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Samstag, 30. Juli 2011

Poesie am Samstag- Roland Stickel: »Katzenhilfe«

Foto: Sylvia B.
All die Jahre, in denen Klara und Klärus in ihrem schönen Häuschen und dem Elfengarten wohnen, gibt es zahlreiche streunende Katzen, die einfach ihren Weg durch den recht ursprünglichen Garten machen.
Eine nette Nachbarskatze zu haben, war eine Selbstverständlichkeit, nachdem die eigene Katze Sofie nach einem Urlaub von Klara und Klärus nicht mehr nach Hause kam.
Immer wieder legte Klärus, der ja schon immer fürs Essenkochen zuständig war, Essensreste vor die Türe, die dann schnell weg waren.

Plötzlich, eines Tages erschien eine rote Katze, die aufdringlich mit ihnen schmusen wollte. Ins Haus drängte sie wie die Kälte, und Klara und Klärus hatten alle Hände voll zu tun, um sich ihrer zu erwehren. Es ist ja erst mal was Schönes, eine Schmusekatze zu haben, aber eine Schmusekatze, welche gelegentlich unmotiviert den Beschmusten eine wischt - und zwar mit Krallen - da ist dann Schluss mit Lustig.
Also wurden keine Essensreste mehr rausgelegt, um das Vieh loszuwerden. Nix da. Das liebe Kätzchen ließ sich nicht lumpen und begann, zu randalieren. Die, wohl gemerkt: geliebte!, Nachbarskatze wurde ständig von der roten Katze verprügelt, denn sie übernahm das Revier. Rings um das Grundstück herum hörten Klara und Klärus ständig die Katzen sich prügeln.

Klärus stieg der Kamm, und er bekam große Aggressionen gegen diese Terrorkatze, denn den Zustand davor hatte er immer schön gefunden. Sein Harmoniebedürfnis wurde aufs Äußerste malträtiert. Das Katzenvieh wollte nicht weichen. Schließlich besorgte Klärus sich eine Wasserpistole mit Druck. So eine von der größeren Sorte, mit extra großem Wassertank. Die tankte er mit Wasser auf und musste dann an einer Vorrichtung pumpen, damit sie sich mit Luftdruck füllte. Erst dann konnte er die Waffe zur Feindabwehr einsetzen.
So konnte er sich das Kätzlein im Radius dieses Strahls vom Leibe halten.
Doch das Tier nahm diese Herausforderung an. Immer wieder lag es auf der Lauer, zeigte sich und beobachtete Klärus. Sie wusste genau, wie sein körperlicher Zustand war, und wie weit sie an ihn herankommen konnte. Klärus war regelrecht verzweifelt und hatte eine Stinkwut.
Monate vergingen, bis sie eines Tages nicht mehr kam.

Als Klärus eines Tages mit seinem Auto von zu Hause wegfährt, sieht er auf der Straße eine tote rote Katze.
Klärus bekommt einen Schreck, denn das will er nun auch wieder nicht. Dann sind plötzlich auf der Straße drei weitere rote lebendige Katzen zu sehen. Tage später sieht er dann „seine“ rote Katze, wie sie bei den Nachbarn, schwer verletzt, deren Gartentreppe herunter läuft. Zu Klärus aber war sie die ganze Zeit nicht gekommen. Sie musste einen Unfall gehabt haben.

Es gibt seitens der Freunde, die dieses Theater zwischen Klärus und Katze miterleben, des Öfteren Hinweise, dass dies mit ihm etwas zu tun haben müsse. Auch Klärus hat gelernt, dass es keine „Zufälle“ im herkömmlichen Sinne gibt, also so ganz ohne Grund, vielmehr hat ein großer Meister gesagt, dass uns kein Blatt auf die Füße fiele, ohne dass es irgendeinen Grund dafür gebe.
Aber Klärus in seiner Rage lehnte dies immer vehement mit starken emotionalen Erregungen ab, was schon wieder ein Zeichen der Bestätigung war.
Die rote Katze kam nie mehr.

