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Sonntag, 22. März 2020

531. »Nicht eines Menschen Atem«

Teil 531 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Erich von Dänikens erster
Weltbestseller (Cover)
»Es gibt mehr Ding’ im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.« lässt William Shakespeare (*1564; †1616) Hamlet zu seinem Freund Horatio sagen (1). Tatsächlich scheint sich zwischen Himmel und Erde mehr abzuspielen, als die Schulwissenschaft wahrhaben will. Das beweist bis heute hinlänglich der Schweizer Erfolgsautor Erich von Däniken in seinen faszinierenden Sachbüchern.

1968 erschien Erich von Dänikens erster Weltbestseller »Erinnerungen an die Zukunft« im ECON-Verlag und löste weltweit eine regelrechte »Dänikenitis« aus. Der Zeitpunkt war günstig: Stand doch die bemannte Raumfahrt vor einem Höhepunkt. Erstmals würden Menschen auf einem fremden Himmelskörper, auf dem Mond, dem Erdtrabanten, landen. Und als die Mondlandefähre sanft auf unserem Erdtrabanten aufsetzte, hieß es: »Der Adler ist gelandet!«

Da fragten sich unzählige Millionen von Menschen: Wenn wir Menschen, die wir erst am Anfang der Weltraumfahrt stehen, ins All aufbrechen können, wieso sollen dann außerirdische Zivilisationen, die womöglich viel älter als die irdische sind, nicht schon in grauer Vorzeit Raumfahrt betrieben haben? Warum sollen sie, die Außerirdischen, nicht bereits in grauer Vorzeit zur Erde gekommen sein?

Foto 2: Die Grabplatte von
Palenque (Mexico)
Die Grabplatte von Palenque wurde 1968 durch Erich von Däniken weltberühmt. Zierte doch eine zeichnerische Darstellung des Reliefs vom steinernen Sarkophag Dänikens Erstling »Erinnerungen an die Zukunft«. Erich von Däniken trug eine raumfahrttechnische Interpretation der Steingravur vor (2):

»Da sitzt ein menschliches Wesen mit dem Oberkörper vorgeneigt, in Rennfahrerpose vor uns; sein Fahrzeug wird heute jedes Kind als Rakete identifizieren. Das Vehikel ist vorne spitz, geht über in merkwürdig gerillte Ausbuchtungen, die Ansauglöchern gleichen, wird dann breiter und endet im Rumpf in eine züngelnde Feuerflamme. Das Wesen selbst, vornüber geneigt, bedient mit den Händen eine Reihe unidentifizierter Kontrollgeräte und setzt die Ferse des linken Fußes auf eine Art Pedal.

Seine Kleidung ist zweckentsprechend: eine kurze, karierte Hose mit einem breiten Gurt, eine Jacke mit modernem japanischen Halsausschnitt und dicht abschließende Arm- und Beinbänder. Es würde, in Kenntnis korrespondierender Darstellungen, verwundern, wenn der komplizierte Hut fehlen würde. Er ist da, mit Ausbuchtungen und Röhren. Unser so deutlich dargestellter Raumfahrer ist nicht nur durch seine Pose in Aktion - dicht vor seinem Gesicht hängt ein Gerät, das er starrend und aufmerksam beobachtet. Der Vordersitz des Astronauten ist vom hinteren Raum des Fahrzeugs, in dem man gleichmäßig angeordnete Kästen, Kreise und Spiralen sieht, durch Verstrebungen abgetrennt.«

Erich von Däniken (*1935) machte das mysteriöse Relief auf der Grabplatte von Palenque weltberühmt. Weltweit wurde heftig über Dänikens Raumfahrer-These diskutiert. Ernst von Khuon (*1915; †1997) reagierte auf Dänikens Weltbestseller und auf das Echo, das das Buch weltweit auslöste. Er gab einen Sammelband mit Beiträgen von Wissenschaftlern über Erich von Dänikens Hypothesen heraus (3): »Waren die Götter Astronauten?«

Foto 3: Die Grabplatte von Palenque/ Ausschnitt.

Däniken fand In Sachen Palenque Unterstützung ausgerechnet im Lager der Raumfahrttechniker. Dr. Wolfgang Briegleb und Professor Dr. Siegfried Ruff, beide damals tätig bei der »Deutschen Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt«, verfassten ein bemerkenswertes (4) »Plädoyer für eine unkonventionelle Erforschung unserer Vergangenheit«. Die »Grabplatte von Palenque«  hatte es den beiden Raumfahrtexperten besonders angetan (5):

»Einer der beeindruckendsten optischen Belege für Dänikens Thesen scheint uns die Grabplatte von Palenque zu sein. Man muss sich hier wirklich Gewalt antun, um nicht mit den Augen unserer Tage eine stilisierte Gemini- oder Wostok-Kapsel zu erkennen. … Die Körperhaltung der dargestellten menschlichen Gestalt ist eigentlich nur sinnvoll, wenn sie eine Beschleunigung in Richtung Brust-Rücken erhält. dass der hypothetische Raketenpilot zudem anscheinend hemdsärmelig fliegt, ist uns eine inzwischen vertraute Vorstellung.«

Interessant ist ein Statement zweier Maya-Experten von Rang. Prof. David Stuart (*1965) ist ein US-amerikanischer Altamerikanist, der an der »University of Texas«, Austin, lehrt. Gemeinsam mit seinem Vater George E. Stuart (*1935; †2014) verfasste der Wissenschaftler das Werk (6) »Palenque/ Eternal City of the Maya«. Über die Grabplatte von Palenque lesen wir da (7): »Untersucht man den Sarkophag als Ganzes, dann kann der Sarkophag als sorgfältig zusammengestelltes Modell des Kosmos angesehen werden, wobei der Himmel (der Deckel) über der Erde und ihren grünen Gefilden (der Sarg) liegt.«

Foto 4: Die Grabplatte von
Palenque/ Ausschnitt.
Erich von Däniken beschrieb schon 1968 den Mann im Relief auf dem Sarkophag als Astronauten. Die beiden Raumfahrttechniker Dr. Wolfgang Briegleb und Professor Dr. Siegfried Ruff sahen Dänikens Interpretation als sehr naheliegend an. Man könne sich seiner Sichtweise kaum entziehen. Und die Maya-Experten George und David Stuart? Sie sehen im Sarkophag-Deckel den Himmel. Der dänikensche »Astronaut« bewegt sich nach Ansicht der beiden Wissenschaftler im Himmel. Ihre Interpretation stützt Dänikens Sichtweise.

Recht hat Shakespeare: »Es gibt mehr Ding’ im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.«

In die gleiche Kategorie fällt ohne Zweifel auch ein mysteriöses Erlebnis, das Adam nach der Vertreibung aus dem Paradies hatte. In einem apokryphen Text, den Paul Rießler in seinem Werk »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel« (8) wiedergibt, geht es um das »Leben Adams und Evas« (9). Drei Fassungen liegen vor: eine griechische, eine lateinische und eine slawische. Was zu einer gewissen Verwirrung führen kann: Das »Leben Adams und Evas« wurde bereits 1866 unter dem Titel »Apocalypsis Mosis« publiziert. Zugrunde lagen damals vier Handschriften. Die älteste, eine mailändische, soll spätestens im 11. Jahrhundert angefertigt worden sein. Sehr viel weiter zurück reicht ein Manuskript in lateinischer Sprache. Es soll etwa aus dem Jahr 730 stammen.
Adam, so erfahren wir, sprach zu seinem Sohn Seth (10):

»Vernimm mein Sohn! Ich will dir künden, was ich sah und hörte. Nachdem wir aus dem Paradies vertrieben waren, ich mitsamt deiner Mutter, da kam zu mir, als wir beim Beten waren, Erzengel Michael, von Gott gesandt. Da sah ich gleich dem Winde einen Wagen, und seine Räder waren feurig; da wurde ich zum Paradiese der Gerechtigkeit entrückt. Ich sah den Herrn da sitzen; sein Anblick war ein unerträglich brennend Feuer und viele tausend Engel rechts und links vom Wagen.«

Adam wurde nach diesem Text von einem Wagen mit feurigen Rädern offenbar in den Himmel »entrückt«, wo er »den Herrn« sitzen sah.

Bei Rießler findet sich auch der nicht weniger interessante apokryphe Text »Apokalypse des Moses« (11). Kann es sein, dass Eva aus ihrer Sicht just jenes Erlebnis bekundete, von dem Adam Sohn Seth erzählte? Freilich schildert der Text Adams Himmelsreise nicht als körperliches, sondern geistiges Geschehnis. Nicht Adams Leib wurde gen Himmel transportiert, sondern seine Seele. Eva aber wurde nach der Schilderung im apokryphen Text leibhaftig zu Adams Leichnam geflogen (12):

»Und Eva lag noch auf den Knieen im Gebet, da kam zu ihr der Menschheit Engel und hieß sie sich erheben: Eva! Steh auf von deiner Buße! Adam, dein Mann, hat seinen Leib verlassen. Sieh, wie sein Geist zu seinem Schöpfer fährt und dort vor ihm erscheint! Eva erhebt sich und deckt mit ihrer Hand das Angesicht. Der Engel sprach zu ihr: Erheb dich aus dem Irdischen! Und Eva blickt zum Himmel auf; da sieht sie einen Lichtwagen heranfahren, gezogen von vier glänzenden Adlern. Kein aus dem Mutterleib Geborener kann ihre Herrlichkeit beschreiben, noch in ihr Antlitz schauen; vorauf dem Wagen gingen Engel. Sie kamen zu dem Ort, wo Adam, euer Vater, lag. Da hielt der Wagen.«

Von der »Apokalypse des Moses« zur »Apokalypse des Abraham«, die Paul Rießler ebenfalls in sein Werk aufgenommen hat (13). Sie entstand bereits im 1. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung, vermutlich kurz nach dem Jahr 70 n. Chr. Das Original wurde in hebräischer Sprache verfasst. Sprachwissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass vermutlich das Hebräisch des Originaltextes zumindest in Teilen aramäischen Einflüssen ausgesetzt war. Erhalten ist der Text ist in einer slavischen Fassung, die früher als »altslavonisch« bezeichnet wurde.

