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Samstag, 19. März 2011

Helga König: Messebericht von der Leipziger Buchmesse 2011

Wie bereits im Oktober des letzten Jahres zur Frankfurter Buchmesse möchte ich heute auf „Ein Buch lesen“ meine Eindrücke von der Leipziger Buchmesse 2011  kurz schildern. Seit einigen Tagen fällt mir das Schreiben etwas schwer, weil meine Gedanken immerfort abschweifen und bei den Menschen in Japan sind, auch jetzt, während ich schreibe, bete ich ständig: lieber Gott erspare ihnen das Schlimmste.

Mit dem ICE fuhr ich frühmorgens von Frankfurt nach Leipzig. Die Menschen, alle noch nicht wirklich wach, hatten nur Japan als Thema. Der Mann, der mir gegenüber saß, las eine Zeitung, in der auf der Titelseite in großen Lettern „Die Hölle“ zu lesen war. Schräg gegenüber von mir saß eine Kolumbianerin, mit der ich ein Gespräch über lateinamerikanische Schriftsteller begann. Wir legten den Schwerpunkt auf chilenische und argentinische Autoren. Die Zeit im Zug verging sehr rasch, später las ich einen Briefwechsel von Hannah Arendt und Joachim Fest. Das Buch trägt den Titel „Eichmann war von empörender Dummheit". Dieser Naziverbrecher hatte sich, wie man der Einleitung entnehmen kann, gegen die Wirklichkeit abgedichtet, in dem er für jede Erfahrung ein Klischee bzw. eine Sprachschablone bereithielt. Er sagte, Amtssprache sei seine Sprache. Dieser Mann dachte nicht, war nicht bereit, sich die Konsequenzen seines Tuns vorzustellen. Arendt erkennt, dass die schiere „Realitätsferne und Gedankenlosigkeit in einem mehr Unheil anrichten können, als alle die dem Menschen vielleicht innewohnenden bösen Triebe“. Dieser Satz haftet, noch immer nicht verhallt, in meinem Kopf, weil er auch auf all die Naturwissenschaftler, Techniker, Betriebswirte und Politiker passt, die willfährig mit der Atomenergie umgehen, auch sie sind von empörender Dummheit.

In Leipzig angekommen, hielt ich mich zunächst eine Weile im Bahnhof auf, trank dort einen Kaffee und versuchte mir einen Überblick über das mich beeindruckende Konzept, mit all den schönen einladenden Geschäften und Restaurants, zu verschaffen. Überall blühten unzählige Orchideen in Kübeln. Der Bahnhof sah wie ein edles Kaufhaus aus, ein Ort gepflegter Begegnungen. Welch einen Visitenkarte für eine Stadt! Wirklich sehenswert. Der Kaffee schmeckte außerordentlich gut.

Überall vernahm ich den liebevollen sächsischen Dialekt, den ich sehr mag, weil er erkennen lässt, dass der Mentalität der Menschen hier etwas Mildes, Tolerantes innewohnt.

Eine halbe Stunde benötigte die Straßenbahn bis zur Messe, dort angekommen verschaffte ich mir zunächst mittels einer Karte einen Überblick, in welchen Hallen sich einzelne Verlage befanden. Die Verlage, die mich interessierten, steuerte ich allerdings nicht gezielt an, sondern ließ alles zunächst auf mich wirken, die schöne gläserne Halle, deren Architektur mich beeindruckte, der Treppenaufgang dort, die Stände einzelner Kultursender, wie "Arte" und "3 Sat", an denen Autoren interviewt wurden. Ich las, dass Niedecken eine ¾ Stunde nach meiner Ankunft bei "3 Sat"  mit Scobel im Gespräch sein würde und entschied,  im "3 Sat"- Zelt Platz zu nehmen und auf das Ereignis zu warten. In der ersten Reihe nahm ich Platz, weil ich Bilder machen wollte, aber hauptsächlich, um mir Niedecken ganz aus der Nähe ansehen zu können.

Neben mir saß eine ältere Dame, die aus Leipzig kam. Mit ihr unterhielt ich mich während der 3/4 Stunde Wartedauer sehr angeregt. Die nette Leipzigerin kam eigentlich aus Schlesien, verbrachte ihre Kindheit in Görlitz, einem Ort, den sie mir zu besuchen empfahl. Sie studierte in den 1960ern in Leipzig Anglistik und Germanistik. Die Lieder Niedeckens hatte sie  erst nach der Wende kennengelernt, mochte dessen Texte aber ähnlich wie ich diese schätze, sofort. Sie berichtete mir von der liebevollen Art der Ur-Leipziger, die sie dazu bewogen hat, seit ihrem Studium die Stadt nicht zu verlassen, außer um zu reisen. Diese Frau war viel gereist nach der Wende, um nachzuholen, was ihr in der Jugend vorenthalten worden ist. Was verbindet die Leipziger mit den Kölnern fragte ich mich? Es ist wohl ein ähnlich toleranter, warmherziger Wesenszug, der in der jeweiligen Mundart sich durch die vielen Diminutive  ausdrückt.

Niedecken sprach über seine Biographie “Für`n Moment“,  erzählte wie das Konzept entstand, sprach über Kunst, über seine Malerei, berichtete, dass Liebeskummer ihn einst veranlasste, seinen ersten Song zu verfassen, schweifte ab, dachte an Japan, ließ Scobel reden, führte keinen Monolog, war nicht selbstdarstellerisch, sondern jeden Moment reflektiert und darauf hinweisend, dass alles, was er unternimmt, stets auch mit anderen Menschen zusammenhängt, denen er, man spürte es, wenn seine Augen leuchteten, sobald er von diesen Menschen sprach, dankbar ist für die Zusammenarbeit.

In den Hallen dann stellte ich fest, dass viele Verlage aus dem Osten ihre Bücher vorstellten, Verlage, die ich bislang nicht kannte. Das Buchprogramm der großen Verlage für dieses Frühjahr kannte ich bereits und las deshalb nur vereinzelt in neue Bücher rein. Auf Buchmessen interessieren mich vorrangig Einblicke in Kunstbände und hier kam ich durchaus auf meine Kosten. Antiquarische Bücher gab es im Rahmen der „Leipziger Antiquariatsmesse“. Dieser Teil der Messe war erstaunlich gut besucht. Ich selbst besitze nur eine Handvoll alter Bücher und habe zu solchen Büchern nur einen bedingten Zugang, weil ich immer spüre, dass der oder die vorhergehenden Besitzer etwas Unsichtbares hinterlassen haben, was mir den unbefangenen gedanklichen Austausch mit dem Autoren erschwert. In einer eigenartigen Form hat sich die Liebe oder Ablehnung des vorhergehenden Lesers im Buch eingegraben und verhindert unvoreingenommen an den Text heranzugehen. Es ist sonderbar.
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Den Top 3 Rezensenten Thorsten Wiedau traf ich kurz danach. Wir haben bereits einige Male miteinander Telefonkontakt gehabt und es war spannend, sich nun persönlich kennenzulernen. Viel Zeit zum Plaudern hatten wir nicht, doch die Zeit, in der wir Gedanken austauschten, war kurzweilig und harmonisch. Wiedau ist ein sehr höflicher Mensch, von dem nichts Aggressives, sondern zurückhaltende, unaufdringliche Freundlichkeit ausgeht. Das hat mir gefallen.


Nach dem Gespräch mit Wiedau hielt ich mich sehr lange in der Halle auf, in der Künstler und Handwerker ihre Objekte ausstellten. Entdeckt habe ich dort den Stand eines Tischlers, der Lesestühle anfertigt. Die Art des Stuhls kam mir bekannt vor. Ich habe einen ähnlichen Stuhl in Goethes Gartenhaus in Weimar gesehen und berichtete dies dem Tischler. Es war für ihn nichts Neues. Er wusste von diesem Lesestuhl. Man sitzt rittlings auf dem Stuhl und hat eine hervorragende Ablage für ein Buch oder einen Laptop, es ist auch noch genügend Platz, um eine Kaffeetasse abzustellen. Ich habe mir für interessierte Leser die Adresse der Homepage aufnotiert www.tischlerei-salau.de und den Stuhl auch abgelichtet. Zum Lesen scheint mir dieser Stuhl tatsächlich ideal zu sein. Goethe wusste, weshalb er dort den Text von Thomas Morus las und nicht ausgestreckt auf einem Diwan. Man kann sich besser konzentrieren, wenn man Texte dieser Art liest. Ein Liebesroman allerdings scheint mir eher Lektüre für die Couch zu sein.
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Interessant fand ich die Buchstützen von Bernhard Siller aus Friedberg http://www.buchstuetzen.de/. Ich habe die Buchstütze, die Heine zeigt, abgelichtet. Diese Buchstützen sind nach Zeichnungen des Künstlers als 24 cm hohe Laserdrucke auf 9mm starke Holzplatten kaschiert, mit UV Schutz versiegelt und von Hand gesägt, jeweils auf 300 Stück limitiert, wie ich mir aufnotierte, ferner nummeriert, signiert und auf eine polierte Edelstahlplatte montiert. Die Buchstützen sehen wirklich sehr originell aus. Sie haben mir  gut gefallen.



Gefallen haben mir auch die Kreationen von Ulrich Zwick  http://www.das-offene-atelier-vom-zwick.de/ aus Offenbach, die ich bislang noch nicht kannte. Interessant fand ich das Künstlerbuch, ein Unikatbuch, das mir Zwick zeigte, auch eines seiner Bilder, das ich abgelichtet habe und den netten Künstler selbst, mit dem es Freude macht, zu plaudern.


