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Samstag, 1. November 2025

Der Ehemann der Geliebten des Mörders und seine Insolvenz

»Der Mörder und der Kinderschänder«
Ein Münsterland-Kriminalroman, der auf wahren Begebenheiten basiert.

Leseprobe:

… Sie hätte einfach vorher besser hinschauen, auch besser D. betrachten müssen, der eben Gatte der Geliebten des Mörders war. Dabei war sein ganzes Verhalten in der Sache merkwürdig, aus der jetzigen Sicht betrachtet. Dabei hatte ihr Eva doch sehr viel von D. erzählt, auch Dinge, die scheinbar weit vor der Ehe der beiden geschehen ist. Auch, dass selbst seine Mutter ihn vor Zeiten bereits enterbt hatte. Selbst das Pflichtteil seines Erbteils ist ihm entzogen worden. Was eigentlich wirklich sehr tief blicken lässt. Jetzt dürfte für Sylvia klar sein, dass diese Insolvenz auch als geplante kriminelle Tat gesehen werden kann. Was als solche aber nur durch gemeinsame Planung und Unterstützung der Beteiligten getan wird, um diese Straftat auch zu vollenden ...

… Irgendwann sprach Eva damals Sylvia an und fragte, ob sie nicht vor der Sportübung bei ihr vorbeikommen könnte. Sie wollte ihr etwas zeigen ... Sie wunderte sich, dass auch der Ehemann von Eva anzutreffen war. Sie kannte den in der Tat nur durch Erzählungen von Eva. Persönlich hatte sie ihn weder vorher kennengelernt, noch mit ihm einmal am Telefon gesprochen.

Von Eva wusste sie, dass ihr Mann für sie sozusagen ein Fehlgriff war. Das konnte Sylvia bei diesem Treffen deutlich nachvollziehen. Er redete über sein neues Geschäft, dass er vor kurzem in der weiter entfernten Stadt eröffnete. Bereits im ersten Monat kamen in der Nacht Einbrecher, die das Geschäft völlig ausräumten. Er meinte, bereits entsprechend reagiert zu haben.

Seine Art zu sprechen, überhaupt auch diese Art seiner Schilderungen, wirkte auf Sylvia anstrengend. Eva dagegen reagierte auf seine Darstellung völlig gleichgültig, sie lächelte nur. Er berichtete zudem, dass er selbst ein PKW höherer Klasse geleast habe, für seine Frau, wie er auch mitteilte, einen kleineren Wagen, der auch aus der entsprechenden Klasse kam. Natürlich hatte Sylvia ihn gefragt, warum er nicht zu dieser Zeit in dem Geschäft wäre. Sie war immer der Meinung, dass eine Selbstständigkeit, und die besonders in der ersten Zeit, die quasi Geschäftsführer zur Anwesenheit fordert. Er antwortete, dass er dafür Angestellte hätte. Sylvia konnte diesen Mann nicht länger ertragen. Warum sie vorbeikommen sollte, wollte sie nicht erfahren. Unter dem Vorwand, wieder einen Bus erwischen zu müssen, verließ sie die Eheleute.

Später fehlte Eva zu der Sportstunde. Das begrüßte Sylvia schon, denn sie verspürte kein Interesse, an dem Abend mit Eva ein Gespräch zu dem Haus, dem Ehemann oder dessen geschäftlichen Tätigkeiten zu führen. Sylvia war deutlich klargeworden, dass es durchaus drei Monaten bis zu einer Insolvenz des Geschäftes dauern kann. Eigentlich hatte sie kein Interesse daran gehabt, Eva in der ihr kommenden schweren Zeit beizustehen.

Sylvia wunderte sich in der folgenden Zeit schon, dass Eva völlig entspannt wieder bei der Sportstunde mitmachte. Es kam kein Hinweis zu dem Zustand des Geschäftes. Zudem keine Kenntnis der Gruppe darüber, dass es überhaupt eine geplante und umgesetzte Geschäftsidee der Eheleute gegeben habe. Wobei auch die Mitglieder der Sportgruppe den Ehemann der Eva nie kennenlernten. Der auch irgendwie nie zum Thema wurde.

Es waren zwei Monate vergangen, da rief Eva an. Sie schilderte Sylvia, irgendwie dabei in Tränen aufgelöst, dass das Geschäft ihres Mannes in der Insolvenz sei. Schließlich wäre es tatsächlich, so ihre Schilderung weiter, noch zu einem weiteren Einbruch gekommen. Die Angestellten haben ebenfalls Elektrogeräte aus dem Geschäft gestohlen. Das hätte dann schließlich ihren Mann ruiniert.

Bei diesem Telefonat hatte Sylvia der Anruferin klargemacht, dass es für sie besser wäre, sich eine eigene Wohnung zu suchen. Das Haus wird sie und er nicht halten können. Das wird unter den Hammer kommen. Von was wollte sie mit dem Kind auch leben, der Ehemann wird sie nicht finanzieren können und sie habe doch auch keine Arbeit.

Das wollte Eva nicht hören, denn sie war darüber entrüstet, dass auch verlangt wurde, dass sie ihr Auto zurückgeben sollte. Für Sylvia war das eine unmögliche Situation. Natürlich fragte sie Eva, welche Position oder auch was sie für sie darstellen würde. Sie bekam zur Antwort, dass Sylvia für sie die beste Freundin sei ...


Bei diesem Werk handelt es sich um einen Kriminalroman. Etwaige Ähnlichkeiten oder Namensgleichheit mit real existierenden Menschen wären rein zufällig. Alle beschriebenen Handlungen sind an die Realität angelehnt.


Unter dem Pseudonym - Tuna von Blumenstein - hat die Autorin fünf Kriminalromane veröffentlicht:

»Der Mörder und der Kinderschänder« 2025
 
ISBN: 9783769325911
Im Buchhandel erhältlich
 
Bei Thalia
und
Krimis der Tuna vB auch als eBook

Montag, 14. Dezember 2015

Von Mikesch, Büchern und seiner Begegnung mit Andrea Sawatzki

Guten Tag, mein Name ist Mikesch!

Auf dem Foto links können Sie sich ein Bild von mir machen. Da sah ich noch ganz entspannt aus, das sollte sich aber sehr bald ändern …

Sie kennen Fido Buchwichtel, den berühmten Literaturkritiker aus dem Wichtelland? Ich sag Ihnen was: den kannte ich einmal! Dieser windige Wichtel hat es tatsächlich geschafft, mein ruhiges Leben durcheinander zu bringen! Und das kam so:

Letzte Woche landete ein Lachmöwenjet auf meiner grünen Wiese, an Bord Fido Buchwichtel. Ein kurzes Hallo von ihm und schon kam er zur Sache. Atemlos berichtete er von seinem Weihnachtsstress als Wichtel und dass »Ein Buch lesen!« auf seine Buchvorstellung zu Weihnachten wartet und er überhaupt keine Zeit dafür habe. 

Was habe ich mit Büchern zu tun? Gut, Die Mäusejagd im Wandel der Zeit von Kasy Karthäuser ist ein Klassiker und wird von mir immer wieder gerne zur Pfote genommen. Aber was und wer ist »Ein Buch lesen!«?

Lange Rede kurzer Sinn: Fido der Wichtel packte mich bei meiner Eitelkeit! Er versprach, dass er meine Dosenöffner überreden würde, mich zu einer Lesung von Andrea Sawatzki einzuschmuggeln! Da wurde ich weich wie Butter in der Sonne. 


Dass ich im Gegenzug eine Buchvorstellung machen sollte, lief eher unter dem Kleingedruckten. Zumal ja auch von einem Fotoshooting die Rede war. Eigentlich war ja alles gar nicht so schlimm, wenn da nicht diese idiotische Mütze gewesen wäre. Vermutlich wollte Fido Buchwichtel aus diesem Grund den Job nicht machen. Diese Mütze entwürdigt Wichtel und Katzen gleichermaßen. Sehen Sie selbst (Foto rechts).


