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Sonntag, 15. September 2019

504. »Die Bibel - das Buch der Bücher?«

Teil 504 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein



Foto 1: Piscator-Bibel 1684

Manch christlicher Theologe missversteht gern den Namen der Bibel. Er spricht salbungsvoll von der Bibel als dem »Buch der Bücher«. Das interpretiert er im Sinne einer qualitativen Bewertung, etwa als »das beste/ wichtigste Buch aller Bücher«. Für solche Theologen ist »Buch der Bücher« ein Superlativ: Es gibt viele Bücher, aber nur das eine, einzige »Buch der Bücher«. Dabei ist der Sachverhalt ein einfacher. »Bibel« leitet sich vom altgriechischen βιβλία, von »biblia«, ab. »Biblia« bedeutet schlicht »Bücher« (Mehrzahl!). Damit soll verdeutlicht werden, dass die Bibel nicht ein Buch, sondern eine Sammlung (unabhängig voneinander entstandener) Bücher ist: vom »Ersten Buch Mose« des »Alten Testaments« bis hin zur »Apokalypse« (1), dem letzten Buch des »Neuen Testaments«.

Kein anderes Buch der Weltgeschichte ist so weit verbreitet wie die Bibel, das »Buch der Bücher«. Die Bibel liegt, ganz oder in Auszügen, in rund 2.000 Sprachen und Dialekten und mindestens drei Milliarden Exemplaren vor. Allein in Japan, dessen Bevölkerung nur zu einem Prozent christlichen Glaubens ist, wurden innerhalb weniger Jahre rund 150 Millionen Bibeln gedruckt. Die Bibel steht heute inzwischen  rund 98 Prozent der Erdbevölkerung zur Verfügung, vor wenigen Jahrhunderten noch durften selbst die meisten Christen das  »Buch der Bücher« nicht selbst lesen.

Foto 2: William Tyndale um 1536
Im 16. Jahrhundert gab es in England nur eine lateinische Übersetzung, die der Priesterschaft vorbehalten war. William Tyndale (*etwa 1494; †1536) wagte es, Teile des Alten Testaments und das gesamte Neue Testament ins Englische zu übersetzen. Damit verstieß er gegen das Gesetz. Der angesehene Gelehrte, er unterrichtete an der Universität von Cambridge, musste seine akademische Laufbahn aufgeben, war lange Jahre auf der Flucht. Schließlich wurde er verhaftet, der Ketzerei angeklagt, zum Tode verurteilt und erdrosselt. Sein Leichnam wurde öffentlich verbrannt.

Die erste deutschsprachige Bibel stammt, allen anders lautenden Gerüchten zum Trotz, nicht von Luther. Wer sie erstmals ins Deutsche übertrug, das ist nicht überliefert. Die vermutlich erste Bibel in deutscher Sprache erschien bereits anno 1466 in Straßburg. Unbekannt sind auch die Namen der Übersetzer von weiteren vierzehn deutschsprachigen Bibelausgaben, die allesamt vor Luther erstellt und gedruckt wurden.

Heute ist die Bibel allgemein zugänglich. Kein anderes Buch wird so viel gedruckt und doch nur so wenig gelesen. In wohl jedem europäischen Haushalt ist mindestens ein Exemplar der Bibel vorhanden. Darin gelesen wird höchst selten. Favorisiert wird das Neue Testament. Zur Weihnachtszeit füllen sich die ansonsten meist leeren Kirchenbänke, erinnern wir uns der Evangelien, blättern vielleicht in der »Weihnachtsgeschichte«. Ansonsten aber bleibt die Bibel meist unbeachtet. Von hundert Bibelbesitzern, so ergab unlängst eine Umfrage in Deutschland,  sind nur fünfzehn auch tatsächlich Bibelleser.

Foto 3: Piscator-Bibel 1684
Die Texte des Alten Testaments wurden in hebräischer und aramäischer Sprache, die des Neuen Testaments in griechischer Sprache verfasst. Sie entstanden in einem Zeitraum von rund eineinhalb Jahrtausenden. Die ältesten Texte entstanden etwa um das Jahr 1200 v. Chr. bis etwa 150 n. Chr. Eine »Urfassung« liegt nicht vor. Heute sind rund 1.700 hebräische Teilmanuskripte der Bibel bekannt. Sie werden als kostbare Schätze in den wissenschaftlichen Bibliotheken unseres Planeten gehütet.

Warum wollte der Klerus bis ins 16. Jahrhundert hinein verhindern, dass der »Mann von der Straße« sich selbst ein Bild von den biblischen Schriften machte? Bangte er um seine Machtposition? Sollte es ausschließlich den Priestern vorbehalten sein, den Menschen zu verkünden, was als »Wort Gottes« zu gelten hatte ?

Vor Jahrtausenden entstanden im »Heiligen Land« unzählige Schrifttexte, die im Verlauf eines langwierigen Prozesses von unzähligen Menschen zu immer größeren Texteinheiten zusammengefügt wurden. Wenn man nun vom »Originaltext« des Alten Testaments spricht, so ist dies in gewisser Hinsicht irreführend. Es gab unzählige einzelne Texte, aus denen der Kanon des Alten Testaments erstellt wurde. 1477 erschien ein Teil des Alten Testaments in hebräischer Sprache in Bologna. 1488 wurde in Soncino, in der Nähe von Mailand, eine erste komplette hebräische Ausgabe des Alten Testaments im Druck vorgelegt.

