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Sonntag, 2. August 2015

289 »Maria Magdalena?«

Teil 289 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein



Foto 1: Kirchlein von Kirchbrak

Vor rund 900 Jahren wurde das kleine Wehrkirchlein zu Kirchbrak im Weserbergland geweiht. Bis zum heutigen Tag ungeklärt ist das Geheimnis des Altars.

Ein unbekannter Künstler verewigte auf dem geschnitzten und bunt bemalten Abendmahlbild dreizehn Jünger. Dreizehn Menschen scharen sich da um Jesus. Wer aber ist der überzählige, der dreizehnte Jünger? Oder anders gefragt: Wer aus der Schar der Jünger fällt aus dem Rahmen?

Fotos 2 u.3: Abendmahl von Kirchbrak
Die von künstlerischer Hand sorgfältig herausgearbeiteten Teilnehmer am Gedächtnismahl Jesu sind bunt bemalt. Ungewöhnlich für eine solch fromme Darstellung sind zwei Hunde im Vordergrund. Sie tragen goldene Schmuckstücke. Dahinter befindet sich ein relativ kleiner Tisch. Jesus sitzt auf einem goldenen Thron, die rechte Hand zum Friedensgruß erhoben. Es mutet seltsam an, dass er als eigentliche Hauptperson so weit in den Hintergrund gerückt wurde. Um den Tisch haben sich die Jünger Jesu versammelt. Wie auf den Darstellungen von Leonardo da Vinci und von Philippe de Champaigne bilden sie kleine Grüppchen, die miteinander in Gespräche vertieft sind. Jesus wirkt allein gelassen, ja einsam.

Wie viele Personen nehmen am Abendmahl teil? Wir erwarten deren dreizehn: Jesus und seine zwölf Gefährten. Wir zählen und kommen zu einem verblüffenden, unerwarteten Resultat. Haben wir uns vertan? Nochmals lassen wir unseren Blick mit Jesus beginnend von Jünger zu Jünger schweifen. Es gibt keinen Zweifel: Jesus sitzt in Gesellschaft von dreizehn, nicht von zwölf Jüngern. Wer ist der dreizehnte Jünger? Können wir ihn ausfindig machen? Immer wieder fragen wir uns: Gibt es eine Person auf dem Abendmahl-Schnitzbild, die sich von allen übrigen unterscheidet? Studiert man das Altarrelief gründlich, so entdeckt man links hinten eine weibliche Gestalt. Sie gehört in den Kreis der Jünger. Sie ist voll integriert. Sie ist ganz offensichtlich und unbestreitbar in der Gruppe um Jesus eine Gleichberechtigte.

Der Altar von Bad Segeberg »erzählt« uns die Geschichte Jesu vom Judaskuss bis zu einer Vision von Jesus als Weltenrichter in dreizehn Bildern. Bild Nr. 10 beschreibt Gundolf Stracke, Studiendirektor a.D., 2013 im Alter von 83 Jahren verstorben,  sehr detailliert  in einem Manuskript »Der König Christus Altar der Marienkirche zu Bad Segeberg« (1):

Foto 4: Jesus und 10 Jünger
»Jesus mit seinem ›Hirtenstab‹ in seiner Linken und der mit dem Zeichen des Sieges erhobenen Rechten ist mitten unter seine Jünger getreten. Ihnen steht ihre Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben und auch ihre Gesten bringen das zum Ausdruck. Alle 10 Jünger um ihn herum sind in ihrem individuellen Betroffensein gezeichnet.«

Auch bei meinem zweiten Besuch in der Marienkirche zu Bad Segeberg bin ich beim Betrachten des bemalten Schnitzwerks irritiert. Ich zähle die Personen, die um Jesus herum stehen. Es sind definitiv mehr als zehn. Lässt man aber die eher nur angedeuteten außerhalb des direkten Umfelds (in Foto 5 weiß markiert!) von Jesus weg, so sind da wirklich nur zehn Jünger zu sehen. Warum nur zehn? Judas Ischariot konnte nicht zugegen sein, als Jesus nach seiner Auferstehung seine Jünger besuchte. Er hatte sich ja nach dem Bericht des Evangelisten Matthäus (2) erhängt. Seine »Kollegen« Markus, Lukas und Johannes allerdings schweigen über das Ende des Judas.

Nach dem Evangelisten Johannes fehlte Thomas bei der denkwürdigen Begegnung Jesu mit seinen Jüngern (3): »Thomas aber, der Zwilling genannt wird, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.« Streng genommen müssten nach dem zitierten Evangelium nach Johannes elf Jünger anwesend gewesen sein. Johannes betont ja ausdrücklich nur, dass Thomas (»einer der Zwölf«) nicht zur Schar um den Auferstandenen gehörte, von Judas ist keine Rede. Kombiniert man aber die Informationen aus dem Evangelium nach Johannes und aus dem Evangelium nach Matthäus, dann waren es nur zehn Jünger, denen Jesus erschien: Judas war zu diesem Zeitpunkt tot und Zwilling Thomas war nicht präsent.

Interessanter aber ist ein »Jünger« den Gundolf Strache nicht expressis verbis identifiziert. In seinem Manuskript geht er namentlich lediglich auf zwei Jünger ein (4):

Foto 5: Links Petrus, rechts Johannes

»Im Vordergrund sind Petrus (links von Jesus) und Johannes (rechts von ihm) zu erkennen. Jesus selbst, der auch hier die Mitte ist, steht mit geöffnetem Umhang in seiner Auferstehungsfarbe und der Lanzenwunde in der Jüngerrunde.«

Betrachten wir das zehnte Bildfeld des Altars, sehen wir links von Jesus seinen Jünger Petrus mit spärlichem Haarwuchs und Teilglatze. Rechts von Jesus machen wir einen jungen, leicht feminin wirkenden Jünger, aus. Es ist wohl Johannes, der als Jesu besonderer Liebling beschrieben wird. 

Foto 6: Frau mit langen Haaren...

Diagonal aus von Johannes, also oben links außen - Foto 6 - steht eindeutig eine Frau. Sie trägt ihr Haar offen, während die Frau außerhalb der Jüngerrunde - Foto 7 - ein Kopftuch trägt. Sollte die Frau mit dem wallenden Langhaar Maria Magdalena sein?

Foto 7: Frau mit Kopftuch

Ist es wirklich nur ein Zufall, dass die »Jüngerin« im Altarbild von Kirchbrak auch hinten links steht? Betrachten wir noch einmal das Altarbild von Kirchbrak. Jesus und seine männlichen Jünger haben etwas gemeinsam: Sie tragen alle wallende Bärte. Die »Jüngerin« links hinten im Bild ist bartlos.

