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Sonntag, 27. März 2016

323 »Die Stadt auf dem Meeresgrund«

Teil 323 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Der Tempel von Konarak - Raumschiff in Stein

Vorab: Gern illustriere ich meine Texte mit Fotos, die ich auf meinen Reisen aufgenommen habe. In Sachen Weltraumkriege im »Alten Indien« vor Jahrtausenden kann ich leider keine Fotos der außerirdischen Raumschiffe bieten. Science-Fiction-Fotos und Visionen künftiger Technologie müssen die Lücke schließen. Auch von der zerstörten Stadt Dvaraka liegen keine Fotos vor. Die Ruinen versanken wohl vor Jahrtausenden auf dem Meeresgrund. Aktuellere Ruinenbilder mögen die Fantasie anregen.

In Indien erlebt man extreme Kontraste. Unvorstellbar reiche Menschen logieren in Palästen, unvorstellbar arme Menschen »hausen« auf der Straße. Und die Ärmsten der Armen sehen oft glücklicher aus als so mancher wohlhabende »Otto Normalverbraucher« in unseren Breiten des Wohlstands, der doch sorgenfrei leben kann. Ist es eine tiefe Religiosität, die – zum Beispiel – armen Hindus das Leben erträglicher macht? Ist es die eigenartige Atmosphäre der zahlreichen Tempelchen und Tempel, die die Menschen besänftigt? Mich erinnerte die Atmosphäre in manchem indischen Tempel an die gewaltige Basilika der Maria von Guadalupe. Selbst wenn viele Tausende Gläubige in der Basilika versammelt sind, obwohl dann ständig viele Menschen gehen und kommen, findet man Ruhe und stille Einkehr. Und so beschaulich, wie die Atmosphäre in indischen Tempeln auch ist, viele von ihnen waren ursprünglich nichts als Nachbildungen von Vimanas, von Raumschiffen, die vor Jahrtausenden zum Alltag Indiens gehört haben müssen.

Foto 2: Cover des Magazins »Amazing Stories«,1927

Wann aber kam es zur großen Himmelsschlacht von Kuruksetra? Wann wurde der Kampf ausgefochten? Prof. Kanjilal (1): »Von den Beschreibungen her scheint  die Existenz fliegender Maschinen 1500 v.Chr. eine Realität gewesen zu sein, als die große Schlacht von Kuruksetra ausgetragen wurde.« Viele indische Gelehrte haben keinen Zweifel, dass es diesen Science-Fiction Krieg vor Jahrtausenden wirklich gegeben hat, sie diskutieren nur über das Wann. Prof. Kanjilal (2): »Gemäss einer Schule indischer Astronomen wurde der Krieg von  Kuruksetra 3102 vor Chr. geführt. Einige Puranas (3) verlegen das Datum etwa auf 1414 vor Chr. Eine weitere Gruppe von Astronomen und Chronologisten (=Zeitrechnungsforscher) verlegen das Datum des indischen Krieges auf 2449 vor Chr. Europäische Gelehrte datieren den Krieg auf etwa 1000 vor Chr. Die orthodoxen indischen Gelehrten legen die Zeit der vier Veden, der Brahamanas (4) und Upanisaden (5) zwischen 6000 und 2000 vor Christus, einige sogar in noch weiter zurück liegende Zeit. Sogar der am meisten verbindliche und scharfsinnigste westliche Gelehrte H. Jaccobi geht so weit, das Datum für das Zeitalter der Veden auf 4000 vor Chr. zu fixieren.«


Foto 3: »Krieg der Welten«, aus dem Jahr 1906

Was freilich wichtiger ist als eine absolut sichere Datierung aufs Jahr genau ist die Frage: Ist es möglich, dass in uralten »Heiligen Schriften« der Inder Ereignisse beschrieben werden, die heute nur mit riesigem Millionen-Budget und modernster Computertechnologie als Film verwirklicht werden könnten? Ist es möglich, dass vor Jahrtausenden in alten indischen Epen Weltraumschlachten mit aus heutiger Sicht utopischer Technologie ausgetragen wurden? Ist es möglich, dass derlei »Starwars« sehr viel detailreicher geschildert werden als in heutigen Werken der Science-Fiction-Literatur?

Foto 4: C. Poosamuthu Leiter der Palmblattbibliothek und ein Mitarbeiter

Im November 1995 besuchte ich mit einer kleinen Reisegruppe die berühmt-berüchtigte »Palmblattbibliothek« von C. Poosamuthu in Vaithisvarankoil (Chidambaram). Ich war, offen gesagt, mehr als enttäuscht. In meinen Augen galt das Interesse von Poosamuthu in erster Linie den Devisen von uns Touristen aus fernen Landen. Andere Teilnehmer wiederum waren allerdings sehr erstaunt über die korrekten Angaben über ihr Leben, was alles angeblich schon vor Jahrtausenden auf Palmblättern verewigt worden sein soll. So enttäuschend für mich meine Recherchen in Sachen »Palmblattbibliothek« verliefen, so erwies sich mein Besuch für mich dennoch als lohnend.

