Unsere Katze, deutlich zu erkennen die Einschussstelle oben am linken Vorderlauf |
Nur wenige Wochen, nachdem meine Autorenkollegin Sylvia B. im gesamten Münsterland eine große Suchaktion nach ihrem Kater Söhnke eingeleitet hatte (leider erfolglos), ist nun auch unser Stubentiger vom grassierenden Katzenhass betroffen: Unsere Mieze kam am Freitag nach einem mehrstündigen Streifzug mit einer Beinverletzung zurück. Zuerst vermuteten wir eine Verstauchung, da keine äußerliche Verletzung zu sehen war. Im Laufe der Nacht begann die Katze, an ihrem Bein herumzubeißen. Nachdem die Mieze eine kreisrunde Stelle freigelegt hatte, kam die Wahrheit zum Vorschein: eine Fleischwunde mit einem offenbar tiefergehenden, kleinen Loch in der Mitte, eine typische Verletzung, wie sie durch Luftgewehrmunition verursacht wird, erfuhr ich aus dem Internet. Das passt zusammen mit den insgesamt drei toten Katzen, die wir kürzlich an einer Baustelle in der Nähe hatten liegen sehen: Alle drei offensichtlich nicht überfahren, äußerlich scheinbar unverletzt, aber eben - tot.
Dies lässt nur den Schluss zu, dass hier momentan ein Katzenhasser sein Unwesen treibt, der sich einen Spaß daraus macht, seine Schießkünste an Katzen auszuprobieren. Da ich diesen Artikel auf die Suchbegriffe »Freystadt« und »Sulzkirchen« optimiere, wird es nur eine Frage kurzer Zeit sein, bis er gefunden wird und sich örtlich weiter verbreitet.
Deshalb meine unverblümte Mitteilung an den Täter: Sie verstoßen gegen § 4 des Tierschutzgesetzes. Aus diesem Grund werde ich eine polizeiliche Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Sollten Sie bei einer weiteren Tat beobachtet werden, so laufen Sie Gefahr, dass auch dieser Fall auf den Tisch kommt, sowie natürlich auch die Tierarztrechnung, falls eine Behandlung der Wunde notwendig werden sollte.
Außerdem appelliere ich an mögliche Zeugen, ihre Beobachtungen der Polizei mitzuteilen. Bitte denken Sie daran: Heute trifft es eine Katze, morgen vielleicht schon einen zufällig vorbeikommenden Passanten. Klar ist, dass unsere schöne Gemeinde Freystadt für Mensch und Tier sicherer wird, wenn unkontrolliertes Herumballern mit dem Luftgewehr nicht stattfindet.
Katzenhass - Woher er kommt
Den meisten Menschen dürfte es unverständlich sein, warum jemand auf eine harmlose Katze schießt. Katzenhasser versuchen manchmal, ihr Tun zu legitimieren, indem sie sich auf Zerstörungen oder Verunreinigungen berufen, die Katzen angeblich anrichten. Hierzu meine ich: Katzen richten wesentlich weniger an als Hunde. Sie verletzten keine Menschen (von einem kleinen Kratzer mal abgesehen) und ihre Exkremente sind wesentlich dezenter als die von Hunden. Noch dazu werden sie von der Katze verscharrt, während ein Hund seinen Haufen ohne Scham mitten auf den Gehsteig setzt. Trotzdem ist die Gefahr, angeschossen zu werden, für Katzen wesentlich größer. Auch ein Hund auf freiem Streifzug gerät meist nicht ins Visier eines Schießwütigen (im Wald wildernde Hunde einmal ausgenommen, die dann fachgerecht vom Jäger erlegt werden, um das Jungwild zu schützen). Warum also hassen so viele Menschen Katzen und sind nicht in der Lage, die Schönheit dieser Tiere zu würdigen?
Meiner Meinung nach leiden Katzen bis heute unter dem abstrusen Aberglauben, der sie schon im Mittelalter in den Verruf gebracht hat, Hexen in Tiergestalt zu sein. Sie lassen sich eben nur bedingt zähmen, behalten ihren eigenen Willen und können auch nicht an die Leine gelegt werden wie Hunde. Sklaventum ist ihnen fremd. Hiervon mögen sich Menschen provoziert fühlen, die sich gerne mit Sklaven umgeben. Klar ist eines: Das Schießen auf eine Katze sagt sehr viel mehr über die Person des Täters aus, als diesem lieb sein kann …
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