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Sonntag, 16. August 2020

552. »Paulus wurde entrückt und altindische Vimanas«

Teil 552 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Fotos 1 und 2:
Auch Paulus wurde »entrückt«
(Illustration aus einer Bibelhandschrift
um 850 n.Chr.).
(Freie künstlerische Gestaltung
der alten Vorlage!)
Von Paulus, da haben die Theologen keinen Zweifel, weiß das »Neue Testament« zu berichten, dass er »in den dritten Himmel entrückt« wurde (1). »Wie viele Himmel gibt es?« fragt Matthias Herrchen in seinem Werk »Das Buch vom Himmel« (2) und geht auf Entrückungen ein: »Eine andere vage Andeutung findet sich in Hebräer (Kapitel) 4, (Vers)14. Dort heißt es, dass unser Hohepriester Jesus die Himmel (Mehrzahl) durchschritten hat. Im Alten Testament steht das Wort für Himmel immer in der Mehrzahl.«

Wenn wir uns mit »Entrückungen« von Menschen in den Himmel (moderner ausgedrückt: Entführungen von Menschen ins All) beschäftigen, dann müssen wir uns vor Augen führen, dass die entsprechenden Texte bereits Interpretationen von wahrscheinlich sehr viel älteren Beschreibungen von mysteriösen Geschehnissen sind. Sie verraten uns Grundsätzliches, nämlich dass Menschen physisch in den Himmel (ins All?) geholt wurden.

In der Welt des »Alten Testaments« scheint die »Himmelfahrt« ein vertrautes Bild gewesen zu sein. Gott, so heißt es da, kam vom Himmel herab, wie es Moses als Augenzeuge beglaubigt: (3): »Da kam der HERR hernieder in einer Wolke und trat daselbst zu ihm. Und er rief aus den Namen des HERRN.« Und da fuhr Gott auch wieder empor in den Himmel, wie der Psalmist schreibt (4): »Gottes Wagen sind vieltausendmal tausend; der Herr ist unter ihnen, der vom Sinai ist im Heiligtum. Du bist aufgefahren zur Höhe…«

Himmelfahrten, so scheint mir, waren den Verfassern des »Alten Testaments« vertrauter als sich selbst Theologen vorstellen können. Mir scheint, dass die Autoren der Schriften des »Alten Testaments« Textfragmente aus älteren Zeitepochen übernahmen und in ihre Texte einfließen ließen, vermutlich ohne sich das Geheimnis einer »Himmelfahrt« vorstellen zu können. Offenbar haben sie diese Texte eingebaut, wenn es darum ging, die Macht und Herrlichkeit Gottes zu beschreiben.

Ich halte es für möglich, dass unbegreifbare Textfragmente dem einen oder anderen Autoren des »Alten Testaments« als besonders geeignet erschienen sind, um die Unfassbarkeit des Allmächtigen zu illustrieren. Sie wollten gewiss, dass ihre Leserinnen und Leser staunten. Das »Buch Daniel« entstand im zweiten Jahrhundert vor Christus, vermutlich während der akuten Verfolgung des Judentums durch Antiochos IV. (167–164 v. Chr.). Auch bei Daniel geht es um eine Himmelfahrt, die so fantastisch anmutete, dass sie der Autor vor über zwei Jahrtausenden nur als »Vision« für möglich und zumutbar halten konnte (5): »Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der uralt war, und wurde vor ihn gebracht.«

Das Thema »Himmelsreisen« ist bis heute nur unzulänglich erforscht. Hinweise auf solche Exkursionen gibt es ganz offensichtlich in sehr viel größerem Umfang als wir ahnen. Da gibt es zum Beispiel die »Himmelsreise der Nonne Anastasija« (6), von der »gegenwärtig mindestens vierzehn südslavische Textzeugen aus dem Zeitraum von 1380 bis 1812« existieren. Diese Texte »sind bislang nicht systematisch studiert worden, und eine Textedition fehlt noch immer«, stellt Julian Petkov fest (7). Die slavische Fassung weicht von byzantinischen Versionen ab und geht auf eine »verloren gegangene Vorlage« zurück. Gar nicht untersucht wurde, wann eine Urfassung der »Himmelsreise« entstanden sein mag, die sich ausschließlich auf die Beschreibung der Exkursion in hohe Gefilde beschränkte und nicht theologisch interpretierte. Auch scheint es keinem theologischen Wissenschaftler je in den Sinn gekommen zu sein, altslavische Texte wie »Der Kampf Michaels mit Satanael« wirklich gründlich zu erforschen.

Fotos 1 und 2:
Auch Paulus wurde »entrückt«
(Illustration aus einer Bibelhandschrift
um 850 n.Chr.).
(Freie künstlerische Gestaltung
der alten Vorlage!)
Da weigert sich Engel Satanael, sich vor dem Ur-Adam niederzuwerfen, so wie Gott das von ihm fordert. Satanaels Opposition gegen Gott wird subversiv. Satanael begnügt sich nicht mit Protest, er will so mächtig werden wie Gott selbst und verlässt mit einer eigenen Engelschar Gottes himmlisches Lager. 40.000 Dämonen schützen Satanael, der im Zentrum seines Lagers thront und eine eigene Schöpfung kreiert. Was ist gemeint, wenn der altslavische Text berichtet, Satanael habe »finstere Himmel« mit »finsteren Sternen« erschaffen? Sollte hier das Wissen um »schwarze Löcher« anklingen, das der Verfasser des altslavischen Textes nicht verstehen konnte?

»Der Kampf Michaels mit Satanael« mutet fantastisch an und bietet viel Material an, über das allenfalls spekuliert werden kann. Wir erfahren, dass Engel Michael gesandt wird, um Satanael zu bekämpfen. Es kommt zum kosmischen Kampf zwischen Michael und Satanael. Satanaels himmlisches Heer muss sich zurückziehen, Satanael allerdings ist nicht geschlagen. Michael gibt vor, sich auf Satanaels Seite zu schlagen und wird mit einem eigenen Thron für seinen vermeintlichen Verrat belohnt.

Gott selbst greift ein (8): »Auf Gottes Anordnung setzt die brennende Sonne das Reich des Antichrist in Brand, Michael wird aber durch eine unsichtbare Wolke beschützt. Beide sehen sich zum fluchtartigen Rückzug zu einem kühlen See gezwungen.« Satanael wir schließlich »mit Hilfe einer Eisdecke gefangengenommen«. Damit ist der kosmische Engelskampf nicht beendet. Satanael gelingt es, sich zu befreien. Er verfolgt Michael, der sich offenbar in himmlische Gefilde zurückzieht. Gott untersagt es Michael, Satanael zu töten.

Mich erinnern die Texte über Himmelsreisen an altindische Mythologien, die freilich sehr viel ausführlicher und konkreter über Himmelsreisen berichten.

Ende 1995 reiste ich mehrere Wochen durch Indien. Ich besuchte verschiedene Bibliotheken, in denen die »heiligen Bücher« des Landes aufbewahrt werden. Zu den interessantesten Texten gehört ohne Zweifel das »Vymaanika Shaastra«, dessen Urfassung nach Überzeugung von Gelehrten wie Professor Dr. Kumar Kanjilal (*1933) »Jahrtausende alt« sein soll.

Foto 3: Ein altindisches »Vimana« (nach Prof. Kanjilal).
Professor Dr. Kumar Kanjilal wurde im »Sanskrit College« von Kalkutta ausgebildet. Er studierte in Oxford und wurde Rektor des hoch angesehenen »Victoria College« von Coochbehar in Westbengalen. Der geachtete Wissenschaftler wurde zum Ehrenmitglied der »Asiatischen Gesellschaft« ernannt und erhielt einen Lehrstuhl an der Universität von Kalkutta. Professor Dr. Dileep Kumar Kanjilal  verfasste ein wichtiges Werk über die Flugapparate im alten Indien: »Vimana in Ancient India«.
    
Ich lernte den stets freundlichen, zierlich wirkenden Wissenschaftler von internationalem Rang erstmals anno 1979 kennen. Damals hielt er, wie auch ich, einen Vortrag auf der Weltkonferenz der »Ancient Astronaut Society« in München. Ich sprach damals über meine Arbeiten im Bereich der wortwörtlichen Übersetzung biblischer Texte.

