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Sonntag, 23. November 2025

Der hässliche Zwilling - Leseprobe

Der hässliche Zwilling Kriminalroman von Tuna von Blumenstein

Leseprobe (z.K. als die Polizei noch »Grün« trug J )

»Ich würde mich gerne einen Moment mit dir unterhalten, Vera.« Sein Tonfall hatte etwas Befehlendes, was die Spannung zwischen den Beiden noch erhöhte. Vera folgte Volker in das Wohnzimmer, wo er sich hinter einem Stuhl aufbaute und sich an der Lehne abstützte.

»Schwager, du stehst da wie ein Raubtierdompteur, der gerade bemüht ist, sich einen Tiger vom Leib zu halten.« Veras Stimme bekam einen ironischen Unterton.

Ohne auf ihre Aussage einzugehen stellte Volker eine Frage an sie: »Weißt du schon, wie lange du noch meine Gastfreundschaft in Anspruch nehmen wirst, Vera?«

Mit einem demonstrativen Seufzer ließ sich Vera in einen Sessel fallen. »Volker, ich bin nicht dein Gast. Ich wohne hier. Dieses Haus gehört meiner Schwester Gerda. Und falls du es vergessen haben solltest, haben wir beide Wohnrecht auf Lebenszeit. Das ist sogar als Grundbucheintrag verbrieft. Dank deines konsequenten Einsatzes ist meine Schwester nicht mehr in der Lage, ein Fahrzeug zu führen. Solange das der Fall ist, wirst du auf meine Unterstützung nicht verzichten können, oder wirst du deinen super Job aufgeben, um den Chauffeur für deine Frau zu spielen?«

Veras Stimme hatte einen deutlich schärferen Ton angenommen, während sie zur Kenntnis nahm, dass die Hände ihres Schwagers die Stuhllehne bereits umkrampften, als er einen Konterversuch startete.

… Während sich Volker von seinem Platz erhob, reagierte er mit einer boshaften Spitze: »Hat man dir im Gefängnis das Benehmen abtrainiert, Schwägerin?«

»Volker, das ist eine schlichte Lüge, ich saß nie im Gefängnis!« Vera ließ sich in einen Sessel fallen. »Eine Bewährungsstrafe allerdings hatte ich. Landfriedensbruch. Vor mehr als zwei Jahrzehnten. Schließlich bin ich Umweltaktivistin, da bleibt das nicht aus, gehört in meinen Kreisen schon fast zum guten Ton.«

Zynisch fiel ihr Volker ins Wort. »Und du wirfst mir meinen Karriereweg vor? Natürlich bist du damals in den Knast gegangen, auch eine Art von beruflicher Weiterentwicklung. Warum leugnest du das jetzt? Ist es dir peinlich?«

Er verfolgte mit abfälligem Blick Veras Bemühungen, ihre Unterschenkel mit den eng geschnittenen Stiefeln zu bekleiden. »Mist geht nicht mit den Wollsocken!«

Ohne auf Volkers Bemerkung einzugehen, zog sie die dick gestrickten Socken aus. Mit einem zweideutigen Blick in seine Richtung und betont melodisch in der Stimme bemerkte sie: »Lauf mir nicht weg, Volker, ich hole mir nur schnell ein paar passende Strümpfe.«

Volkers Blick hielt an Veras Beinen fest. »Was ist denn mit deinen Füßen passiert?«

Vera hielt in der Bewegung inne, mit einem erstaunten Gesichtsausdruck sah sie ihren Schwager an, richtete dann den Blick auf ihre Füße. Mit einem Lächeln um ihren Mund setzte sie sich wieder in den Sessel. Langsam, fast schon als erotische Geste fasste sie den Saum ihrer Wollleggins und krempelte diese bis unter das Knie hoch. Die Narben liefen wie parallele Striche von den Zehen über den Spann des Fußes, seitwärts Richtung Knie und ließen erahnen, dass sie auch noch dort weiterführten, wo die Kleidung die Sicht auf die Haut bedeckte. »Sie haben mich nicht in den Knast gebracht, sondern ins Krankenhaus.«

Sichtlich fassungslos betrachtete Volker seine Schwägerin.