Mitarbeiter Poosamuthus lasen auf Tamil vor, was angeblich auf den Palmblättern stand. Ein weiterer Mitarbeiter des Instituts wiederum übersetzte, was vorgelesen wurde ins Englische. Da nicht alle Mitreisenden des Englischen kundig waren, fungierte ich als Dolmetscher ins Deutsche. So kam ich in Pausen mit meinem »Dolmetscherkollegen« ins Gespräch. Er schämte sich, weil er für Poosa Muthu arbeiten musste. »Ich benötige aber das Geld, um an der Universität studieren zu können!« Seine Spezialität waren uralte Handschriften aus dem Mahabharata. »Ich bin von Haus aus ein wenig pedantisch!«, erklärte mir der Student. »Beim Übersetzen habe ich immer wieder Probleme.«

Foto 5: Laser-Angriff aus dem All...

Problem welcher Art, wollte ich wissen. Nach und nach äußerte sich der junge Mann zur angesprochenen Problematik. Wenn man es zumindest für möglich hielte, dass vor Jahrtausenden Außerirdische in riesigen Raumschiffen zur Erde kamen, dann sehe man die uralten Texte in ganz anderem Licht. Dann würde man plötzlich die mit scheinbar magischen Mitteln ausgestatteten »Götter« als Astronauten erkennen, ihre riesigen Himmelswagen als Weltraumschiffe und ihre magischen Hilfsmittel als moderne Technologie, zum Beispiel als Waffen. Konkret wies mich mein Gesprächspartner auf die Schlacht zwischen Salva und den Vertretern der Yadu-Dynastie. Salva verfügte über Saubha, ein »Raumschiff«. Auf Bitten Salvas hin wurde Saubha mächtig aufgerüstet. Saubha, groß wie eine Stadt, konnte rasend schnell gewaltige Höhen erreichen. Attackiert wurde eine Stadt – so überliefern es die Jahrtausende alten Texte – namens Dvaraka. Mit herkömmlichen Mitteln hätten die Verteidiger von Dvaraka keine Chance gehabt. Doch Dvaraka hatte einen himmlischen Verbündeten, Gott Krishna mit seinem Himmelswagen, der gleißend hell wie die Sonne leuchtete.

Foto 6: »Krieg im All...«, eine Zukunftsvision

Salva schoss eine Rakete auf Dvaraka ab, Krishna antwortete mit einer – wie wir heute sagen würden – Anti-Raketen-Rakete. Salvas Raketengeschoss explodierte in der Luft, bevor es Schaden anrichten konnte. Dann attackierte Krishna Salvas Weltraumstadt. Salva reagierte verzweifelt. Er setzte allerlei »Magie« ein, um sein Raumschiff für Angreifer unsichtbar zu machen. Vergeblich. Krishna feuerte eine wahre Flut von Raketen ab, denen Salva nichts mehr entgegensetzen konnte. Salvas Raumschiff explodierte, die Wrackteile versanken im Meer.

Das »Srimad-Bhahvatam« beschreibt ausführlich die unterschiedlichen Waffen, die von Salva und Krishna eingesetzt worden sind. Es kommt nun darauf an, was der Übersetzer der Texte in eine moderne Sprache für möglich hält und was nicht. Ist es für ihn – weil nicht sein kann, was nicht sein darf – ausgeschlossen, dass vor Jahrtausenden Raketen zum Einsatz kamen, so übersetzt er »Pfeile«.


Foto 7: Ruine von Tughlaqabad Fort, New Delhi.

Dr. Shikaripura Ranganatha Rao (*1. Juli 1922 in Anandapuram, Distrikt Shimoga, †3. Januar 2013 in Bangalore, Karnataka) war ein indischer Archäologe. Er führte umfangreiche Ausgrabungen durch und machte sensationelle Entdeckungen. So gelang es ihm, die Hafenanlagen der untergegangenen Stadt Lothal zu lokalisieren. Dr. Shikaripura Ranganatha Rao machte aber ein weit wichtigere Entdeckung: Er fand Reste der zerstörten Stadt Dvaraka am Golf von Kutsch, zwischen Bombay und Karachi – auf dem Meeresgrund! Da lagen massive Steinblöcke, die eindeutig künstlich bearbeitet worden waren, tief unter dem Meeresspiegel. Da wurden Reste von Mauern ausfindig gemacht, die im rechten Winkel zueinander stehen. Da wurden die Umrisse von Gebäuden ebenso sichtbar wie von Straßen – auf dem Meeresgrund. Dr. Shikaripura Ranganatha Rao folgte den Beschreibungen vom fantastischen Krieg um Dvaraka – und  stieß auf die Überbleibsel einer – wie der führende Unterwasserarchäologe mir am Telefon versicherte – Hinweise auf »eindeutige Überbleibsel einer einst hohen Zivilisation«.

