Posts mit dem Label die blaue Blume werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label die blaue Blume werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 18. Mai 2010

Klärus und die Endlichkeit


Es ist Frühling. Der Schnee ist endlich getaut und die ersten wärmenden Sonnenstrahlen lassen nicht zu, dass Klärus weiterhin in den schützend gewärmten Räumen verbringt. Zu lange ging bereits der Winter. Zu lange war Klärus regelrecht interniert, in die Wohnung verbannt, denn die Witterung lud nicht ins Freie ein und der Schnee machte ihn noch mehr behindert, als er ohnehin schon war.
Wenn Klärus jetzt durch den Kurpark fährt, vorbei am gewaltig rauschenden Wasser eines wunderbaren Flüsschens, dann ist dieses Wasser gewaltig und zielgerichtet durch die Unterstützung des Flussbettes. Wild rauscht das Wasser wegen der zahllosen Steine, die so weit das Auge reicht das Flussbett füllen, doch unentwegt strebt das Wasser zum Ziele hin. Der Augenblick lässt das Ziel vergessen.
Die Krokusse und Schneeglöckchen blühen und wenn Klärus in die Wipfel der uralten Bäume blickt, dann erfüllt ihn ein Glücksgefühl und eine Dankbarkeit und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit mit allem was ist, und lässt ihn die Zeit vergessen. Dann kann er sagen, dass er noch nie so viel Lebensqualität hatte, wie in diesem Moment.
Klärus sitzt in seinem Rollstuhl, der elektrisch angetrieben, seinem Körper die Möglichkeit bietet, diesen Moment zu erleben, seiner Seele die Möglichkeit bietet, die Kraft dieser Gefühle zu speichern.

Und diese Momente hat Klärus oft, auch mitten im Menschengewühl und es ist eine Transformation der Wahrnehmung, die durch die Veränderung der körperlichen Leistungskraft geschieht, verbunden mit Akzeptanz und natürlich Annahme der vorhandenen Gegebenheiten.

Allerdings darf auch nichts mehr hinzukommen. Jedes verstopfte Nasenloch ist dann zu viel und kann wieder Ängste auslösen, wenn Klärus sich den Kräften ausliefert, welche Diagnosen auslösen können.
Es kommt darauf an, worauf er seine Aufmerksamkeit lenkt.

Aber nicht nur Diagnosen, sondern das Erleben von körperlicher Endlichkeit vor diesen zementierenden Diagnosen ist das Sprungbrett zur Bewusstseinserweiterung im weitesten Sinne.

„Sie müssen damit rechnen, dass sie für den Rest Ihres Lebens rund um die Uhr künstlich beatmet werden müssen“
Klärus liegt mit starrem Blick nach oben zur Zimmerdecke, im Bett auf der Intensivstation des nächstliegenden Krankenhauses.
Neben ihm ein kompetent erscheinender Arzt mit ernster Miene, der Klärus, wie dieser denkt, mit der Beschreibung des Ernstes der Lage, anscheinend zu Lebensmut verhelfen möchte.

„Falls dies nicht ausreichen würde, müssten wir sie in ein künstliches Koma versetzen und Sie über die Luftröhre künstlich beatmen. Sie könnten dann nie mehr sprechen und nie mehr essen. Dazu bräuchten wir aber Ihre Zustimmung“.

Klärus liegt fast wie betäubt unter seiner Beatmungsmaske und scheint kaum noch Gefühle zu kennen. Bei dieser Zukunftsperspektive ist ein Schockzustand wohl das Sicherste für die wieder mal verletzte Seele.
Soll es das jetzt gewesen sein mit dem Leben, mit dem Leben auf Erden, dieser jetzigen Inkarnation, Menschwerdung? War das alles mit der Menschwerdung?
Wo ist sie jetzt, die Blaue Blume?

Stoisch stellt Klärus die Frage an den kompetenten Arzt, was geschehen würde, wenn er das nicht wolle – das mit der Einverständniserklärung.