Dass die Autoren der Schriftstellergemeinschaft Katzenliebhaber und auch Dosenöffner sind, hat mich dann etwas besänftigt. Walter-Jörg Langbein kümmert sich in seiner knapp bemessenen Freizeit um arme Katzen. Füttert und versorgt sie mit Medikamenten. Darum macht es mir auch eine besondere Freude, sein neues Sachbuch »Als Eva noch eine Göttin war« hier vorzustellen. Darin enthüllt Walter-Jörg Langbein verborgenes Wissen in biblischen Schriften. Ein spannendes Sachbuch, das unter dem Weihnachtsbaum nicht fehlen sollte!

Ursula Prem teilt Tisch, Bett und Kühlschrankinhalt mit einer besonders wilden Katze. Nie im Leben würde die sich eine idiotische Weihnachtsmütze überstülpen lassen! Freiheit ist beiden ein wichtiges Gut. Wen wundert’s also, dass Ursula Prem ein besonderes Buch wieder aufgelegt hat: »Das Recht im Irrenwesen: kritisch, systematisch und kodifiziert« die Neuausgabe des 1890 bei Orell Füssli & Co. erschienenen Werkes von Eduard August Schroeder. Dazu schreibt sie Zitat: »Dass es im Ergebnis noch immer keinen Unterschied macht, ob ein Mensch im 19. Jahrhundert der Geisteskrankheit geziehen wurde, oder ob er in heutiger Zeit ihrer bezichtigt wird, unterstreicht nur die traurige Kontinuität des Wirkens der Psychiatrie in ihrem fatalen Zusammenspiel mit der Justiz.« Zitatende

g.c.roth ist auch Dosenöffner. »Mord im ostfriesischen Hammrich: Tödliches Wiedersehen« zeigt Abgründe auf! Irgendwann ist gut gewesen und das Ende des Antagonisten passt zu seinem Lebensstil. 

Krimis schreibt auch Tuna vB. Der »Blauregenmord: Ein Münsterland - Krimi« handelt von einem Ereignis, dass sich gleich hier ums Eck ereignet haben soll. Dazu gibt es sogar eine kostenlose Leseprobe, als E-Book.

Eigentlich wollte ich mich ja weigern, über die Bücher von Sylvia B. zu berichten. Zu ihr gehört nämlich der Lisa, der hat sich neulich an mich rangeschlichen und beinahe wäre ich im Seerosenteich gelandet. Der Lisa ist ein Mobber! Warum ich doch ein E-Book vorstelle? Weil Sylvia B. auch für das Äugelchen Dosen öffnet. Und das Äugelchen hat dem Bonsai die Cannabisernte verschisselt! Das glaubt Ihr mir nicht? Dann lest »Lyrichs Briefe an Lieschen - Hexenhausgeflüster«.


Aber jetzt zu der Lesung mit Andrea Sawatzki. Tatsächlich ist es meinen Dosenöffnern gelungen, mich in die heiligen Hallen der Sparkasse zu schleusen. Sie müssen wissen, dass ich dort kein Konto besitze. Ich handele schließlich mit Mäusen, nicht mit Kohle. Die Lesung war klasse, unglaublich spannend der neue Thriller »Der Blick fremder Augen«.

Im Anschluss signierte Andrea dann ihre Bücher, die Menschen standen geduldig Schlange. Ich habe damit kein Problem, schließlich kann ich stundenlang vor einem Mauseloch ausharren. Als ich aber endlich an der Reihe war, wurde ich doch nervös. Schließlich habe ich keinen ihrer Tatorte verpasst. Als ein Foto von uns beiden gemacht wurde, konnte ich nicht stillsitzen und habe mich verwackelt. Darum hier ein Bild nur mit ihr.

Sie hat mir anvertraut, dass sie lieber Hunde mag, aber bei mir würde sie eine Ausnahme machen. Das ist die Wahrheit, dafür lege ich meine Pfote ins Wasser! Lest selbst, da steht »Für Mikesch« und »Das Böse lauert überall …« (Ich hätte sie fragen sollen, ob sie auch den Lisa kennt …)

Wie dem auch sei, Andrea Sawatzki hat mich den Stress mit der Weihnachtsmütze vergessen lassen.


Und jetzt maunze ich Euch zu, was Fido Buchwichtel an dieser Stelle herausschreien würde:
Mäuse … äähhh … Bücher auf
»Ein Buch lesen!« - Kaufen! Lesen! Weiterempfehlen!


Nicht vergessen:
»Der Mörder und der Kinderschänder«
Ein Münsterland-Kriminalroman, der auf wahren Begebenheiten basiert.
Bei diesem Werk handelt es sich um einen Kriminalroman. Etwaige Ähnlichkeiten oder Namensgleichheit mit real existierenden Menschen wären rein zufällig. Alle beschriebenen Handlungen sind an die Realität angelehnt.

Unter dem Pseudonym - Tuna von Blumenstein - hat die Autorin fünf Kriminalromane veröffentlicht:

»Der Mörder und der Kinderschänder« 2025
 
ISBN: 9783769325911
Im Buchhandel erhältlich
 
Bei Thalia
und
Krimis der Tuna vB auch als eBook

Donnerstag, 13. Januar 2011

Rita Hajak im Gespräch mit dem Krimi-Autor Michael Kibler!

Lieber Herr Kibler, herzlich willkommen bei »Ein-Buch-lesen«!

R.H. Sie schreiben Krimis aus Ihrer Region Darmstadt. Wie ist es dazu gekommen?

M.K. 2004 nahm ich Kontakt mit dem Societäts-Verlag in Frankfurt auf. Der Verlag bringt Regional-Literatur heraus, sowohl im Sachbuch als auch in der Belletristik. Ich hatte eine Idee für einen Darmstadtkrimi. Die musste dann noch mal ziemlich verändert werden – aber wir wurden uns schließlich einig, dass ich den Krimi „Madonnenkinder“ schreiben und dort veröffentlichen könnte. Das Buch ist im September 2005 erschienen und war der Grundstein für meine Serie um Margot Hesgart und Steffen Horndeich, die in Darmstadt ermitteln.

R.H. Sie veranstalten viele Lesungen, und außerdem Führungen durch Darmstadt zu den Orten des Geschehens. Das nimmt viel Zeit in Anspruch. Was möchten Sie damit erreichen?

M.K. Lesungen und Führungen machen mir einfach Spaß. Es ist schön, den direkten Draht zur Leserschaft zu haben. Besonders interessant für mich sind die „Fragerunden“ dabei. Natürlich gibt es Fragen, die immer wieder kommen, etwa „Wie kommen Sie auf Ihre Ideen?“ Manchmal jedoch gibt es Fragen, da muss ich selbst nachdenken, um zu antworten und bekomme manchmal einen ganz neuen Blick darauf, wie meine Bücher wahrgenommen werden.

R.H. Wie hoch schätzen Sie die Meinung Ihrer Leser?

M.K. Ich freue mich über jedes Lob - und natürlich über sachliche Kritik und Anregungen. Und, wie oben erwähnt, auch über Fragen zu meinen Büchern. Das zeigt mir, dass die Menschen sich dafür wirklich interessieren.


Fotos von Ralf Kopp, Darmstadt
 R.H. Sie arbeiten nebenbei als Texter und als Dozent im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Wie bringen Sie das zeitlich unter einen Hut?

M.K. Es ist leider nicht so, das Margot und Horndeich mich nicht allein ernähren können. Deshalb arbeite ich auch als Texter und Dozent. Das ist aber nicht nur lästige Pflichtübung, sondern hilft einem dabei, immer wieder neue Perspektiven zu bekommen. Wenn ich etwa eine Broschüre für eine physiotherapeutische Praxis erstelle, lerne ich dabei unglaublich viel Neues. Das dann vielleicht sogar in eines der Bücher einfließen kann. Zeitlich unter einen Hut zu bringen ist das nur mit einem Mindestmaß an Selbstdisziplin und auch an Flexibilität.

R.H. Wie lange benötigen Sie für die Recherche und das Schreiben eines Krimis?

M.K. Ich unterscheide dabei zwei Phasen: In der ersten Phase entwickle ich eine neue Geschichte, konstruiere sie, damit der Krimiplot stimmt, abwechslungsreich ist und nicht zu simpel. Damit einher gehen die Recherchen – etwas, was mir unheimlich viel Spaß macht. Diese Phase dauert nie unter einem halben Jahr, weil man gute Ideen nicht erzwingen kann. Wenn die Geschichte steht, kommt Phase 2: das eigentliche Schreiben des Buches. Das dauert mindestens vier Monate. Damit lässt sich die Frage kurz beantworten: Rund ein Jahr, eher etwas länger.