Foto 8: Lange Ärmel.. kurze Ärmel..
Vergleichen wir noch einmal die Darstellungen der Männer. Sie haben ihre Ärmel zurückgekrempelt, zeigen ihre nackten Arme. (Im Foto gelb markiert!) Nicht so die »Jüngerin« links hinten. Sie hat lange Ärmel! (Im Foto rot markiert!) Offenbar galt es zu Jesu Zeiten als schicklich für eine Frau, ihre Arme zu verhüllen. Wiederholt bekam ich zu hören, dass es sich bei der »Jüngerin« in Wirklichkeit um Jesu Lieblingsjünger Johannes handle, der ja in unzähligen Darstellungen christlicher Kunst als jugendlich, ja feminin dargestellt wurde. Doch die »Jüngerin« kann nicht Jünger Johannes sein. Vom Lieblingsjünger Johannes wissen wir aus dem Evangelium nach Johannes, dass er (5) »auch beim Abendessen an seiner (Jesu) Brust gelegen hatte«. Ich gehe davon aus, dass im Abendmalbild von Kirchbrak Lieblingsjünger Johannes zur rechten Seite von Jesus, direkt neben ihm, sitzt.

Wurde also, so stelle ich zur Diskussion, Maria Magdalena in die Altarbilder von Kirchbrak und von Bad Segeberg geschmuggelt? Wussten die Künstler mehr über die Beziehung zwischen Jesus und Maria Magdalena als öffentlich zu bekunden ratsam war?

Eine der zentralen Gestalten im direkten Umfeld Jesu ist Maria Magdalena. Sie war Jesu engste Vertraute. Sie hielt auch dann zu Jesus, als die anderen Jünger ihn verraten und verlassen hatten. Sie nahm ein hohes Risiko für Leib und Leben auf sich, als sie ihre Zugehörigkeit zu Jesus offen zeigte. Sie war eine der wenigen Zeugen von Jesu Leiden am Kreuz, als sich die Herren Jünger mit Ausnahme von Johannes – um ihr Leben bangend – versteckten. Maria Magdalena war als Erste am Grab Jesu und begegnete vor allen anderen Jüngern als Erste dem Auferstandenen. Da wäre es doch mehr als verwunderlich, wäre Maria Magdalena nicht im Kreise der Jünger anzutreffen, als sich der Messias nach der Auferstehung seinen Jüngern zeigte.

Fotos 9 und 10: Maria Magdalena von Kirchbrak?

Zu Beginn des zweiten Kapitels der Apostelgeschichte wird auf ein mysteriöses himmlisches Phänomen hingewiesen: »Ein Brausen vom Himmel wie eines gewaltigen Windes erfüllte das ganze Haus«. Und mit diesem Himmelshauch kamen Zungen zerteilt, wie von Feuer«. Der griechische Originaltext der Apostelgeschichte ist in seiner Aussage wesentlich klarer als die meisten Übersetzungen (6): Mit dem vielleicht sogar angsteinflößenden Windesbrausen kamen die Feuerzungen. Jeweils eine davon setzte sich auf jeden der Jünger, der daraufhin vom Heiligen Geist erfüllt wurde und so sprechen konnte, dass ihn jeder verstand.

Die Jünger erhalten also vom Himmel her Autorität zu missionieren. Diese Machtbefugnis wird ihnen ganz offensichtlich vom »Heiligen Geist« übertragen. Somit gab der Himmel seinen Segen zur Ausbreitung des Christentums. Im Gegensatz zum Judentum, das keine Missionierung kennt, machten sich die ersten Christen daran, »die Welt« von der Lehre Jesu zu überzeugen. Somit gehört das Pfingstwunder zu den entscheidendsten »Ereignissen« der rund zwei Jahrtausende umfassenden Kirchengeschichte. So verwundert es nicht, dass die mysteriöse Szene von unzähligen Malern bildlich festgehalten wurde. Eine der berühmtesten Darstellungen ist Gustave Dorés »Die Ausgießung des Heiligen Geistes«, 1865 entstanden. (Foto 11)
    
Foto 11: Dorés Bibelillustration.

Doré zeigt, so wie der unbekannte Schöpfer der rätselhaften Darstellung des »Heiligen Abendmahls« der Kirche von Kirchbrak, dreizehn und nicht zwölf Jünger. Eine der zentralen Gestalten ist...eine Frau, vermutlich Maria Magdalena. Ich wiederhole: Maria Magdalena war Jesu engste Vertraute. Es ist menschlich verständlich, dass Jesu Jünger nach seiner Verhaftung zunächst flohen. Jesus war von Vertretern der römischen Staatsmacht, vermutlich als Rebell, als Aufständischer verhaftet worden und musste mit dem Schlimmsten rechnen. Wer sich als Anhänger Jesu zu erkennen gab, der lief Gefahr ebenfalls verhaftet und verurteilt zu werden!

Es wäre mehr als verwunderlich, wäre Maria Magdalena nicht im Kreise der Jünger anzutreffen, nachdem der Messias gen Himmel aufgefahren war.


Foto 12: Altarbild Kirchbrak



Fußnoten


(1) Strache, Gundolf: »Der König Christus Altar der Marienkirche zu Bad Segeberg«, Manuskript, vermutlich Bad Segeberg, undatiert, Seite 19
(2) Evangelium nach Matthäus Kapitel 27, Verse 3-10
(3) Evangelium nach Johannes Kapitel 20, Vers 24.
(4) Strache, Gundolf: »Der König Christus Altar der Marienkirche zu Bad Segeberg«, Manuskript, vermutlich Bad Segeberg, undatiert, Seite 19
(5) Evangelium nach Johannes, Kapitel 21, Vers 20
(6) Apostelgeschichte des Lukas Kapitel 1,  Verse 3 und 4


Foto 13: Nochmal... Abendmahl von Kirchbrak

Zu den Fotos

Foto 1: Kirchlein von Kirchbrak. Der ursprüngliche Eingang lag höher, musste über eine Leiter erreicht werden. Im Falle eines Angriffs konnten sich die Gläubigen in die Kirche zurückziehen, die Leiter hochziehen und auf das Verschwinden der Angreifer hoffen. Foto Walter-Jörg Langbein

Fotos 2 u.3: Abendmahl von Kirchbrak: Zwei Fotos übereinander. Fotos Walter-Jörg Langbein

Foto 4: Jesus und zehn Jünger. Altar Bad Segeberg. Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 5: Links Petrus, rechts Johannes. Altar Bad Segeberg. Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 6: Frau mit langen Haaren... Altar Bad Segeberg. Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 14: Weihnachten
Foto 7: Frau mit Kopftuch. Diese Frau steht außerhalb, gehört nicht zum Jünger-Kreis. Altar Bad Segeberg. Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 8: Lange Ärmel.. kurze Ärmel.. Altar Kirchbrak. Bitte beachten Sie: Die Frau kinks hinten hat lange Ärmel - im roten Oval. Die Männer haben kurze Ärmel - jeweils im gelben Oval. Foto Walter-Jörg Langbein

Fotos 9 und 10: Maria Magdalena von Kirchbrak? Foto 9, links, Jüngerin mit Jüngern. Foto 10: Jüngerin. Altar Kirchbrak. Fotos Walter-Jörg Langbein

Foto 11: Dorés Bibelillustration.Archiv Walter-Jörg Langbein

Foto 12: Altarbild Kirchbrak. Welche Geheimnisse mag das Altarbild von Kirchbrak noch bieten? 
Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 13: Nochmal... Abendmahl von Kirchbrak. Ausschnitt. Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 14: Weihnachten. Altar von Kirchbrak zur Weihnachtszeit. Foto Walter-Jörg Langbein

290 »Die Wahrheit?«
Teil 290 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 09.08.2015
 


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Sonntag, 14. August 2011

82 »Engel, Teufel und ein Wal«

Teil 82 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

St. Jakobus birgt so
manches Geheimnis
Foto: W-J.Langbein
St. Jakobus liegt im Dunkel der Nacht. Der weiße Putz erstrahlt im hellen Blitzlicht meines Fotoapparats. Ein 90-jähriger Greis überprüft, ob das immer noch wehrhafte Gotteshaus auch wirklich abgeschlossen ist. Einst bot es den Menschen Schutz bei Überfällen durch feindliche Truppen. Und in seinem Inneren gab es einen kostbaren Schatz, nicht aus Gold oder Silber, sondern aus Farbe.

