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Sonntag, 12. November 2017

408 »Götter aus dem All?«

Teil  408 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Astronautengott aus dem Tassili
Die Region »Tassili n’Ajjer« liegt der der Sahara, im südöstlichen Algerien an der nordwestlichen Grenze des Tschadbeckens. Natürliche Erosion hat hunderte Sandsteinbögen geformt, die reichlich bizarr wirken. Man fühlt sich auf einen fremden, exotischen Planeten irgendwo in den Tiefen des Universums versetzt.

Auf den ersten Blick muten sie noch fremdartig an, die prähistorischen Malereien , die – nach der Thermoluminiszenzdatierung – vor 9.000 bis 10.000 Jahren entstanden. Weltweit bekannt wurden die Kunstwerke aus grauer Vergangenheit vor allem durch Henri Lhote (*1903, †1991).

Henri Lhote nannte einen fast sechs Meter hohen Riesen, den vorzeitliche Künstler vor vielen Jahrtausenden an eine Felswand gemalt hatten, »großer Marsgott«. Der heutige Betrachter, dem Menschen im Raumanzug vertraut sind, erkennt leicht einen Außerirdischen im Raumanzug. Die riesenhafte Gestalt wirkt massig und plump. Sie scheint tatsächlich so etwas wie Helm und Schutzanzug zu tragen. Sollte das Wesen tatsächlich so ausgesehen haben, wie es einst verewigt wurde? Tatsächlich vermochten die Künstler sehr realistische, naturgetreue Bilder etwa von Elefanten, Giraffen und Krokodilen zu schaffen. Mangelnde künstlerische Fähigkeiten können es also nicht gewesen sein, die den »großen Marsgott« sowie einen »Astronautengott« aussehen lassen. Sollten also vor rund 9.000 bis 10.000 Jahren Außerirdische die Sahara besucht haben?

Foto 2: Alte Jugendzeitschrift
Wieder einmal stellt sich die zentrale Frage: Wie mögen Menschen vor Jahrtausenden Wesen in Raumanzügen gesehen haben? Etwa als Götter? In der 2. Februarausgabe des Jahres 1928 vermeldet die Jugendzeitschrift »Der heitere Fridolin« eine Begegnung, die nachdenklich stimmen muss. Da tauchte aus den Fluten des Meeres eine Kreatur auf, menschenähnlich zwar, aber in den Augen der Augenzeugen doch viel mehr, ein Meeresgott! 

Die Titelgeschichte (Foto 2) ist der unheimlichen Begegnung gewidmet. Gleich zu Beginn erfahren wir, was da geschehen sein soll (1):

»Vor einiger Zeit hatten sich die Eingeborenen an der Nordspitze Australiens zu einer neuen Gottheit bekannt, die aus dem Meer zu ihnen gekommen war. Dieses höhere Wesen war ein Taucher, ein Perlenfischer, der sich auf dem Meeresboden verirrt hatte und höchst verwundert war, als sich die Eingeborenen vor ihm auf den Boden fielen und ihm als Versöhnungsgabe heilige Perlen überreichten.«

Sehr »göttlich« verhielt sich der Mann freilich nicht, wie der Bericht weiter vermeldet (2): »Am nächsten Tage bereits machte sich der überraschte Perlenfischer unter Zurücklassung seiner schweren Taucherausrüstung aus dem Staub. Mit ihm verschwanden auch die kostbaren großen Perlen, die die Eingeborenen aus der Strohhütte der Medizinmänner entwendet hatten. Die Medizinmänner wetterten fürchterlich und stellten seitdem die Taucherausrüstung vor ihre Hütte, um in Zukunft vor derartigen Besuchen der Meeresgötter geschützt zu sein und die Eingeborenen zu schrecken.« Soweit der Bericht aus dem Jahr 1928.

