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Montag, 1. März 2010

Haarsträubend - ist der Titel, haarsträubend sind die Morde

Der Krimi ist brandaktuell. So fängt er an!
"Der Gedanke kam ihm, als er den Baum betrachtete. Die Kastanie stand im Vorgarten. Ein hoher Stamm mit zwei Leitästen, die eine Gabel bildeten und an den dürren Zweigen nur wenige Blätter trugen. Der Baum würde sterben.
Wie ein Blitz durchzuckte ihn die Erinnerung an das Bild. Ein Baum, der in kahler weißer Winterlandschaft aufragte. Das Arrangement, erkannte er plötzlich, entsprach dem in seinen brütenden Träumen. Da hatte jemand ganze Arbeit geleistet. Wirklich gute Arbeit. Er hatte die Teufelinnen da gepackt, wo sie verletzbar waren und ihre Kräfte gebrochen werden konnten. Am liebsten hätte er dem Künstler auf die Schulter geklopft.
Aufhängen sollte man sie alle. Der Gedanke erhöhte seinen Pulsschlag, ließ ihn schneller atmen. Blut pochte in seinen Ohren, sein Penis erigierte. Sekundenlang war er beschämt und abgelenkt, sein Kopf ruckte. Er legte die Hand über den Hosenschlitz der Jeans, eine reflexhafte Geste.
Dann fasste er den Baum vor dem Haus wieder ins Auge. Jetzt wusste er, was zu tun war, spürte neu gewonnene Stärke. Nicht der bohrende Schmerz, nein, ungeheure Wut hatte ihn nicht schlafen lassen. Er war auf lautlosen Sohlen aus dem Zimmer geschlichen. Jetzt stand er in der Tür, während Streifen von rotfarbenem Licht sich zunehmend breiter über den Himmel schoben.
In seinem Innern kochte es. Aber gegen den Zorn, der ihn erfasst hatte, half die Faust nicht, die er in die Magengrube presste.
Du Schwächling, du Versager – er hatte diese Worte gehört, Tag für Tag, seit er denken konnte, immer wieder und hörte sie noch. Nichts konnte er ihnen recht machen. Er sah die Verachtung in ihren Augen, wenn sie ihm seine Schwäche in die Seele murmelten. Alle beide.
Und nicht nur sie.
„Sie haben es verdient, die eine wie die andere“, knirschte er zwischen den Zähnen hervor. Sie waren böse, sie brachten Männern nur Verderben. Sie lockten sie an, weckten Leidenschaft und Begehren, nur um die Opfer dann in den Abgrund absurder Angst und Schwäche zu stürzen.
Er stierte auf die Kastanie im Vorgarten, spürte, wie sich Speichel in seinen Mundwinkeln sammelte. Jetzt war Schluss damit. Er fühlte sich stark genug, aller Welt ihre Schwäche vorzuführen.
Er hatte so viel zu tun."

Einfach lesen, sich gruseln, nachdenklich werden und Spaß haben!

Elke Müller-Mees
Droste Verlag, Düsseldorf
320 Seiten, Taschenbuch
€ 9,95, ISBN 978-3-7700-1361-6

Bizarre Morde in Düsseldorf
An den Haaren aufgehängte Frauen sind für Max Matthesius von der Düsseldorfer Mordkommission keine Routinefälle. Die Mordserie lässt auch Emma Rohan nicht kalt, die zum Thema Haare recherchiert und nach der Schwester der Türkin Aïcha sucht. Fast zwangsläufig gerät sie in den Strudel der Ereignisse und bringt Matthesius in einer hochbrenzligen Situation auf die Spur des Täters.

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Mittwoch, 10. Februar 2010

Ein Krimi-Rezept? Oder ein Rezept-Krimi?

Hallo, damit die Wartezeit bis Ende Februar, wenn mein Krimi "Haarsträubend" herauskommt, nicht zu lang wird: Hier ein Krimi-Rezept. Oder ist es ein Rezept-Krimi?