Am Morgen schließt der greise Küster die Tür zu St. Jakobus auf. Ich betrete ein kleines Vorräumchen. Durch eine gläserne Tür kann ich ins Innere des Gotteshauses blicken. Sonnenlicht fällt durch schmale Fenster ins Innere, Finger aus Licht gleiten über die Wände. Die Farbenpracht der zahlreichen Bilder, vor vielen Jahrhunderten entstanden, beeindruckt mich. Die Farben sind die alten Originale! Auch wenn da und dort weiße Lücken klaffen, so sind doch unzählige Kunstwerke von ganz besonderem Reiz erhalten geblieben!

Biblische Szenen wurden von unbekannten Malern verewigt. Sie wirken auf uns seltsam vertraut ... und sind doch keineswegs immer so bibelkonform, wie man das eigentlich von christlichen Malereien erwartet. Wir alle kennen die Geschichte von Kain und Abel (1): Adam und Eva hatten zwei Söhne, Kain und Abel. Beide wollten Gott ein Opfer darbringen: Kain »von den Früchten des Feldes« und Abel »von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett«. Als Gott nur Abels Opfer annahm, erschlug Kain seinen Bruder.

Adam und Eva von Urschalling
Foto: W-J.Langbein
Bis heute ist unklar, warum Gott die Opfergaben von Kain, dem Ackermann, ablehnte. Lag es daran, dass Gott den Acker verfluchte, als er Adam und Eva aus dem Paradies vertrieb? Verschmähte er Kains Ernteopfer, weil die Früchte vom verfluchten Acker stammten? Die Bibel gibt uns darüber keine Auskunft.

Wenn wir den biblischen Krimi von Kain und Abel lesen und mit den gemalten Illustrationen von Urschalling vergleichen ... dann fällt uns auf, dass der Künstler am Chiemsee Kain und Abel Gestalten zugesellte, die in der Bibel nicht vorkommen: Der fromme Abel bekommt einen Engel zur Seite gestellt, der Mörder Kain einen Teufel.

Was meist auch emsige Bibelleser nicht wissen: Einstmals war der »liebe Gott« gut und böse zugleich. Überspitzt ausgedrückt: Gott hatte eine teuflische Seite und zugleich die Charaktereigenschaften eines Engels. Gott war ursprünglich böse und gut zugleich. Der gut-böse Gott konnte durchaus sein Volk strafen, wenn ihm danach war. Ein besonders amüsant-pikanter Fall ... Gott veranlasst eine Volkszählung, um sein Volk zu piesacken. Bei Samuel (2) lesen wir: »Und der Zorn des Herrn entbrannte abermals gegen Israel, und er reizte David gegen das Volk und sprach: Geh’ hin, zähle Israel und Juda.«

Nun wird genau diese Geschichte in der Bibel ein zweites Mal erzählt, und zwar in den Chroniken. Hier heißt es (3): »Und der Satan stellte sich gegen Israel und reizte David, dass er Israel zählen ließe.« So banal die »Strafe« erscheinen mag, wichtig ist die Bedeutung der Veränderung der Geschichte: Erst war Gott der böse Strafende ... jetzt aber ist nicht mehr Gott die treibende Kraft, sondern Satan!

Kain opfert Früchte
des Feldes
Foto W-J.Langbein
Anders ausgedrückt: Das Böse des Gut-Bösen Gottes wird von Gott abgetrennt und zum bösen Satan. Versuchen wir uns in einer Begriffserklärung: Unser Wort »Teufel« hat eine griechische Wurzel, nämlich »diabolos«. »Diabolos« wiederum ist die Übersetzung des hebräischen »STN« oder – mit Vokalen versehen – »Satan« . Satan alias »Luzifer« wurde im »Alten Testament« ursprünglich sehr positiv gesehen. Er wird bei Hesekiel (4) in höchsten Tönen gelobt: »Du bist ein reines Siegel, voller Weisheit und über alle Maßen schön, du bist im Garten der Götter mit allerlei Edelsteinen geschmückt ... und warst ohne Tadel in deinem Tun von dem Tage an, da du geschaffen warst.« Der »Teufel« war also ursprünglich ein Engel ... und zwar ein sehr guter! Wie viele andere Engel gehörte er zum unmittelbaren Hofstaat Gottes.

Abel opfert Tierisches
Foto: W-J.Langbein
In der Geschichte von Hiob (5) wird Satan schon böser, aber durchaus im Einvernehmen mit Gott selbst. Gott hat wieder einmal sein »Gefolge« (6) um sich versammelt, da wird eine kritische Frage aufgebracht. Ob wohl der fromme Hiob gottesfürchtig bleiben wird, wenn es ihm schlecht geht? Wer wie die sprichwörtliche Made im Speck lebt, kann leicht fromm den Blick zum Himmel heben ... Es kommt nach kurzem Disput zwischen Gott und dem Engel Satan zu einer Art Wette: Gott gestattet es Satan, Hiob und seinen Angehörigen schlimmstes Leid zuzufügen. Armut, Elend und Tod lassen aber Hiob nicht von seinem unerschütterlichen Glauben abrücken. Gott – der Gute – behält recht. Der böse Engel – Satan – hat sich geirrt. Ausbaden musste es ... der fromme Hiob!

Wer die Bibel mit detektivischem Spürsinn, wer ihre versteckten Botschaften erkennt, der weiß: Vom einst gut-bösen Gott spaltete sich das Böse ab. Gott wurde zum nur-noch-guten Gott ... und Satan alias Luzifer wurde zum Bösen. Für ihn war kein Platz mehr im Himmel. Die Konsequenz war der Höllensturz aus dem Himmel. Und so sagt Jesus – wir finden das Wort bei Lukas (6): »Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz.« Und so entstanden zwei polare Mächte: Gott und die guten Engel einerseits ... und Teufel und die bösen Engel andererseits. Dem aus dem Himmel gefallenen Engel Satan wurde ein böser Hofstaat beigestellt, aber nur in der Theologie. Diese seltsame, aber irgendwo auch logische Entwicklung wird in Urschalling sehr deutlich gemacht ... der »böse« Kain hat einen Teufel auf seiner Seite, der gute Abel einen Engel. So versuchte man sich »theologisch« die Welt zu erklären: Gott ist gut, aber es gibt dennoch das Böse auf Erden ... weil das Böse (der Teufel) den Menschen in Versuchung führen darf. Das Böse scheint oft zu obsiegen ... aber spätestens nach dem jüngsten Gericht siegt das Gute.

