Sonntag, 31. Juli 2011

80 »Der Heilige Geist war eine Frau«

Teil 80 der Serie
»Monstermauern, Mythen und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

St. Jakobus bei Nacht
Foto: W-J.Langbein
In Prien bin ich spät am Abend des 24. November 2006 in die kleine Chiemgau-Bahn gestiegen. Vorschriftsmäßig, wie auf einem Blechschild gefordert, habe ich dem Lokomotivführer meinen Zielbahnhof mitgeteilt. Angehalten wird nur bei Bedarf. Auf die Minute stoppt der kleine Zug ächzend. Der freundliche Lokomotivführer eilt in Person herbei, und teilt mir mit, dass ich nun aussteigen muss. Ich bedanke mich, klettere aus dem Bähnchen ... und stehe Sekunden später in vollkommener Dunkelheit. Vorsichtig taste ich mich ins schwarze Nichts, bis ich auf einen festen Weg komme. In der Ferne sind Lichter zu erahnen. Ich mache mich auf den Weg. Irgendwann hält ein freundlicher Urschallinger im PKW, fragt mich nach meinem Ziel. Ich nenne den Namen »meines« Gasthofs. »Steigen'S ein, da fahr ich Sie hin!«

St. Jakobus frühmorgens
Foto: W-J.Langbein
Warum ich dann nach Urschalling gekommen bin, erkundigt sich der hilfsbereite Fahrer. »Wegen St. Jakobus ...« antworte ich. Das freut den stolzen Urschallinger. »Dann müssen Sie unbedingt das Bild vom Heiligen Geist anschau'n!« rät er mir. Ich nicke. Wegen eben dieses Bildes bin ich nach Urschalling gekommen.

Gegen Mitternacht habe ich mein Zimmer in einer gemütlichen Familienpension bezogen. Die freundliche Wirtin hat mir verraten, aus welchem Fenster ich blicken muss ... um St. Jakobus zu sehen. Ich schaue aus besagtem Fenster ... und starre in die pechschwarze Nacht. Ich wage ein Experiment, montiere das starke Blitzlicht auf meinem Fotoapparat und löse aus ....

Wie das Gotteshaus von Kirchbrak birgt St. Jakobus ein Geheimnis. Auf einem uralten sakralen Fresko wird der Heilige Geist ganz eindeutig als Frau dargestellt. Errichtet wurde das Gotteshaus zwischen 1160 und 1200 ... und zwar – wie St. Michael von Kirchbrak – als Wehrkirche. Nicht ganz klar ist, wann genau die ersten frommen Fresken angebracht wurden. Sie dürften vielleicht schon acht Jahrhunderte alt sein. Um 1550 jedenfalls wurden sie jedenfalls alle übertüncht, auch überputzt ... und gerieten in Vergessenheit.


Innenansicht der
»Bibel für die Armen«
Foto: W-J.Langbein
Als man die schmalen Fenster des Gotteshauses erweiterte, beschädigte man – unwissentlich – herrliche Fresken aus uralten Zeiten. Die Kunstwerke wurden erst 1923 zufällig wieder entdeckt. Ein älterer Einwohner von Urschalling erklärte mir, seine Urgroßmutter habe bei einer langweiligen Predigt an der Wand gekratzt... da sei Putz abgefallen und ein Gesicht sei zu erkennen gewesen. Ob die kleine Anekdote der Wahrheit entspricht?

1941/42, 1966 bis 1968 und 1980 bis 1991 wurden mit großem Aufwand Restaurierungen vorgenommen. Es zeigte sich, dass doch einige erhebliche Lücken in der Freskenmalerei klaffen. Ursprünglich waren alle Wände und die Decke im schönen Gotteshaus mit unzähligen religiösen Bildnissen flächendeckend geschmückt. Die Fehlstellen haben die Restauratoren aus Respekt vor den Originalen nicht neu bemalt. So gibt es da und dort weiße Stellen ... aber man weiß, dass man nur die echten Kunstwerke, keine modernen Nachtempfindungen sieht.

Zweimal wurde das Gotteshaus, die einstige Kapelle, mit Fresken geschmückt: zum ersten Mal wohl schon um 1175 bis 1200, zum zweiten Mal um 1390. Mag sein, dass die ersten Gemälde nur für die erlauchten Familie der Hirnsberger gedacht waren. 1390 ließ der letzte Spross der adeligen Hirnsberger so etwas wie eine gemalte Bibel für die Armen schaffen.

Jesus betet im Garten
Gethsemane
Foto: W-J.Langbein
Unter einem Rundbogen wird in zehn Bilder – wie in einem Comic-Strip – die zentrale Geschichte des »Neuen Testaments« erzählt. Da die Bildergeschichte für ein Publikum ohne Lesekenntnisse gedacht war, musste auf jegliche Schrift verzichtet werden. Leider hat man just in diesen farbenprächtigen Bilderbogen ein Fenster eingebaut, so dass an den Malereien erhebliche Beschädigungen entstanden. Heute ist noch gut zu erkennen, wie prachtvoll das Gesamtbild einst war, das so brachial behandelt wurde ...Wir sehen im »Laienschiff« der Kirche Jesus auf einem Esel in Jerusalem einreiten, auch wenn das Bild stark beschädigt ist. Wir erleben Jesus beim »letzten Abendmahl«, das auch als Fragment ein »Sakrileg« erkennen lässt.

Im Garten Gethsemane betet der verzweifelte Jesus. Wen oder was betet er an? Nach der Bibel bat Jesus Gottvater, ihm doch die Kreuzigung zu ersparen. Auf dem Bild von Urschalling scheint Jesus zu so etwas wie einem auf einer Sockel stehenden Skulptur zu sprechen. Leider ist nur noch ein kleiner Teil des Gesichts erhalten ... und ein Stück von einem Fuß einer Statuette.


Kuss des Verräters
Foto: W-J.Langbein
Gut zu erkennen ist der verräterische Kuss des Judas. Judas hat auf diese Weise – wie wir aus dem biblischen Bericht wissen – den römischen Soldaten die Person Jesu verraten. Mit massiver Waffengewalt sind die Römer angerückt, um den barfüßigen Jesus zu ergreifen.

Seltsam: Einer der römischen Soldaten trägt ein Schild... und darauf ist ein Fisch zu sehen, das Geheimzeichen der jungen Christenheit. Als die ersten Christen verfolgt wurden, gaben sie sich untereinander durch ein kleines Fischzeichen zu erkennen. I-CH-T-Y-S ist das griechische Wort für Fisch. Die einzelnen Buchstaben wurden als Abkürzungen für ein Bekenntnis zu Jesus verstanden: Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser, im Griechischen: I-esus, CHristus, Theos, hYos Soter. Sollte der Häscher als heimlicher Christ geoutet werden? Oder lautet die versteckte Botschaft so: »Durch die Verhaftung Jesu leiteten die Römer das Ende Jesu ein. Es kam zum Verhör, zum Prozess und zur Hinrichtung. Gottvater wollte seinen Sohn zur Rettung der Menschheit opfern. Die Römer gehörten also zum göttlichen Heilsplan.«

Bild für Bild erzählt der »sakrale Comic« die zentrale Geschichte des »Neuen Testaments« weiter: Jesus wird vor den Hohepriester geschleppt, er wird gedemütigt und gegeißelt (fast völlig zerstörte Bilder) und gekreuzigt. Schließlich sieht man ihn zwischen den beiden Verbrechern am Kreuz ... und – auf Bild 10 der Reihe – wird sein Leichnam in einen Sarg gelegt.