Viele altindische Texte, so versicherte mir Prof. Kanjilal, berichten immer wieder, dass einst Götter zur Erde kamen, um die Menschen zu studieren. Um nicht aufzufallen, tarnten sie sich dabei als Menschen. Himmelsfahrzeuge,  »Vimanas« genannt,  waren nach den Berichten der alten Texte alles andere als selten. Allein in der Schilderung von Arjunas Reise durch zahlreiche himmlische Regionen und sternenreiche Gefilde des Firmaments wurden Hunderte von Himmelsschiffen gesichtet. Die Götter mit ihren riesigen Himmelsschiffen waren, so lauten uralte Überlieferungen, zumindest zeitweise verfeindet und kämpften mit fantastisch anmutenden Waffen. Klingen im Kampf zwischen Satanael und Michael, in den sich schließlich auch Gott einmischt, an kosmische Kriege vor Ewigkeiten?

Schon vor Jahrtausenden zogen riesige Weltraumstädte, sich um die eigene Achse drehend, durchs Universum. Ganze Völker mögen so die Reise in die Unendlichkeit angetreten haben. War es die Sehnsucht nach den Weiten des Alls, die die Bewohner fremder Welten die Reise antreten ließ? Oder wurden sie zu diesem Schritt gezwungen, weil ihr Heimatplanet durch eine Naturkatastrophe zu einem Atlantis des Weltalls geworden war?

Im altindischen Epos »Krsnayajuveda« wurden um 3000 v. Chr. ältere Textteile zu einem neuen Ganzen verwoben. Niemand weiß, wann die ältesten Vorlagen entstanden. Das »Krsnayajuveda« geht auf den kriegerischen Aspekt der Riesenstädte im All ein.

Mich erinnern die kosmischen Kämpfe zwischen Satanael, Michael und Gott an Kämpfe altindischer Götter, die wie Kriege im Weltall anmuten. So heißt es, dass der Sternenkrieger Rudra seine Geheimwaffe einsetzte, um andere, bis dahin als unüberwindbar geltende Weltraumstädte anderer Götter zu vernichten. Er feuerte einen mächtigen »Pfeil« ab, dem eine ganz besondere Kraft innewohnte. Sie bestand aus der »Hitze des Feuers« und den »Strahlen des Mondes«. Sollte es sich um eine reale (nukleare?) Waffe gehandelt haben? (9)

Selbst kundige Übersetzer der heiligen Sanskrittexte begehen, so Prof. Kanjilal, gravierende Fehler, wenn sie es nicht für möglich halten, dass schon vor Jahrtausenden riesige Weltraumstädte um die Erde kreisten. Prof. Kanjilal monierte, dass dann aus Kämpfen zwischen Weltraumstädten im All leicht Gefechte zwischen Städten auf der Erde werden. Übersetzer, die nichts von der Weltraumtechnologie der alten Götter wissen wollen, machen dann aus »Kämpfen in der Luft mit fliegenden Wagen« irdische »Kämpfe auf den Bergeshöhen mit Wagen«.

Foto 4: Ein weiteres altindisches Vimana
(nach Prof. Kanjilal).
Fußnoten
(1) 2. Korinther Kapitel 12, Verse 2-4, »Luther Bibel 2017«
(2) Herrchen, Matthias: »Das Buch vom Himmel«, Witten 2012, siehe Kapitel »Wie viele Himmel gibt es?«
(3) 2.Buch Mose Kapitel 34, Vers 5, »Luther Bibel 2017«
(4) Psalm 68, Vers 18 und 19, »Luther Bibel 2017«
(5) Daniel Kapitel 7, Verse 9-14, zitiert habe ich Vers 13, »Luther Bibel 2017«
(6) Petkov, Julian: »Altslavische Eschatologie: Texte und Studien zur apokalyptischen Literatur in kirchenslavischer Überlieferung«, Tübingen 2016, Seiten 246 und 247
(7) Ebenda, Seite 246, »Slavische Texte«
(8) Ebenda, Seite 298, »Die Plage der Sonne«
(9) Kanjilal, Prof. Dr. Dileep Kumar: »Vimana in Ancient India. Aeroplanes or Flying Machines in Ancient India«, Übersetzung aus dem Englischen von Julia Zimmermann, Bonn 1991, Privatdruck, Seiten 43 u. 44
Kanjilal, Prof. Dr. Dileep Kumar: »Fliegende Maschinen und Weltraumstädte im antiken Indien« in Fiebag, Johannes und Peter: »Aus den Tiefen des Alls«, Tübingen 1985, S. 127-147

Zu den Fotos
Fotos 1 und 2: Auch Paulus wurde »entrückt« (Illustration aus einer Bibelhandschrift um 850 n.Chr.). (Freie künstlerische Gestaltung der alten Vorlage!) Fotos Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Ein altindisches »Vimana« (nach Prof. Kanjilal). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Ein weiteres altindisches Vimana (nach Prof. Kanjilal). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein


553. »Paulus und die Bibliothek von Nag Hammadi«,
Teil 553 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 23. August 2020



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Sonntag, 5. November 2017

407 »Astronautengötter und ›Der Heitere Fridolin‹«

Teil  407 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Fotos 1 und 2: »Astronautengötter« aus dem Val Camonica

In grauer Vorzeit waren, so lehrt es uns die Wissenschaft, den »primitiven« Menschen Naturphänomene unbegreifliche Mysterien. Wenn es im Himmel blitzte und donnerte, dann glaubte man an das Wirken mächtiger Götter. Da polterten also die Himmlischen lautstark und schleuderten Feuerspeere. Wenn nun Besucher aus dem All mit Feuer und lautem Gebraus zur Erde kamen, dann konnten das in den Augen der vermeintlich »Primitiven« nur mächtige Götter sein. Skeptiker schlussfolgern jetzt falsch: Wenn vom Himmel hernieder fahrende Flugvehikel Feuer spien, die Erde erzittern ließen und einen infernalischen Lärm verursachten, dann waren das in Wirklichkeit Naturphänomene wie Gewitter, Erdbeben und Stürme. Und schon hat man alte Überlieferungen von kosmischen Besuchern wegerklärt.


Und wenn vor Jahrtausenden an Höhlenwänden merkwürdige Gestalten in plumpen Anzügen verewigt wurden oder als Statuen verewigt wurden, wenn tatsächlich astronautenähnliche Gestalten in harten Stein geritzt wurden, dann haben Skeptiker wieder ein erstaunliches »Gegenargument« parat. Pointiert formuliert: Weil eine steinzeitliche Gravur so aussieht wie ein Astronaut war es keiner. Die Wesen, die wie schwerelos zu schweben scheinen, die vor Jahrtausenden im norditalienischen Val Camonica immer wieder in den Stein gemeißelt wurden, die sehen eben nur so aus wie Astronauten im Raumanzug, waren aber keine.

Natürlich ist nicht alles das, wonach es auf den ersten Blick aussieht. Man darf aber keineswegs schlussfolgern, dass nichts das es, wonach es aussieht. Oder anders ausgedrückt: Eine Malerei, das ein Wesen zeigt, das einen Raumanzug zu tragen scheint – wie etwa die berühmten Ritzzeichnungen im norditalienischen Val Camonica – müssen nicht, aber können sehr wohl tatsächlich Wesen im Raumanzug zeigen. Wie schon Freud sagte: »Manchmal ist eine Zigarre einfach nur eine Zigarre.« Oder anders formuliert: Manchmal ist etwas genau das, wonach es aussieht. Etwas, was wie eine Zigarre aussieht, kann sehr wohl eine Zigarre sein. Oder etwas, was wie ein Wesen im Raumanzug aussieht, ist womöglich auch tatsächlich ein Wesen im Raumanzug und nichts anderes.

Fotos 3 und 4: »Astronauten«, scheinbar schwerelos

Ein hoher Kirchturm ist keine stilisierte Rakete, auch wenn die Ähnlichkeit unbestreitbar ist. Ein indischer Tempel freilich kann sehr wohl, das ist uralte Tradition, mit Raumfahrt in Verbindung gebracht werden. Als »vimanas« werden in Jahrtausende alten Epen die Flugvehikel der Götter bezeichnet, »vimanas« waren aber auch Tempel, als Abbildungen der Flugapparate der Götter. Wenn uralte indische Tempel Nachbildungen von Vehikeln der Astronautengötter sind, dann ist es meiner Meinung nach nur plausibel, dass es auch uralte Nachbildungen von außerirdischen Wesen in Raumanzügen gibt.