Gutenbergs alte Buchdruckmaschine und eine andere Maschine, die man im 15. Jahrhundert zur Vervielfältigung von Kupferstichen nutzte, begutachtete ich, bevor ich  gegen 17.00 Uhr den Stand des S. Fischverlages aufsuchte, dort mit einer von mir sehr geschätzten Pressefrau, die ich seit letztem Jahr persönlich kenne und mit dem Autor des Buches „Moral“, Dr. Dr. Rainer Erlinger, das ich derzeit lese, einen Espresso trank. Erlinger ist ein sehr  nachdenklicher Mensch, der völlig frei von Selbstdarstellungsallüren ist. Ich freue mich schon jetzt auf das Interview mit ihm, das wir in den nächsten Tagen wohl machen werden.

Die Nachhausefahrt war übrigens ein Glücksfall. Mein Platznachbar war in Dresden schon in den Zug eingestiegen, ein Doktorand der Physik. Wir redeten ohne Punkt und Komma von Dresden bis nach Kelsterbach, natürlich auch über die Vorgänge in Japan. Der junge Mann war sehr kritisch gegenüber dem ignoranten Verhalten älterer Generationen von Naturwissenschaftlern und sah dem, was sich in Japan zusammenbraute, alles andere als gelassen entgegen.

Die Reise nach Leipzig hat sich gelohnt. Ein Vergleich mit der „Frankfurter Buchmesse“ lässt sich nicht anstellen. Mir hat die Kommunikationsbereitschaft der Sachsen sehr gut gefallen und die Art, wie sie in neuen und in alten Büchern lasen. Daraus sprach viel Hochachtung vor Büchern generell.

Mein Blog: www.rezensionen.co

Samstag, 5. März 2011

Samstagsrezension Helga König - Von der Kunst des Lebens. Marc Chagall und der Zauber des Zirkus, Ulrich Peters

Dieses Büchlein enthält eine Fülle von Bildern des von mir sehr geschätzten Malers Marc Chagall. Ulrich Peters hat es herausgegeben, hat die Bilder, auch verschiedene Texte unterschiedlicher Autoren ausgewählt und erzählt selbst Lesenswertes über  Chagall und den Zauber des Zirkus. Anstelle eines Vorwortes hat man Gelegenheit das Gedicht „Ich liebe das Zirkusland" von diesem vielseitigen Künstler zu lesen und sich auf der Doppelseite danach eines seiner wundervollen Zirkusbilder zu erfreuen.

Peters hat in seine Texte immer wieder Gedichte, die das Zirkusleben thematisieren, eingebunden. Die meisten der Gedichte stammen von Chagall selbst und verdeutlichen, dass er auch ein hervorragender Lyriker war.

Eines dieser Gedichte möchte ich an dieser Stelle wiedergegeben, weil ich meine, dass dieses Gedicht seine Bilder am nachhaltigsten widerspiegelt.

„Akrobaten des Alltags
oder Wie wir in Balance bleiben
Ich träume, dass ich in einem Zirkus bin.
In der Ferne, um das Bett herum
galoppieren die Pferde, die Zirkusreiterinnen.
Der Clown lacht...

Die Akrobaten balancieren in Höhen.
Sie wechseln aus einer Hand in andere Hände.
Sie wechseln von einem Bein zu anderen Beinen.
Sie sind Blau und Rosa.

Mein Zirkus spielt im Himmel,
er spielt in den Wolken, zwischen den Stühlen,
er spielt sich am Fenster oder spiegelt sich am Mond.

Eine rosafarbene Akrobatin wedelt mit ihrem Fächer.
Sie ruft mich an.
Sie flüstert mir zu,
noch einmal zu leben.“

(Das zitierte Chagall-Gedicht finden Sie auf S. 27; auf S. 26 ist die rosafarbene Akrobatin als Bildausschnitt zu sehen).

Peters lässt den Leser wissen, dass Chagall sein ganzes Leben hindurch den Zirkus schätzte und deshalb auch Zirkusbilder einen zentralen Platz in seinem Werk einnehmen. Andere Künstler haben zwar auch Zirkusbilder gemalt, doch seine suggerieren, dass man mittendrin im Manegenrund sitzt und den Zirkus gewissermaßen riecht sowie die Musik hört, (vgl.: S.8 ). Man erfährt von den Erfahrungen Chagalls, die er als Kind mit Zirkusleuten machte und weshalb schon seine ersten Werke mit dem Zirkusleben in Verbindung gebracht werden können. Peters nimmt Bezug auf ein Zitat André Hellers, wenn er sagt, dass bei Chagall die Menschen fast immer und überall einen Zirkus unter dem Herzen tragen, (vgl.: S. 10) und konstatiert, dass für diesen Künstler der Zirkus ein Gleichnis war und gewissermaßen der Spiegel des Lebens schlechthin. Chagalls Vorstellung von Zirkus erschließt seine Idee vom Leben in seiner reinsten Form, (vgl.:S.11).

Im Rahmen essayhafter Betrachtungen bringt Ulrich Peters dem Leser Seite für Seite den Zirkus in seiner tiefgründigen Art immer näher. Was geschieht, wenn der Vorhang aufgeht? Dann begegnet man einer bunten Welt voller Bewegung, voll prallen Lebens, voller Poesie, Temperament und Tiefsinn. Dann auch vollzieht sich am Besucher eine Verwandlung. Dann tut sich die Welt der Wunder auf..., (vgl.: S.16). Peters erinnert an alle, die in Chagalls Bildern visualisiert sind: die Gaukler, die Akrobaten, die Trapezkünstler, die Musikanten und die Kunstreiter, (vgl.: S. 29).

Chagall malte ein Bild, das er „Der Jongleur“ nannte. Mit dem Bild will er offenbar aussagen, dass der Jongleur Macht über die Zeit hat .Peters deutet u.a. Chagalls „Die Trapezkünstlerin“ Der Künstler habe ein ein leises, sehr inniges Bild voller Andeutungen gemalt. Dieser Betrachtung schließe ich mich an. Es macht Spaß die Andeutungen zu interpretieren.

Peters schreibt in seinen Betrachtungen natürlich auch über Clowns, die Chagall immer wieder malte und zitiert auf Seite 37 ein Gedicht von Henry Miller

„Der Clown lehrt uns
wie wir über uns selbst lachen sollen.
Und dieses Lachen
wird aus Tränen geboren.“

Der Herausgeber des Büchleins definiert: “Tränen lachen können angesichts der Tücke des Objekts; angesichts der Tragik der Welt und des Lebens aber trotz der Tränen Menschen lachen zu machen ist das Geheimnis des Clowns, einerlei ob als poetischer Paradiesvogel oder polternder Tollpatsch“: »Schwäche als Stärke, Scheitern als Sieg - die Poesie des Unvollkommenen ist die Philosophie des Clowns« (M. Kupferblum), niemals aufzugeben sein Programm,“(Zitat: S. 38).

Wie man lesen kann, ist ein Clown ein guter Lehrmeister, was Resilienz anbelangt, ein Begriff, der heutzutage Hochkonjunktur hat.

Das Nachwort hat Henry Miller geschrieben. Es ist voller Poesie, wie das ganze Buch, das ich allen empfehle, die gerne träumen und die nicht verlernt haben die bunte Welt der Fantasie zu lieben.




Samstag, 22. Januar 2011

Samstagsrezension: Bauch, Beine, Po - Thorsten Tschirner

Wir nähern uns mit großen Schritten dem Frühling und möchten natürlich alle in 28er Jeans passen. Neben FDH und Joggen sind deshalb in den nächsten Wochen  Übungen für Bauch, Beine und einen knackigen Po angesagt. Dieses Büchlein ist keine große Investition aber die Ergebnisse sind beachtlich, wenn man seinen inneren Schweinhund ins Körbchen verwiesen hat und der Disziplin täglich die Ehre erweist.

In der Einleitung nimmt Tschirner zum "Warm-up" Stellung, mittels dem man sich auf das bevorstehende Work-out vorbereitet. Das  "Warm-up" erhöht die psychische und pysische Leistungsbereitschaft, weil richtig durchgeführt, die Körpertemperatur auf ideale 38,5 Grad ansteigt, Blut und Gewebeflüssigkeit dünnflüssiger werden und sämtliche Stoffwechselprozesse schneller laufen. Zudem minimiert man durch das Aufwärmen das Verletzungsrisiko. Tschirner nennt als ideale Aufwärmübungen Seilspringen, Treppensteigen, Tanzen etc.

Das "Cool-down", durchgeführt durch lockeres Gehen und leichtes Stretching, dient dazu, Körper und Geist zu entspannen. Tschirner ermahnt den Trainingswilligen in der Einleitung, stets Haltung zu bewahren. Das bedeutet bei allen Übungen auf einen geraden Rücken zu achten, das heißt konkret das Steißbein nach unten und den Scheitelpunkt nach oben, die Schulterblätter nach hinten unten und den Bauchnabel nach innen zu ziehen.

