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Sonntag, 28. Januar 2018

419 »Kreaturen aus einer anderen Welt«

Teil  419 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein

Foto 1: Luftaufahme Nan Madol.

»Pohnpei«, auch als »Ponape« bekannt, gehört zur Inselgruppe der Karolinen. Touristen verirren sich nur selten in diese weit abgelegene Region der Südsee. Manche kommen, um im glasklaren Wasser zu tauchen. Erstaunt stellen sie dann fest, dass es eine echte archäologische Sensation gibt. Freilich haben sie ihre Tage in Pohnpei schon längst verplant, so dass für die mysteriösen Geheimnisse keine Zeit bleibt.  Keine Frage: Dem Taucher erschließt sich eine atemberaubend schöne Unterwasserwelt in faszinierenden, fast schon grellbunten Farben. Es gibt aber auch über den Wellen der Südsee wirklich Phantastisches zu entdecken, nämlich so etwas wie das »achte Weltwunder«. 

Auf künstlichen Inseln wurden gigantische Bauten errichtet, aus gewaltigen Steinsäulen, mit meterdicken Mauern. Warum wurde in der fernen Südsee so gigantisch gebaut? Warum setzte man unvorstellbare Mengen an massivem Stein ein und nicht Holz, das so üppig wächst? Warum schichtete man kolossale Steinsäulen im »Blockhüttenstil« aufeinander. Warum machte man sich unendliche Mühen mit tonnenschwerem Stein, statt das viel einfacher zu bearbeitende, leichter zu transportierende und im Übermaß vorhandene Holz zu nutzen? Es mussten offensichtlich die tonnenschweren »Steinsäulen« sein! Warum? Welchem Zweck dienten einst die Monstermauern von Nan Madol im idyllischen Südseeparadies?

Foto 2: Einige der künstlichen Inseln aus der Luft.

Das »Weltwunder Nan Madol« findet sich nicht auf dem geheimnisvollen Eiland  »Pohnpei«, sondern im Pazifik, im Osten von der noch lange nicht erforschten Hauptinsel. Der mysteriöse Komplex im Meer, »Temwen« (frühere Schreibweise: »Temuen«) genannt, besteht aus 82 künstlich angelegten Inseln. Auf diesen kleinen und kleinsten Eilanden finden sich Ruinen. Von den meisten sind nur noch Fundamente zu erkennen, andere wurden fast vollständig abgetragen, um wieder andere Gebäude zu erreichten. Einst soll es eine stolze Stadt gegeben haben. Wie sie einst hieß, wir wissen es nicht mehr. »Nan Madol« wird sie heute genannt.

Die 82 Inseln in der Südsee bei »Pohnpei« sind eindeutig künstlich geschaffen worden. Warum? Warum holzte man nicht auf  Pohnpei selbst ein Areal ab, um Bauten auf sicherem Boden zu errichten? Es kann nicht bestritten werden, Forscher haben das tatsächlich herausgefunden:  dass »Temwen« kein Produkt von »Mutter Natur« ist. »Temwen« ist, ich muss mich wiederholen, ein Komplex von 82 künstlich angelegten Inseln. Und zum Meer hin wurde eine wahre Monstermauer errichtet, deren Ausmaße auch heute noch beeindrucken. Wie lang und wie hoch das einst stolze Bauwerk war, konnte bis heute nicht eindeutig festgestellt werden.

Foto 3: Teil des »Schutzwalls« aus der Luft.

Vor wem oder vor was sollte dieser mächtige Wall einst schützen? Sehr viel einfacher wäre es gewesen, die steinerne Stadt auf der Hauptinsel zu bauen. Da wäre auch die Schutzmauer leichter zu bauen gewesen. Aber: Es mussten künstliche Inseln geschaffen werden, um darauf steinerne Gebäude zu errichten. Vom »Schutzwall« ist nur noch ein Teil erhalten. Und der ist aus der Luft nur noch als »Grünstreifen« zu erkennen. Das einst mächtige Mauerwerk ist weitestgehend von schnell wachsenden Pflanzen überwuchert. Man wundert sich: Woher beziehen sie wohl ihr Wasser? Die steinerne Wand steht im Meer, umtost von Salzwasser. Salzwasser freilich kommt als Kost für das üppige Gestrüpp nicht infrage.

Als ich meine erste Reise nach »Pohnpei« vorbereitete, hatte ich noch völlig falsche Vorstellungen. Ich erwartete ein Südseeeiland mit spärlich bekleideten Südseeschönheiten und bunten Blumen in wallendem Haar. Ich stellte mir endlose Sandstrände mit Palmen vor. Ich dachte an liebliche Musik und herrliche Aussichten über endlose Meeresweiten auf fernen Horizont. Nie und nimmer hätte ich erwartet, dass gerade »Pohnpei« krasseste Kontraste bieten würde: Eine Welt des strahlenden Sonnenscheins auf der einen Seite und beängstigende Unwetter auf der anderen Seite. Immer wieder wichen bei meinen Fahrten per Motorboot zu den Monstermauern von Nan Madol babyblauer Himmel mit intensivem Sonnen einer düsteren Welt. Die Wirklichkeit schien dann dem Hirn von H.P. Lovecraft entsprungen zu sein.

Foto 4: Mysteriöse »Lichter« am Ufer.

Der »Strand« von »Pohnpei« verwandelte sich in ein fast schwarzes undurchdringbares Etwas. Pechschwarze Steinriesen tauchten auf, ein Etwas wie ein Berg wurde sichtbar. Das Szenario hätte von einer Werkstatt von Hollywood ersonnen und gebaut worden sein können. Oder es ist das Werk von Spezialisten, mit modernster Computertechnik erschaffen. Geeignet wäre das freilich reale Szenario für eine Verfilmung eines Werks von Lovecraft, vielleicht für einen Horrorschocker im Geiste von Lovecraft.