Eine Frage, die mich seit Jahrzehnten beschäftigt: Wie würden wohl »primitive« Völker vor Jahrtausenden Außerirdische in Raumanzügen beschreiben und vor allem darstellen, denen Raumfahrttechnologie wie Magie erschienen sein muss. Oder wie etwas Überirdisches, ja Göttliches. Mir kommt die apokryphe »Abrahamapokalypse« in den Sinn. Sie berichtet – wie ich meine – über Abrahams Kontakte mit »Astronautengöttern«. Zwei Fremde besuchen Jung-Abraham. Einer spricht ihn an. Abraham erschrickt (1):

»Als ich die Stimme hörte, die solche Worte sprach, da sah ich bald hierhin und bald dorthin. Nicht eines Menschen Atem war’s.« Angesichts der Fremdartigkeit seiner Besucher wird Abraham ohnmächtig: »Und so erschrak mein Geist, und meine Seele floh aus mir. Ich wurde wie ein Stein und fiel zu Boden, weil ich nicht mehr zum Stehen Kraft besaß.«

Fotos 5 und 6: In Stein gravierte »Astronautengötter«?

Schließlich erlebt Abraham auch eine Himmelsreise, die in Kapitel 5 der »Abrahamapokalypse« beschrieben wird (2): »Und es geschah bei Sonnenuntergang, da gab es Rauch wie Rauch aus einem Ofen. ... So trug er mich bis an der Feuerflammen Grenzen. Dann stiegen wir hinauf, so wie mit vielen Winden, zum Himmel, der da ob dem Firmament war.« Abraham erspäht ein Raumschiff, eine Raumstation (3): »Ich sehe in jener Höhe, die wir bestiegen, ein mächtig Licht, nicht zu beschreiben, und in dem Licht ein Feuer, darinnen eine Schar, ja eine große Schar von mächtigen Gestalten,...die Worte rufen, wie ich sie nicht kannte.«

Ist es zu spekulativ davon auszugehen, dass Abraham in jungen Jahren Astronauten von einem fremden Planeten begegnete? Offensichtlich waren die beiden Wesen, die ihn aufsuchten, menschenähnlich, aber doch keine Menschen: »Nicht eines Menschen Atem war’s.« Sie atmeten wie Menschen, waren aber keine Menschen. Es ist kein Wunder, dass Abraham ohnmächtig niedersank. Was dann folgt klingt in meinen Ohren sehr nach einer realen Begebenheit. Abraham wird zum Zubringerschiff der Fremden gebracht. Im All erspäht er eine riesige Raumstation, die sich – wie er weiter beschreibt – um die eigene Achse drehte, so an Bord künstliche Schwerkraft erzeugend.

Bei Abraham liest sich das so (4): »Der hohe Ort, worauf wir standen, bald stand er aufrecht da, bald drehte er sich abwärts.« So etwas wie eine Luke wird geöffnet (5). Abraham beobachtet, dass mal die Sterne oben, mal unten zu sehen sind (6). Genau so sieht es aus, wenn man sich in Erdnähe in einem radförmigen Riesenraumschiff befindet, das sich um die eigene Achse dreht: Mal ist die Erde unten und die Sterne befinden sich oben, mal ist es umgekehrt. Wie war es dem jungen Abraham möglich, ein Szenario zu beschreiben, das wir nur aus Science-Fiction-Filmen wie »2001 –  Odyssee im Weltraum« kennen?  Unvergesslich ist die Szene aus diesem Film-Klassiker: ein radförmiges Raumschiff dreht sich um die eigene Achse, mal sind die Sterne oben, mal unten, mal ist die Erde oben, mal unten.

Fotos 7-9: Kirchtürme, keine Raketen

 Leben überschreitet immer Grenzen: Aus dem Meer an Land, aus der Höhle in den Wald, aus dem Wald übers Gebirge, vom Strand übers Meer. Eines Tages wird der Mensch, so er sich nicht vorher selbst ausgelöscht hat, die Grenze zum All überwinden und eine kosmische Reise antreten. Kann es sein, dass Wesen auf fernen Planeten längst die Reise ins All angetreten sind? Gelangten einige von ihnen zur Erde?

Wir Bewohner von Planet Erde haben seit es Leben in primitivster Firm gibt immer wieder Grenzen überschritten. Wie reagieren wir, wenn andere so eine Grenze überwinden, die wir für unüberschreitbar hielten? Was geschieht, wenn Besucher aus dem Kosmos zur Erde kommen, wo wir doch solche Besuche für unmöglich halten? Was geschieht, wenn Küstenbewohner, die den Ozean für unüberwindbar halten, erleben, dass Schiffe von jenseits des riesigen Meeres ihr Ufer erreichen?

Was geschieht, wenn »primitive« Küstenbewohner erleben, wie ein Taucher aus den Fluten steigt und umhüllt von einem Anzug an Land kommt?

Von 1921 bis 1928 erschien im Berliner Ullstein Verlag die in jener Zeit bekannteste  aller verkauften  Kinder- und Jugendzeitungen »Der heitere Fridolin«. Ende der 50er Jahre bis 1961 erschien in Westdeutschland unter gleichem Namen wieder eine Kinderzeitschrift, die freilich mit dem Original nichts zu tun hatte. »Der heitere Fridolin« hatte einen Umfang von 16 Seiten und erschien halbmonatlich. Geboten wurden Berichte über Wissenswertes aus aller Welt, aber auch Kurzgeschichten, Rätsel, Witze, Comics  sowie Bastelanleitungen.

Foto 10: Cover 2. Februarheft 1928
Die »Nummer 1« eines Jahrgangs kam im Oktober heraus, »Nummer 26« im September des folgenden Jahres. Der 7. Und letzte Jahrgang erschien 1927/28. Im 2. Februarheft des Jahres 1928 gab es einen verblüffenden Bericht zu lesen. Geschildert wird, wie »primitive« Eingeborene reagieren, als ein mysteriöses Wesen den Fluten des Meeres entsteigt!

Fußnoten
1) Abrahamapokalypse Kapitel 10, Verse 1 und 2
2) Abrahamapokalypse Kapitel 15, Verse 1, 4 und 5
3) Abrahamapokalypse Kapitel 15, Vers 6
4) Abrahamapokalypse Kapitel 17, Vers 3
5) Abrahamapokalypse Kapitel 19, Vers 4
6) Abrahamapokalypse Kapitel 20, Vers 3


Zu den Fotos
Fotos 1 und 2: »Astronautengötter« aus dem Val Camonica. Fotos Walter-Jörg Langbein
Fotos 3 und 4: »Astronauten«, scheinbar schwerelos. Fotos Walter-Jörg Langbein
Fotos 5 und 6: In Stein gravierte »Astronautengötter«? Fotos Walter-Jörg Langbein
Fotos 7-9: Kirchtürme, keine Raketen. Fotos Walter-Jörg Langbein
     Foto 7: Kirchturm Marienkirche, Lügde. Foto Walter-Jörg Langbein
     Foto 8: Kirchturm St. Marien, Bad Segeberg. Foto Walter-Jörg Langbein
     Foto 9: Kilians-Kirche, Lügde. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 10: Cover 2. Februarheft 1928. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein

408 »Götter aus dem All?«,
Teil  408 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 12.11.2017



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Sonntag, 9. Oktober 2016

351 »Apocalypse Wow«

Teil  351 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Dürers Apokalyptische Reiter
Zu den großen Filmklassikern überhaupt zählt ohne Zweifel »Apocalypse Now« von Francis Ford Coppola aus dem Jahr 1979. Der beeindruckende und bedrückende Antikriegsfilm spielt in Vietnam. In Anspielung auf Coppolas filmisches Meisterwerk mit Marlon Brando in der Hauptrolle titelte die »Süddeutsche Zeitung« im Frühjahr 2016 (1) mit einer sensationellen Meldung: »Apokalypse Wow«. Und neben dem beeindruckenden Foto einer rot glühenden Sonnen lesen wir: »Bilder aus der Zukunft: In sechs Milliarden Jahren wird die Sonne spektakulär sterben. Bis dahin muss die Menschheit eine neue Heimat finden. Aber wo?«