Zunächst wird Abraham vorgestellt (14): Nachor I war der Vater von Nachor II und von Therach. Abraham war der Enkel von Nachhor I, ein Sohn von Therach und ein Neffe von Nachor II.Therach verrichtete Dienst im Tempel. Er fertigte aber auch Statuen und Statuetten von Göttern an. Der junge Abraham war bei seinem Vater ein emsiger Lehrling. Eines Tages fiel »Steingott Merumat« im Tempel um. Die Steinfigur war viel zu schwer, als dass Abraham sie wieder  hätte aufstellen können. Zusammen mit seinem Vater Therach versuchte Abraham, die Statue wieder aufzurichten (15):

»Als wir ihn beide fortbewegten, um ihn auf seinen Platz zu stellen, fiel ihm sein Kopf herab, solang ich ihn am Kopfe hielt.« Offenbar war die Statue des Gottes nun entweiht. Vater Therach (16)  »hieb er einen andern Merumat aus einem andern Stein zurecht, doch ohne Kopf; dann setzte er den abgebrochenen Kopf ihm wieder auf, das andere von Merumat zerschlug er.«

Therach fertigte Götter-Statuen an, Sohn Abraham verkaufte sie, zum Beispiel an syrische Kaufleute, deren Karawane nach Ägypten zog (17). Wieder kam es zu einem Malheur: Ein Kamel stößt einen Schrei aus, der mit fünf Götter-Statuen beladene Esel Abrahams scheut, drei Götter-Bildnisse gehen zu Bruch. Die Syrer erweisen sich als großzügig. Sie übernehmen die zwei unbeschädigten Statuen, bezahlen aber den vollen Kaufpreis für alle fünf.

Jung-Abraham wird als kritisch denkender Mensch geschildert. Er kann offensichtlich die heiligen Statuen nicht mehr als mächtige Götter ansehen. Es waren nicht die Götter-Statuen, die seinen Vater Therach schufen, vielmehr ist sein Vater der Schöpfer der vermeintlichen »Götter«! So fragt sich Abraham (18): »Ist nicht vielmehr er seiner Götter Gott? Denn durch sein Meißeln, Drechseln, durch seine Kunst entstehen sie. Ja, sollten sie nicht meinen Vater anbeten, da sie doch nur sein Machwerk sind? Was liegt doch für ein Wahn in meines Vaters Werken?«

In seiner Welt war der junge Abraham ein Ketzer, der nicht mehr daran glaubt, dass die Götterstatuen auch wirklich Götter waren. Sonst wären nicht drei von ihnen beim Sturz vom Esel zerbrochen. Sonst wären die Trümmer der Götter, die er im Gurfluss versenkt hatte, ja wieder an Land gekommen. Und sie hätten als echte Götter den Esel, der schuld an ihrer Zerstörung war, bestraft. Wenn die Götter sich nicht selbst helfen können, wie kann dann ein falscher Gott (19) »wohl einen Menschen retten oder eines Menschen Bittgebet erhören oder ihn belohnen«. Vater Therach kann nur mit Empörung reagieren, als ihm sein Sohn Abraham ketzerische Gedanken offenbart (20). Therachs »Götter« könnten niemanden segnen. Vielmehr sei doch er es, sein Vater Therach, der die Götter herstelle und segne und nicht umgekehrt!

In erstaunlicher Ausführlichkeit wird klargestellt, dass der junge Abraham die Glaubenswelt seines Vaters, des »Herrgottschnitzers« in der »Apokalypse des Abraham«, für unsinnigen Aberglauben hält. Die Kapitelüberschriften (21) »Abrahams Verspottung der Götzen« und »Der Götzen Nichtigkeit« verraten, dass Abraham nichts vom Glauben seines Vaters hält. Der junge Abraham zweifelt nicht, er lehnt die Religiosität seiner Umwelt vollkommen ab. Und diesem Abraham widerfährt ein faszinierendes Erlebnis, dessen Beschreibung besser in einen Science-Fiction Film als in einen apokryphen Text aus biblischen Zeiten passt!

Es kommt zu einer unheimlichen Begegnung. Zwei Fremde (oder »Fremdartige«?) besuchen Jung-Abraham. Einer redet ihn an. Ein Mensch ist es  nicht, der ihn anspricht. Das scheint Jung-Abraham sofort erkannt zu haben (22): »Als ich die Stimme hörte, die solche Worte sprach, sah ich bald hierhin und bald dorthin. Nicht eines Menschen Atem war’s.«

Fußnoten
(1) »Hamlet«, 1. Akt, 5. Szene. Originalzitat: »There are more things in heaven and earth, Horatio, than are dreamt of in your philosophy.«
(2) Däniken, Erich von: »Erinnerungen an die Zukunft«, S. 149, 7. Zeile von unten – Seite 150, 15. Zeile von oben
(3) Khuon, Ernst von: »Waren die Götter Astronauten«, Düsseldorf und Wien 1970
(4) »Plädoyer für eine unkonventionelle Erforschung unserer Vergangenheit«, Ebenda S.82-92
(5) Ebenda, S. 84, 3. Zeile von unten – Seite 85, 13. Zeile von oben
(6) Stuart, David und Stuart, George: »Palenque/ Eternal City of the Maya«, London 2008. (Titel in etwa: »Palenque/ Ewige Stadt der Maya«. Eine Übersetzung ins Deutsche liegt meines Wissens nicht vor.)
(7) Ebenda, Seite 173, 13.+12. Zeile von unten. Originalzitat: »Studied as a whole, the sarcophagus can be seen as a carefully composed model of the cosmos, with the sky (the lid) placed above the earth and its verdant realm (the coffin).« Übersetzung Walter-Jörg Langbein
(8) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel übersetzt und erläutert von Paul Rießler«, Augsburg 1928
(9) Ebenda, »Das Leben Adams und Evas«, Seiten 668-681
(10) Ebenda, Seite 674, §25
(11) Ebenda, Seiten 138-155
(12) Ebenda, Seiten 150+151, §32 unten und §33 oben
(13) Ebenda, »Apokalypse des Abraham«, Seiten 13-39
(14) Ebenda, 1. Kapitel, 1
(15) Ebenda, 1. Kapitel,7+8
(16) Ebenda, 1. Kapitel, 12
(17) Ebenda, 2. Kapitel, 1-9
(18) Ebenda, 3. Kapitel (»Abrahams Bedenken«), 3+4
(19) Ebenda, 3. Kapitel, 8
(20) Ebenda, 4. Kapitel 3+5
(21) Ebenda, 5.+6. Kapitel
(22) Ebenda, Seite 20, 10. Kapitel,1+2

Zu den Fotos
Foto 1: Erich von Dänikens »Erinnerungen an die Zukunft«. Das Buchcover mit der Grabplatte von Palenque. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Die mysteriöse Grabplatte von Palenque. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Die Grabplatte von Palenque/ Ausschnitt. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Die Grabplatte von Palenque/ Ausschnitt. Foto Walter-Jörg Langbein

532. »Ich sehe in jener Höhe, die wir bestiegen, ein mächtig Licht«,
Teil 532 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 29. März 2020


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Sonntag, 8. März 2020

529. »Adam, Eva und das Gift Gottes«

Teil 529 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Foto 1: Studium
altehrwürdiger Texte
Es gibt eine schier unüberschaubare Sammlung altjüdischer Texte, von denen nur ein kleiner Teil in die Bibel aufgenommen wurde. Seit vielen Jahrhunderten studieren unzählige Gelehrte die altehrwürdigen Texte. Nach weithin anerkannter Lehrmeinung der Theologie legte man zwischen 190 v.Chr. und etwa 100 n.Chr. fest, welche Texte für das Leben schlechthin wichtig sind. So entstand das »Alte Testament« als eine Sammlung »heiliger Bücher«.

Zu Beginn des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts formierte sich langsam das »Neue Testament«. Offiziell einigte man sich aber erst anno 367 auf der Synode von Laodicea auf die Festlegung. Zu dieser regionalen Synode hatten sich etwa dreißig Geistliche aus Anatolien in der heutigen Türkei versammelt.

Jetzt erst stand fest, welche Texte in die Bibel des Christentums zu gehören hatten und welche nicht. Diese Texte bezeichnet man als biblischen Kanon. Der Ausdruck geht auf das hebräische »qanä« zurück, was so viel wie »Richtschnur, Regel und Norm« bedeutet. Die frühe Kirche verstand darunter zweierlei: Die Bibel war Richtschnur für das menschliche Leben. Und der Kanon regelte, welche Texte in die Bibel gehören und welche nicht. Damit erfolgte eine Wertung: Die einen Texte wurden als heilig angesehen, die anderen nicht.

Im Judentum war das anders: Manche Texte wurden zwar nicht im Gottesdienst benutzt, gehörten aber dennoch dem Kanon an. Im Christentum wurden manche Texte auch im Gottesdienst eingesetzt, die nicht zum Kanon gehören. Als »apokryph« bezeichnet(e) man Texte, die  man aus der griechischen Übersetzung des Alten Testaments übernahm. Man schätzte sie als den Glauben unterstützende Erbauungsliteratur. Man hielt sie aber nicht für würdig genug, in den Kanon aufgenommen zu werden. Prof. Dr. Georg Fohrer (*1915; †2002), Fachbereich Altes Testament an der »Friedrich Alexander Universität Erlangen«, schlug deshalb eine Umbenennung vor (1): »Treffender könnte man sie deuterokanonische Bücher nennen, die eine Art Anhang zum Kanon bilden.« »Deuterokanon« bedeutet so viel wie »2. Kanon«.

Eine zweite Gruppe von Texten, die »Pseudepigraphen«, wurde ebenfalls nicht in den Kanon aufgenommen: Mit Recht weist Fohrer darauf hin, dass diese Bezeichnung unglücklich gewählt ist. »Pseudepigraph« bedeutet »unter anderem Verfassernamen«. Tatsächlich sind aber nicht wenige »pseudepigraphe« Texte in Wirklichkeit anonym. Das heißt: Sie laufen nicht unter einem falschen Verfassernamen, sondern es wird überhaupt kein Autor genannt.

Was den Sachverhalt kompliziert macht und die Unterscheidung zwischen »kanonisch« und »nicht kanonisch« als willkürlich erkennen lässt, das ist die fehlende Logik. Die vier Evangelien, nach Markus, Matthäus, Lukas und Johannes benannt, waren ursprünglich anonym. Erst nachträglich wurden sie mit den Namen der Evangelisten in Verbindung gebracht, die aber in Wirklichkeit gar nicht die Verfasser sind. Die sogenannte »Johannesapokalypse« wurde nur in den Kanon der Bibel aufgenommen, weil man Jesusjünger Johannes für den Verfasser hielt. Die vier Evangelien der Bibel sind also genauso  pseudepigraph wie etwa das »Evangelium des Pseduo-Matthäus«. Letzteres aber wurde aus welchen Gründen auch immer nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen.

