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Sonntag, 31. Juli 2016

341 »Fünf Flugmaschinen in Stein und sechs verschollene Tempel«

Teil 341 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Ekambareswara-Tempel mit seinem Turm
Fischkutter tuckeln aufs Meer hinaus. Wir sehen abgearbeitete, arm gekleidete Fischer. Aber die Augen der Menschen strahlen. Freudig werden wir begrüßt, wo wir Pause machen.

Hier sind wir Bleichhäutigen die Exoten. Immer wieder begegnen uns Schulklassen, die uns höflich und mit strahlendem Lächeln auf »Gruppenfotos mit Bleichgesichtern« bitten. Wir verstehen nicht, was sie sagen, aber ihre Gesten. 

Durch Meere aus Reisfeldern fahren wir, vorbei an Palmenhainen, von Kanchipuram nach Mahabalipuram. Der Ekambareswara-Tempel mit seinem Turm (Foto 1) hat uns mächtig beeindruckt. Was erwartet uns in Mahabalipuram?

Auf den ersten Blick ist es nur ein ärmliches Fischerdorf. Was für ein Kontrast zur einstigen Metropole Kanchipuram. Aber warum wurde hier das größte Flachrelief der Welt mit der vom Himmel kommenden Göttin Ganga in den Stein gemeißelt? 400 Wesen – von der Maus bis zur Göttin – haben Künstler verewigt.

Wahre Künstler der Steinmetzkunst haben die fünf »Rathas« von Mahabalipuram geschaffen. Die kleinen Tempel werden auf das 7. Jahrhundert datiert, vielleicht sind sie auch älter. Jedenfalls gelten sie als die ältesten freistehenden Sakralbauten Indiens. Rathas sind aus der indischen Mythologie bekannt. Übersetzen lässt sich die Bezeichnung »Rathas« mit »himmlische Wagen«. Jedes einzelne dieser himmlischen Gefährte wurde aus dem massiven Stein gehauen. Jeder einzige besteht aus einem einzigen Monolithen. Und jeder einzelne wurde von innen ausgehöhlt und außen hat man komplexe Verzierungen eingemeißelt. Da stehen Menschen – oder sollen es Göttinnen und Götter sein? – in Türen.

Foto 2: Rathas von Mahabalipuram

Foto 3: Ratha mit Tonnendach
Einer der Fünf, der größte, trägt ein »Tonnendach« (Foto 3). Offenbar wurde er nicht mehr vollendet. Seine »Türen« sind erst nur angedeutet, auf die Gestalten darin hat man verzichtet. Immer wieder habe ich die fünf in Stein nachgebildeten »Tempelwagen« umrundet. Mir kamen die Worte von Professor Dr. Dileep Kumar Kanjilal (* 1. August 1933 in Kalkutta) in den Sinn. Der Gelehrte, wohl einer der besten Sanskritkenner Indiens, hat ein wichtiges Werk über die Flugapparate im alten Indien verfasst, es trägt den Titel: »Vimana in Ancient India«. Es basiert auf einer Reihe von seinen Vorlesungen. Julia Zimmermann hat das Werk von Prof. Kanjilal ins Deutsche übertragen. Leider erschienen sowohl das Original (1) von Prof. Kanjilal als auch die Übersetzung von Julia Zimmermann nur als Privatdrucke in bescheidenen Auflagen (2).

Prof. Kumar Kanjilal ist zur Überzeugung gelangt, dass die ältesten Tempel Indiens Nachbildungen von Raumschiffen waren, die in prähistorischen Zeiten zur Erde kamen. Im »vedischen Zeitalter« (vorsichtig datiert: 1500-1000 v.Chr.) wurden in heiligen Büchern Flugmaschinen beschrieben und in Stein als Rathas verewigt. Sind also die fünf Rathas von Mahabalipuram nichts anderes als steingewordene Abbildungen von »himmlischen Streitwagen«? Bis heute steht eine vollständige Untersuchung der ältesten Epen Indiens im Hinblick auf die Beschreibung von Weltraumtechnologie aus. Das darf und kann nicht verwundern, bedankt man die ganze Bibliotheken füllenden Texte. Die meisten davon liegen noch nicht in Übersetzungen in heutige Sprachen vor. Und viele der »Übersetzungen« wiederum sind keine Wort für Wort vorgenommenen Übertragungen in eine heutige Sprache, sondern Nacherzählungen.

Foto 4: Tiere in Stein, Himmelswagen in Stein

Prof. Kumar Kanjilal zum Verfasser (3): »Betrachten Sie die Rathas nicht nur als kleine Räume der religiösen Versammlung. Sie sollen vielmehr an eine fantastische Vergangenheit erinnern!« Mag sein, dass wir im christlichen Europa bei »Gotteshaus« nur an ein praktisches Gebäude denken, dass Gläubigen ein Dach für ihre Zusammenkünfte bietet.

Foto 5: Noch ein steinerner Ratha
Was die »fünf Rathas« von Mahabalipuram angeht, so führte ich vor Ort einige interessante Gespräche mit Archäologen, die sich leider weigerten, ihre Aussagen auf Band bannen zu lassen. Sie gaben mir aber in angeregten Unterhaltungen zu verstehen, dass so gut wie nichts wirklich als gesichertes Wissen angesehen werden kann. So mag es sein, dass die »fünf Rathas« keine »Tempel« im eigentlichen Sinn waren, sondern nur Modelle. Jedes einzelne der fünf Gebäude ist in einem anderen Stil gebaut worden. Vielleicht haben hier auch nur werde »Tempelbaumeister« geübt?