Auf meiner Reise durch Indien lernte ich die uralte Philosophie des Landes kennen. Ähnlich wie die Mayas gingen die »alten Inder« von einem zyklischen Weltbild aus, von einem steten Werden, Leben und Zerfall. Das gilt im Kleinen wie im Großen. Ein Schriftkundiger erklärte mir am Tempel von Tanjore (2): »Die Geschichte der Menschheit verläuft auf unserem Heimatplaneten in Zyklen. Auf die Zerstörung folgen Wiederaufbau, Leben und Gedeihen und erneute Zerstörung.«

So ist  Göttin Kali (zu Deutsch etwa »Die Schwarze«) im Hinduismus einerseits die Gottheit des Todes und der Zerstörung, andererseits aber auch der Erneuerung. Ganz ähnlich dachten die Maya, die – wie die alten Inder – in Sachen Erde und Kosmos in Zyklen von bis zu Jahrmilliarden rechneten. Eine »Menschheit« blüht auf, gedeiht um in einer Apokalypse wieder unterzugehen, gefolgt vom Aufblühen einer neuen Menschheit. Die Kataklysmen der Maya werden in der Mythologie recht plastisch-drastisch geschildert. Eine Epoche endete in einem Feuer- und Asche-Regen. Eine Zeit der Finsternis folgte, und doch  hatten die himmlischen Götter schon den Keim neuen Lebens gesät.

Foto 2: Am Tempeltor von Tanjore
Auch unsere Sonne sei, so erfuhr ich am Tempel von Tanjore, Zyklen unterworfen, sie pulsiere – und werde eines Tages explodieren, sich ausdehnen und dann wieder in sich zusammenbrechen.

Das von der »Süddeutschen Zeitung« prognostizierte Ende der Sonne und damit der Erde ist alles andere als unfundierte Horrorspekulation. So wird sich unsere »liebe Sonne« im Alter von etwa 11,7 bis 12,3 Milliarden Jahren so weit aufblähen, dass sie die Planeten Merkur und Venus verschlingt. Die Erde wird sich in eine wahre Höllenwelt verwandeln. Die Meere verdampfen, die heute noch feste Erdkruste wird zu einem einzigen zähflüssigen Lava-Brei werden. Da die Sonne bereits etwa 4,5 Milliarden Jahre auf dem Buckel hat, wird sich das beschriebene Ende der Welt in etwa sieben Jahrmilliarden abspielen. Selbst die Jüngsten unter uns werden das wohl nicht erleben, ich mit meinen 62 Jahren schon gar nicht. Ob freilich die Menschheit wirklich ausreichend Zeit haben wird? Ich weiß es nicht. Ich fürchte, sie wird längst ausgelöscht sein, wenn die Erde sterben wird. Sie wird sich wohl sehr viel früher selbst vernichtet haben!
Schon im nicht mehr ganz so zarten Alter von 5,5 Jahrmilliarden wird die Weiterentwicklung unseres Zentralgestirns dazu führen, dass die mittlere Temperatur auf der Erde 30 Grad Celsius überschreitet. Da wird es schon recht kritisch für »höhere Lebewesen«. Das wird also »schon« in einer Jahrmilliarde geschehen.

Foto3: Die Mayas glaubten....
In zwei Milliarden Jahren wird eine mittlere Temperatur auf Erden von 100 Grad erreicht werden. Mit anderen Worten: »Schon« in zwei Milliarden Jahren wird alles Leben auf der Erde verlöschen. Selbst jenen Krebsen, die heute ganz in der Nähe von Tiefseevulkanen leben, dürfte dann das letzte Stündlein geschlagen haben. Und die halten wahrhaft höllische Temperaturen aus!
Hermann Oberth (1894-1989)  im Gespräch zu mir (3): »Die Erde ist die Kinderkrippe der Menschheit. Kinder wachsen heran und verlassen irgendwann die Krippe und erkunden die Welt!« Ich fragte zurück: »Meinen Sie, dass wir Menschen einmal unsere Erde verlassen werden?«

Prof. Oberth bejahte. »Die Menschheit kann entweder irgendwann auf der Erde umkommen, oder sie versucht, ins Weltall vorzudringen und dort zu überleben. Ein Überleben auf der Erde für ewige Zeiten wird es nicht geben!«

Andrian Kreyer wiederholt in der »Süddeutschen Zeitung« (4) in der Rubrik »Wissen« zunächst die Schlagzeilen von Seite 1: »In sechs Milliarden Jahren wir die Sonne sterben, spätestens bis dann muss die Menschheit eine neue Heimat gefunden haben.« Dann folgt ein Hinweis auf so eine »Ersatzwelt«, die freilich alles andere als paradiesisch-verlockend anmutet: »Exoplanet HD 189733b etwa ist 63 Lichtjahre entfernt und blau wie die Erde. Das Problem: Die Tagestemperaturen dort liegen bei 900 Grad Celsius, die Windgeschwindigkeiten erreichen 9.000 Kilometer pro Stunde, und es regnet Glas.«

Foto 4: ... an Zeitzyklen.

»Werden wir Menschen ins All Reisen und fremde Planeten in fremden Sonnensystemen besiedeln?«,wollte ich von Prof. Oberth wissen. Der sympathische Gelehrte, den ich erstmals als Schüler im Alter von etwa zehn Jahren besuchte, lächelte milde: »Ganz so wie in Zukunftsromanen beschrieben wird das nicht ablaufen! Die Distanzen zu den Sternen sind riesig. Auf Science-Fiction geht auch Andrian Kreyer in seinem lesenswerten Artikel ein (5): »Der Mythos vom Auszug aus der Erde wird schon längst in Hollywood-Filmen wie ›Interstellar‹ und ›The Martina‹ gepflegt. Auch wenn erst das Kepler-Weltraumteleskop der NASA, das 2009 startete, die Suche so richtig voranbrachte.«

Foto 5: Autor Langbein  in Palenque
Wer hätte das gedacht: Vor einem halben Jahrhundert spekulierte man, wie viele Sterne – also fremde Sonnen – wohl von Planeten umkreist würden. Heute vermeldet der Astronom Jason Wright (6) »1642 bestätigte und 3786 unbestätigte Planeten«. Andrian Kreyer spricht von 5428 Hoffnungsmomenten, »dass das Leben da draußen ja irgendwie weitergehen könnte«. Nun ist aber Exoplanet HD 189733b etwa 63 Lichtjahre entfernt. Er eignet sich also nicht als neue »Wohnung« für die Menschheit, in die man einfach umziehen könnte. Ist damit Projekt »Erd-Exodus« schon gescheitert, bevor es überhaupt richtig angedacht werden konnte? Die Antwort findet sich beim »Vater der Weltraumfahrt«. Hermann Oberth schrieb bereits im Jahre 1954 in seinem Werk »Menschen im Weltraum« (7):

»Da Monde und Planeten relativ unwirtlich sind, liegt der Gedanke an künstliche Wohnstätten der Menschen im Weltraum nahe. … Nun geht es um die Ansiedlung von Menschen im Weltraum selbst.« Mit anderen Worten: Ein »Exodus ins All« ist natürlich auch dann möglich, wenn der nächste Planet nach heutigen Vorstellungen unerreichbar weit entfernt ist. Auch und gerade hier gilt: Der Weg ist das Ziel. Wenn es das »Ziel« sein sollte, irgendwann in fernster Zukunft einen fernen fremden Planeten zu erreichen, dann ist schon die Reise dorthin die einzige Chance der Menschheit. Bevor Planet Erde zur tödlichen Falle wird, kann es nur eine Flucht ins All geben. Hermann Oberth: »Unsere Erde wird noch viele Jahrhunderte lang Raum genug für die Menschen haben. … Doch die Menschheit wird nicht auf diese Erde beschränkt bleiben.«

Als Raumfahrtexperte begnügte sich Prof. Hermann Oberth nicht mit vagen Spekulationen. Vielmehr legte er bereits 1954 präzise Projekte vor, betitelt »Siedlungen im Weltraum« (8). Nach Prof. Oberths konkreten Visionen werden riesige Wohnräder in die Tiefen des Alls vordringen. Diese Weltraumhabitate drehen sich um die eigene Achse, so dass ihre Bewohner nicht in der Schwerelosigkeit schweben, sondern gewohnte irdische Verhältnisse genießen können. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren Prof. Oberths »Wohnwalzen«. Noch einmal Oberth (9): »Unter einer Wohnwalze hat man sich einen Zylinder von beliebiger Länge vorzustellen, der einen Durchmesser von acht Kilometern hat. Er kann zehn Kilometer lang sein, aber auch hundert oder tausend.« Heute noch utopisch anmutende, aber keineswegs unrealistische Konzepte sehen Weltraumstädte mit Millionen von Menschen vor (10):