Dr. Shikaripura Ranganatha Rao schickte mir sein großformatiges Werk »The Lost City of Dvaraka« (6), das bis heute nach wie vor sträflich vernachlässigt wird. Werden doch auch heute noch speziell von europäischen Forschern altindische Epen wie das Mahabharata als reine Fantasiegebilde abgetan, so kam Dr. Rao zu einem ganz anderen Ergebnis (7). Er bewies, dass es sich beim Mahabharata-Epos um ein Geschichtswerk handelt, das als Quelle verlässlich ist. Er lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass – und darin stimmt er mit den meisten indischen Gelehrten überein – der fantastische Krieg um Dvaraka auch wirklich stattgefunden hat. Nur wann die einst blühende Stadt zerstört wurde, ist umstritten. Der Gelehrte weist auf eine Inschrift hin, die den Krieg auf das Jahr 3101 vor Chr. datiert
.
Foto 8: Gibt es solche Ruinen auf dem Meeresgrund?

»Die Wichtigkeit von Dvaraka für die Rekonstruktion der Geschichte Indiens kann gar nicht genug betont werden.«, schlussfolgert Dr. Shikaripura Ranganatha Rao (8). Und an anderer Stelle (9): »Die legendäre Stadt Dvaraka ist das bedeutsamste kulturelle Erbe unter Wasser, das erforscht und für die Nachwelt erhalten werden musste.«

Fußnoten


(1) Kanjilal, Prof. Dr. Dileep Kumar: »Vimana in Ancient India. Aeroplanes or Flying Machines in Ancient India«, Übersetzung aus dem Englischen von Julia Zimmermann, Bonn 1991, Archiv Langbein, Artikel-Nr. 1317b, Seite 116

Foto 9: Cover »The Lost City of Dvaraka«
(2) ebenda (Rechtschreibung in Zitaten habe ich nicht dem neuen Regelwerk angepasst, sondern unverändert übernommen!)
(3) »Puranas«, zu Deutsch »Alte Geschichte«, gelten als äußerst wichtige Quellen des Hinduismus. Einst soll es hunderttausende solcher Texte gegeben haben.
(4) Brahamanas sind sehr frühe Ritual- und Opfertexte des Hinduismus. Sie gehören zum »Veda-Komplex«.
(5) Upanisaden: Sammlung philosophisch-religiöser Schriften des Hinduismus.
(6) Rao, S.R. (Shikaripura Ranganatha): The Lost City of  Dvaraka,New Delhi, 1. Auflage 1999
(7) ebenda, Seiten 7-13
(8) ebenda, Seite 13 (»The importance of Dvaraka for the reconstruction of the history of India cannot be overemphasized.«)



Zu den Fotos
 

Foto 10: Cover »Marine Archaeology in India«
Foto 1 zeigt den »Sonnentempel von Konarak«. Er soll ein göttliches Himmels-Vehikel darstellen. Foto Walter-Jörg Langbein November 1996
Foto 2 zeigt ein Cover des Magazins »Amazing Stories« aus dem Jahr 1927. Es thematisiert »Krieg der Welten« als SF-Fantasie  (Foto wiki commons Frank R. Paul)

Foto 3 zeigt eine weitere SF-Fantasie zum Thema »Krieg der Welten«, aus dem Jahr 1906. (Foto gemeinfrei wiki commons)
Foto 4 zeigt Poosa Muthu von der Palmblattbibliothek und einen Mitarbeiter. Foto Walter-Jörg Langbein November 1995
Foto 5 zeigt einen Laser-Angriff aus dem All... Zukunftsprojekt. Foto United States Space Command wiki commons public domain
Foto 6: zeigt »Krieg im All...«, eine Zukunftsvision. Foto National War College, Military Image Collection wiki commons public domain
Fotos 7 und 8 zeigen die Ruinen der Festung von Fort Tughlaqabad Fort, New Delhi. Fotos Walter-Jörg Langbein November 1995

Foto 9: Cover »The Lost City of Dvaraka«
Foto 10: Cover »Marine Archaeology in India«

Siehe auch…
Rao, S.R. (Shikaripur Ranganatha) Rao: »Marine Archaeology in India«
     New Delhi 2001 

324 »John Frum und ein Gott im Dekolleté«,
Teil 324 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 03.04.2016 

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Sonntag, 4. Januar 2015

259 »Zwei Kirchen und die Hölle des Krieges«

Teil 259 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Palmblätter in einer Bibliothek. Foto W-J.Langbein

Im November 1995 bereiste ich Indien, auch in Sachen Palmblattbibliotheken. In Jahrtausende alten Texten wird angeblich genau beschrieben, wer im Verlauf der Geschichte die Bibliotheken besuchen würde. Alle diese Menschen würden erfahren, was sie in vergangenen Leben durchgemacht haben, was auf sie in künftigen Leben zukommen wird und wann sie ins Nirwana eingehen dürfen.
 
Foto 2: C. Poosamuthu.
November 1995 besuchte ich mit einer kleinen Reisegruppe die berühmt-berüchtigte Palmblattbibliothek von Poosa Muthu in Vaithisvarankoil (Chidambaram). Ich war, offen gesagt, mehr als enttäuscht… In meinen Augen galt das Interesse von Poosa Muthu in erster Linie den Devisen von uns Touristen aus fernen Landen. Andere Teilnehmer wiederum waren sehr erstaunt über die korrekten Angaben über ihr Leben, was alles angeblich schon vor Jahrtausenden auf Palmblättern verewigt worden sein soll.