Eine Rezept für Mord
Jetzt wusste Julia Bescheid. Ihr Magen klumpte sich erst zusammen, dann brach sich Wut wie ein Lavastrom Bahn. Ihr Mann Dennis hatte sein Herz für eine andere entdeckt. Ausgerechnet für Anke, ihre beste Freundin.
"Dennis hat Angst, es dir zu sagen. Er will frei sein, frei für mich. Ich sag dir das ohne ..." Anke stockte, suchte nach dem passenden Wort, "Umschweife. Wir sind schließlich moderne Menschen."
Ich bin nicht modern, dachte Julia, im Gegenteil, darin bin ich sehr altmodisch.
"Wir können doch trotzdem Freundinnen bleiben, oder?"
Statt einer Antwort stellte Julia das Handy aus und knallte es auf den Tisch. Wir haben immer alles geteilt, Anke, vom Kindergarten an. Aber meinen Mann? Das geht zu weit.
Am selben Tag musste Dennis geschäftlich nach München. "Nur für eine Nacht. Ich muss klar Schiff machen."
Julia schaute ihm nach und wusste, das Schiff hieß Anke.
Ihr Entschluss stand fest. Sie wunderte sich nur, wie ruhig sie blieb. Sie räumte auf, wischte Staub, Dennis‘ Mantel musste in die Reinigung. Sie rollte den Trenchcoat zusammen und steckte ihn stattdessen in die Mülltüte. In der Nacht schlief sie tief und traumlos. Nur kurz vorm Einschlafen dachte sie, beinahe belustigt: Was mögen die beiden wohl gerade essen?
An ihrem zehnten Hochzeitstag machte Julia, was sie an allen übrigen gemacht hatte: Waldorfsalat. Sie war Dennis eine gute Frau, war in mageren Zeiten anspruchslos, als es ihnen besser ging, nie anspruchsvoll gewesen. Ihm zuliebe hatte sie auf die tolle Stelle bei der Softwarefirma verzichtet. "Das ist hundsgemein! Wie Ankes Gerede vonwegen modern."
Anke war dieser mondäne Typ, der Männer anzog. Aber im Kochen bin ich besser, Julia lächelte, darin bin ich nicht zu schlagen.
Es war so einfach. Sie grub die Knollen aus, brach noch ein paar Blätter ab, als nette appetitliche Dekoration. Für solche Kleinigkeiten hatte Dennis einen Blick und sie immer gelobt.
"Wirklich, von Sellerie nicht zu unterscheiden." Mit dem Salatbesteck mischte sie die zerkleinerte Knolle unter die übrigen Zutaten, gab die Mayonäse darüber. Nur das Abschmecken schenkte sie sich diesmal. Dafür dekorierte sie das Sträußchen Blätter am Schüsselrand.
Sie erntete abends das Lob, das ihr gebührte.
"Julia, super und wunderschön hast du alles wieder gemacht. Die Blumen, die Kerzen."
Sie füllte Dennis den Teller. Sie senkte die Wimpern, als er den ersten Bissen nahm. Ihr zuckte es in den Fingern, aber sie hielt ihn nicht zurück.
Schon nach wenigen Minuten klagte er, sein Mund sei so gefühllos. Ihm wurde übel. Er erbrach sich, bekam Sehstörungen, konnte nicht mehr hören. Eine halbe Stunde später war alles vorbei.
Julia saß vor ihrem Teller mit Waldorfsalat. Sie hatte keinen Bissen angerührt.
Als es klingelte, öffnete sie ohne jede Panik. Anke.
Die Freundin fand es wohl normal, ihr den Mann wegzunehmen und trotzdem vorbeizukommen. Einfach so. Anke war eben ein moderner Mensch.
"Was willst du?" Julia trat einen Schritt zurück.
Die Freundin folgte ihr in den Flur, und Julia traute ihren Augen nicht. Ankes Wimperntusche war verlaufen, ihr Gesicht vom Weinen geschwollen. „Ist er schon da?“
"Dennis? Wieso? Ja." Julia wich bis an die Wand zurück. Aber es gab kein Ausweichen. Anke legte ihr die Hände auf die Schultern.
"Julia, du musst mir verzeihen. Ich fühlte mich wohl ein bisschen einsam. Und da war Dennis." Ihr Blick wurde eindringlicher. "Das hätte nicht passieren dürfen. Schließlich bist du meine allerbeste Freundin."
Julia spürte, wie sich die Wut wieder in ihrem Magen zusammenklumpte. Anke hatte ihr Leben zerstört. Und das von Dennis. Sie nahm die Hände von ihren Schultern."Was willst du?"
"Ich dachte, wenn zwischen Dennis und dir wieder alles in Ordnung ist, dann könnten wir Freundinnen bleiben, du und ich. Um der alten Zeiten willen." Anke wagte einen ihrer schmelzenden Augenaufsch1äge.
Er verfehlte seine Wirkung. "Dennis war gestern doch deinetwegen in Düsseldorf."
""m Schluss zu machen, weil er dich liebt und keine andere.“ Anke errötete. "Das hat er dir ja bestimmt schon selbst gesagt."
"Er ist noch nicht dazu gekommen." Julia ging ins Wohnzimmer, wo ihr Mann Dennis tot am Boden lag. Sie überhörte Ankes Schreckensschrei, nahm einen Teller aus dem Schrank und stellte ihn auf den Tisch.
"Julia, um Himmels willen, was ist passiert?"
"Das erzähle ich dir gleich", sagte Julia. Sie drückte Anke auf den Stuhl. "Aber jetzt setz dich erstmal und iss meinen Waldorfsalat."