Es ist zu vermuten, dass im Zeitraum vieler Jahrhunderte diese zehn Bilder von unzähligen Geistlichen für die Gemeinde im Gotteshaus predigend erklärt wurden. Für die einfache Bevölkerung waren solche religiöse Darstellungen kostbarkeiten des Glaubens. Die Bildergeschichte wird wohl als anschauliche Illustration für so manche Predigt gedient haben!

Was aber mögen frühere Prediger zum mysteriösesten aller Bilder im Gotteshaus gesagt haben? Wenn man beim sonntäglichen Gottesdienst Richtung Altar blickt, dann übersieht man es leicht. Der gewählte Platz ist durchaus logisch, nämlich im »Himmel«. Das ungewöhnliche Bildnis wurde hoch oben im Gewölbe des Chors angebracht: ein »ketzerisches« Bild von der Dreifaltigkeit! Es zeigt ganz eindeutig Gottvater und Gott Sohn und dazwischen den Heiligen Geist.

Der Heilige Geist war
eine Frau
Foto: W-J.Langbein
Gottvater (mit weißem Haar und Bart), Gott Sohn (mit wallendem Haupthaar und Bart in jugendfrischen Farben) und Heiliger Geist haben strahlende Heiligenscheine... Und »der« Heilige Geist ist ganz eindeutig... als Frau dargestellt. Die »Heilige Geistin« hat eindeutig sehr feminine Gesichtszüge und feminine Körperformen. Der Busen ist dezent angedeutet. Gottvater und Gott Sohn haben die »Heilige Geistin« in ihre Mitte genommen. Beide greifen ihr, sagen wir.., an die Schulter.

Im Kirchenführer »Urschalling« (1) heißt es: »Faszinierend, wie der Meister versuchte, dieses letzte und tiefste Geheimnis der Offenbarung darzustellen: die Einheit im Körper mit zwei Händen, bekleidet mit einem Hauptgewand und einem umhüllenden Mantel; die Dreiheit in den Häuptern und dem darauf verteilten göttlichen Nimbus mit je einem Hauptstrahl; zur Rechten Gott Vater, zur Linken Christus, in der Mitte ganz frauenhaft der Heilige Geist.«

In der einstigen Wehrkirche von Urschalling wird »der« Heilige Geist ganz eindeutig als Frau gezeigt, ein scheinbar ketzerisch-anstößiges Bild! Tatsache ist aber: Ursprünglich war der »Heilige Geist« wirklich weiblich!

Empfohlene Lektüre
Walter-Jörg Langbein: Maria Magdalena

Fußnote
Brugger, Walter und Bahnmüller, Lisa: »Urschalling«, Raubling, 3. Auflage 2003, S. 12

»Die Heilige Geistin und Maria Magdalena«,
Teil 81 der Serie
»Monstermauern, Mythen und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 07.08.2011

Samstag, 30. Juli 2011

Poesie am Samstag- Roland Stickel: »Katzenhilfe«

Foto: Sylvia B.
All die Jahre, in denen Klara und Klärus in ihrem schönen Häuschen und dem Elfengarten wohnen, gibt es zahlreiche streunende Katzen, die einfach ihren Weg durch den recht ursprünglichen Garten machen.
Eine nette Nachbarskatze zu haben, war eine Selbstverständlichkeit, nachdem die eigene Katze Sofie nach einem Urlaub von Klara und Klärus nicht mehr nach Hause kam.
Immer wieder legte Klärus, der ja schon immer fürs Essenkochen zuständig war, Essensreste vor die Türe, die dann schnell weg waren.

Plötzlich, eines Tages erschien eine rote Katze, die aufdringlich mit ihnen schmusen wollte. Ins Haus drängte sie wie die Kälte, und Klara und Klärus hatten alle Hände voll zu tun, um sich ihrer zu erwehren. Es ist ja erst mal was Schönes, eine Schmusekatze zu haben, aber eine Schmusekatze, welche gelegentlich unmotiviert den Beschmusten eine wischt - und zwar mit Krallen - da ist dann Schluss mit Lustig.
Also wurden keine Essensreste mehr rausgelegt, um das Vieh loszuwerden. Nix da. Das liebe Kätzchen ließ sich nicht lumpen und begann, zu randalieren. Die, wohl gemerkt: geliebte!, Nachbarskatze wurde ständig von der roten Katze verprügelt, denn sie übernahm das Revier. Rings um das Grundstück herum hörten Klara und Klärus ständig die Katzen sich prügeln.

Klärus stieg der Kamm, und er bekam große Aggressionen gegen diese Terrorkatze, denn den Zustand davor hatte er immer schön gefunden. Sein Harmoniebedürfnis wurde aufs Äußerste malträtiert. Das Katzenvieh wollte nicht weichen. Schließlich besorgte Klärus sich eine Wasserpistole mit Druck. So eine von der größeren Sorte, mit extra großem Wassertank. Die tankte er mit Wasser auf und musste dann an einer Vorrichtung pumpen, damit sie sich mit Luftdruck füllte. Erst dann konnte er die Waffe zur Feindabwehr einsetzen.
So konnte er sich das Kätzlein im Radius dieses Strahls vom Leibe halten.
Doch das Tier nahm diese Herausforderung an. Immer wieder lag es auf der Lauer, zeigte sich und beobachtete Klärus. Sie wusste genau, wie sein körperlicher Zustand war, und wie weit sie an ihn herankommen konnte. Klärus war regelrecht verzweifelt und hatte eine Stinkwut.
Monate vergingen, bis sie eines Tages nicht mehr kam.

Als Klärus eines Tages mit seinem Auto von zu Hause wegfährt, sieht er auf der Straße eine tote rote Katze.
Klärus bekommt einen Schreck, denn das will er nun auch wieder nicht. Dann sind plötzlich auf der Straße drei weitere rote lebendige Katzen zu sehen. Tage später sieht er dann „seine“ rote Katze, wie sie bei den Nachbarn, schwer verletzt, deren Gartentreppe herunter läuft. Zu Klärus aber war sie die ganze Zeit nicht gekommen. Sie musste einen Unfall gehabt haben.

Es gibt seitens der Freunde, die dieses Theater zwischen Klärus und Katze miterleben, des Öfteren Hinweise, dass dies mit ihm etwas zu tun haben müsse. Auch Klärus hat gelernt, dass es keine „Zufälle“ im herkömmlichen Sinne gibt, also so ganz ohne Grund, vielmehr hat ein großer Meister gesagt, dass uns kein Blatt auf die Füße fiele, ohne dass es irgendeinen Grund dafür gebe.
Aber Klärus in seiner Rage lehnte dies immer vehement mit starken emotionalen Erregungen ab, was schon wieder ein Zeichen der Bestätigung war.
Die rote Katze kam nie mehr.

