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Sonntag, 16. August 2020

552. »Paulus wurde entrückt und altindische Vimanas«

Teil 552 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Fotos 1 und 2:
Auch Paulus wurde »entrückt«
(Illustration aus einer Bibelhandschrift
um 850 n.Chr.).
(Freie künstlerische Gestaltung
der alten Vorlage!)
Von Paulus, da haben die Theologen keinen Zweifel, weiß das »Neue Testament« zu berichten, dass er »in den dritten Himmel entrückt« wurde (1). »Wie viele Himmel gibt es?« fragt Matthias Herrchen in seinem Werk »Das Buch vom Himmel« (2) und geht auf Entrückungen ein: »Eine andere vage Andeutung findet sich in Hebräer (Kapitel) 4, (Vers)14. Dort heißt es, dass unser Hohepriester Jesus die Himmel (Mehrzahl) durchschritten hat. Im Alten Testament steht das Wort für Himmel immer in der Mehrzahl.«

Wenn wir uns mit »Entrückungen« von Menschen in den Himmel (moderner ausgedrückt: Entführungen von Menschen ins All) beschäftigen, dann müssen wir uns vor Augen führen, dass die entsprechenden Texte bereits Interpretationen von wahrscheinlich sehr viel älteren Beschreibungen von mysteriösen Geschehnissen sind. Sie verraten uns Grundsätzliches, nämlich dass Menschen physisch in den Himmel (ins All?) geholt wurden.

In der Welt des »Alten Testaments« scheint die »Himmelfahrt« ein vertrautes Bild gewesen zu sein. Gott, so heißt es da, kam vom Himmel herab, wie es Moses als Augenzeuge beglaubigt: (3): »Da kam der HERR hernieder in einer Wolke und trat daselbst zu ihm. Und er rief aus den Namen des HERRN.« Und da fuhr Gott auch wieder empor in den Himmel, wie der Psalmist schreibt (4): »Gottes Wagen sind vieltausendmal tausend; der Herr ist unter ihnen, der vom Sinai ist im Heiligtum. Du bist aufgefahren zur Höhe…«

Himmelfahrten, so scheint mir, waren den Verfassern des »Alten Testaments« vertrauter als sich selbst Theologen vorstellen können. Mir scheint, dass die Autoren der Schriften des »Alten Testaments« Textfragmente aus älteren Zeitepochen übernahmen und in ihre Texte einfließen ließen, vermutlich ohne sich das Geheimnis einer »Himmelfahrt« vorstellen zu können. Offenbar haben sie diese Texte eingebaut, wenn es darum ging, die Macht und Herrlichkeit Gottes zu beschreiben.

Ich halte es für möglich, dass unbegreifbare Textfragmente dem einen oder anderen Autoren des »Alten Testaments« als besonders geeignet erschienen sind, um die Unfassbarkeit des Allmächtigen zu illustrieren. Sie wollten gewiss, dass ihre Leserinnen und Leser staunten. Das »Buch Daniel« entstand im zweiten Jahrhundert vor Christus, vermutlich während der akuten Verfolgung des Judentums durch Antiochos IV. (167–164 v. Chr.). Auch bei Daniel geht es um eine Himmelfahrt, die so fantastisch anmutete, dass sie der Autor vor über zwei Jahrtausenden nur als »Vision« für möglich und zumutbar halten konnte (5): »Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der uralt war, und wurde vor ihn gebracht.«

Das Thema »Himmelsreisen« ist bis heute nur unzulänglich erforscht. Hinweise auf solche Exkursionen gibt es ganz offensichtlich in sehr viel größerem Umfang als wir ahnen. Da gibt es zum Beispiel die »Himmelsreise der Nonne Anastasija« (6), von der »gegenwärtig mindestens vierzehn südslavische Textzeugen aus dem Zeitraum von 1380 bis 1812« existieren. Diese Texte »sind bislang nicht systematisch studiert worden, und eine Textedition fehlt noch immer«, stellt Julian Petkov fest (7). Die slavische Fassung weicht von byzantinischen Versionen ab und geht auf eine »verloren gegangene Vorlage« zurück. Gar nicht untersucht wurde, wann eine Urfassung der »Himmelsreise« entstanden sein mag, die sich ausschließlich auf die Beschreibung der Exkursion in hohe Gefilde beschränkte und nicht theologisch interpretierte. Auch scheint es keinem theologischen Wissenschaftler je in den Sinn gekommen zu sein, altslavische Texte wie »Der Kampf Michaels mit Satanael« wirklich gründlich zu erforschen.

Fotos 1 und 2:
Auch Paulus wurde »entrückt«
(Illustration aus einer Bibelhandschrift
um 850 n.Chr.).
(Freie künstlerische Gestaltung
der alten Vorlage!)
Da weigert sich Engel Satanael, sich vor dem Ur-Adam niederzuwerfen, so wie Gott das von ihm fordert. Satanaels Opposition gegen Gott wird subversiv. Satanael begnügt sich nicht mit Protest, er will so mächtig werden wie Gott selbst und verlässt mit einer eigenen Engelschar Gottes himmlisches Lager. 40.000 Dämonen schützen Satanael, der im Zentrum seines Lagers thront und eine eigene Schöpfung kreiert. Was ist gemeint, wenn der altslavische Text berichtet, Satanael habe »finstere Himmel« mit »finsteren Sternen« erschaffen? Sollte hier das Wissen um »schwarze Löcher« anklingen, das der Verfasser des altslavischen Textes nicht verstehen konnte?

»Der Kampf Michaels mit Satanael« mutet fantastisch an und bietet viel Material an, über das allenfalls spekuliert werden kann. Wir erfahren, dass Engel Michael gesandt wird, um Satanael zu bekämpfen. Es kommt zum kosmischen Kampf zwischen Michael und Satanael. Satanaels himmlisches Heer muss sich zurückziehen, Satanael allerdings ist nicht geschlagen. Michael gibt vor, sich auf Satanaels Seite zu schlagen und wird mit einem eigenen Thron für seinen vermeintlichen Verrat belohnt.

Gott selbst greift ein (8): »Auf Gottes Anordnung setzt die brennende Sonne das Reich des Antichrist in Brand, Michael wird aber durch eine unsichtbare Wolke beschützt. Beide sehen sich zum fluchtartigen Rückzug zu einem kühlen See gezwungen.« Satanael wir schließlich »mit Hilfe einer Eisdecke gefangengenommen«. Damit ist der kosmische Engelskampf nicht beendet. Satanael gelingt es, sich zu befreien. Er verfolgt Michael, der sich offenbar in himmlische Gefilde zurückzieht. Gott untersagt es Michael, Satanael zu töten.

Mich erinnern die Texte über Himmelsreisen an altindische Mythologien, die freilich sehr viel ausführlicher und konkreter über Himmelsreisen berichten.

Ende 1995 reiste ich mehrere Wochen durch Indien. Ich besuchte verschiedene Bibliotheken, in denen die »heiligen Bücher« des Landes aufbewahrt werden. Zu den interessantesten Texten gehört ohne Zweifel das »Vymaanika Shaastra«, dessen Urfassung nach Überzeugung von Gelehrten wie Professor Dr. Kumar Kanjilal (*1933) »Jahrtausende alt« sein soll.

Foto 3: Ein altindisches »Vimana« (nach Prof. Kanjilal).
Professor Dr. Kumar Kanjilal wurde im »Sanskrit College« von Kalkutta ausgebildet. Er studierte in Oxford und wurde Rektor des hoch angesehenen »Victoria College« von Coochbehar in Westbengalen. Der geachtete Wissenschaftler wurde zum Ehrenmitglied der »Asiatischen Gesellschaft« ernannt und erhielt einen Lehrstuhl an der Universität von Kalkutta. Professor Dr. Dileep Kumar Kanjilal  verfasste ein wichtiges Werk über die Flugapparate im alten Indien: »Vimana in Ancient India«.
    
Ich lernte den stets freundlichen, zierlich wirkenden Wissenschaftler von internationalem Rang erstmals anno 1979 kennen. Damals hielt er, wie auch ich, einen Vortrag auf der Weltkonferenz der »Ancient Astronaut Society« in München. Ich sprach damals über meine Arbeiten im Bereich der wortwörtlichen Übersetzung biblischer Texte.