Es kam mir so vor, als würde eine riesige Maschinerie extrem schnelle Wechsel herbeiführen. Oder: Die einander schnell abwechselnden Extreme sind so radikal, als seien sie per Computer künstlich kreiert. Sie waren aber real: der eben noch stechende Sonnenschein und die bedrückende Düsterkeit im Regenschauer, der die Grenze zwischen Meer und Luft verschwimmen ließ. Eben noch brannte die Sonne vom Firmament und schon wollten anscheinend sintflutartige Wasserströme vom Himmel alles Leben austilgen, so wie einst als Noah seine Arche baute.

Foto 5: Reste monströser Mauern und Baumleichen.

Für Augenblicke sah es so aus, als ob im Urwalddickicht von »Pohnpei« fahle Lichtpunkte auf bösartige Beobachter schließen lassen, die mit Abscheu und Aggression verfolgten, wie unser Motorboot an ihnen vorüberzog. Mehr als skurril wirkt mein Foto. Man könnte meinen, es sei aus dutzenden von Einzelaufnahmen zusammengesetzt. Man könnte vermuten, dass Straßenlaternen und beleuchtete Fenster im Dunkeln zum merkwürdigen Foto geführt hätten. Aber da war nur Urwaldgestrüpp, da gab es keine Laternen und schon keine Gebäude mit elektrischem Licht.

Die rapiden Wechsel hielten mehr als einen Vormittag an und wurden krasser, als wir uns dem Ruinenkomplex von Nan Madol näherten. Da schienen eben erst gigantische Mauern aus steinernen Säulen noch gestanden zu haben. Aber jetzt lagen sie zerbrochen und zerborsten am Boden, bildeten Haufen aus Steingewirr. Und im Regen wurden die Steine dunkel, ja schwarz, getränkt von den Himmelsfluten. Bizarre Landschaften signalisierten Bilder von Tod, nicht von Leben. Es war, als sei die Natur hier schon vor Ewigkeiten abgestorben, als habe ein Pesthauch alles abgetötet. Wie skelettöse Finger ragten dürre Baumleichen in den pechschwarzen Himmel. Abgestorbene Bäume trotzen noch den Naturgewalten. Es konnte nur eine Frage der Zeit sein, bis sie stürzen und im Meer des »Pazifik« verschwinden würden.

Foto 6: Sterbende Bäume, tote Bäume.

So manch‘ schauriges Szenario habe ich gesehen, das höchst real war und doch viel mehr zu düsteren Gedanken Lovecrafts passte als zu den Vorstellungen friedlich idyllischer Südseestrände. Menschenfressende Monster passten hier viel besser ins Bild als üppige Südseeschönheiten. Opfer gab es freilich zum Glück keine zu beklagen, wenn man einmal von meinen beiden Kameras absieht. Eine hatte ich stets mit analogem Negativfilm geladen, die andere mit Diafilm. Kurz nach dem ersten Wolkenbruch setzten beide Kameras aus, sie konnten wohl die Feuchtigkeit nicht vertragen. Es dauerte eine Weile, bis sie wieder für kurze Momente ihren Dienst taten, um dann wieder zu »streiken«.

Meine dramatische Schilderung der stürmischen Fahrt zu den Ruinen mag übertrieben wirken. Freilich bitte ich zu bedenken: Von einer Nussschale von Motorboot aus wirkten die rapiden Wetterwechsel wirklich höchst dramatisch. Noch furchteinflößender war freilich der sorglose Umgang unseres »Kapitäns« mit seinem Feuerzeug. Dann und wann goss er aus einem rostigen Kanister Benzin in den altersschwachen Motor. Seine Hauptsorge galt dabei offenbar seiner Zigarette, die immer wieder vom Regen gelöscht wurde. Während das Benzin in den Tank gluckerte, entflammte das Sturmfeuerzug den Glimmstängel zu neuem Leben. Eine Explosion konnte aber vermieden werden.

»Wenn es so stürmt, glauben manche der alten Menschen an das Wirken von bösartigen Geistern!«, erklärte mir der wackere Lenker des Motorboots. »Auch vielen Jungen sind die uralten Ruinen unheimlich. Bei Nacht möchte sich hier niemand aufhalten!«

Foto 7: So mag das unheimliche Leuchten aussehen.

Während wir, am Ufer scheinbar von mysteriösen Lichtern begleitet, der Ruinenstadt zustrebten, schrie der »Kapitän« gegen Motor und Unwetter an. Die gespenstischen »Laternen« blitzten auf, wurden heller, wieder dunkler, sprangen weiter. Mag sein, dass es für dieses seltsame Phänomen eine natürliche Erklärung gibt, unheimlich war’s aber allemal!

»Mancher lacht über die Erzählungen der Alten. Die Alten sterben nach und nach, mit ihnen geraten die Überlieferungen in Vergessenheit. Viele der Alten mögen auch nicht mehr erzählen, was sie ihrerseits von den Großeltern erfahren haben.« Erst auf wiederholtes Nachfragen bekam ich einiges zu hören: Etwa von dem geheimnisvollen »Leuchten«. Nur wenige sollen es gesehen haben, wie für Bruchteile von Sekunden Steine und Bäume, Palmen und Wellen wie von innen heraus geglüht haben. Da habe es für kurze Momente einen Kontakt zwischen unserer Welt und einer anderen, bösen Welt gegeben. »In solchen Momenten können Kreaturen aus einer anderen Welt in unsere Welt eindringen.«

So ganz fremd war mir diese Geschichte allerdings nicht. So gab es bei den Kelten ein Fest zum Ende des Sommers. In dieser Zeit soll es nach keltischer Mythologie den Geistern Verstorbener möglich sein, aus dem Jenseits ins Diesseits zu wechseln. Meine Erklärung für das Aufstellen der Kürbisköpfe: Sie sollten die heimkehrenden Seelen daran hindern, wieder in die einstmals von ihnen bewohnten Häuser einzudringen. Tatsächlich gibt es Überlegungen, ob das Halloweenfest nicht vielleicht auf ein sehr viel älteres Totenfest zurückgeht.