Dann etwas später passiert Folgendes:
Foto: Sylvia B.
Klara und Klärus stehen auf der Veranda hinterm Haus in ihrem schnuckeligen Garten. In stakeliger Eile kommt eine fast skelettierte Katze zu ihnen her. Hinten streckt sie einen steckensteifen Schwanz von sich. Sie ist völlig verschmutz und starrt beide mit Todesaugen an. Plötzlich ist ein unbeschreiblicher Gestank wahrzunehmen, der aber nicht von der Katze ausgeht; vielmehr ist die ganze Umgebung erfüllt von einem bestialischen Verwesungsgestank. So wie die Katze kam, ist sie auch wieder weg, und der Gestank verflüchtigt sich.
Klara und Klärus starren sich entsetzt an und fragen sich, was das denn wohl war. Die Katze zeigt sich noch einmal und dann nie mehr. Sie musste wohl innerlich schon verwest gewesen sein. Eine sehr gruselige Begegnung.

Alles, was uns im Außen begegnet, hat auch etwas mit uns zu tun. Wir kreieren die Welt, die uns umgibt!“
Dann eines Tages taucht wieder eine Katze auf. Eine schwarze. Sie ist scheu und rennt vor Klärus davon, als ob die rote ihr von ihm erzählt hätte. Das wäre ja für ihn in Ordnung gewesen, aber auch sie beginnt, alle anderen Katzen, die nun wieder so langsam erschienen sind, zu terrorisieren, natürlich auch wieder die Nachbarskatze. Klärus steigt wieder der Kamm. Der Kampf beginnt von Neuem.

Klärus besucht eine hellsichtige Frau, die auch mit Tieren kommunizieren kann. Die sagt zu Klärus:
Katzen haben einen direkten Draht zum Himmel. Das was sie miteinander machen, regeln sie untereinander, auch das Verprügeln. Der Mensch darf da nicht eingreifen. Sie machen das unter sich aus. Vielleicht sind da Anteile in dir, die du dir anschauen solltest. Wir alle haben versteckte Aggressionen in uns, die wir nicht herauslassen. Dann richten wir sie gegen uns selbst und werden krank“.
Klärus hätte es ja wissen müssen, aber oft hilft der Impuls einer kompetenten Person zur Umsetzung des Wissens.
Wieder zu Hause spürt Klärus in sich hinein, beachtet seinen Körper, dankt ihm und dankt der Katze für ihre Hinweise.
Weiterhin schließt er Frieden mit ihr. Auch emotional. Das klappt auch ausnahmsweise mal bei ihm.

Foto: Sylvia B.
Klärus sitzt eines Abends hinterm Haus im Freien und meditiert mit geschlossenen Augen. Es ist schon dunkel, und er ist alleine. Als Klärus für einen Moment die Augen öffnet, sitzt ihm gegenüber auf der Mauer friedlich die schwarze Katze und schaut ihn an. Jetzt spürt Klärus, seine aggressiven Reaktionen sind verschwunden und beide, Klärus und die Katze, haben das Gefühl, dass nun alles vorbei ist. Klärus schließt wieder die Augen, und als er sie wieder öffnet, ist die Katze weg.

Seit dieser Zeit ist es wieder ruhig im Garten von Klara und Klärus.
Ab und zu kommt mal wieder eine Katze vorbei - friedlich.
Alles, was uns im Außen begegnet, hat auch etwas mit uns zu tun. Wir kreieren die Welt, die uns umgibt!“



Auszug aus dem Buch:
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Dienstag, 18. Mai 2010

Klärus und die Endlichkeit


Es ist Frühling. Der Schnee ist endlich getaut und die ersten wärmenden Sonnenstrahlen lassen nicht zu, dass Klärus weiterhin in den schützend gewärmten Räumen verbringt. Zu lange ging bereits der Winter. Zu lange war Klärus regelrecht interniert, in die Wohnung verbannt, denn die Witterung lud nicht ins Freie ein und der Schnee machte ihn noch mehr behindert, als er ohnehin schon war.
Wenn Klärus jetzt durch den Kurpark fährt, vorbei am gewaltig rauschenden Wasser eines wunderbaren Flüsschens, dann ist dieses Wasser gewaltig und zielgerichtet durch die Unterstützung des Flussbettes. Wild rauscht das Wasser wegen der zahllosen Steine, die so weit das Auge reicht das Flussbett füllen, doch unentwegt strebt das Wasser zum Ziele hin. Der Augenblick lässt das Ziel vergessen.
Die Krokusse und Schneeglöckchen blühen und wenn Klärus in die Wipfel der uralten Bäume blickt, dann erfüllt ihn ein Glücksgefühl und eine Dankbarkeit und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit mit allem was ist, und lässt ihn die Zeit vergessen. Dann kann er sagen, dass er noch nie so viel Lebensqualität hatte, wie in diesem Moment.
Klärus sitzt in seinem Rollstuhl, der elektrisch angetrieben, seinem Körper die Möglichkeit bietet, diesen Moment zu erleben, seiner Seele die Möglichkeit bietet, die Kraft dieser Gefühle zu speichern.