Festzustehen scheint die Vorgehensweise (4) der indischen Baumeister vor mindestens 1300 Jahren. Sie wählten ein wahres Steinmonster aus, erklommen es und begannen, sich von oben nach unten vorarbeitend, einen steinernen Himmelswagen aus dem Monolithen heraus zu meißeln. Schließlich wurde er innen komplett ausgehöhlt.

Nach einem glühend heißen Tag zu so manchem Tempel des südlichen Indien sind wir am Meer angelangt. Unsere Reiseleiterin deutet mit dem Arm hinaus. In der Dunkelheit der Nacht ist die Koromandelküste zu hören und zu sehen. Im seit Jahrtausenden unveränderten Gleichklang der Wellen ahnt man, was Ewigkeit ist. Und die weiße Gischt der Wogen zeichnet den Verlauf des Strandes in die Finsternis. Gegen Himmel und Meer zeichnet sich der »Shore Temple«, der »Küstentempel«, ab. Er hieß einst (5) bei den Seefahrern »Sieben Pagoden«. Wie kann ein einzelner Tempel direkt am Strand so genannt werden?

Foto 6: Wer schaut da raus?
Vor Ort gab’s auf diese Frage immer die gleiche Antwort: Der heute einmalige Küstentempel war einst ein kleines Teilstück eines »kilometerlangen« Komplexes von insgesamt sieben Tempeln. Sechs dieser Kultbauten wurden im Verlauf der Jahrhunderte vom Meer verschlungen!

Ähnliche Geschichten habe ich schon wiederholt auf meinen Reisen gehört. So soll es auf dem Grund des Titicacasees uralte Ruinen geben. Von Süd- nach Nordamerika: Auf dem Grund des »Rock Lake«, östlich von Madison in Wisconsin, USA, wollen Taucher Pyramiden entdeckt haben. Erstmals gab es 1900 »Sichtungen« der künstlich geschaffenen Objekte. Claude und Lee Wilson waren mit dem Boot auf dem See unterwegs und erkannten – klimatische Besonderheiten hatten den Wasserspiegel erheblich sinken lassen –  »rechteckige Strukturen«, die eindeutig künstlich waren. In den folgenden Jahrzehnten wurde es zur Gewissheit. Taucher bestätigten künstliche Bauten auf dem Grund des Sees!

Mich beeindruckt besonders ein Bericht von Victor S. Taylor aus dem Jahr 1936 (6): »Vier Pyramiden auf dem Grund des Rock Lake entdeckt. Womöglich indianischen Ursprungs, vielleicht von den Azteken gebaut.« 1937 suchte und fand Tieftauchspezialist und Rekordtaucher Max Gene Nohl. Er fuhr mit einem kleinen Boot den See ab, schleppte eine primitive Suchvorrichtung hinter sich her, die aus einem langen Seil und einem massiven Eisengewicht bestand. Präzise notierte er einen besonderen Fund auf dem Grund des Rock Lake: »Die Pyramide hat die Gestalt eines gekippten Kegels. Oben befindet sich eine kleine, quadratische Plattform, Kantenlänge 1,4 Meter. Kantenlänge am Boden 5,43 Meter. Höhe 8,83 Meter. Offenbar besteht die Konstruktion aus glatten, in Mörtel gesetzten Steinen. Sie ist weitgehend von einem grünlichen Schaum überzogen, der sich aber leicht wegkratzen lässt, zum Teil treten die Steine offen zutage, sind dem Wasser direkt ausgesetzt.«

Foto 7: Startbereit?
Zurück nach Mahabalipuram. Der Küstentempel soll kärglicher Rest einer eins riesigen Anlage mit sieben Tempeln gewesen sein? Einheimische, vorwiegend Fischer, erzählen Seltsames, ja manchmal Fantastisches. Darf man ihre Hinweise als pure Fantasiegebilde abtun, nur weil sie manchmal neugierigen Touristen gegenüber gern arg übertreiben? Darf man sachliche Hinweise auf sechs versunkene Tempel als Lügengeschichten abtun, weil sie einem nicht ins Konzept von der Vergangenheit unseres Planeten passen?

Mark Twain formulierte (8): »Die Wirklichkeit ist seltsamer als Dichtung, aber das liegt daran, dass die Dichtung sich an Wahrscheinlichkeiten halten muss, die Wirklichkeit nicht.«

Fakt ist: Auch der letzte der sieben Tempel wäre wohl längst vom Meer zerstört worden. Selbst die normale Brandung hätte ihn im Verlaufe der letzten Jahrzehnte vollkommen ausgelöscht, wenn nicht mit massivem Aufwand und unter Einsatz gewaltiger Mengen von Material Schutzmaßnahmen ergriffen worden wären. Und neueste Forschungsergebnisse beweisen: Sechs Küstentempel sind tatsächlich vom Meer verschlungen worden!