»Es wird Zeit, dass du die ganze Geschichte erfährst.« Veras Stimme fiel wieder in das erotische Flüstern, ihre Bewegungen nahmen eine Form der Hingabe an, die Volkers Hormonspiegel schlagartig aus dem Gleichgewicht brachten. Er konnte und wollte sich nicht von der Stelle bewegen.

Vera nutzte diesen Moment. »Es war die Schlacht am Kühlturm.«

Sie lehnte sich zurück, schlug die Beine effektvoll übereinander, wohlüberlegt das vernarbte Bein über das bekleidete legend. Ihre Stimme verwandelte sich in die einer Geschichtenerzählerin.

»Der Krieg dauerte schon eine Woche, Hundertschaften aus allen Ländern versuchten, das Gelände um das AKW freizubekommen. Gewalt auf beiden Seiten, nicht zuletzt deshalb, weil sich auch militante Gruppen unter die Demonstranten gemischt hatten. Wir brauchten etwas, was ich als lähmende Stille bezeichnen würde, eine Aktion, die auch die Presse und damit die Öffentlichkeit auf die Sache lenken sollte, und damit letztendlich auf uns und unser Anliegen.«

Volker löste sich aus seiner Starre und setzte sich ihr gegenüber in einen Sessel, lauschte fasziniert ihren Ausführungen.

»Die Nummer, die dann kam, habe ich mit Max Weber und Kurt Steinberger klargemacht. Mit Max bin ich im Morgengrauen auf den Kühlturm. Dieser war mit Stacheldrahtrollen quasi ummantelt. Kein Mensch hatte angenommen, dass sich dort etwas ereignen können würde. Die Schlachten tobten schließlich woanders. Kurt konnte noch einen Kameramann aufreißen. Beide hatten in sicherer Entfernung Position eingenommen, Kurt mit der Spiegelreflex auf dem Stativ. Es dauerte nicht lange, bis wir entdeckt wurden. Aushungern lassen wollten die Grünen uns nicht, hatten wohl befürchtet, dass sich das Schlachtfeld verlagert, zumal sich unsere Aktion wie ein Lauffeuer rumgesprochen hatte und schon die erste Pilgergruppe auf dem Weg war.

Na ja, ich habe dann irgendwann so getan, als wollte ich aufgeben. Ich bin als Erste vom Turm runter. Die Grünen standen ein Stück weiter entfernt. Sie dachten wohl, dass sie mich eingekesselt hätten und dass ich nicht weglaufen können würde. Weil ich mich, unten angekommen, nicht von der Stelle rührte, meinten sie dann, näher ran zu müssen. Da habe ich den geplanten Fluchtversuch über den Stacheldraht in Angriff genommen.«

Volker unterbrach sie fassungslos. »Das war so von dir geplant? Warum hast du dann keine Schutzkleidung getragen?«

Vera lächelte, als sie antwortete: »Ich sagte doch bereits: Wir brauchten lähmende Stille. Max hatte mich mit Schutzkleidung ausgestattet, auch mit Blutbeuteln, die ich am Körper befestigen sollte. Mir wäre das wie ein Betrug vorgekommen, also habe ich darauf verzichtet. Hast du dir nie die Frage gestellt, warum ich einen weißen Overall getragen habe? Max ist in leuchtendem Orange auf den Turm, damit er auch gesehen wurde. Ich sah aus wie ein Knabe, der auf Braut macht, selbst die Skimaske war in Weiß. Mir war klar, dass mein Blut fließen würde, rotes Blut auf weißem Grund.«

Volkers Gesichtszüge wechselten zwischen Abscheu und Faszination.