Foto 8: Halloween.
Fußnoten
Zu den Fotos
Foto 1: Luftaufahme Nan Madol. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Einige der künstlichen Inseln aus der Luft. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Teil des »Schutzwalls« aus der Luft. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Mysteriöse »Lichter« am Ufer. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Reste monströser Mauern und Baumleichen. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Sterbende Bäume, tote Bäume. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: So mag das unheimliche Leuchten aussehen. Negativ! Foto Walter-Jörg Langbein.
Hinweis: Als ich für diesen Bericht Dias einscannte, kam es zu einem Fehler. Ich scannte die Dias als Negative ein und erhielt Negative. So entstand ein »Foto«, das sich als Illustration zum geheimnisvollen »Leuchten« eignet.
Foto 8: Halloween. Kürbisköpfe zum Abschrecken der Totengeister? Foto Walter Langbein sen.
Hinweis: Mein Vater nahm das Foto in Stevensville, Michigan, am Donnerstag, den 31.10.1963 auf. Zu sehen sind meine Mutter, mein Bruder Volker und ich. Ich stehe rechts im Bild.



420 »Wenn die Sterne an der richtigen Stelle standen«,
Teil  420 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 04.02.2018


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Sonntag, 12. Juni 2016

334 »Halloween und der Mord an John F. Kennedy«

Teil 334 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Halloween 1963
Es wird langsam Abend. Dunkelheit legt sich über die Straßen. Nach und nach tauchen grimmige Rundköpfe vor Türen und Fenstern auf. Und Horden von Monstern und Tierwesen erobern nach und nach Stevensville, ein kleines Dörfchen am Michigansee. Stockdunkel ist es, doch die Fratzen der Ballonköpfe sind deutlich zu erkennen.

Manche Menschen haben ihre Jalousien herabgelassen, alle Lichter im Haus gelöscht, Türen und Fenster geschlossen. Es klingelt immer wieder Sturm, aber sie reagieren nicht. Manche sind bewusst und gezielt verreist. Andere schreien durch die geschlossenen Türen, die ungebetenen Besucher mögen abhauen. Andere wieder warten hoffnungsvoll, öffnen bereitwillig. Vor ihnen stehen Kinder, als Monster oder Tiere kostümiert. Viele sind nur fantasievoll geschminkt. Alle sind aufs Gleiche aus. Alle haben es sehr eilig, denn die Konkurrenz ist groß. Je schneller man unterwegs ist, desto mehr Beute kann man einsacken.

Wir schreiben den 31. Oktober 1963. Es ist Halloween. Ich bin mit meinem Bruder und einer Gruppe anderer Kinder unterwegs. Wir eilen von Haus zu Haus, klingeln wie wild. Endlich öffnet jemand. Wir schreien »Trick o‘ treat«, was sich am ehesten mit »Scherz oder Süßes« übersetzen lässt, halten Tüten und Beutel hin, nehmen Naschereien entgegen. Schon geht es weiter. Es muss schnell gehen. Viele Kinder sind unterwegs. Wer keine Süßigkeiten herausrückt, wird »bestraft«. Wir haben Zahnpastatuben dabei. Damit beschmieren wir die Türen jener, die uns unverrichteter Dinge wieder abziehen lassen.

Foto 2: Martin Luther
So lernte ich anno 1963, am 31. Oktober, als Neunjähriger, Halloween kennen. Heute über ein halbes Jahrhundert später, ist »Halloween« auch in Deutschland angekommen, wenn auch nicht überall beliebt. Manche Kritiker wenden ein: »Müssen wir denn jeden Quatsch aus Amerika übernehmen?« In der Tat: »Halloween« kommt aus den Staaten, aber – zurück. »Halloween« hat seinen Ursprung in Europa!

Der Name »Halloween« lässt sich auf »All Hallows‘ Eve« zurückführen. Damit ist der Abend vor Allerheiligen gemeint. Auf das christliche Hochfest »Allerheiligen« (1.November) folgt unmittelbar »Allerseelen« Zu »Allerseelen« gedenken die katholischen Christen ihrer Verstorbenen. 

Nach altem Kirchenglauben kann man für die Verblichenen Gutes tun, besonders für die armen Sünder, deren Seelen im Fegefeuer schmoren. Sünder, die keine Nachkommen haben, sind schlecht dran. Niemand kauft sie frei. Sie müssen bis zum Ende abbüßen. Die Ostkirchen maßen der Lehre vom Fegefeuer nie wirklich große Bedeutung zu, die Kirchen der Reformation haben sie abgeschafft, nur die römisch-katholische Kirche hält bis heute an ihr fest.

Foto 3: Menschen im Fegefeuer


In den  frühen 1970er Jahren erlebte ich als Student in Theologenkreisen der evangelisch-lutherischen Kirche heftige Diskussionen. Der katholischen Kirche gehe es doch nur um schnöden Mammon! Man verbreite Angst, mache den Gläubigen ein schlechtes Gewissen, indem man ihnen gern auf drastische Weise das Leiden und die Qualen ihrer dahingeschiedenen Verwandten im qualvollen Fegefeuer schildere. Dann sei man ja gern dazu bereit, es sich etwas kosten zu lassen, die Seelen lieber Toter vorzeitig aus dem Fegefeuer zu befreien. Natürlich hofft man dann auf ähnliche Hilfen durch die Nachkommenschaft, so man denn dereinst selbst im Fegefeuer schmachtet und leidet. Wie hieß es einst so schön? »Die Seele in den Himmel springt, wenn das Geld im Kasten klingt.«