„Dann müssten wir uns von Ihnen verabschieden!“

* * *

„Der Körper ist der Tempel der Seele“, sagte der Ganz-Große-Liebe-Geist zu Klärus, als er mit klaren Worten zu ihm sprach. Als er in klaren Worten zu ihm sprach in einer Zeit, als es darum ging, seiner Herzensstimme mehr Platz einzuräumen, Entscheidungen nicht durch den Filter der Vergangenheitsprägungen zu treffen.
Klärus ist älter geworden. Nicht nur Klärus. Auch seine geliebte Klara. Auch ruhiger sind sie geworden. Die Kinder sind aus dem Hause.

Klärus hat aufgehört, sich mit ewigen Forderungen an sich selbst zu belasten, dies oder jenes erreichen zu müssen, wieder irgendwo ankommen zu müssen, aus welchen Gründen auch immer.
Sein geschwächter Körper hilft ihm dabei. Sein Körper, der durch die Folgeschäden einer Polioinfektion in seiner Kindheit auf viele Hilfsmittel angewiesen ist.
Dieser Körper sagt ihm auf jedem Meter des Weges, wo die Grenzen sind, dass es aber auch einen Horizont gibt und auch etwas hinter dem Horizont, was sich zeigt, wenn die Ruhe dafür da ist. Das hinterm Horizont kann nicht erzwungen werden. Es ist dann einfach sichtbar.
Der Ganz-Große-Liebe-Geist ist dem bewussten Menschen auf seinem Weg der Erkenntnis nahe und lässt sein Licht in ihm immer mehr erstrahlen. Dieses Licht soll ihn weiterhin von den Wunden der Resignation und Hoffnungslosigkeit befreien. Es soll eine Zeit kommen, voller Wunder und Segnungen, für die, welche bereit sind, sich dem zu öffnen.
Das kann wiederum schmerzhaft sein, denn es ist der wahre Kern der Illusion vom inneren Schmerz. Jeder äußere Schmerz ist eine Ausdrucksform dieser inneren Wunden. Sie suchen den Weg, um Erlösung zu finden.

„Und so erlaube du dir, dich wahrlich stets an dir selbst das alleine Licht der Quelle daselbst, vollkommen anzuvertrauen.

Sieh, dass das, was dir manches Mal als große Bürde erscheint, dir doch als großer Segen dienend gekommen ist.
Denn so führte sie dich hin, die Bürde, dass du nicht suchest im Außen, in der Welt der Zerstreuung.
So viele Menschen in scheinbar – ihr nennt es, gesunden Körpern, leben so in der Äußerlichkeit, doch nicht erkennend, dass all ihr Tun, all ihr Sehnen, all ihr Trachten, eine Identifikation, ein Körper zu sein, ist. Sie wissen nicht, dass sie mehr sind, als nur ihr Körper.
Und so sehen sie nicht die unendliche Schönheit des gnadenvollen Lichts, das sie segnet, das in ihnen daselbst strahlt.
Und aus der Durchlichtung deines Leibes – mein Sohn, geschieht dir die Leichtigkeit.
Lasse dich führwahr darin offen, so wie das Gefäß, in dem die Quelle der Liebe Raum nimmt, sich ergießt und strahlend wirket, zum Wohle allen Seins“.
(aus:Hinterm Horizont)

Diese Worte des Ganz-Großen-Lieben-Geistes haben sich in das Unterbewusstsein von Klärus eingeprägt. Wohl wissend aber hat er immer noch geglaubt, die Signale seines Körpers ignorieren zu müssen.
Der Tempel seiner Seele ist brüchig und baufällig und trotzdem belastete Klärus diesen Tempel über alle Gebühr.
Klärus erlebte die letzten Monate trotz vieler Erkenntnisse immer mehr Erschöpfung nach Bewegung. Schon kleine Kraftakte wie an- und ausziehen waren immer mehr mit Atemnot verbunden. Auch in der Nacht hatte er des Öfteren das Gefühl, nicht richtig geatmet zu haben. Schon lange spielte er mit dem Gedanken, sich doch mal in die Obhut eines fachkundigen Arztes zu begeben. Auch war ihm die Nutzung eines Atemhilfsgerätes bei anderen Polios bekannt, aber er wollte sich nicht mit Krankheit beschäftigen, seine Energien nicht auf Krankheit lenken, um dieses Gedankenpotential nicht zu verstärken. Dass er dabei lediglich verdrängte, das verdrängte er zusätzlich.
Klärus wollte weiterhin tätig sein können. Mit seiner Körperkraft noch seinen Beitrag leisten, zur Unterstützung seiner geliebten Klara im häuslichen Bereich. Dass dies sein poliogeschädigter Körper nicht verkraften konnte, ignorierte er.
Klärus dachte, dass er mit der Durchsetzung und Versorgung mit barrierefreien Maßnahmen im Hause alles getan zu haben, was seinem Körper gut tun würde. Und das war auch gut so. Aber halt auch nicht alles