Dann etwas später passiert Folgendes:
Foto: Sylvia B.
Klara und Klärus stehen auf der Veranda hinterm Haus in ihrem schnuckeligen Garten. In stakeliger Eile kommt eine fast skelettierte Katze zu ihnen her. Hinten streckt sie einen steckensteifen Schwanz von sich. Sie ist völlig verschmutz und starrt beide mit Todesaugen an. Plötzlich ist ein unbeschreiblicher Gestank wahrzunehmen, der aber nicht von der Katze ausgeht; vielmehr ist die ganze Umgebung erfüllt von einem bestialischen Verwesungsgestank. So wie die Katze kam, ist sie auch wieder weg, und der Gestank verflüchtigt sich.
Klara und Klärus starren sich entsetzt an und fragen sich, was das denn wohl war. Die Katze zeigt sich noch einmal und dann nie mehr. Sie musste wohl innerlich schon verwest gewesen sein. Eine sehr gruselige Begegnung.

Alles, was uns im Außen begegnet, hat auch etwas mit uns zu tun. Wir kreieren die Welt, die uns umgibt!“
Dann eines Tages taucht wieder eine Katze auf. Eine schwarze. Sie ist scheu und rennt vor Klärus davon, als ob die rote ihr von ihm erzählt hätte. Das wäre ja für ihn in Ordnung gewesen, aber auch sie beginnt, alle anderen Katzen, die nun wieder so langsam erschienen sind, zu terrorisieren, natürlich auch wieder die Nachbarskatze. Klärus steigt wieder der Kamm. Der Kampf beginnt von Neuem.

Klärus besucht eine hellsichtige Frau, die auch mit Tieren kommunizieren kann. Die sagt zu Klärus:
Katzen haben einen direkten Draht zum Himmel. Das was sie miteinander machen, regeln sie untereinander, auch das Verprügeln. Der Mensch darf da nicht eingreifen. Sie machen das unter sich aus. Vielleicht sind da Anteile in dir, die du dir anschauen solltest. Wir alle haben versteckte Aggressionen in uns, die wir nicht herauslassen. Dann richten wir sie gegen uns selbst und werden krank“.
Klärus hätte es ja wissen müssen, aber oft hilft der Impuls einer kompetenten Person zur Umsetzung des Wissens.
Wieder zu Hause spürt Klärus in sich hinein, beachtet seinen Körper, dankt ihm und dankt der Katze für ihre Hinweise.
Weiterhin schließt er Frieden mit ihr. Auch emotional. Das klappt auch ausnahmsweise mal bei ihm.

Foto: Sylvia B.
Klärus sitzt eines Abends hinterm Haus im Freien und meditiert mit geschlossenen Augen. Es ist schon dunkel, und er ist alleine. Als Klärus für einen Moment die Augen öffnet, sitzt ihm gegenüber auf der Mauer friedlich die schwarze Katze und schaut ihn an. Jetzt spürt Klärus, seine aggressiven Reaktionen sind verschwunden und beide, Klärus und die Katze, haben das Gefühl, dass nun alles vorbei ist. Klärus schließt wieder die Augen, und als er sie wieder öffnet, ist die Katze weg.

Seit dieser Zeit ist es wieder ruhig im Garten von Klara und Klärus.
Ab und zu kommt mal wieder eine Katze vorbei - friedlich.
Alles, was uns im Außen begegnet, hat auch etwas mit uns zu tun. Wir kreieren die Welt, die uns umgibt!“



Auszug aus dem Buch:
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Montag, 25. Juli 2011

Bayern - Landkreis Neumarkt: Katzenjagd in Freystadt - Sulzkirchen


Unsere Katze, deutlich zu erkennen die Einschussstelle
oben am linken Vorderlauf
Nur wenige Wochen, nachdem meine Autorenkollegin Sylvia B. im gesamten Münsterland eine große Suchaktion nach ihrem Kater Söhnke eingeleitet hatte (leider erfolglos), ist nun auch unser Stubentiger vom grassierenden Katzenhass betroffen: Unsere Mieze kam am Freitag nach einem mehrstündigen Streifzug mit einer Beinverletzung zurück. Zuerst vermuteten wir eine Verstauchung, da keine äußerliche Verletzung zu sehen war. Im Laufe der Nacht begann die Katze, an ihrem Bein herumzubeißen. Nachdem die Mieze eine kreisrunde Stelle freigelegt hatte, kam die Wahrheit zum Vorschein: eine Fleischwunde mit einem offenbar tiefergehenden, kleinen Loch in der Mitte, eine typische Verletzung, wie sie durch Luftgewehrmunition verursacht wird, erfuhr ich aus dem Internet. Das passt zusammen mit den insgesamt drei toten Katzen, die wir kürzlich an einer Baustelle in der Nähe hatten liegen sehen: Alle drei offensichtlich nicht überfahren, äußerlich scheinbar unverletzt, aber eben - tot.

Dies lässt nur den Schluss zu, dass hier momentan ein Katzenhasser sein Unwesen treibt, der sich einen Spaß daraus macht, seine Schießkünste an Katzen auszuprobieren. Da ich diesen Artikel auf die Suchbegriffe »Freystadt« und »Sulzkirchen« optimiere, wird es nur eine Frage kurzer Zeit sein, bis er gefunden wird und sich örtlich weiter verbreitet.

Deshalb meine unverblümte Mitteilung an den Täter: Sie verstoßen gegen § 4 des Tierschutzgesetzes. Aus diesem Grund werde ich eine polizeiliche Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Sollten Sie bei einer weiteren Tat beobachtet werden, so laufen Sie Gefahr, dass auch dieser Fall auf den Tisch kommt, sowie natürlich auch die Tierarztrechnung, falls eine Behandlung der Wunde notwendig werden sollte.

Außerdem appelliere ich an mögliche Zeugen, ihre Beobachtungen der Polizei mitzuteilen. Bitte denken Sie daran: Heute trifft es eine Katze, morgen vielleicht schon einen zufällig vorbeikommenden Passanten. Klar ist, dass unsere schöne Gemeinde Freystadt für Mensch und Tier sicherer wird, wenn unkontrolliertes Herumballern mit dem Luftgewehr nicht stattfindet.


Katzenhass - Woher er kommt
Den meisten Menschen dürfte es unverständlich sein, warum jemand auf eine harmlose Katze schießt. Katzenhasser versuchen manchmal, ihr Tun zu legitimieren, indem sie sich auf Zerstörungen oder Verunreinigungen berufen, die Katzen angeblich anrichten. Hierzu meine ich: Katzen richten wesentlich weniger an als Hunde. Sie verletzten keine Menschen (von einem kleinen Kratzer mal abgesehen) und ihre Exkremente sind wesentlich dezenter als die von Hunden. Noch dazu werden sie von der Katze verscharrt, während ein Hund seinen Haufen ohne Scham mitten auf den Gehsteig setzt. Trotzdem ist die Gefahr, angeschossen zu werden, für Katzen wesentlich größer. Auch ein Hund auf freiem Streifzug gerät meist nicht ins Visier eines Schießwütigen (im Wald wildernde Hunde einmal ausgenommen, die dann fachgerecht vom Jäger erlegt werden, um das Jungwild zu schützen). Warum also hassen so viele Menschen Katzen und sind nicht in der Lage, die Schönheit dieser Tiere zu würdigen?