Foto 4: Noch eine sehr alte Darstellung des Fegefeuers

Seit Jahren werde ich immer wieder gefragt, ob es denn zutreffe, dass der Vatikan das Fegefeuer abgeschafft habe. Manchmal gehe ich in Vorträgen auch auf das Fegefeuer ein, werde dann – nicht selten etwas grob –  »korrigiert«: »Sie sind schlecht informiert! Diesen Ort der Qual gibt es nach neuern Aussagen der katholischen Kirche gar nicht!«

Foto 5: Fegefeuer im Vorraum einer Kirche
Es gibt ihn nach katholischer Glaubenslehre nach wie vor. Abgeschafft wurde nicht das »purgatorium« (zu Deutsch »Reinigungsort«, volkstümlich »Fegefeuer«), sondern der sogenannte »limbus«. Der »limbus« war nach offizieller Lehrmeinung eine Art Warteraum. Die Seelen von ungetauften Babys wanderten nach dem vorzeitigen Tod der kleinen Wesen zunächst in den »limbus«, wo sie bis ans Ende der Zeit ausharren mussten. Nachdem der Vatikan den »limbus« für nicht existent erklärt hat, gelangen die unschuldigen Babyseelen sofort ins Paradies. Nach der mittelalterlichen Vorstellung harrten in diesem Wartezimmer auch jene guten Menschen, die vor Christi Geburt lebten.

Im 1992 veröffentlichten Katechismus der katholischen Kirche suchte man nach dem »limbus« bereits vergeblich. Kardinal Joseph Ratzinger hatte bereits vor seiner Wahl zum Papst (anno 2005) die Vorhölle als »nur eine theologische Hypothese« bezeichnet und empfohlen, den Glauben daran abzulehnen. Ein Gremium von Theologen unter Leitung des Erzbischofs von Dijon Roland Minnerath folgte diesem Ansinnen und erklärte den mittelalterlichen Glauben im Frühjahr 2007 für obsolet. Am 20. April 2007 verkündete Papst Benedikt XVI. das Ende des »limbus«.

Foto 6: Flugblatt in Sachen Luther-Thesen

Zurück zu den Diskussionen in Lutheranerkreisen. Zur Sprache kam auch das damals in Deutschland so gut wie unbekannte »Halloween«. Am 31. Oktober gedenkt man doch der lutherischen Reformation und des heldenhaften Martin Luther, der anno 1517 am Abend vor Allerheiligen seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt hat! Und zwar just zum Themenbereich »Ablass und Buße«. Inzwischen wird in der Wissenschaft die schöne Geschichte von den Thesen an der Kirchentür stark angezweifelt. Und wenn sie tatsächlich erfolgt sein sollte, hat damals die allgemeine Bevölkerung nichts davon mitbekommen. Nur ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung war des Lesens kundig. Und Laien verstanden mit Sicherheit nicht Luthers Ausführungen, denn die waren in Latein verfasst.

Mit Abscheu blickte man auf den »amerikanischen« Brauch »Halloween« herab, der womöglich das altehrwürdige Reformationsfest beschmutzen könne. Damals stand freilich »Halloween« noch nicht vor Deutschlands Türen. Erst anno 1978 kam der Film »Halloween – Die Nacht des Grauens« von John Carpenter bei uns in die Kinos. Das Horrorspektakel war so erfolgreich, das nach und nach eine ganze Filmreihe daraus wurde. Immer wieder wurde auf der Leinwand in der Halloweennacht gemetzelt und gemordet.

Foto 7: John F. Kennedy. Foto Walter Langbein sen.

Was bei meinen lutherischen Mit-Studenten besondere Empörung auslöste, das war der »heidnische Ursprung dieses bösen Spuks«, wie es ein Professor der Kirchengeschichte formulierte. Nicht bedacht hat der gelehrte Mann freilich, dass so manch‘ vermeintlich urchristliches Glaubensgut ersten Ranges heidnische Wurzeln hat. So geht die christliche Lehre der Dreifaltigkeit auf sehr viel ältere und heidnische Götter-, ja gar Göttinnen-Triaden zurück! Woher aber kommt der »Halloween«-Brauch? Hat er auch heidnische Wurzeln?

Der amerikanische Brauch, zum »Halloween«-Fest Kürbisse aufzustellen, geht auf altes Brauchtum in Irland zurück. Allerdings höhlte man da Rüben aus, schnitzte Gesichter hinein und beleuchtet die kleinen Kunstwerke von innen mit einer Kerze. Man stellte sie vor Häuser und Stallungen, um böse Geister abzuschrecken. Irische Auswanderer nahmen den Brauch mit in die USA. Man stieg allerdings von Rüben auf Kürbisse um. In den USA ist »Halloween« längst zum Gaudium ohne tieferen Hintergrund geworden. Evangelikale Christen lehnen entsetzt »Halloween« als okkultes Teufelswerk ab.

James Frazer erklärte, dass sich da (1) »ein altes heidnisches Totenfest unter dünner christlicher Hülle verbirgt«. Sein Opus »The Golden Bough« (»Der Goldene Zweig«) erschien 1906 bis 1915 in zwölf Bänden. Auch die altehrwürdige »Encyclopaedia Britannica« führt das christliche Allerheiligen auf ein heidnisches Halloween zurück. Das »Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens« erkennt ein keltisches Totenfest als Ursprung von »Allerheiligen«.  So verwirrend die vielfältigen Thesen auch sind, mir leuchtet am ehesten ein, dass die Kelten eine Rückkehr der Toten aus der Welt der Geister für möglich hielten, ja befürchteten. Zum Sommerende wurde das Vieh von den Weiden in die heimischen Ställe zurück geholt. Und die Totengeister machten sich auf den Weg zurück in ihre einstigen Heime. Wollten sie nur noch einmal sehen, wo sie zu Lebzeiten gehaust hatten, bevor sie in die jenseitige Welt schritten? Wollten sie nur beobachten? Wollten sie sich still verabschieden oder doch die »lieben Nachkommen« piesacken? Offenbar waren sie keine willkommenen Gäste.