* * *

Es ist Nacht, Klärus öffnet die Augen und nimmt wahr, dass neben ihm 2 Pflegepersonen auf die Messdaten der Computer auf der Intensivstation schauen, an welche sein Körper angeschlossen ist, um alle lebenserhaltenden Maßnahmen ergreifen zu können, welche in der Macht der Schulmedizin stehen.

„Atmen Sie, atmen Sie“, rufen beiden synchron, Klärus beim Namen nennend. Er selbst nimmt dies wie in Trance zur Kenntnis. Vielleicht tut er, was sie sagen, vielleicht auch nicht. Irgendwie kann er den Ernst der Lage nicht einschätzen, hat kein Bewusstsein von seiner ernsten Situation. Er weiß auch zu diesem Zeitpunkt nichts von den Sorgegedanken seiner Lieben zu Hause, die sich in einer verzweifelten Situation befinden. Sie wissen nicht, ob ihr lieber Klärus die Nacht überleben wird, oder nicht, denn sein Körper ist vergiftet vom CO 2, weil seine Lunge den Gasaustausch nicht mehr bewerkstelligen konnte.
Die Atemmuskulatur, die bei vielen Poliobetroffenen keine Ruhe kennt, keine Entspannungsphasen hat, wie beim so genannten „gesunden“ Menschen, kann im Laufe der Zeit die Marathontätigkeit einstellen und versagen. So bei Klärus. Er wusste schon seit geraumer Zeit, dass viele Poliobetroffenen zur Entlastung der Atemmuskulatur in der Nacht ein Atem unterstützendes Gerät haben, sodass sich die Atemmuskulatur erholen kann. Klärus hatte Angst davor, ein solches Gerät zu benötigen.
Jetzt ist all das geschehen, wovor er immer Angst hatte. Immer noch Angst trotz all seiner Erkenntnisse mit all den Schlägen des Lebens, welche zu denselben führten.

Klärus wacht wieder auf, seine Frühere Schwester steht neben seinem Bett. Frühere Schwester deswegen, weil sie in einer früheren Inkarnation auf Erden die Schwester von Klärus war, beide sich in diesem Leben wieder gefunden haben und sich all die Jahre mit Rat und Tat zur Seite standen. Nun steht sie neben seinem Bett in der Intensivstation, hält seine Hand und fragt ihn ernst, ob er „gehen“ möchte. Er weiß, was sie damit meint, nimmt die Frage zur Kenntnis, kann aber keine Antwort darauf geben. Hat auch kein Gefühl dafür. Es ist schon eigenartig, aber es scheint so, dass in einer Zeit des Übergangs dies als solches nicht als schlimm wahrgenommen wird. Zumindest muss es diese Option geben, denn so empfindet dies Klärus. Er hat kein Gefühl von Leid, von Schmerz, von Abschied, auch ist es Klärus nicht emotional bewusst, dass dies eine leidvolle Zeit für seine Lieben ist. Auch hat er kein Empfinden über seinen körperlichen Zustand.