Foto 4: Piscator-Bibel 1684
1516 und 1517 lag es eine Reihe von »Rabbinerbibeln« vor. Sie enthielten den Text des Alten Testaments in Hebräisch. Dazu gab es sehr ausführliche theologische Kommentare. Diese »Rabbinerbibeln« lassen sich aber nicht  auf eine Urbibel zurückführen. Sie sind vielmehr von theologischen Herausgebern erarbeitete Sammlungen von verschiedenen Handschriften. Wir müssen uns also im Klaren sein: Wenn es je so etwas wie eine »Urbibel« gegeben hat, so kommen wir an den Text heute nicht mehr heran. Müssen wir also frustriert aufgeben, die wir doch eigentlich erfahren wollten, was »wirklich« in der Bibel steht? Sind wir auf deutsche Übersetzungen mit ihren Unzulänglichkeiten angewiesen?

Keineswegs. Wir können uns den wissenschaftlich anerkannten hebräischen Text des Alten Testaments vornehmen, so wie er an allen Universitäten gelesen und studiert wird. Es handelt sich dabei um die »Biblia Hebraica«, die ständig überarbeitet und redigiert wird. Beispielsweise werden Texte von Qum Ran berücksichtigt.

Foto 5: Johannes Piscator
Meine Lieblingsübersetzung der Bibel stammt von Johannes Piscator (*1546; † 1625). Piscator war ein elsässischer reformierter Theologe und Bibelübersetzer. Mit geradezu pedantischer Akribie übertrug er in den Jahren von 1602 bis 1604 die Texte des Alten und des Neuen Testaments aus den Originalsprachen Hebräisch und Griechisch ins Deutsche seiner Zeit. Was seine Übersetzungen so wertvoll macht? Piscator hielt sich sehr viel strikter als Martin Luther an die Vorlagen.

Eine Neuauflage der »Piscator Bibel« zu einem erschwinglichen Preis ist überfällig. Für 2016 war eine eBook-Version der kompletten »Piscator Bibel« angekündigt. Im Mai 2019 war ist diese Version des wichtigen Werkes aber noch nicht erschienen. Der gespannte Bibelleser wurde vertröstet. Es hieß auf der Homepage des Sepher-Verlags, Herborn, sie werde »demnächst« erscheinen.

Leider wird das Projekt »Piscator-Bibel als eBook« so schnell nicht verwirklich werden. Auf der Homepage des Verlags ist nun zu lesen (2): »Weitere Projekte, wie eine ebook-Version oder ein Arbeitsheft sind angedacht.«

Wir kommen dem »Kern« der Bibel näher, wenn wir die »Biblia Hebraica« in biblischem Althebräisch lesen. Im Studium der evangelischen Theologie zu Erlangen habe ich vor vielen Jahren wichtige Passagen aus dieser längst ausgestorbenen Sprache übersetzt. Es freut mich, dass ich Ihnen, lieber Leserin und lieber Leser, daraus einige wichtige Texte vorlegen kann. Ich war beim Übersetzen stets darum bemüht, den Text so ins Deutsche zu übertragen, dass so viel vom Original wie nur möglich erhalten bleibt.

Foto 6: Autor Walter-Jörg Langbein
mit »Endter-Bibel« (1716).
Foto Barbara Kern
Fundamentalistische Theologen haben sehr konkrete Vorstellungen, wie der »wahre Glaube« aussieht. Deshalb sind davon überzeugt, genau zu wissen, was in »ihrem« Glaubensbuch stehen kann und muss und was nicht. Weil für sie ihr ganz konkreter Glaube der einzig mögliche ist, kann für sie im »Heiligen Buch« nichts stehen, was diesem Glauben widerspricht. Denn ihr »Heiliges Buch« ist göttliche Wahrheit pur. Wenn sie nun »ihr Heiliges Buch« in eine moderne Sprache übersetzen, dann hinterfragen sie ihre vorgefasste Meinung natürlich nicht. Das wäre Ketzerei. Sie sind davon überzeugt, die Glaubenswahrheit zu kennen, die darf man nicht hinterfragen. Wer wollte auch die Wahrheit, die allein den Segen bringt, anzweifeln? Fundamentalistische Übersetzer übertragen den altehrwürdigen Text ihres »Heiligen Buchs« unbewusst (?) immer so, dass ihre Glaubenslehren bestätigt werden. Ihre Übersetzung sehen sie dann als Beweis für die Richtigkeit ihres Glaubens an.

Mit meiner Übersetzung von Passagen des »Alten Testaments« verfolge ich keinerlei missionarische Absicht. Ich versuche auch nicht, von einem bestimmten Glauben, einer bestimmten Konfession, einer bestimmten Lehrmeinung oder Weltsicht zu überzeugen.