Jesus, der Wal und
zwei Teufel
Foto: W-J.Langbein
In Urschalling wird der Sieg des Guten über das Böse in einem für heutige Betrachter skurril anmutenden Freskogemälde: Wir sehen einen riesigen Walfisch mit weit aufgerissenem Maul. Er kann es nicht mehr schließen, weil Jesus sein Kreuz zwischen die Kiefer des Monsterwesen gestemmt hat. Aus dem Rachen des Wals steigen Menschen, ganz voran Johannes der Täufer (mit Heiligenschein) gefolgt von Adam und Eva. Die Bedeutung des Bildes aus christlicher Sicht: Jesus ist für die Menschen gestorben. Er hat durch seinen Tod und durch seine Auferstehung – so sieht es der Christ – die Menschheit gerettet. Nach dem »Jüngsten Gericht« folgt für die Gerechten das ewige Leben.

Im Kirchenführer »Urschalling« heißt es zum Wal-Bild (7): »Im Zeichen des Kreuzes werden sie (die Menschen) nun befreit, aus der Knechtschaft Satans herausgeführt in das neue Leben mit dem Auferstandenen beim Vater.« Auf dem Haupt des Wals von Urschalling steht, heute nur noch schlecht zu erkennen, Satan mit Klauenfüßen und spitzem Schwanz. Ein weiteres teuflisches Monster, mit Horn und Klauenpranke, schaut grinsend aus dem Maul des Wals. Wie ein sicherer Verlierer ... sieht es für mich nicht aus.

Urschalling vermittelt uns ein mittelalterliches Bild von der Welt, in der wir leben. Der Mensch wird vom Teufel bedroht, der vom Himmel gefallen ist ... und im Jenseits lockt das Paradies. Bei allem Respekt vor religiösen Weltbildern ... Unser Planet Erde wird von einem höchst irdischen und selbstgemachten »Teufel« bedroht! Und wir können nicht auf einen fernen Sankt Nimmerleinstag warten, bis wird von himmlischen Mächten von dieser Gefahr befreit werden! Wir müssen selbst tätig werden und eine höchst irdisch-reale »Bombe« entschärfen, bevor sie den gesamten Erdball zur Hölle macht!

Wir müssen so schnell wie möglich alles tun, damit das irdische Leben nicht durch ein künftiges globales Fukushima ausgelöscht wird. Religiöser Fundamentalismus welcher Art auch immer wird uns bei dieser Mammutaufgabe nicht helfen, ganz im Gegenteil!

Buchtipp:

Fußnoten
1: Das Erste Buch Mose Kapitel 4, Verse 1-16
2: Das zweite Buch Samuel Kapitel 24, Vers 1
3: Das erste Buch der Chronik Kapitel 21, Vers 1
4: Der Prophet Hesekiel Kapitel 28, Verse 12-15
5: Das Buch Hiob Kapitel 1, Verse 6-12
6: Das Evangelium nach Lukas Kapitel 10, Vers 18
7: Brugger, Walter und Bahnmüller, Lisa: »Urschalling«, Raublung, 3. Auflage 2003, S. 28

»Die Monstermauer von Ollantaytambo«,
Teil 83 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 21.08.2011

Sonntag, 31. Juli 2011

80 »Der Heilige Geist war eine Frau«

Teil 80 der Serie
»Monstermauern, Mythen und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

St. Jakobus bei Nacht
Foto: W-J.Langbein
In Prien bin ich spät am Abend des 24. November 2006 in die kleine Chiemgau-Bahn gestiegen. Vorschriftsmäßig, wie auf einem Blechschild gefordert, habe ich dem Lokomotivführer meinen Zielbahnhof mitgeteilt. Angehalten wird nur bei Bedarf. Auf die Minute stoppt der kleine Zug ächzend. Der freundliche Lokomotivführer eilt in Person herbei, und teilt mir mit, dass ich nun aussteigen muss. Ich bedanke mich, klettere aus dem Bähnchen ... und stehe Sekunden später in vollkommener Dunkelheit. Vorsichtig taste ich mich ins schwarze Nichts, bis ich auf einen festen Weg komme. In der Ferne sind Lichter zu erahnen. Ich mache mich auf den Weg. Irgendwann hält ein freundlicher Urschallinger im PKW, fragt mich nach meinem Ziel. Ich nenne den Namen »meines« Gasthofs. »Steigen'S ein, da fahr ich Sie hin!«

St. Jakobus frühmorgens
Foto: W-J.Langbein
Warum ich dann nach Urschalling gekommen bin, erkundigt sich der hilfsbereite Fahrer. »Wegen St. Jakobus ...« antworte ich. Das freut den stolzen Urschallinger. »Dann müssen Sie unbedingt das Bild vom Heiligen Geist anschau'n!« rät er mir. Ich nicke. Wegen eben dieses Bildes bin ich nach Urschalling gekommen.

Gegen Mitternacht habe ich mein Zimmer in einer gemütlichen Familienpension bezogen. Die freundliche Wirtin hat mir verraten, aus welchem Fenster ich blicken muss ... um St. Jakobus zu sehen. Ich schaue aus besagtem Fenster ... und starre in die pechschwarze Nacht. Ich wage ein Experiment, montiere das starke Blitzlicht auf meinem Fotoapparat und löse aus ....

Wie das Gotteshaus von Kirchbrak birgt St. Jakobus ein Geheimnis. Auf einem uralten sakralen Fresko wird der Heilige Geist ganz eindeutig als Frau dargestellt. Errichtet wurde das Gotteshaus zwischen 1160 und 1200 ... und zwar – wie St. Michael von Kirchbrak – als Wehrkirche. Nicht ganz klar ist, wann genau die ersten frommen Fresken angebracht wurden. Sie dürften vielleicht schon acht Jahrhunderte alt sein. Um 1550 jedenfalls wurden sie jedenfalls alle übertüncht, auch überputzt ... und gerieten in Vergessenheit.


Innenansicht der
»Bibel für die Armen«
Foto: W-J.Langbein
Als man die schmalen Fenster des Gotteshauses erweiterte, beschädigte man – unwissentlich – herrliche Fresken aus uralten Zeiten. Die Kunstwerke wurden erst 1923 zufällig wieder entdeckt. Ein älterer Einwohner von Urschalling erklärte mir, seine Urgroßmutter habe bei einer langweiligen Predigt an der Wand gekratzt... da sei Putz abgefallen und ein Gesicht sei zu erkennen gewesen. Ob die kleine Anekdote der Wahrheit entspricht?