Foto 6: Autor Walter-Jörg Langbein im Gespräch mit Prof. Oberth

»Dr. Thomas Heppenheim, Luftfahrtingenieur am ›California Institute of Technology‹, schilderte das Leben in der Raumstation im November 1975 so: ›Das Leben in der geplanten Weltraumstadt wird nicht nur angenehmer sein als auf der Erde, sondern die Menschen werden dort alles haben, was für größtes Wachstum notwendig ist. Keine Ernte wird fehlschlagen. Die ersten 10.000 Menschen werden in Terrassenapartments mit modernstem Wohnkomfort leben. Von den Fenstern aus blicken sie auf gewölbte Erntefelder und überschauen grüne Parks. Das Leben wird angenehm und sonnig sein.‹

Die zweite Weltraumstadt könnte dann schon ganz andere Ausmaße haben. Prof. Gerard Kitchen O’Neill (1927-1992) lehrte an der ›Princeton University‹, publizierte seine fundierten Visionen in einem Buch ›Unsere Zukunft im Raum/  Energiegewinnung und Siedlung im Weltraum‹ (11).

Foto 7: Der Kalender der Azteken verlief in Zyklen

Für den Physiker O’Neill, Inhaber wichtiger Patente, ist eine Besiedlung des Universums von der Erde aus keine unsinnige Science-Fiction-Illusion, sondern realistisch, finanzierbar und auch machbar. Der Wissenschaftler entwickelte mehrere Modelle von Weltraumstädten in Röhrenform. Die größeren (Länge etwa 30 km, Durchmesser 6 km) bieten 10.000.000 (zehn Millionen!) Menschen Lebensraum. Schon in absehbarer Zukunft könnte – so postulierte Prof. O’Neill – ein erheblicher Teil der Weltbevölkerung in Weltraumstädten leben.«

Prof. Gerard Kitchen O’Neills erste Veröffentlichung erschien endlich September 1974 in »Physics Today«. Vier Jahre lang war der wissenschaftlich fundierte Aufsatz von Fachzeitschriften wie »Science« und »Scientific American« abgelehnt worden. Er hieß »The Colonization of Space« (zu Deutsch etwa »Die Kolonisation des Weltraums«). Genauso war es Prof. Hermann Oberth mit seiner ersten Arbeit zur Raumfahrt ein halbes Jahrhundert zuvor ergangen. Aber kühn erscheinende wissenschaftliche Projekte setzen sich letztlich immer durch, stets gegen den Widerstand der etablierten Schulwissenschaft.

Foto 8: Der Küstentempel von Mahabalipuram, Stich 1860

Und so können wir Menschen von Planet Erde nachts sehnsuchtsvoll in den Sternenhimmel blicken. Die Milchstraße lockt uns heute, so wie einst Ozeane unsere Vorfahren vor Jahrtausenden. Die Ozeane mögen einst als unüberwindbar angesehen worden sein. Sie wurden aber – vielleicht sehr viel früher als die Schulwissenschaft meint – überquert. Wenn wir Menschen uns nicht gegenseitig ausrotten, werden wir den Weg ins All antreten. Davon bin ich überzeugt!

Und was ich mich nicht erst seit meiner Indienreise frage? Kamen die Götter der alten Inder aus dem All, waren ihre Vimanas nichts anderes als Raumschiffe? In altindischer Dichtung wie dem Rig Veda wimmelt es nur so von Hinweisen auf eine phantastische Vergangenheit! Und die alten Tempel stellen Vimanas dar, die Flugvehikel der Götter aus dem All!

Fußnoten
1) »Süddeutsche Zeitung am Wochenende«, Titelseite, München, Samstag/ Sonntag, 23./ 24. April 2016
2) Nach meinen handschriftlichen Notizen formuliert.
3) Basierend auf meinen handschriftlichen Aufzeichnungen.
4) »Süddeutsche Zeitung am Wochenende«, Seite 38, München, Samstag/ Sonntag, 23./ 24. April 2016
5) ebenda
6) ebenda
7) Oberth, Hermann: »Menschen im Weltraum«, Düsseldorf und Wien 1954, Seite 194
8) ebenda, Seite 187
9) ebenda, Seiten 194-199
10) Langbein, Walter-Jörg Vortragsmanuskript »Unsere Zukunft liegt im All«, »A.A.S. One Day Meeting«,  Magdeburg 24.10.2009
11) O'Neill, Gerard K.: »Unsere Zukunft im Raum«, Bern und Stuttgart 1978

Foto 9: Der Küstentempel von Mahabalipuram. Stahlstich, etwa 1850

 Zu den Fotos

Foto 1: Dürers Apokalyptische Reiter. wiki commons gemeinfrei Foto 2: Am Tempeltor von Tanjore. Foto Walter-Jörg Langbein Foto 3: Die Mayas glaubten.... Foto Walter-Jörg Langbein Foto 4: ... an Zeitzyklen. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto5: Autor Langbein auf den Spuren der Mayas in Palenque.Foto Ingeborg Diekmann 
Foto 6: Autor Walter-Jörg Langbein im Gespräch mit Prof. Oberth. Foto: privat 
Foto 7: Der Kalender der Azteken verlief in Zyklen
Foto 8: Der Küstentempel von Mahabalipuram, Stich 1860. Archiv
Walter-Jörg Langbein.


»352 Kröte, Löwe, Dämonen«,
Teil  352 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 16.10.2016


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Sonntag, 14. August 2016

343 »Tempel auf dem Meeresgrund«

Teil 343 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein

Fotos 1 und 2: Der Küstentempel bei Tag und bei Nacht

Meinen ersten Besuch stattete ich Mahabalipuram bei Nacht ab. Es war nach einem glühend heißen Tag immer noch schwül warm. Doch eine sanfte nach Tang und Fisch riechende Briese machte die Temperatur erträglich. Das Meeresrauschen, die spritzende Gischt, die Sterne am pechschwarzen Himmel und der gespenstisch wirkende, mit Scheinwerfern angestrahlte Tempel direkt am Meer, all das ergab eine surreal wirkende Atmosphäre. Ich fühlte mich wie auf einen fernen, fremden Planeten versetzt, als staunender Erdenwicht, der nicht begreifen konnte, in was für eine Welt er geraten war.

Kleine Tempel – so es denn Tempel waren – aus Stein wuchsen aus dem gewachsenen Fels der Erde. Da und dort waren vage Pilger zu erkennen. Einige trugen Fackeln, andere Taschenlampen und wieder andere waren mit Öllampen ausgestattet. Manche trugen Blumen bei sich, die sie im Tempel an der Küste ablegten. Wieder andere blieben scheu vor dem Eingang stehen, blickten ins Innere des »Gotteshauses«, murmelten etwas leise vor sich hin. Beteten sie? Baten sie um Beistand einer Göttin? Bedankten sie sich bei einem Gott? Weit über 100.000.000 Göttinnen und Götter sind den Hindus Indiens bekannt.

Foto 3: Kleine Tempel wachsen aus dem Stein

Mein zweiter Besuch fand bei Tageslicht statt. Ich meinte erkennen zu können, dass der Küstentempel quasi auf einer steinernen »Landzunge« stand. Der Eindruck täuscht. Der Küstentempel war weit mehr als ein Jahrtausend den Gewalten des Meeres direkt ausgesetzt und drohte beschädigt, ja zerstört zu werden. Vermutlich hätte das sakrale Bauwerk dem Tsunami vom 26. Dezember 2004 nicht standhalten können, wenn nicht im Auftrag von Indira Gandhi rechtzeitig Schutzmaßnahmen ergriffen werden wären. Mit erheblichem technischen Aufwand wurde dem uralten Bauwerk zum Meer hin ein massiver Schutz verabreicht : Vor allem massive Wellenbrecher aus teils gewaltigen Felsbrocken und eine zusätzliche Mauer.