R.H. Welchen Rat würden Sie Jungautoren für ihren ersten Krimi mit auf den Weg geben?

M.K. Die Geschichte muss stimmig sein und sie muss fesseln. Das ist das A und O. Ist die Geschichte langweilig oder hat sie logische Fehler, dann kann sie sprachlich noch so toll sein – das will niemand lesen, so wie niemand einen langweiligen oder fehlerhaften Tatort sehen will. Sprachliche Finesse kann man lernen. Dabei hilft, das eigene Manuskript eine Weile – Wochen oder Monate – liegen zu lassen und dann nochmals laut (!) zu lesen. Das spült dann die sprachlichen Schwächen unweigerlich ans Tagelicht. Dann feilen., vielleicht noch eine andere Person gegenlesen lassen. Wenn die Geschichte gut ist, dann hat man danach auf keinen Fall einen schlechten Krimi. Ganz wichtig: Nicht zuviel beschreiben. Sondern den Charakter der Figuren durch ihre Handlung, ihre Gedanken und ihre Sprache darstellen. Beispiel: Er arbeitete seit 5 Jahren bei der Mordkommission. Besser: „Wie habe ich das in den vergangenen 5 Jahren eigentlich mit solchen Kollegen bei der Mordkommission ausgehalten“, fragte er sich nicht zum ersten Mal.

R.H. Wodurch werden Sie inspiriert für neue Buchideen?

M.K. Man muss nur mit wachen Ohren und Augen durchs Leben gehen und Zeitung lesen. Leben und Zeitung sind voll von Geschichten. Die Kunst ist, die richtigen Geschichten herauszupicken und zu einer ganz neuen Geschichte zusammenzusetzen.

R.H. Wo schreiben Sie am liebsten?

M.K. Es gibt unterschiedliche Orte. Mal in meiner Lieblingskneipe, mal am heimischen Schreibtisch, mal im Zug – und immer wieder gern bei meinem Vater im Dachzimmer. Ich nenne diese Zeit in Klausur immer „Schreibasyl“.

R.H. Der Kriminalroman »Schattenwasser« ist Ihr vierter Darmstadtkrimi. Bestehen bereits Pläne für einen neuen Roman?

M.K. Nicht nur Pläne. Phase 1 ist abgeschlossen, die Geschichte steht – und jetzt bin ich dabei, daraus ein Buch zu machen.

R.H. Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

M.K. Die körperliche (und geistige...) Verfassung, die es mir erlaubt, noch lange und viele weitere Geschichten zu Festplatte zu bringen.

Herr Kibler, ich bedanke mich auch im Namen von »Ein-Buch-lesen« für dieses interessante Gespräch und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg!
Rita Hajak



Der Autor Michael Kibler ist, obwohl in Heilbronn geboren, leidenschaftlicher Darmstädter. Sein Studium in Germanistik und den Nebenfächern Filmwissenschaft und Psychologie absolvierte er an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet M.K. als Texter und PR-Profi. Er schätzt die Nähe seiner Leserschaft und bietet ein reichhaltiges Programm an Lesungen, Stadtführungen und Schreib-Workshops.


Sein erster Krimi »Madonnenkinder« wurde ein unerwarteter Erfolg. Weitere Krimis, wie »Zarengold«, Rosengrab«, folgten.

»Schattenwasser« ist sein neuster Krimi!

  Termine zu Lesungen und Stadtführungen des Autors erfahren Sie hier




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Montag, 15. November 2010

Fulminanter Start für Tuna von Blumenstein: Bestsellerehren für »Der Tote im Zwillbrocker Venn«

Wenige Wochen nach seinem Erscheinen erklimmt Tuna von Blumensteins Debütkrimi bereits die BoD-Bestsellerliste:














Herzlichen Glückwunsch zu diesem großen Erfolg!

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Mittwoch, 10. November 2010

Die Lust einen Krimi zu schreiben! Teil III

… Ich musste diesen Gedanken unbedingt zu Ende denken. Wer war der Mörder?  Eine Frage, die mich ständig beschäftigte. Es fiel mir schwer, mich zu entscheiden. Da die Tatverdächtige, deren Fingerabdrücke sich auf der Tatwaffe befanden, bestritt, den Mord begangen zu haben, musste weiter recherchiert werden. Gut dachte ich mir, suche ich den Täter in einem anderen Umfeld. Ich ging Zeile für Zeile noch einmal genau durch. Das Täterprofil war erstellt, Fingerabdrücke und Beweismaterial waren spärlich, Zeugen gab es keine. Mit den vorliegenden Fakten musste der Täter nun dingfest gemacht werden. Oder war es am Ende doch die bereits Angeklagte? Fragen über Fragen, und ich musste die Lösung finden. Dazu war logisches Denken erforderlich. Ich nahm all meine infrage kommenden Verdächtigen noch einmal gründlich unter die Lupe. Mit jeder einzelnen Figur hatte ich Mitleid. Schon beinahe verzweifelt stand endlich »mein« Mörder vor meinem geistigen Auge fest.

Ich hatte es mir wirklich nicht leicht gemacht. Es war nur eine Kleinigkeit, mit der er/sie überführt werden konnte. Ich glaubte, die Lösung gefunden zu haben. Zufrieden war ich allerdings nicht damit. Aber einer oder eine ist immer der Luser. Wie bringe ich das jetzt geschickt zu Ende?, dachte ich mir. Die letzte Phase meines Krimis, so fand ich, war die schwierigste. Die Entscheidung, wer letztendlich die Tat begangen haben soll, musste sich mit den bisherigen Angaben und Vorfällen decken.  Der gesamte Handlungsablauf musste miteinander harmonieren und eine logische Schlussfolgerung ergeben. Eine kurze Unterbrechung war erforderlich. Es war doch schwieriger als ich dachte. Aber sollte ich jetzt aufgeben, wo ich so weit vorgedrungen war? In meinen anderen Romanen konnte ich meiner Fantasie freien Lauf lassen. Hier musste die Geschichte stimmig sein, damit sie nicht unglaubwürdig erschien. Nein, aufzuhören wäre feige gewesen. Außerdem hatte ich meine Protagonistin und auch die anderen Figuren lieb gewonnen. Es musste weitergehen.

Ich fragte vertraute Personen, ob die Art und Weise des Geschriebenen akzeptabel sei, was bejaht wurde. So begann ich mit dem letzten Abschnitt, den ich ohne meine Überzeugung richtig gewählt zu haben beendete. Ich war in das Geschehen zu sehr involviert, sodass sich die Gefühle mit einschalteten. Das hat Vor- und Nachteile. Wer außerhalb steht, kann die Lage besser und logischer überblicken. Wer sich jedoch von Gefühlen leiten lässt und genau weiß, wovon er schreibt, kann es glaubwürdiger herüberbringen. Egal wie, es ist geschafft. Der Krimi ist geschrieben und kürzlich erschienen. Im Nachhinein bin ich zufrieden. Ob der Inhalt gut ankommt und das Thema getroffen ist, müssen die Leser entscheiden.  Es ist der erste Krimi, den ich geschrieben habe. Ein zweiter ist nicht in Planung. 
Aber man kann nie wissen …

Ich wünsche allen Lesern spannendes Lesevergnügen!
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Lesen Sie auch Teil I

Mittwoch, 3. November 2010

Die Lust einen Krimi zu schreiben! Teil II

Nachdem ich einige wichtige Details bezüglich Ermittlungsarbeit klären konnte und die Antworten spezieller Fragen vor mir lagen, ging es flott weiter. Eine Idee nach der anderen flog durch meinen Kopf. Ich haute wie besessen in die Tasten. In meinen Gedanken entstand ein gewisser Handlungsstrang. Der Mörder jedoch stand noch nicht fest. Darüber brauchte ich mir im ersten Drittel des Krimis keine Gedanken zu machen. Die Abläufe mussten logisch aufgebaut werden. Ich setzte all meine mitwirkenden Personen auf eine Liste, damit ich die Namen nicht vergessen oder verwechseln würde. Meine Protagonistin stand bereits fest bevor ich begonnen hatte zu schreiben. Es war die ermittelnde Kommissarin! Jetzt konnte sie in aller Ruhe der Reihenfolge nach die verdächtigen Personen ausfindig machen und verhören. Ein Privatleben hatte ich ihr selbstverständlich auch zugedacht. Ich liebe es gerne persönlich. Außerdem kommt der Charakter eines Menschen besser zur Geltung, umso mehr man von ihm weiß.