Foto 8: Präsident John F. Kennedy. Foto W. Langbein sen.

Feuer auf Berggipfeln wurden entzündet (2), um  böse Totengeister zu vertreiben. Und wenn sie es doch bis vor die Haustüre schafften? Dann trugen die Menschen Masken und Verkleidungen, um von den Verblichenen nicht erkannt zu werden. Ausgehöhlte Rüben, später Kürbisse mit fratzenhaften Gesichtern, scheinbar glühenden Augen und Mündern – ob sie wirklich Totengeister mit bösen Absichten fernhalten?

Foto 9: Präsident John F. Kennedy. Foto W. Langbein sen.

Ich erinnere mich jedenfalls an den 31. Oktober 1963, an die Halloweenkürbisse der Familie Langbein, an die Verkleidungen von uns Buben, an unsere Halloweenstreiche und reiche Ausbeute an Süßigkeiten. 

Und ich erinnere mich an den 22. November 1963, an den Tag, als der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika an der Dealey Plaza gegen 12 Uhr 30 Ortszeit ermordet wurde. Wenige Monate zuvor war mein Vater im Weißen Haus vom Präsidenten persönlich empfangen worden.

Fußnoten

1) »The New Golden Bough/ A new abridgement of the classic work by Sir James Frazer, edited, and with notes and foreword by Dr. Theodor H. Gaster«, New York 1959, S. 630, Zeilen 15 und 16 von unten. Im englischen Original: »… under a thin Christian cloak conceals an ancient pagan festival of the dead.
2) ebenda, S. 629-632: »Hallowe’en Fires«

Zu den Fotos

Foto 10: Präsident John F. Kennedy. Foto Walter Langbein sen.

Foto 1: Halloween 1963. Rechts im Bild - Verfasser Walter-Jörg Langbein. Links daneben in gestreifter Hose - Volker Langbein. Dahinter: Mutter Herty Langbein.
Foto 2 Martin Luther in einem Gemälde von Lucas Cranach d.Ä. 1528. Foto wiki commons
Foto 3: Fegefeuer-Darstellung,  Marienmünster, Diessen, Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Fegefeuerdarstellung, etwa 1419, Legenda Aurea, Foto wikimedia commons/ Aodh 
Foto 5: Fegefeuerdarstellung im Vorraum der Kirche von Reichersdorf. Foto Heidi Stahl
Foto 6: Flugblatt in Sachen Luther-Thesen, 16. Jahrhundert, Archiv Langbein
Fotos 7-10:  Präsident John F. Kennedy. Foto/copyright Walter Langbein sen./ Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 11: Mein Vater Walter Langbein sen. wurde von Präsident John F. Kennedy persönlich empfangen. Foto privat. Copyright Walter-Jörg Langbein

Foto 11: Mein Vater im Garten des Weißen Hauses
335 »Spurensuche«,
Teil 335 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein,                      
erscheint am 19.06.2016


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Sonntag, 6. Dezember 2015

307 »Nikolaus und die goldenen Äpfel«

Teil 307 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Vierzehnheiligen anno 1909

Es war ein bitter-kalter Abend im schweizerischen Solothurn. Bei einem leckeren Käsefondue und »geistigen« Getränken erzählte unser freundlicher, sympathischer Gastgeber: »Wir haben heute den 6. Dezember. Bei euch in Deutschland spricht man vom ›Nikolaus-Tag‹!« Den Nikolaus soll es wirklich gegeben haben, konnte ich einwerfen. Genauer gesagt vereint der Heilige Nikolaus angeblich zwei historische Persönlichkeiten in sich: den Bischof Nikolaus von Myra (vermutlich 4. Jahrhundert) und den Abt von Sidon gleichen Namens. Im 6. Jahrhundert wurde aus diesen beiden realen Persönlichkeiten der fiktive wundertätige Bischof von Myra.

»Bei uns in der Schweiz heißt der ›Heilige Nikolaus‹ allerdings ›Samichlaus‹!«, so fuhr unser Gastgeber fort. »Und der hat seinen Ursprung in vorchristlichen Zeiten!« Das stimmt! »Samichlaus« lässt sich vom keltischen Samonios herleiten, dem Allerseelen der Heiden. Am 1. November gedachten die Kelten der Toten. Das Halloween-Fest ist übrigens keine Erfindung der Amerikaner. Es stammt aus dem Keltischen, wurde durch Auswanderer in die »Neue Welt« gebracht.

Der Heilige Nikolaus von Worms
Zu Samonios wurden die lebensnotwendigen Herdfeuer gelöscht und wieder entzündet. Auf diese Weise wurde der »sterbenden« und wieder neu »auflebenden«  Natur gedacht. »Samichlaus« alias Sami-Klaus, war ein keltischer Heiliger, der das Samonios Fest zelebrierte (»Sami«) und der in einer »Klause« lebte.  

Zunehmend stehen zu Halloween auch in unseren Breiten gespenstisch wirkende hohle Kürbisköpfe in Fenstern und vor Türen, mit leuchtenden Augen und Mündern. Das »Feuer« in hohlen Kürbissen mit eingeschnitzten Gesichtern mag an diesen alten heidnischen Brauch erinnern.

