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Sonntag, 27. September 2015

297 »Riesige Scharrzeichnungen geben Rätsel auf!«,

Teil 297 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein



Foto 1: Astronaut.. Gott.. oder?
Angefangen hat es am 27. Juli 1978 in Chicago. Damals hielt ich im Rahmen der 5. Weltkonferenz der A.A.S. (»Ancient Astronaut Society«) einen Vortrag mit dem Titel »Rock drawings of Val Camonica« (»Felszeichnungen von Val Camonica«).  Ich zeigte Dutzende von Felszeichnungen, die meiner Meinung nach fremdartige Wesen in Raumanzügen darstellen.

Noch heute bin ich davon überzeugt, dass diverse Gravuren aus dem Val Camonica im nördlichen Italien astronautenartige Gestalten zeigen, die Raumanzüge tragen, scheinbar schwerelos schwebend. »Helme«, wie sie typisch sind für Astronauten unserer Tage fehlen auf diesen Jahrtausende alten Steingravuren nicht.

Besondere Beachtung fand eine steinzeitliche Gravur, die einen Riesen mit Geweih darstellt. Am Arm des Giganten schlängelt sich eine Schlange. Neben dem steinzeitlichen »Goliath« wurde ein Mensch in den Stein graviert, der die wahrhaft ungewöhnlichen Ausmaße des Kolosses verdeutlichten.

Foto 2: Riese und Mensch
»Kennen Sie den riesigen Außerirdischen, der in England vor Jahrtausenden verewigt wurde?«, fragte mich ein Teilnehmer der Tagung. »Sie meinen den Riesen von Cerne Abbas?«,  wollte ich wissen. »Derr ist fast 60 Meter groß, befindet sich nördlich von Dorchester, Grafschaft Dorset? Ich glaube aber nicht, dass das ein Astronaut sein soll. Der dargestellte Mann hält eine riesige Keule hoch erhoben und ist komplett nackt. Sein Penis misst mehrere Meter…«

Ungeduldig fiel mir mein Gesprächspartner ins Wort. »Diese heidnische Darstellung kenne ich auch. Vermutlich gehört sie zu einem uralten Fruchtbarkeitskult… Davon spreche ich nicht! Irgendwo in England gibt es noch so eine riesenhafte Gestalt, vergleichbar mit dem Koloss von Cerne Abbas. Aber die zeigt keinen Herkules oder so eine Gestalt, sondern einen Außerirdischen!« Viel mehr wusste mein Gesprächspartner nicht. Auch der ominöse »Außerirdische« sei – wie der Riese von Cerne Abbas – eine Art »Scharrzeichnung«. Die berühmtesten Scharrzeichnungen dieser Welt befinden sich in Peru, auf der Ebene von Nasca. Vor rund 2 000 Jahren wurden dort neben schnurgeraden »Pisten« Bilder von Tieren in den Boden gekratzt. Genauer gesagt scharrte man die dunkle obere Schicht weg, bis der hellere Untergrund sichtbar wurde. So entstanden zum Teil riesenhafte Bilder, die man fast ausschließlich nur vom Flugzeug aus in ihrer Gesamtheit überblicken kann.

Foto 3: Der Riese von Cerne Abbas
Nach dem gleichen Prinzip wurden auch in England Bilder vergleichbarer Größe geschaffen. Man entfernte das Erdreich, bis man auf den darunter liegenden Kalkstein freigelegt hatte. Auf diese Weise entstanden Bilder wie der »Riese von Cerne Abbas« oder das nicht minder berühmte »Pferd von Uffington«. Ich wollte mit Detailwissen beeindrucken. »Das weiße Pferd von Uffington musste ja erst wieder rekonstruiert werden, weil es wieder unter Erdreich verschwunden, überwachsen war…«

Mein Gesprächspartner wurde langsam ungeduldig und unwirsch. »Was interessieren mich Pferde und nackte Riesen! Ich spreche von der gigantischen Darstellung eines Außerirdischen, die vor Jahrtausenden in England entstand!« Als ich eingestehen musste, noch nie von dieser Abbildung im Erdreich gehört zu haben, wurde auf die »kurze Mittagspause« verwiesen. Hunderte von Kongressbesuchern hatten es nun sehr eilig, einen Platz im Restaurant zu finden und mein Gesprächspartner verschwand in der Menschenmenge in einem Meer aus wogenden Köpfen. Natürlich wollte ich weitere Informationen erfragen, doch der Herr war verschwunden.

Seit 1978 habe ich zahlreiche Vorträge auf Weltkonferenzen der A.A.S., aber auch auf »One-day-meetings« dieser Gesellschaft gehalten. Immer wieder sind bei solchen Veranstaltungen Menschen auf mich zugetreten, haben mir Zettel mit »wichtigen Hinweisen« zugesteckt oder mir den »definitiven Beweis« versprochen. So mancher Hobbyforscher weihte mich in manchmal recht obskure »Geheimnisse« ein. Ich habe aber immer versucht, allen Hinweisen – soweit das überhaupt möglich war – nachzugehen. Immer wieder erwiesen sich Angaben als falsch, spannend erscheinende Spuren als Sackgassen. Was den »riesenhaften Außerirdischen« angeht, so war ich mehr als skeptisch.

Foto 4: Das weiße Pferd von Uffington

Am Nachmittag sollte es weiter gehen im Programm. Um 13 Uhr stand Walter Raymond Drake auf dem Programm. Titel seines Vortrags: »Messengers from the Stars« (»Botschafter von den Sternen«). Am Eingang steckte mir mein Gesprächspartner vom Vormittag eine Fotografie höchst bescheidener Qualität zu, die angeblich den »Außerirdischen von England« zeigte und verschwand im Getümmel.

Foto 5: Der »Astronaut« von Nasca
Angefangen hat es am 27. Juli 1978 in Chicago…. Mit einem schlechten »Foto«. Zu »erkennen« war nicht viel. Da war ein ovales Gesicht mit Augenbrauen, Augen, Nase und einem angedeuteten Mund. Mit viel Fantasie konnte man dieses Gesicht als Sichtfenster eines »Raumanzugs« interpretieren. Allerdings schien die nur von der Gürtellinie aufwärts auszumachende Gestalt nackt zu sein. Da aber auch außerirdische vor Jahrtausenden nicht nur einen Raumfahrerhelm trugen und ansonsten sicherlich nicht nackt waren, konnte ich in der Bodenzeichnung (so es eine war) nichts Extraterrestrisches erkennen. Eine gewisse Ähnlichkeit mit dem »Astronauten«, dessen riesenhafte Gestalt an einem Berghang von Nasca in den Borden gescharrt worden war, gab es allerdings.