Nun hatte ich eine Leiche! Hier begann die Polizeiarbeit. Absperrung des Tatortes, Spurensicherung und die Entscheidung des Staatsanwalts, was mit der Leiche geschehen soll. Da schnell geklärt war, dass es sich um Mord handeln musste, wurde der Tote in die Gerichtsmedizin gebracht. Die erste Hürde war geschafft. Dennoch kamen mir an diesem Punkt Zweifel. War es die richtige Entscheidung gewesen, mich auf einen Krimi einzulassen? Wie sollte die Handlung nun weitergehen? Das Thema hatte ich längst im Kopf. Ein Thema, das mir am Herzen lag, mit dem ich mich seit geraumer Zeit beschäftigte und auch auf meinem Blog darüber berichtet habe: Kindesmissbrauch! Nach einer kurzen Denkpause schrieb ich weiter. Allmählich nahm mein Krimi Gestalt an.

Ich hatte die Frau Hauptkommissarin gut im Griff, konnte ihre Gedanken mit meinen vermischen. Sie war wütend, wie ich es war, wenn ich an Missbrauchgeschädigte denken musste.
Sie machte ihre Arbeit gut, fand ich. Um sie brauchte ich mir keine Sorgen zu machen und richtete mein Augenmerk auf verdächtige Personen. Ich schob sie hin und her, aber den wahren Täter hatte ich immer noch nicht ermittelt. Mehr als die Hälfte war geschrieben. Jetzt musste ich mich entscheiden.

Ich ging im Geiste alles noch einmal durch. Hatte ich etwas übersehen? Ich musste es auf den Punkt bringen. Ich rettete mich damit, indem ich das bereits Geschriebene überarbeitete. Da gab es schon einiges zu tun, wie ich erstaunt feststellen musste. Ich hatte auf Kleinigkeiten und Logik nicht so sehr geachtet. Aber dazu ist die nachträgliche Bearbeitung da, und genauso wichtig, wie das Schreiben selbst.

Diese verdiente Schreibpause hatte sich gelohnt. Mit frischem Schwung schrieb ich weiter. Die Frage nach dem Täter war jedoch immer noch nicht gelöst. Da kam mir ein rettender Gedanke …

Den dritten und letzten Teil lesen Sie am nächsten Mittwoch!
Lesen Sie auch Teil I

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Mittwoch, 27. Oktober 2010

Die Lust einen Krimi zu schreiben! Teil I

Die Idee einen Krimi zu schreiben, entstand aus purer Neugier. Ich schreibe seit vielen Jahren, habe Kurzgeschichten und drei Bücher veröffentlicht. An einen Krimi hatte ich mich bisher nicht gewagt. Ich muss gestehen, dass mich Tuna von Blumenstein, nachdem ich sie hier bei »Ein-Buch-Lesen« kennenlernen durfte, dazu ermuntert hat. Sie selbst hatte bereits ihren Krimi aus der Region zu schreiben begonnen.

Ich zögerte, obwohl das neugierige Kribbeln in mir nicht mehr zur Ruhe kam. So habe ich mich entschlossen, einen neuen Weg in puncto Schreiben zu gehen. Etwas Wesentliches hatte ich jedoch vergessen: zu recherchieren! Ich bemerkte es sofort, als ich über die Ermittlungsarbeiten in meinem Krimi nachdachte. Was wusste ich denn? War es logisch, was ich begonnen hatte, zu schreiben? Hier erfinderisch zu werden, macht keinen Sinn. Die Handlung selbst kann fiktiv sein. Aber die polizeilichen Ermittlungsarbeiten sollten stimmig durchgeführt werden. Das heißt: einige grundlegende wichtige Abläufe zu erfahren. So legte ich denn meine »Feder« nieder und besuchte das nächste Polizeirevier.
Da ich den genauen Hergang meines Krimis noch nicht vollständig im Kopf hatte, stellte ich meine Fragen eher allgemein. Der Beamte war zuvorkommend, aber die Antworten halfen mir nicht wirklich weiter. Ich hätte meine Fragen gezielter stellen müssen. Wir fanden jedoch ein gemeinsames Thema: das Schreiben! Er verriet mir, dass er selbst auch ein Buch geschrieben hätte, das allerdings nur für den Freundeskreis bestimmt wäre. Es sei eine delikate Geschichte, die er nicht öffentlich machen wollte. Ich tat ihm jedoch meine Meinung kund, dass ein Autor keine Hemmungen zeigen sollte. Der eigentliche Grund, warum ich dort vorgesprochen hatte, stand nicht mehr zur Debatte.
So musste ich mich mit den wenigen Informationen zu frieden geben und widmete mich meinem Manuskript. Weit kam ich nicht, die Angaben waren nicht ausreichend. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mit dem zuständigen Kriminalamt, welches ich im Internet schnell ausfindig machen konnte, Kontakt aufzunehmen. Zuerst fragte ich per Mail an, ob ich überhaupt einige Fragen stellen dürfte. Ich schilderte den Grund meiner Anfrage und wartete auf Antwort. Vier Tage waren vergangen und ich befürchtete, dass meine Anfrage ignoriert wurde.

Einen Tag später traf die Antwort ein und lautete: »Selbstverständlich dürfen Sie Ihre Fragen stellen. Wir werden sie baldmöglichst beantworten.« Ich verfasste eine Liste mit Fragen und mailte sie zurück. Hocherfreut begann ich, an dem Inhalt meines Krimis zu arbeiten. Wie sollte ich beginnen? Das war für mich eine entscheidende Frage. Es sollte am Anfang bereits eine gewisse Spannung entstehen.

Nach einigen Tagen bekam ich eine Mail mit allen beantworteten Fragen. Ich fand es sehr nett, dass die Dame vom Präsidium so zugänglich gewesen war. Jetzt konnte ich richtig loslegen …

Wie es weiter geht, erfahren Sie am nächsten Mittwoch!
Lesen Sie auch Teil II

Anmerkung der Redaktion:
Rita Hajaks Krimi ist soeben erschienen.

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Dienstag, 23. Februar 2010

20 Gründe, die das Buch »Vorsicht Liebensgefahr!« unentbehrlich machen

Eine Frage sollte ein Buchautor ja nie aus den Augen verlieren:

»Welchen Grund könnte ein Leser haben, unter allen verfügbaren Titeln ausgerechnet MEIN Buch für seine Lektüre auszuwählen?«

Bezogen auf mein Erstlingswerk Vorsicht Liebensgefahr! habe ich mal eine Liste erstellt. 20 Gründe sind dabei herausgekommen, die ich Ihnen, liebe BlogleserInnen, nicht vorenthalten möchte:

1.) Sie haben gerade »Feuchtgebiete« gelesen, und Ihnen steht der Sinn nach ähnlich drastischer Literatur? Vorsicht Liebensgefahr! ist die Lösung!
2.) Sie haben »Feuchtgebiete« noch nicht gelesen? Dann haben Sie ja Zeit für Vorsicht Liebensgefahr! :-)
3.) Ihr Mann nervt gerade, und Sie möchten gerne wissen, ob es Menschen gibt die noch viel schlimmer sind als er? Vorsicht Liebensgefahr! lesen und durchatmen!
4.) Sie suchen ein passendes Geschenk für die Schwiegermutter Ihrer schlimmsten Feindin? Dann haben Sie es jetzt gefunden! Überreichen Sie ihr Vorsicht Liebensgefahr! mit den besten Grüßen von der Schwiegertochter, und warten Sie ab was passiert!
5.) Sie suchen einen eleganten Weg, Ihrem Mann zu zeigen was ihm blüht, wenn er so weitermacht wie bisher? Schenken Sie ihm Vorsicht Liebensgefahr!.
6.) Sie möchten Ihrer Frau, der Undankbaren, demonstrieren, welches Glück sie mit Ihnen doch hat? Geben Sie ihr Vorsicht Liebensgefahr! Das wird sie überzeugen.
7.) Ein überaus männlicher Mann erzählt Ihnen im Brustton der Überzeugung, weibliche Autoren würden nur harmlose Trivialliteratur schreiben? Halten Sie mit Vorsicht Liebensgefahr! dagegen! Wenn Sie allerdings eine Frau sind, die ernstere Absichten bei dem Betreffenden verfolgt, sollten Sie vorsichtig sein: Solch »männliche« Männer bekommen schnell Angst! Obwohl… wenn er so leicht Angst bekommt: Ist er dann der Richtige für SIE?
8.) Sie suchen Vorlesestoff für das Adventskaffeekränzchen Ihres Bibelkreises? Nehmen Sie Vorsicht Liebensgefahr! Aber erwarten Sie danach nicht, jemals wieder eingeladen zu werden.
9.) Sie haben manchmal Mordgedanken, wenn eine bestimmte Person Ihnen in den Sinn kommt? Reagieren Sie sich ab mit Vorsicht Liebensgefahr!
10.) Sie sind gerade Single und spielen mit dem Gedanken, an diesem Status etwas ändern zu wollen? Lesen Sie zur Sicherheit Vorsicht Liebensgefahr! Und zwar vorher.
11.) Sie sind verheiratet/liiert und fragen sich, ob dieser Zustand nun ein unabwendbares Schicksal darstellt? Vorsicht Liebensgefahr! lesen!
12.) Ihr Chef ist ein Ekel? Schenken Sie seiner Frau Vorsicht Liebensgefahr!, und beobachten Sie ganz gelassen, ob er in einigen Tagen noch zur Arbeit erscheinen wird.
13.) Ihre beste Freundin wird von ihrem Mann verprügelt? Mit Vorsicht Liebensgefahr! im Regal wird sie sich todsicher aufraffen, diesen Zustand abzustellen.
14.) Sie möchten noch vor der Hochzeit testen, ob Ihr(e) Zukünftige/r hart im Nehmen ist? Machen Sie den ultimativen Test mit Vorsicht Liebensgefahr!
15.) Sie verschlingen Romane, in denen nicht das Recht sondern die Gerechtigkeit siegt? Dann dürften Sie mit Vorsicht Liebensgefahr! auf Ihre Kosten kommen.
16.) Sie haben genug Literatur á la »heile-Welt-dutzi-dutzi-wir-haben-uns-alle-lieb-Manier« gelesen und Sehnsucht nach etwas Kräftigerem? Dann sind Sie mit Vorsicht Liebensgefahr! fündig geworden.
17.) Sie sind schon von der Delle in der Zahnpastatube genervt, welche Ihr Mann zu hinterlassen pflegt? Dann werden Sie nach der Lektüre von Vorsicht Liebensgefahr! wieder froh sein was Sie haben.
18.) Sie glauben nicht, dass Ihnen eine Beziehung passieren könnte, wie die der Leonore Habermann in Vorsicht Liebensgefahr!? Nun, das hätte Leonore Habermann auch nicht geglaubt.
19.) Sie möchten gerne Trendsetter sein und etwas lesen, das noch nicht Millionen anderer Leser bekannt ist? Lesen Sie Vorsicht Liebensgefahr! und glänzen Sie in Ihrem Bekanntenkreis mit einer literarischen Entdeckung.
20.) Und, last but not least, Sie möchten einfach mal wieder in einen Psycho-Thriller abtauchen, dessen Inhalt Ihnen noch nicht geläufig ist? Vorsicht Liebensgefahr!



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Mittwoch, 10. Februar 2010

Ein Krimi-Rezept? Oder ein Rezept-Krimi?

Hallo, damit die Wartezeit bis Ende Februar, wenn mein Krimi "Haarsträubend" herauskommt, nicht zu lang wird: Hier ein Krimi-Rezept. Oder ist es ein Rezept-Krimi?

Eine Rezept für Mord
Jetzt wusste Julia Bescheid. Ihr Magen klumpte sich erst zusammen, dann brach sich Wut wie ein Lavastrom Bahn. Ihr Mann Dennis hatte sein Herz für eine andere entdeckt. Ausgerechnet für Anke, ihre beste Freundin.
"Dennis hat Angst, es dir zu sagen. Er will frei sein, frei für mich. Ich sag dir das ohne ..." Anke stockte, suchte nach dem passenden Wort, "Umschweife. Wir sind schließlich moderne Menschen."
Ich bin nicht modern, dachte Julia, im Gegenteil, darin bin ich sehr altmodisch.
"Wir können doch trotzdem Freundinnen bleiben, oder?"
Statt einer Antwort stellte Julia das Handy aus und knallte es auf den Tisch. Wir haben immer alles geteilt, Anke, vom Kindergarten an. Aber meinen Mann? Das geht zu weit.
Am selben Tag musste Dennis geschäftlich nach München. "Nur für eine Nacht. Ich muss klar Schiff machen."
Julia schaute ihm nach und wusste, das Schiff hieß Anke.
Ihr Entschluss stand fest. Sie wunderte sich nur, wie ruhig sie blieb. Sie räumte auf, wischte Staub, Dennis‘ Mantel musste in die Reinigung. Sie rollte den Trenchcoat zusammen und steckte ihn stattdessen in die Mülltüte. In der Nacht schlief sie tief und traumlos. Nur kurz vorm Einschlafen dachte sie, beinahe belustigt: Was mögen die beiden wohl gerade essen?
An ihrem zehnten Hochzeitstag machte Julia, was sie an allen übrigen gemacht hatte: Waldorfsalat. Sie war Dennis eine gute Frau, war in mageren Zeiten anspruchslos, als es ihnen besser ging, nie anspruchsvoll gewesen. Ihm zuliebe hatte sie auf die tolle Stelle bei der Softwarefirma verzichtet. "Das ist hundsgemein! Wie Ankes Gerede vonwegen modern."
Anke war dieser mondäne Typ, der Männer anzog. Aber im Kochen bin ich besser, Julia lächelte, darin bin ich nicht zu schlagen.
Es war so einfach. Sie grub die Knollen aus, brach noch ein paar Blätter ab, als nette appetitliche Dekoration. Für solche Kleinigkeiten hatte Dennis einen Blick und sie immer gelobt.
"Wirklich, von Sellerie nicht zu unterscheiden." Mit dem Salatbesteck mischte sie die zerkleinerte Knolle unter die übrigen Zutaten, gab die Mayonäse darüber. Nur das Abschmecken schenkte sie sich diesmal. Dafür dekorierte sie das Sträußchen Blätter am Schüsselrand.
Sie erntete abends das Lob, das ihr gebührte.
"Julia, super und wunderschön hast du alles wieder gemacht. Die Blumen, die Kerzen."
Sie füllte Dennis den Teller. Sie senkte die Wimpern, als er den ersten Bissen nahm. Ihr zuckte es in den Fingern, aber sie hielt ihn nicht zurück.
Schon nach wenigen Minuten klagte er, sein Mund sei so gefühllos. Ihm wurde übel. Er erbrach sich, bekam Sehstörungen, konnte nicht mehr hören. Eine halbe Stunde später war alles vorbei.
Julia saß vor ihrem Teller mit Waldorfsalat. Sie hatte keinen Bissen angerührt.
Als es klingelte, öffnete sie ohne jede Panik. Anke.
Die Freundin fand es wohl normal, ihr den Mann wegzunehmen und trotzdem vorbeizukommen. Einfach so. Anke war eben ein moderner Mensch.
"Was willst du?" Julia trat einen Schritt zurück.
Die Freundin folgte ihr in den Flur, und Julia traute ihren Augen nicht. Ankes Wimperntusche war verlaufen, ihr Gesicht vom Weinen geschwollen. „Ist er schon da?“
"Dennis? Wieso? Ja." Julia wich bis an die Wand zurück. Aber es gab kein Ausweichen. Anke legte ihr die Hände auf die Schultern.
"Julia, du musst mir verzeihen. Ich fühlte mich wohl ein bisschen einsam. Und da war Dennis." Ihr Blick wurde eindringlicher. "Das hätte nicht passieren dürfen. Schließlich bist du meine allerbeste Freundin."
Julia spürte, wie sich die Wut wieder in ihrem Magen zusammenklumpte. Anke hatte ihr Leben zerstört. Und das von Dennis. Sie nahm die Hände von ihren Schultern."Was willst du?"
"Ich dachte, wenn zwischen Dennis und dir wieder alles in Ordnung ist, dann könnten wir Freundinnen bleiben, du und ich. Um der alten Zeiten willen." Anke wagte einen ihrer schmelzenden Augenaufsch1äge.
Er verfehlte seine Wirkung. "Dennis war gestern doch deinetwegen in Düsseldorf."
""m Schluss zu machen, weil er dich liebt und keine andere.“ Anke errötete. "Das hat er dir ja bestimmt schon selbst gesagt."
"Er ist noch nicht dazu gekommen." Julia ging ins Wohnzimmer, wo ihr Mann Dennis tot am Boden lag. Sie überhörte Ankes Schreckensschrei, nahm einen Teller aus dem Schrank und stellte ihn auf den Tisch.
"Julia, um Himmels willen, was ist passiert?"
"Das erzähle ich dir gleich", sagte Julia. Sie drückte Anke auf den Stuhl. "Aber jetzt setz dich erstmal und iss meinen Waldorfsalat."