Auch die »Fünf Bücher Mose« sind nach heutigem Kenntnisstand der theologischen Wissenschaft nicht von Moses selbst verfasst worden und sind demnach »pseudepigraph«. Mit anderen Worten: Was als »apokryph« bezeichnet wird, könnte aus rein formalen Gesichtspunkten genauso in der Bibel stehen wie jene Texte, die wir heute in der Bibel finden.

In altjüdischen, heiligen Texten, die leider nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden, stößt man immer wieder auf Hinweise auf seltsam und phantastisch anmutende Begegnungen zwischen Menschen und himmlischen Wesen. Paul Rießler veröffentlichte in seinem Werk (2) »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel« eine ganze Reihe von Texten, die nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden.

Der vielleicht interessanteste Text dieser wichtigen Sammlung ist nach meiner Meinung (3) »Leben Adams und Evas«. Der erhalten gebliebene, vom Christentum beeinflusste Text »Leben Adams und Evas« ist seinem Ursprung nach aber gar nicht christlich. Das Original war in hebräischer Sprache verfasst. Der von jüdischen Verfassern geschaffene Text wurde zunächst aus dem Hebräischen ins Griechische übersetzt und schließlich aus dem Griechischen ins Lateinische übertragen. Die heute bekannten Fassungen entstanden zum Teil schon im 3., zum Teil erst im 5. Jahrhundert n. Chr., die Originalversion in hebräischer Sprache dürfte fast zwei Jahrtausende alt sein. Bis heute wurde die Urfassung nicht entdeckt.

Foto 2: Sturz aus dem Himmel.
(Albrecht Dürer)
Nach dem Hinauswurf aus dem Paradies begann für Adam und Eva ein hartes Leben (4):» Nachdem sie aus dem Paradies vertrieben waren, erbauten sie sich eine Hütte, und sie verbrachten sieben Tage trauernd, in großer Trübsal klagend.« Das paradiesische Schlaraffenland war nur noch quälende Erinnerung. Zwei Engel, bewaffnet mit fürchterlichen Schwertern, versperrten den Rückweg (5): » Gott der HERR lagerte vor den Garten Eden die Cherubim mit dem bloßen, hauenden Schwert, zu bewahren den Weg zu dem Baum des Lebens.« Gab es denn wirklich kein Zurück mehr? Eva macht einen selbstlosen Vorschlag (6): »Und Eva sprach zu Adam: ›Mein Herr, willst du, so töte mich!

Vielleicht führt dich dann Gott, der Herr, ins Paradies zurück, ist Gott, der Herr, doch meinethalben über dich in Zorn geraten. Willst du denn nicht mich töten, daß ich sterbe? Vielleicht führt dich dann Gott, der Herr, ins Paradies; du wurdest doch von dort nur meinetwegen ausgetrieben.‹«

Adam lehnt aber ab. Er fürchtet, mit der Ermordung Evas erneut den Zorn Gottes auszulösen: »Und Adam sprach: ›Red nicht so, Eva, auf daß nicht Gott, der Herr, uns abermals verfluche! Wie könnt ich meine Hand gegen mein eigen Fleisch erheben?‹« Trotz drastischer Bußübungen bleibt der Rückweg ins Paradies für Adam und Eva versperrt.

Im Paradies hatte die Schlange nach biblischem Glauben (7) Eva nicht nur dazu verleitet, selbst von der verbotenen Frucht zu essen. Die Schlange brachte Eva auch noch dazu, Adam zum Biss in das verbotene Obst zu verleiten. Im »Leben Adams und Evas« taucht der »Satan« nicht wieder als Schlange, sondern (8) »in der Engel Lichtgestalt« auf. Und Eva (9) »gebar einen Sohn, der lichtvoll war … und er erhielt den Namen Kain«. »Engel Lichtgestalt« verweist natürlich auf den verteufelten »Luzifer«, den »Lichtbringer«. Und dass Kain »lichtvoll war«, das bringt unterschwellig zum Ausdruck, dass nicht Adam der Vater Kains war, sondern jener »Lichtbringer«, sprich Satan, der Teufel. Paul Rießler kommentiert erklärend (10): »›Lichtvoll‹ = Kain, vielleicht so genannt wegen der Anschauung, wonach Kain ein Sohn Luzifers, des ›Lichtbringers‹ war.« Und tatsächlich: Im Zohar (11) wird erklärt, dass nicht Adam, sondern Samael der Vater von Kain war. Der Zohar stellt fest: »Seine Gesichtszüge unterschieden sich von denen anderer Menschen.« Samael (deutsch: das Gift Gottes) wird im rabbinischen Judentum häufig mit Satan gleichgesetzt.

Je intensiver man sich mit dem jüdischen Schrifttum im Umfeld des »Alten Testaments« auseinandersetzt, desto deutlicher tritt hervor, dass die Bibel zum Teil recht vereinfachte Geschichten erzählt. Ich habe versucht, die himmlischen Verhältnisse besser zu verstehen und deshalb intensiv im Zohar gelesen. Ich muss aber zugeben, dass ich umso weniger verstand, je mehr Texte mir bekannt waren. Ein Beispiel sind die ominösen Elohim, die Götter, die uns immer wieder im »Alten Testament« begegnen. Im Zohar lesen wir (12), dass bestimmte (?) Engel »Elohim (Götter) genannt werden. Sie werden in der Kategorie der Götter aufgenommen, obwohl sie nicht Himmel und Erde geschaffen haben.«

Zu den Götter-Engeln oder Engel-Göttern gezählt wurden auch Uzza und Azael, und die hatten höchst menschliche Wünsche (13): »Als Uzza und Azazel von ihrer heiligen Stätte fielen, sahen sie die Töchter der Menschen, sündigten und zeugten Söhne. Dies waren Nephilim, gefallene Wesen, wie geschrieben steht: Die Nephilim, gefallene Wesen, waren auf Erden.« An anderer Stelle erfahren wir aus dem Zohar, was Rabbi Yose lehrt (14): »Dies sind Uzaza und Azael, wie bereits erwähnt, die der Heilige aus überirdischer Seligkeit herabgestoßen hat.«

Azazel (andere Schreibweise: Asasel) war einer der gefallenen Engel. Er wurde häufig mit »Satan« alias »Luzifer« in Verbindung gebracht. Das arabische Pendant zu »Asasel«, der wie Luzifer aus dem Himmel stürzte oder gestürzt wurde, war in der vorislamischen Zeit Al-Uzza, die Schutzgöttin von Mekka. Seefahrer baten sie bei Sturm um Hilfe, galt die Göttin doch als Beschützerin der Schiffe bei ihren Reisen über die Meere. Als Delphin folgte sie den Schutzbefohlenen. Der Delphin wurde vom Christentum übernommen: aus dem Retter von Schiffbrüchigen wurde Christus, der Retter der Seelen. Heilige Symbole scheinen uralt zu sein.

Der schwarze Stein in der Kaaba zu Mekka gehörte ihr. Priesterinnen huldigten der Göttin bis der Islam kam. Al-Uzza erschien wie Venus am Morgen. Sie war Teil einer weiblichen Triade, gemeinsam mit Manat, dem Abendstern, und Al-Lat, dem Mond.

Wo der Zohar Namen nennt, bleibt das »Alte Testament« anonym, erzählt aber die gleiche Geschichte (15): »Als aber die Menschen sich zu mehren begannen auf Erden und ihnen Töchter geboren wurden, da sahen die Gottessöhne, wie schön die Töchter der Menschen waren, und nahmen sich zu Frauen, welche sie wollten. Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten, denn er ist Fleisch. Ich will ihm als Lebenszeit geben hundertzwanzig Jahre. Es waren Riesen zu den Zeiten und auch danach noch auf Erden. Denn als die Gottessöhne zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus die Riesen. Das sind die Helden der Vorzeit, die hochberühmten.«

Foto 3: Vom Himmel hinab! Peter Paul Rubens
Von der Bibel zu den mysteriösen »Qum Ran Texten«, die über Jahrzehnte hinweg der Öffentlichkeit vorenthalten wurden! Im »Buch Henoch der Riesen« (16) wird auf »himmlische Wesen« hingewiesen, die mit »irdischen Töchtern« höchst intim verkehrten und Nachwuchs erzeugten, nämlich die »Nephilim«, die Riesen.

Ein weiterer »Qum Ran Text« (17) spricht konkret vom »Wagen der Herrlichkeit«, erwähnt einen »Streitwagen der Herrlichkeit mit Scharen von Radengeln«. In einem weiteren Text (18) wird Henochs »himmlisches Wissen über die himmlischen Sphären und ihre Wege« gelobt. Kein Wunder: Wie wir aus dem 1. Buch Moses (19) wissen, wandelte Henoch mit den Göttern der Vorzeit. Er starb auch keines natürlichen Todes auf Erden. Er wurde vielmehr ins All »entrückt«.

Ins All reiste, wieder in einem »Qum Ran Text« beschrieben, auch Michael. Da gibt es einen kurzen, höchst interessanten Text. Robert H. Eisenman (* 1937),  US-amerikanischer Archäologe, ist Professor für die Religion und Archäologie des Nahen Ostens und Direktor des »Instituts für die Erforschung der frühen jüdisch-christlichen und islamischen Geschichte« an der California State University, Long Beach. Eisenman gilt als Qumran-Fachmann. Wer sich gründlich mit den Texten von Qumran auseinandersetzen möchte, sei auf sein Werk »Jesus und die Urchristen« (20) verwiesen. Prof. Eisenman geht auf ein kurzes Textfragment ein (4 Q 529). Er schreibt (21):

»Dieser Text, den man auch ›Die Vision des Michael‹ überschreiben könnte, gehört eindeutig zur Literatur der Himmelfahrts- und Visionserzählungen.«. Schließlich zitiert Prof. Eisenman die Übersetzung des Fragments (22): »Die Worte aus dem Buch, die Michal zu den Engeln Gottes sprach, nachdem er zu den Höchsten Himmeln aufgefahren war. Er sagte:›Ich fand Scharen von Feuer dort.‹«