1941/42, 1966 bis 1968 und 1980 bis 1991 wurden mit großem Aufwand Restaurierungen vorgenommen. Es zeigte sich, dass doch einige erhebliche Lücken in der Freskenmalerei klaffen. Ursprünglich waren alle Wände und die Decke im schönen Gotteshaus mit unzähligen religiösen Bildnissen flächendeckend geschmückt. Die Fehlstellen haben die Restauratoren aus Respekt vor den Originalen nicht neu bemalt. So gibt es da und dort weiße Stellen ... aber man weiß, dass man nur die echten Kunstwerke, keine modernen Nachtempfindungen sieht.

Zweimal wurde das Gotteshaus, die einstige Kapelle, mit Fresken geschmückt: zum ersten Mal wohl schon um 1175 bis 1200, zum zweiten Mal um 1390. Mag sein, dass die ersten Gemälde nur für die erlauchten Familie der Hirnsberger gedacht waren. 1390 ließ der letzte Spross der adeligen Hirnsberger so etwas wie eine gemalte Bibel für die Armen schaffen.

Jesus betet im Garten
Gethsemane
Foto: W-J.Langbein
Unter einem Rundbogen wird in zehn Bilder – wie in einem Comic-Strip – die zentrale Geschichte des »Neuen Testaments« erzählt. Da die Bildergeschichte für ein Publikum ohne Lesekenntnisse gedacht war, musste auf jegliche Schrift verzichtet werden. Leider hat man just in diesen farbenprächtigen Bilderbogen ein Fenster eingebaut, so dass an den Malereien erhebliche Beschädigungen entstanden. Heute ist noch gut zu erkennen, wie prachtvoll das Gesamtbild einst war, das so brachial behandelt wurde ...Wir sehen im »Laienschiff« der Kirche Jesus auf einem Esel in Jerusalem einreiten, auch wenn das Bild stark beschädigt ist. Wir erleben Jesus beim »letzten Abendmahl«, das auch als Fragment ein »Sakrileg« erkennen lässt.

Im Garten Gethsemane betet der verzweifelte Jesus. Wen oder was betet er an? Nach der Bibel bat Jesus Gottvater, ihm doch die Kreuzigung zu ersparen. Auf dem Bild von Urschalling scheint Jesus zu so etwas wie einem auf einer Sockel stehenden Skulptur zu sprechen. Leider ist nur noch ein kleiner Teil des Gesichts erhalten ... und ein Stück von einem Fuß einer Statuette.


Kuss des Verräters
Foto: W-J.Langbein
Gut zu erkennen ist der verräterische Kuss des Judas. Judas hat auf diese Weise – wie wir aus dem biblischen Bericht wissen – den römischen Soldaten die Person Jesu verraten. Mit massiver Waffengewalt sind die Römer angerückt, um den barfüßigen Jesus zu ergreifen.

Seltsam: Einer der römischen Soldaten trägt ein Schild... und darauf ist ein Fisch zu sehen, das Geheimzeichen der jungen Christenheit. Als die ersten Christen verfolgt wurden, gaben sie sich untereinander durch ein kleines Fischzeichen zu erkennen. I-CH-T-Y-S ist das griechische Wort für Fisch. Die einzelnen Buchstaben wurden als Abkürzungen für ein Bekenntnis zu Jesus verstanden: Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser, im Griechischen: I-esus, CHristus, Theos, hYos Soter. Sollte der Häscher als heimlicher Christ geoutet werden? Oder lautet die versteckte Botschaft so: »Durch die Verhaftung Jesu leiteten die Römer das Ende Jesu ein. Es kam zum Verhör, zum Prozess und zur Hinrichtung. Gottvater wollte seinen Sohn zur Rettung der Menschheit opfern. Die Römer gehörten also zum göttlichen Heilsplan.«

Bild für Bild erzählt der »sakrale Comic« die zentrale Geschichte des »Neuen Testaments« weiter: Jesus wird vor den Hohepriester geschleppt, er wird gedemütigt und gegeißelt (fast völlig zerstörte Bilder) und gekreuzigt. Schließlich sieht man ihn zwischen den beiden Verbrechern am Kreuz ... und – auf Bild 10 der Reihe – wird sein Leichnam in einen Sarg gelegt.

Es ist zu vermuten, dass im Zeitraum vieler Jahrhunderte diese zehn Bilder von unzähligen Geistlichen für die Gemeinde im Gotteshaus predigend erklärt wurden. Für die einfache Bevölkerung waren solche religiöse Darstellungen kostbarkeiten des Glaubens. Die Bildergeschichte wird wohl als anschauliche Illustration für so manche Predigt gedient haben!

Was aber mögen frühere Prediger zum mysteriösesten aller Bilder im Gotteshaus gesagt haben? Wenn man beim sonntäglichen Gottesdienst Richtung Altar blickt, dann übersieht man es leicht. Der gewählte Platz ist durchaus logisch, nämlich im »Himmel«. Das ungewöhnliche Bildnis wurde hoch oben im Gewölbe des Chors angebracht: ein »ketzerisches« Bild von der Dreifaltigkeit! Es zeigt ganz eindeutig Gottvater und Gott Sohn und dazwischen den Heiligen Geist.

Der Heilige Geist war
eine Frau
Foto: W-J.Langbein
Gottvater (mit weißem Haar und Bart), Gott Sohn (mit wallendem Haupthaar und Bart in jugendfrischen Farben) und Heiliger Geist haben strahlende Heiligenscheine... Und »der« Heilige Geist ist ganz eindeutig... als Frau dargestellt. Die »Heilige Geistin« hat eindeutig sehr feminine Gesichtszüge und feminine Körperformen. Der Busen ist dezent angedeutet. Gottvater und Gott Sohn haben die »Heilige Geistin« in ihre Mitte genommen. Beide greifen ihr, sagen wir.., an die Schulter.

Im Kirchenführer »Urschalling« (1) heißt es: »Faszinierend, wie der Meister versuchte, dieses letzte und tiefste Geheimnis der Offenbarung darzustellen: die Einheit im Körper mit zwei Händen, bekleidet mit einem Hauptgewand und einem umhüllenden Mantel; die Dreiheit in den Häuptern und dem darauf verteilten göttlichen Nimbus mit je einem Hauptstrahl; zur Rechten Gott Vater, zur Linken Christus, in der Mitte ganz frauenhaft der Heilige Geist.«

In der einstigen Wehrkirche von Urschalling wird »der« Heilige Geist ganz eindeutig als Frau gezeigt, ein scheinbar ketzerisch-anstößiges Bild! Tatsache ist aber: Ursprünglich war der »Heilige Geist« wirklich weiblich!