Mit Professor  Dr. Kumar Kanjilal, einem der führenden Sanskrit-Gelehrten Indiens, unterhielt ich mich über Indiens Palmblatt-Bibliotheken. Der Gelehrte wies mich auf das zyklische Denken altindischer Wissenschaftler und Theologen hin. »Für uns Westler gibt es einen Anfang und ein Ende. Die Zeitverläuft linear. Für die alten Inder wiederholt sich die Geschichte in Zyklen. Zeit-Epochen wiederholen sich immer und immer wieder. Deshalb hat man immer wieder den Ablauf der geschichtlichen Ereignisse schriftlich fixiert, weil man erwartet hat, dass sich die Geschichte immer wieder wiederholt. Nach diesem Denken weiß man, was sich in Zukunft ereignen wird, wenn man die Vergangenheit kennt.« Von zyklischen Wiederholungen ging offenbar auch der Seher Nostradamus aus.

Die Weltgeschichte kennt ein sich immer wieder ereignendes Geschehen: den Krieg. Wirklich anhaltenden Frieden scheint es nicht zu geben. Unzählige Millionen von Menschen wurden Opfer großer Kriege. Trotz aller Not, in der viele Menschen auch im Wohlstandsland Deutschland leben, haben wir doch geradezu paradiesische Zustände in unserer Heimat: Es herrscht seit 1945 Frieden. Da vergessen viele das Grauen des Krieges. Ein Mahnmal, das uns an die Hölle des Krieges erinnern soll, steht in Hannover, nur wenige Gehminuten von der Marktkirche entfernt. Es ist die traurige Ruine eines uralten Sakralbaus.

Foto 3: Die Aegidienkirche im 19. Jahrhundert.
Vor elf Jahrhunderten wohnte eine kleine Schar Menschen im Dörfchen Tigislege mit einer wohl recht ärmlichen Kapelle. 1163 musste das winzige Gotteshaus einer imposanten, dreischiffigen romanischen Kirche weichen. Und anno 1347 holte man aus dem nahe gelegenen Deister gewaltige Mengen Sandsteins und erbaute eine wiederum dreischiffige gotische Hallenkirche.

Das Dorf Tigislege war nicht mehr zu erkennen. Langsam entwickelte sich die Stadt Hannover. Die Hallenkirche überdauerte die Jahrhunderte, wenn sich ihr Erscheinungsbild auch wandelte. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erhielt der Kirchturm eine Barockfassade. 1826 bis 1828 wurde das Innere des Gotteshauses umgestaltet. Eiserne Säulen kamen zum Einsatz, von denen heute keine Spur mehr erhalten ist. Auch die Baumaßnahmen des Jahres 1886 im Inneren der Kirche sind wieder ausgelöscht worden. Wann und wie?

Foto 4: Die Aegidienkirche heute.
Im Jahre 1943 wurde die Aegidienkirche bei Luftangriffen auf Hannover weitestgehend durch Bomben zerstört. Bei den massiven Bombenabwürfen ergänzten sich die »Royal Airforce« und die »United States Army Air Forces«, zynisch formuliert, perfekt. 900 000 Brandbomben und 50 000 Phosphorbomben sollten offensichtlich Hannover weitestgehend von der Erdoberfläche löschen. Längst waren nicht mehr nur militärische Ziele, von denen es in Hannover viele gab, in den Fokus der Bombardements gerückt. Am 14. Februar 1942 hatte das britische Luftfahrtministerium die berühmt-berüchtigte »Aera Bombing Directive« erteilt, also den Befehl, weitflächig und nicht mehr gezielt zu zerstören. Neben Industrieanlagen wurden große Teile der Wohnhäuser ausgelöscht. Nur 5% blieben unbeschädigt. Tausende und Abertausende Tote wurden Opfer des Krieges.


Foto 5: Die »Friedensglocke«
In der schrecklichen Nacht vom 9. Oktober 1943 wurden fast alle Kirchen im einstigen Zentrum Hannovers stark beschädigt oder vollkommen zerstört. Von der stolzen Aegidien-Kirche blieben nur die rohen Umfassungsmauern stehen. Der Turm wurde »geköpft« und brannte vollständig aus.

Nach dem Krieg galt es, wieder neuen Wohnraum für die Menschen zu schaffen, deren Häuser zerstört oder unbewohnbar waren. Die Ruine der Aegidien-Kirche blieb stehen und wurde ein Mahnmal für die Opfer von Kriegen und Gewalt. So erinnert die Aegidienkirche auch heute noch an die Hölle des Krieges. Auch die Marktkirche wurde bei Bombenangriffen weitestgehend zerstört. Schon im Juli 1943 war das Gotteshaus Ziel von Fliegerangriffen.