Foto 8: Der mysteriöse Küstentempel um 1915
Fußnoten

1) Kanjilal, Prof. Dr. Dileep Kumar: »Vimana in Ancient India. Aeroplanes or Flying Machines in Ancient India«, Sanskrit Pustar Bhandar, Calcutta, o.J.
2) Kanjilal, Prof. Dr. Dileep Kumar: »Vimana in Ancient India. Aeroplanes or Flying Machines in Ancient India«, Übersetzung aus dem Englischen von Julia Zimmermann, Bonn 1991, Archiv Langbein, Artikel-Nr. 1317b
3) Das Gespräch fand am 16. Juni 1979 statt, und zwar am Rande der Weltkonferenz der »Ancient Astronaut Society« in München. Prof. Kanjilal hielt einen vielbeachteten Vortrag. Auch ich referierte auf der Tagung. Mein Thema: »Die Sache mit den (biblischen) Urtexten«.
4) Malarvannan, Apoorva: »The Life of Mahabalipuram/ Pulsing Stories Trapped in Stone«, eBook Version 1.0 – Amazon Edition, publication date September 21 2014, Pos. 618, Pos. 674 u.a.
5) ebenda, Pos. 220
6) Langbein, Walter-Jörg: »Bevor die Sintflut kam«, München 1996, siehe Unterkapitel »Ein Paradoxon wird entdeckt« und »Wer suchet, der findet …«, Seiten 16-2. Zitat S. 17, Zeilen 6-8 von oben
7) ebenda, Seite 18
8) Twain, Mark: »Unterwegs: Aus Querkopf Wilsons Neuem Kalender«, Eulen Spiegel Verlag, S. 116

Foto 9: Der letzte Küstentempel muss geschützt werden.
Zu den Fotos

Foto 1: Der Ekambareswara-Tempel mit seinem Turm. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Rathas von Mahabalipuram. Foto wikimedia commons/ Kiwiodysee
Foto 3: Ratha mit Tonnendach. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Tiere in Stein, Himmelswagen in Stein. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Noch ein steinerner Ratha. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Wer schaut da raus? Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Startbereit? Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Der mysteriöse Küstentempel um 1915. Foto gemeinfrei
Foto 9: Der letzte Küstentempel muss geschützt werden. Foto Walter-Jörg Langbein

342 »Die Göttin und die sieben Tempel«,
Teil 342 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 7.08.2016


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Sonntag, 20. März 2016

322 »Tod im Feuerball«

Teil 322 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Priesterarchitekten bauten Tempel ...

Der Terminus »Gott« ist im christlichen Abendland ausschließlich positiv besetzt. In Indien ist das anders. Seit Jahrtausenden weiß man dort, dass die himmlischen Wesen auch durchaus negative Eigenschaften hatten. Sie kamen selten miteinander aus, bekämpften sich heftig. Fachkundige Experten berichteten mir in New Delhi, dass sich unterschiedliche Göttergruppen unterschiedlichen Menschengruppen zuwandten und mit Waffen belieferten. In der Wahl ihrer Mittel waren die »Himmlischen« nie zimperlich. Zahllose Berichte von Götterkämpfen und Kriegen sind in heiligen Büchern überliefert. Sie erinnern uns an heutige Science-Fiction-Filme a la Steven Spielberg.

Wir lesen von riesigen Weltraumstädten, die ihre Bahnen um die Erde zogen. Götter kämpften gegen Menschen, Götter bekriegten aber auch Götter. Im Vergleich zu den »Heiligen Büchern« der altindischen Literatur mutet die Bibel wie ein schmales Bändchen an. Die sakralen Epen sind von so gewaltigem Umfang, dass die Originale kaum gelesen werden. Im Verlauf der Jahrhunderte entstanden immer wieder extrem stark gekürzte Fassungen der Originaltexte und sehr stark gestraffte Nacherzählungen. Das »Srimad-Bhahvatam« zum Beispiel liegt in einer zwölfbändigen Fassung vor. 18.000 Verse bieten eine nicht zu überblickende Fülle von Informationen, auch in Sachen Flugmaschinen der Götter. (2)

Foto 2: Nachbildungen von »Vimanas«

Im X. Gesang erfahren wir einiges über Salva und ein außerirdisches Raumschiff, das auch von Menschen geflogen werden kann. Liest man die Schilderungen der Flugmanöver dieses fliegenden Götterschiffs, so wird man an Berichte heutiger »UFOs« und ihrer Flugmanöver erinnert. Worum geht es? Salva, mächtiger König, glaubte nicht an einen Sieg im Kampf gegen die Stadt Dvaraka. Doch außerirdische Hilfe stand zur Verfügung. König Salva hatte konkrete Vorstellungen und Wünsche (1): Ein Flugvehikel musste her, dass so gut wie unzerstörbar war. Gesteuert werden sollte es mit der »Willenskraft des Piloten«. Allein der Anblick des Raumschiffs musste die Feinde erstarren lassen. Maya Danava konstruierte das Gewünschte auf dem Planeten Talatala und stellte es Salva zur Verfügung.