Empfohlene Lektüre
Walter-Jörg Langbein: Maria Magdalena

Fußnote
Brugger, Walter und Bahnmüller, Lisa: »Urschalling«, Raubling, 3. Auflage 2003, S. 12

»Die Heilige Geistin und Maria Magdalena«,
Teil 81 der Serie
»Monstermauern, Mythen und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 07.08.2011

Sonntag, 24. Juli 2011

79 »Das Geheimnis der Dienerin«

Teil 79 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 24.7.2011


Heute gibt es weltweit rund 2,3 Milliarden Anhänger des Christentums, 1,6 Milliarden Menschen sind Anhänger des Islam, rund 900 Millionen Menschen werden dem Hinduismus zugerechnet. Vor rund zwei Jahrtausenden scharte Jesus ein kleines Häuflein von Anhängern um sich. Als er gekreuzigt wurde, gab es »das Christentum« noch gar nicht. Niemand hat damals geglaubt, dass sich das Christentum zu der am meisten verbreiteten Religion der Welt entwickeln würde.

Das mysteriöse »Abendmahl«
von Kirchbrak - Foto: W-J.Langbein
Jesus selbst wollte zunächst sein Wirken nur auf das kleine Volk der Kinder Israel beschränkt sehen. Überspitzt formuliert: Er war ausländerfeindlich. Für Menschen aus dem nahegelegenen Kanaan war er seiner Meinung nach nicht zuständig. Es war eine Frau, die Jesu Horizont erweiterte. Es war eine Frau, die dem Provinzprediger Jesus die Grenzen aufstieß. Diese namenlose kanaanäische Frau bat Jesus, ihre kranke Tochter zu heilen. Kanaanäische Gefilde aber waren »Ausland« für Jesus und er erwiderte barsch (1): »Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.« Und dann verglich Jesus die kanaanäischen Menschen – und das war eine schlimme, wirklich üble Beleidigung – mit Hunden (2): »Es ist nicht fein, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde.« In geradezu unterwürfiger Weise griff die kanaanäische Frau den Vergleich Jesu auf (3): »Ja, Herr; aber doch essen die Hunde von den Brosamen, die von des Herrn Tisch fallen.«

Die anonyme Frau hat wie kaum ein zweiter Mensch Jesus beeinflusst. Sie brachte ihn dazu, ihre Tochter zu heilen ... Sie ließ Jesus über seinen Schatten springen. Sie legte den Grundstein zur Weltreligion Christentum, das sonst womöglich eine kleine jüdisch-christliche Sekte geblieben wäre ... von der heute niemand mehr sprechen würde.

Der unbekannte Künstler von Kirchbrak spielt meiner Meinung nach auf das Gleichnis Jesu von den Hunden, die unter dem Tisch des Herrn verköstigt werden an. Allerdings bekommen die Hunde nicht nur Brosamen, sie werden geradezu verwöhnt.

Hunde unter dem Tisch des Herrn
Foto: W-J.Langbein
Jesus sitzt im Zentrum einer Schar von dreizehn und nicht zwölf Jüngern. Vom Betrachter aus gesehen links hinten erkennen wir eine weibliche Person, jugendlich, bartlos, die Arme keusch bedeckt. Insgesamt zählen wir aber nicht vierzehn Personen (Jesus plus 13 Jünger)... sondern 15! Die 15. Person befindet sich etwas außerhalb der Gesellschaft Jesu, vom Betrachter aus gesehen vorn rechts. Auch sie hat die weiblichen Attribute, auch sie ist – wie Maria Magdalena – bartlos jugendlich, auch sie hat die Arme keusch bedeckt. Sie aber steht außerhalb der Gesellschaft um Jesus, sie ist eine Dienerin.

Im bunt bemalten hölzernen Schnitzwerk von Kirchbrak steht die Dienerin diagonal entgegengesetzt zu Maria Magdalena. Sie ist, vom Künstler symbolisch ausgedrückt, das Gegenstück zu Maria Magdalena. Oder anders ausgedrückt: Maria Magdalena ist das Gegenstück zur Dienerin, sie gehört zum engsten Kreis um Jesus. Sie ist die Jüngerin, die Jesus mehr liebte als alle männlichen Jünger.

Eine mysteriöse Dienerin schenkt
Wein ein - Foto: W-J.Langbein
Das Geheimnis der Dienerin: Sie unterstreicht die dominante Rolle Maria Magdalenas. Das Geheimnis der Maria Magdalena wird in verbotenen Evangelien von Nag Hammadi, die nicht in die Bibel aufgenommen wurden, verdeutlicht. Im »Evangelium der Maria (Magdalena)« wird der Neid der männlichen Jünger auf Maria Magdalena deutlich. Nach dem Tod Jesu wendet sich Petrus an Maria Magdalena und fragt scheinheilig (4): »Schwester, wir wissen, dass der Erlöser dich mehr liebt als die anderen Frauen. Sage uns daher die Worte des Erlösers, an die du dich erinnerst, die du kennst, wir aber nicht, und die wir auch nicht gehört haben.« Die Jünger sind eifersüchtig. Und das offenbar mit Recht. Offenbar hat Jesus Maria Magdalena Wissen anvertraut, das er seinen männlichen Jüngern vorenthielt (5): »Als Maria das gesagt hatte, schwieg sie. Denn dies war alles, was der Erlöser mit ihr besprochen hatte. Andreas aber hatte Einwände und sprach zu den Brüdern: ›Sagt an, was meint ihr zu dem, was sie gesagt hat? Ich jedenfalls glaube nicht, dass der Erlöser so gesprochen hat. Seine Lehren haben sicher ganz andere Bedeutungen.‹ Da machte auch Petrus Einwände zu dem Gesagten und fragte seine Brüder nach ihrer Meinung über den Erlöser: ›Sollte er wirklich mit einem Weibe unter vier Augen gesprochen haben und uns davon ausgeschlossen haben? Sollen wir uns etwa ihr zuwenden und alle auf sie hören? Hat er sie uns gegenüber bevorzugt?‹«

Die Dienerin schenkt ein
Foto W-J.Langbein
Nur einer der Jünger, Levi, engagierte sich für Maria Magdalena (6): »Petrus, du bist schon immer aufbrausend gewesen. Und auch jetzt sehe ich, wie du dich gegen diese Frau ereiferst, als wärest du ihr Widersacher. Wenn aber der Erlöser sie gewürdigt hat, wer bist du, dass du sie verwerfen dürftest?... Wir sollten uns schämen...und das Evangelium verkünden, wie er es uns aufgetragen hat, ohne dass wir ein weiteres Gebot oder Gesetz erlassen außer dem, worin uns der Erlöser unterwiesen hat.«

Pastor Andreas Pasewark, inzwischen in einer anderen Gemeinde tätig, betreute Kirchbrak als allseits beliebter Geistlicher. Zu meinen Thesen in Sachen Maria Magdalena auf dem Altarbild von Kirchbrak äußerte der Theologe in einem Interview durchaus wohlwollend (7): »Als ich das Buch von Langbein gelesen habe, bin ich direkt in die Kirche gelaufen und habe nachgeschaut. Der dreizehnte Jünger war für uns schon immer ein Rätsel, aber die Interpretation als Frau ist eine neue Möglichkeit.« Pastor Pasewark weiter: »Frauen sind für das Leben Jesu und die Entstehung des Christentums wichtiger, als es die Evangelisten darstellen!«

Leonardo da Vinci schuf sein weltberühmtes Abendmahl 1495 bis 1489, Philippe de Champaigne kreierte sein Abendmahl anno 1662... und um 1750 schnitzte und bemalte ein unbekannter Künstler das Abendmahl von Kirchbrak.Und auf allen diesen Kunstwerken taucht ein Geheimnis auf.... eine Frau im Kreis der Jünger Jesu.