Ich möchte lediglich versuchen, Originaltexte in  möglichst wortwörtlicher Übersetzung näherzubringen und zum Nachdenken anzuregen.

Fußnoten
(1) »Apokalypse« lässt sich mit »Offenbarung« übersetzen. Jede »Offenbarung« ist eine »Apokalypse«. Eine »Apokalypse« ist also keineswegs grundsätzlich eine Weltuntergangskatastrophe, auch wenn der Begriff heute meist so missverstanden wird.
(2) https://sepher.de/ (Stand 4.9.2019)

Zu den Fotos
Fotos 1, 3 und 4: Piscator-Bibel (1684). Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: William Tyndale um 1536. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Johannes Piscator. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Autor Walter-Jörg Langbein mit »Endter-Bibel« (1716). Foto Barbara Kern

505. »Am Anfang«,
Teil 505 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 22. September 2019



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Sonntag, 26. Mai 2019

488 »Das Licht der Erkenntnis / Computersimulation 3«

Teil 488 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Das Universum - eine Illusion?
»Am Anfang war das Wort,
und das Wort war bei Gott,
und das Wort war Gott.«
(Evangelium nach Johannes,
Kapitel 1 Vers 1)


Was ist Religion? Viktor Cathrein (*1845; †1931), ein schweizerisch-deutscher Moral- und Rechtsphilosoph, Priester der Societas Jesu, formulierte folgende Definition von Religion (1): »Verehrung geistiger, außer und über der sichtbaren Welt stehender persönlicher Wesen, von denen man sich abhängig glaubt und die man irgendwie günstig zu stimmen sucht.«

Religion ist meiner Meinung nach ursprünglich immer der Versuch gewesen hinter der sichtbaren, der greifbaren Welt der Materie ein unsichtbares spirituelles Wesen zu suchen, das für die Realität verantwortlich gemacht werden kann. Der religiöse Mensch glaubt, dass es jenseits des Irdischen eine überirdische Realität gibt. Wir erleben in unseren Tagen eine erstaunliche Entwicklung. Prof. Niemz (* 1964 in Hofheim am Taunus) schrieb ein erstes Werk, an das sich offensichtlich kein großer Publikumsverlag heranwagte. So erschien »Lucy mit c: Mit Lichtgeschwindigkeit ins Jenseits« (2) im Selbstverlag. Und schlug ein wie eine Bombe. 28.000 verkaufte Exemplare katapultierten das Werk auf die GONG-Bestsellerliste.

Jetzt zeigten große Publikumsverlage lebhaftes Interesse. Weitere Werke (3) folgten, in denen Prof. Markolf H. Niemz eine konkrete Beschreibung verborgener Wirklichkeit vorstellt, die fantastisch anmutet. Sie ist aber präzise durchdacht und scheint zu bestätigen, was schon vor Jahrtausenden in religiösen Bildern festgehalten wurde. Es stellt sich eine Frage: Können wir mit wissenschaftlichen Methoden überhaupt eine Wirklichkeit hinter der vordergründig sichtbaren und messbaren Realität erkennen? Konkreter: Nehmen wir an, wir sind eine Computersimulation einer künftigen Hochtechnologie-Menschheit, so wie der schwedische Philosoph Nick Bostrom (*1973) das für sogar wahrscheinlich hält. Nach Bostrom könnten die Wissenschaftler einer künftigen Zivilisation geradezu unendlich viele Simulationen von Menschheiten erschaffen, die alle die eigene Existenz für real halten. Nehmen wir einmal an, wir wären eine solche computergenerierte Illusion. Könnten wir das erkennen und beweisen? Wenn wir eine Illusion wären, nämlich als Teil einer Menschheit, die insgesamt auch nur ein computergeneriertes Trugbild wäre, gäbe es dann wissenschaftliche Möglichkeiten, mit deren Hilfe wir unsere vermeintlich reale Existenz als künstliche Illusion erkennen könnten?

Foto 2: Blick in die Piscator-Bibel von 1771

Prof. Niemz (4): »Religionen sind Wegweiser, die uns auf der Suche nach Wahrheit Orientierung geben können.« Und weiter (5): »Als Wegweiser zu Gott sind Religionen von sich aus nicht feindselig. Zur Konfrontationen kommt es aber oft dann, wenn sich ihre Wege kreuzen und es für die Gläubigen nicht offensichtlich ist, dass sie zum gleichen Ziel führen.« Vor allem will kein fundamentalistischer Vertreter einer der großen monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam zur Kenntnis nehmen, dass religiöse Bilder eine tiefere Wahrheit eventuell nur symbolisch beschreiben. Stattdessen werden Symbole von Fundamentalisten der drei großen Weltreligionen beharrlich als realistisches Abbild der Wirklichkeit missverstanden. So entstehen Bilder von Gott, der alles andere als göttlich ist und oft an einen unerträglichen Tyrannen erinnert, der willkürlich belohnt und bestraft und der knechtischen Gehorsam fordert und Unterwürfigkeit abverlangt.