Foto 3: »Vimana« nach Kanjilal
Salva konnte es fliegen und attackierte wiederholt die Festungsstadt Dvaraka. Blitzschnell vollführte das außerirdische Flugvehikel die verrücktesten Manöver. Wirbelnd bewegte es sich hin und her. Hatte man das Ding eben noch am Boden gesehen, stieg es schon wieder empor in den Himmel, wurde auf einem Berg gesichtet und dann sofort wieder im Meer. Das fantastisch anmutende Vehikel muss sehr viel vielseitiger gewesen sein als zu Beginn des dritten Jahrtausends erst möglich ist. Von »UFOs« allerdings liegen nicht minder utopisch anmutende Schilderungen vor.

Arjuna, Sohn des Himmelsgottes Indra war – das erfahren wir aus dem monumentalen »Bhagavad Gita« (»Gesang des Erhabenen«) – enger Vertrauter des Gottes Krishna. Arjuna griff vehement das riesengroße Raumschiff Hiranyapurna an. Die angegriffenen Götter wehrten sich erbittert, starteten ein fliegendes Kampfgeschwader, ausgestattet mit furchteinflößenden Waffen. Arjuna freilich ließ sich nicht beirren. Er feuerte ein »Raketengeschoss« ab, das exakt ins Ziel traf. Die Weltraumstadt explodierte und wurde in Stücke gerissen. Brennend und qualmend stürzten die Trümmer auf die Erde. Einige mögen auf dem Land eingeschlagen sein, die meisten versanken im Meer.

Foto 4: »Vimanas« in Stein (Tanjore, alias Thanjavur, Nadu)

Derlei kriegerische Auseinandersetzungen wurden in enormer Höhe, im erdnahen Weltraum ausgefochten, aber auch in geringeren Höhen. So vermeldet das heilige Epos »Bhagavata«, dass Salva einst die Stadt Dvaraka mit seinem Flugzeug angriff und mit Geschossen überschüttete. Krisna versuchte, rettend einzugreifen. Er lockte den Angreifer von der Stadt weg und verwickelte ihn in eine Luftschlacht.

Salva fühlte sich eindeutig unterlegen und versuchte sein Heil in der Flucht. Womöglich wurde er getroffen. Seine Flugmaschine mag beschädigt worden sein. Kurzzeitig landete er im Meer, stieg aber kurz darauf bereits wieder mit enormer Geschwindigkeit empor, bis in eine Höhe von 1.300 Metern. Krishna zeigte kein Mitleid. Er feuerte ein Raketengeschoß ab. Salvas Los war entschieden. Er konnte der Gefahr nicht entrinnen. Die Rakete folgte ihm, wurde vom Geräusch von Salvas Flugzeug gelenkt. Salva starb in einem glühenden Feuerball. (3)  In verschiedenen heiligen Büchern Indiens gibt es deutliche Hinweise auf Wissen, das nicht von dieser Erde stammt.

Foto 5: Noch ein »Vimana« nach Kanjilal

Im November 1995 reiste ich mehrere Wochen durch Indien. Ich besuchte verschiedene Bibliotheken, in denen die »heiligen Bücher« des Landes aufbewahrt werden. Zu den interessantesten Texten gehört ohne Zweifel das »Vymaanika Shaastra«, dessen Urfassung nach Überzeugung von Gelehrten wie Professor Dr. Kumar Kanjilal »Jahrtausende alt« sein soll. Er wurde im »Sanskrit College« von Kalkutta ausgebildet. Er studierte in Oxford, wurde Rektor des hoch angesehenen »Victoria College« von Coochbehar in Westbengalen. Der geachtete Wissenschaftler wurde zum Ehrenmitglied der »Asiatischen Gesellschaft« ernannt und erhielt einen Lehrstuhl an der Universität von Kalkutta. Professor Dr. Dileep Kumar Kanjilal  verfasste ein wichtiges Werk über die Flugapparate im alten Indien: »Vimana in Ancient India«. Es basiert auf einer Reihe von seinen Vorlesungen. Julia Zimmermann hat das Werk von Prof. Kanjilal ins Deutsche übertragen. Leider erschienen sowohl das Original von Prof. Kanjilal als auch die Übersetzung von Julia Zimmermann nur als Privatdrucke in bescheidenen Auflagen.

Foto 6: Altindisches Flugvehikel
Ich lernte den stets freundlichen, zierlich wirkenden Wissenschaftler von internationalem Rang erstmals anno 1979 kennen. Damals hielt er – wie auch ich – einen Vortrag auf der Weltkonferenz der »Ancient Astronaut Society« in München. Ich sprach damals über meine Arbeiten im Bereich der wortwörtlichen Übersetzung biblischer Texte. Die altindischen Texte, so versicherte mir Prof. Kanjilal, berichten immer wieder, dass einst Götter zur Erde kamen, um die Menschen zu studieren. Um nicht aufzufallen, tarnten sie sich dabei als Menschen. Himmelsfahrzeuge –  »Vimanas« genannt – waren nach den Berichten der alten Texte alles andere als selten. Allein in der Schilderung von Arjunas Reise durch zahlreiche himmlische Regionen und sternenreiche Gefilde des Firmaments wurden Hunderte von Himmelsschiffen gesichtet. Im bekanntesten indischen Epos, dem Mahabharata, tauchen sie – so Professor Kanjilal – an 41 Stellen auf. Die rund 100.000 Doppelverse des höchst umfangreichen Werkes wurden vermutlich zur Zeitenwende schriftlich niedergelegt. Es basiert aber auf mythischen Quellen, die womöglich einige Jahrtausende älter sind.