Im »Samichlaus« (alias »Nikolaus«) der Schweiz lebt uralter heidnischer Glaube weiter, wenn auch stark christlich übertüncht! Auch in Österreich hat der ach so katholisch-fromme Nikolaus ältere, sprich keltische Wurzeln. Georg Rohrecker schreibt in seinem Buch »Die Kelten Österreichs – Auf den Spuren unseres versteckten Erbes« (1): »Wo heute in den Ostalpen Nikolauskirchen stehen, waren ursprünglich Kultplätze, bei denen es um Fruchtbarkeit und ewiges Leben ging. Wobei Nikolaus .. insbesondere auch die Rolle eines schützenden Begleiters der verstorbenen Seelen und Garanten für ihre Wiedergeburt zufiel.«

Der keltische Bewahrer des Lebens und der Wiedergeburt lebt auch heute noch in christlichen Bildnissen weiter. Auf frommen Gemälden beschenkt der Heilige Nikolaus die drei Heiligen Jungfrauen mit goldenen Äpfeln. Eigentlich ganz unchristlich bietet er den drei Heiligen Jungfrauen das ewige Leben an. Er präsentiert es ihnen in christlichem Gewand. So verwundert es nicht, dass der Heilige Nikolaus nach frommer Legende Tote wieder zum Leben erwecken konnte. Nach einer alten Überlieferung kehrten einst drei Studenten in der Herberge eines Gastwirts ein. Der erschlug die jungen Männer, beraubte sie und zerstückelte ihre Leichname und pökelte sie zusammen mit Schweinefleisch ein.

Kurz darauf erschien der Heilige Nikolaus als Gast. Dienstbeflissen setzte ihm der mörderische Wirt Pökelfleisch vor. Nikolaus erkannte sofort, was Grausiges geschehen war und erweckte die zerhackten und eingepökelten Mordopfer wieder zum Leben. Da muss man wohl wirklich von einem echten Wunder sprechen!

Nach einer anderen Legende hatte einest ein armer Mann drei Töchter. Da er ihnen keine Aussteuer mitgeben konnte, wollte er sie zur Prostitution drängen. Davon freilich erfuhr der Heilige Nikolaus. Er schenkte dem Vater drei goldene Äpfel, so dass den drei Töchtern das Schicksal der Prostitution erspart blieb.

Kurios mutet eine Darstellung der Geschichte vom Nikolaus, den drei Schwestern und den drei goldenen Äpfeln aus dem frühen 16. Jahrhundert an. Man sieht den gramgebeugten Vater. Er scheint noch zu überlegen, wie er seinen drei Töchtern den Weg in die Prostitution ersparen kann. Die drei Töchter allerdings sind schon recht freizügig dargestellt. Es sieht so aus, als würden sie ihre Reize schon zur Kundenwerbung einsetzen. Ob das Kunstwerk aus Salzburg eine Vision des Vaters darstellt, von der befürchteten Zukunft seiner Töchter? Gerade rechtzeitig noch erscheint der Nikolaus. Er ist dabei, einen der goldenen Äpfel zu werfen.

Wie stark heidnisches Glaubensgut war, das beweist die Vitalität der alten keltischen Schutzgottheiten. Da sie nicht wirklich aus dem Volksglauben verdrängt werden konnten, wurden sie »christianisiert«. So wurden aus alten Schutzgöttern der heidnischen Art christliche »Nothelfer«. Die »Vierzehn Nothelfer« werden in zahlreichen Regionen verehrt. Besonders bekannt ist »Vierzehnheiligen« im oberfränkischen »Gottesgarten«.

Der Fachmann erkennt unschwer im Heiligen Dionysius den heidnischen Dionysos/ Bacchus wieder. Keltenexperte Georg Rohrecker (2): »Da Dionysos/ Bacchus von offiziell christlichen Herrschern nicht verehrt werden konnte, wurde mit Dionysius ein Hybride aus ›heidnischen‹ und katholischen Komponenten geschaffen.« So lebt also ein heidnischer Gott als »Saint Denis«, alias »Dionysius«, alias »Dennis« alias »Denys« im katholisch-christlichen Heiligenhimmel weiter. Einst wurde er als Heros der Mond- und Sternengöttin verehrt. Später stieg er in der Hierarchie zum Gott der Fruchtbarkeit und des Weins auf. Er wurde als Sohn des Zeus und Mondgöttin Semele verehrt. Dem erstarkenden Christentum sollte er weichen, blieb dann aber ob seiner Beliebtheit als christlicher Nothelfer erhalten.

Der christianisierte Dionysius, in Frankreich brachte er es zum Nationalheiligen, endete als Märtyrer. Auf dem Montmatre (zu Deutsch: »Märtyrerberg«) wurde ihm, dem ersten Bischof von Paris, das Haupt abgeschlagen. Noch im Tod bewirkte er, so überliefert es die fromme Legende, ein Wunder: Er hob seinen Kopf auf und marschierte noch ganze sechs Kilometer gen Norden. Und wo er schließlich sein abgeschlagenes Haupt ablegte, so die Legende weiter, ließ der fränkische Dagobert im frühen 7. Jahrhundert die erste Abtei »St. Denis« bauen.

Dionysius, Corvey.
Der frommen Legende nach stellte Dionysius in der Disziplin »Gehen nach Enthauptung« den Piraten Klaus Störtebeker in den Schatten. Nach einer alten Legende machte der Bürgermeister von Hamburg Kersten Miles dem zum Tode verurteilten Piraten Klaus Störtebeker ein gruseliges Angebot. Er werde allen Piraten die Freiheit schenken, an denen Störtebeker nach seiner Enthauptung vorbeigehen würde. Klaus Störtebeker, so heißt es weiter, akzeptierte und wankte nach seiner Hinrichtung kopflos an elf seiner Gefährten vorbei. Der Henker brachte den Piraten zu Fall. Und der Bürgermeister brach sein Versprechen, alle 73 Seeräuber wurden geköpft. Während Dionysius sechs Kilometer kopfloses Gehen geschafft haben soll, brachte es Störtebeker dank der Hinterlist des Henkers nur auf wenige Meter.