Viele altindische Texte, so versicherte mir Prof. Kanjilal, berichten immer wieder, dass einst Götter zur Erde kamen, um die Menschen zu studieren. Um nicht aufzufallen, tarnten sie sich dabei als Menschen. Himmelsfahrzeuge,  »Vimanas« genannt,  waren nach den Berichten der alten Texte alles andere als selten. Allein in der Schilderung von Arjunas Reise durch zahlreiche himmlische Regionen und sternenreiche Gefilde des Firmaments wurden Hunderte von Himmelsschiffen gesichtet. Die Götter mit ihren riesigen Himmelsschiffen waren, so lauten uralte Überlieferungen, zumindest zeitweise verfeindet und kämpften mit fantastisch anmutenden Waffen. Klingen im Kampf zwischen Satanael und Michael, in den sich schließlich auch Gott einmischt, an kosmische Kriege vor Ewigkeiten?

Schon vor Jahrtausenden zogen riesige Weltraumstädte, sich um die eigene Achse drehend, durchs Universum. Ganze Völker mögen so die Reise in die Unendlichkeit angetreten haben. War es die Sehnsucht nach den Weiten des Alls, die die Bewohner fremder Welten die Reise antreten ließ? Oder wurden sie zu diesem Schritt gezwungen, weil ihr Heimatplanet durch eine Naturkatastrophe zu einem Atlantis des Weltalls geworden war?

Im altindischen Epos »Krsnayajuveda« wurden um 3000 v. Chr. ältere Textteile zu einem neuen Ganzen verwoben. Niemand weiß, wann die ältesten Vorlagen entstanden. Das »Krsnayajuveda« geht auf den kriegerischen Aspekt der Riesenstädte im All ein.

Mich erinnern die kosmischen Kämpfe zwischen Satanael, Michael und Gott an Kämpfe altindischer Götter, die wie Kriege im Weltall anmuten. So heißt es, dass der Sternenkrieger Rudra seine Geheimwaffe einsetzte, um andere, bis dahin als unüberwindbar geltende Weltraumstädte anderer Götter zu vernichten. Er feuerte einen mächtigen »Pfeil« ab, dem eine ganz besondere Kraft innewohnte. Sie bestand aus der »Hitze des Feuers« und den »Strahlen des Mondes«. Sollte es sich um eine reale (nukleare?) Waffe gehandelt haben? (9)

Selbst kundige Übersetzer der heiligen Sanskrittexte begehen, so Prof. Kanjilal, gravierende Fehler, wenn sie es nicht für möglich halten, dass schon vor Jahrtausenden riesige Weltraumstädte um die Erde kreisten. Prof. Kanjilal monierte, dass dann aus Kämpfen zwischen Weltraumstädten im All leicht Gefechte zwischen Städten auf der Erde werden. Übersetzer, die nichts von der Weltraumtechnologie der alten Götter wissen wollen, machen dann aus »Kämpfen in der Luft mit fliegenden Wagen« irdische »Kämpfe auf den Bergeshöhen mit Wagen«.

Foto 4: Ein weiteres altindisches Vimana
(nach Prof. Kanjilal).
Fußnoten
(1) 2. Korinther Kapitel 12, Verse 2-4, »Luther Bibel 2017«
(2) Herrchen, Matthias: »Das Buch vom Himmel«, Witten 2012, siehe Kapitel »Wie viele Himmel gibt es?«
(3) 2.Buch Mose Kapitel 34, Vers 5, »Luther Bibel 2017«
(4) Psalm 68, Vers 18 und 19, »Luther Bibel 2017«
(5) Daniel Kapitel 7, Verse 9-14, zitiert habe ich Vers 13, »Luther Bibel 2017«
(6) Petkov, Julian: »Altslavische Eschatologie: Texte und Studien zur apokalyptischen Literatur in kirchenslavischer Überlieferung«, Tübingen 2016, Seiten 246 und 247
(7) Ebenda, Seite 246, »Slavische Texte«
(8) Ebenda, Seite 298, »Die Plage der Sonne«
(9) Kanjilal, Prof. Dr. Dileep Kumar: »Vimana in Ancient India. Aeroplanes or Flying Machines in Ancient India«, Übersetzung aus dem Englischen von Julia Zimmermann, Bonn 1991, Privatdruck, Seiten 43 u. 44
Kanjilal, Prof. Dr. Dileep Kumar: »Fliegende Maschinen und Weltraumstädte im antiken Indien« in Fiebag, Johannes und Peter: »Aus den Tiefen des Alls«, Tübingen 1985, S. 127-147

Zu den Fotos
Fotos 1 und 2: Auch Paulus wurde »entrückt« (Illustration aus einer Bibelhandschrift um 850 n.Chr.). (Freie künstlerische Gestaltung der alten Vorlage!) Fotos Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Ein altindisches »Vimana« (nach Prof. Kanjilal). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Ein weiteres altindisches Vimana (nach Prof. Kanjilal). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein


553. »Paulus und die Bibliothek von Nag Hammadi«,
Teil 553 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 23. August 2020



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Sonntag, 31. Juli 2016

341 »Fünf Flugmaschinen in Stein und sechs verschollene Tempel«

Teil 341 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Ekambareswara-Tempel mit seinem Turm
Fischkutter tuckeln aufs Meer hinaus. Wir sehen abgearbeitete, arm gekleidete Fischer. Aber die Augen der Menschen strahlen. Freudig werden wir begrüßt, wo wir Pause machen.

Hier sind wir Bleichhäutigen die Exoten. Immer wieder begegnen uns Schulklassen, die uns höflich und mit strahlendem Lächeln auf »Gruppenfotos mit Bleichgesichtern« bitten. Wir verstehen nicht, was sie sagen, aber ihre Gesten. 

Durch Meere aus Reisfeldern fahren wir, vorbei an Palmenhainen, von Kanchipuram nach Mahabalipuram. Der Ekambareswara-Tempel mit seinem Turm (Foto 1) hat uns mächtig beeindruckt. Was erwartet uns in Mahabalipuram?

Auf den ersten Blick ist es nur ein ärmliches Fischerdorf. Was für ein Kontrast zur einstigen Metropole Kanchipuram. Aber warum wurde hier das größte Flachrelief der Welt mit der vom Himmel kommenden Göttin Ganga in den Stein gemeißelt? 400 Wesen – von der Maus bis zur Göttin – haben Künstler verewigt.

Wahre Künstler der Steinmetzkunst haben die fünf »Rathas« von Mahabalipuram geschaffen. Die kleinen Tempel werden auf das 7. Jahrhundert datiert, vielleicht sind sie auch älter. Jedenfalls gelten sie als die ältesten freistehenden Sakralbauten Indiens. Rathas sind aus der indischen Mythologie bekannt. Übersetzen lässt sich die Bezeichnung »Rathas« mit »himmlische Wagen«. Jedes einzelne dieser himmlischen Gefährte wurde aus dem massiven Stein gehauen. Jeder einzige besteht aus einem einzigen Monolithen. Und jeder einzelne wurde von innen ausgehöhlt und außen hat man komplexe Verzierungen eingemeißelt. Da stehen Menschen – oder sollen es Göttinnen und Götter sein? – in Türen.

Foto 2: Rathas von Mahabalipuram

Foto 3: Ratha mit Tonnendach
Einer der Fünf, der größte, trägt ein »Tonnendach« (Foto 3). Offenbar wurde er nicht mehr vollendet. Seine »Türen« sind erst nur angedeutet, auf die Gestalten darin hat man verzichtet. Immer wieder habe ich die fünf in Stein nachgebildeten »Tempelwagen« umrundet. Mir kamen die Worte von Professor Dr. Dileep Kumar Kanjilal (* 1. August 1933 in Kalkutta) in den Sinn. Der Gelehrte, wohl einer der besten Sanskritkenner Indiens, hat ein wichtiges Werk über die Flugapparate im alten Indien verfasst, es trägt den Titel: »Vimana in Ancient India«. Es basiert auf einer Reihe von seinen Vorlesungen. Julia Zimmermann hat das Werk von Prof. Kanjilal ins Deutsche übertragen. Leider erschienen sowohl das Original (1) von Prof. Kanjilal als auch die Übersetzung von Julia Zimmermann nur als Privatdrucke in bescheidenen Auflagen (2).

