Sprache ist mein Anliegen, vor allem. Gut, ich habe auch meine Themen, die ich durch das Schreiben von Kriminalromanen in eine breitere Öffentlichkeit transportieren möchte. Die Diskussion über den Rücktritt des Bundespräsidenten läuft in die falsche Richtung. Es geht nicht um das Durchhaltevermögen eines Menschen in einem politischen Amt, nicht um den Gegensatz von dickfellig und sensibel, sondern um die politische Kultur und den Umgang mit dem politisch anders denkenden Gegenüber. Kein Mensch muss rüde Kritik aushalten, wenn seine Selbstachtung berührt und seine Selbstachtung verletzt wird. Das gehört zu unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Wir alle, auch der Bundespräsident, haben das Recht, nein zu sagen. Der zunehmend sprachlich rüde Umgangston in der politischen Auseinandersetzung ist nicht angebracht. Wenn die Argumente stimmen, hat man ihn nicht nötig. Stehen also die Argumente vieler Politiker auf so schwachen Füßen, dass sie auf die sprachliche Herabsetzung nicht verzichten können und wollen? In meinem Krimi „Haarsträubend“ geht es auch um eine besondere Variante von Ehrenmord. Ein sensibles Thema – bisher hat niemand Einwände erhoben. Es kommt auf das Wie an!Elke Müller-Mees ist am 9. Juni 2010 gegen 8 Uhr in der Sendung MOSAIK im WDR 3 zu hören.
Sie liest am 12. Juni 2010 um 14 Uhr aus "Haarsträubend" im Lesezelt beim 25. Bücherbummel auf der Düsseldofer Kö.