Maria Magdalena und Jesus, von Philippe de Champaigne
Foto: Archiv Walter-Jörg Langbein
Ich bin davon überzeugt: Es ist Maria Magdalena, Apostelin der Apostel, wurde viele Jahrhunderte zu Unrecht als die »Sünderin« und Prostituierte verunglimpft... obwohl es für diese absurde Behauptung keinen Beleg in der Bibel gibt. Papst Gregor I. war es, der schon im Jahre 591 die Apostelin der Apostel zur Hure machte. Obwohl diese bösartige Verunglimpfung frei erfunden ist, dauerte es 1378 Jahre, bis die römisch-katholische Kirche anno 1969 Maria Magdalena vom falschen Makel, eine Prostituierte zu sein, befreite. Diese Rehabilitation wurde eher sehr verhalten-leise verkündet, so dass Maria Magdalena auch heute noch von vielen Menschen – christlich orientiert oder nicht – als Prostituierte gesehen wird.

Warum wird Maria Magdalena bis heute verächtlich gemacht? Warum werden seit fast zwei Jahrtausenden Evangelien ignoriert, die sie als Gefährtin Jesu titulieren? Meine Antwort: Weil eine starke, Jesus sehr nahestehende Frau immer noch nicht ihren verdienten Platz in der Kirche findet... In einer strikt patriarchalisch gestrickten Kirche wird man ihr auch weiterhin die verdiente Anerkennung vorenthalten. Eine Zukunft kann aber Kirche nur haben, wenn sie sich für Frauen öffnet... nicht nur in untergeordneten Positionen.

Dan Brown fasziniert mit seinen spannenden Romanen. Die Wirklichkeit aber ist oft spannender als jede Fiktion. Das erkennt man, wenn man alte Meisterwerke der Kunst mit offenen Augen studiert.... wie das Abendmahl von Kirchbrak!



Buch zum Thema von Walter-Jörg Langbein: »Das Sakrileg und die Heiligen Frauen«

Fußnoten
1: Evangelium nach Matthäus Kapitel 15, Vers 24
2: ebenda, Vers 26
3: ebenda, Vers 27
4: »Apokryphe Evangelien aus Nag Hammadi«, Andechs 1988, S. 258
5: »Apokryphe Evangelien aus Nag Hammadi«, Andechs 1988, S. 260
6: ebenda
7: Täglicher Anzeiger Holzminden, 5. Mai 2011

»Der Heilige Geist war eine Frau«,
Teil 80 der Serie
»Monstermauern, Mythen und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 31.7.2011


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Sonntag, 17. Juli 2011

78 »Maria Magdalena und das Abendmahl«

Teil 78 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Das Abendmahl
von Kirchbrak
Foto W-J.Langbein
Die Kirche von Kirchbrak wurde im Verlauf von rund eintausend Jahren wiederholt umgestaltet. Als Wehrkirche musste sie so massiv wie nur möglich sein und angreifenden Feinden so lang wie möglich standhalten. Auf große Fenster musste verzichtet werden. Fenster wurden erst eingebaut, als keine Angriffe mehr zu befürchten waren. Nachträglich wurde ein neues Gewölbe eingebaut. Für eine Orgel schien es keinen Platz zu geben. Man fand einen Ausweg: Das typische Kircheninstrument wurde auf ein Podest auf hölzernen Pfosten gestellt.

Im Zentrum des Altars, ja der Kirche steht das barocke Abendmahl eines unbekannten Künstlers einer unbekannten Schule. Es handelt sich bei der farbenprächtigen Darstellung nicht um ein Gemälde, sondern um ein bunt bemaltes, in Holz geschnitztes Halbrelief. Der Altar in seiner Gesamtheit stellt biblische Geschichten da, man kann ihn auch als Analphabet wie ein Buch lesen. Ganz unten wird Jesu Geburt, romantisch verklärt, im »Stall von Bethlehem« gezeigt. Darüber folgt - als weitaus größte Darstellung - das »Heilige Abendmahl«. Hebt man den Blick weiter, so erkennt man – wieder sehr viel kleiner  - den Gekreuzigten und schließlich den Auferstandenen.

Jesus vor dem
Stern der Venus
Foto W-J.Langbein
Wenden wir uns wieder dem Abendmahl zu. Es mag in Anlehnung an Leonardo da Vincis weltberühmtes Gemälde geschaffen worden sein. Jesus sitzt – wie bei Leonardo da Vinci – an einer langen Tafel. Er blickt zum Betrachter. Jesus thront auf einem Sessel mit goldener Lehne. Bei näherem Betrachten erkennt man Geheimnisvolles! Die »Lehne«, teilweise von Jesus verdeckt, hat die Gestalt eines fünfzackigen Sterns. Dieses uralte Symbol steht für die Göttin Venus!

Jesus hat seine Jünger um sich geschart. Es müssten zwölf sein. Oder sollte Judas die Runde bereits verlassen haben? Dann wären elf Jünger zu erwarten. Wir zählen nach und stellen erstaunt fest ... Es sind nicht zwölf, auch nicht elf ... sondern dreizehn Jünger, die am letzten Abendmahl teilnehmen.

Wer ist der dreizehnte Jünger ... und wo sitzt er? Hat der Künstler den 13. Jünger irgendwie anders gestaltet als die übrigen Jünger? Unterscheidet er sich von den Zwölfen? Jesus ist mit Bart dargestellt. Das entspricht der historischen Realität. Zu Jesu Zeiten waren alle Männer bärtig. Betrachten wir nun die übrigen Jünger, so stellen wir fest, dass sie alle mit Bart dargestellt sind ... bis auf einen. Der bartlose Jünger ... unterscheidet sich auch in der Kleidung von den anderen Männern. Bei allen Bärtigen sind die Arme nackt, sie haben ärmellose Hemden an. Der 13. Jünger ist bartlos und hat bedeckte Arme. Es galt als unschicklich, wenn eine Frau in der Öffentlichkeit ihre bloßen Arme zeigte. Meine Erklärung: Der 13. Jünger ist – bartlos und mit keusch bedeckten Armen – eine Frau!