Sehr interessant ist ein weiteres Textfragment (4Q385-389), dem Prof. Eisenman ein eigenes Kapitel widmet (23): »Deutero-Hesekiel«. Offensichtlich ist der Text nur bruchstückhaft erhalten. Da taucht im wahrsten Sinne des Wortes Hesekiel auf (24): »Die Vision, die Hesekiel sah… ein Strahl eines Wagens…« Und weiter lesen wir (25):  »Rad mit Rad verbunden, während sie gingen, und von den beiden Seiten der Räder kamen Ströme von Feuer, und in dern Mitte der Kohlen waren lebende Wesen, wie Kohlen im Feuer, Lampen sozusagen in der Mitte der Räder und der lebenden Gestalten. Über ihren Köpfen war ein Firmament, welches wie das schreckliche Eis aussah. Und über dem Firmament kam ein Laut..«
  
Fußnoten
(1) Fohrer, Georg: »Das Alte Testament«, Gütersloh 1969, S. 10
(2) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel übersetzt und erläutert von Paul Rießler«, Augsburg 1928
Eine minimal, wirklich nur marginal abweichende Übersetzung bietet Kautzsch, Emil: »Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments«, Band II: »Die Pseudepigraphen«, Tübingen 1900, Seiten 510-528
(3) Ebenda, Seiten 668-681
(4) Ebenda, Seite 668, §1
(5) 1. Buch Mose, Kapitel 4, Vers 23+24
(6) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel übersetzt und erläutert von Paul Rießler«, Augsburg 1928, Seite 668, §3
(7) 1. Buch Mose, Kapitel 3, Verse 1-7
(8) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel übersetzt und erläutert von Paul Rießler«, Augsburg 1928, Seite 669, §9
(9) Ebenda, Seite 673, §21 Zeile 11 und §22 Zeile 1
(10) Ebenda, Seite 1311, 6.-4. Zeile von unten
(11) »The Zohar: Pritzger Edition«, Band I, Stanford, Kalifornien, 2004, Seitze 234, 4.+5.- Zeile von oben
(12) Ebenda, Seite 63, 3.-6. Zeile von oben (»They are included in the category of gods, though they did not make heaven and earth.«)
(13) Ebenda, Seite 233, Zeilen 13+14 von oben und Seite 234, Zeilen 1+2 von oben: »When Uzza an Azazel fell from their holy site above, they saw the daughters of human beings, sinned and engendered sons. These were nefilim, fallen beings, as is written: The nefilim, fallen beings, were on earth.« (Übersetzung aus dem Englischen: Walter-Jörg Langbein)
(14) Ebenda, Seite 330, rechte Spalte oben, Zeieln 1-4: »These are Uzaza and Azael, as has been stated, cast down by the blessed Holy One from supernal samnctity.« (Übersetzung aus dem Englischen: Walter-Jörg Langbein)
(15) 1. Buch Mose, Kapitel 6, Verse 1-4
(16) Textbezeichnung 4 Q 532
(17) Textbezeichnung 4 Q 286/287
(18) Textbezeichnung 4 Q 227
(19) 1. Buch Mose, Kapitel 5, Vers 24
(20) Eisenman, Robert und Wise Michael: »Jesus und die Urchristen/ Die Qumran-Rollen entschlüsselt.«, 2. Auflage, München 1993
(21) Ebenda, S. 43, 20.-18. Zeile von unten
(22) Ebenda, Seite 45, Mitte
(23) Ebenda, Seiten 65-70
(24) Ebenda, Seite 68, 14. Zeile von unten
(25) Ebenda, 6.-1. Zeile von unten


Zu den Fotos
Foto 1: Studium altehrwürdiger Texte (Ein Haggadah-Manuskript), ca. 1425. wiki commons
Foto 2: Sturz aus dem Himmel. Albrecht Dürer, etwa 1500. wiki commons
Foto 3: Vom Himmel hinab! Peter Paul Rubens um 1630. wiki commons

530. »Nicht eines Menschen Atem«,
Teil 530 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 15. März 2020




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Sonntag, 1. März 2020

528. »Zehntausende von blitzenden Wagen hat Gott.«

Teil 528 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Kain...
von der Erde hinweggenommen....
Die Mordsgeschichte (1) im Telegrammstil: Adam und Eva haben zunächst zwei Söhne, Kain und Abel. Beide opfern ihre Gaben für Gott. Gott nimmt Abels Opfer an, das von Kain verschmäht er. Wütend ermordet Kain seinen Bruder. Die Strafe Gottes für Kain folgt. Gott spricht (2): »Und nun verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen. Wenn du den Acker bauen wirst, soll er dir hinfort sein Vermögen nicht geben. Unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden.« Kain beklagt sich bitter (3): »Siehe, du treibst mich heute aus dem Lande, und ich muß mich vor deinem Angesicht verbergen und muß unstet und flüchtig sein auf Erden.« Von besonderem Interesse ist der Anfang von Vers 14. Vergleichen wir verschiedene Übersetzungen!

»Luther-Bibel« 1912: »Siehe, du treibst mich heute aus dem Lande.«
»Luther-Bibel« 2017: »Siehe, du treibst mich heute vom Acker.«
»Hoffnung für alle«: »Ach, Gott, du verstößt mich von dem Land.«
»Schlachter 2000«: »Siehe, du vertreibst mich heute vom Erdboden.«
»Zürcher Bibel«: »Sieh, du hast mich heute vom Ackerboden vertrieben.«
»Gute Nachricht Bibel«: »Du vertreibst mich vom fruchtbaren Land.«
»Elberfelder Bibel«: »Siehe, du hast mich heute von der Fläche des Ackerbodens vertrieben.«

Was genau geschieht nun mit Kain? Wird er aus dem Land geworfen? Oder wird er vom fruchtbaren Ackerland vertrieben? Im hebräischen Original steht אדמה , lies »'ădâmâh«. Das Wort kann »Land«, »Erdboden« und »Erde« bedeuten. In welcher Bedeutung wird »'ădâmâh« im konkreten Vers verwendet? Wenn es irgendwo eine klärende Antwort auf diese Frage gibt, dann ja wohl im Zohar. In diesem Werk, das eher eine Bibliothek als ein Buch ist, gibt es eine spannende Antwort (4): »Und siehe: Du hast mich vom Angesicht der Erde verbannt.« Vom »Angesicht der Erde«? Nach dem Zohar wurde Kain vom Angesicht der Erde hinweg genommen und nach »Arqa«, auf eine der sieben Planeten-Welten, gebracht!

Ich muss hier an die wahrhaft kosmische Reise erinnern, die Kain nach den »Legenden der Juden« absolviert hat: Nach den »Legenden der Juden« ermordete Kain seinen Bruder Abel auf dem Planeten »adamah«. Zur Strafe wurde er auf den Planeten »erez« verbannt. Erst als Kain Reue zeigte, brachte ihn Gott auf eine andere Welt. So kam er vom kosmischen »Alkatraz« auf Planet »arqa« (andere Schreibweise: »arka«).

Nach dem Zohar ist »Arqa« ein fremder Planet. Erzählt wird (5), dass Rabbi Chiya und Rabbi Yossi auf einer ihrer Reisen eine wundersame Begegnung mit einem Bewohner von »Arqa« hatten. Viele Jahre suchte ich im umfangreichen »Zohar« nach der geheimnisvollen Begegnung. Erich von Däniken gibt in seinem zweitem Weltbestseller »Zurück zu den Sternen/ Argumente für das Unmögliche« eine Konversation zwischen Menschen und einem Außerirdischen wieder (6): »Rabbi Yossé (Yossi) trat vor den Fremden und fragte ihn, von wo er denn sei. Der Fremde antwortete: ›Ich bin ein Bewohner Arqas.‹ « Der Rabbi reagierte überrascht und fragte nach (7): »›Es gibt also Lebewesen auf Arqa?‹ Der Fremde antwortete: ›Ja. Als ich Euch kommen sah, bin ich aus der Höhle gestiegen, um den Namen der Welt zu erfahren, auf der ich angekommen bin.‹«

Lange Zeit suchte ich nach dem Originaltext im »Zohar«, leider vergeblich. Schließlich begann ich eine intensive Recherche im Internet. Wieder sah es so aus, als würde meine Suche im sprichwörtlichen Sand verlaufen. Doch dann kam ein Kontakt mit Rabbi Mendel Adelman zustande. Rabbi Adelman wurde in Amherst, Massachusetts, geboren und wuchs dort auf.  Er studierte an den jüdische Hochschulen in New Haven, Connecticut, und Brooklyn, New York. Rabbi Adelman lebt in Atlanta, Georgia. Er publiziert zum Thema »jüdisches Recht« und hält viel beachtete Vorträge.

Rabbi Adelman erwies sich als sehr umgänglich, freundlich und hilfsbereit. So übersetzte er die entscheidenden Passagen aus dem Zohar (8) für mich. Rabbi Chiya und Rabbi Yossi vernahmen eine Stimme, die ihnen dringend davon abriet, einen bestimmten Weg einzuschlagen. Sie folgten den Anweisungen der Stimme und bestiegen schließlich einen Berg. Dort begegnete ihnen ein fremdartiges Wesen. Sie hielten inne und fragten dieses Wesen, woher es denn komme. 

Die Antwort lautete: Von Arqa. Erstaunt hakten Rabbi Chiya und Rabbi Yossi nach: »Leben dort Leute?« Das Wesen bejahte. Allerdings sähen die Bewohner von Arqa anders als die beiden Rabbis aus. Für die beiden Rabbis war die Begegnung mit dem Wesen von der Planeten-Welt Arqa etwas Wundersames, das sie aber durchaus akzeptieren konnten.

Ob sie, wie so manche Rabbis unserer Zeit, davon überzeugt waren, dass es im All unzählige Planeten-Welten gibt, auf denen die unterschiedlichsten Lebewesen beheimatet sind? Nach dem »Tikuney Zohar«, der fast vollständig in aramäischer Sprache verfasst wurde, gibt es »Sterne ohne Zahl und jeder Stern wird als separate Welt bezeichnet. Dies sind die Welten ohne Zahl«. Von 18.000 Welten ist die Rede, offenbar von belebten, bewohnten Planeten-Welten.

»Avodah Zarah« (zu Deutsch etwa »Götzendienst«) ist ein religiöses  Traktat aus dem Talmud, »Sefer Nezikin«) und behandelt religiöse Vorschriften für Juden, die unter Nichtjuden leben. Geregelt wird der Umgang mit nichtjüdischen »Götzendienern«.  Zu den »Nichtjuden«, so scheint es, werden auch die Bewohner fremder Planeten-Welten, sprich Außerirdische, gezählt. Für den Umgang mit Außerirdischen galten die gleichen Verhaltensregeln wie gegenüber nichtjüdischen Mitmenschen auf Planet Erde.