Veras Stimme wurde leiser, ihr Blick wanderte zur Terrassentür und verblieb für einen nachdenklichen Moment auf der verschneiten Landschaft. »Solche Aktionen nehmen oft eine unerwartete Eigendynamik an.«

Nach einer Atempause wandte sie sich wieder Volker zu. »Es ging alles sehr schnell. Ein vermummter Grüner hatte sich auf der anderen Seite aus der Marschordnung gelöst, dem sind die Nerven durch. Er packte mich, zog mich über den Stacheldraht und riss mir die Skimaske vom Gesicht. Oben vom Turm aus, konnte ich noch Max herzzerreißend schreien hören: VEEEERAAAAA. Meine Haarpracht ergoss sich über meinen ausgekugelten Arm, bevor ich vor Schmerzen in den Armen des Grünen kollabierte.«

Vera betrachtete für einen Moment den völlig bestürzt dreinblickenden Volker.

»Als Achilles vor Troja der sterbenden Penthesilea den Helm abnahm, soll er sich auch in sie verliebt haben. Will man den Bildaufnahmen Glauben schenken, ist es meinem grenzschützenden Achilles nicht anders ergangen. Er hat mich richtig behutsam zum Rettungswagen gebracht. Kurt und seine Freunde haben auch ihre Nerven behalten. Die Bilder der scheinbar verblutenden Amazone Vera in den Armen eines bereuenden Grünen gingen durch die Nachrichten und machten mich schlagartig zu einer Ikone.«

Ihre Stimme wurde wieder die der erotischen Verführerin, als sie sich grazil aus dem Sessel löste und auf Volker zubewegte. »Es gibt Narben, die Türen öffnen.«

Vera kniete sich vor Volker, schob ihren Oberkörper zwischen seine Schenkel. Ihr Blick hielt seinen fest, als sie ihren Zeigefinger an den Mund führte, ihn mit der Spitze ihrer Zunge leicht benetzte und dann über eine Stelle an Volkers Wange führte. »Du trägst doch deine Narbe auch mit Stolz. Wie eine Auszeichnung. Der Schlag der Verbindung. Die Narbe, die dir die Pforte zu deinem Karrierehimmel geöffnet hat.«

Volker stockte der Atem, als sich Vera von ihm fortbewegte und ihre Stimme wieder eine fast geschäftlich klingende Nuance annahm. »Bedenke Volker, ich war jung und halt die wilde Vera. In dem Alter macht man auch Dinge, die man später so nicht wieder machen würde. Man macht und hält die Klappe. Der Zweck heiligt die Mittel. Auf jeden Fall wurde Gewalt beziehungsweise deren Verhinderung zum Gesprächsthema. So geht jeder seinen Weg.

Übrigens, als ich damals mit wildem aber klarem Verstand diese Aktion durchführte, war ich in dem gleichen Alter, in dem Simone war, als sie sich mit Evi zusammen auf ihre Reise ohne Wiederkehr begab.«

Volker wurde schlagartig kreideweiß, Vera kannte keine Gnade und fuhr fort ...












Bei diesem Werk handelt es sich um einen Kriminalroman. Etwaige Ähnlichkeiten oder Namensgleichheit mit real existierenden Menschen wären rein zufällig. Alle beschriebenen Handlungen sind an die Realität angelehnt.


Unter dem Pseudonym - Tuna von Blumenstein - hat die Autorin fünf Kriminalromane veröffentlicht:

»Der Mörder und der Kinderschänder« 2025
 
ISBN: 9783769325911
Im Buchhandel erhältlich
 
Bei Thalia
und
Krimis der Tuna vB auch als eBook

Freitag, 14. November 2025

Der Kinderschänder und sein Anwalt: Lyrik









(Irgendwie hat das wohl auch mit Courage zu tun ...)