Prof. Kumar Kanjilal ist zur Überzeugung gelangt, dass die ältesten Tempel Indiens Nachbildungen von Raumschiffen waren, die in prähistorischen Zeiten zur Erde kamen. Im »vedischen Zeitalter« (vorsichtig datiert: 1500-1000 v.Chr.) wurden in heiligen Büchern Flugmaschinen beschrieben und in Stein als Rathas verewigt. Sind also die fünf Rathas von Mahabalipuram nichts anderes als steingewordene Abbildungen von »himmlischen Streitwagen«? Bis heute steht eine vollständige Untersuchung der ältesten Epen Indiens im Hinblick auf die Beschreibung von Weltraumtechnologie aus. Das darf und kann nicht verwundern, bedankt man die ganze Bibliotheken füllenden Texte. Die meisten davon liegen noch nicht in Übersetzungen in heutige Sprachen vor. Und viele der »Übersetzungen« wiederum sind keine Wort für Wort vorgenommenen Übertragungen in eine heutige Sprache, sondern Nacherzählungen.

Foto 4: Tiere in Stein, Himmelswagen in Stein

Prof. Kumar Kanjilal zum Verfasser (3): »Betrachten Sie die Rathas nicht nur als kleine Räume der religiösen Versammlung. Sie sollen vielmehr an eine fantastische Vergangenheit erinnern!« Mag sein, dass wir im christlichen Europa bei »Gotteshaus« nur an ein praktisches Gebäude denken, dass Gläubigen ein Dach für ihre Zusammenkünfte bietet.

Foto 5: Noch ein steinerner Ratha
Was die »fünf Rathas« von Mahabalipuram angeht, so führte ich vor Ort einige interessante Gespräche mit Archäologen, die sich leider weigerten, ihre Aussagen auf Band bannen zu lassen. Sie gaben mir aber in angeregten Unterhaltungen zu verstehen, dass so gut wie nichts wirklich als gesichertes Wissen angesehen werden kann. So mag es sein, dass die »fünf Rathas« keine »Tempel« im eigentlichen Sinn waren, sondern nur Modelle. Jedes einzelne der fünf Gebäude ist in einem anderen Stil gebaut worden. Vielleicht haben hier auch nur werde »Tempelbaumeister« geübt?

Festzustehen scheint die Vorgehensweise (4) der indischen Baumeister vor mindestens 1300 Jahren. Sie wählten ein wahres Steinmonster aus, erklommen es und begannen, sich von oben nach unten vorarbeitend, einen steinernen Himmelswagen aus dem Monolithen heraus zu meißeln. Schließlich wurde er innen komplett ausgehöhlt.

Nach einem glühend heißen Tag zu so manchem Tempel des südlichen Indien sind wir am Meer angelangt. Unsere Reiseleiterin deutet mit dem Arm hinaus. In der Dunkelheit der Nacht ist die Koromandelküste zu hören und zu sehen. Im seit Jahrtausenden unveränderten Gleichklang der Wellen ahnt man, was Ewigkeit ist. Und die weiße Gischt der Wogen zeichnet den Verlauf des Strandes in die Finsternis. Gegen Himmel und Meer zeichnet sich der »Shore Temple«, der »Küstentempel«, ab. Er hieß einst (5) bei den Seefahrern »Sieben Pagoden«. Wie kann ein einzelner Tempel direkt am Strand so genannt werden?

Foto 6: Wer schaut da raus?
Vor Ort gab’s auf diese Frage immer die gleiche Antwort: Der heute einmalige Küstentempel war einst ein kleines Teilstück eines »kilometerlangen« Komplexes von insgesamt sieben Tempeln. Sechs dieser Kultbauten wurden im Verlauf der Jahrhunderte vom Meer verschlungen!

Ähnliche Geschichten habe ich schon wiederholt auf meinen Reisen gehört. So soll es auf dem Grund des Titicacasees uralte Ruinen geben. Von Süd- nach Nordamerika: Auf dem Grund des »Rock Lake«, östlich von Madison in Wisconsin, USA, wollen Taucher Pyramiden entdeckt haben. Erstmals gab es 1900 »Sichtungen« der künstlich geschaffenen Objekte. Claude und Lee Wilson waren mit dem Boot auf dem See unterwegs und erkannten – klimatische Besonderheiten hatten den Wasserspiegel erheblich sinken lassen –  »rechteckige Strukturen«, die eindeutig künstlich waren. In den folgenden Jahrzehnten wurde es zur Gewissheit. Taucher bestätigten künstliche Bauten auf dem Grund des Sees!

Mich beeindruckt besonders ein Bericht von Victor S. Taylor aus dem Jahr 1936 (6): »Vier Pyramiden auf dem Grund des Rock Lake entdeckt. Womöglich indianischen Ursprungs, vielleicht von den Azteken gebaut.« 1937 suchte und fand Tieftauchspezialist und Rekordtaucher Max Gene Nohl. Er fuhr mit einem kleinen Boot den See ab, schleppte eine primitive Suchvorrichtung hinter sich her, die aus einem langen Seil und einem massiven Eisengewicht bestand. Präzise notierte er einen besonderen Fund auf dem Grund des Rock Lake: »Die Pyramide hat die Gestalt eines gekippten Kegels. Oben befindet sich eine kleine, quadratische Plattform, Kantenlänge 1,4 Meter. Kantenlänge am Boden 5,43 Meter. Höhe 8,83 Meter. Offenbar besteht die Konstruktion aus glatten, in Mörtel gesetzten Steinen. Sie ist weitgehend von einem grünlichen Schaum überzogen, der sich aber leicht wegkratzen lässt, zum Teil treten die Steine offen zutage, sind dem Wasser direkt ausgesetzt.«

Foto 7: Startbereit?
Zurück nach Mahabalipuram. Der Küstentempel soll kärglicher Rest einer eins riesigen Anlage mit sieben Tempeln gewesen sein? Einheimische, vorwiegend Fischer, erzählen Seltsames, ja manchmal Fantastisches. Darf man ihre Hinweise als pure Fantasiegebilde abtun, nur weil sie manchmal neugierigen Touristen gegenüber gern arg übertreiben? Darf man sachliche Hinweise auf sechs versunkene Tempel als Lügengeschichten abtun, weil sie einem nicht ins Konzept von der Vergangenheit unseres Planeten passen?

Mark Twain formulierte (8): »Die Wirklichkeit ist seltsamer als Dichtung, aber das liegt daran, dass die Dichtung sich an Wahrscheinlichkeiten halten muss, die Wirklichkeit nicht.«

Fakt ist: Auch der letzte der sieben Tempel wäre wohl längst vom Meer zerstört worden. Selbst die normale Brandung hätte ihn im Verlaufe der letzten Jahrzehnte vollkommen ausgelöscht, wenn nicht mit massivem Aufwand und unter Einsatz gewaltiger Mengen von Material Schutzmaßnahmen ergriffen worden wären. Und neueste Forschungsergebnisse beweisen: Sechs Küstentempel sind tatsächlich vom Meer verschlungen worden!