Meiner Meinung nach leiden Katzen bis heute unter dem abstrusen Aberglauben, der sie schon im Mittelalter in den Verruf gebracht hat, Hexen in Tiergestalt zu sein. Sie lassen sich eben nur bedingt zähmen, behalten ihren eigenen Willen und können auch nicht an die Leine gelegt werden wie Hunde. Sklaventum ist ihnen fremd. Hiervon mögen sich Menschen provoziert fühlen, die sich gerne mit Sklaven umgeben. Klar ist eines: Das Schießen auf eine Katze sagt sehr viel mehr über die Person des Täters aus, als diesem lieb sein kann …

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Sonntag, 24. Juli 2011

79 »Das Geheimnis der Dienerin«

Teil 79 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 24.7.2011


Heute gibt es weltweit rund 2,3 Milliarden Anhänger des Christentums, 1,6 Milliarden Menschen sind Anhänger des Islam, rund 900 Millionen Menschen werden dem Hinduismus zugerechnet. Vor rund zwei Jahrtausenden scharte Jesus ein kleines Häuflein von Anhängern um sich. Als er gekreuzigt wurde, gab es »das Christentum« noch gar nicht. Niemand hat damals geglaubt, dass sich das Christentum zu der am meisten verbreiteten Religion der Welt entwickeln würde.

Das mysteriöse »Abendmahl«
von Kirchbrak - Foto: W-J.Langbein
Jesus selbst wollte zunächst sein Wirken nur auf das kleine Volk der Kinder Israel beschränkt sehen. Überspitzt formuliert: Er war ausländerfeindlich. Für Menschen aus dem nahegelegenen Kanaan war er seiner Meinung nach nicht zuständig. Es war eine Frau, die Jesu Horizont erweiterte. Es war eine Frau, die dem Provinzprediger Jesus die Grenzen aufstieß. Diese namenlose kanaanäische Frau bat Jesus, ihre kranke Tochter zu heilen. Kanaanäische Gefilde aber waren »Ausland« für Jesus und er erwiderte barsch (1): »Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.« Und dann verglich Jesus die kanaanäischen Menschen – und das war eine schlimme, wirklich üble Beleidigung – mit Hunden (2): »Es ist nicht fein, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde.« In geradezu unterwürfiger Weise griff die kanaanäische Frau den Vergleich Jesu auf (3): »Ja, Herr; aber doch essen die Hunde von den Brosamen, die von des Herrn Tisch fallen.«

Die anonyme Frau hat wie kaum ein zweiter Mensch Jesus beeinflusst. Sie brachte ihn dazu, ihre Tochter zu heilen ... Sie ließ Jesus über seinen Schatten springen. Sie legte den Grundstein zur Weltreligion Christentum, das sonst womöglich eine kleine jüdisch-christliche Sekte geblieben wäre ... von der heute niemand mehr sprechen würde.

Der unbekannte Künstler von Kirchbrak spielt meiner Meinung nach auf das Gleichnis Jesu von den Hunden, die unter dem Tisch des Herrn verköstigt werden an. Allerdings bekommen die Hunde nicht nur Brosamen, sie werden geradezu verwöhnt.

Hunde unter dem Tisch des Herrn
Foto: W-J.Langbein
Jesus sitzt im Zentrum einer Schar von dreizehn und nicht zwölf Jüngern. Vom Betrachter aus gesehen links hinten erkennen wir eine weibliche Person, jugendlich, bartlos, die Arme keusch bedeckt. Insgesamt zählen wir aber nicht vierzehn Personen (Jesus plus 13 Jünger)... sondern 15! Die 15. Person befindet sich etwas außerhalb der Gesellschaft Jesu, vom Betrachter aus gesehen vorn rechts. Auch sie hat die weiblichen Attribute, auch sie ist – wie Maria Magdalena – bartlos jugendlich, auch sie hat die Arme keusch bedeckt. Sie aber steht außerhalb der Gesellschaft um Jesus, sie ist eine Dienerin.

Im bunt bemalten hölzernen Schnitzwerk von Kirchbrak steht die Dienerin diagonal entgegengesetzt zu Maria Magdalena. Sie ist, vom Künstler symbolisch ausgedrückt, das Gegenstück zu Maria Magdalena. Oder anders ausgedrückt: Maria Magdalena ist das Gegenstück zur Dienerin, sie gehört zum engsten Kreis um Jesus. Sie ist die Jüngerin, die Jesus mehr liebte als alle männlichen Jünger.

Eine mysteriöse Dienerin schenkt
Wein ein - Foto: W-J.Langbein
Das Geheimnis der Dienerin: Sie unterstreicht die dominante Rolle Maria Magdalenas. Das Geheimnis der Maria Magdalena wird in verbotenen Evangelien von Nag Hammadi, die nicht in die Bibel aufgenommen wurden, verdeutlicht. Im »Evangelium der Maria (Magdalena)« wird der Neid der männlichen Jünger auf Maria Magdalena deutlich. Nach dem Tod Jesu wendet sich Petrus an Maria Magdalena und fragt scheinheilig (4): »Schwester, wir wissen, dass der Erlöser dich mehr liebt als die anderen Frauen. Sage uns daher die Worte des Erlösers, an die du dich erinnerst, die du kennst, wir aber nicht, und die wir auch nicht gehört haben.« Die Jünger sind eifersüchtig. Und das offenbar mit Recht. Offenbar hat Jesus Maria Magdalena Wissen anvertraut, das er seinen männlichen Jüngern vorenthielt (5): »Als Maria das gesagt hatte, schwieg sie. Denn dies war alles, was der Erlöser mit ihr besprochen hatte. Andreas aber hatte Einwände und sprach zu den Brüdern: ›Sagt an, was meint ihr zu dem, was sie gesagt hat? Ich jedenfalls glaube nicht, dass der Erlöser so gesprochen hat. Seine Lehren haben sicher ganz andere Bedeutungen.‹ Da machte auch Petrus Einwände zu dem Gesagten und fragte seine Brüder nach ihrer Meinung über den Erlöser: ›Sollte er wirklich mit einem Weibe unter vier Augen gesprochen haben und uns davon ausgeschlossen haben? Sollen wir uns etwa ihr zuwenden und alle auf sie hören? Hat er sie uns gegenüber bevorzugt?‹«

Die Dienerin schenkt ein
Foto W-J.Langbein
Nur einer der Jünger, Levi, engagierte sich für Maria Magdalena (6): »Petrus, du bist schon immer aufbrausend gewesen. Und auch jetzt sehe ich, wie du dich gegen diese Frau ereiferst, als wärest du ihr Widersacher. Wenn aber der Erlöser sie gewürdigt hat, wer bist du, dass du sie verwerfen dürftest?... Wir sollten uns schämen...und das Evangelium verkünden, wie er es uns aufgetragen hat, ohne dass wir ein weiteres Gebot oder Gesetz erlassen außer dem, worin uns der Erlöser unterwiesen hat.«

