Bienen den Nektar für einen dickflüssigen Honig mit vollmundig, kräftigem Aroma, das an Hagebutten und Pfirsiche erinnert.

Man erfährt nicht zuletzt auch wie man Honig aufbewahrt und womit man ihn kombinieren kann. Er passt nicht nur zu Milch und Brot, sondern durchaus ebenfalls zu Meeresfrüchten  und Fleisch.

Gefallen hat mir die Erklärung der Redewendungen rund um den Honig, aber auch die abgelichteten Briefmarken, die Bienen zeigen.

Nicht unerwähnt bleiben die  Heilungsmöglichkeiten durch Bienenprodukte, wie etwa Blütenpollen, Geleé Royale- die Speise der Königin-, mittels welcher sogar Impotenz behandelt werden kann und  der Keimkiller Propolis.

Im letzten Kapitel   werden einige bemerkenswerte Honigrezepte von Spitzenköchen vorgestellt. Sehr  gefällt mir das Dessert „ Geeister Lindenhonig-Apfel mit rosa Pfeffer“ und die „Gegrillten Garnelen mit Rettich in Sommerblütenhonig- Marinade.
Ich erlaube mir zum Abschluss meiner Rezension die Zutaten für den „Honig-Fitness-Cocktail“, eine Kreation von Holger Stromberg,  zu nennen. Wie man das Getränk zubereitet erfahren Sie auf Seite 147 des vorliegenden Buches:

2 Tl Orangenblütenhonig                                         
4 cl Aloe-Vera-Saft
1 cl Limettensaft
7 cl Maracujanektar
5 Blatt frische Minze
Eiswürfel
Orangenspirale und Minzblätter.
Man kann diesen Cocktail übrigens mit etwas Prosecco  verfeinern.
Ein Buch, das ich gerne empfehle.


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