Was war von der ganzen Sache zu halten? 1978 begann meine mühsame Recherche, die auch tatsächlich zu einer faszinierenden Erkenntnis führte…. Nach Jahrzehnten!

Bis heute nicht geklärt sind Fragen zu Riesenbildern von Nasca und England. Wenn man im Flugzeug über der Ebene von Nasca kreist drängt sich eine Vermutung auf. Wurden diese riesenhaften Kunstwerke nicht für irdische sondern außerirdische Beobachter geschaffen? Sollten sie aus großer Höhe sichtbar und erkennbar sein? Sollten sie Botschaften an reale oder imaginäre »Götter« vermitteln? Tatsache ist, dass die oft kilometerlangen »Linien« von Nasca aus dem All zu erkennen sind, als einzige von Menschen geschaffene »Kunstwerke«! NASA-Aufnahmen belegen dies auf eindrucksvolle Weise!

Foto 6: Nasca aus dem All gesehen...
Die Kunstwerke von Nasca haben die Jahrtausende überdauert, weil die Wüstenregion für landwirtschaftliche Nutzung vollkommen uninteressant war und ist. Auch regnete es in jener Region so gut wie gar nicht. Das scheint sich aber inzwischen geändert zu haben. Seit Jahren werden immer wieder Nasca-Bilder durch Regenschauer mit Erdreich überdeckt.

Wie viele Riesenbilder es einst in England gegeben hat, wissen wir nicht. Bedingt durch ein vollkommen anderes Klima und Pflanzenwuchs verschwanden wohl viele wieder im Erdreich und warten darauf, entdeckt zu werden. Andere wiederum wurden vermutlich bewusst zerstört, weil man sie mit heidnischen Götterkulten in Verbindung brachte. Bei Recherchereisen durch England notierte ich verschiedene mündlich tradierte Erzählungen, wonach die Riesenpferde Teile »böser Hexenkulte« waren. Und diese »Hexenkulte« wurden offenbar vom Bodenpersonal des christlichen Gottes als gefährliche Konkurrenz angesehen. Eduard August Schröder schrieb bereits 1890 (1):

»Die altdeutsche Hexe, hagazisse (von hag, Hain), war ursprünglich Hainpriesterin oder vielleicht eine Art Waldgöttin; wohl glaubten die alten Germanen daran, dass sie Wettermacherinnen seien, doch das Prinzip des Bösen, der Teufel, wurde erst nach der Christianisierung der germanischen Welt mit den Hexen in Verbindung gebracht, und zwar aus einem ganz wohlgemeinten Grunde: Man wollte die jungen Christen abhalten, insgeheim an den Waldfesten der heidnischen Germanen, die des Nachts stattfanden, teilzunehmen. Später wurde Todesstrafe auf die Beteiligung an heidnischen Versammlungen gelegt und der Hexenprozess wuchs zu seiner Ungeheuerlichkeit mit dem Glauben an den Hexensabbat, das Hexenabendmahl, die Hexenfahrt und dergleichen mehr, ja die Verblendung ging so weit, dass sich Leute fanden, die den Hexenglauben allen Ernstes wissenschaftlich, freilich pseudowissenschaftlich, behandelten.«

Noch vor wenigen Jahrzehnten sollen sich kinderlose Menschen auf dem in den Boden gegrabenen Riesenpenis des Giganten von Cerne Abbas gepaart haben, in der Hoffnung, an diesem besonderen Ort endlich Nachwuchs zeugen zu können. Wie erfolgreich diese Bemühungen waren, lässt sich nicht ermitteln.

Literaturempfehlung

Foto 7
Prem Ursula (Hrsg.) und Schröder, Ernst-August: »Das Recht im Irrenwesen«, Zürich und Leipzig 1890 Neuausgabe durch Ursula Prem 2015

Fußnote

(1) Eduard August Schröder: Das Recht im Irrenwesen, Zürich und Leipzig 1890, Neuausgabe durch Ursula Prem 2015. Als Quelle diente die von Ursula Prem herausgegebene E-Bookausgabe des wichtigen Buches.

Fotos

Foto 1: Einer der »Astronauten von Val Camonica«. Foto
Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Riese mit Geweih. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Der Riese von Cerne Abbas, wiki commons/ Angelus
Foto 4: Das weiße Pferd von Uffington. Foto Archiv Langbein
Foto 5: Der »Nasca-Nasca Astronaut«, Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Nascaebene vom Weltraum aus aufgenommen NASA
Foto 7: Buchcover » Das Recht im Irrenwesen«

298 »Wie aus einem Riesen-Krieger eine Riesen-Göttin wude!«,
Teil 298 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 04.10.2015

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Montag, 24. März 2014

Fido Buchwichtel, das Wichtelkind Polli und ein armes Menschenkind

Hallo liebe Leute!
Habe ich schon mal erwähnt,
dass ich offenbar Schwierigkeiten
mit dem Selbstauslöser habe?

In einem Wald, im Schutz alter Bäume, liegt das Dorf der Wichtel. Dort lebe ich, Fido Buchwichtel und auch Polli, ein Wichtelmädchen, mit ihrer Familie. Heute möchte ich Euch von Polli erzählen. Sie ist von Natur aus ein neugieriges Wichtelkind. Und sie ist mutig. Darum wagt sie auch mehr als andere. Sie ist die einzige, die sich nahe an eine Menschensiedlung traut. Ihre Eltern dürfen das natürlich nicht wissen. So schleicht sie sich regelmäßig von zu Hause fort und läuft an den Rand des Waldes. Dort ist ein Feldweg, der zwischen dem Wald und einer Wiese liegt, und zu den Häusern der Menschen führt.

Das an sich ist nichts ungewöhnliches und hätte auch nicht Pollis Interesse geweckt. Wenn da nicht dieses Menschenkind wäre … Polli wusste mittlerweile, dass der Name des Kindes Lars ist und, dass er in eine Menschenschule geht. Seinen Namen hatte sie herausbekommen, weil seine Mutter ihn laut ruft. Überhaupt war diese Menschenmutter eine sehr laute Person. Die Art, wie sie mit Lars umgeht, gefällt Polli überhaupt nicht. »Lars komm rein!«, »Lars, wird’s bald?« Ständig schreit sie ihn an, dass es bis in den Wald schallt. Solche Umgangsformen sind in der Wichtelwelt verpönt. Wichtelmütter kommandieren ihre Kinder nicht herum. Polli hätte sich auch längst von den Menschen und auch von Lars abgewandt. Aber Lars kann zaubern und Polli wollte unbedingt hinter diesen Zauber kommen.