Gott bereist nach altem jüdischem Glauben weite Räume. Er fliegt zu sehr vielen Welten. So steht es im mysteriösen »Avodah Zarah«-Text (9). »Er reitet auf seinem leichten Engel und fliegt in achtzehntausend Welten.« Was mag mit Gottes »leichtem Engel« gemeint sein, auf dem er »reitet«?

Nach einem von mir konsultierten Rabbi beziffert »Avodah Zarah« die Zahl der »Wagen Gottes« auf insgesamt 20.000, von denen 2.000 »nicht präsent« seien. Soll damit zum Ausdruck gebracht werden, dass 2.000 dieser Wagen unterwegs zu fremden Planetenwelten waren? Wie dem auch sei: Es wird offensichtlich davon ausgegangen, dass Gott sehr viele fliegende Wagen zur Verfügung standen. Dazu passt ein Vers aus dem »Alten Testament«. Der 68. Psalm (nach griechischer Zählung der 67.) wird David zugeschrieben. Er gilt zumindest in seinem Grundbestand als einer der ältesten erhaltenen Psalmen. Zu finden ist er im zweiten Buch des Psalters. Im Lobpreis Gottes wird im Psalm (10) auf die Vielzahl seiner himmlischen Vehikel hingewiesen. Offensichtlich sind sich die diversen Übersetzer nicht einig, über wie viele fliegende Wagen Gott wohl verfügte. Allem Anschein nach weiß man nicht, wie denn die richtige Übersetzung lauten muss. Keinen Zweifel kann es aber daran geben, dass es tausende und abertausende Wagen waren. Ich habe eine ganze Reihe von Bibelübersetzungen konsultiert, die ich zur Diskussion stelle.

»Luther-Bibel 2017«: »Der Wagen Gottes sind vieltausendmal tausend.«
»Elberfelder«: »Der Wagen Gottes sind zehntausendmal Tausende.«
»Schlachter 2000«: » Gottes Wagen sind zehntausendmal zehntausend, tausende und Abertausende.«
»Zürcher Bibel«: »Die Wagen Gottes, vielmal tausend und abertausend.«
»Gute Nachricht Bibel«: » Zehntausende von blitzenden Wagen hat Gott, in ihrer Mitte der Herr selber, der Heilige in seiner Herrlichkeit.«
»Einheitsübersetzung 2016«: » Die Wagen Gottes sind zahllos, tausendmal tausend.«
»Neue Evangelistische Übersetzung«: »Zehntausende von blitzenden Wagen hat Gott.«
»English Standard Version« (11): »The chariots of God are twice ten thousand, thousands upon thousands.« (»Die Wagen Gottes sind zweimal zehntausend, tausende und abertausende.«)
»New International Version«: »The chariots of God are tens of thousands and thousands of thousands.« (»Die Wagen Gottes sind zehntausende und tausende von Tausenden.«)
»New International Readers Version«: »God has come with tens of thousands of his chariots. He has come with thousands and thousands of them.« (»Gott ist mit zehntausenden seiner Wagen gekommen. Er ist mit tausenden und abertausenden von ihnen gekommen.«)
»King James Version«: »The chariots of God are twenty thousand, even thousands of angels.« (»Die Wagen Gottes sind zwanzigtausend, sogar Tausende von Engeln.«)

Nur die »King James Version« bringt im Zusammenhang mit den Wagen Gottes »tausende Engel« ins Spiel. Reisen sie mit in Gottes Wagen? Kritiker werden einwenden, dass mit den »Wagen Gottes« keineswegs Flugvehikel, sondern höchst irdische, über Stock und Stein rumpelnde Wagen gemeint seien. Ich muss aber in Erinnerung rufen, dass laut »Avodah Zarah« Gott in achtzehntausend Welten fliegt. Mit erdgebundenen Wagen kann er das nicht bewerkstelligen.

Foto 2: Buchcover »Zurück zu den
Sternen« von
Erich von Däniken
Rabbi Hasdai ben Abraham Crescas (*um 1340 in Barcelona, Katalonien; † 1410/11 in Saragossa, Aragonien) gilt als einer der großen jüdischen Gelehrten. Er hat wohl eine ganze Reihe von Werken verfasst, von denen fast alle als verloren gelten müssen. Sein Hauptwerk »Or HaShem« über das »Licht des Herrn« bietet ein weites Spektrum theologischer Gedanken, aber auch Überlegungen zum Thema »außerirdisches Leben«. Rabbi Hasdai ben Abraham Crescas verweist auf die 18.000 Planeten-Welten, in die Gott nach dem  »Avodah Zarah« fliegt. Der Rabbi hielt es für ausgeschlossen, dass sich Gott mit unbewohnten Planeten-Welten abgibt. Zohar-Experte, Kabbalist und Physiker Aryeh Kaplan konstatierte seine dezidierten Ansichten über altjüdisches Schrifttum und die Frage nach der Existenz außerirdischen Lebens klar verständlich: »Die Grundvoraussetzung der Existenz außerirdischen Lebens wird vom Zohar nachdrücklich unterstützt.« Rabbi Kaplan wagte auch einen Blick in die Zukunft.

Für ihn ist es legitim, Aussagen des Zohar über das nahende messianische Zeitalter mit interstellarer Raumfahrt in Verbindung zu bringen. Sollen doch nach dem Zohar dereinst rechtschaffene Menschen von Planet Erde fremde Planetenwelten regieren (12). Das freilich würde interstellare Raumfahrt voraussetzen. Der Zohar, so argumentierte Rabbi Aryeh Kaplan, prognostiziert das Aufkommen der interplanetaren und der  interstellaren Raumfahrt und er liefert zumindest einen der Gründe, warum die Raumfahrt als Teil des Auftakts kommender Zeitalter unvermeidlich sein würde. Mit anderen Worten: Der Zohar weiß von den »Erinnerungen an die Zukunft«.

Fußnoten
(1) 1. Buch Mose, Kapitel 4, 1-16
(2) Ebenda, Verse 11 und 12
(3) Ebenda, Vers 14, in der Luther-Bibel von 1912 (Rechtschreibung wurde unverändert übernommen und nicht nach der Rechtschreibreform korrigiert.)
(4) »The Zohar: Pritzger Edition«, Band I, eBook-Ausgabe, Position 2610
(5) Zohar 1:157a
(6) Däniken, Erich von: »Zurück zu den Sternen/ Argumente für das Unmögliche«, Düsseldorf und Wien 1969, S. 239, 10.-7. Zeile von unten
(7) Ebenda, 5.-1. Zeile von unten
(8) E-Mail-Korrespondenz mit Rabbi Mendel Adelman vom 5., 6., 7. Und 11. Januar 2020.
(9) »Avoda Zara« 3b
(10) Psalm 68, Vers 18
(11) Die Übersetzung der Verse aus englischen Bibelausgaben ins Deutsche habe ich vorgenommen.
(12) »Sli'mos Rabbah« 52:3

Zu den Fotos
Foto 1: Kain... von der Erde hinweggenommen....Urschalling, Bayern. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Buchcover »Zurück zu den Sternen« von Erich von Däniken.

529. »Adam, Eva und das Gift Gottes«,
Teil 529 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 08. März 2020


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Sonntag, 9. Februar 2020

525. »Kain und der blinde Jäger«

Teil 525 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Der wohl bekannteste Mörder der Bibel ist wohl Kain. Das wissen auch Zeitgenossen, die nie in der Bibel lesen. Was aber ist das »Kains-Mal«? Es sollte Kains Leben schützen und wurde ihm zum Verhängnis.

Schon im 4. Kapitel des 1. Buches Mose wird der erste Mord geschildert. Die Geschichte lässt, so scheint es, keine Frage offen. Adam und Eva müssen wegen des ominösen Sündenfalls das Paradies verlassen. Der Engel mit dem Flammenschwert macht eine Rückkehr unmöglich. Adam muss zur Strafe auf dem Feld schuften, Eva Kinder gebären. So kommen Kain und Abel auf die Welt. Beide bringen Gott Opfer dar, Gott verschmäht Kains Opfergabe. Wütend tötet Kain seinen Bruder. In meiner wörtlichen Übersetzung liest sich das so (1):

Foto 1: Kain erschlägt Abel,
Genter Altar von Jan van Eyck, 1432,
gespiegeltes Foto

»Vers 1: Und er, Adam, erkannte Chawa (Eva), seine Frau, und sie empfing und sie gebar den Kajin und sie sprach: ich habe hervorgebracht einen Mann mit Hilfe Jahwes.
Vers 2: Und sie fuhr fort zu gebären: seinen Bruder, den Habäl (Abel), und der Habäl, er war ein Hirte von Kleinvieh und Kajin, er war bearbeitend den Acker.
Vers 3: Und es war am Ende der Tage, da brachte Kajin von den Früchten des Ackers eine Opfergabe für Jahwe.
Vers 4: Und Habäl, er brachte, von seinem Erstgeborenen seines Kleinviehs und von ihrem Fett und er sah, Jahwe, auf den Habäl und sein Opfer.
Vers 5: Aber auf Kajin und sein Opfer sah er nicht und er entbrannte (zu ergänzen? der Zorn?) dem Kajin und er senkte sein Gesicht.
Vers 6: Und er sprach, Jahwe, zu Kajin, warum entbrannte (dein Zorn) und warum ist gesenkt dein Gesicht?
Vers 7: Wenn du recht handelst, kannst du (dein Gesicht) erheben, wenn du nicht
recht handelst, dann lauert die Sünde vor der Tür.
Vers 8: Und es sprach der Kajin zu seinem Bruder Habäl (2) und es war auf dem Feld, da stand auf der Kajin gegen seinen Bruder Habäl und tötete ihn.