„Erkenne – dass du niemals dieser Körper warst.
Du trägst ihn.
Er ist dir wie ein Gewand.
Erlaube dir um deiner Erkenntnis willen, irdische Hilfe anzunehmen.
Siehe, dass daselbst Menschen von großer Weisheit erfüllt, und doch zugleich in scheinbar gepeinigtem Körper auf der Erde dienten und noch dienen und doch sehen sie sich nicht gepeinigt.
Und darum sprach ich zu dir „scheinbar“ gepeinigt.
Denn sie wissen, dass sie nicht dieser Körper sind.
Und so ist darin keine Identifikation mit der Begrenzung.
Siehe – dass du daselbst willkommen bist, ein Gleiches in dir zu erfahren.“
Erlaube Menschen die in gesundem, irdischem Gewand, dir helfend zu dienen.
So wird es geschehen, wann immer du bereit dazu bist.“ (aus: Hinterm Horizont)

erstellt von Roland Stickel
(bisher nicht veröffentlichter Text)

Die Bücher von Roland Stickel bei Amazon bestellen:
Augenblicke im Leben eines Menschen
Hinterm Horizont

Montag, 11. Januar 2010

Handwerkzeug fürs Leben

Von Philosophen behauptet man, dass das, was sie lehren, ihre Lehre sei, ihre Gedanken und können uns so schnell distanzieren. Auch die Kirche lehrt seit 2000 Jahren die so genannte Wahrheit und warum hatte ich immer nach den wenigen Gottesdienstbesuchen so ein leeres Gefühl, so ein Gefühl, dass die vorausgegangene Predigt mir kein Handwerkzeug für den Alltag mitgab? Ein Handwerkzeug durch Ahaerlebnisse mein Leben ändern zu können? Das Handwerkzeug hatte ich bekommen durch das Studium zahlreicher Lehren und Selbsterfahrungen.

Viele Gelehrte, gab es im Laufe der menschlichen Geschichte, Philosophen, Schriftgelehrte, Propheten aller Nationen und immer wieder, wenn die Menschheit an einem dunklen Bewusstseinspunkt ihres Daseins angekommen war, gab es die so genannten Avatare, Weltenlehrer, welche durch ihre Lehre das kollektive Bewusstsein wieder angehoben haben. Alle großen Weltreligionen beinhalten in ihrem mythischen Kern die Wahrheit. Ein großes Wort gelassen ausgesprochen, ja, aber danach sucht doch der Mensch. Der Mensch sucht nach der Wahrheit, der Wesentlichkeit seines Seins. Und es gab sie schon immer, die Menschen, oder Wesenheiten, die Wissen hatten und die Lehrten und es gab sie auch schon immer, die Interpreten dieser Lehren, die, wenn das, was sie lehrten der Wahrheit entsprach, zu höchsten Bewusstseinsveränderungen führten. So steht geschrieben, alles was ist, unterliegt einer kosmischen Gesetzmäßigkeit.

Es würde uns kein Blatt auf die Füße fallen, ohne dass es einen Grund dafür gäbe. In Anlehnung an den Artikel von Thorsten Boose über Ursache und Wirkung von Laotse, möchte ich noch ein paar Gedanken hinzufügen. Diese Gedanken sind natürlich nicht meine Gedanken. Es steht auch geschrieben, dass der Mensch keine eigenen Gedanken denken kann. Er kann nur Gedanken aufnehmen, womit wir schon mitten im Ursache- und Wirkungsprinzip stecken. Am bekanntesten dürfte es unter dem Wort Karma erklärt sein, das besagt, dass jede Handlung, physisch wie geistig unweigerlich eine Folge hat. Im Hinduismus, Buddhismus u.a. ist die Lehre des Karma mit dem Kreislauf der Wiedergeburt verbunden, auch auf geistiger Ebene über mehrere Lebensspannen hinweg. Karma entsteht also aufgrund einer Gesetzmäßigkeit und nicht in Folge einer Beurteilung eines Weltenrichters oder Gott, ist also nicht von göttliche Gnade oder Strafe abhängig. Deshalb gibt es im Buddhismus keine Schuld, was man leider in unserem christlichen Kulturkreis nicht behaupten kann und was wiederum nichts mit der Lehre Christi zu tun haben muss. Das Ziel sei die Erlösung, also überhaupt kein Karma mehr zu erzeugen, also nach Laotse im Tao zu sein. Laotse meinte das sicherlich nicht anders.