Wer glaubt, dass wir Menschen von Gott erschaffen wurden, der kann doch nicht unterstellen, dass Gott Denkverbote ausspricht. Wer glaubt, dass Gott dem Menschen ein Gehirn gegeben hat, der wird keine Scheu haben und nachdenken. Denn wenn Gott nicht wollte, dass der Mensch denkt, warum hat er ihm dann ein Gehirn gegeben. Es ist also kein Sakrileg, wenn der Mensch sein Gehirn benutzt, auch dann nicht, wenn es um »Heilige Schriften« geht. Kein Gott, der seinem Geschöpf Mensch die Fähigkeit zu denken schenkt, wird erwarten, dass der Mensch alles kritiklos hinnimmt, was in einem »Heiligen Buch« steht, und das nur weil es in einem »Heiligen Buch« steht.

Foto 3: Evangelium nach Johannes, Kapitel 1, Vers 1 (Piscator 1771)

Es kann sich lohnen, die Aussagen von »Heiligen Büchern« zu hinterfragen. Nur so kann man verborgene Wahrheiten entdecken, die sonst verborgen blieben. Hinterfragen muss man auch Übersetzungen, besonders wenn es um Ausdrücke von zentraler Bedeutung geht. Eine der wichtigsten »Stellen« der Bibel findet sich im Neuen Testament: Evangelium nach Johannes, Kapitel 1, Vers 1. Johannes Piscator (* 27. März 1546 in Straßburg; † 26. Juli 1625 in Herborn), er übertrug 1602 bis 1604 die Texte des Alten und des Neuen Testaments aus den Originalsprachen Hebräisch und Griechisch ins Deutsche seiner Zeit, übersetzte so: »Im anfang war das Wort, und das Wort war bey Gott, und das Wort war Gott.« Diese Übersetzung blieb unverändert, wir finden sie beispielsweise in der Piscator-Bibel von 1684 und in Piscators Ausgabe des Neuen Testaments von 1771. Eine Luther-Bibel von 1912 weicht erheblich vom Originaltext ab und interpretiert mehr als dass sie eine textnahe Übersetzung präsentiert (6): »Das da von Anfang war, das wir gehört haben, das wir gesehen haben mit unsern Augen, das wir beschaut haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens.«

Die Lutherbibel von 2017 kehrt zu Luthers Bibel-Ausgabe von 1545 (7) zurück: »Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.« Wir in deutschsprachigen Übersetzungen in der Regel das griechische Wort »logos« vermieden, in spanischen Bibeln – zum Beispiel in »La Biblia Textual (8)«  – belässt man es beim »logos«.

Foto 4: Das Universum... Materie oder Illusion?

Nur die »Zürcher Bibel« lässt erkennen, welche Klippe alle gängigen Übersetzer umschiffen. Da lesen wir: »Im Anfang war das Wort, der Logos, und der Logos war bei Gott, und von Gottes Wesen war der Logos.« In einer Fußnote erklärt die »Zürcher«: »Für die Wendung ›das Wort, der Logos‹ steht im griechischen Text nur der Begriff ›logos‹. Die Übersetzung gibt den griechischen Begriff doppelt wieder, um anzudeuten das dieser zwar ›Wort‹ heißen, aber auch eine umfassende, aber auch eine umfassende, bis ins Kosmologische reichende Bedeutung annehmen kann.«

Was aber bedeutet nun das Griechische »logos«? Was ist mit »kosmologischer Bedeutung« gemeint? Interessant ist, was »Das Neue Testament – Wiederlangungs-Übersetzung«, die kostenlos an Interessierte verteilt wird und nicht verkauft werden darf, in einer Fußnote erklärend anmerkt: »Das Wort ist nicht von Gott getrennt. Es ist nicht so, dass das Wort das Wort und Gott Gott wäre, und diese somit voneinander getrennt wären. Vielmehr sind die beiden eins, deshalb heißt es auch in der nächsten Wendung, dass das Wort Gott war.« Wie ist zu verstehen, dass »logos« Gott war? Denken wir an den Hinweis in der »Zürcher Bibel«, wonach »logos« eine » bis ins Kosmologische reichende Bedeutung annehmen kann.«

Foto 5: Das Universum... Materie oder Illusion?

Während meines Studiums der evangelischen Theologie beschäftigte ich mich relativ intensiv mit dem Begriff »logos«. »Logos« deckt ein wahrlich weites Spektrum von Bedeutungen ab: von »Wort« bis »Zitat einer Äußerung von Gott«, von »Vernunft« bis hin zu »Lehrsatz«. Ernst Bammel (*1923; †1996) hielt einen Vortrag über die Bedeutung von »logos« in der »Stoa«, eine bedeutsame griechische Philosophen-Schule. Prof. Bammel wurde anno 1953 Privatdozent an der Universität Erlangen und 1984 Professor an der Universität Münster (»Wissenschaft des Judentums und neutestamentliche Theologie«). Der stets bescheiden auftretende, sympathische Gelehrte war auch im europäischen Ausland tätig. In den 1960er und 1970er Jahren hat er mehrere Gastprofessuren in Cambridge wahrgenommen. Sehr gern denke ich an mehrere Seminare, die ich bei Professor Bammel besuchte. Wir übersetzten damals Texte der »Qumran-Bibliothek« aus dem Hebräischen ins Deutsche. In kleiner Runde erörterten wir interessante Themen.