Offenbar peilten Engländer und Amerikaner die altehrwürdige Kirche immer wieder an. Im Oktober fielen wieder Bomben, die Kirche brannte vollkommen aus, es standen nur noch Außenmauern und Säulen.. und der Dachstuhl blieb weitestgehend erhalten. Im Gegensatz zur Aegidien-Kirche wurde die »Marktkirche St. Georgii et Jacobi« wieder aufgebaut.

Professor  Dr. Kumar Kanjilal, das ergab sich aus unseren Gesprächen, glaubt nicht, dass sich Geschichte zwangsläufig wiederholt. »Man darf nur das Grauen der Kriege nicht vergessen, wenn man den Frieden bewahren möchte.« So eine Erinnerung an den Krieg soll die Ruine der Aegidienkirche sein. 1985 wurde im Turmeingang eine »Friedensglocke« aufgehängt, ein Geschenk der Stadt Hiroshima. Sie wird alljährlich beim Gedenkgottesdienst für die Opfer des Atombombenabwurfs am 6. August angeschlagen, so wie die »Zwillingsglocke« in Hiroshima.

Marktkirche und Aegidienkirche sind wirklich einen Besuch wert, man sollte sich aber ausreichend Zeit nehmen. In Hast und Eile sollte man das alte Gemäuer nicht aufsuchen. Die Ruine der Aegidienkirche ist schwer zu beschreiben. Sie erinnert mich an eine Wunde in einer modernen Stadt, die nicht ausheilen darf, damit nicht neue Wunden gerissen werden, nirgendwo auf dieser Welt.

Foto 6: Die Aegidien-Ruine, Innenansicht, Blick Richtung Turm

Mich beschleicht in den hohen Mauern ein beklemmendes, nicht in Worte zu fassendes Gefühl. Hoch ragen Mauern und Turm in den Himmel, 1943 rußgeschwärzte  Steine mahnen stumm. Es ist eine beredte Sprache, die ohne Worte auskommt. Rund um die Ruine wurden längst alle Spuren des Zweiten Weltkriegs beseitigt, die Aegidienkirche aber erinnert in beeindruckender Weise an das Grauen des Krieges und lässt uns den Frieden schätzen. Man bleibt nachdenklich, wenn man das verstümmelte Gemäuer verlässt und in das Getümmel einer Stadt des Jahres 2015 zurückkehrt…. in eine Zeit, die immer oberflächlicher und kälter zu werden droht.

Foto 7: Die Aegidien-Runine, Blick Richtung Altar.

Der amerikanischen Philosoph, Schriftsteller und Literaturkritiker George Santayana (1863-1952) formulierte zutreffend:  »Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt/verurteilt, sie zu wiederholen!« Hoffen wir, dass das Mahnmal der Aegidien-Kirche dazu beiträgt, dass nicht vergessen wird. Ich bin da allerdings eher skeptisch. Es gibt weltweit unzählige Mahnmale, die an ganz fürchterliche Gemetzel erinnern! Was bewirken sie? Nichts! Denken wir nur an die Pyramiden und Tempel in Zentral- und Südamerika.

Foto 8: Säulen von Chichen Itza. Denkmal einer ausgelöschten Kultur

Die stolzen Überreste uralter Kulturen sind doch Denkmäler der besonderen Art. Sie erinnern an die Baukünste alter Völker, deren Ruinen bis heute erhalten sind. Die Urheber dieser bewundernswerten Stätten wurden vor Jahrhunderten von unseren ach so zivilisierten Vorfahren ausgeraubt, gepeinigt und ermordet. Unsere Vorfahren haben ganze Länder, ja Kontinente erobert und die Einwohner mehr oder minder gezielt dezimiert, ganze Völker ausgerottet. So gesehen sind Tempel, Pyramiden und sonstige Monumente Zentral- und Südamerikas Mahnmale, die an schlimmste Gemetzel vor rund einem halben Jahrtausend erinnern sollten. Wirklich geändert haben wir Menschen uns seither nicht wirklich…

Foto 9: Mauerstück der Aegidien-Ruine.
Wichtige Hinweise
zu den Fotos..

Fotos 1 und 2: Palmblattbibliothek,
Fotos Walter-Jörg Langbein

Foto 3: Außenansicht 1875 gemeinfrei nifoto

Foto 4: Außenansicht, wikicommons Chris 73

Foto 5: Friedensglocke aus Hiroshima, wiki
commons Magnus Manske

Fotos 6: Aegidien-Ruine, Innenansicht,
Blick Richtung Turm, Foto W-J.Langbein

Foto 7: Aegidien-Ruine, Innenansicht, Blick
vom Turm aus Richtung Altar,
Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 8: Säulen von Chichen Itza, Mexico,
Foto 10: Weiteres Mauerstück..
Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 9:  Innenansicht Aegidien-Ruine,
Mauerstück. Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 10: Innenansicht Aegidien-Ruine,
weiteres Mauerstück, Foto Walter-Jörg Langbein

Mit Ausnahme von Fotos 3, 4 und 5 stammen alle
Fotos vom Verfasser. Copyright für die Fotos liegt
dann beim Verfasser.