Das heiligste was der Mensch hier auf Erden bekommen hat, ist sein freier Wille. Sein freier Wille kann durch nichts beeinflusst werden, als durch den Menschen selbst. Und Karma ist jede seiner Handlungen, welche die Ursache für eine Wirkung darstellt, sei es eine gute Handlung, oder eine schlechte Handlung. Seien es gute Gedanken oder schlechte Gedanken. Gute Gefühle oder schlechte Gefühle. Was Gut und was Schlecht ist, interessiert das Universum nicht. Es ist die Erkenntnis und die Bewertung des Menschen, die das beurteilt. Er lernt aus den Folgen seines Tuns.
Der Mensch schafft sich durch dieses karmische Gesetz seine so genannte Realität selbst. Seine individuelle, durch sein eigenes Karma, seine Familiäre, durch sein Familienkarma, Land… so geht das weiter bis zum kollektiven Karma, welches die Welt so kreiert, wie sie ist.

Wie der Wille, so der Gedanke. Der Gedanke bewegt den Menschen zur Tat. Das ist ein beschriebenes Gesetz und ist interessant, bedacht zu werden. Wenn ich einen roten Porsche haben möchte, dann komme ich erstmal auf die Idee, einen solchen haben zu wollen –ich will – dann denke ich Tagein, Tagaus an den roten Porsche. Er geht mir nicht mehr aus dem Kopf und diese Gedanken bewegen mich zu der Tat, bis ich einen habe.

Allerdings kann es auch sein, dass ich mich mit ihm hoch verschulde. Dann wäre es besser gewesen, mich vorher im Bewusstsein soweit zu erhöhen, dass ich der Stimme meines Herzens gefolgt wäre, die mir vielleicht gesagt hätte, dass mir die laufenden Mittel dazu fehlen würden. Gutes Karma – schlechtes Karma. Also ist dieser freie Wille die Grundvoraussetzung für alles schöpferische Tun. Im Grunde sind wir alle nur Reaktoren. Wir nehmen die Gedanken unserer Eltern auf, samt ihrer Bewertungen und basteln daraus Glaubenssätze. Ja wir selbst – nur wir selbst, denn es ist unsere Entscheidung, für die wir verantwortlich sind. Niemand sonst ist verantwortlich.
Ich komme nicht umhin, hier doch noch einen Schlenker zu meinen Büchern zu machen, in denen es ja um diese Themen und Gesetzmäßigkeiten geht. Da macht sich doch dieser Klärus auf den Weg, den Bewusstseinsweg und wenn der geneigte Leser an dieser Stelle angelangt ist und alles durchgelesen hat, dann möchte ich behaupten, dass ein gewisses Interesse vorliegt und wenn sie auf bezaubernde Weise eintauchen möchten in die Welt eines suchenden Individuums, dann werden sie diese Bücher auf die eine oder andere Art der Erleuchtung näher bringen.




erstellt von Roland Stickel www.rolandstickel.de

Freitag, 11. Dezember 2009

Roland Stickel: "Augenblicke im Leben eines Menschen" und "Hinterm Horizont"

Etwas über mich selbst zu schreiben, ist nicht so einfach, weil, irgendwie habe ich so das Gefühl, befangen zu sein, auch so was wie rote Bäckchen kommen da auf, aber mir wurde der Vorschlag gemacht, gerade dieses zu tun, etwas über mich schreiben, hier im „ein-buch-lesen-Blog“ –
ja wie fange ich denn da an, so mit geboren am? Nö, ich mach`s mir jetzt einfach und der Klärus, mein Buchheld soll das gefälligst übernehmen – Klärus!! Würdest du bitte…



…was soll ich? Über meinen Schreiber schreiben?