Foto 8: Der mysteriöse Küstentempel um 1915
Fußnoten

1) Kanjilal, Prof. Dr. Dileep Kumar: »Vimana in Ancient India. Aeroplanes or Flying Machines in Ancient India«, Sanskrit Pustar Bhandar, Calcutta, o.J.
2) Kanjilal, Prof. Dr. Dileep Kumar: »Vimana in Ancient India. Aeroplanes or Flying Machines in Ancient India«, Übersetzung aus dem Englischen von Julia Zimmermann, Bonn 1991, Archiv Langbein, Artikel-Nr. 1317b
3) Das Gespräch fand am 16. Juni 1979 statt, und zwar am Rande der Weltkonferenz der »Ancient Astronaut Society« in München. Prof. Kanjilal hielt einen vielbeachteten Vortrag. Auch ich referierte auf der Tagung. Mein Thema: »Die Sache mit den (biblischen) Urtexten«.
4) Malarvannan, Apoorva: »The Life of Mahabalipuram/ Pulsing Stories Trapped in Stone«, eBook Version 1.0 – Amazon Edition, publication date September 21 2014, Pos. 618, Pos. 674 u.a.
5) ebenda, Pos. 220
6) Langbein, Walter-Jörg: »Bevor die Sintflut kam«, München 1996, siehe Unterkapitel »Ein Paradoxon wird entdeckt« und »Wer suchet, der findet …«, Seiten 16-2. Zitat S. 17, Zeilen 6-8 von oben
7) ebenda, Seite 18
8) Twain, Mark: »Unterwegs: Aus Querkopf Wilsons Neuem Kalender«, Eulen Spiegel Verlag, S. 116

Foto 9: Der letzte Küstentempel muss geschützt werden.
Zu den Fotos

Foto 1: Der Ekambareswara-Tempel mit seinem Turm. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Rathas von Mahabalipuram. Foto wikimedia commons/ Kiwiodysee
Foto 3: Ratha mit Tonnendach. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Tiere in Stein, Himmelswagen in Stein. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Noch ein steinerner Ratha. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Wer schaut da raus? Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Startbereit? Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Der mysteriöse Küstentempel um 1915. Foto gemeinfrei
Foto 9: Der letzte Küstentempel muss geschützt werden. Foto Walter-Jörg Langbein

342 »Die Göttin und die sieben Tempel«,
Teil 342 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 7.08.2016


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Sonntag, 20. März 2016

322 »Tod im Feuerball«

Teil 322 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Priesterarchitekten bauten Tempel ...

Der Terminus »Gott« ist im christlichen Abendland ausschließlich positiv besetzt. In Indien ist das anders. Seit Jahrtausenden weiß man dort, dass die himmlischen Wesen auch durchaus negative Eigenschaften hatten. Sie kamen selten miteinander aus, bekämpften sich heftig. Fachkundige Experten berichteten mir in New Delhi, dass sich unterschiedliche Göttergruppen unterschiedlichen Menschengruppen zuwandten und mit Waffen belieferten. In der Wahl ihrer Mittel waren die »Himmlischen« nie zimperlich. Zahllose Berichte von Götterkämpfen und Kriegen sind in heiligen Büchern überliefert. Sie erinnern uns an heutige Science-Fiction-Filme a la Steven Spielberg.

Wir lesen von riesigen Weltraumstädten, die ihre Bahnen um die Erde zogen. Götter kämpften gegen Menschen, Götter bekriegten aber auch Götter. Im Vergleich zu den »Heiligen Büchern« der altindischen Literatur mutet die Bibel wie ein schmales Bändchen an. Die sakralen Epen sind von so gewaltigem Umfang, dass die Originale kaum gelesen werden. Im Verlauf der Jahrhunderte entstanden immer wieder extrem stark gekürzte Fassungen der Originaltexte und sehr stark gestraffte Nacherzählungen. Das »Srimad-Bhahvatam« zum Beispiel liegt in einer zwölfbändigen Fassung vor. 18.000 Verse bieten eine nicht zu überblickende Fülle von Informationen, auch in Sachen Flugmaschinen der Götter. (2)

Foto 2: Nachbildungen von »Vimanas«

Im X. Gesang erfahren wir einiges über Salva und ein außerirdisches Raumschiff, das auch von Menschen geflogen werden kann. Liest man die Schilderungen der Flugmanöver dieses fliegenden Götterschiffs, so wird man an Berichte heutiger »UFOs« und ihrer Flugmanöver erinnert. Worum geht es? Salva, mächtiger König, glaubte nicht an einen Sieg im Kampf gegen die Stadt Dvaraka. Doch außerirdische Hilfe stand zur Verfügung. König Salva hatte konkrete Vorstellungen und Wünsche (1): Ein Flugvehikel musste her, dass so gut wie unzerstörbar war. Gesteuert werden sollte es mit der »Willenskraft des Piloten«. Allein der Anblick des Raumschiffs musste die Feinde erstarren lassen. Maya Danava konstruierte das Gewünschte auf dem Planeten Talatala und stellte es Salva zur Verfügung.

Foto 3: »Vimana« nach Kanjilal
Salva konnte es fliegen und attackierte wiederholt die Festungsstadt Dvaraka. Blitzschnell vollführte das außerirdische Flugvehikel die verrücktesten Manöver. Wirbelnd bewegte es sich hin und her. Hatte man das Ding eben noch am Boden gesehen, stieg es schon wieder empor in den Himmel, wurde auf einem Berg gesichtet und dann sofort wieder im Meer. Das fantastisch anmutende Vehikel muss sehr viel vielseitiger gewesen sein als zu Beginn des dritten Jahrtausends erst möglich ist. Von »UFOs« allerdings liegen nicht minder utopisch anmutende Schilderungen vor.

Arjuna, Sohn des Himmelsgottes Indra war – das erfahren wir aus dem monumentalen »Bhagavad Gita« (»Gesang des Erhabenen«) – enger Vertrauter des Gottes Krishna. Arjuna griff vehement das riesengroße Raumschiff Hiranyapurna an. Die angegriffenen Götter wehrten sich erbittert, starteten ein fliegendes Kampfgeschwader, ausgestattet mit furchteinflößenden Waffen. Arjuna freilich ließ sich nicht beirren. Er feuerte ein »Raketengeschoss« ab, das exakt ins Ziel traf. Die Weltraumstadt explodierte und wurde in Stücke gerissen. Brennend und qualmend stürzten die Trümmer auf die Erde. Einige mögen auf dem Land eingeschlagen sein, die meisten versanken im Meer.

Foto 4: »Vimanas« in Stein (Tanjore, alias Thanjavur, Nadu)

Derlei kriegerische Auseinandersetzungen wurden in enormer Höhe, im erdnahen Weltraum ausgefochten, aber auch in geringeren Höhen. So vermeldet das heilige Epos »Bhagavata«, dass Salva einst die Stadt Dvaraka mit seinem Flugzeug angriff und mit Geschossen überschüttete. Krisna versuchte, rettend einzugreifen. Er lockte den Angreifer von der Stadt weg und verwickelte ihn in eine Luftschlacht.

Salva fühlte sich eindeutig unterlegen und versuchte sein Heil in der Flucht. Womöglich wurde er getroffen. Seine Flugmaschine mag beschädigt worden sein. Kurzzeitig landete er im Meer, stieg aber kurz darauf bereits wieder mit enormer Geschwindigkeit empor, bis in eine Höhe von 1.300 Metern. Krishna zeigte kein Mitleid. Er feuerte ein Raketengeschoß ab. Salvas Los war entschieden. Er konnte der Gefahr nicht entrinnen. Die Rakete folgte ihm, wurde vom Geräusch von Salvas Flugzeug gelenkt. Salva starb in einem glühenden Feuerball. (3)  In verschiedenen heiligen Büchern Indiens gibt es deutliche Hinweise auf Wissen, das nicht von dieser Erde stammt.

Foto 5: Noch ein »Vimana« nach Kanjilal

Im November 1995 reiste ich mehrere Wochen durch Indien. Ich besuchte verschiedene Bibliotheken, in denen die »heiligen Bücher« des Landes aufbewahrt werden. Zu den interessantesten Texten gehört ohne Zweifel das »Vymaanika Shaastra«, dessen Urfassung nach Überzeugung von Gelehrten wie Professor Dr. Kumar Kanjilal »Jahrtausende alt« sein soll. Er wurde im »Sanskrit College« von Kalkutta ausgebildet. Er studierte in Oxford, wurde Rektor des hoch angesehenen »Victoria College« von Coochbehar in Westbengalen. Der geachtete Wissenschaftler wurde zum Ehrenmitglied der »Asiatischen Gesellschaft« ernannt und erhielt einen Lehrstuhl an der Universität von Kalkutta. Professor Dr. Dileep Kumar Kanjilal  verfasste ein wichtiges Werk über die Flugapparate im alten Indien: »Vimana in Ancient India«. Es basiert auf einer Reihe von seinen Vorlesungen. Julia Zimmermann hat das Werk von Prof. Kanjilal ins Deutsche übertragen. Leider erschienen sowohl das Original von Prof. Kanjilal als auch die Übersetzung von Julia Zimmermann nur als Privatdrucke in bescheidenen Auflagen.