»... betrachte ich mich selber
sehe ich mich als opfer
auch sehe ich
dass um mich herum
weitere opfer stehen
das sind kinder so sehe ich das
vielleicht sollte sich
endlich
etwas ändern ...«


die geliebte des mörders 
doch sicher hat sie einen ehemann
mit dem sie heute noch zusammen lebt 
im grunde genommen 
haben die beiden 
sich in der vergangenen zeit
nie voneinander getrennt

der mann mit der frau die die geliebte
des mörders war und auch noch ihm die geliebte blieb
vermutlich 

obwohl der mörder nicht mehr lebt
dafür sein geld bestimmt weil
die geliebte das noch hütet
es wird auch der grund sein
dass ihr mann sie trotz allem noch liebt
vermute ich

wobei mir diese geliebte vorher erzählte
und dabei auch noch unter tränen
warum diese ehe gescheitert war und eigentlich noch ist
natürlich hätte er ihr das vor der hochzeit mitteilen sollen
auf welche seiner neigungen er nicht verzichten wollte

so kam es 
dass ich verstand
dass sie aus der ehe fliehen wollte
und sie sich in die offenen armen 
eines scheinbar wohlhabenden mannes 
begab

das sollte mich nicht interessieren
es interessiert mich auch nicht 
eigentlich
es muss mich aber doch interessieren
weil ich zum opfer gemacht wurde
und nach wie vor opfer bin
es soll aus ihrer sicht 
endlich zum erfolg führen
dieses tun gegen mich

weil ich mich nicht nur mit denen angelegt habe
als hätten mir die beiden nicht gereicht

aus ihrer sicht 
hat es der mörder richtig gemacht
was er tat um seine ehen zu beenden
die erst frau wurde von ihm finanziell ruiniert
davon finanzierte er die zweite frau
die er dann abschlachtete
darum konnte er die kosten einer scheidung sparen
aber auch den unterhalt für seine beiden kinder
so einfach war das für ihn

was ich natürlich erst später erfahren habe
es musste auch der mörder sein
mit dem ich mich anlegte
sowas tut man auch nicht
denn sonst kann man 
schnell opfer werden


dabei wussten alle
dass ich schreibe
auch genau das 
was ich auch denke
cogito ergo sum
ergo
ich denke also bin ich
(René Descartes - wobei 
der machte sich damals
die kirche zum feind)

wer mir weh tut
dem lehre ich das fürchten

so dachte ich

es hat sich halt so entwickelt
denn am anfang war ich denen nützlich
danach nur noch lästig
deren eckpfeiler ihrer lebensgestaltung
eigentlich nur auf
geld
macht
und vielleicht noch aus gesellschaftlicher anerkennung
ruht

so ist es halt mit denen
wobei es 
genauer betrachtet
einfach nur 
um sehr viel geld geht
was aber denen auch 
so durch die finger rinnt
während das holz ihrer eckpfeiler 
bereits morsch erscheinen
sie werden sich sehr weh tun
wenn sie aus dieser höhe fallen
sie werden aber auch niemanden haben
der sie auffängt

ganz im gegenteil
denn an diesem geld sind auch andere interessiert
immerhin geht es um das geld des mörders

solche andere finden sich gerne ein
die dann in solchen fällen an den eckpfeilern sägen
das sägeblatt gefühlvoll
dabei um die ecken führen
und das tun
auch noch scheinbar mit erfolg

vorab mit meiner unterstützung
damit habe ich mich nicht beliebt gemacht
da muss ich mich nicht wundern
opfer zu werden
wobei ich davon ausging
dass ihnen die nötige nähe zu mir dann fehlte

da lag ich falsch
sie suchten nähe und die fanden sie
und sie hatten natürlich glück
denn mit dem kinderschänder und dessen frau 
hatte ich auch streit 
dafür brauchte ich mich nicht anzustrengen
das ging von ganz alleine

im grunde genommen haben die sich alle durchgesetzt

fast

was war denn deren wunsch 
an obersten stelle steht natürlich
dass ich den anschlag gegen mich nicht überlebe
wenigstens 
dass ich hoffentlich nicht wiederkomme
in irgendwelchen heimen langsam abkratze
dass ich dann wenigstens wegziehe
das der anwalt dabei half
was der auch gerne tat
weil auch der natürlich nichts umsonst macht