Und diese Momente hat Klärus oft, auch mitten im Menschengewühl und es ist eine Transformation der Wahrnehmung, die durch die Veränderung der körperlichen Leistungskraft geschieht, verbunden mit Akzeptanz und natürlich Annahme der vorhandenen Gegebenheiten.

Allerdings darf auch nichts mehr hinzukommen. Jedes verstopfte Nasenloch ist dann zu viel und kann wieder Ängste auslösen, wenn Klärus sich den Kräften ausliefert, welche Diagnosen auslösen können.
Es kommt darauf an, worauf er seine Aufmerksamkeit lenkt.

Aber nicht nur Diagnosen, sondern das Erleben von körperlicher Endlichkeit vor diesen zementierenden Diagnosen ist das Sprungbrett zur Bewusstseinserweiterung im weitesten Sinne.

„Sie müssen damit rechnen, dass sie für den Rest Ihres Lebens rund um die Uhr künstlich beatmet werden müssen“
Klärus liegt mit starrem Blick nach oben zur Zimmerdecke, im Bett auf der Intensivstation des nächstliegenden Krankenhauses.
Neben ihm ein kompetent erscheinender Arzt mit ernster Miene, der Klärus, wie dieser denkt, mit der Beschreibung des Ernstes der Lage, anscheinend zu Lebensmut verhelfen möchte.

„Falls dies nicht ausreichen würde, müssten wir sie in ein künstliches Koma versetzen und Sie über die Luftröhre künstlich beatmen. Sie könnten dann nie mehr sprechen und nie mehr essen. Dazu bräuchten wir aber Ihre Zustimmung“.

Klärus liegt fast wie betäubt unter seiner Beatmungsmaske und scheint kaum noch Gefühle zu kennen. Bei dieser Zukunftsperspektive ist ein Schockzustand wohl das Sicherste für die wieder mal verletzte Seele.
Soll es das jetzt gewesen sein mit dem Leben, mit dem Leben auf Erden, dieser jetzigen Inkarnation, Menschwerdung? War das alles mit der Menschwerdung?
Wo ist sie jetzt, die Blaue Blume?

Stoisch stellt Klärus die Frage an den kompetenten Arzt, was geschehen würde, wenn er das nicht wolle – das mit der Einverständniserklärung.

„Dann müssten wir uns von Ihnen verabschieden!“

* * *

„Der Körper ist der Tempel der Seele“, sagte der Ganz-Große-Liebe-Geist zu Klärus, als er mit klaren Worten zu ihm sprach. Als er in klaren Worten zu ihm sprach in einer Zeit, als es darum ging, seiner Herzensstimme mehr Platz einzuräumen, Entscheidungen nicht durch den Filter der Vergangenheitsprägungen zu treffen.
Klärus ist älter geworden. Nicht nur Klärus. Auch seine geliebte Klara. Auch ruhiger sind sie geworden. Die Kinder sind aus dem Hause.

Klärus hat aufgehört, sich mit ewigen Forderungen an sich selbst zu belasten, dies oder jenes erreichen zu müssen, wieder irgendwo ankommen zu müssen, aus welchen Gründen auch immer.
Sein geschwächter Körper hilft ihm dabei. Sein Körper, der durch die Folgeschäden einer Polioinfektion in seiner Kindheit auf viele Hilfsmittel angewiesen ist.
Dieser Körper sagt ihm auf jedem Meter des Weges, wo die Grenzen sind, dass es aber auch einen Horizont gibt und auch etwas hinter dem Horizont, was sich zeigt, wenn die Ruhe dafür da ist. Das hinterm Horizont kann nicht erzwungen werden. Es ist dann einfach sichtbar.
Der Ganz-Große-Liebe-Geist ist dem bewussten Menschen auf seinem Weg der Erkenntnis nahe und lässt sein Licht in ihm immer mehr erstrahlen. Dieses Licht soll ihn weiterhin von den Wunden der Resignation und Hoffnungslosigkeit befreien. Es soll eine Zeit kommen, voller Wunder und Segnungen, für die, welche bereit sind, sich dem zu öffnen.
Das kann wiederum schmerzhaft sein, denn es ist der wahre Kern der Illusion vom inneren Schmerz. Jeder äußere Schmerz ist eine Ausdrucksform dieser inneren Wunden. Sie suchen den Weg, um Erlösung zu finden.