Darum wartet sie auch, versteckt hinter einem Baumstumpf, bis Lars von der Schule nach Hause kommt. Aus ihrem Versteck heraus beobachtet sie ihn, wie er zaubert. Bisher ist sie nicht hinter sein Geheimnis gekommen, aber sie hat dafür viel erfahren über das Leben der Menschenkinder. So lernen die schon früh, schwere Lasten zu tragen. Darum gehen sie auch langsam und mit gebeugtem Kopf einher, einen schweren Tornister auf dem Rücken schleppend. Wichtelkinder müssen das nicht. Die haben ihre Bücher in der Wichtelschule liegen. Die Menschenschule muss auch sehr streng sein, denn Polli hatte Lars noch nie mit einem fröhlichen Gesicht nach Hause gehen sehen.

Polli hatte den Baumstumpf erreicht und sah bereits Lars. Irgendetwas war aber anders als sonst. Das Wichtelkind hielt die Luft an, denn Lars kam direkt auf den Baumstumpf zu, zog den Tornister von seinem Rücken und warf ihn in Pollis Richtung, die sich nur mit einem Sprung zur Seite retten konnte. Dabei fiel sie auf den Rücken.

»Aua, kannst du nicht aufpassen, du dummer Mensch!« Im selben Moment erschrak sie, denn Wichtelkinder dürfen sich Menschen nicht zu erkennen geben. Und das aus gutem Grund, denn unvermittelt hatte Polli das Gesicht von Lars über sich, der sie mit großen Augen ansah. In diesem Moment bekam sie dann doch etwas Angst.

»Was bist Du denn?«
Polli überlegte einen Moment, nahm dann ihren Mut zusammen, ändern konnte sie jetzt eh nichts mehr an der Situation. Ein Menschenkind hatte sie entdeckt, es gab Sinn keine Ängstlichkeit zu zeigen.
»Ich bin ein Wichtelmädchen und mein Name ist Polli! Und du bist der Lars!«

»Woher weißt du das?« Lars schien ehrlich überrascht zu sein.
»Das sage ich dir, wenn du mich aufstehen lässt. Vielleicht setzt du dich auf den Baumstumpf, dann können wir uns unterhalten.«

Lars gehorchte und so stand Polli auf und stellte sich vor den sitzenden Lars.
»Jetzt ist mein Kleidchen schmutzig geworden!« Polli zupfte Äste und Blattwerk von ihren Ärmelchen.
»Bekommst du jetzt Ärger deswegen?«
Lars wirkte betroffen.
»Nein, ich darf mich schmutzig machen. Aber ich möchte es nicht. Ist auch nicht schlimm ...«
Ein Schrillen zerriss die Stille. Da war er wieder. Der Schachtelzauber, den Lars beherrschte und hinter dessen Geheimnis Polli unbedingt kommen wollte. Gebannt betrachtete sie das Menschenkind. Lars griff in seine Hosentasche, verdrehte dabei seine Augen, als wäre es ihm lästig. Er holte eine kleine Schachtel heraus, drückte dabei mit dem Finger auf die Fläche, führte die Hand mit der Schachtel an sein Ohr und raunzte ein ›Ja!‹

Polli starrte fasziniert auf Lars und hörte tatsächlich aus der Schachtel die Stimme der Mutter.
»Das Essen ist fertig!«
»Ja, ich bin gleich da!«
»Hast du Mathe zurück?«
»Ja«
»Und?«
»Ne fünf.« Seine Stimme wurde immer leiser, dicke Tränen liefen Lars über die Wange. In diesem Moment vergaß Polli ihr Interesse an dem Schachtelzauber.
»Komm du nach Hause, Männeken. Heute wirst du nur das kleine Einmaleins üben! Und eine Woche Fernsehverbot, verstanden?«
»Ja.«
Die Schachtel verschwand in der Tasche. Es kam auch keine Musik aus der Schachtel wie sonst. Polli verstand die Menschen nicht. Sie konnte Stimmen und Musik aus kleinen Schachteln zaubern, aber das Einmaleins mussten sie üben. Polli befand, dass Lars viel zu alt war, um das zu lernen.

»Ich muss nach Hause.«
Lars bückte sich nach seiner Schultasche.
»Du kannst das Einmaleins nicht? Das musst du mir erklären! Aber putze dir erst die Nase, du hast Schnodder hängen!«
Jetzt musste Lars leise lachen. Er schnäuzte sich die Nase, wischte sich die Tränen weg und steckte das Taschentuch wieder ein.

»Na ja, ich hätte vor der Klassenarbeit üben müssen.« Seine Antwort kam kleinlaut.

»Wir Wichtelkinder lernen das kleine Einmaleins bevor wir in die Wichtelschule gehen. Unsere Mütter lesen uns aus einem Buch vor. Da sind Reime und Sprüche aufgeschrieben. So lernen wir das ganz einfach und haben keine Probleme damit. Hat das deine Mutter nicht bei dir gemacht? Dir vorgelesen?«
Lars schüttelte traurig den Kopf. Er sah das Wichtelmädchen an.
»Eine Tante hatte mir mal ein Buch geschenkt, das ist lange her, da war ich noch im Kindergarten. Da waren auch Einmaleinsgedichte drin. Sie hatte meiner Mutter gesagt, dass die mir daraus vorlesen soll. Dann würde ich das Einmaleins mühelos lernen. Aber meine Mutter hat das nie gemacht. Das Buch muss ich aber noch irgendwo haben.«

Polli dachte einen Augenblick nach.
»Weißt du was, Lars? Such doch das Buch hervor. Jetzt kannst du selbst darin lesen.«
»Sehe ich dich morgen wieder?«
Polli überlegte einen Moment. Dann nickte sie, ihr fiel die Schachtel wieder ein und der Zauber aus der Schachtel, hinter dessen Geheimnis sie ja kommen wollte.

Als Lars das häusliche Donnerwetter seiner Mutter und auch das Mittagessen hinter sich gebracht hatte, ging er in sein Zimmer. In der hintersten Ecke einer seiner Spielzeugkisten fand er das Buch wieder, das ihm die Tante vor langer Zeit geschenkt hatte. Er setzte sich auf sein Bett und las sich selber vor:
»Einmaleins Walpurgisnacht!: Rechnen ist (k)eine Hexerei«


Eine schöne Woche wünscht

Fido Buchwichtel

Nicht vergessen:
»Der Mörder und der Kinderschänder«
Ein Münsterland-Kriminalroman, der auf wahren Begebenheiten basiert.
Bei diesem Werk handelt es sich um einen Kriminalroman. Etwaige Ähnlichkeiten oder Namensgleichheit mit real existierenden Menschen wären rein zufällig. Alle beschriebenen Handlungen sind an die Realität angelehnt.