ich habe überlebt und
natürlich bin ich geflüchtet
dachte auch
dass dann endlich ruhe einkehrt

aber irgendwie scheint es so zu sein
wer sich einmal mit solchen leuten anlegt
bleibt immer ihre feinde
aber vielleicht sind nur die nützlichen idioten 
nicht mehr verfügbar und es lässt sich 
auch niemand mehr finden
weil ihnen das geld ausgeht

gestehen muss ich schon
dem kinderschänder habe ich die tour vermasselt
seiner frau übrigens auch
seine wut muss sie ertragen
wird von ihm verprügelt 
es fällt auf 
aber es ist halt die art der leute
einfach wegzuschauen

seine zeit hat sich verändert
dafür verantwortlich sieht er mich
das sehe ich
wenn er mir begegnet
mit seiner faust droht er mir
mit einem hasserfüllten gesichtsausdruck

dabei hatte er mich aus seinem paradies vertrieben
so schrieb mir seine frau das
sie schrieb aber auch
dass ich ihren kinderschänder erniedrigt habe
dass ich mich dafür schämen sollte
dass ich in dem ort in dem ich wohne
von vielen schon verhasst werde
ein auto hat immer mehr kraft als ein tretroller
das sollte ich nicht vergessen
und darum immer auf mich achte

wobei auch die geliebte schreibt
das auch an behörden
die aus ihrer sicht zuständig wären
denen auch mitzuteilen ist
dass es sinn gibt gegen mich vorzugehen
dabei fast nebenbei darum bittet
meinen PC zu prüfen um zu sehen 
was sich wohl alles dort befindet

der mann der frau die geliebte eines mörders 
der schreibt auch von meiner kriminellen energie
weil ich 
eine wiederaufnahme des mordprozesses
gegen seine frau als mittäterin 
also der geliebten des mörders
beantragen würde

kann es sein
dass eigentlich zuständige
darauf hereinfallen

mein problem wird sein
dass er mich als böse beschreibt 
im netz kennt er sich aus
einfach oft klickt und einfach melden
dann kann ich auch gesperrt werden
so einfach ist das
darum weil es so einfach ist
wird der hass auf mich ausgelebt
es wird aber das problem dieser leute nicht lösen

betrachte ich mich selber
sehe ich mich als opfer
auch sehe ich 
dass um mich herum 
weitere opfer stehen
das sind kinder so sehe ich das
vielleicht sollte sich
endlich
etwas ändern


©Sylvia B. 

__________________________________

»Der Mörder und der Kinderschänder«
Ein Münsterland-Kriminalroman, der auf wahren Begebenheiten basiert.

Bei diesem Werk handelt es sich um einen Kriminalroman. Etwaige Ähnlichkeiten oder Namensgleichheit mit real existierenden Menschen wären rein zufällig. Alle beschriebenen Handlungen sind an die Realität angelehnt.


Unter dem Pseudonym - Tuna von Blumenstein - hat die Autorin fünf Kriminalromane veröffentlicht:

»Der Mörder und der Kinderschänder« 2025
 
ISBN: 9783769325911
Im Buchhandel erhältlich
 
Bei Thalia
und
Krimis der Tuna vB auch als eBook


Dienstag, 1. Juni 2010

Mein Wunsch - mehr sprachliche Umgangskultur

Sprache ist mein Anliegen, vor allem. Gut, ich habe auch meine Themen, die ich durch das Schreiben von Kriminalromanen in eine breitere Öffentlichkeit transportieren möchte. Die Diskussion über den Rücktritt des Bundespräsidenten läuft in die falsche Richtung. Es geht nicht um das Durchhaltevermögen eines Menschen in einem politischen Amt, nicht um den Gegensatz von dickfellig und sensibel, sondern um die politische Kultur und den Umgang mit dem politisch anders denkenden Gegenüber. Kein Mensch muss rüde Kritik aushalten, wenn seine Selbstachtung berührt und seine Selbstachtung verletzt wird. Das gehört zu unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Wir alle, auch der Bundespräsident, haben das Recht, nein zu sagen. Der zunehmend sprachlich rüde Umgangston in der politischen Auseinandersetzung ist nicht angebracht. Wenn die Argumente stimmen, hat man ihn nicht nötig. Stehen also die Argumente vieler Politiker auf so schwachen Füßen, dass sie auf die sprachliche Herabsetzung nicht verzichten können und wollen? In meinem Krimi „Haarsträubend“ geht es auch um eine besondere Variante von Ehrenmord. Ein sensibles Thema – bisher hat niemand Einwände erhoben. Es kommt auf das Wie an!

Elke Müller-Mees ist am 9. Juni 2010 gegen 8 Uhr in der Sendung MOSAIK im WDR 3 zu hören.
Sie liest am 12. Juni 2010 um 14 Uhr aus "Haarsträubend" im Lesezelt beim 25. Bücherbummel auf der Düsseldofer Kö.


Dienstag, 30. März 2010

Gedichte im Krimi - geht das überhaupt?




Berge von Haaren raunt die Greisin in meinem Kriminalroman "Haarsträubend". Das verwirrt und macht neugierig zugleich. An anderer Stelle heißt es gelöst das Haar, das goldene, als Zeichen .... Da wird im Gedicht die symbolische Bedeutung von Haar vorgestellt. So beantwortet sich die Frage von selbst. Ja, es geht und ist gut. Allerdings sollte man ein bisschen Ahnung vom Gedichten, von Reim und Rhythmus haben.
Gleich drei meiner Bücher, Gedichte, Sketche und Theaterstücke, gibt es jetzt wieder als POD-Ausgabe nur bei Amazon: "Kindersketche für Familienfeste", "Neue Weihnachtsgedichte für Kinder"und "Kindertheater in der Weihnachtszeit".

Elke Müller-Mees

"Blutfährte" und "Haarsträubend"
Droste Verlag Düsseldorf 2009 und 2010
ISBN 978-3-7700-1324-1 und ISBN 978-3-7700-1381-6

Montag, 1. März 2010

Haarsträubend - ist der Titel, haarsträubend sind die Morde

Der Krimi ist brandaktuell. So fängt er an!
"Der Gedanke kam ihm, als er den Baum betrachtete. Die Kastanie stand im Vorgarten. Ein hoher Stamm mit zwei Leitästen, die eine Gabel bildeten und an den dürren Zweigen nur wenige Blätter trugen. Der Baum würde sterben.
Wie ein Blitz durchzuckte ihn die Erinnerung an das Bild. Ein Baum, der in kahler weißer Winterlandschaft aufragte. Das Arrangement, erkannte er plötzlich, entsprach dem in seinen brütenden Träumen. Da hatte jemand ganze Arbeit geleistet. Wirklich gute Arbeit. Er hatte die Teufelinnen da gepackt, wo sie verletzbar waren und ihre Kräfte gebrochen werden konnten. Am liebsten hätte er dem Künstler auf die Schulter geklopft.
Aufhängen sollte man sie alle. Der Gedanke erhöhte seinen Pulsschlag, ließ ihn schneller atmen. Blut pochte in seinen Ohren, sein Penis erigierte. Sekundenlang war er beschämt und abgelenkt, sein Kopf ruckte. Er legte die Hand über den Hosenschlitz der Jeans, eine reflexhafte Geste.
Dann fasste er den Baum vor dem Haus wieder ins Auge. Jetzt wusste er, was zu tun war, spürte neu gewonnene Stärke. Nicht der bohrende Schmerz, nein, ungeheure Wut hatte ihn nicht schlafen lassen. Er war auf lautlosen Sohlen aus dem Zimmer geschlichen. Jetzt stand er in der Tür, während Streifen von rotfarbenem Licht sich zunehmend breiter über den Himmel schoben.
In seinem Innern kochte es. Aber gegen den Zorn, der ihn erfasst hatte, half die Faust nicht, die er in die Magengrube presste.
Du Schwächling, du Versager – er hatte diese Worte gehört, Tag für Tag, seit er denken konnte, immer wieder und hörte sie noch. Nichts konnte er ihnen recht machen. Er sah die Verachtung in ihren Augen, wenn sie ihm seine Schwäche in die Seele murmelten. Alle beide.
Und nicht nur sie.
„Sie haben es verdient, die eine wie die andere“, knirschte er zwischen den Zähnen hervor. Sie waren böse, sie brachten Männern nur Verderben. Sie lockten sie an, weckten Leidenschaft und Begehren, nur um die Opfer dann in den Abgrund absurder Angst und Schwäche zu stürzen.
Er stierte auf die Kastanie im Vorgarten, spürte, wie sich Speichel in seinen Mundwinkeln sammelte. Jetzt war Schluss damit. Er fühlte sich stark genug, aller Welt ihre Schwäche vorzuführen.
Er hatte so viel zu tun."