Der Bauch kann nicht nur ein attraktiver Blickfang sein, sondern er ist neben den Rückenmuskeln auch für die Stabilität unseres Rumpfkorsetts verantwortlich. Dass Beine nicht nur fit, sondern auch schön geformt sein sollen, dürfte jedem klar sein und dass man in der angestrebten 28er Jeans einen knackigen Po haben sollte, ebenfalls. Kein einziges Körperteil reagiert so schnell auf ein gutes Trainig wie der Po. Anhand von erhellenden Abbildungen lernt man den Sitz der Bauchmuskeln, der Hüftbeugemuskulatur, der Oberschenkelmuskulatur, der Wadenmuskulatur, der Schienbeinmuskulatur und der Gesäßmuskulatur kennen.

Die Übungen im Anschluss sind in solche für Einsteiger und Fortgeschrittene untergliedert. Sie werden sehr gut erklärt und jeweils bildlich dargestellt. Die Einsteigerübungen sind superleicht und ohne Anstrengung ausführbar. Seitenstütz und Seitenbeuge für Fortgeschrittene,  12x wiederholt bringt das  sehr gute Erfolge. Die Übungen schaffen einen zugegebenermaßen  anfangs allerdings etwas.

Wer joggt,  hat per se schlanke Beine, kann aber durch Tschirners Übungen noch bessere Formen bekommen. Das gilt auch für den Po. Hier eine tolle Übung für diesen Hingucker:

"Start: Vierfüßlerstand. Arme und Ellenbogenstütz, Handflächen aneinanderpressen. Ein Bein nach hinten ausstrecken und auf den Zehenspitzen aufstellen.

Ausatmen: Gestrecktes Bein anheben und Oberschenkel über Pohöhe hinausschieben. Zehenspitzen anziehen. Position 2 bis 3 Sekunden lang halten.

Einatmen: Das Bein langsam wieder absenken, jedoch nicht auf den Boden aufstellen. 25-30 mal wiederholen, dann die Seite wechseln." ( S.37)

Die Work-out-Programm in der Folge lässt Freude aufkommen. Ich empfehle,  Musik beim Training zu hören und dem inneren Schweinhund auf keinen Fall kein Gehör zu schenken.

Merke: "Disziplin ist alles".  (Das Dauermantra meiner preußischen Vorfahren :-)))

Empfehlenswert.


Samstag, 15. Januar 2011

Samstagsrezension Helga König : Weinland Nahe - Wilhelm Stiehl und Werner Hofäcker

Da ich beabsichtige, ab sofort auf meiner Rezensionsplattform http://www.rezensionen.co/ nun täglich auch Weine vorzustellen (Rezensionen zu Weinbüchern finden Sie dort auch unter der Rubrik Wein http://helga-koenig-wein.blogspot.com/, möchte ich heute auf "Ein- Buch-lesen" den Wein- und Spezialitätenführer "Weinland Nahe" von Wilhelm Stiehl und Werner Hofäcker rezensieren, von dem ich hoffe, dass er erneut aufgelegt wird. Leider gibt es nämlich über dieses Weingebiet nur wenig brauchbare Literatur. 

Ich schätze die Weine der Nahe ganz besonders und habe dort schon an vielen Weinverkostungen teilgenommen, nicht zuletzt an der großen jährlichen "VDP- Weinverkostung", die viele  Jahre hindurch ausschließlich in Bad Kreuznach stattgefunden hat.

Weinland Nahe
Die Nahe ist ein idyllisches Flußtal mit naturräumlicher Umgebung. Die erste Weinberglage im Westen ist der Schloßberg bei Martinstein und die letzte im Osten das Bingerbrücker Hildegardisbrückchen. Entlang von 60 Flußkilometern erstreckt sich  eine Rebfläche von 4650 Hektar mit rund 23 Millionen Rebstöcken, die etwa 45 Millionen Flaschen Wein einbringen. Der Weinbau spielt in der Wirtschaftsstruktur der Region eine nicht unbedeutende Rolle, denn über 50% der Dörfer gelten als reine Weinbaugemeinden. Keine andere Region in Rheinland-Pfalz übrigens ist so eng mit Kur- und Erholungstourismus verbunden.

Die Autoren berichten u.a. nach einem kleinen historischen Exkurs von der Weinmetropole Bad Kreuznach. Dort wurde die erste Kirche der Stadt einem Weinheiligen gewidmet. Bei diesem handelt es sich um den Missionar Kilian, der im 7. Jahrhundert die Franken zum Christentum bekehrte. Diese Kirche wurde  der Kontrastpunkt zum römischen Kastell. Ein kleiner textlicher Stadtspaziergang   zeigt dem Leser die schönen Ecken dieser Kurstadt, deren salzhaltige Quellen bereits die Kelten und später die Römer zu schätzen wussten.

Das Klima an der Nahe, so erfährt man, ist für Weine geradezu ideal. Das hängt mit den Einflüssen des Oberrheingrabens, sowie dem schützenden Mantel von Soonwald, Hunsrück und Pfälzer Wald zusammen. Der Leser wird über die geologische Beschaffenheit und die Landschaftsgestaltung im Buch recht gut informiert und zwar auch über das Quarzporphyrmassiv um Bad Münster und Bad Kreuznach, den 1 Kilometer langen  und 200 Meter hohen "Rotenfels". Bei ihm handelt es sich  um die höchste Felswand nördlich der Alpen.

Foto: sahradesertfox, Wikipedia
GNU-Lizenz für freie Dokumentation
In der Folge lernt man die Sehenswürdigkeiten an der Nahe kennen, unter ihnen auch das Städtchen Meisenheim, das man das "Rothenburg an der Nahe " nennt und das man unbedingt besuchen sollte, wenn man sich in die Region begibt. Besuchen sollte man auch  den "Disibodenberg".  Auf ihm findet man die Ruinen einer uralten Benediktinerabtei. Es handelt sich um eine der ältesten Klosteranlagen Deutschlands. Dort lebte u.a. der aus Irland stammende Eremit Disibod (590-671)  und später auch die berühmte Hildegard von Bingen (1098-1179).

Sehr gut werden die einzelnen Rebsorten an der Nahe näher erklärt und zu den verschiedenen Spezialitäten aus Rebe und Wein Stellung genommen, bevor man sich in Weinwanderwege und entsprechende Routenvorschläge vertiefen kann. Restaurants werden vorgestellt, darunter auch das Restaurant " Im Gütchen" in Bad Kreuznach. Dort war ich schon einige Male essen und kann den Besuch nur empfehlen. Das spätbarocke Haus ließ Andreas van Recum, der große Förderer des Naheweinbaus zu Beginn des 19. Jahrhunderts um zwei Flügel erweitern. "Im Gütchen" findet man auf der Weinkarte  Gewächse aus renommierten Betrieben, deren Genuss unvergesslich ist.  Johann Lafers Stromburg  wird natürlich auch beschrieben. Ich habe das Gourmetrestaurant dort einmal besucht und  empfehle es gerne weiter. Dass Speis und Trank dort auf hohem Niveau angesiedelt sind, muss ich nicht näher erwähnen. Die Weinkarte ist wirklich imposant. Die Autoren übertreiben in ihrer Beschreibung nicht.

Foto: Reisen aus Leidenschaft, Wikipedia
Creative Commons
Anschließend werden 151 Weinerzeuger, Weingüter, Winzergenossenschaften und Kellereien an der Nahe sehr gut thematisiert. Genannt werden immer die Anschrift, die Weinlagen des jeweiligen Erzeugers, die angebauten Rebsorten und man erhält weitere Infos zu den einzelnen Betrieben. Dazu gehören auch die Öffnungszeiten. Eines meiner Lieblingsweingüter wird auf Seite 82 beschrieben. Es befindet sich in Monzingen. "Weingut Emrich-Schönleber" ist ein hochprämiertes Weingut, dessen Rieslinge zum Niederknien gut schmecken.

In Oberhausen befindet sich das "Weingut Hermann Dönhoff", dessen Rieslinge wohl die besten unseres Landes sind. Helmut Dönhöff, der hochdekorierte Weinbauingenieur macht solch filigrane Weine, dass man bei jedem Tropfen erneut ins Erstaunen kommt, wie dererlei überhaupt möglich ist.

Bild: Johnny Chicago, Wikipedia
GNU-Lizenz für freie Dokumentation
Im "Weingut Crusius" halte ich mich auch immer wieder gerne auf. Dr. Peter Crusius, dessen Vorfahren seit 1586 in Traisen ansässig waren, hat  in Stuttgart-Hohenheim und in Geisenheim Landwirtschaft und Weinbau studiert und promovierte über "Mengen-Güte-Gesetz" Bei ihm wird durch Rebenschnitt der Durchschnittsertrag auf maximal 70 hl/ha reduziert, um die Qualität der Weine zu erhöhen. Seine Weine  zeichnen sich durch  Rasse, Eleganz und  ein hohes Lagerpotenzial aus.  Seine  Weißburgunder  trinke ich lieber als seine Rieslinge. Doch das ist Geschmackssache.

Wer an die Nahe reist, sollte sich das "Weingut-Krüger-Rumpf" nicht entgehen lassen, dessen Weine sich durch  jugendliche Frische  auszeichnen. In Stefan Rumpfs Weingut  aus dem 18. Jahrhundert gibt es eine Weinstube, die die Autoren gottlob nicht vergessen haben zu erwähnen. Diese Weinstube mit einem schönen Garten, in dem man im Sommer in idyllischer Atmosphäre draußen sitzen kann, um die Weine des Hauses zu genießen.  Alles wird genau so beschrieben, wie es auch tatsächlich ist. Einfach nur wunderschön.