Foto 6: Altindisches Flugvehikel
Ich lernte den stets freundlichen, zierlich wirkenden Wissenschaftler von internationalem Rang erstmals anno 1979 kennen. Damals hielt er – wie auch ich – einen Vortrag auf der Weltkonferenz der »Ancient Astronaut Society« in München. Ich sprach damals über meine Arbeiten im Bereich der wortwörtlichen Übersetzung biblischer Texte. Die altindischen Texte, so versicherte mir Prof. Kanjilal, berichten immer wieder, dass einst Götter zur Erde kamen, um die Menschen zu studieren. Um nicht aufzufallen, tarnten sie sich dabei als Menschen. Himmelsfahrzeuge –  »Vimanas« genannt – waren nach den Berichten der alten Texte alles andere als selten. Allein in der Schilderung von Arjunas Reise durch zahlreiche himmlische Regionen und sternenreiche Gefilde des Firmaments wurden Hunderte von Himmelsschiffen gesichtet. Im bekanntesten indischen Epos, dem Mahabharata, tauchen sie – so Professor Kanjilal – an 41 Stellen auf. Die rund 100.000 Doppelverse des höchst umfangreichen Werkes wurden vermutlich zur Zeitenwende schriftlich niedergelegt. Es basiert aber auf mythischen Quellen, die womöglich einige Jahrtausende älter sind.

Beschreibungen von Raumschiffen finden sich noch heute in den heiligen Büchern Indiens. Sie müssen vor Jahrtausenden zum Alltag gehört haben, offenbar wie zu Beginn des dritten nachchristlichen Jahrtausends Flugzeuge eine Selbstverständlichkeit sind. Weil wir uns offenbar nach wie vor für die Krone der Schöpfung halten, wollen wir nicht glauben, dass es schon vor Jahrtausenden Raumfahrt gab: und das in einem Umfang, wie wir es nur aus Zukunftsromanen kennen. Doch zurück ins alte Indien:

Die schriftkundigen Sthapatis waren höchst vielseitige Theologen. Sie waren für die Rituale in den
Foto 7: Risszeichnung »Vimana«
Tempeln zuständig und berieten die Gläubigen in allen Lebensfragen. Außerdem wussten sie gut Bescheid über die Raumschiffe und Flugzeuge der Götter. Als Priester konnten sie die entsprechenden Texte auswendig zitieren, in denen die Flugapparate und Raumstädte vorkommen. Ihnen standen gewaltige Bibliotheken zur Verfügung, denen sie Einzelheiten über die Flugmaschinen entnehmen konnten. Viele technische Errungenschaften kannten sie dem Namen nach. Sie wussten manchmal auch, welchem Zweck sie dienten. Verstanden haben sie aber wohl das meiste nicht. Die Sthapatis waren aber nicht nur Geistliche und Theologen, sondern auch Architekten. Ihre Aufgabe war es, die Beschreibungen der Raumschiffe in Bauwerke aus Stein umzusetzen.

Sie holten also gewissermaßen die Raumkreuzer auf die Erde und bildeten sie in den Tempeln nach. In nachgebauten Himmelsschiffen der Götter zelebrierten die Sthapatis Gottesdienste. Sie sprachen rituelle Gebete oder riefen die Götter in besonderen Zeiten der Not an. Offenbar glaubte man, dass die Himmlischen besonders gewogen waren, wenn man sie in einer steinernen Kopie eines ihrer Raumschiffe anflehte. Dort würden sich die Himmlischen besonders wohl fühlen. Hatte diese Art der Verewigung in Stein noch einen weiteren Grund? Sollten »Vimanas« in Texten beschrieben und in Tempelform verewigt werden, damit sich Menschen auch noch nach Jahrtausenden an die phantastisch anmutenden, nichtsdestotrotz aber realen Vorgänge erinnern können würden? Wir können die alten Quellen studieren, sollten sie nur endlich wirklich ernst nehmen! Die schier unüberblickbare Fülle uralten Textmaterials macht die Erforschung der »Vimanas« allerdings nicht leichter. Und die schier ellenlangen Namen und Bezeichnungen strapazieren unsere Zungen. Trotzdem sollten wir die alten Quellen weit intensiver nutzen als dies bisher geschah!

Die Priesterarchitekten verewigten uraltes Wissen um die Flugvehikel des Alten Indien in Stein, in Gestalt von steinernen Tempeln. Herrliche Tempelanlagen gibt es zum Beispiel in Thanjavur, einst von den Engländern Tanjore genannt, im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu gelegen. Die historisch bedeutsame Stadt liegt im Mündungsdelta des Kaveri-Flusses, 320 Kilometer südlich von Chennai. Allein der Tempel wegen lohnt sich ein Besuch der einstigen Metropole.

Fußnoten

(1) Die zentralen Aussagen zum Raumschiff und seiner Manöver seien im Englisch einer angeblich gängigen Übersetzung zitiert. Mir lag ein umfangreiches Manuskript mit Auszügen aus dem Epos in englischer Sprache vor, das leider keine näheren Angaben zu Erscheinungsort usw. enthielt.

»Srimad-Bhagavatam«, 10. Gesang, Kapitel 76, Verse 6 und 7: »He chose a vehicle terrifying to the Vrishnis with which he could travel at will and that could not be destroyed by the gods, the demons, the humans, the singers of heaven, the serpents or the wild men. Giris'a [S'iva as the Lord of the mountain] said 'so be it' and ordered Maya Dânava, who was there to conquer the cities of the enemies , to build a flying fortress made of iron named Saubha and offer it to S'âlva.

»Srimad-Bhagavatam«, 10. Gesang, Kapitel 76, Verse 21 und 22: »The magical illusion created by Maya that then was seen in many forms, next seen in a single form and then again was not seen at all, constituted an inconstancy that made it impossible for his opponent to locate him. Moving hither and thither like a whirling firebrand the airship of Saubha never stayed in one place; from one moment to the next it was seen on the earth, in the sky, on a mountain top or in the water.«

Foto 8: Prof. Kanjilals Werk
(2) Bedanken möchte ich mich zudem bei Prof. Kumar Kanjilal, der mir – über Julia Zimmermann – ausführliches Quellenmaterial zur Verfügung stellte. Sehr hilfreich – und von mir ausgiebig als Quelle genutzt – ist folgendes Werk:

Kanjilal, Prof. Dr. Dileep Kumar: »Vimana in Ancient India. Aeroplanes or Flying Machines in Ancient India«, Übersetzung aus dem Englischen von Julia Zimmermann, Bonn 1991

Leider ist der wichtige Privatdruck nur sehr schwer zu beziehen.

(3) Kanjilal, Prof. Dr. Dileep Kumar: »Vimana in Ancient India. Aeroplanes or Flying Machines in Ancient India«, Übersetzung aus dem Englischen von Julia Zimmermann, Bonn 1991, Archiv Langbein, Artikel-Nr. 1317b, Seite 39

Zu den Fotos 
Fotos 1, 2 und 4 Zeigen Tempel von Tanjore, alias Thanjavur. Fotos: Walter-Jörg Langbein/ Fotos 3, 5, 6, 7, und 8: Archiv Walter-Jörg Langbein

323 »Die Stadt auf dem Meeresgrund«,
Teil 323 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 27.03.2016


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Sonntag, 21. Februar 2016

318 »Laser-Schwerter und die Wächter am Paradies«,

Teil 318 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein   
                  

Foto 1: Lasser-Waffen sind noch »Science Fiction«
Was lange allenfalls eine Domäne von Sciencefiction-Filmen war, das soll schon bald Wirklichkeit werden. Laser-Waffen sollen schon bald in der Kriegsführung eingesetzt werden. So vermeldete die US-Marine, dass sie an einer »Laserkanone« arbeite. Es werde an einen Einsatz im Persischen Golf gedacht. Nicht ohne Stolz sprechen schon jetzt Militärs »von einer neuen Ära« der Waffentechnik. Peter Morrison ist der zuständige »Programm-Manager« bei der US-Navy. Er schwärmte laut Pressemeldung der DPA von einem »gewaltigen Schritt nach vorn in der modernen Kriegsführung«. Einen vergleichbaren Entwicklungssprung habe es zuletzt von der »Ära von Messer und Schwert« in das Zeitalter des Schießpulvers gegeben.