Einfach lesen, sich gruseln, nachdenklich werden und Spaß haben!

Elke Müller-Mees
Droste Verlag, Düsseldorf
320 Seiten, Taschenbuch
€ 9,95, ISBN 978-3-7700-1361-6

Bizarre Morde in Düsseldorf
An den Haaren aufgehängte Frauen sind für Max Matthesius von der Düsseldorfer Mordkommission keine Routinefälle. Die Mordserie lässt auch Emma Rohan nicht kalt, die zum Thema Haare recherchiert und nach der Schwester der Türkin Aïcha sucht. Fast zwangsläufig gerät sie in den Strudel der Ereignisse und bringt Matthesius in einer hochbrenzligen Situation auf die Spur des Täters.

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Die Bücher von Elke Müller-Mees in unserem Shop

Mittwoch, 10. Februar 2010

Ein Krimi-Rezept? Oder ein Rezept-Krimi?

Hallo, damit die Wartezeit bis Ende Februar, wenn mein Krimi "Haarsträubend" herauskommt, nicht zu lang wird: Hier ein Krimi-Rezept. Oder ist es ein Rezept-Krimi?

Eine Rezept für Mord
Jetzt wusste Julia Bescheid. Ihr Magen klumpte sich erst zusammen, dann brach sich Wut wie ein Lavastrom Bahn. Ihr Mann Dennis hatte sein Herz für eine andere entdeckt. Ausgerechnet für Anke, ihre beste Freundin.
"Dennis hat Angst, es dir zu sagen. Er will frei sein, frei für mich. Ich sag dir das ohne ..." Anke stockte, suchte nach dem passenden Wort, "Umschweife. Wir sind schließlich moderne Menschen."
Ich bin nicht modern, dachte Julia, im Gegenteil, darin bin ich sehr altmodisch.
"Wir können doch trotzdem Freundinnen bleiben, oder?"
Statt einer Antwort stellte Julia das Handy aus und knallte es auf den Tisch. Wir haben immer alles geteilt, Anke, vom Kindergarten an. Aber meinen Mann? Das geht zu weit.
Am selben Tag musste Dennis geschäftlich nach München. "Nur für eine Nacht. Ich muss klar Schiff machen."
Julia schaute ihm nach und wusste, das Schiff hieß Anke.
Ihr Entschluss stand fest. Sie wunderte sich nur, wie ruhig sie blieb. Sie räumte auf, wischte Staub, Dennis‘ Mantel musste in die Reinigung. Sie rollte den Trenchcoat zusammen und steckte ihn stattdessen in die Mülltüte. In der Nacht schlief sie tief und traumlos. Nur kurz vorm Einschlafen dachte sie, beinahe belustigt: Was mögen die beiden wohl gerade essen?
An ihrem zehnten Hochzeitstag machte Julia, was sie an allen übrigen gemacht hatte: Waldorfsalat. Sie war Dennis eine gute Frau, war in mageren Zeiten anspruchslos, als es ihnen besser ging, nie anspruchsvoll gewesen. Ihm zuliebe hatte sie auf die tolle Stelle bei der Softwarefirma verzichtet. "Das ist hundsgemein! Wie Ankes Gerede vonwegen modern."
Anke war dieser mondäne Typ, der Männer anzog. Aber im Kochen bin ich besser, Julia lächelte, darin bin ich nicht zu schlagen.
Es war so einfach. Sie grub die Knollen aus, brach noch ein paar Blätter ab, als nette appetitliche Dekoration. Für solche Kleinigkeiten hatte Dennis einen Blick und sie immer gelobt.