Elke Müller-Mees
Autorin von "Blutfährte" Droste Krimi ISBN 978-3-7700-1324-1
http://www.mueller-mees.de/

Die Bücher von Elke Müller-Mees

Sonntag, 13. Dezember 2009

Krimi: Elke Müller-Mees stellt sich vor

Ein Gedicht passend zur Jahreszeit:

Kerzenschein und Plätzchenduft,
Weihnachten liegt in der Luft.
Ja, das Christkind kommt nun bald
aus dem weißen Winterwald.
Drum zünden wir die Kerzen an,
damit es uns auch finden kann.


Der Anfang ist das Wichtigste beim Schreiben. Deshalb hier also der Anfang meines Krimis „Blutfährte“. Er verrät natürlich nicht, was folgt, aber …

1. KAPITEL

Kurt Alexi verlangsamte das Tempo, keuchte. Verdammt, nur eine Runde im Nordpark! Er fuhr sich mit dem Handrücken über die Stirnglatze. Sein Sweatshirt war klitschnass, sein Schweiß roch beißend. Nach Mäusepisse.
Weniger rauchen, dachte er. Aber sein innerer Schweinehund winkte ab. He, und was ist mit den zwei, drei Flaschen Altbier am Abend? Den Chips? Willst du auf die etwa auch verzichten?
Außerdem war es kein Wunder, dass er bei diesem lauen Novemberwetter aus allen Poren schwitzte. Im Schein der Straßenlaternen glänzte das Pflaster. Eine Decke aus feuchtwarmen Schwaden von Nebel und Abgasen lag über der Stadt.
Alexi lief um die Ecke, trabte an den Häuserfronten entlang. Noch hundert Meter, dann hatte er es geschafft. Kurz duschen, dann den Fernseher an und die Füße hoch. Gut, manch einer mochte das langweilig finden. Ihm gefiel das gar nicht so schlecht. Eines Tages würde er ganz groß herauskommen. Dann würden sich alle wundern.
Er überquerte auf Höhe der U-Bahn-Station die Kaiserswerther Straße und bog rechts in die Friedrich-Lau-Straße ein. Das Erste, was er sah, war die Martinslaterne, Sterne und ein dicker Mond. Dann bemerkte er den Schatten auf dem Bürgersteig. Ein Bündel Lumpen, das jemand auf dem Weg zum Container fallen gelassen hatte? Ein Mantel? Alexi zwinkerte. Ein Besoffener. In dieser Gegend? Er lächelte hämisch und verfiel in Schritt.
Blondes Haar, der Rock war hochgerutscht, das linke Bein angewinkelt. Im Ausschnitt der Bluse wohlgeformte Brüste. Das gefiel Alexi. Plötzlich gefror das anzügliche Grinsen auf seinem Gesicht. Er schluckte einmal, zweimal. Er legte den Kopf in den Nacken und starrte nach oben. Vier Stockwerke. Wer von da oben hier unten ankam, konnte nur noch ein Haufen Fleisch, Knochen, Blut und verspritzte Gehirnmasse sein.

Elke Müller-Mees.

Das sei verraten: Ich bin Autorin zahlreicher Bücher und lebe als freie Schriftstellerin in Mülheim an der Ruhr.

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