260 »Honig für die Götter«,
Teil 260 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 11.01.2015

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Sonntag, 14. März 2010

9 »Besuch in einer Palmblattbibliothek«

Walter-Jörg Langbein
Teil 9 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«

Seit über 40 Jahren bereise ich die Welt, um für meine Bücher zu recherchieren. Von Ägypten bis Vanuatu (Südsee) war ich in den vergangenen vier Jahrzehnten unterwegs, um vor Ort die großen Geheimnisse unseres Planeten zu erkunden. Immer wieder stieß ich auf Geheimnisvolles. Die Realität ist oft sehr viel rätselhafter als die Beschreibungen in den Lehrbüchern vermuten lassen. Und so manches Mysterium kommt in den Lehrbüchern gar nicht vor. Mir drängt sich immer mehr der Eindruck auf, dass in »wissenschaftlichen Werken« gern verschwiegen wird, wofür es noch keine plausible Erklärung gibt.

So machte ich im Lauf der vielen Jahren so manche Entdeckung. Auf meinen Reisen erlebte ich immer wieder Faszinierendes. Manche Spur aber hat sich als nicht besonders ergiebig erwiesen. Manche Recherche ergab: Das vermeintliche »Geheimnis« ist gar keines.

Nach Indien haben mich nicht nur die geheimnisvollen Tempel gelockt, sondern auch die mysteriösen Palmblattbibliotheken. Vor Ort aber gab es Ernüchterung.

Auf die »Palmblattbibliotheken« machte mich Johannes von Buttlar durch sein Buch »Zeitsprung« (München 1977) aufmerksam. Staunend las ich da: »Es ist höchst verwunderlich, daß auf den Palmblättern immer der genaue Name des Betreffenden genannt wird und auch nur derjenigen Angehörigen, die am Tage des Besuches in der Bibliothek noch leben. Das bisherige Leben des Besuchers wird in allen Einzelheiten so bildhaft geschildert, als hätte der längst verstorbene Verfasser des Palmblattes persönlich daran teilgenommen.«

Das klang wirklich sehr interessant. Sollte vor vielen Jahrhunderten ein Kreis von seherischen Propheten gewusst haben, welche Menschen aus aller Welt so eine Palmblattbibliothek aufsuchen würden? Sollten vor Jahrhunderten Informationen über diese Menschen verewigt worden sein, über ihre früheren Leben, über ihr aktuelles Leben und über ihre künftige Leben? Sollte es in Indien handfeste Beweise für übersinnliche Kräfte begnadeter Seher geben, die vor vielen Jahrhunderten lebten und wirkten?

Im November 1995 machte ich mich nach ausführlichen Recherchen in deutschen Bibliotheken auf den Weg. Begleitet wurde ich von einigen Leserinnen und Lesern meiner Bücher. Organisiert und sorgsam vorbereitet habe ich die Reise zusammen mit Julia Zimmermann, Bonn. Bereits Monate vor Reiseantritt erbat und erhielt die Palmblattbibliothek von Poosamuthu (Abb.re) in Vaithisvarankoil einige Informationen über unsere kleine Reisegesellschaft: den Namen, das Geburtsdatum und die genaue Geburtszeit und einen sauberen Daumenabdruck auf Papier jedes Teilnehmers unserer Gruppe.

Ich war unvoreingenommen, wartete voller Spannung auf den Besuch in der Palmblattbibliothek. Würden sich die aus der Literatur bekannten, teilweise phantastischen Schilderungen als wahr erweisen? Schließlich und endlich war es dann soweit: Auf der Fahrt von Chidambaram nach Vaithisvarankoil in einem kleinen Bus wuchs die Spannung. Angeblich gehörte die von uns ausgesuchte Palmblattbibliothek zu den besten ihrer Art.

Die Umgebung der »Palmblattbibliothek« war höchst ärmlich. Armselige Behausungen boten den Bewohnern notdürftig Schutz vor den Wetterunbilden. Auf staubigen Straßen fuhren PKWs, Busse und Fahrräder. Rinder trotteten des Wegs. Menschen zerrten kleine, aber schwer beladene Karren. Kleine Garküchen an Straßenecken boten kleine Imbisse an. Keine Frage: Das Leben der Menschen war alles andere als einfach. Die Menschen waren, wenn es um materielle Güter geht, arm. Und doch machten sie keinen depressiv-traurigen Eindruck. Die Menschen lächelten. Sie strahlten förmlich. Wenn ich da an die in unseren Breiten des Wohlstands weit verbreitete Griesgrämigkeit denke...

Im Kontrast zu den einfachen Hütten der Menschen war das gewaltige Schild auf dem Dach jenes Hauses, wo man angeblich mit den Palmblättern über uns auf uns wartete... die schon vor vielen Jahrhunderten aufgeschrieben und immer wieder kopiert worden waren. Groß war auch der Kontrast zwischen dem Leiter der Bibliothek Poosamuthu und der Bevölkerung von Vaithisvarankoil. Während die Bevölkerung offensichtlich in Armut lebte, demonstrierte Poosa Muthu stolz seinen Wohlstand. Goldschmuck glänzte. Goldgeschmückt waren auch die Angestellten Poosa Muthus.