Pastor Andreas Pasewark, inzwischen in einer anderen Gemeinde tätig, betreute Kirchbrak als allseits beliebter Geistlicher. Zu meinen Thesen in Sachen Maria Magdalena auf dem Altarbild von Kirchbrak äußerte der Theologe in einem Interview durchaus wohlwollend (7): »Als ich das Buch von Langbein gelesen habe, bin ich direkt in die Kirche gelaufen und habe nachgeschaut. Der dreizehnte Jünger war für uns schon immer ein Rätsel, aber die Interpretation als Frau ist eine neue Möglichkeit.« Pastor Pasewark weiter: »Frauen sind für das Leben Jesu und die Entstehung des Christentums wichtiger, als es die Evangelisten darstellen!«

Leonardo da Vinci schuf sein weltberühmtes Abendmahl 1495 bis 1489, Philippe de Champaigne kreierte sein Abendmahl anno 1662... und um 1750 schnitzte und bemalte ein unbekannter Künstler das Abendmahl von Kirchbrak.Und auf allen diesen Kunstwerken taucht ein Geheimnis auf.... eine Frau im Kreis der Jünger Jesu.

Maria Magdalena und Jesus, von Philippe de Champaigne
Foto: Archiv Walter-Jörg Langbein
Ich bin davon überzeugt: Es ist Maria Magdalena, Apostelin der Apostel, wurde viele Jahrhunderte zu Unrecht als die »Sünderin« und Prostituierte verunglimpft... obwohl es für diese absurde Behauptung keinen Beleg in der Bibel gibt. Papst Gregor I. war es, der schon im Jahre 591 die Apostelin der Apostel zur Hure machte. Obwohl diese bösartige Verunglimpfung frei erfunden ist, dauerte es 1378 Jahre, bis die römisch-katholische Kirche anno 1969 Maria Magdalena vom falschen Makel, eine Prostituierte zu sein, befreite. Diese Rehabilitation wurde eher sehr verhalten-leise verkündet, so dass Maria Magdalena auch heute noch von vielen Menschen – christlich orientiert oder nicht – als Prostituierte gesehen wird.

Warum wird Maria Magdalena bis heute verächtlich gemacht? Warum werden seit fast zwei Jahrtausenden Evangelien ignoriert, die sie als Gefährtin Jesu titulieren? Meine Antwort: Weil eine starke, Jesus sehr nahestehende Frau immer noch nicht ihren verdienten Platz in der Kirche findet... In einer strikt patriarchalisch gestrickten Kirche wird man ihr auch weiterhin die verdiente Anerkennung vorenthalten. Eine Zukunft kann aber Kirche nur haben, wenn sie sich für Frauen öffnet... nicht nur in untergeordneten Positionen.

Dan Brown fasziniert mit seinen spannenden Romanen. Die Wirklichkeit aber ist oft spannender als jede Fiktion. Das erkennt man, wenn man alte Meisterwerke der Kunst mit offenen Augen studiert.... wie das Abendmahl von Kirchbrak!



Buch zum Thema von Walter-Jörg Langbein: »Das Sakrileg und die Heiligen Frauen«

Fußnoten
1: Evangelium nach Matthäus Kapitel 15, Vers 24
2: ebenda, Vers 26
3: ebenda, Vers 27
4: »Apokryphe Evangelien aus Nag Hammadi«, Andechs 1988, S. 258
5: »Apokryphe Evangelien aus Nag Hammadi«, Andechs 1988, S. 260
6: ebenda
7: Täglicher Anzeiger Holzminden, 5. Mai 2011

»Der Heilige Geist war eine Frau«,
Teil 80 der Serie
»Monstermauern, Mythen und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 31.7.2011


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Samstag, 23. Juli 2011

Lyrichs fröhliche Entgleisung: »Der arme Poet in Doppelripp«

liebes lieschen
wie geht es Dir

mir geht es so
wie es jemandem gehen würde
der zweimeterfünfzig groß
grün ist und ergo
mit der fontanelle unter der decke hängt

folgendes ist geschehen liebes lieschen

in meinem letzten brief an dich
habe ich Dir von diesem büchlein berichtet
mittlerweile haben sich meine wogen geglättet

in meinem club war das buch gesprächsthema
und ich sag noch so
dass ich gespannt darauf bin
ob sich da nicht einige poeten davon
auch inspirieren lassen
wir haben noch gelacht und Hille meinte
na Helma
wann ziehst du dich denn aus

liebes lieschen
halte Dich fest
Helma rief mich die tage an
nein nicht was Du vermutest
sie berichtete mir folgendes
mein nachbar
der hypochondrische pyromane
dem ist doch sein experimentierschuppen vor monaten
um die ohren geflogen
worauf ihn seine frau verlassen hatte
was er selbst erst tage später bemerkt hat
weil das essen nicht mehr auf dem tisch stand

dieser nachbar
ist verzweifelt auf brautschau gegangen
erst hat er erfolglos inserate geschaltet
mann sucht frau mit küche

dieser nachbar hat sich dann mit schweinebauer
in verbindung gesetzt und diesen gebeten
fotos von ihm zu machen
schweinebauer ist ja ein hilfsbereiter mensch
aber bei diesem fototermin muss ihn wohl
das kalte grausen überkommen haben
er hat jedenfalls Helma erst viel später davon berichtet
weil er sich geschämt hat
da war aber die kuh bereits vom eis

mein nachbar hat tatsächlich ein werk
auf den buchmarkt gebracht
das größtmögliche format dafür gewählt
und einen schwindelerregenden preis angesetzt
er meinte zu Helma
dass er schließlich auch daran verdienen muss
denn wenn seine planung nicht aufgeht
muss mindestens eine neue küche
beim verdienst rausspringen
und außerdem würde er seinen hintern
nicht unter preis über den ladentisch gehen lassen

es ist ihm gelungen ein kostenloses rezensionsexemplar
beim verlag herauszuleiern
das brachte er zu Helma
bat sie darum etwas nettes dazu zu schreiben
und den text bei wmw.brünhilde.ohweh
einzustellen
das buch müsste er danach aber wiederhaben
weil er ja noch auf brautschau sei