Foto 3: Detail des Covers (siehe Foto 2)
Auch wenn die Angaben – zum Ort des Geschehens wie zum Zeitpunkt des seltsamen Ereignisses – recht ungenau sind, so bestätigen sie doch Bekanntes: Vertreter einer technisch höher entwickelten Zivilisation wurden in der Südsee gern als »Götter« verehrt, wie zum Beispiel der mythologische »John Frum«. Wer aber war dieser noch heute verehrte John Frum? Einheimische, die ich befragte, erklärten mir übereinstimmend: John Frum ist »ein göttlicher Sohn«, der aus der Fremde, aus der Ferne kam. Er war ein Messias-Wesen, eine göttliche Gestalt, die einst zu den Menschen von Tanna kam. John Frum beschenkte die Menschen reich, um irgendwann wieder zu entschwinden. Er werde aber, so habe John Frum versprochen, dereinst wieder kommen und den Menschen von Tanna eine paradiesische Zeit bescheren.

Ich wiederhole meine Frage: Wer war  dieser John Frum? Oder: Wer ist John Frum? Die John-Frum-Feierlichkeiten verlaufen jedes Jahr recht militärisch. Männer-Gruppen marschieren im Gleichschritt, mit geschulterten Fahnen und Holzstangen. Sie haben ganz und gar nichts Tänzerisches an sich. Sie wirken vielmehr kriegerisch-militärisch. Manche scheinen sich dabei um einen grimmig-ernsten Gesichtsausdruck zu bemühen. Alkohol trinken sie keinen. Und so klappt es mit geradezu preußisch exaktem Gleichschritt.

Das Rätsel ist schon lange keines mehr. Die John-Frum-Anhänger imitieren US-Soldaten. Warum? Um 1940 wurden in der Südsee, wohl auch auf Tanna, amerikanische Soldaten stationiert. Die Fremden zeigten sich den Einheimischen gegenüber freundlich. Sie beschenkten sie reichlich. Die Einheimischen nahmen die Gaben – vom Kaugummi bis zur Konservendose – gern entgegen. Und sie staunten nicht wenig über die scheinbare Allmacht dieser Besucher. Kamen sie nicht mit metallenen Vögeln vom Himmel? Offenbar verfügten sie über Zauberkräfte! Ohne Magie kann kein Mensch fliegen. Und ohne Zauber konnte niemand aus den Leibern dieser künstlichen Vögel unerschöpfliche Mengen an kostbarem Frachtgut zu Tage fördern.

Foto 4: Sie marschieren für John Frum

Die Verständigung zwischen den Einheimischen und den amerikanischen Soldaten erfolgte in erster Linie über Zeichensprache. Man redete mit Händen und Füßen. Und die amerikanischen Soldaten stellten sich immer wieder vor.. »I’m John from America!« mag so mancher GI verkündet haben, denn der Vorname John ist sehr häufig. »I’m John from Idaho!« mag ein GI verkündet haben, »I’m John From Michigan« ein anderer. Und so hörten die Einheimischen immer wieder »John from ...«. Also verpassten sie den Besuchern aus einer fremden Welt den Namen »John from«, woraus schließlich »John Frum« wurde.

Foto 5: Groß und Klein marschieren
»John Frum« marschierte mit geschultertem Gewehr. John Frum trug Uniform. Auf dieser Uniform standen Zeichen, Buchstaben: »USA«. Die Einheimischen imitieren seither die amerikanischen Soldaten, indem sie »uniformiert« mit Holzstöcken über der Schulter auf und ab marschieren. Und sie schreiben sich »USA« auf Brust oder Rücken: große wie kleine John-Frum-Anhänger tragen stolz auf nackter Haut die goldenen Lettern »USA«.

Die Bewohner von Tanna und anderen Südseeinseln kombinierten: Einst wurden sie von einem scheinbar allmächtigen göttlichen Wesen besucht. Dieses Wesen kam vom Himmel und konnte zaubern. Sehr mächtig schienen auch die amerikanischen Soldaten mit ihren Flugzeugen und Waffen zu sein.