Beschreibungen von Raumschiffen finden sich noch heute in den heiligen Büchern Indiens. Sie müssen vor Jahrtausenden zum Alltag gehört haben, offenbar wie zu Beginn des dritten nachchristlichen Jahrtausends Flugzeuge eine Selbstverständlichkeit sind. Weil wir uns offenbar nach wie vor für die Krone der Schöpfung halten, wollen wir nicht glauben, dass es schon vor Jahrtausenden Raumfahrt gab: und das in einem Umfang, wie wir es nur aus Zukunftsromanen kennen. Doch zurück ins alte Indien:

Die schriftkundigen Sthapatis waren höchst vielseitige Theologen. Sie waren für die Rituale in den
Foto 7: Risszeichnung »Vimana«
Tempeln zuständig und berieten die Gläubigen in allen Lebensfragen. Außerdem wussten sie gut Bescheid über die Raumschiffe und Flugzeuge der Götter. Als Priester konnten sie die entsprechenden Texte auswendig zitieren, in denen die Flugapparate und Raumstädte vorkommen. Ihnen standen gewaltige Bibliotheken zur Verfügung, denen sie Einzelheiten über die Flugmaschinen entnehmen konnten. Viele technische Errungenschaften kannten sie dem Namen nach. Sie wussten manchmal auch, welchem Zweck sie dienten. Verstanden haben sie aber wohl das meiste nicht. Die Sthapatis waren aber nicht nur Geistliche und Theologen, sondern auch Architekten. Ihre Aufgabe war es, die Beschreibungen der Raumschiffe in Bauwerke aus Stein umzusetzen.

Sie holten also gewissermaßen die Raumkreuzer auf die Erde und bildeten sie in den Tempeln nach. In nachgebauten Himmelsschiffen der Götter zelebrierten die Sthapatis Gottesdienste. Sie sprachen rituelle Gebete oder riefen die Götter in besonderen Zeiten der Not an. Offenbar glaubte man, dass die Himmlischen besonders gewogen waren, wenn man sie in einer steinernen Kopie eines ihrer Raumschiffe anflehte. Dort würden sich die Himmlischen besonders wohl fühlen. Hatte diese Art der Verewigung in Stein noch einen weiteren Grund? Sollten »Vimanas« in Texten beschrieben und in Tempelform verewigt werden, damit sich Menschen auch noch nach Jahrtausenden an die phantastisch anmutenden, nichtsdestotrotz aber realen Vorgänge erinnern können würden? Wir können die alten Quellen studieren, sollten sie nur endlich wirklich ernst nehmen! Die schier unüberblickbare Fülle uralten Textmaterials macht die Erforschung der »Vimanas« allerdings nicht leichter. Und die schier ellenlangen Namen und Bezeichnungen strapazieren unsere Zungen. Trotzdem sollten wir die alten Quellen weit intensiver nutzen als dies bisher geschah!

Die Priesterarchitekten verewigten uraltes Wissen um die Flugvehikel des Alten Indien in Stein, in Gestalt von steinernen Tempeln. Herrliche Tempelanlagen gibt es zum Beispiel in Thanjavur, einst von den Engländern Tanjore genannt, im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu gelegen. Die historisch bedeutsame Stadt liegt im Mündungsdelta des Kaveri-Flusses, 320 Kilometer südlich von Chennai. Allein der Tempel wegen lohnt sich ein Besuch der einstigen Metropole.

Fußnoten

(1) Die zentralen Aussagen zum Raumschiff und seiner Manöver seien im Englisch einer angeblich gängigen Übersetzung zitiert. Mir lag ein umfangreiches Manuskript mit Auszügen aus dem Epos in englischer Sprache vor, das leider keine näheren Angaben zu Erscheinungsort usw. enthielt.

»Srimad-Bhagavatam«, 10. Gesang, Kapitel 76, Verse 6 und 7: »He chose a vehicle terrifying to the Vrishnis with which he could travel at will and that could not be destroyed by the gods, the demons, the humans, the singers of heaven, the serpents or the wild men. Giris'a [S'iva as the Lord of the mountain] said 'so be it' and ordered Maya Dânava, who was there to conquer the cities of the enemies , to build a flying fortress made of iron named Saubha and offer it to S'âlva.

»Srimad-Bhagavatam«, 10. Gesang, Kapitel 76, Verse 21 und 22: »The magical illusion created by Maya that then was seen in many forms, next seen in a single form and then again was not seen at all, constituted an inconstancy that made it impossible for his opponent to locate him. Moving hither and thither like a whirling firebrand the airship of Saubha never stayed in one place; from one moment to the next it was seen on the earth, in the sky, on a mountain top or in the water.«

Foto 8: Prof. Kanjilals Werk
(2) Bedanken möchte ich mich zudem bei Prof. Kumar Kanjilal, der mir – über Julia Zimmermann – ausführliches Quellenmaterial zur Verfügung stellte. Sehr hilfreich – und von mir ausgiebig als Quelle genutzt – ist folgendes Werk:

Kanjilal, Prof. Dr. Dileep Kumar: »Vimana in Ancient India. Aeroplanes or Flying Machines in Ancient India«, Übersetzung aus dem Englischen von Julia Zimmermann, Bonn 1991

Leider ist der wichtige Privatdruck nur sehr schwer zu beziehen.