Unter dem Pseudonym - Tuna von Blumenstein - hat die Autorin fünf Kriminalromane veröffentlicht:

»Der Mörder und der Kinderschänder« 2025
 
ISBN: 9783769325911
Im Buchhandel erhältlich
 
Bei Thalia
und
Krimis der Tuna vB auch als eBook


Montag, 28. Oktober 2013

Halloween mit Fido Buchwichtel

Hallo liebe Leute!

Halloween naht mit großen Schritten!
Da darf ich nicht fehlen:
Fido Buchwichtel
und ich bringe Euch die kriminellen 
Bestseller der Woche
aus dem Wichtelland.

In ein paar Tagen ist es soweit:  Samhain oder auch Halloween öffnet die Tore zur Anderswelt. Die Zeit für Mord, Totschlag und einen gepflegten Krimi ist gekommen!

In der letzten Woche habe ich Euch Menschen schon eine Auswahl an gruseligen Büchern vorgestellt.



Tuna von Blumenstein hat nicht nur den Münsterland-Krimi
geschrieben. Der neue Krimi von ihr heißt
Blauregenmord
Der hat es auch in sich, denn er greift eines der letzten Tabus auf, an dem Ihr Menschen meint festhalten zu müssen. Warum das so ist, wisst nur Ihr, das kann kein Wichtel erklären und verstehen. Nebenbei erfahren wir aber auch, dass der Gärtner nicht immer der Mörder ist ... oder doch?






Ursula Prems Krimi
Halloween - Denn Hass zieht dunkle Kreise
habe ich ebenfalls letzte Woche vorgestellt. Ein Beziehungsdrama der besonderen Art bietet Ursula in
Vorsicht Liebensgefahr!
Da werden deutliche Worte gesprochen und Probleme auf außergewöhnliche Art und Weise quasi »endgültig« gelöst.







Wie sie ihn wieder los wurde beschreibt
Wer es nicht ganz so blutig mag, dem sei
"Bestatten, mein Name ist Tod!" 
ans Herzchen gelegt. Immerhin geht es da um Geschichten, genau genommen um Friedhofsgeschichten aus dem Leben gerissen. Es hat also doch mit dem Ableben im allgemeinen und auch im besonderen zu tun.




Wem das alles zu viel ist für den habe ich aber noch eine Alternative. Es soll ja Menschen unter Euch geben, die spannende Literatur zu schätzen wissen, ohne dass es gleich um Mord und Totschlag geht. Dieser besonderen Spezies möchte ich die Bücher von meinem Lieblingsmenschenautor Walter-Jörg Langbein empfehlen. Er hat übrigens einen sehr spannenden Beitrag zu Halloween geschrieben. Den könnt Ihr hier nachlesen.

Wer die Wahl hat, hat die Qual, das muss nicht sein, ich sag Euch was: 
Nehmt sie alle!
Die mörderischen Bestseller der WocheKaufen! Lesen! Weiterempfehlen!

Und lasst es an Halloween ordentlich krachen!
Winke winke Euer 

Fido Buchwichtel

Nicht vergessen:

»Der Mörder und der Kinderschänder«
Ein Münsterland-Kriminalroman, der auf wahren Begebenheiten basiert.
Bei diesem Werk handelt es sich um einen Kriminalroman. Etwaige Ähnlichkeiten oder Namensgleichheit mit real existierenden Menschen wären rein zufällig. Alle beschriebenen Handlungen sind an die Realität angelehnt.

Unter dem Pseudonym - Tuna von Blumenstein - hat die Autorin fünf Kriminalromane veröffentlicht:

»Der Mörder und der Kinderschänder« 2025
 
ISBN: 9783769325911
Im Buchhandel erhältlich
 
Bei Thalia
und
Krimis der Tuna vB auch als eBook



Montag, 23. September 2013

Fido Buchwichtels Sonderbeitrag zur Wahl: #gehwählen

Hallo liebe Leute!

Fido Buchwichtel
meldet sich heute nicht mit dem
Bestseller der Woche
aus dem Wichtelland!

Was ist passiert? Was ist mit Fido los? Werdet Ihr Menschen Euch fragen. Und womit? Mit Recht! Warum heute ein Sonderbeitrag zur Wahl? Ihr Menschen hattet ja gestern die Qual der Wahl.

Selbst schuld, kann ich da nur sagen, wenn Ihr gleich hier bei »Ein Buch lesen!« vorbei geschaut hättet, wäre Euch jede Quälerei erspart geblieben. Denn hier gibt es keine Wahl, hier gibt es Auswahl! Und nicht nur ein oder zwei Kreuzchen sind hier zu machen, nein, Ihr könnt klicken und kaufen und das soviel Ihr wollt! 

Jetzt seid nicht traurig, denn diese Option der Bestseller der letzen Wochen bleibt Euch Menschen erhalten, über den Wahltag hinaus. Ist das ein Angebot oder ist das ein Angebot?

Wie enträtselt man Dante Alighieris ›Göttliche Komödie‹? und wie kann man die Geheimnisse dieses epochalen Meisterwerks verstehen? Die Antwort findet Ihr in Das Inferno und die Heiligen Frauen von meinem Lieblingsmenschenautor Walter-Jörg Langbein.

Nach allem was wir über Euch Menschen wissen verwundert es uns nicht, dass bei Euch Beziehungsstress zum Alltag gehört. In
nimm es nicht persönlich: Poetische Texte und erotische Bilder von Sylvia B. wird das deutlich.

Was hat es mit dem Rosenkrieg auf sich?  Was ist das für ein Tabu, eins der letzten, das Ihr Menschen meint hüten zu müssen. Was mag es in einem Apothekergarten und dem Garten Picker für Geheimnisse geben? Natürlich weiß ich es, schließlich habe ich Blauregenmord: Ein Münsterland - Krimi von Tuna von Blumenstein gelesen.

Liebe macht blind, das kann auch einem Wichtel passieren. Ein Beziehungsdrama der besonderen Art wird in Mord im ostfriesischen Hammrich: Tödliches Wiedersehen von g.c.roth beschrieben. Wenn Frauen von ihren Partner nur an der Nase herum geführt werden, kann das kein gutes Ende nehmen.

Es ist zwar noch etwas Zeit für das Grauen an Halloween - Denn Hass zieht dunkle Kreise von Ursula Prem. Ein alles verschlingendes Band aus Nebel frisst sich von den ostfriesischen Inseln ausgehend hinein ins Land. Wobei wir wieder bei den Wahlen wären.