Also - und das ist erwiesen, keine Fiktion! - identifizierten die Insulaner die amerikanischen GIs mit göttlichen Wesen. Solche Wesen waren in grauer Vorzeit erschienen, waren wieder entschwunden, aber nicht ohne zu versprechen, dereinst wieder vom Himmel zu kommen. So wurden aus schlichten Gis himmlische Wesen, so entstand der religiöse Kult um »John Frum«.

Zurück zum Bericht aus dem Jahr 1928. Ein Taucher – so heißt es da – entstieg den Fluten und wurde als »Meeresgott« reich beschenkt. Der Mann klärte den Irrtum nicht auf, sondern machte sich mit den kostbaren Geschenken aus dem Staub. Und der Taucheranzug, vom falschen »Meeresgott« hinterlassen, soll so etwas wie ein abschreckender Zauber geworden sein.

Foto 6: Er leitete die Frum-Feier
Wir wissen also, wie Menschen etwa aus Naturvölkern auf die Begegnung mit ihnen unbegreiflicher Technologie reagieren. Sir Arthur Charles Clarke (*1917, †2008), britischer Physiker und als Science-Fiction-Autor weltberühmt, veröffentlichte 1962 einen Essay über die »Gefahren und Risiken der Prophezeiung« (3). Sir Arthur Charles Clarke postulierte in seinem Aufsatz: »Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.«

Demnach erscheint ein Vertreter einer weit entwickelten Technologie einem Mitglied eines Naturvolkes wie ein göttliches Wesen, das über magische Kräfte verfügt. Eine solche Konfrontation wird von uns akzeptiert, solange wir zu den technologisch haushoch Überlegenen zählen. Wir sind stolz auf unsere Fortschrittlichkeit, wir sehen uns je nach Glauben als »Krone der Schöpfung« oder der Evolution. Der Gott des »Alten Testaments« fordert: »Du sollst keine andere Götter haben neben mir!« Viele Zeitgenossen sehen sich als ungläubig, nur dem Verstand, nur der Logik verpflichtet. Sie wollen aber – ähnlich wie der Bibel-Gott Jahwe – keine anderen intelligenzbegabten Wesen neben sich im Universum dulden. Logisch ist das nicht, sondern eine moderne Form des Aberglaubens.

Wenn es um die Begegnung zwischen höher stehender und vermeintlich primitiver Kultur geht, kommt für die meisten von uns nur eine Variante infrage: Wir Vertreter der modernen Technologie-Gesellschaft entdecken in einem unzugänglichen Urwaldgebiet einen »primitiven« Stamm, der noch auf der Stufe eines Steinzeitvolkes steht. Aber wir könnten uns sehr wohl in der Position der »Primitiven« wiederfinden, wenn Vertreter einer aus unserer Sicht magischen Technologie-Gesellschaft aus dem All besuchen. Eine solche Begegnung kann sowohl für Evolutions-Gläubige wie Anhänger jeder anderen Religion einen heftigen Schock auslösen.

Foto 7: Der »Meeresgott«
Wie werden sich die Astronautengötter uns gegenüber verhalten? Hoffentlich nicht so, wie wir vermeintlich »primitiven« Bewohnern fremder Länder gegenüber getreten sind. Die wurden gewöhnlich weitestgehend ausgerottet, bestenfalls nur gepeinigt und ausgeraubt.

Anmerkung: Ob der Bericht aus »Der Heitere Fridolin« den Tatsachen entspricht, da  konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Hinweise auf den angeblichen Meeresgott, der doch nur ein Taucher war, fand ich nirgendwo sonst in der Literatur. Er passt aber gut in das Schema von »John Frum« und Co.

Die Frage muss erlaubt sein: Erhielt unser Planet Besuch aus dem Kosmos? Verewigten die Menschen in der Tassili-Region vor Jahrtausenden diese »Astronautengötter«? Erich von Dänikens zweiter Weltbestseller »Zurück zu den Sternen« zeigt eines dieser mysteriösen Wesen auf dem Cover. 