Foto 4: Das gigantische Steinrelief

Ich marschierte den Weg vom gigantischen Steinrelief mit der vom Himmel kommenden Göttin, vorbei an den fünf steinernen Rathas bis hin zum Küstentempel. Die Landschaft war bizarr. Aus dem staubigen Boden wölbten sich Steinstrukturen, kleine und große. Am ehesten erinnerten sie mich an die Buckel von Walen. Die Rücken der Meeressäuger freilich waren aus Stein. Aus Granit, wie man mir vor Ort versicherte.

Foto 5: Blick aufs Meer
Vom Inneren des Tempels aus blickt man auf das tosende, peitschende Meer. Da draußen, so hieß es bei meinem Besuch, ruhen sechs weitere Tempel auf dem Meeresgrund. Derlei lebende Legenden wurden gern als märchenhafte Erfindungen fantasiebegabter Menschen belächelt und abgetan. Immerhin  erhielt die Hafenstadt Mahabalipuram den Beinamen »Sieben Pagoden«, weil es sechs weitere Tempel wie den Küstentempel gegeben haben soll. Unklar ist, seit wann man von den sechs Tempeln auf dem Meeresgrund spricht. D.R. Fyson, ein Engländer, lebte lange Jahre in Madras, verfasste ein sachkundiges, fundiertes Werk über Mahabalipuram. Er schreibt (1):

»Die Überlieferung versichert, dass der Küstentempel als einzige von sieben Pagoden übrig geblieben ist, die einst eine schöne Stadt (Mahabalipuram) zierten. Es heißt, dass die Kronen der anderen Pagoden gelegentlich unter den Wellen glänzen. Nach der Legende konnte der König dank der Hilfe einer Nymphe den Hof von Indra im Himmel besuchen. Nach seiner Rückkehr (zur Erde) gelobte er, seine Stadt (Mahabalipuram) genauso prachtvoll zu gestalten. Das erweckte Indras Eifersucht und Indra stieg in einem großen Sturm herab und ließ den Ozean ansteigen und die Stadt überfluten.«

Vorsichtig formulieren Dr. Robert M. Schoch und Robert Aquinas McNally (2): »Die Stätte besteht aus großen überfluteten Strukturen, in denen manche Betrachter das Werk menschlicher Hände zu erkennen meinen. Mahabalipuram mag eine verlorene Stadt der Pyramidenbauer gewesen sein, vielleicht aber auch eine nicht richtig erkannte geologische Formation.« Dr. Schoch und McNally fordern eine gründliche wissenschaftliche Untersuchung.

Foto 6: Zentrum des Riesenreliefs

Vor (vielen?) Jahrtausenden sollen – auch in Mahabalipuram –  erste »primitive« Tempel aus Holz entstanden sein. Es mögen einfache Holzhütten gewesen sein, in denen Begräbniszeremonien abgehalten wurden. Man wechselte – wann auch immer – zum Granit als Material und legte »Höhlentempel« an.  Die Bearbeitung des harten Gesteins setzt fortgeschrittene Steinmetzkunst und entsprechende Werkzeuge voraus. Ursprünglich mögen von der Natur geschaffene Höhlen als sakrale Orte für religiöse Zeremonien genutzt worden sein. Wo es aber keine natürlichen Höhlen gab, wurden welche künstlich geschaffen. Das geschah auch in Mahabalipuram. Diese »Höhlen« waren anfangs freilich allenfalls kleine Kammern, die man in Granitbrocke hinein meißelte.

Im fünften, sechsten und siebten Jahrhundert begnügte man sich nicht mehr mit derlei Kammern. Aus Granitfelsen modellierte man kleine Tempel, die man Rathas nannte. Andere Bezeichnungen: Vimanas, Karren oder Tempelwagen. Fünf solche Rathas sind neben dem riesigen Steinrelief Hauptanziehungspunkte für einheimische Pilger wie für Touristen aus aller Welt.

Was mir schnell auffiel: Sowohl das riesige Steinrelief als auch die Rathas wurden nicht vollendet. Irgendwann müssen die Steinmetze von heute auf morgen ihr unvollendetes Werk seinem Schicksal überlassen haben. Warum?

Das Steinrelief zeigt in der Mitte, in einem von der Natur geschaffenen Felsspalt, den vom Himmel zur Erde herabströmenden Fluss. Rechts davon fallen vor allem zwei riesige Elefanten auf, die – wie auch die kleinen Elefanten darunter – sehr realistisch und naturgetreu verewigt wurden. Links vom Himmelsfluss wurde nur ein Teil der steinernen Fläche bearbeitet. Man erkennt klar, dass Vorbereitungen für das Einmeißeln weiterer Figuren getroffen wurden. Dazu kam es aber nicht. Die Arbeiten wurden – warum auch immer – abgebrochen.

Foto 7: Das Riesenrelief blieb unvollendet

Löst man den Blick von den Darstellungen von Tänzern, Zwergen, Elefanten, die zu Hunderten im Relief verewigt wurden, fällt eine fast kahle Stelle größeren Ausmaßes links vom Himmelsfluss auf. Unten, direkt links neben dem Fluss, erkennen wir die Darstellung eines Tempelchens. Davon links wurden einige wenige Tiere, wiederum sehr naturalistisch, in den Stein gemeißelt. Sie wurden allerdings zum Teil offenbar nicht vollendet. Es sieht so aus, als hätten die Künstler unvermittelt Hammer und Meißel zur Seite gelegt, um nie mehr ihr Werk fortzuführen. Und weiter links kann man erste rudimentäre Anfänge neuer Reliefbilder erkennen (Foto 8).

Foto 8: Rudimentäre Anfänge von neuen Reliefbildern

Warum wurden diverse Steinmetzarbeiten in Mahabalipuram nicht beendet? Starb der Auftraggeber? Wurde er abgesetzt? Oder ereignete sich eine Naturkatastrophe, die so gravieren war, dass alle Arbeiten an Pagoden, Tempeln und Reliefs abrupt abgebrochen wurden? Gab es dank eines gravierenden Klimawandels einen erheblichen Anstieg des Meeresspiegels, so dass sechs der sieben Pagoden von Mahabalipuram in den Fluten versanken?

Zu diesem spannenden Thema schreiben John und Mary Gribbin (3): »Die eiszeitlichen Menschen waren aber auch Küstenbewohner, die mit Sicherheit an den Rändern von Mittelmeer und Nordsee, aber auch entlang der Großen Australischen Buch und anderen Meeresufern lebten. Manche Forscher vermuten, dass die Hauptzentren dieser frühmenschlichen Besiedlungen in Gebieten lagen, die heute vollständig vom Meer überschwemmt sind. Vermutlich war der primäre Effekt von Klimawechseln und Überschwemmungen im Küstenbereich, dass die damalige Bevölkerungszahl drastisch reduziert wurde. Die katastrophalen Begleiterscheinungen dieser Geschehnisse bilden daher den Ursprung jener Legenden von der großen Flut (Sintflut), die seit Urzeiten überliefert werden. Zwischen 15.000 und 10.000 v.Chr. stieg der Meeresspiegel weltweit um mindestens 50 Meter und bis 5.000 v.Chr. hatte er weitere 40 Meter zugenommen.«

Foto 9: Waren die Inseln immer Inseln?
Das Phänomen von Bauten auf dem Meeresgrund ist bis heute viel zu wenig erforscht. Mir scheint, man hat lange Zeit so gut wie gar nicht nach versunkenen Bauwerken gesucht, weil man entsprechende Überlieferungen gern als frei erfundene Phantastereien abtat. Neuerdings aber scheint sich das Blatt zu wenden.

Ich erinnere mich sehr gern an meine Reisen nach Nan Madol, Pohnpei, Archipel der Karolinen, Föderierte Staaten von Mikronesien. Nan Madol wird als das »Venedig der Südsee« bezeichnet. Die Bezeichnung passt, heute zumindest. Da gibt es Miniinseln mit steinernen Bauten oder zumindest Ruinen, dazwischen oft schmale Wasserwege. Rund 90 künstlich geschaffene kleine Inseln trugen einst alle massive Steinbauten aus Basaltsäulen. Doch waren die Inseln immer schon Inseln?