»Logos« stand, so erfuhr ich damals, bei den griechischen Philosophen der Stoa für die von höchster Intelligenz geordnete Struktur des Kosmos. Offenbar sah man den Kosmos als beseelt an, von einem Weltgeist, aus dem alles kam. Über diesen »animus mundi« hat Marcus Tullius Cicero (*106 v.Chr.; †43 v. Chr.) ausführlich in seinem Werk über die Natur der Götter geschrieben.

Was ist Religion? Was weiß Religion, was weiß Philosophie über die wahre Natur der Wirklichkeit? Nach Prof. Markolf H. Niemz sind Raum und Zeit, vereinfacht ausgedrückt, eine Illusion, gewoben aus Licht, aus dem alles kommt und in das alles wieder zurückkehrt. Steht »logos« für etwas letztlich unfassbar Unbegreifliches, dem sich seit Jahrtausenden Religion und Philosophie anzunähern versuchen? Wird die Wissenschaft von morgen oder übermorgen die wahre Essenz des Seins begreifen?

Foto 6: Das Universum... Materie oder Illusion? Foto wikimedia commons/ gemeinfrei/ NASA

»Das Licht aber ist die Erkenntnis, durch sie reifen wir.«, so lesen wir im mysteriösen »Evangelium nach Philippus« (10). Nach  Prof. Markolf H. Niemz ist (11) »Licht … ein komplexer, das gesamte Universum durchdringender Speicher, in dem jedes Objekt unauslösliche Spuren hinterlässt.«

Wird uns Wissenschaft eines Tages verstehen lassen, was wissende Weise schon vor Jahrtausenden in bis heute verkannten Werken der Erkenntnis formulierten? Prof. Markolf H. Niemz (12): »Licht ist, wie schon erläutert, ein Speicher. Der Speicher ist so unermesslich, dass Religionen ihm die schillerndsten Namen gegeben haben: ›Paradies‹, ›Himmelreich‹, ›Reich Gottes‹, ›Jenseits‹ oder ›Nirwana‹, um nur einige zu nennen.« Ist dieses »Licht« so etwas wie eine unvorstellbare Kraft, die in der Illusion uns, Planet Erde, unser Sonnensystem, ja das Universum, entstehen und wieder verschwinden lässt?

Fußnoten
(1) Cathrein, Viktor: »Moralphilosophie. Eine wissenschaftliche Darlegung der sittlichen, einschließlich der rechtlichen Ordnung«, Erstauflage erschienen 1890, 2 Bände, 5., neu durchgearbeitete Auflage, Freiburg im Breisgau 1911, Zitat siehe Band 2, S. 4–7. Victor Cathrein publizierte zunächst, auch später noch bei brisanteren Themen unter dem Pseudonym N. (für Nikolaus) Siegfried.
(2) Niemz, Markolf H.: »Lucy mit c: Mit Lichtgeschwindigkeit ins Jenseits«, Books on Demand, Norderstedt 2005
(3) Niemz, Markolf H.: »Lucy im Licht: Dem Jenseits auf der Spur«, München 2007, Seite 402, linke Spalte, Zeilen 7-13 von unten
Niemz, Markolf H.: »Lucys Vermächtnis: Der Schlüssel zur Ewigkeit«, München 2009
Niemz, Markolf H.: »Bin ich, wenn ich nicht mehr bin? Ein Physiker entschlüsselt die Ewigkeit«, Freiburg 2011
Niemz, Markolf H.: »Sinn: Ein Physiker verknüpft Erkenntnis mit Liebe«, Freiburg 2013
Niemz, Markolf H.: »Sich selbst verlieren und alles gewinnen: Ein Physiker greift nach den Sternen«, Freiburg 2015
Niemz, Prof. Markolf H.: »Ichwahn: Ein Physiker erklärt, warum Abgrenzung gegen unsere Natur ist. Der Schlüssel für ein neues Miteinander, München 2017
(4) Niemz, Prof. Markolf H.: »Ichwahn: Ein Physiker erklärt, warum Abgrenzung gegen unsere Natur ist. Der Schlüssel für ein neues Miteinander, München 2017, Seite 108, Zeilen 1 und 2 von oben
(5) ebenda, S. 109, Zeilen 14-17 von unten
(6) https://bibeltext.com/1_john/1-1.htm (Stand 9. Mai 2019)
(7) »Im Anfang war das Wort/ Vnd das Wort war bey Gott.«
(8) »En un principio era el Logos, y el Logos estaba ante Dios, y Dios era el Logos.«
(9) »Living Stream Ministry«: »Das Neue Testament – Wiederlangungs-Übersetzung«, Anaheim, Kaliforniern, erste Ausgabe 2010
(10) Spruch 115
(11) Niemz, Prof. Markolf H.: »Ichwahn: Ein Physiker erklärt, warum Abgrenzung gegen unsere Natur ist. Der Schlüssel für ein neues Miteinander«, Ludwig-Verlag/ Random Hose, München 2017, Seite 86, Zeilen 1 und 2 von unten und Seite 87, Zeile 1 von oben
(12) ebenda, Seite 89, Zeilen 10 bis 13 von unten