Elke Müller-Mees
Autorin von "Blutfährte" Droste Krimi ISBN 978-3-7700-1324-1
http://www.mueller-mees.de/

Die Bücher von Elke Müller-Mees

Montag, 28. Dezember 2009

Leseprobe zu "Maskerade des Todes"

Manchmal wird man in eine Geschichte regelrecht hineingezogen, da genügen schon wenige Sätze. Mal sehen ob dies mit diesen doch etwas vermehrt vorhandenen Sätzen ebenfalls gelingt.
Wohlgemerkt, dies ist nicht das gesamte 1. Kapitel. Da kommt noch mehr!




1. Kapitel


Rokokoklänge schwebten durch den Saal, bis hinauf auf die Galerie, die spritzigen Klänge schienen in Form von Lichtspiralen für das menschliche Auge sichtbar zu werden. Gleich fröhlich springenden Lichtpunkten erfüllten sie die duftgeschwängerte Luft. Die in allen Regenbogenfarben schillernden Kristalle des riesigen Lüsters brachen das Licht in tausend strahlende Sterne, die funkelnd an den Wänden tanzten.
Die Stimmung des Maskenballes war bereits auf dem Höhepunkt angekommen. Mitgerissen von Musik und Alkohol taumelte die fröhliche, bunt maskierte Menge losgelöst durch die Nacht. Der Festsaal wurde erfüllt von Lachen und einem undefinierbaren Stimmengewirr. Die Szenerie war berauschend. Venezianische Kostüme, wohin das Auge blickte. Eine farbenfrohe Schar von Gauklern wogte durch die Räume des hochherrschaftlichen Hauses und erging sich in sinnloser Genusssucht.
Eine gewisse Neigung zur Dekadenz konnte man den Anwesenden nicht absprechen. Ohne Hemmungen wurde dem Alkohol zugesprochen, Kaviarhäppchen in nahezu unanständigen Mengen verdrückt und geraucht, was die Lunge aufnehmen konnte.
Die Vielfalt der aufwendigen Kostüme ließ ein Wirrwarr an Eindrücken im Auge des Beobachters entstehen. Es ergab sich manch ungewöhnliche Gruppierung, bestehend aus Personen unterschiedlichster Ausstrahlung, die begründet durch ihr jeweiliges Kostüm an diesem einen Abend einen Lebensstil ausdrücken durften, der ihnen im wahren Leben so fernlag, wie eine fremde Galaxie.
Die kantige Maske des Bauta stand neben dem Dottore mit der Schnabelnase, ebenso gesellte sich die elegante Halbmaske der Comica zum schwarz-weißen Domino. Es tanzten die federgeschmückten Damen mit den Herren, die als langnasige Zanni oder harlekinähnliche Jollone verkleidet waren.
Der Blick über die Balustrade offenbarte Caitlin eine beinahe uneingeschränkte Aussicht auf das feiernde Volk im Saal unter ihr. Ihre hinter einer rot-goldenen Halbmaske funkelnden braunen Augen verfolgten das Geschehen aufmerksam. Sie suchten das Augenscheinliche, das Auffällige, die böse Absicht hinter der Maske des Guten.
In der perfekten Verkleidung als Colombina mischte sie sich ihrem Auftrag getreu an diesem Abend unter die Gäste. Sie hätte eine dezentere Maskerade vorgezogen, doch ihr Auftraggeber ließ ihr das blutrote Kostüm mit dem weiten Rock zukommen und in Ermangelung einer venezianischen Nacht angemessenen Verkleidung ließ sie sich auf das Rokokokostüm ein.
Zu ihrem eigenen Erstaunen war sie in dieser Maskerade tatsächlich kaum noch wiederzuerkennen. Ihre braune Mähne mithilfe eines Lockenstabes zu einer Masse an Korkenzieherlocken in Form gebracht, auf dem Hinterkopf zusammengebunden, wirkte sie wie die leibhaftige Wiedergeburt einer lebensfrohen Dame, die dieser Zeit entsprungen zu sein schien. Die kunstvoll verschnörkelte Maske mit weißen und roten Rauten, umrahmt von goldenen Spitzen und liebevoll detailgetreu verziert mit gemalten Musiknoten gab ihrem Aussehen eine Spur von Verspieltheit. Wer sollte hinter diesem Bildnis reinster Weiblichkeit schon einen bewaffneten Detektiv erwarten?
Und doch befand sich unter dem knöchellangen Rock an ihrer rechten Wade eine kleine jederzeit einsatzbereite Pistole. Sie war nicht zu ihrem Vergnügen hier. Auch wenn sie sich eingestehen musste, dass sie tatsächlich so etwas wie Vergnügen bei diesem Auftrag empfand.
Ganz gegen ihre Erwartung stellte sich die Veranstaltung nicht als überkandidelte Party für reiche Emporkömmlinge dar. Hier versammelte sich der alte Adel mit Familiennamen, die älter waren als das Gebäude, in dem sie sich derzeit befanden. Und das wies immerhin einen Steinquader über dem Türstock auf, der mit der eingemeißelten Inschrift „Anno 1638“ auf sein Entstehungsjahr verwies.
Die wenigen Neureichen waren leicht aus der Menge herauszufiltern. Am besten zu erkennen an den vielen Hinweisen im Verlauf eines Gesprächs auf Besitztum in Form von nahezu unbezahlbaren Kunstgegenständen, Schmuck, Autos, Immobilien. Geradezu eine Einladung an jeden Dieb, sich demnächst einmal in deren Häusern umzusehen.
Angelegentlich ließ sich Caitlin zu Beginn des Abends durch die Menge treiben. Schnappte hier einen Gesprächsfetzen auf und erblickte dort eine lohnende Beute am Hals einer aufwendig herausgeputzten, maskierten Dame. Nach Kurzem gab sie es auf, die Werte, die hier offen zur Schau getragen wurden, hochzurechnen. Kein Wunder, dass der Gastgeber um die Reichtümer seiner Gäste und vor allem um den unbezahlbaren Diamanten seiner Frau fürchtete.
Und genau an diesem Punkt kam sie ins Spiel. Caitlin Napier, Privatdetektivin, in ihrem Berufszweig eine anerkannte Spezialistin für Diebstahls Vor- und Nachsorge sowie die damit verbundene Wiederbeschaffung von Diebesgut.
Mark MacBannister, aktueller Auftraggeber und steinreicher Finanzjongleur kam eines Tages in ihr bescheidenes Büro und verkündete, dass er einen Tipp bekommen hätte. Der Diamantanhänger seiner Frau solle das Ziel eines Raubes werden. Da sich hierfür der venezianische Abend geradezu anbot, bei all dem Trubel, der dann in seinem Haus herrschen würde, kam er zu dem Schluss, dass es das Klügste wäre, eine erfahrene Person als drittes Auge zu engagieren.
Das Erstaunen über die emanzipierte Entscheidung eine Frau für diesen Job zu wählen hielt sich nur sehr kurz. Dann folgte die Erklärung seitens MacBannisters, dass er hoffe, sie könnte sich unauffällig den ganzen Abend, als Freundin der Familie getarnt, an die Fersen seiner Frau heften und ein wachsames Auge auf den Schmuck haben. Für die echte Überwachungsarbeit habe er natürlich ein richtiges Wachunternehmen engagiert, dessen Männer sich an den Ausgängen postieren würden.
In Caitlins Augen eine falsche Entscheidung. Ein geübter Dieb kam niemals auf die Idee, das Gebäude durch eine der Türen zu verlassen. Dass der Diebstahl eines derart auffälligen Stückes nicht lange verborgen blieb, war selbstverständlich. In der allgemeinen Aufregung nach Entdeckung des Verlustes war es für den Dieb wesentlich einfacher durch ein Fenster, oder über das Dach zu entkommen.
Sie beließ den leicht blasiert daherkommenden MacBannister in dem Glauben sie würde den gesamten Abend, gleich einem treuen Schoßhund neben seiner Frau verweilen, und schmiedete währenddessen bereits an einem weitaus besseren Plan.
Und genau diesen setzte sie im Augenblick in die Tat um. Im Vorfeld besorgte sie sich eine Gästeliste und nahm die geladenen Personen genauestens unter die Lupe. Was bei einer Menge von knapp über vierhundert Leuten keine Kleinigkeit war. Aber es kam nicht auf ihren Lebenslauf oder Ähnliches an, sie benötigte einen Blick auf Alter und Gesichter, um später die Möglichkeit zu haben Vergleiche mit den Anwesenden anzustellen. Und sollte da auch nur ein Gesicht auftauchen, das dort nichts zu suchen hatte, war sie fündig geworden und konnte den Dieb festnageln, ehe auch nur Diamantstaub verschwunden war.
Natürlich verfügte sie nicht über ein derart ausgezeichnetes Gedächtnis, sich alle vierhundert Gesichter einprägen zu können. Aber die moderne Technik in Form eines Handys, ausgestattet mit Speicherkarte machte es möglich Fotos jederzeit griffbereit zu haben. Frühzeitig wurden zu alte Personen aus der Liste herausgenommen, die restlichen 280 jüngeren Kandidaten kamen in die engere Auswahl. Von diesen fanden letztendlich nur etwa 75 Personen ihren Weg auf die SD-Karte, da die anderen 205 zur Prominenz der Stadt zählten und es mehr als unwahrscheinlich anmutete, dass einer von ihnen ein professioneller Dieb sein könnte. Immer noch eine fast unkontrollierbare Menge an möglichen Dieben, aber immerhin ein Anfang.
Bereits eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung postierte sich Caitlin unauffällig im Eingangsbereich und wartete auf ihren Einsatz. Mit Eintreffen der ersten Gäste begann der Gedächtnismarathon.
Manche Gesichter erkannte sie ohne Vergleich mit den Handydaten, an anderer Stelle sah sie sich gezwungen auf ihr kleines Hilfsmittel zurückzugreifen. Letztendlich musste sie nach Eintrudeln der letzten geladenen Gäste erkennen, dass sie sich reichlich viel vorgenommen hatte. Zwar war ihr niemand direkt ins Auge gesprungen, aber sie musste nach kurzer Zeit feststellen, dass es ein Ding der Unmöglichkeit darstellte, schnell genug auf jedes Foto zuzugreifen, um einen Vergleich anstellen zu können.