Mein Eindruck: Der Komplex von Nan Madol bestand einst aus einem zusammenhängenden, geschlossenen Areal von mindestens 80 Hektar Größe.  Auf alle Fälle wurde der recht große Komplex wie auf dem Reißbrett geplant und gebaut. Von Anfang an wurde alles im Ganzen geplant. Zum Meer hin wurde eine massive Mauer, ebenfalls aus Basaltsäulen aufgetürmt. Offensichtlich war man sich der Gefahr bewusst. Viel geholfen hat der Schutzwall nicht. Nan Madol wurde überflutet.

Foto 10: Unterwegs auf einem der »Kanäle«

Als der Meeresspiegel stieg, wurden die Straßen zwischen den »Tempeln« zu Kanälen, die steinernen Bauten auf ihren massiven Fundamenten zu Inseln. Bei einigen der »Kanäle« konnte ich feststellen, dass sie – heute unter Wasser – gepflastert sind. Taucher beteuern: Es gibt ähnliche Bauten aus Basaltsäulen vor Nan Madol, auf dem Meeresgrund.


Foto 11: Autor Langbein unterwegs zu den Ruinen
Fußnoten

(1) Fyson, D.R.: »Mahabalipuram or Seven Pagodas«, Madras 1949, Seite 28,
Übersetzung aus dem Englischen durch Walter-Jörg Langbein
(2) Schoch, Dr. Robert M. und McNally, Robert Aquinas: »Voyages of the Pyramid Builders«, eBook-Version, Pos. 844 und Pos 845
(3) Gribbin, John und Mary: »Kinder der Eiszeit – Beeinflußt das Klima die Evolution der Menschen?«, Frankfurt am Main 1994, S. 162

Zu den Fotos

Fotos 1 und 2: Der Küstentempel bei Tag und bei Nacht. Fotos W-J.Langbein
Foto 3: Kleine Tempel wachsen aus dem Stein. Foto um 1910 entstanden. Archiv W-J.Langbein
Foto 4: Das gigantische Steinrelief. Foto wikimedia commons/  Bernard Gagnon
Foto 5: Blick aufs Meer. Foto um 1910 entstanden. Archiv W-J.Langbein
Foto 6: Zentrum des Riesenreliefs. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Das Riesenrelief blieb unvollendet. Foto wikimedia commons/  Bernard Gagnon
Foto 8: Rudimentären Anfänge von neuen Reliefbildern. Foto wikimedia commons/  Bernard Gagnon 
Foto 9: Waren die Inseln immer Inseln? Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 10: Unterwegs auf einem der »Kanäle«. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 11:  Autor Langbein unterwegs zu den Ruinen. Foto Marianne Schartner


344 »Legende aus Stein«,
Teil 344 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 21.08.2016


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Sonntag, 27. März 2016

323 »Die Stadt auf dem Meeresgrund«

Teil 323 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Der Tempel von Konarak - Raumschiff in Stein

Vorab: Gern illustriere ich meine Texte mit Fotos, die ich auf meinen Reisen aufgenommen habe. In Sachen Weltraumkriege im »Alten Indien« vor Jahrtausenden kann ich leider keine Fotos der außerirdischen Raumschiffe bieten. Science-Fiction-Fotos und Visionen künftiger Technologie müssen die Lücke schließen. Auch von der zerstörten Stadt Dvaraka liegen keine Fotos vor. Die Ruinen versanken wohl vor Jahrtausenden auf dem Meeresgrund. Aktuellere Ruinenbilder mögen die Fantasie anregen.

In Indien erlebt man extreme Kontraste. Unvorstellbar reiche Menschen logieren in Palästen, unvorstellbar arme Menschen »hausen« auf der Straße. Und die Ärmsten der Armen sehen oft glücklicher aus als so mancher wohlhabende »Otto Normalverbraucher« in unseren Breiten des Wohlstands, der doch sorgenfrei leben kann. Ist es eine tiefe Religiosität, die – zum Beispiel – armen Hindus das Leben erträglicher macht? Ist es die eigenartige Atmosphäre der zahlreichen Tempelchen und Tempel, die die Menschen besänftigt? Mich erinnerte die Atmosphäre in manchem indischen Tempel an die gewaltige Basilika der Maria von Guadalupe. Selbst wenn viele Tausende Gläubige in der Basilika versammelt sind, obwohl dann ständig viele Menschen gehen und kommen, findet man Ruhe und stille Einkehr. Und so beschaulich, wie die Atmosphäre in indischen Tempeln auch ist, viele von ihnen waren ursprünglich nichts als Nachbildungen von Vimanas, von Raumschiffen, die vor Jahrtausenden zum Alltag Indiens gehört haben müssen.

Foto 2: Cover des Magazins »Amazing Stories«,1927

Wann aber kam es zur großen Himmelsschlacht von Kuruksetra? Wann wurde der Kampf ausgefochten? Prof. Kanjilal (1): »Von den Beschreibungen her scheint  die Existenz fliegender Maschinen 1500 v.Chr. eine Realität gewesen zu sein, als die große Schlacht von Kuruksetra ausgetragen wurde.« Viele indische Gelehrte haben keinen Zweifel, dass es diesen Science-Fiction Krieg vor Jahrtausenden wirklich gegeben hat, sie diskutieren nur über das Wann. Prof. Kanjilal (2): »Gemäss einer Schule indischer Astronomen wurde der Krieg von  Kuruksetra 3102 vor Chr. geführt. Einige Puranas (3) verlegen das Datum etwa auf 1414 vor Chr. Eine weitere Gruppe von Astronomen und Chronologisten (=Zeitrechnungsforscher) verlegen das Datum des indischen Krieges auf 2449 vor Chr. Europäische Gelehrte datieren den Krieg auf etwa 1000 vor Chr. Die orthodoxen indischen Gelehrten legen die Zeit der vier Veden, der Brahamanas (4) und Upanisaden (5) zwischen 6000 und 2000 vor Christus, einige sogar in noch weiter zurück liegende Zeit. Sogar der am meisten verbindliche und scharfsinnigste westliche Gelehrte H. Jaccobi geht so weit, das Datum für das Zeitalter der Veden auf 4000 vor Chr. zu fixieren.«


Foto 3: »Krieg der Welten«, aus dem Jahr 1906

Was freilich wichtiger ist als eine absolut sichere Datierung aufs Jahr genau ist die Frage: Ist es möglich, dass in uralten »Heiligen Schriften« der Inder Ereignisse beschrieben werden, die heute nur mit riesigem Millionen-Budget und modernster Computertechnologie als Film verwirklicht werden könnten? Ist es möglich, dass vor Jahrtausenden in alten indischen Epen Weltraumschlachten mit aus heutiger Sicht utopischer Technologie ausgetragen wurden? Ist es möglich, dass derlei »Starwars« sehr viel detailreicher geschildert werden als in heutigen Werken der Science-Fiction-Literatur?

Foto 4: C. Poosamuthu Leiter der Palmblattbibliothek und ein Mitarbeiter

Im November 1995 besuchte ich mit einer kleinen Reisegruppe die berühmt-berüchtigte »Palmblattbibliothek« von C. Poosamuthu in Vaithisvarankoil (Chidambaram). Ich war, offen gesagt, mehr als enttäuscht. In meinen Augen galt das Interesse von Poosamuthu in erster Linie den Devisen von uns Touristen aus fernen Landen. Andere Teilnehmer wiederum waren allerdings sehr erstaunt über die korrekten Angaben über ihr Leben, was alles angeblich schon vor Jahrtausenden auf Palmblättern verewigt worden sein soll. So enttäuschend für mich meine Recherchen in Sachen »Palmblattbibliothek« verliefen, so erwies sich mein Besuch für mich dennoch als lohnend.

Mitarbeiter Poosamuthus lasen auf Tamil vor, was angeblich auf den Palmblättern stand. Ein weiterer Mitarbeiter des Instituts wiederum übersetzte, was vorgelesen wurde ins Englische. Da nicht alle Mitreisenden des Englischen kundig waren, fungierte ich als Dolmetscher ins Deutsche. So kam ich in Pausen mit meinem »Dolmetscherkollegen« ins Gespräch. Er schämte sich, weil er für Poosa Muthu arbeiten musste. »Ich benötige aber das Geld, um an der Universität studieren zu können!« Seine Spezialität waren uralte Handschriften aus dem Mahabharata. »Ich bin von Haus aus ein wenig pedantisch!«, erklärte mir der Student. »Beim Übersetzen habe ich immer wieder Probleme.«

Foto 5: Laser-Angriff aus dem All...