Beim Betreten der Bibliothek wurde uns bedeutsam zugeraunt, dass wir als besonders würdig erachtet würden. Und so werde uns eine besondere Ehre zuteil: Leiter Poosamuthu persönlich würde uns empfangen. Und in der Tat: Poosamuthu begrüßte uns tatsächlich persönlich und erklärte uns – stets huldvoll lächelnd – den weitern Ablauf des Tages.

Zunächst einmal ging es um den schnöden Mammon: Pro Person waren 4.000 Rupien zu entrichten. Das entsprach damals etwa 200 DM oder 100 Euro. 100 Euro mag auch in unseren Gefilden als Lohn für einen Wahrsager üblich sein. In Indien aber entsprachen 4.000 Rupien in etwa dem Monatslohn eines gut verdienenden Beamten oder zwei Monatsgehältern eines Arbeiters. Ein Knecht musste Ende der 90er mindestens ein halbes Jahr hart schuften, um 4.000 Rupien zu verdienen.

Die Hälfte dieser Summe wurde bei unserem Besuch sofort einkassiert, der Rest beim Verlassen der Bibliothek. Hatte man schlechte Erfahrungen mit ausländischen Kunden gemacht? Weigerten sich enttäuschte Kunden zu zahlen?

So ging es dann weiter: Die Unterlagen, die wir Monate vorab geschickt hatten, waren »verschwunden«. Vergeblich wurden sie gesucht. Und so hatte man die Palmblätter für die Teilnehmer unserer Reise ins Land der Tempel noch nicht zurecht gelegt. Sie mussten erst ausfindig gemacht werden. Damit das aber möglich sei, so erfuhren wir, müssten wir »einige Fragen« beantworten.

Es müsse, so wurde uns erklärt, für jeden von uns die ganz persönlichen Palmblätter in der Bibliothek gefunden werden: in einem gewaltigen Meer von unzähligen Palmblättern. Denn für jeden Besucher, der jemals die Bibliothek aufsuchen werde... liegen sorgsam gebündelte beschriftete Palmblätter parat.

Wir alle wurden in Einzelgesprächen befragt. Von »einigen wenigen Fragen« war zunächst die Rede. Das aber war maßlos untertrieben. Die Fragen wurden in Tamil-Sprache gestellt. Ein hauseigener Dolmetscher übersetzte sie ins Englische. Ich antwortete in Englisch. Meine Antwort wurde dann wieder in Tamil übersetzt.

Ich beantwortete geduldig anderthalb Stunden lang unzählige Fragen: zu meinen familiären Verhältnissen, zu meiner Frau, zu meinem Beruf, zu meinen Eltern und Großeltern. Diese Informationen seien erforderlich, um die jeweils passenden Palmblätter ausfindig machen zu können.

Aber genügt dazu nicht das exakte Geburtsdatum? Nein, wurde mir versichert. Natürlich würden weltweit zu jeder Sekunde viele Menschen geboren. Um sicher zu sein, auch wirklich meine Palmblätter vorliegen zu haben, seien die erfragten Informationen unverzichtbar. Auf meine Rückfrage versicherte man mir, dass mein Name nicht auf meinen Palmblättern stehe.

Nach einem ermüdenden Verhör von anderthalb Stunden machte man sich auf die Suche.... und präsentierte mir Stunden später stolz meine Palmblätter. Die Eintragungen waren in winzigen Zeichen in knappen Zeilenabständen notiert... angeblich »vor vielen Jahrhunderten«. Sie wurden in Tamil vorgelesen und ins Englische übersetzt.

Angeblich waren die Original-Palmblätter in Alt-Tamil beschriftet. Der kundige Leser übertrug die altehrwürdige Sprache in das heutige Tamil. Ein emsiger Schreiber hielt das Diktat in Neu-Tamil fest. In Windeseile sauste sein Kugelschreiber über die Seiten eines Schulheftes. Fast zwei Schulhefte wurden gefüllt. Diese Hefte durfte ich behalten.

Und siehe da, welch Wunder: Da stand geschrieben... exakt das, was man mich zuvor gefragt hatte. Alle Auskünfte zu meiner Frau, zu meinen Eltern und Großeltern und zu mir, die ich selbst gegeben hatte... wurden nun von den Palmblättern vorgetragen. Es gab nicht eine einzige noch so unbedeutende Information auf meinen Palmblättern, die ich nicht Stunden zuvor selbst offenbart hatte.

Ein Beispiel: Im »Verhör« hatte man mich aufgefordert: »Notieren Sie den Vornamen Ihres Vaters!« Und siehe da: Stunden später erklärte man mir, schon vor vielen Jahrhunderten sei der Vorname meines Vaters auf einem meiner Palmblätter notiert worden.