Kain hat Abel getötet und Gott fragt, wo denn Abel sei. Seltsam: Gott soll doch allwissend sein. Warum fragt er dann, wo denn Abel zu finden sei. Gott verflucht den Mörder Kain. Der zeigt Reue und hat Angst um sein Leben. Er befürchtet, dass ihn jeder, der ihn trifft, töten wird. Aber wer soll denn Kain nach dem Leben trachten? Nach Abel tot ist, gibt es damals nach dem Text der Bibel ja nur noch Adam und Eva. Weiter geht es im Text meiner wörtlichen Übersetzung:

»Vers 9: Und er sprach, Jahwe, zu Kajin: Wo ist Habäl, und der sprach: nicht weiß ich, bin ich etwa ein Hüter meines Bruders?
Vers 10: Und er sprach: was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders eine schreiende zu mir aus dem Acker!
Vers 11: Und nun, verflucht mögest du sein, weg von dem Acker, welcher aufriss seinen Mund um zu nehmen das Blut deines Bruders aus deiner Hand!
Vers 12: Ja, wenn du bearbeitest den Acker, nicht fährt er fort zu geben dir seine Kraft. Schwankend und heimatlos wirst du sein auf der Welt.
Vers 13: Und er sprach, Kajin zu Jahwe: groß (ist) mein Vergehen (oder: meine Sünde).
Vers 14: Siehe, du hast mich vertrieben vom Gesicht des Ackers und weg von deinem Gesicht verberge ich mich und bin schwankend und heimatlos und es wird ein jeder, der trifft mich an, (er) wird mich töten.
Vers 15: Und es sprach zu ihm, Jahwe: Alle, die Kajin töten – sieben mal sieben wird er gerächt! Und er setzte, Jahwe, dem Kajin ein Zeichen, damit nicht ihn töte ein jeder, der ihm begegnet.«

Nach dem Mord an seinem Bruder Abel zeugte Kain einen Sohn (3):»Und Kain erkannte seine Frau; die ward schwanger und gebar den Henoch. Und er baute eine Stadt, die nannte er nach seines Sohnes Namen Henoch.« Seltsam: Adam und Eva hatten zunächst zwei Söhne, nämlich Kain und Abel. Nach der Ermordung Abels gab es nur noch Adam, Eva, Kain und Seth (ein weiterer Sohn von Adam und Eva). Woher nahm dann Kain seine Frau, die im »Alten Testament« namenlos bleibt. Die anonyme Frau gebar Sohn Henoch. Jetzt gab es nach dem »Alten Testament« eine »Weltbevölkerung« von sechs Personen. Und jetzt baute Kain eine Stadt. Für wen? Für sich, seine Frau und ihren Sohn Henoch? Da wäre ein Häuschen vollkommen ausreichend gewesen! Zurück zum Brudermord!

Foto 2: Kain und Abel als Motiv einer Briefmarke.
Frankreich 1974

Gott verpasst Kain ein Zeichen zu seinem Schutz: Es macht Kain kenntlich und soll jeden davon abhalten, Kain zu töten. Wie dieses »Zeichen« ausgesehen hat, darüber findet sich kein Hinweis im »Alten Testament«. Das »Alte Testament« verschweigt auch, ob und falls ja, wie und wann Kain gestorben ist. Das ist seltsam. Finden sich doch von Adam bis Jesus konkrete Zahlenangaben zu jeder der biblischen Gestalten. Das »Kains-Zeichen« brachte mich auf die richtige Spur. Fündig wurde ich im »Ökumenischen Heiligenlexikon« (4):

»Jüdische Legenden erzählen deshalb: Lamech ging, als er im Alter schon blind war, auf die Jagd und ließ sich dabei von seinem jungen Sohn Tubal-Kajin leiten. Als der das Zeichen gab, schoss Lamech - doch es war nicht ein Wildtier, sondern Kain, der getötet wurde; Tubal-Kajin hatte das Kains-Zeichen, das hier als Horn beschrieben wird, mit dem Horn eines Tieres verwechselt. Verzweifelt schlug Lamech sich in die Hände und tötete so versehentlich auch Tubal-Kajin.«Konkrete Angaben zu den »jüdischen Legenden« sind freilich im »Ökumenischen Heiligenlexikon« nicht zu finden.

Wolfgang Stuch schrieb im Januar 2020 zwei interessante Kommentare bei facebook zu einem Beitrag von mir: »In den Apokryphen Schriften wird Kain versehentlich durch einen Pfeil getötet. … Sucht einfach mal im Netz nach Kains Tod. ... In jüdischen Legenden kommt da eine Passage vor.« Wenn es um »jüdische Legenden« geht, ist für mich das siebenbändige »Legends of the Jews« die erste Quelle, die ich zu Rate ziehe. Als sehr hilfreich hat sich die eBook-Aushabe von Ginzbergs monumentalem Werk in Sachen »Kains Tod« erwiesen. In Band 1 entdeckte ich im Kapitel »Die Nachkommen von Kain« die kuriose Beschreibung vom Tod Kains, wird der doch das Opfer eines blinden Jägers (5):

»Das Ende Kains überkam ihn in der siebten Generation der Menschen, und es wurde ihm zugefügt von der Hand seines Urenkels Lamech. Dieser Lamech war blind und wenn er zum Jagen ging, da wurde er von seinem jungen Sohn geführt, der seinen Vater darüber informieren würde, wenn Wild in Sicht kam, und Lamech würde dann mit Pfeil und Bogen darauf schießen.
Eines Tages gingen er und sein Sohn auf die Jagd, und der junge Bursche machte etwas Gehörntes in der Ferne aus. Natürlich hielt er es für irgendein Tier und er teilte dem blinden Lamech mit, er könne seinen Pfeil fliegen lassen. Der zielte gut und die Beute fiel zu Boden. Als sie dem Opfer nahe kamen, rief der kleine Junge aus: ›Vater, du hast etwas getötet, das in jeder Hinsicht einem Menschen ähnelt, mit Ausnahme des Horns auf der Stirn!‹
Lamech wusste sofort was geschehen war – er hatte seinen Ahnen Kain getötet, der von Gott mit einem Horn gekennzeichnet worden war. Voller Verzweiflung schlug er die Hände zusammen, wobei er dabei versehentlich seinen Sohn tötete.«

Brudermörder Kain, versehentlich von einem blinden Jäger mit Pfeil und Bogen erlegt? Ich suchte nach einer Illustration zur Geschichte vom blinden Jäger Lamech, der seinen Urahnen mit einem Pfeil erlegte. Genauer gesagt: Ich hatte vor meinem geistigen Auge ein Bild von Lamech, wie er gerade seinen Pfeil auf Kain abfeuerte. Irgendwann hatte ich dieses Bild irgendwo gesehen. Ich suchte in meinem Fotoarchiv. Ich wälzte diverse kunsthistorische Fachbücher, grub mich durch Berge von Kirchenführern. Vergeblich. Eines Nachts Anfang Januar 2020 wachte ich auf und erinnerte mich plötzlich sehr genau. Ich hatte das ominöse Bild vor vielen Jahren als Kind gesehen.

Mein Vater Walter Langbein sen. Unterrichtete am »Meranier-Gymansium Lichtenfels« Englisch und Französisch. Er bereiste England, Frankreich und die USA, arbeitete auch in Frankreich und in den USA als Lehrer. Intensiv sind meine Erinnerungen an die Basilika von Vézelay.

Vézelay ist eine kleine französische Gemeinde mit etwa vierhundert Einwohnern im Département Yonne in der Region Bourgogne-Franche-Comté. So wenige Menschen in Vézelay auch leben, so ist der Ort weltweit als einer der Ausgangspunkte des Jakobswegs (Via Lemovicensis) bekannt. Ich war als Kind mit meinem Vater vor Ort und kann mich nur noch an die Basilika von Vézelay erinnern. Das mächtige Gotteshaus empfand ich als bedrohlich. Wie eine furchteinflößende Kreatur thronte es auf einer Anhöhe über dem kleinen Dörfchen Vézelay. Das Riesenbauwerk hat sich mir als eine riesige Verschachtelung von Monstermauern, die wohl Mumien und Mysterien bieten würden, eingeprägt.

Gruselig war ein kurzer Besuch in der Krypta. Beim schwachen Schein einzelner Glühbirnen war die Wirklichkeit unheimlich wie ein alter Stummfilm über das »Phantom der Oper«. Spinnen hatten wohl schon vor Ewigkeiten ihre Netze aufgegeben, in denen sich längst keine Insekten mehr verfingen. Von irgendwo her kamen Geräusche von tropfendem Wasser. Ob es noch weitere, bislang unentdeckte Räume gab, hinter dicken steinernen Mauern? Würde man dort die Gebeine verschmachteter Gefangener finden, die irgendwo lebendig eingemauert worden waren?

Der wuchtige Turm beeindruckte mich sehr. Ausführlich erklärte mir mein Vater  die kunstvollen Kapitelle, die alle in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstanden sind.

Fußnoten
(1) Genesis, Kapitel 4, übersetzt aus dem hebräischen Text der »Biblia Hebraica«
(2) Hier ist der hebräische Text wohl unvollständig überliefert! Was sagte Kain zu Abel? Die Aussage Kains fehlt. Vermutlich fordert Kain seinen Bruder auf, aufs Feld zu gehen.
(3) 1. Buch Mose Kapitel 4, Vers 17
(4) »Ökumenisches Heiligenlexikon«, Stichwort »Lamech«. https://www.heiligenlexikon.de/BiographienL/Lamech.html Stand 8.1.2020
(5) Ginzberg, Louis: »The Legends of the Jews: From Creation to Jacob«, zu Deutsch etwa: »Die Legenden der Juden: Von der Schöpfung bis Jakob«
Die Printausgabe von Band 1 erschien erstmals 1909, S. 116, 14. Zeile von oben – S.117, 1. Zeile von oben

Zu den Fotos
Foto 1: Kain erschlägt Abel, Genter Altar von Jan van Eyck, 1432, gespiegeltes Foto, Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Kain und Abel als Motiv einer Briefmarke. Frankreich 1974, Foto Archiv Walter-Jörg Langbein

526. »Die zwei Tode eines Mörders«,
Teil 526 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 16. Februar 2020



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Sonntag, 12. Januar 2020

521. »Tebel, die zweite Erde«

Teil 521 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Kain soll auf einen fremden
Planeten verbannt worden sein
Adam wurde, so berichten die »Legenden« aus dem Paradies geworfen. Wir verstehen »Paradies« und »Garten Eden« als ein und denselben Ort. Wir bezeichnen das biblische Paradies auch als den »Garten Eden«. Im geheimnisvollen »Zohar« (andere Schreibweise: »Sohar«) aber wird deutlich zwischen beiden unterschieden. »Zohar«, zentraler Bestandteil der »Kabbala« (zu Deutsch »das Überlieferte«), beschreibt »Paradies« und »Eden« als zwei völlig unterschiedliche Orte! Es mutet wie eine Idee aus dem Script eines Science-Fiction-Films an, der uns für sehr viele Dollarmillionen wahrhaft kosmische Welten präsentiert.