„Und so erlaube du dir, dich wahrlich stets an dir selbst das alleine Licht der Quelle daselbst, vollkommen anzuvertrauen.

Sieh, dass das, was dir manches Mal als große Bürde erscheint, dir doch als großer Segen dienend gekommen ist.
Denn so führte sie dich hin, die Bürde, dass du nicht suchest im Außen, in der Welt der Zerstreuung.
So viele Menschen in scheinbar – ihr nennt es, gesunden Körpern, leben so in der Äußerlichkeit, doch nicht erkennend, dass all ihr Tun, all ihr Sehnen, all ihr Trachten, eine Identifikation, ein Körper zu sein, ist. Sie wissen nicht, dass sie mehr sind, als nur ihr Körper.
Und so sehen sie nicht die unendliche Schönheit des gnadenvollen Lichts, das sie segnet, das in ihnen daselbst strahlt.
Und aus der Durchlichtung deines Leibes – mein Sohn, geschieht dir die Leichtigkeit.
Lasse dich führwahr darin offen, so wie das Gefäß, in dem die Quelle der Liebe Raum nimmt, sich ergießt und strahlend wirket, zum Wohle allen Seins“.
(aus:Hinterm Horizont)

Diese Worte des Ganz-Großen-Lieben-Geistes haben sich in das Unterbewusstsein von Klärus eingeprägt. Wohl wissend aber hat er immer noch geglaubt, die Signale seines Körpers ignorieren zu müssen.
Der Tempel seiner Seele ist brüchig und baufällig und trotzdem belastete Klärus diesen Tempel über alle Gebühr.
Klärus erlebte die letzten Monate trotz vieler Erkenntnisse immer mehr Erschöpfung nach Bewegung. Schon kleine Kraftakte wie an- und ausziehen waren immer mehr mit Atemnot verbunden. Auch in der Nacht hatte er des Öfteren das Gefühl, nicht richtig geatmet zu haben. Schon lange spielte er mit dem Gedanken, sich doch mal in die Obhut eines fachkundigen Arztes zu begeben. Auch war ihm die Nutzung eines Atemhilfsgerätes bei anderen Polios bekannt, aber er wollte sich nicht mit Krankheit beschäftigen, seine Energien nicht auf Krankheit lenken, um dieses Gedankenpotential nicht zu verstärken. Dass er dabei lediglich verdrängte, das verdrängte er zusätzlich.
Klärus wollte weiterhin tätig sein können. Mit seiner Körperkraft noch seinen Beitrag leisten, zur Unterstützung seiner geliebten Klara im häuslichen Bereich. Dass dies sein poliogeschädigter Körper nicht verkraften konnte, ignorierte er.
Klärus dachte, dass er mit der Durchsetzung und Versorgung mit barrierefreien Maßnahmen im Hause alles getan zu haben, was seinem Körper gut tun würde. Und das war auch gut so. Aber halt auch nicht alles

* * *

Es ist Nacht, Klärus öffnet die Augen und nimmt wahr, dass neben ihm 2 Pflegepersonen auf die Messdaten der Computer auf der Intensivstation schauen, an welche sein Körper angeschlossen ist, um alle lebenserhaltenden Maßnahmen ergreifen zu können, welche in der Macht der Schulmedizin stehen.

„Atmen Sie, atmen Sie“, rufen beiden synchron, Klärus beim Namen nennend. Er selbst nimmt dies wie in Trance zur Kenntnis. Vielleicht tut er, was sie sagen, vielleicht auch nicht. Irgendwie kann er den Ernst der Lage nicht einschätzen, hat kein Bewusstsein von seiner ernsten Situation. Er weiß auch zu diesem Zeitpunkt nichts von den Sorgegedanken seiner Lieben zu Hause, die sich in einer verzweifelten Situation befinden. Sie wissen nicht, ob ihr lieber Klärus die Nacht überleben wird, oder nicht, denn sein Körper ist vergiftet vom CO 2, weil seine Lunge den Gasaustausch nicht mehr bewerkstelligen konnte.
Die Atemmuskulatur, die bei vielen Poliobetroffenen keine Ruhe kennt, keine Entspannungsphasen hat, wie beim so genannten „gesunden“ Menschen, kann im Laufe der Zeit die Marathontätigkeit einstellen und versagen. So bei Klärus. Er wusste schon seit geraumer Zeit, dass viele Poliobetroffenen zur Entlastung der Atemmuskulatur in der Nacht ein Atem unterstützendes Gerät haben, sodass sich die Atemmuskulatur erholen kann. Klärus hatte Angst davor, ein solches Gerät zu benötigen.
Jetzt ist all das geschehen, wovor er immer Angst hatte. Immer noch Angst trotz all seiner Erkenntnisse mit all den Schlägen des Lebens, welche zu denselben führten.