"Wirklich, von Sellerie nicht zu unterscheiden." Mit dem Salatbesteck mischte sie die zerkleinerte Knolle unter die übrigen Zutaten, gab die Mayonäse darüber. Nur das Abschmecken schenkte sie sich diesmal. Dafür dekorierte sie das Sträußchen Blätter am Schüsselrand.
Sie erntete abends das Lob, das ihr gebührte.
"Julia, super und wunderschön hast du alles wieder gemacht. Die Blumen, die Kerzen."
Sie füllte Dennis den Teller. Sie senkte die Wimpern, als er den ersten Bissen nahm. Ihr zuckte es in den Fingern, aber sie hielt ihn nicht zurück.
Schon nach wenigen Minuten klagte er, sein Mund sei so gefühllos. Ihm wurde übel. Er erbrach sich, bekam Sehstörungen, konnte nicht mehr hören. Eine halbe Stunde später war alles vorbei.
Julia saß vor ihrem Teller mit Waldorfsalat. Sie hatte keinen Bissen angerührt.
Als es klingelte, öffnete sie ohne jede Panik. Anke.
Die Freundin fand es wohl normal, ihr den Mann wegzunehmen und trotzdem vorbeizukommen. Einfach so. Anke war eben ein moderner Mensch.
"Was willst du?" Julia trat einen Schritt zurück.
Die Freundin folgte ihr in den Flur, und Julia traute ihren Augen nicht. Ankes Wimperntusche war verlaufen, ihr Gesicht vom Weinen geschwollen. „Ist er schon da?“
"Dennis? Wieso? Ja." Julia wich bis an die Wand zurück. Aber es gab kein Ausweichen. Anke legte ihr die Hände auf die Schultern.
"Julia, du musst mir verzeihen. Ich fühlte mich wohl ein bisschen einsam. Und da war Dennis." Ihr Blick wurde eindringlicher. "Das hätte nicht passieren dürfen. Schließlich bist du meine allerbeste Freundin."
Julia spürte, wie sich die Wut wieder in ihrem Magen zusammenklumpte. Anke hatte ihr Leben zerstört. Und das von Dennis. Sie nahm die Hände von ihren Schultern."Was willst du?"
"Ich dachte, wenn zwischen Dennis und dir wieder alles in Ordnung ist, dann könnten wir Freundinnen bleiben, du und ich. Um der alten Zeiten willen." Anke wagte einen ihrer schmelzenden Augenaufsch1äge.
Er verfehlte seine Wirkung. "Dennis war gestern doch deinetwegen in Düsseldorf."
""m Schluss zu machen, weil er dich liebt und keine andere.“ Anke errötete. "Das hat er dir ja bestimmt schon selbst gesagt."
"Er ist noch nicht dazu gekommen." Julia ging ins Wohnzimmer, wo ihr Mann Dennis tot am Boden lag. Sie überhörte Ankes Schreckensschrei, nahm einen Teller aus dem Schrank und stellte ihn auf den Tisch.
"Julia, um Himmels willen, was ist passiert?"
"Das erzähle ich dir gleich", sagte Julia. Sie drückte Anke auf den Stuhl. "Aber jetzt setz dich erstmal und iss meinen Waldorfsalat."

Elke Müller-Mees
Autorin von "Blutfährte" Droste Krimi ISBN 978-3-7700-1324-1
http://www.mueller-mees.de/

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