Fußnoten

1) »Der Heitere Fridolin«, 2. Februarheft, Berlin 1928, S. 2
2) ebenda
3) Originaltitel: »Hazards of Prophecy: The Failure of Imagination«

Zu den Fotos
Foto 8: »Tassili-Gott« auf Däniken-Cover
Foto 1: Astronautengott aus dem Tassili. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Alte Jugendzeitschrift. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Detail des Covers (siehe Foto 2). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein 
Foto 4: Sie marschieren für John Frum. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Groß und Klein marschieren. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Er leitete die Frum-Feier. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Der »Meeresgott« aus »Der heitere Fridolin«. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Noch ein »Tassili-Gott«, auf Dänikens 2. Weltbestseller. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein

409 »Karl May über das ›Zivilisieren‹ 
und Luther über Märtyrer«,
Teil  409 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 19.11.2017

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Sonntag, 5. November 2017

407 »Astronautengötter und ›Der Heitere Fridolin‹«

Teil  407 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Fotos 1 und 2: »Astronautengötter« aus dem Val Camonica

In grauer Vorzeit waren, so lehrt es uns die Wissenschaft, den »primitiven« Menschen Naturphänomene unbegreifliche Mysterien. Wenn es im Himmel blitzte und donnerte, dann glaubte man an das Wirken mächtiger Götter. Da polterten also die Himmlischen lautstark und schleuderten Feuerspeere. Wenn nun Besucher aus dem All mit Feuer und lautem Gebraus zur Erde kamen, dann konnten das in den Augen der vermeintlich »Primitiven« nur mächtige Götter sein. Skeptiker schlussfolgern jetzt falsch: Wenn vom Himmel hernieder fahrende Flugvehikel Feuer spien, die Erde erzittern ließen und einen infernalischen Lärm verursachten, dann waren das in Wirklichkeit Naturphänomene wie Gewitter, Erdbeben und Stürme. Und schon hat man alte Überlieferungen von kosmischen Besuchern wegerklärt.


Und wenn vor Jahrtausenden an Höhlenwänden merkwürdige Gestalten in plumpen Anzügen verewigt wurden oder als Statuen verewigt wurden, wenn tatsächlich astronautenähnliche Gestalten in harten Stein geritzt wurden, dann haben Skeptiker wieder ein erstaunliches »Gegenargument« parat. Pointiert formuliert: Weil eine steinzeitliche Gravur so aussieht wie ein Astronaut war es keiner. Die Wesen, die wie schwerelos zu schweben scheinen, die vor Jahrtausenden im norditalienischen Val Camonica immer wieder in den Stein gemeißelt wurden, die sehen eben nur so aus wie Astronauten im Raumanzug, waren aber keine.

Natürlich ist nicht alles das, wonach es auf den ersten Blick aussieht. Man darf aber keineswegs schlussfolgern, dass nichts das es, wonach es aussieht. Oder anders ausgedrückt: Eine Malerei, das ein Wesen zeigt, das einen Raumanzug zu tragen scheint – wie etwa die berühmten Ritzzeichnungen im norditalienischen Val Camonica – müssen nicht, aber können sehr wohl tatsächlich Wesen im Raumanzug zeigen. Wie schon Freud sagte: »Manchmal ist eine Zigarre einfach nur eine Zigarre.« Oder anders formuliert: Manchmal ist etwas genau das, wonach es aussieht. Etwas, was wie eine Zigarre aussieht, kann sehr wohl eine Zigarre sein. Oder etwas, was wie ein Wesen im Raumanzug aussieht, ist womöglich auch tatsächlich ein Wesen im Raumanzug und nichts anderes.