Foto 2: Laserwaffen bei Adam und Eva?
Unterstützt wird die Entwicklung von Laser-Waffen für den Kriegseinsatz von der unabhängigen Forschungsstelle des US-Kongresses. Dem sind Laser-Kanonen vor allem aus Kostengründen sympathisch. Man hofft, dass morgen mit Laser-Strahl der gleiche Effekt erzielt werden kann wie heute mit einer »Abwehrakete«. Koste doch eine einzelne Rakete bis zu mehreren Millionen Dollar, während womöglich mit einem Laserstrahl – Kosten »weniger als ein Dollar« – das gleiche Resultat erzielt werden kann.

Militärs kommen aus anderen Gründen ins Schwärmen. Ein Kriegsschiff könne stets nur eine begrenzte Zahl von Raketen mit sich führen, eine Laser-Kanone könne feuern, so lange Strom zur Verfügung steht. Außerdem, so die Militär-Experten »erreiche der Strahl sein Ziel in Lichtgeschwindigkeit und könne so lange darauf ausgerichtet bleiben, bis etwa das gegnerische Flugzeug zerstört sei, selbst wenn es in rasender Geschwindigkeit kreuz und quer über den Himmel navigiert werde«.

Offensichtlich wird bei der US-Navy mit Hochdruck an der Perfektionierung von Laser-Waffen gearbeitet. Man muss vermuten, dass bei der Navy, aber auch in anderen Forschungs-Labors, militärischen wie privaten – in Sachen Laser-Waffen-Technologie schon sehr viel länger experimentiert wird als öffentlich zugegeben.

Foto 3: Hielt Mose eine Laser-Waffe?
Erich von Däniken spekulierte bereits 1972 über den Einsatz einer Laser-Waffe in biblischen Zeiten (1). Er bezieht sich auf eine mysteriöse Beschreibung im »Alten Testament« (2). Da wird eine Schlacht zwischen Israel und Amalek beschrieben. Handelte es sich bei dem »Stab Gottes« (3) um eine Laser-Waffe, die Mose selbst zum Einsatz bringt? Shiva hat womöglich in Himmelsschlechten Laser-Waffen zum Einsatz kommen lassen: Mit einem Pfeil, der drei Arten von Kraft in sich vereint, der den Himmel beleuchtet und eine Himmelsstadt zerstört, könnte sehr wohl eine Laser-Waffe gemeint sein. Das zumindest bestätigte mir der indische Gelehrte und Kenner der ältesten Schriften seines Landes Prof. Dr. Kumar Kanjilal.

Gott Indra, so wird in Heiligen Büchern des Alten Indien Überliefert, könnte über so etwas wie eine Laserwaffe verfügt haben. Sie wird aber wie folgt umschrieben (4): »Es ward Abend und Indra ergriff seine stärkste Waffe, den Blitz. … Als Vritra nun auf Indra zuflog … warf der Götterkönig seinen Blitz. Der Blitz fuhr in das Fleisch des Dämons, riss seinen Bauch auf. …«

Professor Kumar Kanjilal ist davon überzeugt, dass im »Alten Indien« Götter der »himmlischen Art« über Raumschiffe und über modernste Waffentechnologie verfügten. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Hinweise auf die fantastische Vergangenheit unseres Planeten in der altindischen Literatur aufzuspüren. Im Gespräch versicherte mir der Gelehrte (5): »Zu diesen Waffen gehörten wohl auch ›Laser-Raketen‹. Wenn Götter Blitze schleudern und ›Monster‹ zerfetzen, kann das die Umschreibung von Laser-Waffen sein!«

Foto 4: Engel mit Feuerschwert
Sollte es nicht nur in der sakralen epischen Literatur Indiens Hinweise auf Laser-Waffen im Altertum geben? Bereits in den 1970er Jahren suchte ich nach entsprechenden Beschreibungen. Weihnachten 1979 erschien mein Erstling »Astronautengötter/ Versuch einer Chronik unserer phantastischen Vergangenheit«. Ich schrieb (6):

»Gefährlicher waren schon die Strahlenwaffen (Laserwaffen). Wir erinnern uns daran, dass Zeus oft diese Waffengattung gegen Menschengruppen, aber auch gegen einzelne Personen und kleine Ziele einsetzte. Nicht nur die Götter waren mit diesen Waffen ausgerüstet, auch vertrauenswürdige Menschen erhielten kleinere Waffen von den Göttern. So erhielt die schöne Damayanti eine Blitzwaffe. Im XI. Kapitel von ›Nala und Damayanti‹, einer ›Episode aus dem Mahabharata‹, erfahren wir, dass das schöne Mädchen allein durch den Wald irrte: auf der Suche nach ihrem Gatten. Dort trifft sie auf einen Jäger. Doch lassen wir den Mythos selber sprechen:

›Als der Jäger nun merkte, dass sie (Damayanti) nur mit einem halben Tuchgewand bedeckt war, und ihre vollen Brüste und runden Hüften, ihre überaus zarten, untadeligen schönen Glieder sah und ihr Antlitz, das dem Vollmond glich, ihre geschwungenen Augenlider und als er ihre liebliche Stimme sah, da überwältigte ihn die Begierde. So versuchte er nun, sie mit freundlichen, sanften Worten zu gewinnen, da ihn Liebesverlangen quälte. Das durchschaute die Schöne. Und als die gattengetreue Damayanti erkannte, dass er ein Lüstling war, da entbrannte sie vor Zorn und war von heftiger Wut erfüllt. Er aber, der niederträchtige Bursche, wollte ihr voll heftigen Verlangens Gewalt antun.‹

Foto 5: Die Geschichte von Adam und Eva...

Die direkte Anwendung der Waffe Nala Damayantis wird nicht beschrieben, aber deren  fürchterliche Auswirkung: ›So stürzte der Jäger entseelt zu Boden wie ein vom Blitz getroffener Baum!‹ Sollte Damayanti eine Minilaserwaffe benützt haben, so wäre hier die Wirkung einer solchen Waffe exakt beschrieben …‹« (Zitat aus »Astronautengötter« Ende!)

Kurz und bündig war am 4.2.2014 auf der Internetseite des Senders »N24« ein kurzer Hinweis zu lesen: »Das Laserschwert ist eine der bekanntesten Errungenschaften der Science-Fiction-Filmwelt. Gebündeltes Licht und pure Energie werden per Knopfdruck zur tödlichen Waffe.« Aus dem Kosmos von »Starwars« sind Laserschwerter nicht mehr wegzudenken. Fans können aus einem reichen Angebot »Laserschwerter« kaufen, die jenen aus dem Kinouniversum auf das Verblüffendste ähneln. In einer Produktbeschreibung lesen wir: »Mit voll ausgezogener Teleskop-Klinge cirka neunzig Zentimeter lang, aus Kunststoff, mit beleuchteter Klinge und mit Klingenarretierung gegen das Herausfallen der Klinge aus dem Griff, die Klinge verschwindet komplett im Griff. Das Schwert sieht dann aus wie ein Original aus den Filmen. Auf Knopfdruck schaltet man das Licht ein. Mit einem schnellen Schwenk fährt die Teleskopklinge filmreif aus dem Griff. Ab 4 Jahre geeignet.«

Foto 6: Bewachten Engel mit Laser-Waffen das Paradies?

Im »Alten Testament« wird beschrieben, wie die ersten Menschen – Adam und Eva – aus dem Paradies vertrieben werden, weil sie gegen göttliches Gebot gehandelt haben. Haben sie doch Gottes Willen missachtet und eine verbotene Frucht angeknabbert. Wütend wirft sie Gottvater aus dem Garten Eden. Damit die beiden Menschen nicht wieder zurückkehren können, werden Engel als Wächter aufgestellt, die mit einer ganz besonderen Waffe ausgerüstet sind (7): »Und er (Gott) trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.«  Sollte es sich bei dem »flammenden, blitzenden Schwert« um eine Laser-Waffe gehandelt haben, aus dem Waffenarsenal jener vorzeitlichen Besucher aus dem Kosmos, die als »Götter« in heilige Bücher, Mythen und Legenden eingegangen sind?