Wählt Leute! Wählt sie alle! Die Bestseller der letzten Wochen aus dem Wichtelland:
Kaufen! Lesen! Weiterempfehlen! 

Bis nächste Woche und 
winke winke Euer

Fido Buchwichtel

Nicht vergessen:
»Der Mörder und der Kinderschänder«
Ein Münsterland-Kriminalroman, der auf wahren Begebenheiten basiert.
Bei diesem Werk handelt es sich um einen Kriminalroman. Etwaige Ähnlichkeiten oder Namensgleichheit mit real existierenden Menschen wären rein zufällig. Alle beschriebenen Handlungen sind an die Realität angelehnt.

Unter dem Pseudonym - Tuna von Blumenstein - hat die Autorin fünf Kriminalromane veröffentlicht:

»Der Mörder und der Kinderschänder« 2025
 
ISBN: 9783769325911
Im Buchhandel erhältlich
 
Bei Thalia
und
Krimis der Tuna vB auch als eBook

Montag, 8. Juli 2013

Wie Fido Buchwichtel zum E-Book kam

Hallo liebe Leute!

Die Sonne scheint,
es ist Montag und
Fido Buchwichtel 
bringt Euch heute jede Menge
Bestseller der Woche
aus dem Wichtelland.

Da staunt Ihr was?
Jede Menge Bestseller, wie kann das sein?

Nun, folgendes ist geschehen:
Als sehr sympatischer Wichtel, der ich nun einmal bin, habe ich auch Freundinnen und Freunde unter Euch Menschen gefunden. Wen wundert es? Niemanden!

Eine meiner liebsten Freundinnen ist die bekannte Opernsängerin und Schriftstellerin Ursula Prem. Die kennt Ihr natürlich alle! Mit Ursula Prem habe ich einen Besuchstermin vereinbart. Meine Wichtelfrau gab mir Bucheckernplätzchen und den guten Rat mit auf den Weg, mich mit meinen Schwärmereien für Ursula zurückzuhalten. »Was du immer hast!«, habe ich geantwortet, »Ursula hat jede Menge Bestseller für mich!«

Mit Flamingoairlines bin ich dann nach Nürnberg geflogen. Diese Fluglinie kann ich allen Wichteln nur wärmstens empfehlen. Viel Zeit blieb uns leider nicht, Ursula ist eine sehr beschäftigte Frau und mein Flieger wollte sich nur kurz die langen Beine vertreten, um gleich wieder Richtung Heimat zu fliegen. Etwas Sorge bereitete mir schon, dass ich mit Übergewicht zu rechnen hatte, so ein Buch wiegt immerhin einiges und viele Bücher könnten zu Muskelkrämpfen in den Flügeln eines Flamingos führen! Als ich Ursula meine Bedenken vortrug, lachte sie nur und meinte, dass sie daran gedacht habe. Sie drückte mir ein merkwürdiges Gerät in die Hand. Eine Menschenerfindung, die E-Book-Reader heißt.


Was soll ich Euch sagen, liebe Menschen. Nachdem ich wieder sicher in meinem Wichteldorf angekommen bin, habe ich das Gerät in Betrieb genommen. Ursula Prem hatte mir tatsächlich jede Menge Bücher auf das Lesegerät geladen.

Das war ein Jubel, denn es sind alle Neuerscheinungen von meinem Lieblingsmenschenautor Walter-Jörg Langbein
Die Neuerscheinungen von Walter Jörg Langbein findet Ihr hier auf seiner Seite im Netz. Ich kann Euch nur zurufen: Kaufen! Lesen! Weiterempfehlen!

Bevor ich mich jetzt meinem E-Book-Reader zuwende, darf ich Euch noch etwas verraten: Morgen, am Dienstag, müsst Ihr unbedingt bei »Ein Buch lesen!« vorbeischauen. Ursula Prem, so hat sie mir bei unserem Abschied zugeflüstert, hat dann nämlich einen Sonderbeitrag für Euch Menschen. Soviel sei geflüstert: Es gibt dabei auch was auf die Ohren! 

Das werde ich mir auf jeden Fall auch nicht entgehen lassen.

Bis bald und winke winke 

Euer
Fido Buchwichtel

Nicht vergessen:
»Der Mörder und der Kinderschänder«
Ein Münsterland-Kriminalroman, der auf wahren Begebenheiten basiert.
Bei diesem Werk handelt es sich um einen Kriminalroman. Etwaige Ähnlichkeiten oder Namensgleichheit mit real existierenden Menschen wären rein zufällig. Alle beschriebenen Handlungen sind an die Realität angelehnt.

Unter dem Pseudonym - Tuna von Blumenstein - hat die Autorin fünf Kriminalromane veröffentlicht:

»Der Mörder und der Kinderschänder« 2025
 
ISBN: 9783769325911
Im Buchhandel erhältlich
 
Bei Thalia
und
Krimis der Tuna vB auch als eBook

Sonntag, 28. Oktober 2012

145 »Von Rädern, Zahnrädern und Spielzeug«

Teil 145 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Tenochtitlan-Zentrum, Rekonstruktion
Foto: Thelmadatter
»Diese Kultur ist das einzige Beispiel für einen gewaltsamen Tod. Sie verkümmerte nicht, sie wurde nicht unterdrückt oder gehemmt, sondern in der vollen Pracht ihrer Entfaltung gemordet, zerstört wie eine Sonnenblume, der ein Vorübergehender den Kopf abschlägt.« So beschreibt der Geschichtsphilosoph Oswald Spengler (1880-1936) in seinem epochalen Werk »Untergang des Abendlandes« (1) die gewaltsame Vernichtung des Mayaimperiums.

Resigniert-zynisch konstatiert Oswald Spengler (2): »Das alles wurde nicht etwa durch einen verzweifelten Krieg gebrochen, sondern durch eine Handvoll Banditen in wenigen Jahren so vollständig zerstört, daß die Reste der Bevölkerung bald nicht einmal eine Erinnerung bewahrten. Von der Riesenstadt Tenochtitlan blieb kein Stein über dem Boden, in den Urwäldern von Yukatan liegen die Großstädte der Mayareiche dicht beieinander und fallen rasch der Vegetation zum Opfer. Wir wissen von keiner einzigen, wie sie hieß.«

Tenochtitlan ist vollkommen vom Erdboden verschwunden und die unterirdischen Reste sind vollkommen vom Moloch Mexiko-City überbaut worden. Archäologie ist nirgendwo sonst ein so schwieriges Unterfangen. Eine Rekonstruktion des sakralen Zentrums von Tenochtitlan ist inzwischen gelungen. Sie lässt erahnen wie gigantisch die einstige Metropole einst war.