Helma warf einen blick in das buch
gleich der eingangstext
der mit einem bild versehen war
hat sie dazu veranlasst
ihm das werk umgehend wieder mitzugeben

ich würd so gern
einen apfelkuchen für dich backen
aber meine ex
ist mit der küche durchgebrannt

daneben das bild von meinem nachbarn
in denkerpose
mit unterwäsche in doppelripp

Helma meinte zu mir
er hätte sich extra für das buch neu eingekleidet
und weil er praktisch veranlagt sei
die doppelrippqualität
mit sechs jahren garantie auf die passform gewählt
sie hat auf jeden fall noch nachgesehen
ob der name von schweinebauer irgendwo zu finden sei
wegen der fotos
sonst hätte mein nachbar eine neuauflage machen müssen
und Helma hätte die scheidung eingereicht

wie dem auch sei
ich habe Helma gesagt
dass bei dem astronomischen verkaufspreis
das büchlein eh ein rohrkrepierer sei

aber nun zu meinem zorn
heute morgen entdecke ich
dass mein beet mit ringelblümchen
komplett geplündert worden ist
dabei wollte ich die blümchen heute ernten
um daraus meine berühmte salbe herzustellen

vorhin klingelt es an meiner haustür
wie ich öffne steht da
dämlich grinsend mein nachbar
der hypochondrische pyromane
in hawaiihemd und geringelter boxershort
in der einen hand einen strauß blümchen
Du wirst es ahnen lieschen
in der anderen hand das rezensionsexemplar

ich lese den titel
mein magen ist so leer
sehe das coverbild
doppelripp in denkerpose
da bin ich implodiert

mit dem aufschrei
meine ringelblümchen
habe ich ihm den strauß aus der hand gerissen
und die tür vor der nase zugeschlagen

lieschen
ich verstehe die männer nicht
was meinst Du
sollte ich das nicht persönlich nehmen

fühle Dich umärmelt von Deiner

Lyrich





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Sonntag, 17. Juli 2011

78 »Maria Magdalena und das Abendmahl«

Teil 78 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Das Abendmahl
von Kirchbrak
Foto W-J.Langbein
Die Kirche von Kirchbrak wurde im Verlauf von rund eintausend Jahren wiederholt umgestaltet. Als Wehrkirche musste sie so massiv wie nur möglich sein und angreifenden Feinden so lang wie möglich standhalten. Auf große Fenster musste verzichtet werden. Fenster wurden erst eingebaut, als keine Angriffe mehr zu befürchten waren. Nachträglich wurde ein neues Gewölbe eingebaut. Für eine Orgel schien es keinen Platz zu geben. Man fand einen Ausweg: Das typische Kircheninstrument wurde auf ein Podest auf hölzernen Pfosten gestellt.

Im Zentrum des Altars, ja der Kirche steht das barocke Abendmahl eines unbekannten Künstlers einer unbekannten Schule. Es handelt sich bei der farbenprächtigen Darstellung nicht um ein Gemälde, sondern um ein bunt bemaltes, in Holz geschnitztes Halbrelief. Der Altar in seiner Gesamtheit stellt biblische Geschichten da, man kann ihn auch als Analphabet wie ein Buch lesen. Ganz unten wird Jesu Geburt, romantisch verklärt, im »Stall von Bethlehem« gezeigt. Darüber folgt - als weitaus größte Darstellung - das »Heilige Abendmahl«. Hebt man den Blick weiter, so erkennt man – wieder sehr viel kleiner  - den Gekreuzigten und schließlich den Auferstandenen.

Jesus vor dem
Stern der Venus
Foto W-J.Langbein
Wenden wir uns wieder dem Abendmahl zu. Es mag in Anlehnung an Leonardo da Vincis weltberühmtes Gemälde geschaffen worden sein. Jesus sitzt – wie bei Leonardo da Vinci – an einer langen Tafel. Er blickt zum Betrachter. Jesus thront auf einem Sessel mit goldener Lehne. Bei näherem Betrachten erkennt man Geheimnisvolles! Die »Lehne«, teilweise von Jesus verdeckt, hat die Gestalt eines fünfzackigen Sterns. Dieses uralte Symbol steht für die Göttin Venus!

Jesus hat seine Jünger um sich geschart. Es müssten zwölf sein. Oder sollte Judas die Runde bereits verlassen haben? Dann wären elf Jünger zu erwarten. Wir zählen nach und stellen erstaunt fest ... Es sind nicht zwölf, auch nicht elf ... sondern dreizehn Jünger, die am letzten Abendmahl teilnehmen.

Wer ist der dreizehnte Jünger ... und wo sitzt er? Hat der Künstler den 13. Jünger irgendwie anders gestaltet als die übrigen Jünger? Unterscheidet er sich von den Zwölfen? Jesus ist mit Bart dargestellt. Das entspricht der historischen Realität. Zu Jesu Zeiten waren alle Männer bärtig. Betrachten wir nun die übrigen Jünger, so stellen wir fest, dass sie alle mit Bart dargestellt sind ... bis auf einen. Der bartlose Jünger ... unterscheidet sich auch in der Kleidung von den anderen Männern. Bei allen Bärtigen sind die Arme nackt, sie haben ärmellose Hemden an. Der 13. Jünger ist bartlos und hat bedeckte Arme. Es galt als unschicklich, wenn eine Frau in der Öffentlichkeit ihre bloßen Arme zeigte. Meine Erklärung: Der 13. Jünger ist – bartlos und mit keusch bedeckten Armen – eine Frau!

Maria Magdalena und männliche
Jünger - Foto: W-J.Langbein
Dan Brown identifizierte in seinem Weltbestseller »Das Sakrileg« einen bartlosen, sehr femininen Jünger in Leonardo da Vincis berühmtem Gemälde vom Letzten Abendmahl als Maria Magdalena. Von christlich-theologischer Seite wurde er heftig kritisiert. Es handele sich um Jesu Lieblingsjünger Johannes, der ob seiner Jugend noch keinen Bart trug. Als ich in meinem Buch »Das Sakrileg und die Heiligen Frauen« (1) als erster Autor überhaupt auf das Sakrileg von Kirchbrak hinwies, erntete ich zum Teil heftige Kritik. Als ich den »13. Jünger« als Maria Magdalena identifizierte, bekam ich auch zu hören, es handele sich vielmehr um den Lieblingsjünger Jesu, um Johannes ... und nicht nicht um eine Frau. Zunächst muss konstatiert werden, dass der »Lieblingsjünger Jesu« im »Neuen Testament« nicht namentlich genannt wird. Im »Evangelium nach Johannes« (2) heißt es: »Es war aber einer unter seinen Jüngern, den Jesus liebhatte, der lag bei Tisch an der Brust Jesu. Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte ... Da lehnte er (der Lieblingsjünger) sich an die Brust Jesu ...«

Betrachten wir nun nochmals das »Abendmahl« von Kirchbrak: Der 13. Jünger schmiegt sich im Bildnis nicht an Jesu Brust. Kurzum: der 13. »Jünger« kann nicht der männliche Lieblingsjünger sein. Meine Überzeugung: »der 13. Jünger« in der Abendmahlsdarstellung von Kirchbrak ... ist eine Frau. Welche Frau aber könnte beim Abendmahl zugegen gewesen sein können? Welche Frau zeigt der unbekannte Künstler von Kirchbrak? Ist es Maria, Jesu Mutter? Nein! Die Frau ist sehr jugendlich, wirkt sehr viel jünger als Jesus. Wenn nicht Jesu Mutter auf dem Bildnis vom Abendmahl zu sehen ist, wer dann? Ich behaupte: Es ist Maria Magdalena!