Fußnoten
1) Däniken, Erich von: »Aussaat und Kosmos«, Düsseldorf und Wien 1972, Seiten 217 und 218
2) 2. Buch Mose Kapitel 17, Verse 11-14
3) ebenda, Vers 9
4) Govinda, Kalashatra: »Shiva Shiva!: Das Geheimnis der indischen Götter - Mythen, Meditationen, Rituale«, Kailash-Verlag, Verlagsgruppe Random House GmbH, 2014, S. 43
5) Das Gespräch fand am 16. Juni 1979 statt.
6) Langbein, Walter-Jörg: »Astronautengötter«, eBook-Ausgabe, Ancient Mail Verlag Werner Betz, Kapitel 13, Position 1194
»Astronautengötter« erschien 1979 zunächst als Hardcover-Ausgabe, später als Softcover. Schließlich übernahm der Ullstein-Verlag das Buch als neue Taschenbuchausgabe in sein Programm. Die Printausgaben sind nur noch antiquarisch erhältlich. Inzwischen liegt aber eine neuerlich überarbeitete Fassung meines Erstlings als eBook vor.
7) 1. Buch Mose Kapitel 3, Vers 24

Foto 7: Giusto de' Menabuoi, Adam und Eva, 1376-78
Zu den Fotos:
Foto 1: Laser-Waffen sind noch »Science Fiction«/ Lichtschwert blau Foto  wiki commons DancingPhilosopher
Foto 2: Laser-Waffen bei Adam und Eva?/Schdelsche Weltchronik, Illustration, Adam und Eva im Paradies, Druck Koberger 1493, Ausschnitt
Foto 3: Hielt Moses eine Laser-Waffe?/ Rudolf von Ems. Weltchronik, 1350-1375 wikimedia commons
Foto 4: Engel mit Feuerschwert/ Schedelsche Weltchronik, Illustration, Adam und Eva im Paradies, Druck Koberger 1494, Ausschnitt
Foto 5: Die Geschichte von Adam und Eva im Paradies/ Schedelsche Weltchronik, Druck Koberger 1493, Ausschnitt
Foto 6: Bewachten Engel mit Laser-Waffen das Paradies? Schedelsche Weltchronik, Druck Koberger 1493, Ausschnitt
Foto 7: Giusto de' Menabuoi, Adam und Eva, 1376-78, gemeinfrei

319 »Heidenzauber unter der Kirche«,
Teil 319 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       


erscheint am 28.02.2016


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Sonntag, 18. Januar 2015

261 »Die Schlangengöttin«

Teil 261 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: In zahlreichen indischen Tempeln
wurde die Schlangengöttin verehrt.

Indien ist und bleibt das Land der Widersprüche. Auf der einen Seite herrscht bittere Armut. Ein Millionenheer von Indern hat offenbar ein trauriges Los akzeptiert, lebt in unvorstellbarem Elend. Nach wie vor bestimmt in Indien ein uraltes Kastendenken das Leben. Es wird schon vor der Geburt an festgelegt, wer zu den Vielen ganz unten und den Wenigen ganz oben gehört. Vergeblich wurde von der Politik mit mal weniger, mal mehr Anstrengung versucht, dieses Kastensystem aufzulösen. Das mag auf dem Papier gelungen sein, in der Realität des Lebens aber nicht. Gleichzeitig verfügt Indien über eine bewundernswerte Weltraumforschungsorganisation, die »Indian Space Research Organisation« (ISRO). ISRO hat bereits mit Erfolg eine Sonde zum Mond geschickt und peilte dann als nächstes Ziel den Mars an. Während China und Indien bei ersten Versuchen teure Misserfolge vermelden mussten,  erreichte Indiens unbemanntes Raumvehikel »Mangalyaan« (Hindi für »Marsgefährt«) nach fast zehn Monaten Flugzeit den roten Planeten, bremste ab und trat in eine Umlaufbahn ein. Keiner anderen Nation ist das auf Anhieb gelungen. Alle anderen Länder scheiterten zunächst mit ihren Marsprojekten.

Foto 2: Göttin von Parasurameswar
 »Indiens preiswerte Mission zum Mars erfolgreich«, vermeldete »SVT.de« am 24. September 2014. Kostenpunkt: 57 Millionen Euro. Während die NASA für ein vergleichbares Projekt rund eine halbe Milliarde Euro ausgab, kann man die indische Mission als preiswertes Schnäppchen bezeichnen. 2016 soll ein Roboter zum Mond geschickt werden. Für 2018 hat sich die indische Raumfahrt die Landung eines Roboters auf dem Mars vorgenommen. Mir scheint: »Schwellenland« Indien hat in Sachen Weltraumfahrt die Nase vorn, vor der NASA. Ob Indien vor den USA den ersten bemannten Flug zum Mars wagen wird?

»Saubhika« war in altindischen Texten die Bezeichnung des Kommandeurs einer oberthschen Riesenraumstation. Sein Berufsbild wird von den altindischen Texten so umschrieben: »Jemand, der die Kunst des Fliegens einer Raumstadt kennt«. Prof. Kanjilal: »Die Beschreibung von einer Anzahl um sich selbst drehender Städte im Weltall, die bezeichnet sind als ›Vaihayasu‹, ›Gagancara‹ und ›Khecara‹, erscheinen im ›Vanaparvan‹ des ›Mahabharata‹. Im ›Sabhaparvan‹ finden sich ebenfalls Beschreibungen von Raumstädten, von Maya erbaut. Was erstaunlich an dieser Beschreibung ist, dass diese ›Sabhas‹ sich in unveränderten Bahnen rund um die Erde bewegten. Ihre Eingänge waren weit genug, um schmalen Flugzeugen den Durchgang zu ermöglichen.« (1)

Heutige und künftige Raumfahrtprojekte Indiens erfüllen auch Professor Dileep Kumar Kanjilal (geboren am 1. August 1933 in Kalkutta) mit Stolz. Der Gelehrte gilt als einer der führenden Experten der Welt für Pali, Sanskrit und andere Sprachen Indiens. Nach intensivstem Studium Jahrtausende alter heiliger Bücher Indiens kam der Wissenschaftler zum Ergebnis, dass altindische Epen präzise außerirdische Raumschiffe beschreiben, die in der Prähistorie aus dem All zur Erde kamen. Gewaltige Weltraumstädte kreisten um die eigene Achse auf ihren Reisen durchs All. So entstand an Bord künstliche Schwerkraft. Die gigantischen Vehikel sollen Planet Erde umkreist und »kleine« Zubringerschiffe ausgesetzt haben, die zwischen Mutterschiff  und Erde hin und herpendelten. Setzt also das heutige Indien eine Jahrtausende alte Tradition fort, wenn es zunächst unbemannte Flugkörper zu Mond und Mars schickt?

Foto 3: Noch
eine Schlangengöttin.
Indien war für mich eines der faszinierendsten Reiseländer.  Meine Reisegefährten und ich, wir hatten viel Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung. In abgelegenen, selten von Touristen heimgesuchten Gefilden, begrüßten uns die Menschen mit einer kaum zu beschreibenden echten Herzlichkeit. Oft machten die Ärmsten der Armen einen äußerst zufriedenen, ja glücklichen Eindruck. Dankbare Blicke ernteten wir, wenn wir den alten Gottheiten Indiens unseren Respekt zeigten. In Bhupaneswar bewunderten wir herrliche Tempel, von denen einige wohl über ein Jahrtausend alt waren. Wir staunten über die Vielfalt der antiken Gotteshäuser. Sie waren alle Beweise für eine hochentwickelte Steinmetzkunst im »Alten Indien«. Mit bemerkenswerter Präzision wurden einst Steinblöcke so zurechtgeschnitten, dass sie millimetergenau aufeinander und ineinander passten. Die Fugen waren oft so gut wie gar nicht zu erkennen, es schien so, als gehe ein Stein in den anderen über.