Das Observatorium
von Chichen Itza
Foto: W-J. Langbein
Neben der »Weltstadt Uxmal« preist Spengler (3) Chichen Itza und Labna als »glänzende Großstädte«. Er lobt (4) ihre »gesamte hohe Politik«, staunt über ihr komplexes »geordnetes Finanzwesen, hochentwickelte Gesetzgebung mit Verwaltungsgedanken und wirtschaftlichen Gewohnheiten, wie sie die Minister Karls V. nie begriffen hätten, mit reichen Literaturen in mehreren Sprachen, einer durchgeistigten und vornehmen Gesellschaft in großen Städten, wie sie das Abendland damals keine einzige aufzuweisen hatte.«.

Zu den Glanzleistungen der Mayas gehörte auch die präzise, wissenschaftliche Astronomie. Ihre Observatorien – wie das von Chichen Itza – legen heute noch Zeugnis ab für den faszinierenden Kosmos der Mayas.
Ich muss zugeben: Es ist einige Fantasie erforderlich, um in den Ruinen von Labna die einstige Metropole zu erkennen. Das riesige Tor lässt vergangene Glorie erahnen. In dumpfer Hitze schuftende Arbeiter lassen erkennen, dass sich unter staubigen Erdhügeln Schutthaufen türmen. Aus den Schotterbergen rekonstruieren sie unter wissenschaftlicher Anleitung Bauten aus der stolzen Mayazeit. Und stolz ragen da und dort einzelne Ruinen in den Himmel, die im Lauf der vielen Jahrhunderte noch nicht vollständig zerfallenen sind.

Vom einstigen Prunk und Glanz ist kaum noch etwas erhalten ... und das wenige, was die Zeiten überdauert hat, ist uns nach wie vor rätselhaft. Der »Palast« war einst mit einer Vielzahl von »Verzierungen« versehen, deren Sinn bis heute zu Spekulationen anregt. So dicht gedrängt sind die sauber ausgearbeiteten Reliefs und Skulpturen, dass wir leicht etwas übersehen.

Aus dem Eck des »Palastes« ragt die mysteriöse Schlange heraus. Sie hat ihr Maul furchteinflößend aufgerissen ... Ein menschliches Gesicht ragt heraus. Das ominöse Wesen zieht heute so die Blicke auf sich, dass andere Einzelheiten übersehen werden.

Da wurde, mit bestechender Präzision etwas herausgearbeitet, was es angeblich zu Zeiten der Mayas gar nicht gegeben hat: ein Rad mit »Speichen« ... oder ist es eher ein Zahnrad? Deutlich zu erkennen ist die Achse, auf der das Rad steckt. Man möchte beim Betrachten meinen, dass sich das Rad gleich wieder um die Achse dreht. Wenn nicht Räderwerk ... was wollte der Steinmetz der Mayas dann darstellen? Besonders markant ist ein Rad aus Stein ... Es darf nur keines sein, weil die Mayas doch das Rad nicht kannten!

Diese Behauptung aber erscheint mir unglaubwürdig: Die Baumeister der Pyramiden und Tempel der Mayas sollen das Rad nicht gekannt haben? Sie sollen gewaltige Massen an Stein transportiert haben, ohne das Rad zu benutzen? Sie sollen ihr Reich mit einem ausgeklügelten System von breiten Straßen überzogen haben ... und das Rad nicht gekannt haben?

Warum bildeten sie dann aber – zum Beispiel in Labná – Räder ab? Es lässt sich nicht bestreiten: Das Rad von Labná ist eindeutig ein Rad! Mir kommt es so vor, als solle hier eine technische Apparatur dargestellt werden, bei der mehrere Räder ineinander greifen. Welchem Zweck mag die Vorrichtung gedient haben, die hier in Stein nachgebildet wurde?

Das Räderwerk von Labná - Foto: W-J.Langbein
Wikipedia findet im Artikel über das Rad eine interessante Lösung für das Radproblem! (5) Die Mayas haben in Zentralamerika das Rad zwar erfunden und in Reliefs an Tempeln auch sehr deutlich dargestellt ... aber sie haben es im Alltag nicht eingesetzt. Warum sollten sie das getan haben? Warum sollten sie beim Transport für ihre Pyramiden und Tempel keine Karren mit Rädern verwendet haben? Wikipedia meint, Wagen seien zu Mayazeiten nicht nachgewiesen. Wagen seien nicht eingesetzt worden, weil den Mayas keine geeigneten Zugtiere – wie etwa Pferde – zur Verfügung standen.

Steinquader auf Karren von A nach B zu transportieren, ist auch ohne Pferde praktischer und leichter, als sie zu tragen. Warum sollten die Mayas auf den Einsatz des Rades bei der Arbeit verzichtet haben ... wenn sie es doch kannten? Eine Antwort bietet sich zunächst an: Den Mayas war das Rad heilig. Sie verwendeten es lediglich bei der Darstellung ihres zyklischen Kalenders, nicht aber bei niederer Fronarbeit!

War für die Mayas das Rad etwas sehr Heiliges? War für sie das Rad kein Gebrauchsgegenstand, sondern ein sakrales Symbol? Stellte das Rad die Sonnenscheibe dar, die am Tag über den Horizont rollte? Oder versinnbildlichte das Rad für die Mayas die Zeit? Die Mayas hatten ein zyklisches Bild von der sich ewig wie ein Rad weiter drehenden Zeit. Das Rad könnte also für den ewigen Zeitenlauf stehen.

Räder von Labná - Fotos W-J.Langbein
Denkbar wäre diese Überlegung ... wenn da nicht die Spielzeuge von Maya-Kindern wären: Tiere – eventuell Hunde – wurden von Mayakindern an einer Schnur gezogen. Und diese Spielzeugtiere liefen ... auf Rädern! Die anthropologischen Museen von Mexiko City und Jalapa haben Spielzeuge mit Rädern in ihren umfangreichen Sammlungen! Die Mayas kannten also nicht nur das Rad, sie setzten es auch ein: etwa nur als Spielzeug? Wikipedia geht davon aus. (6)

Im »Anthropologischen Museum von Jalapa« soll es ein ganz besonderes »Ensemble« geben: ein hundeartiges Tier zieht ein Wägelchen. Meine Überzeugung: Die Mayas kannten eben doch das Rad! Ich verstehe nicht, warum das in der Maya-Forschung nach wie vor bestritten wird! Drängt sich mir eine – ketzerische – Frage auf: Was wird uns sonst noch über die Mayas verschwiegen? Waren sie gar nicht das »primitiv-blutrünstige« Volk, für das sie nach wie vor gern gehalten werden? Wikipedia schreibt (6): »Sie (die Mayas) benutzten schon in präkolumbischer Zeit Räder, sogar Zahnräder, in mehr oder weniger feinmechanischen Geräten.«


Wir sehen uns gern als die Krone der Schöpfung oder der Evolution. Fundamentalistischer Christ und strenggläubiger Darwin-Fan kommen letztlich zum gleichen Ergebnis: Der Mensch steht über allen Kreaturen. Bei den Religiösen – Juden, Christen und Moslems – hat Gott den Menschen an die Spitze der Schöpfung gesetzt. Bei den Wissenschaftsgläubigen hat die Evolution den Menschen an die Spitze katapultiert. In beiden Weltbildern überragt unsere heutige Zivilisation alle früheren Epochen. In beide Weltbilder passen frühe Kulturen, die der heutigen überlegen waren, ganz und gar nicht ins Bild.