Na gut. Aaaaaaalso, mein Schreiber ist eigentlich ein netter Kerl, der sich in seinem Leben mehr vorgenommen hat, als sein Körper verkraften konnte. Zur Schule ging er nicht gerne und gleich am Anfang dieser Laufbahn lachte er sich in einem völlig verdreckten Schwimmbad einen Poliovirus an, der dann sein Leben veränderte. Eine Vision begleitete ihn sein Leben lang. Auf der Intensivstation sah er im Geiste eine Gruppe buddhistischer Mönche, die ihm sagten, dass wenn er einmal nicht mehr weiterwisse, er zu ihnen kommen solle. Was ein buddhistischer Mönch ist, wusste er in dieser Zeit natürlich nicht. Zur damaligen Zeit war ein behindertes Kind noch so was wie eine Schande für Eltern und so wurde ihm vom Vater eingetrichtert immer dreimal so gut sein zu müssen, wie nicht behinderte Menschen, was er aber zeitlebens nicht schaffte.
So dümpelte er von Reha zu Reha und von Schulklasse zu Schulklasse und hat diese Instanz auch hinter sich bekommen. Beamter sollte er auch werden, da er ja schließlich behindert war und als Beamter seine Pensionsansprüche hätte. Das hat er auch eine Zeit lang mitgemacht, aber die 68er Zeiten haben ihn infiziert und ins wahre Leben geschleudert. Als Hippi mit weit auseinander gestreckten Armen, langen, im Wind wehenden Haaren, fühle er sich sooo frei und hatte Hunger nach irdischer Nahrung und nach Leben. Das Studium der war seine Sturm und Drangzeit, denn er hatte einiges nachzuholen. Auch wollte er allen Menschen helfen, die vom Leben benachteiligt waren. Carlos Castaneda und Hermann Hesse waren seine Wegbegleiter, er lebte in Wohngemeinschaften und wurde recht schnell mit anderem konfrontiert als mit Politik. Erleuchtung kam nämlich nicht durch diese, sondern kam jetzt erstmal aus Indien. Die Schriften des Bhagwan berührten sein Herz. Außerdem lernte mein Schreiber als Student die Psychoanalyse kennen und noch andere Formen des therapeutischen Tuns. Nach dem Studium bekam er sofort einen Platz in einer psychiatrischen Einrichtung und war somit täglich und auch ab und zu des Nachts konfrontiert mit psychisch kranken, auch psychotischen Menschen. Er kam beruflich in die geschlossenen psychiatrischen Anstalten, Haftanstalten und wurde mit diversen Suiziten konfrontiert. Später machte er noch die Geschäftsführung in einer Drogeneinrichtung, in welcher die Drogenabhängigen noch voll „drauf“ waren. Das war auf die Dauer nicht auszuhalten, denn die Schriften von Bhagwan öffneten das Herz und wer damals was auf sich hielt, wollte zum ursprünglichen Leben zurück und gründete eine Landkommune. Er trennte sich von Beruf, schöner Wohnung, seinem Heiligtum, ein großes Auto, um ein völlig neues Leben zu beginnen. Doch die Landkommune war für meinen Schreiber voll der Hammer, denn nichts klappte –außer – er lernte seine liebe Frau kennen. Mit ihr fand er dann das Landleben und gründete eine eigene Kommune. Sie bekamen zwei wunderbare Kinder.
Aber körperlich war er erschöpft. Er bekam einen Schwächeanfall und vieles, was seine Schützlinge bislang hatten. Er hatte eine erhebliche Platzangst, Panikattacken und er konnte kaum noch in einen Laden gehen. Auch öffentliche Veranstaltungen waren der Horror. Alles war vielleicht zu viel für ihn und er wusste damals noch nichts von Polio-Spätfolgen, was wahrscheinlich auch damit zusammen hing. In dieser und trotz dieser Situation hatte er die Kraft, ein eigenes Geschäft aufzubauen. Dann wurde er „geführt“. Wegen seines körperlichen Zustandes fand er in ein spirituelles Zentrum, lernte die spirituelle Psychotherapie kennen und machte später eine jahrelange Ausbildung. Dann kamen alle Disziplinen dran.
Mein Schreiber lernte die Heilkraft der Steine, Bachblüten, Düfte, Taro usw kennen, beschäftigte sich mit Prophezeiungen der Hopis, Mayas, Nostradamus u.a., lernte hellsichtige Menschen kennen, Heiler, Schamanen und lernte zu unterscheiden. Auch wurde er Schüler von Yogananda. Es ging ihm immer besser.
Bis dann nach Jahren die Polio wieder zuschlug und wieder wurde er „geführt“ in ein Leben mit wenig Körperkraft und neuen Erkenntnissen und neuer spirituellen Gemeinschaft. Mein Schreiber hat sie erlebt und kennen gelernt, die Gesetze des Lebens, die biblische Heilungen, zahlreiche Heilungen von Unheilbar, medizinisch geprüft und begutachtet, mit der unerfüllten Sehnsucht nach der eigenen Heilung. Viele Heilungen hat er selbst erlebt, aber mit seinem Körper muss er wohl noch eine Aufgabe haben – seinem Körper?
…Mein Gott, habe ich jetzt womöglich schon wieder nur von mir erzählt und habe das gar nicht gemerkt? Egal, wir sind eh alle miteinander verwoben und deswegen schreibe ich jetzt nicht alles noch mal von neuem. Nur eines will ich noch sagen und diesmal geht es wirklich um meinen Schreiber.
Im Jahre 2001 oder so, hat er angefangen zu schreiben. Er konnte ja kaum noch was anderes tun. Das hatte er bis dahin auch noch nie gemacht und in der Schule war er im Aufsatz schreiben so gut wie ein Schwein im Rad fahren und im Jahre 2007 veröffentlichte er sein erstes Buch „Augenblicke im Leben eines Menschen“ und jetzt sein Zweites „Hinterm Horizont“ und in den Büchern stehen keine Leidensgeschichten, sondern sie öffnen Herzen, erfüllen mit Freude und öffnen durch Betroffenheit vielleicht Sicht- und Betrachtungsweisen des geneigten Lesers. Zumindest sagten das einige geneigte Leser. Der zunehmend philosophische Inhalt lässt trotz aller Ernsthaftigkeit auch humorvoll altes Wissen in den Alltag integrieren, ohne belehrend zu sein.
Das Buch ist ein Wegweiser zur Zuversicht, möchte ich mal sagen – ich, der Klärus.