Zu den Fotos
Foto 1: Das Universum - eine Illusion? Foto wikimedia commons/ gemeinfrei/ NASA
Foto 2: Blick in die Piscator-Bibel von 1771. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Evangelium nach Johannes, Kapitel 1, Vers 1 (Piscator 1771). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Das Universum... Materie oder Illusion? Foto wikimedia commons/ gemeinfrei/ NASA
Foto 5: Das Universum... Materie oder Illusion? Foto wikimedia commons/ gemeinfrei/ NASA
Foto 6: Das Universum... Materie oder Illusion? Foto wikimedia commons/ gemeinfrei/ NASA

489 »Wer ist der kosmische Puppenspieler?«,

Teil 489 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 2. Juni 2019



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Sonntag, 27. August 2017

397 »Von einem, der auszog, um Pfarrer zu werden«

Teil  397 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Walter-Jörg Langbein als »Prediger« in der Kirche von Kirchbrak

Vor wenigen Tagen wurde ich 63. Ein Studienkollege rief mich an, um mir zu gratulieren. »Vielleicht hättest Du doch Pfarrer werden sollen!«, meinte er beiläufig. »Vielleicht hättest Du doch Dein Studium so kurz vor dem Examen nicht abbrechen sollen! In ein paar Jahren würdest Du als Rentner aus dem Kirchendienst austreten… Bereust Du Deinen Schritt?«

Seit Jahrzehnten werde ich immer wieder gefragt, wieso ich denn nicht Pfarrer geworden sei. Es mag sich vielleicht pathetisch anhören, aber das geschah aus dem Respekt vor dem christlichen Glauben. Ich bin der Meinung, dass sich jeder Kirchgänger darauf verlassen können muss, dass ›sein‹ Pfarrer voll und ganz hinter den Worten steht, die er von der Kanzel predigt. Ich bin der Überzeugung, dass jeder Kirchgänger davon ausgehen können muss, dass Gottesdienst nicht als eine Art »Theateraufführung« dargeboten wird. Vielmehr muss jeder Gläubige die Wahrhaftigkeit »seines« Geistlichen in Glaubensfragen voraussetzen können.

Es mag sein, dass meine Anforderungen an die Geistlichkeit zu hoch sind. Während meines Studiums der evangelischen Theologie habe ich so manchen Mitstudenten kennengelernt, der nicht nur zweifelte, sondern der alles andere als ein gläubiger Christ war. Ich jedenfalls wusste, dass ich nicht in den Dienst der Kirche treten konnte, ja meiner Überzeugung nach nicht durfte. Mir war klar, dass ich nicht predigen wollte und konnte, wovon ich nicht vollkommen überzeugt war.

Foto 2: Evangelische Johannes Kirche Michelau

Ich gebe es ja zu, in Gedanken stelle ich mir manchmal vor, als Pfarrer vor einer Gemeinde zu stehen, zum Beispiel in der »Johannes Kirche« in meinem fränkischen Heimatdorf Michelau. Als Geistlicher würde ich vielleicht dem einen oder dem anderen Geheimnis manches Gotteshauses intensiver auf den Grund gehen können. Ich hätte Zugang zu Krypten, die der Öffentlichkeit womöglich nicht zugänglich sind. Vielleicht würde ich unterirdische Gänge erforschen können,  in die man von Krypten oder Kellern aus gelangt. Tatsächlich gibt es auch heute noch geheimnisvolle Gangsysteme unter Gotteshäusern, von denen wir so gut wie nichts wissen.

Die eigentliche Aufgabe eines Geistlichen freilich ist die Seelsorge. Ich weiß, ich würde den Menschen, die sich hilfesuchend an mich wenden, keinen überzeugenden Trost in schweren Lebenslagen spenden können. Den Trost des Glaubens kann nur vermitteln, wer selbst wirklich glaubt. Alles andere ist Lüge.

Foto 3: Piscator Bibel 1684.

Vor wenigen Tagen wurde ich 63. Mein Leben wäre vermutlich einfacher verlaufen, wäre ich evangelischer Geistlicher geworden. Aber ich habe keinerlei Zweifel: Der Lebensweg, den ich für mich gewählt habe, war der richtige. Mein Studium der evangelischen Theologie war alles andere als vergebens. Ich denke dabei vor allem an die diversen Seminare mit Prof. Ernst Bammel (1923-1996). Prof. Bammel wurde anno 1953 Privatdozent an der Universität Erlangen und 1984 Professor an der Universität Münster (»Wissenschaft des Judentums und neutestamentliche Theologie«). Der sympathische Gelehrte war auch im europäischen Ausland tätig. In den 1960er und 1970er Jahren nahm er mehrere Gastprofessuren in Cambridge wahr.