In diesem Buch wird nichts übertrieben. "Weinland Nahe" ist ein grundsolider Wein- und Spezialitätenführer, den ich gerne empfehle.



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Samstag, 1. Januar 2011

Samstagsrezension Helga König : Das Buch der Tugenden- Ulrich Wickert

Ulrich Wickert hat 1995 ein sehr gutes Buch veröfffentlicht, das mittlerweile auch als Taschenbuch im Handel erhältlich ist. Dieses Buch habe ich mehrfach verschenkt, weil es eine Fülle von Textauszügen von unzähligen Philosophen, Dichtern und Schriftstellern zum Thema Ethik beinhaltet.

Mit einer Rezension zu diesem Buch möchte ich das Jahr 2011 beginnen, weil ich meine, dass es notwendiger denn je ist, sich einen Überblick über ethisches Denken im Laufe der Jahrhunderte zu verschaffen, um dessen Wert zu erkennen und zu begreifen, weshalb man tugendhaft leben sollte. Seit einiger Zeit wird seitens Personen mit betont egomanen Strukturen zynisch und geradezu vorwurfsvoll von "Gutmenschen" gesprochen, wenn Mitmenschen sich öffentlich zu ethischem Verhalten bekennen und dies auch themasieren. Stets frage ich mich, wie viel Leid Personen erfahren haben müssen, wenn sie Dritten ethisches Wollen absprechen, sowie abfällig von "Gutmenschen" reden und wie renitent sie in ihrem Leid verhaftet bleiben möchten, wenn sie das Streben nach ethisch Positivem als Farce darstellen. Solchen Menschen wünsche ich immer mehr Licht, denn ich fühle, dass sie es brauchen.

Ulrich Wickert beginnt sein Buch mit einer, seine Textauswahl erläuternden Einleitung und macht unmissverständlich klar, dass Grundvoraussetzung für ethisches Handeln tugendhafte Verhaltensmuster sind. Platon nannte vier Kardinaltugenden - Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Besonnenheit- , für das Christentum fügten Papst Gregor der Große und Thomas von Aquin die theologischen Tugenden- Glaube, Hoffnung und Liebe- hinzu. Wickert unterstreicht, was im Grunde jeder wissen sollte: "Ohne Ethik kann keine demokratische Gesellschaft bestehen."....." Eine Ethik bildet sich durch die Erkenntnis einer Gesellschaft, dass sie sich auf gemeinsame Regeln verständigen muss, weshalb sie bestimmte Verhaltensweisen und Ziele als nützlich und gut, andere aber als schädlich und schlecht bezeichnet. Inhalte von Ethik und Moral sind Werte und Tugenden."( Zitat: Wickert, S. 31)

Primärer Wert einer jeden Ethik ist die Würde des Menschen. Das ist deshalb so, weil von ihrer Respektierung jede Entscheidung zwischen Gut und Böse ausgeht. Wickert betont, dass sich die Anzahl der ethischen Werte und Tugenden auf keiner Liste abschließend aufzählen lässt. Es ist stets vom Stand der Erkenntnis und dem Zustand einer Gesellschaft abhängig, ob sich neue Werte und Tugenden entwickeln und alte sich verändern oder in ihrer Bedeutung wandeln, (vgl.: S. 32). Für ein moralisches Wertgefüge in einer demokratischen Gesellschaft ist es notwendig, dass ethische Werte nicht autoritär festgelegt werden. Durch Werte werden ideele Ziele vorgegeben, seitens der Tugenden wird das ideale Handeln bestimmt, (vgl: S. 35).

Dem Buch sind zwei Zitate vorangestellt, die ich an dieser Stelle nicht grundlos wiedergeben möchte:

"Was du nicht willst, dass man dir tu`, das füg auch keinem andern zu." (Die Goldene Regel)

"Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich dem  Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne". (Der kategorische Imperativ von Immanuel Kant)

Menschen, die kein überbordenes Ego haben, dürften bei der praktischen Umsetzung dieser Sätze kein Problem haben.

Das Buch ist untergliedert  in:

1) Tugend und Sitten, Ethik und Moral
2) Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit
3) Vernunft, Weisheit und Klugheit
4) Gerechtigkeit
5) Pflicht, Selbstverpflichtung und Verantwortung
6) Solidarität, Brüderlichkeit und Güte
7) Mut, Tapferkeit und Zivilcourage
8) Toleranz
9) Zuverlässigkeit und Treue
10) Demut und Bescheidenheit, Fleiß und Geduld

In  den Kapiteln kommen  Textauszüge von: Aristoteles, Platon, Seneca, Kant, Goethe, Schopenhauer, Nietzsche, Büchner, Camus, Spaemann, Schweitzer, Popper, Schiller, Goethe, Bloch, Kafka, Heisenberg, Pestalozzi, Marcuse, Montesquieu und vielen anderen mehr zur Sprache.

Albert Schweitzer schreibt: "Unter Humanität (Humanitas, Menschlichkeit) versteht man das wahrhaft gütige Verhalten des Menschen zum Nebenmenschen. In diesem Wort kommt zum Ausdruck, dass wir uns zu bemühen haben, gütig zu sein, nicht nur, weil ein ethisches Gebot es gebietet, sondern auch, weil solches Verhalten unserem Wesen entspricht.
Die Humanität nötigt uns, in kleinen und in großen Dingen auf unser Herz zu hören und seinen Eingebungen Folge zu leisten. Gerne möchten wir dabei stehenbleiben, nur das, was unserem vernünftigen Überlegen als gut und durchführbar vorkommt, zu tun. Aber unser Herz ist ein höherer Gebieter als unser Verstand. Es verlangt von uns zu tun, was den tiefsten Regungen unseres geistigen Wesens entspricht." (Zitat : S.127)

Ich  bin mir sicher, dass unser Herz uns Folgendes abverlangt: "Was du nicht willst, dass man dir tu`, das füg auch keinem andern zu." (Die Goldene Regel).

Wir sollten 2011 auf unser Herz hören und der Goldenen Regel Folge leisten.

Empfehlenswert.
Ihnen allen ein gutes Neues Jahr wünscht Helga König :-))


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Sonntag, 26. Dezember 2010

Helga König: Nachtrag zu Rolf Dobellis "Massimo Marini."

 Anfang Dezember habe ich Rolf Dobellis neuen Roman "Massimo Marini" rezensiert. Der Schriftsteller beginnt seinen Text mit einem Zitat aus Büchners "Woyzeck" und lässt ihn mit einem weiteren Zitat aus dem Trauerspiel des Goddelauers enden.

Büchner hat in meinem Leseleben immer einen besonderen Stellenwert eingenommen, denn ich wurde  in Wolfskehlen, dem Nachbarort von Goddelau geboren. Beide Orte gehören heute der Verbandsgemeinde Riedstadt an. Zu Riedstadt zählen des Weiteren die Gemeinden Leeheim, Crumstadt, Philippshospital und Erfelden.

Büchners Vater hatte seine erste Stelle als Arzt in Philippshospital angenommen. Er heiratete die Tochter des Hospitalverwalters Johann Georg Reuß. Einer der Nachfahren dieses Hospitalsverwalters war noch in den 1950er und 1960er Jahren Allgemeinmediziner in Wolfskehlen und ein von allen Bewohnern sehr geschätzter Hausarzt.

Auf dem Areal des Philippshospitals siedelten übrigens schon 6000 v. Chr. jungsteinzeitliche Kulturen, wie die Ergebnisse von Grabungen dokumentieren.


Die Gegend, in der Büchner das Licht der Welt erblickte, ist demnach  altes Kulturland. Der Ort Leeheim ist bereits 766 urkundlich erwähnt. In der Gemarkung Leeheims wurde an dem früheren Ort Camba 1024 der Salier Konrad II. zum deutschen König gekrönt. Büchner wird  Wolfskehlen,  den Ort, an dem ich zur Welt kam, sicher auch gekannt haben.Vielleicht hatten seine Eltern dort Freunde. Erwähnt wurde Wolfskehlen erstmals 1002. Im Gegensatz zu den anderen Orten hatte diese Gemeinde im Mittelalter Stadtrechte. Vor dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) gab es hier einige Adelshöfe und ferner zwei Burgen, deren Besitzer die Herren von Wolfskehlen waren.


Die Wirren des Dreißigjährigen Krieges führten dazu, dass Wolfkehlen geschleift wurde. Die Burgen wurden nicht mehr aufgebaut. Außer der Kirche, die später einen großen Brandschaden zu beklagen hatte, blieb von der alten Stadt Wolfkehlen nichts mehr übrig. Fast die gesamte Bevölkerung, auch die Leeheims verstarb an Pest und wurden in einem Massengrab beerdigt. Goddelau scheint von der Pest verschont worden zu sein.


In Erfelden (gegründet 779) lagerte 1631 Gustav Adolf und übernachtete im dortigen Bürgermeisterhaus. Der Schwedenkönig überschritt bei Erfelden mit seinem Heer den Rhein, um die Spanier im katholischen Mainz angreifen zu können. Von den Plünderungen und Brandschatzungen erholten sich die Gemeinden erst nach vielen Jahrzehnten, wie mir Einheimische immer wieder berichten. Ob Büchner von all dem wusste, ist mir nicht bekannt. Seine Eltern zogen 4 Jahre nach seiner Geburt nach Darmstadt um. Es ist möglich, dass bei Besuchen von Verwandten über die Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg gesprochen wurde, denn bei der einheimischen Bevölkerung ist das Leid jetzt nach mehr als 360 Jahren noch immer nicht vergessen.