Im »Evangelium nach Philippus« steht tatsächlich jener glasklare Satz, den Dan Brown durch seinen Weltbestseller »Sakrileg« berühmt gemacht hat. Da heißt es - im »Evangelium nach Philippus« - über Maria Magdalena und Jesus (3):

Maria Magdalena ... das Sakrileg
von Kirchbrak - Foto: W-J.Langbein
»Der Messias liebte Maria Magdalena mehr als alle Jünger und er küsste sie oftmals auf ihren Mund.« Dan Brown löste Empörung mit diesem Zitat aus. Jesus ... küsste eine Frau? Undenkbar! Ich verstehe die Aufregung um dieses Detail bis heute nicht: Nach christlichem Glauben war Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott. Wenn er wahrer Mensch war, dann hatte Jesus auch eine sexuelle Seite. Das wollen aber bis heute fundamentalistische Christen nicht wahrhaben. Und so werden die Küsse Jesu einfach weg erklärt. Sie seien natürlich nicht sexueller, sondern theologisch-spiritueller Art gewesen!

Die puritanischen Theologen wollen unbedingt einen asketischen Jesus und verschweigen geflissentlich einen konkreten Hinweis im »Evangelium nach Philippus«, der den Unsinn vom unerotischen Kuss widerlegt (4): »Denn die Vollkommenen werden durch einen Kuss schwanger.« Wenn man von Küssen schwanger werden kann, werden wohl keine spirituellen Handlungen umschrieben.

Aber selbst wenn Jesu Küsse für Maria Magdalena gänzlich unerotisch waren ... der vielleicht noch wichtigere Teil des Satzes aus dem »Evangelium nach Philippus« ist in seiner Aussage ganz eindeutig: »Der Messias liebte Maria Magdalena mehr als alle Jünger ...« Jesus zog Maria Magdalena den übrigen Jüngern vor! Wenn also eine Frau beim »letzten Abendmahl« zugegen war ... dann Maria Magdalena!

Das Sakrileg von Kirchbrak
Foto: W-J.Langbein
Pikanter wird es in den verbotenen »Philipps-Akten«. Da wird – dezent verschlüsselt – von einer Schwangerschaft Maria Magdalenas berichtet. Ist für fundamentalistisch-orientierte Christen Jesu Intimleben schon ein Tabu, ja nicht existent ... dann muss für sie eine Schwangerschaft Maria Magdalenas das absolute Sakrileg sein! Aber es heißt nun einmal im griechischen Text der »Philippus-Akten« , dass Jesus zu Maria Magdalena sagte (5): »Ich weiß, dass du gut und mutig bist und gesegnet unter den Frauen.«

Die Anspielung auf das »Evangelium nach Lukas« ist unverkennbar. Da ruft Elisabeth laut aus, was sie von Maria (Jesu Mutter) weiß (6): »Gesegnet (gebenedeit) bist du unter den Weibern und gesegnet (gebenedeit) ist die Frucht deines Leibes.« Das Evangelium nach Lukas umschreibt Marias Schwangerschaft mit »gebendeit bis du«. Jesus benutzt die gleichen Worte. Er lobt Maria Magdalenas Mut und erklärt zu wissen, dass Maria Magdalena »gesegnet« (»gebendeit«) unter den Weibern sei ... also schwanger. Liegt da nicht die Vermutung nahe, dass Maria Magdalena von Jesus schwanger war? Dann wundert es uns nicht, dass Maria Magdalena beim »letzten Abendmahl« zugegen war.

Geheimnisvolle Dienerin
Foto: W-J.Langbein
Theologischer Einwand: Frauen durften beim jüdischen Passach-Fest nicht zugegen sein! Da Jesus mit seinen Jüngern eben dieses Passach-Fest feierte, kann keine Frau daran teilgenommen haben. Dieses Argument träfe zu, wenn Jesus mit seinen Jüngern wirklich das Passach-Fest zelebriert hätte. Wie aber aus den biblischen Evangelien hervorgeht, fand die Kreuzigung Jesu so statt, dass sein Leichnam zum Passach-Fest nicht mehr am Kreuz hing. Daraus geht hervor, dass Jesus vor dem Passach-Fest mit seinen Jüngern ein letztes Mal zusammen saß und mit ihnen aß. Es war sein Abschied, wusste er doch, dass er schon sehr bald hingerichtet werden würde. Bei diesem Abschiedsessen aber durfte Maria Magdalena auf keinen Fall fehlen ... die Frau, die Jesus mehr liebte als seine männlichen Jünger!

Je intensiver man sich mit dem »Abendmahl« von Kirchbrak beschäftigt, desto geheimnisvoller wird es. Nach Jahren intensiver Auseinandersetzung mit der mysteriösen Bild bin ich davon überzegt ... die Realität ist manchmal faszinierender als die Fiktion. Das wirkliche »Sakrileg« ist nicht Leonardo da Vincis Abendmahl ... sondern das von Kirchbrak ...

Empfohlene Lektüre
Walter-Jörg Langbein: Maria Magdalena

Fußnoten
1: Langbein, Walter-Jörg: »Das Sakrileg und die Heiligen Frauen«, Berlin 2004
2: Evangelium nach Johannes Kapitel 13, Verse 23-25
3: Wort 55b
4: Wort 31
5: »Philippus-Akten« zitiert nach Brock, Ann Graham: »Mary Magdalene, The First Apostle«, Cambridge 2003, S. 125
6: Evangelium nach Lukas Kapitel 1, Vers 42

»Das Geheimnis der Dienerin«,
Teil 79 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 24.7.2011

Samstag, 16. Juli 2011

Poesie am Samstag: Sylvia B. »Der Profilneurotiker«

Du glaubst nicht
wie viele
profilneurotiker
frei herumlaufen

Illustration: Sylvia B.
die andere für blöd halten
glauben
dass nur sie
die weisheit
mit löffeln
gegessen haben
sich selbst
am liebsten reden hören
ihre lebensweisheiten
zumeist
unter hübschen frauen
verteilen
dabei sich lüsternd
wichtig tun
und jede frau
die sie abblitzen lässt
kann nur eine lesbe sein

und von dem da
weiß ich sicher
dass er zu hause
unter dem pantoffel
steht

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Sonntag, 10. Juli 2011

77 »Der 13. Jünger«

Teil 77 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Die Wehrkirche von Kirchbrak
Foto: W-J.Langbein
Man muss nicht in fernste Ecken unserer Welt reisen, um Mysterien zu ergründen. Geheimnisvolles gibt es auch vor der sprichwörtlichen Haustür zu finden.... zum Beispiel in Kirchbrak. Das kleine Gotteshaus besitzt ein höchst ungewöhnliches Altarbild. Es zeigt Jesus und dreizehn Jünger...

Schon vor rund 1200 Jahren um taucht der Name Kirchbrak erstmals in einer amtlichen Urkunde auf. Das Dokument wurde im Kloster Fulda entdeckt. Interessant ist schon der Ortsname. Hans Hölscher bietet eine Erklärung an. Er schreibt in seinem informativen Heftchen »Sankt Michael Kirchbrak im Weserbergland« (1) heißt es: »Es bieten sich dafür an: brak = umgebrochenes Neuland; brach = Brachland; brak = Bruch (sumpfiges Gelände).« Kirchbrak kann also übersetzt werden mit: »Kirche im sumpfigen Brachland«.