Klärus wacht wieder auf, seine Frühere Schwester steht neben seinem Bett. Frühere Schwester deswegen, weil sie in einer früheren Inkarnation auf Erden die Schwester von Klärus war, beide sich in diesem Leben wieder gefunden haben und sich all die Jahre mit Rat und Tat zur Seite standen. Nun steht sie neben seinem Bett in der Intensivstation, hält seine Hand und fragt ihn ernst, ob er „gehen“ möchte. Er weiß, was sie damit meint, nimmt die Frage zur Kenntnis, kann aber keine Antwort darauf geben. Hat auch kein Gefühl dafür. Es ist schon eigenartig, aber es scheint so, dass in einer Zeit des Übergangs dies als solches nicht als schlimm wahrgenommen wird. Zumindest muss es diese Option geben, denn so empfindet dies Klärus. Er hat kein Gefühl von Leid, von Schmerz, von Abschied, auch ist es Klärus nicht emotional bewusst, dass dies eine leidvolle Zeit für seine Lieben ist. Auch hat er kein Empfinden über seinen körperlichen Zustand.

„Erkenne – dass du niemals dieser Körper warst.
Du trägst ihn.
Er ist dir wie ein Gewand.
Erlaube dir um deiner Erkenntnis willen, irdische Hilfe anzunehmen.
Siehe, dass daselbst Menschen von großer Weisheit erfüllt, und doch zugleich in scheinbar gepeinigtem Körper auf der Erde dienten und noch dienen und doch sehen sie sich nicht gepeinigt.
Und darum sprach ich zu dir „scheinbar“ gepeinigt.
Denn sie wissen, dass sie nicht dieser Körper sind.
Und so ist darin keine Identifikation mit der Begrenzung.
Siehe – dass du daselbst willkommen bist, ein Gleiches in dir zu erfahren.“
Erlaube Menschen die in gesundem, irdischem Gewand, dir helfend zu dienen.
So wird es geschehen, wann immer du bereit dazu bist.“ (aus: Hinterm Horizont)

erstellt von Roland Stickel
(bisher nicht veröffentlichter Text)

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Augenblicke im Leben eines Menschen
Hinterm Horizont

Montag, 11. Januar 2010

Handwerkzeug fürs Leben

Von Philosophen behauptet man, dass das, was sie lehren, ihre Lehre sei, ihre Gedanken und können uns so schnell distanzieren. Auch die Kirche lehrt seit 2000 Jahren die so genannte Wahrheit und warum hatte ich immer nach den wenigen Gottesdienstbesuchen so ein leeres Gefühl, so ein Gefühl, dass die vorausgegangene Predigt mir kein Handwerkzeug für den Alltag mitgab? Ein Handwerkzeug durch Ahaerlebnisse mein Leben ändern zu können? Das Handwerkzeug hatte ich bekommen durch das Studium zahlreicher Lehren und Selbsterfahrungen.

Viele Gelehrte, gab es im Laufe der menschlichen Geschichte, Philosophen, Schriftgelehrte, Propheten aller Nationen und immer wieder, wenn die Menschheit an einem dunklen Bewusstseinspunkt ihres Daseins angekommen war, gab es die so genannten Avatare, Weltenlehrer, welche durch ihre Lehre das kollektive Bewusstsein wieder angehoben haben. Alle großen Weltreligionen beinhalten in ihrem mythischen Kern die Wahrheit. Ein großes Wort gelassen ausgesprochen, ja, aber danach sucht doch der Mensch. Der Mensch sucht nach der Wahrheit, der Wesentlichkeit seines Seins. Und es gab sie schon immer, die Menschen, oder Wesenheiten, die Wissen hatten und die Lehrten und es gab sie auch schon immer, die Interpreten dieser Lehren, die, wenn das, was sie lehrten der Wahrheit entsprach, zu höchsten Bewusstseinsveränderungen führten. So steht geschrieben, alles was ist, unterliegt einer kosmischen Gesetzmäßigkeit.