Der Naturwissenschaftler, Sozialrevolutionär und Dichter Büchner kam am 17. 10 1813 als erstes Kind von Ernst Karl und Caroline Büchner, geb. Reuß zur Welt. Die Familie lebten zunächst in Goddelau in der Weidstr. 9 zur Miete (Haus siehe oben). Büchner ging in Darmstadt zur Schule und studierte in Straßburg und Gießen Medizin. 1834 gründete er in Gießen die "Gesellschaft der Menschenrechte" und schrieb das berühmte Flugblatt "Der hessische Landbote", in dem er die Ungerechtigkeiten des Fürstenstaates thematisierte. Nachdem Büchner 1834 in Darmstadt das Drama "Dantons Tod" verfasst hatte, floh er, um seiner Verhaftung zu entgehen, 1835 nach Straßburg. Im Exil promovierte er und arbeitete anschließend in Zürich als Privatdozent für "Vergleichende Anatomie". In den beiden Jahren bis zu seinem Tode am 19.Februar 1837 verfasste er dann noch die Werke "Leonce und Lena", "Lenz" und "das Fragment "Woyzeck".

Während meiner Kindheit war der Ruf Büchners bei ungebildeten Einheimischen noch immer sehr schlecht. Man unterstellte, er sei ein alkoholsüchtiger Querulant gewesen. Es war unmöglich den Menschen den wirklichen Büchner nahe zu bringen. Der Rufmord war restlos gelungen. Die Vorurteile schienen aus Granit gemeißelt zu sein. Zu Lebzeiten Büchners hatte es die Obrigkeit geschafft, indem sie die immer wieder gleichen Lügen verbreiteten, den Namen Büchner nachhaltig zu diffamieren. An den Schulen im Südried wurden seine Texte noch in den 1960ern und frühen 1970ern  nicht  gelesen. Woyzeck las ich in Darmstadt am Gymnasium und befasste mich dann intensiver an der Uni mit diesem Dichter, hocherfreut über die umfangreiche Sekundärliteratur, die  mir dort nun zur Verfügung stand.

Büchners Geburtshaus wurde über viele Jahrzehnte mehr als stiefmütterlich behandelt. Es war der Schandfleck der Gemeinde. Auf diese Weise zeigte man, dass man dem großen Dichter keinen Respekt zollen wollte. Das 1665 erbaute denkmalgeschützte Haus wurde, dank einer Initiative von Privatleuten, Unternehmen und schließlich auch der Stadt 1997, vollständig saniert. Das Haus ist heute Ausstellungsort. Skizziert wird anhand von Bildern und Dokumenten sein Lebensweg und sein Nachleben am Theater und in der Literatur. Die Bibliothek im Büchnerhaus beherbergt außerdem Literatur über den Dichter, Schriften seiner Geschwister und Freunde, Erstausgaben seiner Werke und von Künstlern gestaltete Sonderausgaben.

Büchner wurde 200 Jahre nach den Gräueltaten des Dreißigjährigen Krieges im Südried geboren. Ich bin sicher, dass die tradierten Geschichten auch seine Ohren erreichten und sein Denken beeinflusst haben. 


Unangepasste, intelligente  junge Menschen, wie Büchner hatte es zu allen Zeiten nicht leicht. In autoritären Regimen werden solche Personen verfolgt, inhaftiert, gar  ermordet oder außer Landes verwiesen. Nur in wirklichen Demokratien eröffnet man ihnen Möglichkeiten ihre Ideen einzubringen und ist bereit  sich mit ihrer Kritik auseinander zu setzen.


Büchner verstarb übrigens am 19.2.1837 in Zürich in der Schweiz an Typhus. Dass der Schweizer Rolf Dobelli an den Goddelauer Dichter erinnert, hat mich sehr gefreut.


Zu den Bilder:
1) Büchners Geburtshaus in Riedstadt-Goddelau
2) Kirche in Riedstadt- Wolfskehlen
3)  Blick auf den Altrhein in Erfelden
4) Geburtshaus von Büchners Schwester in Riedstadt-Goddelau

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Für das  Neue Jahr habe auch ich ein Zitat aus Büchners "Woyzeck" gesucht. Es lautet:

"Wozu sollen wir Menschen miteinander kämpfen? Wir sollten uns nebeneinander setzen und Ruhe haben."

Georg Büchner, "Woyzeck", 1836/37.

Samstag, 18. Dezember 2010

Samstagsrezension Helga König: Lexikon der Biblischen Irrtümer

Der Autor dieses spannend zu lesenden Buches Walter-Jörg Langbein hat evangelische Theologie studiert. Zu den Themen Religion und Bibel hat er neben diesem, eine Reihe anderer erhellender Bücher verfasst, so etwa "Das Sakrileg und die heiligen Frauen" und "Die Geheimnisse der sieben Weltreligionen".

Das Cover des vorliegenden Taschenbuches beeindruckt mich, denn es erinnert an den durch die katholische Kirche ausgelösten "Madonnen-Huren-Komplex", der in allen Jahrhunderten bis zum heutigen Tag für viel Unheil sorgte, weil man die Frau immer in zwei Wesen zu teilen suchte: in  Eva und Lilith.

Im Vorwort lässt Langbein den Leser wissen, dass unserer heutigen Bibelausgaben keine Originaltexte sind. Stattdessen handelt es sich um Übersetzungen von Übersetzungen. Aufgrund wiederholtem Übertragen von Texten von einer in die andere Sprache, haben sich umfangreiche Irrtümer eingeschlichen, so der Autor. Schon kleine Übersetzungssünden können zu gravierenden Mißverständnissen führen. Der Bibelkenner fragt: "Liegen versehentliche Irrtümer oder bewusste Verfälschungen vor?", (vgl.: S. 9 ).

Nicht alle biblischen Texte sind übrigens Originale. Mitunter gehen diese auf uralte Vorlagen zurück. Es handelt sich dann um vorbiblische Überlieferungen. Dies gilt beispielsweise für den Mythos der Erschaffung Adams oder auch für die Sintflut, (vgl.: S.11).

Walter Jörg Langbein hebt hervor, dass er nicht die Bibel angreifen will, wenn er auf biblische Irrtümer hinweist, sondern seine Informationen vielmehr als Vorraussetzung für eine Annäherung an die wirklichen Aussagen vom "Alten" und "Neuen Testament" begreift, (vgl.: S. 12).

Biblische Irrtümer gibt es im "Alten" und im "Neuen Testament". Der Autor listet 100 solcher Irrtümer auf, unter ihnen die Brudermordgeschichte von Kain und Abel, auch die Fehlinterpretation im Hinblick auf das vermeintlich generelle Verbot der Empfängnisverhütung in der Bibel. Nur an einer einzigen Stelle in der Bibel nämlich wird die Schwangerschaftsverhütung angesprochen und zwar als Onan den "Coitus interruptus" vollzieht. Er wird mit dem Tode bestraft. Wer sich also auf diese Stelle in der Bibel bezieht, müsste konsequenterweise die Todesstrafe für Empfängnisverhütung fordern, (vgl.: S.54).

Interessant liest sich, was der Autor von Lilith zu berichten weiß. Nicht Eva, sondern Lilith war Adams erste Frau. Wie er, war auch sie aus Staub und Erde geschaffen worden und entstammt demnach nicht aus einer Rippe Adams. Lilith soll auf völlige Gleichberechtigung bestanden haben und leitete ihre Rechte von ihrem identischen Ursprung ab. Adam wollte jedoch keine gleichberechtigte Partnerin, sondern eine Untergebene. Als Lilith sich selbst durch drei Engel nicht bewegen ließ, reumütig zurückzukehren, drohte Gott der selbstbewussten Lilith, dass täglich 100 ihrer Kinder sterben würden, sofern sie sich Adam nicht unterordnen würde.

Wie man in der Folge erfährt, wurde Lilith, die vormals als Übergöttin verehrt wurde und möglicherweise die personifizierte Erinnerung an eine der ältesten Göttinnen überhaupt ist, mit der Zeit zu einer verabscheuungswürdigen Hexe degradiert. Lilith, die erste Frau Adams "endete als Karikatur frauenfeindlicher sadistischer Männerphantasien auf dem Scheiterhaufen des ausgehenden Mittelalters und der blutigen Neuzeit." (Zitat: Langbein, S. 93)

Was sind Engel? Hatten sie Flügel? Hat der Engel der Weihnachtsgeschichte etwas mit dem Engel im "Alten Testament" gemein? Ist der Geburtstag von Jesus wirklich bekannt? Der Autor zeigt, wie gesagt, dass sich im Laufe der Jahrtausende eine Reihe von Fehlern in ursprüngliche Texte eingeschlichen haben und unsere Bibel mannigfaltige Widersprüche und Fehler aufweist. Verlieren, so fragt der Autor, die Aussagen der Bibel hierdurch an Wert und Glaubwürdigkeit? Langbein meint, dass man bei allen Irrtümern und Fehlern nach der zentralen Aussage der Bibel forschen müsse und konstatiert: "Die Bibel verkündet die Lehre der Nächstenliebe. Und diese frohe Kunde findet sich im "Neuen Testament" ebenso wie im "Alten Testament". "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" ist für Jesus das "höchste Gebot". Wir finden es zum Beispiel im Evangelium des Matthäus. Fast wortwörtlich steht im "Alten Testament": "Du sollst nicht Rache nehmen an den Söhnen deines Volkes, noch Groll gegen sie empfinden. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." (Zitat: Langbein, S.335)

Ein Buch, dessen höchste Priorität die Nächstenliebe ist, verliert wegen einiger kleiner Irrtümer und Fehler für alle, die das Wesentliche bereit sind zu erkennen, nichts an Wert. Das macht Walter-Jörg Langbein durch sein Buch deutlich und zeigt allen Kleinkrämern die rote Karte. "Errare humanum est". Das sollten wir nie vergessen.