Nach dem »Zohar« (1) »beinhaltete Eden dreihundertundzehn Welten«. Louis Ginzberg erklärt in einer Fußnote (2), dass sich »Eden« nach »Zohar I, 125a« nicht auf der Erde, sondern in himmlischen Gefilden befindet, und zwar im siebten Himmel oder darüber. Sollte es sich bei »Eden« also gar nicht um den idyllischen Paradiesgarten auf Erden handeln? Was ist mit »dreihundertundzehn Welten« gemeint? Dürfen wir spekulieren? Handelt es sich bei »Eden« um eine Ansammlung von Sternen mit 310 Planetenwelten? Wie dem auch sei: In den »Legenden der Juden« geht es reichlich kosmisch zu. Da werden fremde Erden und diverse Himmel beschrieben, von denen einige bewohnt sind.

Manchmal ist es unklar, ob mit dem einen oder dem anderen Himmel ein fremder Planet gemeint sein könnte. Da geht es um Reisen zwischen fremden Welten und der Erde. Der biblische Adam reist zu anderen Planeten und bleibt irgendwie verschollen. Mir scheint, im Lauf vieler Jahrhunderte ist die Grenze zwischen Fantasie und Realität verschwommen. Im Lauf der Jahrhunderte wurden aus den Himmeln der Himmel, der von den Dahingeschiedenen bevölkert wird.

Rekapitulieren wir: Adam fliegt aus dem Paradies, wird nach »erez« transportiert und von dort von Gott nach »adamah« geschafft. Auf »adamah« werden Kain, Abel und schließlich Seth geboren. Kain ermordet Abel und wird zur Strafe auf »erez« verbannt. Als er Reue zeigt bringt ihn Gott nach »arka«. Ob Kain freilich sein Leben auf »arka« genießen konnte, muss dahingestellt bleiben. Ist doch überliefert, dass sich auf jener Welt eine »Hölle« befand. »Engel der Zerstörung« bewachen hier die »Seelen der Bösen« wie Gefängnisaufseher Insassen in einem kosmischen Alkatraz (3). Wurden sie, wie ich 1981 formulierte, in »Lagern« als Gefangene Gehalten?

Foto 2: Eva wird nicht als Reisende
zu fremden Planeten erwähnt.
Fresko (1475) in der Dreieinigkeitskirche
von Hrastovlje ( Slowenien )
von Johann von Kastav.
Seltsam: Über den weiteren Verlauf von Kains Planetenreisen finde ich nichts mehr in den »Legenden der Juden«. Wurde Kain, der Brudermörder, wieder auf die Erde geschafft, oder musste er bis ans Ende seiner Tage auf »arka« bleiben? Adam wird zu fremden Planeten gebracht, von Eva ist bei den fantastisch anmutenden Schilderungen nicht die Rede.

Das Wissen über weitere Planeten wird, so scheint mir, nur fragmentarisch überliefert. Oder Louis Ginzberg hat nicht alle in den äußerst umfangreichen »Legenden der Juden« auftauchenden Informationen über fremde Planetenwelten in sein äußerst wichtiges Sammelwerk aufgenommen.
Sehr interessant ist auch der Planet »herabah« – wörtlich »die Tockene«. Im Gegensatz zum Namen hatte er reichlich Wasser in Form von Flüssen und Bächen zu bieten. Wasser, so berichten die »Legenden der Juden« gab es auch auf »Yabbashah«.

»Tebel« (4) schließlich,  »die zweite Erde«, war von »lebenden Kreaturen bevölkert«, von »365 Arten, alle grundlegend verschieden von jenen auf unserer Erde«. Auf »tebel«, so erfahren wir weiter aus den »Legenden der Juden«, lebten erschreckend aussehende Mischwesen, Kreaturen die nicht einer natürlichen Evolution entsprungen sein können. Bilder wie aus einem Gruselkabinett eines modernen Frankenstein werden plastisch beschrieben (5): »Manche haben Menschenköpfe auf dem Körper eines Löwen oder einer Schlange oder eines Ochsen; andere haben Menschenkörper mit den Köpfen jener Tiere. Außerdem wird Tebel bevölkert von menschlichen Wesen mit zwei Köpfen und vier Händen, in der Tat haben sie alle Organe zweifach mit Ausnahme des Leibes.«

Diese Beschreibung aus den »Legenden der Juden« erinnert mich an so manche reliefartige Darstellung an uralten indischen Tempeln, die ich vor Jahren besuchen durfte. Die Kleinstadt Konarak, am »Golf von Bengalen« gelegen, ist gut von Puri aus zu erreichen. Wer den indischen Bundesstaat Odisha besucht, sollte unbedingt die Tempelanlage von Konarak einplanen.

Die Bauarbeiten am »Sonnentempel« wurden vermutlich Mitte des 13. Jahrhunderts, wahrscheinlich anno 1243, von König Narasimha Deva (Regierungszeit 1238 - 1264) in Auftrag gegeben. Bei meinem Besuch im November 1995 wurde emsig restauriert. Hunderte Arbeiter schufteten für wenig Geld nach altüberlieferten Methoden ohne heutige Geräte. Sie verarbeiteten Materialien wie vor rund 1.500 Jahren.

Foto 3:
Schlangen-
Mensch-
Wesen
Der »Wagen des Sonnengottes« ist reich mit unglaublich detailreich herausgearbeiteten Halbreliefs versehen. Der Reiseführer von Marco Polo erklärt (2): »In die … Mauern sind Blätter, Tiere, mystische Wesen, Musiker und Tänzer eingemeißelt. Zwei Löwen bewachen den Eingang. Auf jeder Seite des Tempels zertrampeln ein kolossaler Kriegselefant und ein Pferd gegnerische Krieger. Überlebensgroße Paare tanzen im erotischen Vorspiel.«

Im fast schon unüberschaubaren Getümmel der unterschiedlichsten Figuren werden die meiner Meinung nach besonders interessanten Nagas (Foto 3!) leicht übersehen. Viele europäische Besucher haben nur Augen für die erotischen Darstellungen. Nagas, »Schlangen«-Gottheiten, gibt es in verschiedenen Variationen: Manchmal treten sie als Mischwesen auf, als Mensch mit Schlangenkopf oder als Schlange mit Menschenkopf. Manchmal werden sie als vollständige Schlangen gezeigt. Es gibt aber auch Nagas mit Schlangenleib und mehreren Schlangenköpfen. Die Schlangengottheiten haben in der alten indischen Tradition erstaunliche, weil magische Fähigkeiten.

Foto 4: Konarak...
Mischwesen wie von Eusebius
beschrieben...
Auch heute neigen viele Wissenschaftler dazu, derlei Kreaturen als reine Hirngespinste oder »symbolisch gemeinte Darstellungen«  abzutun. Die mit reichlich Phantasie ausgestatteten Dichter sollen einfach unterschiedliche Tiere mit Menschen kombiniert haben, um ganz außergewöhnliche Wesen zu erschaffen, die in sich ganz unterschiedliche Fähigkeiten vereinten. Aber waren diese mysteriösen Wesen wirklich nur Produkte der menschlichen Erfindungsgabe?

Warum hört man nicht auf die antiken Historiker, die sich ganz konkret zu den monströsen Schöpfungen äußern? Historiker Eusebius zum Beispiel lässt auch nicht den geringsten Zweifel aufkommen: Monströse Mischwesen, Geschöpfe der Götter, hat es ganz real und in Fleisch und Blut gegeben (6):

»Menschen mit Schenkeln von Ziegen und Hörnern am Kopfe, noch andere, pferdefüßige, und andere von Pferdegestalt an der Hinterseite und Menschengestalt an der Vorderseite. Erzeugt hätten sie (die Götter, Ergänzung des Autors) auch Stiere, menschenköpfige, und Hunde, vierleibige, deren Schweife nach Art der Fischschwänze rückseits an den Hinterteilen hervorliefen, auch Pferde mit Hundeköpfen...sowie andere Ungeheuer, pferdeköpfige und menschenleibige und nach Art der Fische beschwänzte, dazu weiter auch allerlei drachenförmige Unwesen und Fische und Reptilien und Schlangen und eine Menge von Wunderwesen, mannigfaltig gearteten und untereinander verschieden geformten.«

Foto 5: Auch am Dom zu Paderborn gibt es Mischwesen.

Weltweit gibt es diese Mischwesen: an indischen Tempeln in Stein, in den »Legenden der Juden« auf einem fremden Planeten und im fantastisch anmutenden Text des Historikers Eusebius. Gruselige Mischwesen machte ich auch am berühmten Paradiestor des Doms zu Paderborn aus. Teils erinnern die steinernen Monstrositäten an Saurier, teils vollkommen fremdartig.


Foto 6: Der Fantasie entsprungen... oder doch nicht…
(Dom zu Paderborn)

Was die Darstellungen in Wort und Bild aus alten Zeiten für mich wirklich zu schrecklichen Visionen macht? Man kann sie leider nicht mehr einfach nur als verrückte Fantasiegebilde abtun. Ich wünsche mir sehr, dass diese Kreaturen vor Jahrhunderten und Jahrtausenden nur als reine Fantasieprodukte entstanden sind. Ich hoffe sehr, dass die Horrorwesen, die Eusebius so plastisch beschrieb und die unbekannte Künstler vor Jahrhunderten am Paradiestor des Doms zu Paderborn anbrachten, nie real existiert haben.

Foto 7 ...Fantasie oder doch Realität von einst...
(Dom zu Paderborn)

Leider muss man aber davon ausgehen, dass derlei Grausamkeiten aus Fleisch, Blut und Knochen schon heute in geheimen irdischen Labors entwickelt werden. Aber auch ganz offiziell geht man schon sehr weit. Frankenstein lässt grüßen! Sommer 2019: Der japanische Stammzellenforscher Prof. Hiromitsu Nakauchi (*1952) darf mit offizieller Genehmigung der japanischen Regierung menschliche Zellen in Tierembryonen einpflanzen und so Mensch-Tier- Kreaturen erschaffen. Ich bin davon überzeugt, dass man in geheimen Labors schon heute noch viel weiter ist. Militärstrategen  sind daran interessiert, Tier-Mensch-Soldaten einzusetzen, die mehr Robotern als beseelten Lebewesen gleichen. Experimente, die theoretisch möglich sind, werden garantiert irgendwo verwirklicht, weil Experimente schon um ihrer selbst willen ausgeführt werden, oder einfach nur um auszutesten, was möglich ist.