(3) Kanjilal, Prof. Dr. Dileep Kumar: »Vimana in Ancient India. Aeroplanes or Flying Machines in Ancient India«, Übersetzung aus dem Englischen von Julia Zimmermann, Bonn 1991, Archiv Langbein, Artikel-Nr. 1317b, Seite 39

Zu den Fotos 
Fotos 1, 2 und 4 Zeigen Tempel von Tanjore, alias Thanjavur. Fotos: Walter-Jörg Langbein/ Fotos 3, 5, 6, 7, und 8: Archiv Walter-Jörg Langbein

323 »Die Stadt auf dem Meeresgrund«,
Teil 323 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 27.03.2016


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Sonntag, 14. März 2010

9 »Besuch in einer Palmblattbibliothek«

Walter-Jörg Langbein
Teil 9 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«

Seit über 40 Jahren bereise ich die Welt, um für meine Bücher zu recherchieren. Von Ägypten bis Vanuatu (Südsee) war ich in den vergangenen vier Jahrzehnten unterwegs, um vor Ort die großen Geheimnisse unseres Planeten zu erkunden. Immer wieder stieß ich auf Geheimnisvolles. Die Realität ist oft sehr viel rätselhafter als die Beschreibungen in den Lehrbüchern vermuten lassen. Und so manches Mysterium kommt in den Lehrbüchern gar nicht vor. Mir drängt sich immer mehr der Eindruck auf, dass in »wissenschaftlichen Werken« gern verschwiegen wird, wofür es noch keine plausible Erklärung gibt.

So machte ich im Lauf der vielen Jahren so manche Entdeckung. Auf meinen Reisen erlebte ich immer wieder Faszinierendes. Manche Spur aber hat sich als nicht besonders ergiebig erwiesen. Manche Recherche ergab: Das vermeintliche »Geheimnis« ist gar keines.

Nach Indien haben mich nicht nur die geheimnisvollen Tempel gelockt, sondern auch die mysteriösen Palmblattbibliotheken. Vor Ort aber gab es Ernüchterung.

Auf die »Palmblattbibliotheken« machte mich Johannes von Buttlar durch sein Buch »Zeitsprung« (München 1977) aufmerksam. Staunend las ich da: »Es ist höchst verwunderlich, daß auf den Palmblättern immer der genaue Name des Betreffenden genannt wird und auch nur derjenigen Angehörigen, die am Tage des Besuches in der Bibliothek noch leben. Das bisherige Leben des Besuchers wird in allen Einzelheiten so bildhaft geschildert, als hätte der längst verstorbene Verfasser des Palmblattes persönlich daran teilgenommen.«

Das klang wirklich sehr interessant. Sollte vor vielen Jahrhunderten ein Kreis von seherischen Propheten gewusst haben, welche Menschen aus aller Welt so eine Palmblattbibliothek aufsuchen würden? Sollten vor Jahrhunderten Informationen über diese Menschen verewigt worden sein, über ihre früheren Leben, über ihr aktuelles Leben und über ihre künftige Leben? Sollte es in Indien handfeste Beweise für übersinnliche Kräfte begnadeter Seher geben, die vor vielen Jahrhunderten lebten und wirkten?

Im November 1995 machte ich mich nach ausführlichen Recherchen in deutschen Bibliotheken auf den Weg. Begleitet wurde ich von einigen Leserinnen und Lesern meiner Bücher. Organisiert und sorgsam vorbereitet habe ich die Reise zusammen mit Julia Zimmermann, Bonn. Bereits Monate vor Reiseantritt erbat und erhielt die Palmblattbibliothek von Poosamuthu (Abb.re) in Vaithisvarankoil einige Informationen über unsere kleine Reisegesellschaft: den Namen, das Geburtsdatum und die genaue Geburtszeit und einen sauberen Daumenabdruck auf Papier jedes Teilnehmers unserer Gruppe.

Ich war unvoreingenommen, wartete voller Spannung auf den Besuch in der Palmblattbibliothek. Würden sich die aus der Literatur bekannten, teilweise phantastischen Schilderungen als wahr erweisen? Schließlich und endlich war es dann soweit: Auf der Fahrt von Chidambaram nach Vaithisvarankoil in einem kleinen Bus wuchs die Spannung. Angeblich gehörte die von uns ausgesuchte Palmblattbibliothek zu den besten ihrer Art.

Die Umgebung der »Palmblattbibliothek« war höchst ärmlich. Armselige Behausungen boten den Bewohnern notdürftig Schutz vor den Wetterunbilden. Auf staubigen Straßen fuhren PKWs, Busse und Fahrräder. Rinder trotteten des Wegs. Menschen zerrten kleine, aber schwer beladene Karren. Kleine Garküchen an Straßenecken boten kleine Imbisse an. Keine Frage: Das Leben der Menschen war alles andere als einfach. Die Menschen waren, wenn es um materielle Güter geht, arm. Und doch machten sie keinen depressiv-traurigen Eindruck. Die Menschen lächelten. Sie strahlten förmlich. Wenn ich da an die in unseren Breiten des Wohlstands weit verbreitete Griesgrämigkeit denke...