Warum wurde eine Kirche in unwirtlicher Region gebaut? Zu vermuten ist, dass es dort ein heidnisches Heiligtum gab, an dessen Stelle ein christliches Gotteshaus errichtet wurde. Häufig wurden uralte Kultplätze von neuen Religionen einfach übernommen. Alte Tempel wurden abgerissen, auf ihren Grundmauern wurden neue Tempel erbaut. Einen heidnischen Vorgängerbau dürfte es auch in Kirchbrak gegeben haben.

Blick ins Kirchenschiff
Foto: W-J.Langbein
Unklar ist, wann das erste christliche Gotteshaus in Kirchbrak gebaut wurde. Gab es schon im 11. Jahrhundert eine Kapelle? Im 13. Jahrhundert wurde wohl eine erste Wehrkirche errichtet. Sie diente nicht nur als Ort für katholische Gottesdienste, sondern auch als Zufluchtsort für die Bevölkerung im Kriegsfall. Die Sandsteinmauern sind über einen Meter dick. Noch heute macht die Kirche von Kirchbrak einen sehr wehrhaften Eindruck.

Der Eingang lag nicht ebenerdig, sondern einige Meter höher. Der machte das Betreten und Verlassen des Gotteshauses zum mühsamen Unterfangen. Aber im Falle eines feindlichen Angriffs konnten sich die Menschen in die Kirche zurückziehen. Wenige bewaffnete Männer genügten zur Verteidigung. Der ursprüngliche Eingang wurde längst zugemauert, das Gotteshaus kann bequem betreten werden.

Betritt man heute die Kirche durch den Seiteneingang, so beansprucht der schöne farbenfrohe Altar unsere Aufmerksamkeit. Sein herrliches, bunt bemaltes Schnitzwerk lässt uns nähertreten. So wie die Kirche in mehreren Etappen erbaut und erweitert wurde, so entstand der Altar auch nach und nach. Im 13. Jahrhundert gab es den Altar in seiner Urform, um 1750 wurde dann die Kanzel eingefügt. Zu dieser Zeit dürfte die Gruft unter der Kirche längst zugemauert gewesen sein. Damit war ein Geheimgang, der in das unterirdische Gewölbe führte, für immer verschlossen.

Der Altar - Foto: Barbara Kern
Versetzen wir uns in die religiöse Welt des »Heidentums«. Diese vorchristliche Zeit wurde über unvorstellbar lange Zeitepochen hinweg vom Prinzip des Matriarchats bestimmt. So konstatiert Adele Getty in ihrem fundamentalen Werk »Göttin, Mutter des Lebens« (2):

»Die Schöpfungsmythen zahlloser Kulturen legen Zeugnis ab... von der Rolle, die das weibliche Prinzip bei der Gestaltung der Welt spielte, in der wir leben. In der Vorstellung ist die Göttin allgegenwärtig und ewig.« Allgegenwärtig ist die Göttin für einen Heiden auch im Schnitzwerk des Altars von Kirchbrak!

Stellen wir uns vor: Ein Heide aus vorchristlichen Zeiten betritt die Kirche. Die christliche Lehre ist ihm vollkommen unbekannt. Die zentralen Gestalten des Alten und Neuen Testaments kennt er nicht. Und doch würde sich »unser« Heide durchaus heimisch fühlen....

Hoch oben steht triumphierend – über dem auferstandenen Jesus – eine Göttin: Justicia. Begleitet wird sie von zwei Engeln. Im »Alten Testament« waren Engel noch männliche Boten, die die Botschaften des männlichen Gottes übermittelten. Im »Neuen Testament« sind Engel immer noch Boten zwischen Himmel und Erde. Denken wir an die Weihnachtsgeschichte. Es ist ein Engel, der Maria auf ihre Schwangerschaft aufmerksam macht.... und vom Engel erfährt Maria, wie bedeutsam und segensreich ihre Schwangerschaft ist.

Justitia und zwei Engel - Foto: W-J.Langbein
Die Engel von Kirchbrak sind eindeutig weiblich. Weibliche Engel, so erklärte mir Prof. Dr. Georg Fohrer, Fachbereich Altes Testament, sind die christliche Variante von Göttinnen, die in uralten Zeiten – lange vor Christentum und Judentum – angebetet wurden!

Weitere heilige Frauen nehmen am Altar eine herausragende Position ein. Sie stehen über den vier Aposteln. Es sind die Tapferkeit, die Mäßigkeit, der Glaube, die Hoffnung, die Liebe und die Klugheit. Die Liebe wird als Frau mit zwei Kindern dargestellt. Sie erinnert stark an die Erdmutter auf dem Relief vom Altar des Augustusfriedens aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert.

Göttin der Liebe
Foto: W-J.Langbein
Diverse Darstellungen am Altar von Kirchbrak als »heidnisch« zu bezeichnen, das wird sicher den Widerspruch christlicher Interpreten auslösen. Es handele sich doch um allegorische Darstellungen! Warum aber erscheinen wichtige Gestalten an einem christlichen Altar in heidnischem Gewand? Warum wird die personifizierte »Hoffnung« als überaus attraktive Frau in Begleitung einer Taube gezeigt? Die Taube war das Symboltier der vorchristlichen Göttin, etwa der Venus!

Für einen vorchristlichen Heiden ist die attraktive Lady mit der Taube... die Göttin der Liebe, die Venus! Und »unser« Heide wird seine Sichtweise bestätigt finden: Gibt es doch unzählige Muscheln am Altar von Kirchbrak, wunderbar geschnitzt und in der Regel – was auf ihre besondere Bedeutung hinweist – golden angemalt! Mich schockiert »Heidnisches« in »christlichem Gewand« oder »Christliches« in »heidnischem Gewand« überhaupt nicht! Ganz im Gegenteil! Wir leben in einer Zeit, in der – auch und gerade in Deutschland – verstärkt unterschiedlichste Glaubensformen auf immer engerem Raum begegnen werden. Anstatt nun die trennenden Momente zu betonen, die uns voneinander unterscheiden... sollten wir erkennen: Unterschiedliche Religionen suchen nach der Wahrheit. Da es nur eine Wahrheit gibt, können unterschiedliche Religionen doch eben diese eine Wahrheit im Blick haben, allen scheinbaren Unterschieden zum Trotz!

Hoffnung oder Venus
Foto: W-J.Langbein

Mein Rat: Wenn es Ihnen möglich ist, besuchen Sie doch einmal das Kirchlein von Kirchbrak! Von Bodenwerder kommend müssen Sie die Bundesstraße 240 verlassen und der ländlichen Kreisstraße folgen. Schon nach wenigen Kilometern werden sie das von waldigen Höhen umgebene Kirchbrak erblicken. Besuchen Sie die Kirche... gehen Sie zum Altar. Zählen Sie die Jünger auf dem Abendmahlsbild... Sie werden dreizehn, nicht zwölf Jünger sehen! Wer aber ist der 13. Jünger?

Fußnoten
1 Hölscher, Hans: »Sankt Michael im Weserbergland«, Kirchbrak, 2. Auflage 1984, S.1
2 Getty, Adele: »Göttin, Mutter des Lebens«, München 1993, S.5

Buchtipp:
Maria Magdalena - Die Wahrheit über die Geliebte Jesu von Walter-Jörg Langbein




»Maria Magdalena und das Abendmahl«,
Teil 78 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 17.7.2011



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