Maria Magdalena und männliche
Jünger - Foto: W-J.Langbein
Dan Brown identifizierte in seinem Weltbestseller »Das Sakrileg« einen bartlosen, sehr femininen Jünger in Leonardo da Vincis berühmtem Gemälde vom Letzten Abendmahl als Maria Magdalena. Von christlich-theologischer Seite wurde er heftig kritisiert. Es handele sich um Jesu Lieblingsjünger Johannes, der ob seiner Jugend noch keinen Bart trug. Als ich in meinem Buch »Das Sakrileg und die Heiligen Frauen« (1) als erster Autor überhaupt auf das Sakrileg von Kirchbrak hinwies, erntete ich zum Teil heftige Kritik. Als ich den »13. Jünger« als Maria Magdalena identifizierte, bekam ich auch zu hören, es handele sich vielmehr um den Lieblingsjünger Jesu, um Johannes ... und nicht nicht um eine Frau. Zunächst muss konstatiert werden, dass der »Lieblingsjünger Jesu« im »Neuen Testament« nicht namentlich genannt wird. Im »Evangelium nach Johannes« (2) heißt es: »Es war aber einer unter seinen Jüngern, den Jesus liebhatte, der lag bei Tisch an der Brust Jesu. Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte ... Da lehnte er (der Lieblingsjünger) sich an die Brust Jesu ...«

Betrachten wir nun nochmals das »Abendmahl« von Kirchbrak: Der 13. Jünger schmiegt sich im Bildnis nicht an Jesu Brust. Kurzum: der 13. »Jünger« kann nicht der männliche Lieblingsjünger sein. Meine Überzeugung: »der 13. Jünger« in der Abendmahlsdarstellung von Kirchbrak ... ist eine Frau. Welche Frau aber könnte beim Abendmahl zugegen gewesen sein können? Welche Frau zeigt der unbekannte Künstler von Kirchbrak? Ist es Maria, Jesu Mutter? Nein! Die Frau ist sehr jugendlich, wirkt sehr viel jünger als Jesus. Wenn nicht Jesu Mutter auf dem Bildnis vom Abendmahl zu sehen ist, wer dann? Ich behaupte: Es ist Maria Magdalena!

Im »Evangelium nach Philippus« steht tatsächlich jener glasklare Satz, den Dan Brown durch seinen Weltbestseller »Sakrileg« berühmt gemacht hat. Da heißt es - im »Evangelium nach Philippus« - über Maria Magdalena und Jesus (3):

Maria Magdalena ... das Sakrileg
von Kirchbrak - Foto: W-J.Langbein
»Der Messias liebte Maria Magdalena mehr als alle Jünger und er küsste sie oftmals auf ihren Mund.« Dan Brown löste Empörung mit diesem Zitat aus. Jesus ... küsste eine Frau? Undenkbar! Ich verstehe die Aufregung um dieses Detail bis heute nicht: Nach christlichem Glauben war Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott. Wenn er wahrer Mensch war, dann hatte Jesus auch eine sexuelle Seite. Das wollen aber bis heute fundamentalistische Christen nicht wahrhaben. Und so werden die Küsse Jesu einfach weg erklärt. Sie seien natürlich nicht sexueller, sondern theologisch-spiritueller Art gewesen!

Die puritanischen Theologen wollen unbedingt einen asketischen Jesus und verschweigen geflissentlich einen konkreten Hinweis im »Evangelium nach Philippus«, der den Unsinn vom unerotischen Kuss widerlegt (4): »Denn die Vollkommenen werden durch einen Kuss schwanger.« Wenn man von Küssen schwanger werden kann, werden wohl keine spirituellen Handlungen umschrieben.

Aber selbst wenn Jesu Küsse für Maria Magdalena gänzlich unerotisch waren ... der vielleicht noch wichtigere Teil des Satzes aus dem »Evangelium nach Philippus« ist in seiner Aussage ganz eindeutig: »Der Messias liebte Maria Magdalena mehr als alle Jünger ...« Jesus zog Maria Magdalena den übrigen Jüngern vor! Wenn also eine Frau beim »letzten Abendmahl« zugegen war ... dann Maria Magdalena!

Das Sakrileg von Kirchbrak
Foto: W-J.Langbein
Pikanter wird es in den verbotenen »Philipps-Akten«. Da wird – dezent verschlüsselt – von einer Schwangerschaft Maria Magdalenas berichtet. Ist für fundamentalistisch-orientierte Christen Jesu Intimleben schon ein Tabu, ja nicht existent ... dann muss für sie eine Schwangerschaft Maria Magdalenas das absolute Sakrileg sein! Aber es heißt nun einmal im griechischen Text der »Philippus-Akten« , dass Jesus zu Maria Magdalena sagte (5): »Ich weiß, dass du gut und mutig bist und gesegnet unter den Frauen.«

Die Anspielung auf das »Evangelium nach Lukas« ist unverkennbar. Da ruft Elisabeth laut aus, was sie von Maria (Jesu Mutter) weiß (6): »Gesegnet (gebenedeit) bist du unter den Weibern und gesegnet (gebenedeit) ist die Frucht deines Leibes.« Das Evangelium nach Lukas umschreibt Marias Schwangerschaft mit »gebendeit bis du«. Jesus benutzt die gleichen Worte. Er lobt Maria Magdalenas Mut und erklärt zu wissen, dass Maria Magdalena »gesegnet« (»gebendeit«) unter den Weibern sei ... also schwanger. Liegt da nicht die Vermutung nahe, dass Maria Magdalena von Jesus schwanger war? Dann wundert es uns nicht, dass Maria Magdalena beim »letzten Abendmahl« zugegen war.

Geheimnisvolle Dienerin
Foto: W-J.Langbein
Theologischer Einwand: Frauen durften beim jüdischen Passach-Fest nicht zugegen sein! Da Jesus mit seinen Jüngern eben dieses Passach-Fest feierte, kann keine Frau daran teilgenommen haben. Dieses Argument träfe zu, wenn Jesus mit seinen Jüngern wirklich das Passach-Fest zelebriert hätte. Wie aber aus den biblischen Evangelien hervorgeht, fand die Kreuzigung Jesu so statt, dass sein Leichnam zum Passach-Fest nicht mehr am Kreuz hing. Daraus geht hervor, dass Jesus vor dem Passach-Fest mit seinen Jüngern ein letztes Mal zusammen saß und mit ihnen aß. Es war sein Abschied, wusste er doch, dass er schon sehr bald hingerichtet werden würde. Bei diesem Abschiedsessen aber durfte Maria Magdalena auf keinen Fall fehlen ... die Frau, die Jesus mehr liebte als seine männlichen Jünger!

Je intensiver man sich mit dem »Abendmahl« von Kirchbrak beschäftigt, desto geheimnisvoller wird es. Nach Jahren intensiver Auseinandersetzung mit der mysteriösen Bild bin ich davon überzegt ... die Realität ist manchmal faszinierender als die Fiktion. Das wirkliche »Sakrileg« ist nicht Leonardo da Vincis Abendmahl ... sondern das von Kirchbrak ...

Empfohlene Lektüre
Walter-Jörg Langbein: Maria Magdalena

Fußnoten
1: Langbein, Walter-Jörg: »Das Sakrileg und die Heiligen Frauen«, Berlin 2004
2: Evangelium nach Johannes Kapitel 13, Verse 23-25
3: Wort 55b
4: Wort 31
5: »Philippus-Akten« zitiert nach Brock, Ann Graham: »Mary Magdalene, The First Apostle«, Cambridge 2003, S. 125
6: Evangelium nach Lukas Kapitel 1, Vers 42

»Das Geheimnis der Dienerin«,
Teil 79 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 24.7.2011

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