Herzlichst
Euer Klärus



Jetzt bei Amazon bestellen:

Augenblicke im Leben eines Menschen
Hinterm Horizont


Labels

Walter-Jörg Langbein (656) Sylvia B. (101) Osterinsel (79) Tuna von Blumenstein (37) Peru (34) Karl May (27) Nan Madol (27) g.c.roth (27) Maria Magdalena (22) Jesus (21) Karl der Große (19) Make Make (19) Externsteine (18) Für Sie gelesen (18) Bibel (17) Rezension (17) der tiger am gelben fluss (17) Autoren und ihre Region (16) Apokalypse (15) Vimanas (15) Atlantis der Südsee (13) Weseke (13) Blauregenmord (12) Der Tote im Zwillbrocker Venn (12) Nasca (12) Palenque (12) meniere desaster (12) Pyramiden (11) Krimi (10) Malta (10) Ägypten (10) Forentroll (9) Mexico (9) National Geographic (9) Straße der Toten (9) Lügde (8) Briefe an Lieschen (7) Der hässliche Zwilling (7) Monstermauern (7) Sphinx (7) Tempel der Inschriften (7) Winnetou (7) Marlies Bugmann (6) Mord (6) Märchen (6) altes Ägypten (6) 2012 - Endzeit und Neuanfang (5) Atahualpa (5) Hexenhausgeflüster (5) Lyrik (5) Mexico City (5) Mord in Genf (5) Satire (5) Thriller (5) Atacama Wüste (4) Cheopspyramide (4) Dan Brown (4) Ephraim Kishon (4) Hexenhausgeflüster- Sylvia B. (4) Leonardo da Vinci (4) Machu Picchu (4) Sacsayhuaman (4) Teutoburger Wald (4) große Pyramide (4) Meniere (3) Mondpyramide (3) Mord im ostfriesischen Hammrich (3) Mysterien (3) Sakrileg (3) Shakespeare (3) Bevor die Sintflut kam (2) Das Sakrileg und die heiligen Frauen (2) Friedhofsgeschichten (2) Goethe (2) Lexikon der biblischen Irrtümer (2) Markus Lanz (2) Münsterland-Krimi (2) Vincent van Gogh (2) Alphabet (1) Bestatten mein Name ist Tod (1) Hexen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen Hexenhausgeflüster (1) Mord Ostfriesland (1) Mord und Totschlag (1) Münsterland (1) einmaleins lernen (1) meniére desaster (1)