Ich erfuhr aber nicht nur, was ich sowieso schon wusste. So offenbarte man mir meine früheren Leben und die vor mir liegende Zukunft, bis zu meinem angeblichen Tode im Jahr 2025. Ernst nehme ich diese Prophezeiung nicht. Am 15.11.1995 wurde mir vorgelesen, meine liebe Mutter werde »noch sehr viele Jahre« leben und hochbetagt in ferner Zukunft sterben. Sie werde noch bei guter Gesundheit sein, wenn ich als steinalter Mann weltweit »zu Ruhm und Ehre komme«. Leider hat sich diese Prophezeiung nicht bewahrheitet: meine Mutter verstarb nur wenige Monate später schon am 7.6.1996... und nicht »hochbetagt«, sondern mit 66! Künftige Erdenleben, so erfuhr ich, würde ich nicht mehr auf mich nehmen müssen. Vielmehr würde ich nach meinem Tod mit 71 Jahren sofort ins Nirvana eingehen.

Andere Teilnehmer sollten es schwerer haben: So habe eine mitreisende ältere Dame in einem früheren Leben besonders schlimme Schuld auf sich geladen. Sie sei damals an leitender Stelle verantwortlich für das Wohl und Wehe der Insassen eines Waisenhauses gewesen. Sie habe aus Raffgier das ihr anvertraute Geld unterschlagen. Anstatt zum Beispiel Essen für die armen Kinder zu kaufen, habe sie es für sich selbst ausgegeben. Ihre Zöglinge verhungerten. Bestraft werde die Dame in ihrem jetzigen Leben: durch Kinderlosigkeit. Ein schlimmes Karma laste auf ihr, nach und nach trage sie es ab. Zwei Möglichkeiten habe sie nun: Sie könne auch in künftigen Leben für die Verbrechen bestraft werden. Oder sie könne bei ihrer nächsten Reise zur Palmblattbibliothek zurückkehren und mit einer großzügigen Spende die Restschuld sozusagen abwaschen.

Nicht verschwiegen werden soll, dass es durchaus einige erstaunlich zutreffende Aussagen über Vergangenheit und Zukunft einiger Mitreisender gab. Mitreisende X wurde mitgeteilt, dass sie aus ihrer ersten Ehe ein Kind habe. Mitreisende Y wurde vorgelesen: Ihr Großvater habe »kleine Häuschen in großen Häusern« gebaut, und die kleinen Häuschen »waren innen heiß«. Tatsächlich war der Mann Ofensetzer. Mitreisende Z schließlich sollte bald nach der Lesung unerwartet eine schöne Summe Geldes erhalten. Auch das ist eingetroffen.

Mein persönliches Resümee: Der Besuch in der Palmblattbibliothek hat sich nicht gelohnt. Mir wurde aus meinen »Palmblättern« genau das vorgelesen, was ich bei der intensiven Befragung Stunden vorher selbst erzählt hatte. Was mir für die Zukunft prophezeit worden ist, hat sich entweder als falsch erwiesen.... oder war sehr vage formuliert. Für mich war die besuchte Palmblattbibliothek kein Highlight meiner Reisen um die Welt.

Verallgemeinern aber will ich nicht: Ich habe eine von einer ganzen Reihe von Palmblattbibliotheken besucht. Aus Gesprächen mit Indienreisenden weiß ich, dass auch ganz andere, nämlich sehr positive Erfahrungen gemacht wurden.


Ausblick auf Teil 10 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien«

»Mysteriöses Cusco«

Seit über 30 Jahren beschreibe ich rätselhafte archäologische Monumente, die meiner Überzeugung nach von der Schulwissenschaft nicht erklärt werden können. Kritiker nehmen das gern zum Anlass, an meiner Glaubwürdigkeit zu zweifeln. Doch während ich seit Jahrzehnten die Welt bereise, begnügen sich manche Kritiker mit Antworten vom häuslichen Schreibtisch aus. Sie »widerlegen« gern nach dem Motto »Es kann nicht sein, was nicht sein darf!« Ich begnüge mich nicht mit »Recherchen« im häuslichen Arbeitszimmer. Ich recherchiere vor Ort. Und was ich immer wieder gesehen habe, beweist für mich ganz eindeutig: »Es gibt phantastische Dinge, auch wenn es sie nach Gelehrtenmeinung gar nicht geben dürfte.« Nun kann man entweder die Realität bestreiten.. oder an der Schulwissenschaft zweifeln. Wenn die Wirklichkeit manchmal phantastischer ist als die trockene Lehre der Wissenschaft, dann muss man darüber nachdenken, ob es nicht an der Zeit ist, endlich die wissenschaftliche Gedankenwelt an die Realität anzupassen.

Zu den großen, ungelösten Rätseln der Vergangenheit gehören die mysteriösen Steinbearbeitungen aus uralten Zeiten. Vor Jahrtausenden wurden da gigantische Felsmassive bearbeitet, als sei dies mit spielerischer Leichtigkeit erfolgt. Geben uns die »Engel von Chinchero« Hinweise auf ein uraltes Geheimnis?

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»Mysteriöses Cusco«Teil 10 der Serie

»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein
erscheint am 21. März 2010



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