Im Kontrast zu den einfachen Hütten der Menschen war das gewaltige Schild auf dem Dach jenes Hauses, wo man angeblich mit den Palmblättern über uns auf uns wartete... die schon vor vielen Jahrhunderten aufgeschrieben und immer wieder kopiert worden waren. Groß war auch der Kontrast zwischen dem Leiter der Bibliothek Poosamuthu und der Bevölkerung von Vaithisvarankoil. Während die Bevölkerung offensichtlich in Armut lebte, demonstrierte Poosa Muthu stolz seinen Wohlstand. Goldschmuck glänzte. Goldgeschmückt waren auch die Angestellten Poosa Muthus.

Beim Betreten der Bibliothek wurde uns bedeutsam zugeraunt, dass wir als besonders würdig erachtet würden. Und so werde uns eine besondere Ehre zuteil: Leiter Poosamuthu persönlich würde uns empfangen. Und in der Tat: Poosamuthu begrüßte uns tatsächlich persönlich und erklärte uns – stets huldvoll lächelnd – den weitern Ablauf des Tages.

Zunächst einmal ging es um den schnöden Mammon: Pro Person waren 4.000 Rupien zu entrichten. Das entsprach damals etwa 200 DM oder 100 Euro. 100 Euro mag auch in unseren Gefilden als Lohn für einen Wahrsager üblich sein. In Indien aber entsprachen 4.000 Rupien in etwa dem Monatslohn eines gut verdienenden Beamten oder zwei Monatsgehältern eines Arbeiters. Ein Knecht musste Ende der 90er mindestens ein halbes Jahr hart schuften, um 4.000 Rupien zu verdienen.

Die Hälfte dieser Summe wurde bei unserem Besuch sofort einkassiert, der Rest beim Verlassen der Bibliothek. Hatte man schlechte Erfahrungen mit ausländischen Kunden gemacht? Weigerten sich enttäuschte Kunden zu zahlen?

So ging es dann weiter: Die Unterlagen, die wir Monate vorab geschickt hatten, waren »verschwunden«. Vergeblich wurden sie gesucht. Und so hatte man die Palmblätter für die Teilnehmer unserer Reise ins Land der Tempel noch nicht zurecht gelegt. Sie mussten erst ausfindig gemacht werden. Damit das aber möglich sei, so erfuhren wir, müssten wir »einige Fragen« beantworten.

Es müsse, so wurde uns erklärt, für jeden von uns die ganz persönlichen Palmblätter in der Bibliothek gefunden werden: in einem gewaltigen Meer von unzähligen Palmblättern. Denn für jeden Besucher, der jemals die Bibliothek aufsuchen werde... liegen sorgsam gebündelte beschriftete Palmblätter parat.

Wir alle wurden in Einzelgesprächen befragt. Von »einigen wenigen Fragen« war zunächst die Rede. Das aber war maßlos untertrieben. Die Fragen wurden in Tamil-Sprache gestellt. Ein hauseigener Dolmetscher übersetzte sie ins Englische. Ich antwortete in Englisch. Meine Antwort wurde dann wieder in Tamil übersetzt.

Ich beantwortete geduldig anderthalb Stunden lang unzählige Fragen: zu meinen familiären Verhältnissen, zu meiner Frau, zu meinem Beruf, zu meinen Eltern und Großeltern. Diese Informationen seien erforderlich, um die jeweils passenden Palmblätter ausfindig machen zu können.

Aber genügt dazu nicht das exakte Geburtsdatum? Nein, wurde mir versichert. Natürlich würden weltweit zu jeder Sekunde viele Menschen geboren. Um sicher zu sein, auch wirklich meine Palmblätter vorliegen zu haben, seien die erfragten Informationen unverzichtbar. Auf meine Rückfrage versicherte man mir, dass mein Name nicht auf meinen Palmblättern stehe.

Nach einem ermüdenden Verhör von anderthalb Stunden machte man sich auf die Suche.... und präsentierte mir Stunden später stolz meine Palmblätter. Die Eintragungen waren in winzigen Zeichen in knappen Zeilenabständen notiert... angeblich »vor vielen Jahrhunderten«. Sie wurden in Tamil vorgelesen und ins Englische übersetzt.

Angeblich waren die Original-Palmblätter in Alt-Tamil beschriftet. Der kundige Leser übertrug die altehrwürdige Sprache in das heutige Tamil. Ein emsiger Schreiber hielt das Diktat in Neu-Tamil fest. In Windeseile sauste sein Kugelschreiber über die Seiten eines Schulheftes. Fast zwei Schulhefte wurden gefüllt. Diese Hefte durfte ich behalten.

Und siehe da, welch Wunder: Da stand geschrieben... exakt das, was man mich zuvor gefragt hatte. Alle Auskünfte zu meiner Frau, zu meinen Eltern und Großeltern und zu mir, die ich selbst gegeben hatte... wurden nun von den Palmblättern vorgetragen. Es gab nicht eine einzige noch so unbedeutende Information auf meinen Palmblättern, die ich nicht Stunden zuvor selbst offenbart hatte.

Ein Beispiel: Im »Verhör« hatte man mich aufgefordert: »Notieren Sie den Vornamen Ihres Vaters!« Und siehe da: Stunden später erklärte man mir, schon vor vielen Jahrhunderten sei der Vorname meines Vaters auf einem meiner Palmblätter notiert worden.