Sehr gern denke ich an mehrere Seminare, die ich bei Professor Bammel besuchen durfte. Was ich bis heute nicht verstehe: Seine Veranstaltungen waren alles andere als überfüllt. Wer sich wissenschaftlich mit Jesus und seiner Welt auseinandersetzen will, der kommt doch nicht an außerbiblischen jüdischen Quellen vorbei. Bei Prof. Bammel übersetzten wir Ende der 1970er Texte aus der »Qumran-Bibliothek« ins Deutsche, und zwar aus dem Hebräischen. In kleiner Runde erörterten wir interessante Themen. Intensiv beschäftigten wir uns zum Beispiel mit der Frage, ob Jesus in rabbinischen Texten erwähnt wird.  Prof. Bammel übersetzte mit uns auch Texte des Propheten Hesekiel, in Sachen »Herrlichkeit des Herrn« Und siehe da: Eine möglichst wortgetreue, möglichst wortwörtliche Übersetzung von Hesekiels Schilderungen seiner Begegnungen mit dem »Herrn« muten noch technischer an als die gängigen Übersetzungen.

Foto 4: Piscator Bibel 1684.
Hinter vorgehaltener Hand machte mich Prof. Bammel 1977 auf die Bibelübersetzung von Johannes Piscator (1546-1625) aufmerksam, die zeitweise in Deutschland verboten war. Die Piscator-Bibel war freilich in Erlangen, wo ich studierte, absolut Tabu. In Erlangen galt nur die Bibel-Version von Martin Luther etwas. Luther wurde damals in Erlangen geradezu wie ein Heiliger verehrt, der nicht kritisiert werden durfte. Professor Bammel ließ keinen Zweifel aufkommen. Für ihn war Piscator, wie er mir unter vier Augen anvertraute, der bessere Bibelübersetzer, sehr viel wortgetreuer als Luther. Hinweis: Abbildungen 4 bis 7 zeigen Ausschnitte aus der Piscator-Bibel aus dem Jahre 1684. Ich habe bewusst Textpassagen aus Hesekiel gewöhlt. Prophet Hesekiel war im Jahre 597 vor Christus mit vielen seiner  Landsleute auf  Befehl  von König Nebukadnezar nach Babylon deportiert worden. Er lebte in Tel-Abib am Flusse Chebar in Chaldea. Er war verheiratet und gehörte zur Oberschicht der Bevölkerung. Dank des Bibeltextes können wir datieren: 593 oder 592 begann er als etwa Dreißigjähriger seine Aufzeichnungen zu notieren. Rund zwanzig Jahre führte er Buch über phantastische Geschehnisse. Detailfreudig beschrieb er seine kosmischen Kontakte.

Diese Kontakte mit Außerirdischen waren real. Der Priester beschrieb echte Begebenheiten die er hatte, keine Träume, keine Visionen. Das wird deutlich, wenn man – wie der Verfasser – den Bibeltext im hebräischen Original liest. Offensichtlich wollte Hesekiel in besonderem Maße hervorheben, dass er konkrete Erlebnisse hatte, so phantastisch sie auch erscheinen mussten. Deshalb wandte er einen sprachlichen Trick an und verdoppelte alle wichtigen Zeitwörter. Seine Leserinnen und Leser verstanden, was damit ausgesagt wurde: Hesekiel war Zeuge, nicht Träumer oder Visionär. So heißt es (1): »Da geschah ein Geschehen.« Vers 4: »Und ich sah, und siehe, es kam ein ungestümer Wind von Norden her....«

Foto 5: Piscator Bibel 1684.
NASA-Ingenieur Josef Blumrich rekonstruierte anhand der genauen Texte Hesekiels ein Raumschiff. Josef Blumrich, 1913 in Österreich geboren, 1959 in die USA ausgewandert, verstarb 2002. Der Raumfahrt-Ingenieur wurde für seine »außergewöhnlichen Leistungen« für die Raumfahrt ausgezeichnet. Blumrich, »Leiter der Abteilung für Projektkonstruktion«, war von seiner Frau auf Dänikens »Erinnerungen an die Zukunft« aufmerksam gemacht worden. Eher missmutig hatte er in dem Weltbestseller geblättert. Als er bei Däniken las, Hesekiel habe Kontakte mit Außerirdischen gehabt, beschloss er empört den Laien zu widerlegen. Er machte sich als Experte in Sachen Raumfahrt an die Arbeit. Je tiefer er in die Materie einstieg, desto überzeugter wurde er davon, dass Hesekiel tatsächlich kosmische Kontakte hatte.

Der Ingenieur: »Die Hauptmerkmale des Raumschiffes zeigen uns einen Flugkörper von überraschend sinnvollem Aufbau. Wir erkennen in der auffälligen Form des Hauptkörpers die aerodynamischen und gewichtlichen Vorteile. Wir sehen, wie sehr sie für die Anbringung von Hubschraubern geeignet ist. All diese Eigenschaften fügen sich lückenlos und widerspruchsfrei an- und ineinander. Sie sind unverkennbare Anzeichen für eine sehr überlegte und gekonnte Planung und Entwicklungsarbeit.«

Hesekiel rekonstruierte: Hesekiel sah und beschrieb ein Zubringer-Raumschiff, das zwischen einer Weltraumstation in der Erdumlaufbahn und der Erde hin- und herpendelte. Es hatte in etwa die Form eines Brummkreisels. Nach unten lief es spitz zu und endete in einem atomar betriebenen Raketenmotor. An der Oberseite befand sich eine durchsichtige Kuppel. Von hier aus steuerte der Kommandant das Vehikel. Besagte Kuppel konnte aber, versehen mit eigenem Antrieb, vom Hauptkörper losgelöst und zu Naherkundungsflügen verwendet werden. Zusätzlich waren an der Unterseite vier Hubschraubereinheiten angebracht.