Montag, 13. Dezember 2010

Helga König im Gespräch mit Rolf Dobelli zu seinem Roman "Massimo Marini"

Lieber Herr Dobelli, am vergangenen Samstag habe ich auf "Ein Buch lesen" Ihren Roman "Massimo Marini" rezensiert und möchte Ihnen heute hierzu noch einige Fragen stellen.

H.K.: Was hat Sie veranlasst, Ihren Roman "Massimo Marini" mit einer Textstelle aus Büchners "Woyzeck" zu beginnen und mit einer weiteren aus diesem Drama enden zu lassen?

R.D.: Als ich den Roman beinahe fertig geschrieben hatte, fielen mit die Parallelen zwischen den Figuren Massimo Marini und Woyzeck auf. Beide werden von ihren Frauen hintergangen. Beide werden durch "Umstände" zum Mörder. Hinzu kommt, dass durch die Lektüre von Woyzeck im jungen Massimo ein Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeit reift, die ihn an den politisch linken Rand katapultiert und zum Bruch mit seinem Vater führt. Hinzu kommt auch, dass das Zitat "Süd-Nord! Ha! Ha! Ha! ..." wunderbar in das Nord-Süd-Thema von Massimo Marini einführt. Ein Zitat, das passt, wie der Schlüssel zum Loch.

H.K.: Ihr Roman hat viele Facetten. Was motivierte Sie, über die Problematik italienischer Gastarbeiter in der Schweiz zu schreiben?

R.D.: Mir ging es um die Geschichte dieses Massimo Marini. Mir ging es nicht darum, einen politischen Roman zu schreiben. Die Immigration der Italiener in die Schweiz steht nicht im Vordergrund, sondern die Entwicklung einer Figur steht im Vordergrund. Trotzdem: ich bin der Stadt aufgewachsen mit dem grössten Ausländeranteil (und damit Italiener-Anteil) der Schweiz. Das Thema ist mir handfest bekannt.

H.K.: Was brachte Sie auf die Idee, Tunnelbaukunst , sowie Hoch-, Tief- und Untertagebau in Ihrem Roman zur Sprache zu bringen?

R.D.: Als während der Konzeption des Romanes die Figur von Massimo Marini endlich stand, war es klar, dass er als Einwanderersohn ein Bauunternehmen führen sollte. Nun hätte ich ihn Autobahnen bauen lassen können oder Einfamilienhäuschen. Doch das wäre verschossenes Pulver gewesen, wenn wir gerade in diesem Jahrzehnt in der Schweiz den längsten Tunnel der Welt bauen, den Gotthard-Basistunnel, der in perfekter Weise die Immigrationsbewegung (Nord-Süd) symbolisiert. Massimo Marini, als Gastarbeitersohn, baut einen Tunnel durch den schweizerischsten aller Schweizer Berge, den Gotthard. Er durchlöchert ihn wie ein Schweizer Käse.

H.K.: Sehr beeindruckt bin ich von Ihren Musikkenntnissen. Haben Sie spezielle Quellenstudien betrieben oder sind Cellointerpretationen eine persönliche Neigung Ihrerseits?

R.D.: Ich liebe klassische Musik und besuche seit Jahren das Lucerne Festival. Als Schüler war ich viele Jahre Platzanweiser und kam so in den Genuss von jährlich 40 klassischen Konzerten. Heute sind es ein bisschen weniger, aber die Liebe zur E-Musik ist geblieben.

H.K.: Weshalb haben Sie die Frauen um Massimo allesamt treulos dargestellt?

R.D.: Keine Ahnung. Da müsste ich mich bei einem Psychotherapeuten auf die Couch werfen, um die Antwort zu finden.

H.K.: Ihre erotischen Handlungsabläufe haben mir gefallen, weil Sie sprachlich dabei sehr subtil agierten. Was hat Sie auf die Idee gebracht, dem Leser eine 35 jährige Frau als Jungfrau zu präsentieren?

R.D.: Das waren die schwierigsten Szenen. An ihnen habe ich lange gefeilt. Wie ich dazu kam? Weil ich eine Handvoll Frauen kenne, teilweise hoch intelligente, energische, die aus verschiedenen Gründen mit 35 noch nie Sex hatten. Diese Tatsache hat mich betroffen gemacht.

H.K.: Haben Sie generell persönliche Erfahrungen in Ihren Roman eingearbeitet und wenn ja, welche?

R.D.: Diesmal viel weniger als bei meinen früheren Romanen. Hier eigentlich nur der Backdrop aus meiner Jugend, also die Gastarbeiter.

H.K.: Sie haben auch kulinarische Szenen in den Roman eingebaut. Alles deutet darauf hin, dass Sie ein Feinschmecker sind.R.D.: Nein, im Gegensatz zum Diogenes-Kollegen Martin Suter bin ich kein Feinschmecker. Ich liebe Fisch, darum kommt er im Roman vor, aber sehr elementar zubereitet: in Butter gebraten.


H.K.: Wird Ihr neuer Roman, den wir hoffentlich bald lesen dürfen, erneut primär in der Schweiz spielen?
R.D.: Der wird in Paris spielen.

Lieben Dank die Beantwortung der Fragen.

Helga König


"Rolf Dobelli studierte und promovierte an der Universität St. Gallen, arbeitete anschliessend in führenden Positionen in der Wirtschaft, etwa als Finanzchef und Geschäftsführer verschiedener Tochtergesellschaften der Swissair und veröffentlichte verschiedene Artikel zu Management-Themen in Wirtschaftszeitungen. 1999 gründete er zusammen mit Thomas Bergen und Patrick Brigger die Firma getAbstract. GetAbstract hat sich zum weltweit führenden Anbieter von Buchzusammenfassungen entwickelt. Zusammen mit Andreas Scholz von Bloomberg Television moderierte er von 2001 und 2009 die wöchentliche Fernsehsendung »Seitenweise Wirtschaft«. Seit Juli 2010 moderiert Dobelli die wöchentliche Büchersendung auf NZZ Online. Er schreibt die wöchentliche Kolumne »Klarer Denken« für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Schweizer SonntagsZeitung."

(Auszug aus Wikipedia.)


Hier die Rezension zu »Massimo Marini«

Samstag, 11. Dezember 2010

Samstagsrezension Helga König: Massimo Marini

Der Schriftsteller Rolf Dobelli (Top 10 Rezensent bei Amazon) setzt seinem Roman ein Zitat aus Georg Büchners "Woyzeck", 5. Szene voran:" "Süd-Nord! Ha! Ha! Ha!. O er ist dumm, ganz abscheulich dumm. Woyzeck, er ist ein guter Mensch, ein guter Mensch- aber er hat keine Moral! Moral ist das, wenn man moralisch ist." Nach dem Romanende folgt abermals ein Zitat aus Büchners Drama "Gut Woyzeck. Du bist ein guter Mensch, ein guter Mensch. Aber du denkst zu viel, das zehrt, du siehst immer so verhetzt aus. Der Diskurs hat mich ganz schön angegriffen. Geh`jetzt und renn nicht so; langsam, hübsch langsam die Straße hinunter."


Noch bevor ich das Buch zu lesen begann, machten mich die Zitate neugierig. Was haben diese beiden Zitate mit dem Inhalt des Buches zu tun? Gibt es Parallelen zwischen Dobellis Protagonisten und dem von Büchners Drama?

Wikipedia fasst Büchners Drama wie folgt zusammen: "Der einfache Soldat Franz Woyzeck, der seine Freundin Marie und das gemeinsame uneheliche Kind, die genau wie er am Rande der Gesellschaft leben, zu unterstützen versucht, arbeitet als Laufbursche für seinen Hauptmann. Außerdem lässt er sich von einem skrupellosen Arzt als Versuchsperson auf Erbsendiät setzen, um einen zusätzlichen Verdienst zu seinem mageren Sold zu erhalten, den er restlos an Marie (und sein Kind) abgibt. Hauptmann und Arzt nutzen Woyzeck physisch und psychisch aus und demütigen ihn in der Öffentlichkeit. Marie beginnt eine Affäre mit einem Tambourmajor. Woyzecks aufkeimender Verdacht wird durch ihm nicht freundlich gesinnte Mitmenschen geschürt, bis er Marie und den Nebenbuhler beim Tanz im Wirtshaus ertappt. Er hört Stimmen, die ihm befehlen, die treulose Marie umzubringen. Weil sein Geld für den Kauf einer Pistole nicht ausreicht, besorgt er sich ein Messer und ersticht Marie in einem Wald nahe einem See."