Fotos 3 und 4: »Astronauten«, scheinbar schwerelos

Ein hoher Kirchturm ist keine stilisierte Rakete, auch wenn die Ähnlichkeit unbestreitbar ist. Ein indischer Tempel freilich kann sehr wohl, das ist uralte Tradition, mit Raumfahrt in Verbindung gebracht werden. Als »vimanas« werden in Jahrtausende alten Epen die Flugvehikel der Götter bezeichnet, »vimanas« waren aber auch Tempel, als Abbildungen der Flugapparate der Götter. Wenn uralte indische Tempel Nachbildungen von Vehikeln der Astronautengötter sind, dann ist es meiner Meinung nach nur plausibel, dass es auch uralte Nachbildungen von außerirdischen Wesen in Raumanzügen gibt.

Eine Frage, die mich seit Jahrzehnten beschäftigt: Wie würden wohl »primitive« Völker vor Jahrtausenden Außerirdische in Raumanzügen beschreiben und vor allem darstellen, denen Raumfahrttechnologie wie Magie erschienen sein muss. Oder wie etwas Überirdisches, ja Göttliches. Mir kommt die apokryphe »Abrahamapokalypse« in den Sinn. Sie berichtet – wie ich meine – über Abrahams Kontakte mit »Astronautengöttern«. Zwei Fremde besuchen Jung-Abraham. Einer spricht ihn an. Abraham erschrickt (1):

»Als ich die Stimme hörte, die solche Worte sprach, da sah ich bald hierhin und bald dorthin. Nicht eines Menschen Atem war’s.« Angesichts der Fremdartigkeit seiner Besucher wird Abraham ohnmächtig: »Und so erschrak mein Geist, und meine Seele floh aus mir. Ich wurde wie ein Stein und fiel zu Boden, weil ich nicht mehr zum Stehen Kraft besaß.«

Fotos 5 und 6: In Stein gravierte »Astronautengötter«?

Schließlich erlebt Abraham auch eine Himmelsreise, die in Kapitel 5 der »Abrahamapokalypse« beschrieben wird (2): »Und es geschah bei Sonnenuntergang, da gab es Rauch wie Rauch aus einem Ofen. ... So trug er mich bis an der Feuerflammen Grenzen. Dann stiegen wir hinauf, so wie mit vielen Winden, zum Himmel, der da ob dem Firmament war.« Abraham erspäht ein Raumschiff, eine Raumstation (3): »Ich sehe in jener Höhe, die wir bestiegen, ein mächtig Licht, nicht zu beschreiben, und in dem Licht ein Feuer, darinnen eine Schar, ja eine große Schar von mächtigen Gestalten,...die Worte rufen, wie ich sie nicht kannte.«

Ist es zu spekulativ davon auszugehen, dass Abraham in jungen Jahren Astronauten von einem fremden Planeten begegnete? Offensichtlich waren die beiden Wesen, die ihn aufsuchten, menschenähnlich, aber doch keine Menschen: »Nicht eines Menschen Atem war’s.« Sie atmeten wie Menschen, waren aber keine Menschen. Es ist kein Wunder, dass Abraham ohnmächtig niedersank. Was dann folgt klingt in meinen Ohren sehr nach einer realen Begebenheit. Abraham wird zum Zubringerschiff der Fremden gebracht. Im All erspäht er eine riesige Raumstation, die sich – wie er weiter beschreibt – um die eigene Achse drehte, so an Bord künstliche Schwerkraft erzeugend.

Bei Abraham liest sich das so (4): »Der hohe Ort, worauf wir standen, bald stand er aufrecht da, bald drehte er sich abwärts.« So etwas wie eine Luke wird geöffnet (5). Abraham beobachtet, dass mal die Sterne oben, mal unten zu sehen sind (6). Genau so sieht es aus, wenn man sich in Erdnähe in einem radförmigen Riesenraumschiff befindet, das sich um die eigene Achse dreht: Mal ist die Erde unten und die Sterne befinden sich oben, mal ist es umgekehrt. Wie war es dem jungen Abraham möglich, ein Szenario zu beschreiben, das wir nur aus Science-Fiction-Filmen wie »2001 –  Odyssee im Weltraum« kennen?  Unvergesslich ist die Szene aus diesem Film-Klassiker: ein radförmiges Raumschiff dreht sich um die eigene Achse, mal sind die Sterne oben, mal unten, mal ist die Erde oben, mal unten.