Foto 6: Piscator Bibel 1684.
Beim Flug vom Erdorbit zur Erde wurde zunächst der atomare Hauptantrieb benutzt. Dabei waren die vier Hubschraubereinheiten hochgeklappt. Beim Eindringen in die Atmosphäre fungierte der spitz zulaufende untere Teil des Flugvehikels als Hitzeschild. Stand die Landung bevor, dann wurde der Raketenantrieb abgeschaltet. Die Hubschraubereinheiten klappte man die Helikopter nach unten und nahm sie in Betrieb.

Unter diesen Einheiten waren Räder angebracht, auf denen das Shuttle nach der Landung hin- und herrollen konnte (2): »Da stand je ein Rad auf der Erde bei den vier Gestalten. Die Räder waren anzuschauen wie ein Türkis und waren alle gleich, und sie waren so gemacht, dass ein Rad im anderen war. Nach allen vier Seiten konnten sie gehen, sie brauchten sich nicht umzuwenden.«

Hesekiel war keineswegs nur passiver Beobachter. Er wurde auch als Passagier mit an Bord genommen und erlebte Flüge im erdnahen Raum (3): »Und der Geist hob mich empor, und ich hörte hinter mir ein Getöse wie von einem großen Erdbeben, als sich die Herrlichkeit des Herrn erhob von diesem Ort.«

Nach seinem ersten Flug stand er unter Schock. Fast verschämt gibt er zu (4):«Und ich kam zurück zu den Weggefährten, die am Fluss Chebar wohnten, nach Tel-Abib und setzte mich zu denen, die dort wohnten, und blieb unter ihnen sieben Tage ganz verstört.«

Diese Reaktion ist nur zu verständlich. Selbst für einen heutigen Zeitgenossen wäre ein Flug im Raumschiff vom Typ Hesekiel ein überwältigendes Erlebnis. Für Hesekiel indes muss so ein Flug einem unvorstellbaren Mysterium geglichen haben. Er gewöhnte sich aber rasch an Flüge im Raumschiff. Sie wurden erstaunlich schnell zur Routine für ihn (5).

Foto 7: Piscator Bibel 1684.

Im Jahre 573/572 vor Christus fand ein dritter Flug statt. Dieser Flug ist - für den heutigen Forscher - zweifelsohne der interessanteste. Hesekiel wurde nämlich in ein unbekanntes Land verfrachtet. Wo auch immer das Raumschiff landete - im Tempelkomplex von Jerusalem war es jedenfalls nicht. Der lag nämlich zu Hesekiels Zeiten noch in Schutt und Asche, wurde erst 538 vor Christus wieder aufgebaut. Und doch erwecken heutige Bibelübersetzungen den falschen Eindruck, Hesekiel sei nach Jerusalem verfrachtet worden -  durch die Luft, per Raumschiff-Express. Fakt ist: Hesekiel wusste nicht wo er war. Er schreibt von »einem sehr hohen Berg«, ohne einen Namen zu nennen. Er sah »etwas wie eine Stadt« (6), wieder ohne einen Namen zu nennen. Jerusalem war’s jedenfalls nicht, sonst hätte Hesekiel die Metropole seines Heimatlandes beim Namen genannt!


Fortsetzung zu diesem Text folgt!
Und zwar am 19.11.2017:
Teil 2 von »Von einem, der auszog, um Pfarrer zu werden«,
als Teil  409 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein.
Die nächste Folge meiner Sonntagsserie
erscheint bereits am 3.9.2017.


Fußnoten
1) Hesekiel, Kapitel 1 Vers 3
2) Hesekiel, Kapitel 1, Verse 15-17
3) Hesekiel Kapitel 3, Verse 12 und 13
4) Hesekiel Kapitel 3, Vers 15
5) Hesekiel Kapitel 8, Verse 1 folgende und Kapitel 40, Verse 1 folgende!
6) Hesekiel, Kapitel 40, Vers 2


Foto 8: So soll Hesekiels Raumschiff nach Blumrich ausgesehen haben.

Zu den Fotos

Foto 1: Walter-Jörg Langbein als »Prediger« in der Kirche von Kirchbrak
Foto 2: Evangelische Johannes Kirche Michelau/ Foto wikimedia commons Michael Sander
Foto 3: Piscator Bibel 1684. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Piscator Bibel 1684. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Piscator Bibel 1684. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Piscator Bibel 1684. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Piscator Bibel 1684. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: So soll Hesekiels Raumschiff nach Blumrich ausgesehen haben. Foto Däniken/ Archiv Langbein

398 »Marias Himmelfahrt und Adams UFO«,
Teil  398 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein,                      
erscheint am 03.09.2017


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