Besonders kompliziert gestaltete sich hierbei die Maskierung. Anhand von Augenpartien, Gesichtsstrukturen und besonderen Kennzeichen, wie Leberflecken und Ähnlichem konnten bestimmte Personen vergleichsweise problemlos herausgefiltert werden. Doch es blieb der überwiegende Rest an Menschen, die an diesem Abend kaum zu unterscheiden waren.
Ein wenig ratlos brachte Caitlin anschließend eine Weile in der unmittelbaren Nähe der Gastgeberin zu, ganz wie es sich der treu sorgende Gatte vorgestellt hatte.
Dieser Zustand war jedoch in ihren Augen untragbar und wenig konstruktiv. Daher kappte sie nach etwa eineinhalb Stunden das selbst auferlegte Schlepptau und bewegte sich unauffällig über die breite Treppe nach oben, zu der Balustrade, die den Saal fasst vollständig umlief. Sie suchte sich eine Stelle, von der aus sie einen guten Rundblick über das Geschehen hatte, und behielt die lilafarben gekleidete Gastgeberin, mit ihrer auffälligen Federmaske im Blick.
Diese schien ihren Schutzengel längst vergessen zu haben und vermisste ihn auch nach einer weiteren Stunde nicht. Wäre die fröhliche Musik im Stile von Rondo Veneziano nicht unablässig ein Begleiter Caitlins gewesen, sie hätte fast so etwas wie Langeweile empfunden. Es war eben doch ein Unterschied, ob man nur stundenlang an einer Balustrade lehnte und das tobende Leben um sich herum ausschließlich beobachtete, oder ob man am Leben aktiv teilnahm.
Das lila Zielobjekt bewegte sich unablässig zwischen Tanzfläche und Gruppen von Gästen hin und her, wogte durch den Raum gleich der Gezeiten des Meeres. Immer in ein unwirkliches Licht getaucht, das der Diamant an ihrem Hals erzeugte. Das elektrische Licht der Kandelaber brach sich in den Prismen des Edelsteines und erzeugte so einen Regenbogeneffekt auf seiner Besitzerin.
Hin und wieder leistete sich Caitlin den Luxus den Blick über die Menge schweifen zu lassen, um nach auffälligen Personen Ausschau zu halten. Dass einzig auffällige blieben jedoch die aufwendigen Kostüme der Gäste. Niemand schien sich in irgendeiner Form verdächtig zu benehmen oder allzu häufig den Kontakt zu der diamantenen Versuchung aufzunehmen.
Der Reigen aus Farben und Düften umschwebte Caitlin lullte ihren wachen Geist jedoch keinen Augenblick des Abends ein. Sie nahm in aller Deutlichkeit wahr, wenn ein Raucher an ihr vorbeiging und eine Duftnote von erkaltetem Rauch hinter sich herzog. Sie sog die verschiedenen sündhaft teuren Damendüfte in ihre empfindliche Nase ein und verdrängte so gut es ging manch ekelerregenden Schweißdunst aus ihrem Gedächtnis. Sie lauschte dem Klirren von aneinander schlagenden Kristallgläsern, vernahm das glockenhelle Lachen mancher Dame und die herben männlichen Lacher.
Plötzlich wurde ihre Aufmerksamkeit auf eine einzelne Person gelenkt, die den Raum von ihr unbemerkt durch eine der Terrassentüren betreten haben musste. Seine Hand ruhte noch auf dem Türgriff, sein Blick glitt suchend über die Menge aus Menschenleibern.
Es war unnötig ihr Handyfotoarchiv zu aktivieren, um einen Vergleich mit dieser Person anzustellen. Dieser Mann war zweifelsohne nicht darin enthalten, sie hätte sich die auffällige Gestalt eindeutig eingeprägt.
Er maß mit Sicherheit an die 1,90 Meter, war breitschultrig und ausgesprochen gut gebaut. Die sportliche Statur fiel vor allem durch die perfekte Körperhaltung auf. Stolz und aufrecht überragte er die meisten der um ihn Herumstehenden.
Sein schwarzes schulterlanges Haar trug er in einem der Zeit seines altertümlichen Kostüms angemessenen im Nacken zusammengefassten Pferdeschwanzes. Von seinem Gesicht war so gut wie nichts zu erkennen. Die geschickt gewählte Maskerade, bestehend aus einer Vollmaske in Gestalt des Volto, in den Farben Gold-grün-schwarz verdeckte sein gesamtes Gesicht. Doch damit nicht genug, er trug einen Dreispitz, den er keck leicht nach hinten geneigt auf seinem Haupt platziert hatte.
So sehr sich Caitlin von ihrem Platz aus auch anstrengte, sie konnte unmöglich einen Eindruck seines Gesichtes gewinnen. Die Augen wurden von jeweils einer grünen und einer schwarzen Raute umspielt, ebenso wie die Kinnpartie der Maske seitenverkehrt jene Rauten aufwies und seinem optischen Versteckspiel damit weiter Vorschub leistete.
Im Gegensatz zu den meisten Kostümen erschien das seine eher unauffällig. Erst auf den zweiten, genaueren Blick hin konnte man erkennen, dass es sich bei der Farbe seiner engen Hosen, die in kniehohen Reiterstiefeln ausliefen, nicht um Schwarz handelte. Sie waren moosgrün, schillerten nur, wenn das Licht sich im richtigen Winkel brach. Die eng anliegende, ebenfalls dunkelgrüne Uniformjacke wurde von goldenen Litzen auf der Brust zusammengehalten. Ein weiter schwarzer Umhang umfloss seine beeindruckende Gestalt als er sich wie es schien nach einer kleinen Ewigkeit in Bewegung setzte und unter das Volk mischte.
Neben ihm wirkten die anderen Gäste trotz ihrer auffälligen Kostüme geradezu blass und nichtssagend. Seine eleganten Bewegungen erweckten den Eindruck, als würde er eher schweben denn gehen. Merkwürdigerweise schien seine imposante Erscheinung keinem der Umstehenden bemerkenswert genug, um auf ihn aufmerksam zu werden. Sie ignorierten seine Gegenwart vollständig.
Wie hypnotisiert verfolgte Caitlin von ihrem Aussichtsposten aus seinen Weg durch die Menge. Es wirkte, als würde er ganz unmotiviert neben dem einen oder anderen Gast stehen bleiben, um ein Weilchen dessen Gespräch zu verfolgen. Nur um sich dann wieder in Bewegung zu setzen und kurz darauf neben einem anderen falschen Venezianer zu verweilen, um das Spiel des Lauschens zu wiederholen.
Konzentriert beobachtete sie jede seiner Bewegungen. Sie erwartete jeden Augenblick einen seiner Arme unter dem Umhang auftauchen zu sehen, um geschickt unbemerkt ein kostbares Schmuckstück von Hals oder Arm seines Besitzers zu entfernen.
Doch nichts dergleichen geschah. Sein Interesse schien ganz und gar den Gesprächen zu gelten.
Wieder verharrte er im Stillstand und beugte den Kopf leicht nach vorne, als wäre diese Unterhaltung von besonderem Interesse für ihn. Dann geschah es in einem Sekundenbruchteil. Seine bisher unsichtbare, schwarz behandschuhte Hand tauchte unter dem Umhang auf.
Bis in die Zehenspitzen gespannt verfolgte Caitlin die Bewegung seiner Hand. Allerdings raubte er nicht etwa die herrlichen Ohrringe der Dame zu seiner Rechten, die wahrlich ein verlockendes Objekt gewesen wären. Nein, seine Hand verweilte für einen kurzen Augenblick in der Luft auf Höhe ihres Hinterkopfes, nur um sich dann zur Faust zu ballen und wieder unter dem Umhang zu verschwinden.
Ähnliche Szenen wiederholten sich noch mehrmals auf seinem Weg durch den Saal. Niemals berührte er eine der Personen, immer schwebte seine Hand etwa zehn Zentimeter über Punkten des Körpers des jeweiligen Gastes, nur um dann ungenutzt wieder unter dem Umhang Schutz zu suchen.
Seine Schritte führten ihn während Caitlins heimlicher Observierung nicht einmal in die Nähe ihres Schutzobjekts. Die Hausherrin hielt sich am anderen Ende des Saales auf und trug weiterhin unangetastet ihren Diamanten.
Trotzdem gab sein Verhalten Caitlin Rätsel auf. Seine fliesenden Bewegungen trugen ihn in Richtung der großen Treppe, dann änderte er unvermutet seinen Weg und verschwand aus ihrem Blickwinkel. Er musste sich nun direkt unterhalb ihres Beobachtungspostens befinden.
Hastig beugte sie sich über die Brüstung und suchte in der wogenden Menge unter sich nach seiner markanten Erscheinung. Von ihrem Platz aus konnte sie nun nur noch seinen Kopf mit dem Dreispitz von oben erkennen. Der Umhang umspielte seinen Körper derart geschickt, dass er aus Caitlins Position vollkommen schwarz geworden zu sein schien. Wenn sie sich nicht auf den Dreispitz konzentrierte verschmolzen seine Konturen unweigerlich mit dem schwarz-weißen Schachbrettmuster des Marmorbodens.
Er wurde umringt von einer Gruppe gackernder, verwöhnter Millionärstöchter, doch keine Einzige schien ihn wahrzunehmen. Sie plapperten weiter, kicherten hinter vorgehaltener Hand und stießen sich scherzhaft in die Rippen. Aber nicht er war der Grund ihrer Heiterkeit. Ein jüngerer Mann, weitaus weniger attraktiv, schien die gesammelte Aufmerksamkeit der Hühner auf sich gelenkt zu haben. Kaum dass er sich ihnen zuwandte, begannen sie ihn in ein Gespräch zu verwickeln. Nicht eine der aufwendig herausgeputzten Damen nahm den Mann mit dem Dreispitz wahr. Wie war das möglich?
Caitlin beugte sich noch ein wenig weiter über die Balustrade hinaus, um besser sehen zu können.