Den »Heiligen Nikolaus« identifiziert Georg Rohrecker (3) als »ehemaligen Wasser- und Fruchtbarkeits-Heros«. Selbst der angebliche Geburtsort des Nikolaus – Patara – wurde mit Bedacht gewählt. In Patara, heute Türkei,  nahm der Apollon-Kult seinen Ausgangspunkt. Apollon Patroos lockte Volksmassen nach Patara. Unzählige Menschen pilgerten zu seinem Orakel. Rohracker (4): Nikolaus »wurde daher sicher mit voller Absicht in die großen Fußstapfen des antiken Licht-, Weisheits- und Heilergottes Apollon gestellt, den Caesar mit dem keltischen (Gott) Belenus verglich.«

Bis heute gibt es meiner Meinung nach keinen einzigen Lehrstuhl an einer Universität, der sich meiner Meinung nach mit Recht mit dem Namen »Theologie« schmücken dürfte. Theologie bedeutet übersetzt und sinngemäß übertragen »Wort von Gott«, oder »Reden von Gott«. Ein Lehrstuhl, der diese Bezeichnung verdienen würde, dürfte nicht konfessionell gebunden sein. In Erlangen, zum Beispiel, wird keineswegs christliche Theologie im allgemeinen Sinn betrieben. Es wird vielmehr ein ganz spezielles Christentum gelehrt. Katholische Theologie bleibt außen vor. In Erlangen beschäftigt man sich ausschließlich mit evangelisch-lutherischer Theologie, also mit einem verschwindend  kleinen Segment von Theologie.

Auch in Vierzehnheiligen, Oberfranken,
Ich wünsche mir eine überkonfessionelle Theologie, die sich wertfrei mit allen möglichen, unterschiedlichen Formen des religiösen Glaubens auseinandersetzt. Konfessionell gebundene Theologie kann gar nicht wissenschaftlich sein, weil sie Dogmen hat, an denen nicht gerüttelt werden darf. Wissenschaft aber muss stets dazu bereit sein, bislang als richtig angesehene Erkenntnisse über Bord zu werfen. Wissenschaft hinterfragt sich stets selbst. Theologie tut das nicht. Oder besser gesagt: Wissenschaft sollte stets dazu bereit sein, sich zu hinterfragen und neue Erkenntnisse zu akzeptieren. Das aber tut sie nur ungern. Sie ist in gewisser Hinsicht… theologisch.

Im Vergleich zur »Theologie« des Islam ist allerdings die christliche geradezu revolutionär und fortschrittlich-wissenschaftlich. Da wird offen darüber diskutiert, welche Jesus-Worte aus dem »Neuen Testament« wirklich echt sind. In der christlichen Theologie an den Universitäten wird versucht zu ergründen, welche »Jesus-Zitate« in Wirklichkeit erst später Jesus in den Mund gelegt wurden. Eine ähnlich kritische Auseinandersetzung mit dem Koran kommt in manchen, vom Islam dominierten Ländern einem Selbstmord gleich. So wagt es kein muslimischer »Theologe« auch nur eine Sure wissenschaftlich zu hinterfragen.

Der »Heilige Nikolaus«, heute oftmals in Personalunion mit dem Weihnachtsmann und als »Coca-Cola-Santa-Claus«, beschenkt die Kinder. Der »Heilige Nikolaus« schenkte einem armen Vater mit drei Töchtern drei goldene Äpfel. Ur-christlich ist diese Geschichte nicht. Sind doch die drei goldenen Äpfel Symbol der heidnischen Muttergöttinnen-Dreifaltigkeit. Die Äpfel sind aus heidnischer Mythologie hinlänglich bekannt, als Äpfel des ewigen Lebens. Helden wie Herkules versuchten in den Besitz dieser Wunderäpfel zu gelangen. Und der prall mit Gaben gefüllte Sack, den Santa Claus heute da und dort noch in die guten Stuben schleppt, ist ebenso ein uraltes heidnisches Symbol: für die unerschöpfliche Fülle, die die Muttergöttin zu bieten hat… und für das ewige Leben.

... werden die »Vierzhen Nothelfer« angerufen
Fußnoten


1) Rohrecker, Georg: »Die Kelten Österreichs – Auf den Spuren unseres versteckten Erbes«, Wien 2003, S. 143
2) Rohrecker, Georg: »Kelten, Götter, Heilige – Mythologie der Ostalpen«, Wien 2007, S. 124 unten und S. 125 oben
3) ebenda, S. 159
4) ebenda



Vierzehnheiligen, vom Zug aus fotografiert

Zu den Fotos

Die beiden Innenaufnahmen von Vierzehnheiligen (»Auch in Vierzehnheiligen, Oberfranken,werden die ›Vierzehn Nothelfer‹ angerufen«) stammen von Ingeborg Diekmann, Bremen. Alle übrigen Aufnahmen: Walter-Jörg Langbein und Archiv Walter-Jörg Langbein.

308 »Das Grauen der Osterinsel«,
Teil 308 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 13.12.2015

 
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Montag, 28. Oktober 2013

Halloween mit Fido Buchwichtel

Hallo liebe Leute!

Halloween naht mit großen Schritten!
Da darf ich nicht fehlen:
Fido Buchwichtel
und ich bringe Euch die kriminellen 
Bestseller der Woche
aus dem Wichtelland.

In ein paar Tagen ist es soweit:  Samhain oder auch Halloween öffnet die Tore zur Anderswelt. Die Zeit für Mord, Totschlag und einen gepflegten Krimi ist gekommen!

In der letzten Woche habe ich Euch Menschen schon eine Auswahl an gruseligen Büchern vorgestellt.