Fußnoten
1 Spengler, Oswald: »Untergang des Abendlandes«, Sonderausgabe in einem Band, München 1980, S. 606 unten und S. 607 oben
2 ebenda, S. 607
3 ebenda, S. 608
4 eben da, S. 607
5 http://de.wikipedia.org/wiki/Rad (Stand: 6.12.2011!)
6 ebenda
7 Hinweis zum Foto »Mayaspielzeug in Labná«. Diese Collage wurde zusammengesetzt aus einem Foto, das ich in Labná aufgenommen habe... und aus einem Foto aus dem Archiv von Erich von Däniken. Ich bedanke mich bei Erich von Däniken!

Däniken über die Mayas
Literaturempfehlung
Däniken, Erich von: »Was ist falsch im Maya-Land? Versteckte Technologien in Tempeln und Strukturen«, Rottenburg 2011

Die Bücher von Walter-Jörg Langbein

»Das Geheimnis vom Leistruper Wald«,
Teil 146 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 04.11.2012


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Samstag, 12. November 2011

Krimiherbst: Thriller, die das Leben schrieb

»Der Code des Bösen« von Raimund H. Drommel

Eine Buchvorstellung von Ursula Prem

Vielen Krimiautoren wird oft die scheinbare »Unwahrscheinlichkeit« ihrer Geschichten angelastet. So könne sich ein Fall in Wirklichkeit nie zugetragen haben, argumentieren Kritiker, dabei unverhohlenen Stolz auf ihre angebliche Lebenserfahrung zur Schau stellend. Dass manche »echte« Fälle oft noch unglaublicher sind, erfährt der staunende Leser des Buches »Der Code des Bösen«, welches der renommierte Sprachprofiler Raimund H. Drommel verfasst hat.

Drommel gewährt uns einen Einblick in seine Profession, die er mit unverkennbarer Leidenschaft ausübt. Sein Arbeitsgebiet ist die kriminalistische Analyse von Schriftstücken, die er nicht etwa auf Fingerabdrücke untersucht, sondern auf verräterische Sprachspuren. Möglichst viele authentifizierte Vergleichstexte desselben Genres zieht Drommel heran, wenn es gilt, einen anonymen Text seinem Urheber zuzuordnen. Dies tut er mithilfe eines Konkordanzprogramms, dem nicht die kleinsten sprachlichen Besonderheiten eines Schreibers entgehen. Wiederholen sich bestimmte Fehler besonders oft? Gibt es grammatische Konstruktionen, für die der Verfasser eine überdurchschnittliche Vorliebe hat? Oder verwendet er ungewöhnliche Formulierungen, die auf eine fremdsprachige Herkunft schließen lassen? Drommels Untersuchungsmethoden sind so genau, dass er nicht nur die ganz allgemeine Fremdsprachigkeit eines anonymen Verfassers herausfindet, sondern oft zutreffend definieren kann, welcher Nationalität der Schreiber entstammt.

Bei seinen Analysen verlässt sich Drommel nicht etwa auf sein »Sprachgefühl«, sondern bevorzugt eine rein wissenschaftliche Herangehensweise, um gerichtsfeste Beweise aus dem ihm vorliegenden Text zu gewinnen. Eine Methode, die er selbst in jahrzehntelanger Tätigkeit als Sprachprofiler entwickelt und immer weiter verfeinert hat. Raimund H. Drommel kann deshalb mit Fug und Recht als der Pionier des modernen Sprachprofilings bezeichnet werden.

Die von ihm bearbeiteten Fälle sind so vielfältig, wie das Leben selbst und lesen sich teilweise wie das Who-is-Who der jüngeren deutschen Kriminalgeschichte: Ob der Fall Barschel, die Einkaufswagenaffäre von Jürgen Möllemann oder die hessische Lotto-Affäre – Drommel bietet einen interessanten Einblick in eine Welt abseits des schönen Scheins. Wer noch Illusionen über die wahre Funktionsweise unseres politischen Systems haben sollte, der sollte die Lektüre auf jeden Fall in kleinen Häppchen genießen.

Der Autor versteht es, die Erkenntnisse seiner Arbeit so aufzubereiten, dass sie auch für den Laien verständlich werden, ohne deshalb ins Triviale abzugleiten. »Der Code des Bösen« ist ein Buch, das trotz der Gewichtigkeit der Materie unterhaltsam zu lesen ist.



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Samstag, 29. Oktober 2011

Krimisamstag im Herbst: Interview mit Krimiautorin Tuna von Blumenstein

Der hässliche Zwilling
Ursula Prem: Frau von Blumenstein, Ihr neuester Krimi »Der hässliche Zwilling« legt den Finger in eine offene Wunde: Laut einer aktuellen Meldung erhalten immer mehr Kinder und Jugendliche Psychopharmaka verschrieben, teilweise sogar Mittel, die für Kinder gar nicht zugelassen sind. War es dieser Umstand, der Sie zu Ihrem Buch veranlasst hat?

Tuna von Blumenstein: Liebe Frau Prem, eine sehr traurige Begebenheit in meinem weiteren Umfeld war der Auslöser für diesen Gedanken, der mich, aus verständlichen Gründen, nicht losließ. Was mich seinerzeit so erschüttert hat, war dieser leichtsinnige Umgang mit Psychopharmaka. Ein erwachsener Mensch muss für sich selbst entscheiden, was er sich an Medikamenten verabreicht. Ein Sorgeberechtigter trägt da um ein Vielfaches Verantwortung für seinen Schutzbefohlenen. Die Handlung des Krimis habe ich quasi um diesen Gedanken herum geschrieben, wünsche mir allerdings, dass mein Krimi da auch für einen Denkanstoß sorgt.