©Sylvia Seyboth

Meine Romane auf amazon:
Vampir in Untermiete: O`Donaghue-Chroniken Teil 1
Rebellion der Vampire: O`Donaghue-Chroniken - Teil 2
Maskerade des Todes
Seele im Glashaus

Meine Internetseite:
http://www.sylviaseyboth.cms4people.de/

Sonntag, 13. Dezember 2009

Krimi: Elke Müller-Mees stellt sich vor

Ein Gedicht passend zur Jahreszeit:

Kerzenschein und Plätzchenduft,
Weihnachten liegt in der Luft.
Ja, das Christkind kommt nun bald
aus dem weißen Winterwald.
Drum zünden wir die Kerzen an,
damit es uns auch finden kann.


Der Anfang ist das Wichtigste beim Schreiben. Deshalb hier also der Anfang meines Krimis „Blutfährte“. Er verrät natürlich nicht, was folgt, aber …

1. KAPITEL

Kurt Alexi verlangsamte das Tempo, keuchte. Verdammt, nur eine Runde im Nordpark! Er fuhr sich mit dem Handrücken über die Stirnglatze. Sein Sweatshirt war klitschnass, sein Schweiß roch beißend. Nach Mäusepisse.
Weniger rauchen, dachte er. Aber sein innerer Schweinehund winkte ab. He, und was ist mit den zwei, drei Flaschen Altbier am Abend? Den Chips? Willst du auf die etwa auch verzichten?
Außerdem war es kein Wunder, dass er bei diesem lauen Novemberwetter aus allen Poren schwitzte. Im Schein der Straßenlaternen glänzte das Pflaster. Eine Decke aus feuchtwarmen Schwaden von Nebel und Abgasen lag über der Stadt.
Alexi lief um die Ecke, trabte an den Häuserfronten entlang. Noch hundert Meter, dann hatte er es geschafft. Kurz duschen, dann den Fernseher an und die Füße hoch. Gut, manch einer mochte das langweilig finden. Ihm gefiel das gar nicht so schlecht. Eines Tages würde er ganz groß herauskommen. Dann würden sich alle wundern.
Er überquerte auf Höhe der U-Bahn-Station die Kaiserswerther Straße und bog rechts in die Friedrich-Lau-Straße ein. Das Erste, was er sah, war die Martinslaterne, Sterne und ein dicker Mond. Dann bemerkte er den Schatten auf dem Bürgersteig. Ein Bündel Lumpen, das jemand auf dem Weg zum Container fallen gelassen hatte? Ein Mantel? Alexi zwinkerte. Ein Besoffener. In dieser Gegend? Er lächelte hämisch und verfiel in Schritt.
Blondes Haar, der Rock war hochgerutscht, das linke Bein angewinkelt. Im Ausschnitt der Bluse wohlgeformte Brüste. Das gefiel Alexi. Plötzlich gefror das anzügliche Grinsen auf seinem Gesicht. Er schluckte einmal, zweimal. Er legte den Kopf in den Nacken und starrte nach oben. Vier Stockwerke. Wer von da oben hier unten ankam, konnte nur noch ein Haufen Fleisch, Knochen, Blut und verspritzte Gehirnmasse sein.

Elke Müller-Mees.

Das sei verraten: Ich bin Autorin zahlreicher Bücher und lebe als freie Schriftstellerin in Mülheim an der Ruhr.

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