Noch immer hatte ich das Buch nicht zu lesen begonnen, blätterte, suchte nach einer knappen erhellenden Zusammenfassung dessen, was darüber entscheiden sollte, ob ich mich mit diesem Roman befassen werde, oder eher nicht und fand auf Seite 358 das, wonach ich suchte: "Massismos lebenslanges Experiment in Standhaftigkeit. Seine erstaunlichen Wandlungen dabei. Vom italienischen Immigrantenkind zum Züricher Gesellschaftslöwen. Vom Opernhausdemonstranten zum Opernhaussponsor. Vom Existenzphilosophen zum Bauunternehmer. Vom Tunnelbohrer zum Stradivari-Besitzer. Vom Linken zum Rechten. Vom Tiefen zum Hohen. Vom Süden zum Norden. Seine monströse Bewegung auf dem Koordinatennetz des Lebens. Und dann das Aufblitzen einer Frau, die alles zerstörte. Die Größe seines Aufstiegs und Falls. Die Chronologie der Schrecken."

Oh, dachte ich, das klingt interessant. Diesen Roman werde ich lesen.


Die Lebensgeschichte des Protagonisten Massimo Marini wird von dessen Anwalt erzählt, der von seinem Klienten fasziniert ist, weil dessen Leben alles andere als gradlinig verlaufen ist, auch weil Massimo von der Natur so viele Vorzüge geschenkt bekam- Schönheit, Intelligenz, Intellektualität, Kampfgeist, wenn es darum ging, seine Ideale oder auch einfach nur seine Ziele durchzusetzen.

Massimo ist das Kind italienischer Immigranten. Seine Kindheit in der Schweiz erlebt er in materiell schwierigen Verhältnissen. Seine fleißigen, aufstiegsbewussten Eltern schaffen es, die Schweizer Staatsbürgerschaft zu erhalten. Sein Vater macht sich alsdann als Bauunternehmer selbstständig. Massimo ist ein exzellenter Schüler- einer der besten seines Jahrgangs- , interessiert sich für Philosophie, Literatur und ist in der Schule in der Theatergruppe der Star. Mit der Rolle als Woyzeck beginnt sein Links-Rutsch. Sein Vater sieht diese Entwicklung nicht gerne, denn er möchte, dass sein Sohn, sein Unternehmen weiter- und zu noch nicht geahnten Höhen führt.

Massimo schreibt sich nach dem Abitur nicht in Architektur ein, wie er zu Hause vorgibt, sondern stattdessen heimlich in Philosophie. 1979 verlässt er Zürich, studiert ein Semester an der Sorbonne und hofft dort auf ein Wiederaufflammen von 1968. Massimo ist ein Idealist, der gegen Unrecht kämpfen möchte, der nach Sartre, Camus und Cohn-Bendit Ausschau hält und sich nach Straßenbarrikaden und Tränengas sehnt, (vgl.: S. 153). Dies alles findet er in Paris nicht und geht zurück nach Zürich, wird dort wegen der Genehmigung der kostenträchtigen Renovierung des Opernhauses aktiv, weil er die Gelder lieber in ein autonomes Jugendzentrum investiert sehen würde. Es kommt zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, er wird verhaftet. Sein Vater ist enttäuscht von ihm. Massimo geht nun nach Berlin, um sich dort in Literatur und Philosophie einzuschreiben.

Es sind nicht seine politischen Erfahrungen, die er dort sammelt, die ihn verändern, sondern es ist das private Schicksal, das hier das erste Mal zuschlägt und ihm die Frau, in die er sich verliebt hat, auf tragische Weise nimmt. Als sein Vater stirbt, er daraufhin in der Schweiz eine tatkräftige junge Mitarbeiterin im Betrieb seines Vaters heiratet, nimmt er von allem, was davor war, vermeintlich Abschied und baut mit der diplomierten Bauingenieurin die Firma seines Vaters in der Weise auf, wie dieser sich dies erwünscht hat. Massimo gibt vor, Architekt zu sein. Doch nicht darin liegt seine größte Lebenslüge, sondern im Verleugnen all dessen, was ihm einst etwas bedeutet hat.

Dass er nach 20 Jahren seine Frau wegen einer Cellistin verlässt, hängt wohl weniger mit seinem Aufstiegsbewusstsein, nun endlich zur Schweizer Oberschicht zu gehören, zusammen, wie man ihm vorwirft, sondern wohl eher mit seiner verdrängten intellektuellen Berufung. Massimo ist kein wirklicher Tunnelbauer, seine Welt ist eine geistige. Dass seine beiden Ehefrauen ihn betrogen haben, macht deutlich, dass er im Leben versagt hat und das, weil er bei allem Besitz, den er erwarb, niemals er selbst war.

Es ist erschütternd, dass alle Frauen im Buch, mit Ausnahme von Massimos Mutter, nicht treu sein können. Die Untreue der Studentin Klara und seiner Ehefrauen Monika und Julia bilden die Ursache für Massimos tragischen Lebensverlauf. Wie ist es möglich, dass ein solch schöner, intelligenter Mann im Grunde so glücklos bei Frauen ist? Hängt es damit zusammen, dass Frauen ein feines Gespür dafür haben, wenn ein Mann neben sich steht?

Die Charaktere im Buch sind sehr gut herausgearbeitet. Das trifft im besonderen Maße auch auf Julia zu, die im Alter von 35 Jahren von dem 15 jährigen Raffael, dem vermeintlichen Sohn Massimos, geschwängert wird und auch für den Anwalt, der nicht grundlos an Depressionen leidet.

Höchst interessant ist es, all die Sachinformationen zum Tunnelbau zu lesen. Hoch,- Tief- und Untertagebau war für mich bislang ein Buch mit sieben Siegeln.

Woyzeck   hat weit  mehr  mit Massimo gemeinsam als man denkt. Nicht nur, dass beide mit der Treulosigkeit von Frauen konfrontiert werden, sondern auch, dass beide in ihrer Eigentlichkeit gedemütigt werden, macht sie einander verwandt, wenn auch nicht zu Zwillingsbrüdern.

Sehr empfehlenswert.

Samstag, 4. Dezember 2010

Samstagsrezension Helga König: Der Hauptmann von Köpenick -DVD

Karl Zuckmayers Bühnenstück "Der Hauptmann von Köpenick" habe ich vor vielen Jahrzehnten in der Schule gelesen und diesbezüglich damals eine Hausarbeit angefertigt. Möglicherweise sah ich den Film bereits als Kind im Fernsehen, ich meine mich nämlich an einige Szenen erinnern zu können, speziell an jene, bei der der Schuster Wilhelm Voigt (Heinz Rühmann) als Hauptmann von Köpenick sich über seine Maskerade schier schippelig lacht.

Zum "Hauptmann von Köpenick" wurde im Grunde bereits alles gesagt und geschrieben. Ich thematisiere den Film heute auf ein "Buch lesen", weil die Quintessenz der Handlung weit über eine Kritik am preußischen Obrigkeitsstaat, auch an den Auswüchsen von Militarismus unter Wilhelm II., wie sie im Film deutlich werden, hinausgehen. Die Quintessenz ist eine Warnung vor der Hierarchiegläubigkeit, die sich seit Zeiten Kaiser Wilhelm II. kaum geändert hat. Waren es in jener Zeit der Adel und die gehobenen Beamten, wie auch die oberen Dienstgrade beim Militär, die den Menschen Erfurcht einflößten, sind es heute gekaufte oder im Internet gar gefakte Doktorentitel, mittels denen sich Menschen täuschen und zu gruppendynamischen Handlungen antreiben lassen. Insofern hat der Film in seiner dargestellten Problematik nichts an Brisanz verloren.

Die Geschichte Voigts an dieser Stelle in epischer Breite  zu erzählen, erspare ich mir, nicht zuletzt, weil man diese bei Wikipeda nachlesen kann. Rühmann spielt den Schuster, der nicht bei seinen Leisten bleibt, hervorragend. Man sieht über seine Straftaten in jungen Jahren beinahe hinweg, weil er es schafft, beim Zuschauer Mitleid zu erregen. Voigt braucht ein Dokument (einen Pass), den er auf legalem Wege nicht zugebilligt bekommt und findet als "Hauptmann von Köpenick" einen Weg, diesen zu erhalten und zwar, weil man sich über seine Gewitztheit amüsiert.

Mitleid zu erregen, durch angemaßte Titel zu täuschen und zu einem erfolgreichen Ergebnis zu gelangen, das ist die Botschaft des Films. Diese sollte man sich gut merken, um bei hinkenden Möchtegerngrafen oder- doktoren den schmutzigen Pferdefuß nicht zu übersehen, d.h. nicht auf diese Mitleid- sowie Titelmasche hereinzufallen und sich ergo nicht über den Tisch ziehen zu lassen.


Bei all dem ist freilich die harsche Kritik an der menschenverachtenden Bürokratie berechtigt, aber sie ist nicht das Hauptthema des Films, wie mir scheint.


Das Bonusmaterial enthält den Trailer, eine abgedruckte Kurzbiografie und einige Informationen zu Filmen Rühmanns. Heinz Rühmann und dessen Sohn geben dabei erhellende Interviews. Rühmann berichtet u.a., dass er ursprünglich die Rolle des Hauptmanns nicht hätte spielen sollen und zwar mit der Begründung, dass er zuvor "Charleys Tante" gespielt habe und deshalb in den Augen einiger "Ewig- Gestriger" unwürdig gewesen sei, einen Hauptmann zu mimen. Damit wird deutlich, dass zum Zeitpunkt des Drehs immer noch Menschen in den Denkstrukturen von 1906 steckten. Im Interview wird auch klar, dass es Rühmann noch in den 1950er Jahren sehr schwer hatte und in seinem Leben neben Höhen auch Tiefen erlebte. Vielleicht strahlte er deshalb so viel Herzenswärme, Milde und Nachsicht aus.