Tempel à la Parasurameswar sind Bücher in Stein. Könnten wir sie doch wirklich wie ein Buch lesen! Würden wir doch wirklich verstehen, was die zahlreichen Fabelwesen bedeuten. Oft erinnern sie mehr an abstrakte Zeichnungen moderner Künstler als Jahrhunderte oder gar Jahrtausende alte Kunst. Von einem deutschen Professor für Völkerkunde weiß ich, dass wir weit weniger wirklich verstehen als wir meinen. »Die uralten Darstellungen haben auf wundersame Weise die Zeiten und die Zerstörungswut vieler ›Besucher‹ aus unterschiedlichen Kulturkreisen überdauert. Die ersten Europäer, waren Christen. Glauben Sie wirklich, dass den Fremden die Quintessenz der alten Geheimnisse offenbart wurde?« Wirklich interessiert hat man sich ja wohl aus Abscheu gegenüber der Darstellung sexueller Praktiken an Tempelwänden nicht. Dass es sich um Symbolik handeln könnte, wollte man weder wissen noch glauben.
Foto 4: Mysteriöses Fabelwesen... Kreatur aus uralten Mythen.
Was wir »zivilisierten« Europäer als zu fremdartig empfinden, können wir nicht wirklich begreifen (2). Und mancher Zeitgenosse neigt noch immer dazu, das Unverstandene als »primitiv« zu verunglimpfen. Die Darstellungen der ägyptischen Göttin Hekate mit drei Köpfen und drei Armpaaren findet zahlreiche Pendants im Alten Indien. So wurde der Opfer- und Schutzgott Brahma als die männliche Personifikation des Brahman (Neutrum) angesehen. Der Schöpfergott und Lenker des Universums wurde stets mit drei Köpfen und mehreren Armen dargestellt. Seine Gattin Sarasvati, die Göttin der Fruchtbarkeit und der Reinheit, verfügt auf Reliefs über vier Arme. Rudra, Gott der Stürme und Krankheits-plagen, war gut und böse zugleich. Auch er ist in so manchem Tempel mit mehreren Armpaaren dargestellt. So wie sich in der Glaubenswelt des Voodoo Götter in Gestalt von Tieren zeigen konnten, so wurden fast alle Götter des Hinduismus ebenfalls in Tieren verehrt. (3)

Foto 5: Noch ein Fabelwesen ... verwittert, mysteriös ...
Unzählige Tempel waren mit hunderten, ja tausenden von Skulpturen versehen. Den Portugiesen, deren erste Stützpunkte in Diu, Daman und Goa bereits 1498 entstanden, waren viele Darstellungen an Tempelwänden zu »unsittlich«. Auch die »frommen« Franzosen und Engländer waren entsetzt ob der freizügigen Darstellungen in Stein. Verstanden haben sie die Bedeutung der altindischen Kunst alle nicht. Wie viele Skulpturen religiösen Eiferern im Lauf der Jahrhunderte der Entdeckung zerschlagen wurden? Wir wissen es nicht.  Fakt ist, dass konkrete Pläne existierten, nach denen ganze Tempelanlagen zerstört werden sollten. Es ist jedenfalls ein Segen, dass noch so viele alte Tempel bis in unsere Zeit überdauert haben.

Foto 6: Fabelwesen aus Sandstein

In Bhubhaneswar und Umgebung stießen wir immer wieder auf Darstellungen von Naga Kanya. Die ersten christlichen Besucher müssen entsetzt gewesen sein ob dergleichen Darstellungen. Wurde doch die verehrte Göttin häufig halb als menschliche Frau, halb als Schlange dargestellt. Ihre obere Hälfte war die einer höchst attraktiven Frau mit wirklich stattlicher Oberweite. Ihre untere Hälfte war der einer Schlange. In den Augen der Christen konnte es kaum Schlimmeres geben als eine – wie sie meinten – Darstellung der Schamlosigkeit und Sünde einerseits und der teuflischen Schlange andererseits!

Die »Schlangenkönigin«, eine »Frau-Schlangen-Mischung«, »Naga Kanya« genannt, freilich war – und ist auch heute noch – hoch angesehen: als Beschützerin und Lehrerin der Frauen, als »Mutter der Erde«, als des Lebens, der Fruchtbarkeit. Ihre Darstellungen variieren. Manchmal wird die Göttin als Schlange ohne menschliche Züge gezeigt. Andere Skulpturen der Göttin weisen sie als Mischwesen aus: als Schlange mit Menschenkopf oder als Kreatur mit Schlangenunterleib und menschlichem Oberkörper. Manchmal trägt die Naga Kanya ihren schönen Kopf stolz hoch erhoben und eine Kobrahaube wie eine – für uns Europäer ungewöhnliche – Krone.

Foto 7: Schlangengöttin
und Schlangengott.
 Schlangen haben, ganz anders als im Christentum, eine positive Bedeutung im »Alten Indien«. Nagas werden als Wächter der Übergänge angesehen: zwischen innen (Haus) und außen (Umwelt), wohl auch zwischen Diesseits und Jenseits. Was mir positiv aufgefallen ist: Die uralte Schlangengöttin wird keineswegs nur von den Anhängern einer »Religion« verehrt. Wiederholt habe ich Buddhisten und Hindus in friedlicher Eintracht erlebt. Die heiligen Stätten der Schlangengöttin dürfen von allen aufgesucht werden. Und man muss keiner bestimmten Religion angehören, um zur Schlangengöttin zu beten.


Wer sich die Zeit nimmt, um in einem alten indischen Tempel zu verharren, der kann – so er das wirklich zulässt – die Heiligkeit fremder Orte der Religiosität förmlich körperlich spüren.

Foto 8: Schlangengöttin aus Bronze...
Erich von Däniken  bringt es in wenigen Sätzen auf den Punkt (4):

»Soll man Tempel sprengen, Kirchen schleifen? Nie und nimmer. Wo Menschen sich zusammenfinden und den Schöpfer preisen, empfinden sie eine wohltuende stärkende Gemeinsamkeit.

Wie vom Ton einer Stimmgabel angerührt, schwingt gemeinsame Ahnung von etwas Großartigem im Raum. Tempel und Kirchen sind Orte der Besinnung, Räume des gemeinsamen Lobs für das Undefinierbare, für ES, das wir behelfsweise Gott zu nennen gelernt haben.

Diese Versammlungsstätten sind notwendig. Der Rest aber ist überflüssig.«


Foto 9: Fabelwesen aus Stein...
Zur Lektüre empfohlen…

(1) Kanjilal, Prof. Dr. Dileep Kumar:
»Vimana in Ancient India.
     Aeroplanes or Flying Machines
in Ancient India«, Calcutta
     Februar 1985
(2) Franz, Heinrich Gerhard:
Das alte Indien/ Geschichte und Kultur des
     indischen Subkontinents,
München 1990
(3) Bhagavdgita, die. Mit einem spirituellen
Kommentar von Bede Griffiths/
Aus dem Sanskrit übersetzt, eingeleitet
und erläutert von Michael von Brück,
München 1993

Zitat

(4) Däniken, Erich von: »Aussaat und Kosmos/ Spuren und Pläne außerirdischer
     Intelligenzen«, Düsseldorf 1972, S. 249 unten und S. 250 oben


Zu den Fotos: Alle Fotos - mit Ausnahme von Foto 7 - Walter-Jörg Langbein

Foto 1: Parasurameswar Tempel
Foto 2: Naga Kanya Bhupaneswar
Foto 3: Schlangenkönigin oder Schlangengöttin. Sammlung W-J.Langbein
Foto 4: Parasurameswar
Foto 5: Parasurameswar
Foto 6: Parasurameswar
Foto 7: Schlangenkönigin und - könig, naga und nagini, wiki commons Nohonu
Foto 8: Schlangenkönigin oder Schlangengöttin. Sammlung W-J.Langbein
Foto 9: Parasurameswar

262 »Tempel des Teufels«,
Teil 262 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein,                      
erscheint am 25.01.2015



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