Ich erfuhr aber nicht nur, was ich sowieso schon wusste. So offenbarte man mir meine früheren Leben und die vor mir liegende Zukunft, bis zu meinem angeblichen Tode im Jahr 2025. Ernst nehme ich diese Prophezeiung nicht. Am 15.11.1995 wurde mir vorgelesen, meine liebe Mutter werde »noch sehr viele Jahre« leben und hochbetagt in ferner Zukunft sterben. Sie werde noch bei guter Gesundheit sein, wenn ich als steinalter Mann weltweit »zu Ruhm und Ehre komme«. Leider hat sich diese Prophezeiung nicht bewahrheitet: meine Mutter verstarb nur wenige Monate später schon am 7.6.1996... und nicht »hochbetagt«, sondern mit 66! Künftige Erdenleben, so erfuhr ich, würde ich nicht mehr auf mich nehmen müssen. Vielmehr würde ich nach meinem Tod mit 71 Jahren sofort ins Nirvana eingehen.

Andere Teilnehmer sollten es schwerer haben: So habe eine mitreisende ältere Dame in einem früheren Leben besonders schlimme Schuld auf sich geladen. Sie sei damals an leitender Stelle verantwortlich für das Wohl und Wehe der Insassen eines Waisenhauses gewesen. Sie habe aus Raffgier das ihr anvertraute Geld unterschlagen. Anstatt zum Beispiel Essen für die armen Kinder zu kaufen, habe sie es für sich selbst ausgegeben. Ihre Zöglinge verhungerten. Bestraft werde die Dame in ihrem jetzigen Leben: durch Kinderlosigkeit. Ein schlimmes Karma laste auf ihr, nach und nach trage sie es ab. Zwei Möglichkeiten habe sie nun: Sie könne auch in künftigen Leben für die Verbrechen bestraft werden. Oder sie könne bei ihrer nächsten Reise zur Palmblattbibliothek zurückkehren und mit einer großzügigen Spende die Restschuld sozusagen abwaschen.

Nicht verschwiegen werden soll, dass es durchaus einige erstaunlich zutreffende Aussagen über Vergangenheit und Zukunft einiger Mitreisender gab. Mitreisende X wurde mitgeteilt, dass sie aus ihrer ersten Ehe ein Kind habe. Mitreisende Y wurde vorgelesen: Ihr Großvater habe »kleine Häuschen in großen Häusern« gebaut, und die kleinen Häuschen »waren innen heiß«. Tatsächlich war der Mann Ofensetzer. Mitreisende Z schließlich sollte bald nach der Lesung unerwartet eine schöne Summe Geldes erhalten. Auch das ist eingetroffen.

Mein persönliches Resümee: Der Besuch in der Palmblattbibliothek hat sich nicht gelohnt. Mir wurde aus meinen »Palmblättern« genau das vorgelesen, was ich bei der intensiven Befragung Stunden vorher selbst erzählt hatte. Was mir für die Zukunft prophezeit worden ist, hat sich entweder als falsch erwiesen.... oder war sehr vage formuliert. Für mich war die besuchte Palmblattbibliothek kein Highlight meiner Reisen um die Welt.

Verallgemeinern aber will ich nicht: Ich habe eine von einer ganzen Reihe von Palmblattbibliotheken besucht. Aus Gesprächen mit Indienreisenden weiß ich, dass auch ganz andere, nämlich sehr positive Erfahrungen gemacht wurden.


Ausblick auf Teil 10 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien«

»Mysteriöses Cusco«

Seit über 30 Jahren beschreibe ich rätselhafte archäologische Monumente, die meiner Überzeugung nach von der Schulwissenschaft nicht erklärt werden können. Kritiker nehmen das gern zum Anlass, an meiner Glaubwürdigkeit zu zweifeln. Doch während ich seit Jahrzehnten die Welt bereise, begnügen sich manche Kritiker mit Antworten vom häuslichen Schreibtisch aus. Sie »widerlegen« gern nach dem Motto »Es kann nicht sein, was nicht sein darf!« Ich begnüge mich nicht mit »Recherchen« im häuslichen Arbeitszimmer. Ich recherchiere vor Ort. Und was ich immer wieder gesehen habe, beweist für mich ganz eindeutig: »Es gibt phantastische Dinge, auch wenn es sie nach Gelehrtenmeinung gar nicht geben dürfte.« Nun kann man entweder die Realität bestreiten.. oder an der Schulwissenschaft zweifeln. Wenn die Wirklichkeit manchmal phantastischer ist als die trockene Lehre der Wissenschaft, dann muss man darüber nachdenken, ob es nicht an der Zeit ist, endlich die wissenschaftliche Gedankenwelt an die Realität anzupassen.

Zu den großen, ungelösten Rätseln der Vergangenheit gehören die mysteriösen Steinbearbeitungen aus uralten Zeiten. Vor Jahrtausenden wurden da gigantische Felsmassive bearbeitet, als sei dies mit spielerischer Leichtigkeit erfolgt. Geben uns die »Engel von Chinchero« Hinweise auf ein uraltes Geheimnis?

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»Mysteriöses Cusco«Teil 10 der Serie

»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein
erscheint am 21. März 2010



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