Ein toller Film. Dass die Farbqualität nicht das Niveau heutiger Filme hat, finde ich unproblematisch.





Bild: Wikipedia- de: Wilhelm Voigt, Hauptmann von Köpenick, Statue vor dem Rathaus Berlin-Köpenick



Donnerstag, 2. Dezember 2010

Helga König im Gespräch mit Lars A. Fischinger

Nachdem ich vor einigen Tagen das neue Buch mit dem Titel "Verbotene Geschichte" von Lars A. Fischinger, erschienen in der Verlagsgruppe Random House, rezensiert habe, möchte ich ein Interview mit ihm für interessierte Leser auf "Ein Buch lesen" veröffentlichen.

H.K.: Wie wird ein Coesfelder aus der Münsterländer-Region Autor? Bietet Ihre Heimat Rätselhaftes?






L.F.: Das ist eine gute Frage, denn ich wohne in einem Dorf zwischen Dülmen und Coesfeld und bin wohl der einzige Autor des Rätselhaften und Unglaublichen hier. Eine Art »schräger Vogel« der Region, der durch lokale Medienberichte immer wieder für Diskussionen sorgte und sorgt.
Als kleiner Bub interessierte ich mich schon für solche Themen. Für die Sterne, das Alte, die Vergangenheit, Aliens, UFOs, Rätselhaftes, versunkene Kulturen und alles, was irgendwie mysteriös usw. ist. Als Kleinkind erzählte mir ein älterer Verwandter sogar schon wilde – erfundene – UFO-Storys. 1989 sah ich dann eine Prä-Astronautik-Sendung am Fernsehen und stieg daraufhin umgehend in die »Szene« ein. An Erich von Däniken und seine Welt kam ich natürlich damals nicht vorbei! Damals ein weit entfernter Superstar des Mysteriösen für mich – heute ein geschätzter Kollege und Freund.
Schon 1990 begann ich dann mein erstes Buch zu schreiben. Es kam 1996 unter dem Titel »GÖTTLICHE ZEITEN« heraus und floppte wegen eines hinterhältig-betrügerischen Verlegers auf ganzer Linie, der mir aber die Freude am Schreiben und den Mut nicht nehmen konnte. Damals dachte ich: „Jetzt erst recht!“
Rätselhaft ist in meiner Region höchstens die Person Anna Katharina Emmerick, die in meinem Ort geboren wurde. Viel rätselhafter finde ich jedoch die Reaktionen der Menschen hier in meiner Umgebung auf meine Arbeit als Schriftsteller und Journalist.


H.K.: Frage: Was brachte Sie auf Ihre zum Teil umstrittenen Themen... UFOs in Gegenwart und Vergangenheit, Sekten, Geheimnisse der Welt?

L.F.: Wie gesagt: Es war 1989 das Fernsehen. Das komplexe und umfangreiche Thema Sekten – oder besser UFO-Sekten – war der Selbstmord von Heavens Gate in den USA 1996. Sie glaubten an Aliens & Co. und dass sie nach ihrem Tode in einem UFO wiedergeboren werden. Meine Beschäftigung mit dem Unfassbaren brachte mich aber im laufe der Jahre immer und immer wieder mit sektiererischen UFO-Gruppen und –Menschen in Kontakt. Mein Buch »UFO-SEKTEN« war die notwenige, persönliche Konsequenz…das 1999 erschien.

H.K.: UFOs sind nach wie vor ein heißes Eisen... Hand auf’s Herz: Ist das UFO-Phänomen real oder nur Ergebnis unseriöser Fantastereien?

L.F.: Beides! Fantasten sind OK. Aber Fantasten, die Weltbilder um das für mich reale UFO-Phänomen mit quasi Glaubensinhalten spinnen – sind zu 100 % abzulehnen! Das kann man nicht oft genug deutliche betonen! Solche Gruppen und Menschen ziehen das ganze Thema in der Öffentlichkeit in den Dreck. Ich betone aber, dass ich selber kein UFO-Forscher im Sinne von Feldforschungen bin.

H.K.: Gibt es heute wirklich noch große, ungeklärte Geheimnisse?

L.F.: OH JA! Die gibt es. Und drei Duzend davon habe ich in meinem aktuellen Buch »VERBOTENE GESCHICHTE« nachrecherchiert und dokumentiert. Die Öffentlichkeit ist blind vor diesen Themen. Kein Wunder, denn irgendwelche »Leithammel« in den Medien fabulieren gerne davon, dass es eben nichts Geheimnisvolles auf der Erde mehr gibt. Diese – das können Autoren wie ich in unseren Büchern belegen – glauben… wissen aber nicht.


H.K.: Sie berichten in Ihrem neuen Buch über eine 65 Millionen Jahre alte Kultur in Rumänien. Muss die Geschichte der Menschheit umgeschrieben werden?

L.F.: Nein! Die ganze Sache erwies sich als eine Mischung aus Phantasie und Realität, wie meine Recherchen in Rumänien ergaben. Man kann nicht immer gewinnen. Doch auch die Entzauberung mutmaßlicher Mysterien gehört eigentlich zur Arbeit eines Phänomene-Autors. Aber, wäre ich ein Verschwörungs-Fan, würde ich einfach sagen: Vor Ort wurde ich von den entsprechenden Stellen in Sachen »65 Millionen Jahre alte Tunnel« belogen. Aber das liegt mir nicht…


H.K.: Recherchieren Sie vom Schreibtisch aus... oder vor Ort?

L.F.: Beides. Vom Schreibtisch, vom Sofa, im Internet und Bibliotheken und vor Ort in aller Welt. Gespräche – die aber auch via Telefon und eMail zum Teil geführt werden können – mit den Experten vor Ort sind Pflicht bei der Arbeit an Sachbüchern.

H.K.: Was hat es mit dem Fund von Aiud auf sich?

L.F.: Wenn ich das verbindlich wüsste. Es ist ein ca. 20 Zentimeter, künstlicher »Keil« aus 94prozentigen Aluminium, der 1973 in Rumänien gefunden wurde… und der ur-ur-alt sein soll. Einige sprechen von zwei Millionen Jahren; andere von 400 Jahren. Er galt seit 1995 (erneut) als verschollen. Doch meine hartnäckigen Recherchen über Botschaften, Konsulate usw. brachten ihn 2010 wieder ans Licht. Vor Ort begutachtete ich den erstaunlichen Fund und konnte alle vorhandenen Dokumente einsehen und fotografieren. Vor Ort denken die Archäologen zum Teil sogar, dass das Objekt von Aiud außerirdisch ist. Hier liegt ein Fund, der bis heute jeglicher Erklärung standgehalten hat. Ich bleibe da am Ball – versprochen.

H.K.: Sie berichten über Dinosaurier im Dschungel Afrikas. Meinen Sie, dort könnten wirklich einige dieser Monsterwesen aus der Urzeit überlebt haben?

L.F.: Ich weiß es nicht wirklich. Es gibt auch Gegenargumente. Etwa, dass dieses Wesen Teil einer ganzen Population sein muss und es vielleicht gar nicht genug Nahrung für diese geben würde. Andererseits gibt es eine Flut an Zeugenberichten darüber, sodass ich geneigt bin, dass Wesen als real anzusehen. Beweise? Die gibt es nicht!

H.K.: Sie waren beim Papst... Konnten Sie einige Worte mit dem Heiligen Vater wechseln?

L.F.: Ja, das konnte ich. Ende 2007 lud mich der Vatikan zu einer persönlichen Audienz beim heiligen Vater ein. Grund war mein Buch »DAS WUNDER VON GUADALUPE«, was ich bei meinem Treffen mit Papst Benedikt auch dem heiligen Vater übergeben konnte. Er fand das Thema »ausgesprochen interessant« und lobte in unserem Gespräch meine Beschäftigung mit der besagten Marienerscheinung in Mexiko aus dem Jahre 1531. Die ganze Audienz dauerte nicht allzu lang, doch es beeindruckte mich, dass ich als Autor des Phantastischen vom Vatikan zu eine Papst-Treffen eingeladen wurde. Ein Bild vom Papst und mir ziert bis heute meine Wand im Wohnzimmer.

H.K: Was planen Sie für die Zukunft?

L.F: Schreiben, schreiben, schreiben – forschen, recherchieren, schreiben und schreiben… ich habe 17 weitere Sachbücher in Vorbereitung und ein Buchmanuskript ist bereits beendet. Dies liegt momentan dem Verlag vor. Sie prüfen diese Arbeit und ich hoffe auf eine Veröffentlichung. Immerhin habe ich sechs Jahre an dem Buch geschrieben. Auch erscheint 2011 mein Bestseller »HISTORIA MYSTICA« bei Heyne als Taschenbuch.
Aber es kann immer spontan mein Plan »über den Haufen geworfen« und ein anderes Buch vorgezogen werden.
Seit Sommer 2010 bin ich außerdem Autor bei Mobilebooks für die »Neue Medien« mit meiner eigenen Serie »mystery files«.

Lars, ich danke für das Gespräch.

Hier meine Rezension zu »Verbotene Geschichte« von Lars Fischinger

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