Es würde uns kein Blatt auf die Füße fallen, ohne dass es einen Grund dafür gäbe. In Anlehnung an den Artikel von Thorsten Boose über Ursache und Wirkung von Laotse, möchte ich noch ein paar Gedanken hinzufügen. Diese Gedanken sind natürlich nicht meine Gedanken. Es steht auch geschrieben, dass der Mensch keine eigenen Gedanken denken kann. Er kann nur Gedanken aufnehmen, womit wir schon mitten im Ursache- und Wirkungsprinzip stecken. Am bekanntesten dürfte es unter dem Wort Karma erklärt sein, das besagt, dass jede Handlung, physisch wie geistig unweigerlich eine Folge hat. Im Hinduismus, Buddhismus u.a. ist die Lehre des Karma mit dem Kreislauf der Wiedergeburt verbunden, auch auf geistiger Ebene über mehrere Lebensspannen hinweg. Karma entsteht also aufgrund einer Gesetzmäßigkeit und nicht in Folge einer Beurteilung eines Weltenrichters oder Gott, ist also nicht von göttliche Gnade oder Strafe abhängig. Deshalb gibt es im Buddhismus keine Schuld, was man leider in unserem christlichen Kulturkreis nicht behaupten kann und was wiederum nichts mit der Lehre Christi zu tun haben muss. Das Ziel sei die Erlösung, also überhaupt kein Karma mehr zu erzeugen, also nach Laotse im Tao zu sein. Laotse meinte das sicherlich nicht anders.

Das heiligste was der Mensch hier auf Erden bekommen hat, ist sein freier Wille. Sein freier Wille kann durch nichts beeinflusst werden, als durch den Menschen selbst. Und Karma ist jede seiner Handlungen, welche die Ursache für eine Wirkung darstellt, sei es eine gute Handlung, oder eine schlechte Handlung. Seien es gute Gedanken oder schlechte Gedanken. Gute Gefühle oder schlechte Gefühle. Was Gut und was Schlecht ist, interessiert das Universum nicht. Es ist die Erkenntnis und die Bewertung des Menschen, die das beurteilt. Er lernt aus den Folgen seines Tuns.
Der Mensch schafft sich durch dieses karmische Gesetz seine so genannte Realität selbst. Seine individuelle, durch sein eigenes Karma, seine Familiäre, durch sein Familienkarma, Land… so geht das weiter bis zum kollektiven Karma, welches die Welt so kreiert, wie sie ist.

Wie der Wille, so der Gedanke. Der Gedanke bewegt den Menschen zur Tat. Das ist ein beschriebenes Gesetz und ist interessant, bedacht zu werden. Wenn ich einen roten Porsche haben möchte, dann komme ich erstmal auf die Idee, einen solchen haben zu wollen –ich will – dann denke ich Tagein, Tagaus an den roten Porsche. Er geht mir nicht mehr aus dem Kopf und diese Gedanken bewegen mich zu der Tat, bis ich einen habe.

Allerdings kann es auch sein, dass ich mich mit ihm hoch verschulde. Dann wäre es besser gewesen, mich vorher im Bewusstsein soweit zu erhöhen, dass ich der Stimme meines Herzens gefolgt wäre, die mir vielleicht gesagt hätte, dass mir die laufenden Mittel dazu fehlen würden. Gutes Karma – schlechtes Karma. Also ist dieser freie Wille die Grundvoraussetzung für alles schöpferische Tun. Im Grunde sind wir alle nur Reaktoren. Wir nehmen die Gedanken unserer Eltern auf, samt ihrer Bewertungen und basteln daraus Glaubenssätze. Ja wir selbst – nur wir selbst, denn es ist unsere Entscheidung, für die wir verantwortlich sind. Niemand sonst ist verantwortlich.
Ich komme nicht umhin, hier doch noch einen Schlenker zu meinen Büchern zu machen, in denen es ja um diese Themen und Gesetzmäßigkeiten geht. Da macht sich doch dieser Klärus auf den Weg, den Bewusstseinsweg und wenn der geneigte Leser an dieser Stelle angelangt ist und alles durchgelesen hat, dann möchte ich behaupten, dass ein gewisses Interesse vorliegt und wenn sie auf bezaubernde Weise eintauchen möchten in die Welt eines suchenden Individuums, dann werden sie diese Bücher auf die eine oder andere Art der Erleuchtung näher bringen.




erstellt von Roland Stickel www.rolandstickel.de

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