Tuna von Blumenstein hat nicht nur den Münsterland-Krimi
geschrieben. Der neue Krimi von ihr heißt
Blauregenmord
Der hat es auch in sich, denn er greift eines der letzten Tabus auf, an dem Ihr Menschen meint festhalten zu müssen. Warum das so ist, wisst nur Ihr, das kann kein Wichtel erklären und verstehen. Nebenbei erfahren wir aber auch, dass der Gärtner nicht immer der Mörder ist ... oder doch?






Ursula Prems Krimi
Halloween - Denn Hass zieht dunkle Kreise
habe ich ebenfalls letzte Woche vorgestellt. Ein Beziehungsdrama der besonderen Art bietet Ursula in
Vorsicht Liebensgefahr!
Da werden deutliche Worte gesprochen und Probleme auf außergewöhnliche Art und Weise quasi »endgültig« gelöst.







Wie sie ihn wieder los wurde beschreibt
Wer es nicht ganz so blutig mag, dem sei
"Bestatten, mein Name ist Tod!" 
ans Herzchen gelegt. Immerhin geht es da um Geschichten, genau genommen um Friedhofsgeschichten aus dem Leben gerissen. Es hat also doch mit dem Ableben im allgemeinen und auch im besonderen zu tun.




Wem das alles zu viel ist für den habe ich aber noch eine Alternative. Es soll ja Menschen unter Euch geben, die spannende Literatur zu schätzen wissen, ohne dass es gleich um Mord und Totschlag geht. Dieser besonderen Spezies möchte ich die Bücher von meinem Lieblingsmenschenautor Walter-Jörg Langbein empfehlen. Er hat übrigens einen sehr spannenden Beitrag zu Halloween geschrieben. Den könnt Ihr hier nachlesen.

Wer die Wahl hat, hat die Qual, das muss nicht sein, ich sag Euch was: 
Nehmt sie alle!
Die mörderischen Bestseller der WocheKaufen! Lesen! Weiterempfehlen!

Und lasst es an Halloween ordentlich krachen!
Winke winke Euer 

Fido Buchwichtel

Nicht vergessen:

»Der Mörder und der Kinderschänder«
Ein Münsterland-Kriminalroman, der auf wahren Begebenheiten basiert.
Bei diesem Werk handelt es sich um einen Kriminalroman. Etwaige Ähnlichkeiten oder Namensgleichheit mit real existierenden Menschen wären rein zufällig. Alle beschriebenen Handlungen sind an die Realität angelehnt.

Unter dem Pseudonym - Tuna von Blumenstein - hat die Autorin fünf Kriminalromane veröffentlicht:

»Der Mörder und der Kinderschänder« 2025
 
ISBN: 9783769325911
Im Buchhandel erhältlich
 
Bei Thalia
und
Krimis der Tuna vB auch als eBook



Montag, 21. Oktober 2013

Fido Buchwichtel, Halloween und ein heißer Krimiherbst

Hallo liebe Leute!

Hier bin ich wieder:
Fido Buchwichtel
mit den kriminellen 
Bestsellern der Woche
aus dem Wichtelland.

Auch und gerade wir Wichtel haben eine besondere Beziehung zu Samhain oder auch Halloween. Dann öffnen sich die Tore zur Anderswelt. Das weiß jedes Wichtelkind und wir erwachsene Wichtel wissen, das ist die Zeit für Mord, Totschlag und einen gepflegten Krimi!

Jetzt ist es ja so, dass wir Wichtel friedliche Völker sind. Die Krimis importieren wir von Euch Menschen. Sozusagen als interkulturelles Gut. Die Tage werden kürzer, die Dunkelheit macht sich breit, abends sitzen wir gemütlich an unseren Öfen. Wenn die kleinen Wichtel endlich eingeschlafen sind, beginnt für uns die Zeit des Grusels. Wir brauchen Spannung und Gänsehaut. Wenn die Holzscheite im Ofen krachen, wollen wir zusammenzucken. Das geht nur mit einem guten Krimi.


Ein Wichtel liest vor, alle anderen hängen gebannt an seinen Lippen. Liebe Menschen, stellt Euch vor, wie der Vorlesewichtel diese Sätze raunt:
»Ich wusste, dass mein Blut fließen würde! … Der Zweck heiligt die Mittel!« 
Da kommt Gruseln auf! Das könnt Ihr Menschen auch haben, dazu müsst Ihr 
lesen. Den hat Tuna von Blumenstein geschrieben.



Dieses Beziehungsdrama ist auch nicht von schlechten Menscheneltern: 
Diese Sätze sprechen für sich: 
»Ich bin fest entschlossen, das durchzuziehen … Frauke, Deine Rente kannst Du für Dich behalten, wenn er sein Rentenalter nicht erreicht« ...
Ich gestehe, bei diesem Satz sah mich meine Wichtelfrau so merkwürdig von der Seite an. Irgendwie komisch wurde mir da schon.



Jetzt könnte ich Euch zurufen: sucht Euch was aus. Das mache ich nicht, ich weiß etwas Besseres: 
Nehmt sie alle!

Die mörderischen Bestseller der WocheKaufen! Lesen! Weiterempfehlen!

Und macht nichts, was ich nicht auch tun würde!
Winke winke Euer 

Fido Buchwichtel

Nicht vergessen:
»Der Mörder und der Kinderschänder«
Ein Münsterland-Kriminalroman, der auf wahren Begebenheiten basiert.
Bei diesem Werk handelt es sich um einen Kriminalroman. Etwaige Ähnlichkeiten oder Namensgleichheit mit real existierenden Menschen wären rein zufällig. Alle beschriebenen Handlungen sind an die Realität angelehnt.

Unter dem Pseudonym - Tuna von Blumenstein - hat die Autorin fünf Kriminalromane veröffentlicht:

»Der Mörder und der Kinderschänder« 2025
 
ISBN: 9783769325911
Im Buchhandel erhältlich
 
Bei Thalia
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Krimis der Tuna vB auch als eBook

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