U.P.: Ihr Krimi ist unerhört spannend geschrieben. Er lässt den Leser traurig und wütend, aber auch zufrieden zurück. Ich hoffe, dass ich nicht zu viel verrate, wenn ich sage, dass die Protagonistin Vera an letzterem einen großen Anteil hat. Gab es für diese starke Frauenfigur ein Vorbild in Ihrem Leben oder beschreiben Sie sich darin selbst?

T.v.B.: Vera ist eine sehr leidenschaftliche Frau. Sie ist bodenständig und eine Kämpferin, die manche Schlacht geschlagen hat. Vera ist, im wahrsten Sinne des Wortes, eine Freifrau. In meinem Krimi lasse ich sie sagen: »Ich mache und halte dann die Klappe!« Allerdings verlässt sie zu keinem Moment die Ebene der Verantwortung, auf der sie sich befindet. Ihre Gegenspieler befinden sich eine Etage tiefer: Auf der Ebene der Macht. Würde Vera ihre Ebene verlassen, wäre sie am Gegenpol der Macht, und würde sich ohnmächtig fühlen. Das wird es auch sein, was Vera zu dieser interessanten Persönlichkeit macht. Vera hat etwas gnadenloses in der Art ihrer Vorgehensweise, das unterscheidet sie deutlich von mir und das ist auch gut so. Aber ich habe einen Krimi geschrieben, das Stilmittel der Übertreibung anzuwenden, ist möglich und nötig, weil Spannung gefordert ist.


U.P.: Wer Sie kennt, Frau von Blumenstein, der kommt nicht umhin, Ihre besondere Liebe zu schönen Dingen zu bemerken: Üppige Gärten, Innenarchitektur und ein ausgesucht eleganter Kleidungsstil, all das spricht für Ihre Freude an harmonischer Heiterkeit und Lebensfreude. Beim Schreiben kommt Ihre andere Seite ans Licht. Auffällig ist die gnadenlose Konsequenz, mit der Sie den Leser durch Ihre Bücher führen: Glasklare Logik, geschliffen scharfe Formulierungen und eine illusionslose Betrachtungsweise des Lebens zeichnen Ihre Werke aus. Wie geht das zusammen?

T.v.B.: Warum sollten solche Gegensätze nicht funktionieren? Im Grunde genommen bin ich ein sehr pragmatisch denkender Mensch. Das Schneechaos im Münsterland am 1. Adventswochenende 2005, vielleicht erinnern Sie sich noch an dieses Ereignis, kann ich hier gerne als Beispiel anführen. Auch ich war davon betroffen, im Außenbereich, von der Stromzufuhr abgeschlossen, daher funktionierte auch die Heizung nicht mehr und, da Eigenwasserversorgung, kein fließend Wasser. Frau Prem, da nützt das schönste Interieur nichts, wenn Sie frieren und der Magen knurrt. Wohl dem, der wie ich, einen kleinen Ofen hatte und ausreichend Holz vor der Hütte. Die Konserven konnte ich auch so erwärmen, das Ganze wurde für mich zu einer Zeit der Besinnung auf das Wesentliche. In solchen Situationen nützt ein Dünkeldenken nichts, warum sollte ich es in der Zeit danach noch haben?

Ich selbst betrachte mich nicht als weltfremd, eher als pragmatisch analysierende Beobachterin. Für Ihre Komplimente möchte ich mich bedanken, zumal sie aus der Feder einer Frau kommen, die ich sehr bewundere.


U.P.: Oh, vielen Dank! ;-) In unserer Autorenkollegin Sylvia B., die beklemmend atmosphärische Lyrik zu Ihrem Buch beigetragen hat, haben Sie eine kongeniale Partnerin gefunden. Wo und wie haben Sie sich eigentlich kennengelernt?

T.v.B.: Da sich Gleich und Gleich gerne finden, kam dafür nur ein Ort in Frage, der Garten Picker in Weseke. Dort lässt sich bei einer Tasse Kaffee wunderbar über Projekte plaudern. Und da Gegensätze sich anziehen, war die textliche Zusammenarbeit mit Sylvia B. in »Der Tote im Zwillbrocker Venn« eine äußerst spannende Angelegenheit. Auch ich denke, dieses Experiment ist gelungen. Zumal sich die Bedeutung dieser Textbeiträge erst zum Schluss des Krimis dem Leser ganz offenbaren.

Ein Dialog in »Der hässliche Zwilling« wurde von Sylvia B. in ihrem Büchlein »nimm es nicht persönlich« zu einem lyrischen Text verarbeitet. Gerade die Umrahmung mit dem Bildmaterial machte aus diesem kurzen Text in meinen Augen ein Kunstwerk. So hat es auch diesmal eine fruchtbare Zusammenarbeit gegeben. Das Büchlein habe ich übrigens einer lieben Bekannten geschenkt und ihr den »Blaubart-Text« besonders nahegelegt. War sie doch im Begriff, sich unglücklich in einen liierten Mann zu verlieben.


U.P.: Haben Sie schon neue Bücher in Planung? Und wenn ja: Werden Sie die Münsterlandkrimireihe weiterführen?

T.v.B.: Ja, ich habe Überlegungen zu weiteren Krimis. In der nächsten Zeit dürfte sich da etwas entwickeln. Aber, ich halte es da mit den russischen Hühnern: Die gackern bekanntlich erst, wenn sie das Ei gelegt haben. :-)


U.P.: Fühlen Sie sich literarisch an die Scholle gebunden oder könnten Ihre Bücher auch außerhalb des Münsterlandes spielen, in dem die Menschen bekanntlich als ziemlich stur gelten?

T.v.B.: Natürlich könnten meine Krimis auch woanders angesiedelt sein, mit Ausnahme natürlich vom Toten im Zwillbrocker Venn. Irgendwo muss meine Handlung spielen, warum dann nicht vor meiner Haustür? Als Landei habe ich natürlich einen Bezug zu Land und Leuten der Region. Dass die Münsterländer stur sind, kann ich nicht bestätigen. Ich denke, der Boden prägt den Menschenschlag. Ist der Boden fett, sind die Erträge größer, ist der Boden mager, muss der Mensch, der ihn bewirtschaftet härter arbeiten. So kann es sein, dass in dem Ort A die Menschen anders drauf sind, als im Nebenort B. Das wird in der Eifel nicht anders sein als in Bayern oder eben im Münsterland.

U.P.: Frau von Blumenstein, ich danke Ihnen für das Gespräch und wünsche Ihrem neuen Buch viel Erfolg!

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Der hässliche Zwilling 


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