Fotos 7-9: Kirchtürme, keine Raketen

 Leben überschreitet immer Grenzen: Aus dem Meer an Land, aus der Höhle in den Wald, aus dem Wald übers Gebirge, vom Strand übers Meer. Eines Tages wird der Mensch, so er sich nicht vorher selbst ausgelöscht hat, die Grenze zum All überwinden und eine kosmische Reise antreten. Kann es sein, dass Wesen auf fernen Planeten längst die Reise ins All angetreten sind? Gelangten einige von ihnen zur Erde?

Wir Bewohner von Planet Erde haben seit es Leben in primitivster Firm gibt immer wieder Grenzen überschritten. Wie reagieren wir, wenn andere so eine Grenze überwinden, die wir für unüberschreitbar hielten? Was geschieht, wenn Besucher aus dem Kosmos zur Erde kommen, wo wir doch solche Besuche für unmöglich halten? Was geschieht, wenn Küstenbewohner, die den Ozean für unüberwindbar halten, erleben, dass Schiffe von jenseits des riesigen Meeres ihr Ufer erreichen?

Was geschieht, wenn »primitive« Küstenbewohner erleben, wie ein Taucher aus den Fluten steigt und umhüllt von einem Anzug an Land kommt?

Von 1921 bis 1928 erschien im Berliner Ullstein Verlag die in jener Zeit bekannteste  aller verkauften  Kinder- und Jugendzeitungen »Der heitere Fridolin«. Ende der 50er Jahre bis 1961 erschien in Westdeutschland unter gleichem Namen wieder eine Kinderzeitschrift, die freilich mit dem Original nichts zu tun hatte. »Der heitere Fridolin« hatte einen Umfang von 16 Seiten und erschien halbmonatlich. Geboten wurden Berichte über Wissenswertes aus aller Welt, aber auch Kurzgeschichten, Rätsel, Witze, Comics  sowie Bastelanleitungen.

Foto 10: Cover 2. Februarheft 1928
Die »Nummer 1« eines Jahrgangs kam im Oktober heraus, »Nummer 26« im September des folgenden Jahres. Der 7. Und letzte Jahrgang erschien 1927/28. Im 2. Februarheft des Jahres 1928 gab es einen verblüffenden Bericht zu lesen. Geschildert wird, wie »primitive« Eingeborene reagieren, als ein mysteriöses Wesen den Fluten des Meeres entsteigt!

Fußnoten
1) Abrahamapokalypse Kapitel 10, Verse 1 und 2
2) Abrahamapokalypse Kapitel 15, Verse 1, 4 und 5
3) Abrahamapokalypse Kapitel 15, Vers 6
4) Abrahamapokalypse Kapitel 17, Vers 3
5) Abrahamapokalypse Kapitel 19, Vers 4
6) Abrahamapokalypse Kapitel 20, Vers 3


Zu den Fotos
Fotos 1 und 2: »Astronautengötter« aus dem Val Camonica. Fotos Walter-Jörg Langbein
Fotos 3 und 4: »Astronauten«, scheinbar schwerelos. Fotos Walter-Jörg Langbein
Fotos 5 und 6: In Stein gravierte »Astronautengötter«? Fotos Walter-Jörg Langbein
Fotos 7-9: Kirchtürme, keine Raketen. Fotos Walter-Jörg Langbein
     Foto 7: Kirchturm Marienkirche, Lügde. Foto Walter-Jörg Langbein
     Foto 8: Kirchturm St. Marien, Bad Segeberg. Foto Walter-Jörg Langbein
     Foto 9: Kilians-Kirche, Lügde. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 10: Cover 2. Februarheft 1928. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein

408 »Götter aus dem All?«,
Teil  408 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 12.11.2017



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