Problem welcher Art, wollte ich wissen. Nach und nach äußerte sich der junge Mann zur angesprochenen Problematik. Wenn man es zumindest für möglich hielte, dass vor Jahrtausenden Außerirdische in riesigen Raumschiffen zur Erde kamen, dann sehe man die uralten Texte in ganz anderem Licht. Dann würde man plötzlich die mit scheinbar magischen Mitteln ausgestatteten »Götter« als Astronauten erkennen, ihre riesigen Himmelswagen als Weltraumschiffe und ihre magischen Hilfsmittel als moderne Technologie, zum Beispiel als Waffen. Konkret wies mich mein Gesprächspartner auf die Schlacht zwischen Salva und den Vertretern der Yadu-Dynastie. Salva verfügte über Saubha, ein »Raumschiff«. Auf Bitten Salvas hin wurde Saubha mächtig aufgerüstet. Saubha, groß wie eine Stadt, konnte rasend schnell gewaltige Höhen erreichen. Attackiert wurde eine Stadt – so überliefern es die Jahrtausende alten Texte – namens Dvaraka. Mit herkömmlichen Mitteln hätten die Verteidiger von Dvaraka keine Chance gehabt. Doch Dvaraka hatte einen himmlischen Verbündeten, Gott Krishna mit seinem Himmelswagen, der gleißend hell wie die Sonne leuchtete.

Foto 6: »Krieg im All...«, eine Zukunftsvision

Salva schoss eine Rakete auf Dvaraka ab, Krishna antwortete mit einer – wie wir heute sagen würden – Anti-Raketen-Rakete. Salvas Raketengeschoss explodierte in der Luft, bevor es Schaden anrichten konnte. Dann attackierte Krishna Salvas Weltraumstadt. Salva reagierte verzweifelt. Er setzte allerlei »Magie« ein, um sein Raumschiff für Angreifer unsichtbar zu machen. Vergeblich. Krishna feuerte eine wahre Flut von Raketen ab, denen Salva nichts mehr entgegensetzen konnte. Salvas Raumschiff explodierte, die Wrackteile versanken im Meer.

Das »Srimad-Bhahvatam« beschreibt ausführlich die unterschiedlichen Waffen, die von Salva und Krishna eingesetzt worden sind. Es kommt nun darauf an, was der Übersetzer der Texte in eine moderne Sprache für möglich hält und was nicht. Ist es für ihn – weil nicht sein kann, was nicht sein darf – ausgeschlossen, dass vor Jahrtausenden Raketen zum Einsatz kamen, so übersetzt er »Pfeile«.


Foto 7: Ruine von Tughlaqabad Fort, New Delhi.

Dr. Shikaripura Ranganatha Rao (*1. Juli 1922 in Anandapuram, Distrikt Shimoga, †3. Januar 2013 in Bangalore, Karnataka) war ein indischer Archäologe. Er führte umfangreiche Ausgrabungen durch und machte sensationelle Entdeckungen. So gelang es ihm, die Hafenanlagen der untergegangenen Stadt Lothal zu lokalisieren. Dr. Shikaripura Ranganatha Rao machte aber ein weit wichtigere Entdeckung: Er fand Reste der zerstörten Stadt Dvaraka am Golf von Kutsch, zwischen Bombay und Karachi – auf dem Meeresgrund! Da lagen massive Steinblöcke, die eindeutig künstlich bearbeitet worden waren, tief unter dem Meeresspiegel. Da wurden Reste von Mauern ausfindig gemacht, die im rechten Winkel zueinander stehen. Da wurden die Umrisse von Gebäuden ebenso sichtbar wie von Straßen – auf dem Meeresgrund. Dr. Shikaripura Ranganatha Rao folgte den Beschreibungen vom fantastischen Krieg um Dvaraka – und  stieß auf die Überbleibsel einer – wie der führende Unterwasserarchäologe mir am Telefon versicherte – Hinweise auf »eindeutige Überbleibsel einer einst hohen Zivilisation«.

Dr. Shikaripura Ranganatha Rao schickte mir sein großformatiges Werk »The Lost City of Dvaraka« (6), das bis heute nach wie vor sträflich vernachlässigt wird. Werden doch auch heute noch speziell von europäischen Forschern altindische Epen wie das Mahabharata als reine Fantasiegebilde abgetan, so kam Dr. Rao zu einem ganz anderen Ergebnis (7). Er bewies, dass es sich beim Mahabharata-Epos um ein Geschichtswerk handelt, das als Quelle verlässlich ist. Er lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass – und darin stimmt er mit den meisten indischen Gelehrten überein – der fantastische Krieg um Dvaraka auch wirklich stattgefunden hat. Nur wann die einst blühende Stadt zerstört wurde, ist umstritten. Der Gelehrte weist auf eine Inschrift hin, die den Krieg auf das Jahr 3101 vor Chr. datiert
.
Foto 8: Gibt es solche Ruinen auf dem Meeresgrund?

»Die Wichtigkeit von Dvaraka für die Rekonstruktion der Geschichte Indiens kann gar nicht genug betont werden.«, schlussfolgert Dr. Shikaripura Ranganatha Rao (8). Und an anderer Stelle (9): »Die legendäre Stadt Dvaraka ist das bedeutsamste kulturelle Erbe unter Wasser, das erforscht und für die Nachwelt erhalten werden musste.«

Fußnoten


(1) Kanjilal, Prof. Dr. Dileep Kumar: »Vimana in Ancient India. Aeroplanes or Flying Machines in Ancient India«, Übersetzung aus dem Englischen von Julia Zimmermann, Bonn 1991, Archiv Langbein, Artikel-Nr. 1317b, Seite 116

Foto 9: Cover »The Lost City of Dvaraka«
(2) ebenda (Rechtschreibung in Zitaten habe ich nicht dem neuen Regelwerk angepasst, sondern unverändert übernommen!)
(3) »Puranas«, zu Deutsch »Alte Geschichte«, gelten als äußerst wichtige Quellen des Hinduismus. Einst soll es hunderttausende solcher Texte gegeben haben.
(4) Brahamanas sind sehr frühe Ritual- und Opfertexte des Hinduismus. Sie gehören zum »Veda-Komplex«.
(5) Upanisaden: Sammlung philosophisch-religiöser Schriften des Hinduismus.
(6) Rao, S.R. (Shikaripura Ranganatha): The Lost City of  Dvaraka,New Delhi, 1. Auflage 1999
(7) ebenda, Seiten 7-13
(8) ebenda, Seite 13 (»The importance of Dvaraka for the reconstruction of the history of India cannot be overemphasized.«)



Zu den Fotos
 

Foto 10: Cover »Marine Archaeology in India«
Foto 1 zeigt den »Sonnentempel von Konarak«. Er soll ein göttliches Himmels-Vehikel darstellen. Foto Walter-Jörg Langbein November 1996
Foto 2 zeigt ein Cover des Magazins »Amazing Stories« aus dem Jahr 1927. Es thematisiert »Krieg der Welten« als SF-Fantasie  (Foto wiki commons Frank R. Paul)

Foto 3 zeigt eine weitere SF-Fantasie zum Thema »Krieg der Welten«, aus dem Jahr 1906. (Foto gemeinfrei wiki commons)
Foto 4 zeigt Poosa Muthu von der Palmblattbibliothek und einen Mitarbeiter. Foto Walter-Jörg Langbein November 1995
Foto 5 zeigt einen Laser-Angriff aus dem All... Zukunftsprojekt. Foto United States Space Command wiki commons public domain
Foto 6: zeigt »Krieg im All...«, eine Zukunftsvision. Foto National War College, Military Image Collection wiki commons public domain
Fotos 7 und 8 zeigen die Ruinen der Festung von Fort Tughlaqabad Fort, New Delhi. Fotos Walter-Jörg Langbein November 1995

Foto 9: Cover »The Lost City of Dvaraka«
Foto 10: Cover »Marine Archaeology in India«

Siehe auch…
Rao, S.R. (Shikaripur Ranganatha) Rao: »Marine Archaeology in India«
     New Delhi 2001 

324 »John Frum und ein Gott im Dekolleté«,
Teil 324 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 03.04.2016 

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