» Japan erlaubt Züchtung von Mensch-Tier-Chimären« vermeldete »SPIGEL ONLINE« am 4.3.2019 in der Rubrik »Wissenschaft«. So oder so ähnlich formulierten es die Medien weltweit. Laut »ÄRZTE ZEITUNG« (online 31.7.2019)  hält der Vorsitzende des »Deutschen Ethikrates« Professor Peter Dabrock »das Verfahren auch in Deutschland für denkbar, weil bei den Versuchen keine aus Embryonen gewonnenen iPS-Zellen verwendet werden sollen«. Prof. Dabrok wird weiter wie folgt zitiert: »Wenn bei der Forschung keine Embryonen verbraucht werden, dann wären solche Versuche auch in Deutschland nach Embryonenschutzgesetz wie nach Tierschutzgesetz zulässig.« Einiges ist schon zulässig, möglich ist viel mehr. Was möglich ist, wird garantiert irgendwo in modernen »Frankensteinlabors« verwirklicht.

Was Ethikkommissionen dazu meinen, ist für die Experimente dort belanglos. Der Begriff »Fortschritt« wird von so manchem Experimentator sehr unethisch verstanden.

Foto 8: Adam am Baum des Lebens, Holzstich,
Mitte 16. Jahrhundert. Fotocollage gespiegelt.


Fußnoten
(1) Ginzberg, Louis: »The Legends of the Jews«, veröffentlicht von der »Jewish Publication Society of America«, Taschenbuchausgabe, Baltimore 1998, Band 1, Seite 21, 12. und 13. Zeile von oben: »Eden, containing three hundred and ten worlds.« Übersetzung ins Deutsche Walter-Jörg Langbein.
(2) Ebenda, Band 4, Seite 30, Fußnote 84, 9.-14. Zeile von oben. Übersetzung ins Deutsche Walter-Jörg Langbein.
(3) Ebenda, Band 1, Seite 10, 13.-15. Zeile von unten. Übersetzung ins Deutsche Walter-Jörg Langbein.
(4) Ebenda, 3.-7. Zeile von unten. Übersetzung ins Deutsche Walter-Jörg Langbein.
(5) Ebenda, 8.-10. Zeile von unten. Übersetzung ins Deutsche Walter-Jörg Langbein.
(6) Zitiert nach Däniken, Erich von: »Die Augen der Sphinx/ Neue Fragen an das alte Land am Nil«, München 1989, S. 68 unten und S. 69 oben. Dort angegebene Quelle: Karst, Josef: »Eusebius Werke, 5. Band, Die Chronik, Leipzig 1911«

Zu den Fotos
Foto 1: Kain soll auf einen fremden Planeten verbannt worden sein (Foto: Kirche von Urschalling). Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Eva wird nicht als Reisende zu fremden Planeten erwähnt. Fresko (1475) in der Dreieinigkeitskirche von Hrastovlje ( Slowenien ) von Johann von Kastav.
Foto 3: Am Tempel von Konarak tummeln sich Mischwesen mit Schlangenleib und Menschenköpfen (Nagas). Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Konarak... Mischwesen wie von Eusebius beschrieben... Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Auch am Dom zu Paderborn gibt es Mischwesen. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Der Fantasie entsprungen... oder doch nicht… Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7 ...Fantasie oder doch Realität von einst... Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Adam am Baum des Lebens, Holzstich, Mitte 16. Jahrhundert. Fotocollage gespiegelt.


522. »Sieben Erden und ›unmögliches‹ Wissen«,
Teil 522 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 19. Januar 2020


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Sonntag, 17. November 2019

513. »Unser Gott und seine Frau«

Teil 513 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1:
Rekonstruktion einer
Aschera
Fotomontage
Je mehr man sich mit den Göttinnen und Göttern der ältesten Zeiten beschäftigt, desto schneller verliert man sich in einer schier unüberblickbaren Flut von Himmlischen, die von den Völkern ferner Zeitepochen angebetet wurden.

Freilich täuscht die Vielzahl der Namen, die wir oft nicht aussprechen können,  eine noch viel höhere Anzahl von Göttinnen und Göttern vor als es tatsächlich Himmlische gab. Vor Jahrtausenden wurden weniger Göttinnen und Göttern verehrt als es Namen von Göttinnen und Göttern gibt. Nicht selten verbergen sich nämlich hinter unterschiedlichen Namen die gleichen, identischen Gottheiten. Viele Namen sind in Vergessenheit geraten und von so mancher Gottheit wissen wir nicht mehr, welche speziellen Aufgaben sie zu erledigen hatte.

Der große Schöpfergott von Ugarit war »Ilu«. »Ilu« galt als (1) »Vater der Menschheit« und als »Erschaffer der Schöpfung«. Wir denken dabei zwangsläufig an den Schöpfergott der Bibel. An »Ilus« Seite stand die Göttin »Atirat« (2), die »Gebieterin der See« und »Königin des Hohen Himmels«. Als »die Göttin, die über das Meer  wandelt« ist »Aschera« bekannt. »Atirat«, die »ugaritische Meeres- und Himmelskönigin«, lebte an der Küste und beschützte die Seeleute. Dargestellt wird »Atirat« häufig vollkommen nackt, so wie die Eva des »Alten Testaments«. »Atirat« war auch unter dem Namen »Chawat« bekannt. »Chawat« alias »Hawat« spazierte wie Adam einst nackt im Paradies.

Jetzt wird es verwirrend. Eva, Adams Frau, heißt im hebräischen Original »Hawat«. Warum? Das wird im Buche Genesis erklärt (3): »Und er rief, Adam, einen Namen seiner Frau: Chawa, denn sie wurde die Mutter aller Lebenden.« Demnach hieß Eva im biblischen Paradies so wie die Partnerin von Gott »Ilu«. »Mutter aller Lebenden« ist ja ein uralter Göttinnen-Name.

Noch einmal, vielleicht finden wir mehr Klarheit: Der große Schöpfergott von Ugarit war »Ilu«. »Ilu« war auch als »El« bekannt. Also: Die Partnerin von Obergott »Ilu« alias »El« war Göttin »Atirat«. Und der »Atirat« entsprach tatsächlich »Aschera«.

Wir haben ein Pärchen im Himmel von Ugarit: Gott »Ilu« alias »El« und »Atirat« alias »Aschera«. Die Göttin Aschera kommt in Texten des Alten Testaments sehr viel häufiger vor als Übersetzern wie Martin Luther (*1483; †1546) lieb war. Durch falsche Übersetzungen ließ Luther ihren Namen aus den Texten des Alten Testaments verschwinden. So stand einst bei Luther im Buch Richter (4): 

Foto 2:
Darstellung eines
Baals. Fotomontage
»Und zerbrich den Altar Baals … und haue ab den Hain, der dabei steht.« Von einem »Hain«, also einem Wäldchen ist im Original nichts zu finden. Falsch übersetzte Luther weiter: »Und baue dem Herrn, deinem Gott, einen Altar und opfere ein Brandopfer mit dem Holz des Hains, den du abgehauen hast.« Es sind keine Bäume gefällt und verbrannt worden, so wie Luther glauben lassen wollte.
Erst in der revidierten Luther Bibel von 1912 kehrte die Göttin im Text der Übersetzung wieder: »Und haue um das Ascherahbild, das dabei steht und opfere ein Brandopfer mit dem Holz des Ascherahbildes, das du abgehauen hast.«

Wie offensichtlich falsch Luthers Übersetzungen in Sachen Aschera sind, das verdeutlicht ein Vers aus den Königsbüchern. Bei Luther hieß es da anno 1545 (5): »Er (Josia) ließ den Hain aus dem Hause des Herrn führen.« Mit dem »Haus des Herrn« war der Tempel in Jerusalem gemeint. Und aus dem Tempel soll ein Hain, also ein Wald,  »geführt« worden sein? Wie »führt« man einen Wald von A nach B? Natürlich gab es im Zentralheiligtum der gläubigen Israeliten keinen Wald. Der hebräische Originaltext lässt keinen Zweifel aufkommen: Entfernt wurde eine Aschera-Statue!

Luther steht als Fälscher keineswegs allein da. »Young’s Literal Translation«, also »Young’s Wörtliche Übersetzung«, tilgt Aschera aus dem Text und fabuliert von einem »Heiligtum« oder »Schrein«. Und vom »Holz des Heiligtums« oder »Holz des Schreins«. Eine Göttin soll im Hauptheiligtum der Juden über ein eigenes Heiligtum verfügt haben? Das kann den Verfassern von »Young’s Literal Translation« auch nicht gefallen haben. Ihnen kam es wohl vor allem darauf an, dass nichts mehr von Göttin Aschera zu lesen war. Auch in der »King James Version« ist für Göttin Aschera kein Platz. Sie weicht wie bei Luther einem »Wäldchen«, das abgeholzt und zu Ehren des im Monotheismus einzig erlaubten Gottes verbrannt wird.

Erst in der Ausgabe »21st Century King James Version« der Bibel taucht »Aschera« auf. Der »Aschera-Pfahl« wird umgehauen und das Holz des »Aschera-Pfahls« wird verbrannt.

Kehren wir zu Luther und seinen Manipulationen zurück. In Luthers Übersetzung von 1545 heißt es (6): »Auch blieb stehen der Hain zu Samaria.« In der revidierten Luther Bibel von 1912 darf die vom Reformator getilgte Göttin wieder zurückkehren: »Auch blieb stehen das Ascherabild zu Samaria.« Aschera wurde also nicht nur im Heiligtum der Juden in Jerusalem verehrt, sondern auch in Samaria. Das verwundert nicht! Denn wenn Aschera im Tempel Jahwes verehrt wurde, kann man davon ausgehen, dass auch in anderen Tempeln im Land Aschera zuhause war. Der Gedanke an eine Göttin neben Jahwe muss Luther ein Gräuel gewesen sein.

Foto 3: Typische
Aschera-Göttin
Fotomontage/ Collage


Das Erste Buch der Könige berichtet über ein Essen mit anschließendem eigenartigem Opferwettbewerb, der in einem Massenmord endete (7). Luther übersetzte wieder falsch. Er machte aus »Propheten der Aschera« anno 1545 »Propheten des Hains«. 400 Propheten der Aschera und 450 Propheten von Baal speisten gemeinsam. Dann kam es zum Zweikampf der besonderen Art. Die Aschera-Priester beteiligten sich daran nicht.

Erst schlachteten und zerteilten die Baal-Anhänger ein Rind und legten es auf einen Holzstoß. Schließlich beteten sie flehentlich zu Baal. Vergeblich. Baal schwieg. Er reagierte in keiner Weise. Jetzt fügten sich die Baal-Anhänger selbst mit Messern und Spießen Wunden zu. Vergeblich floss ihr Blut. Gott Baal ließ, so der angebliche »Bericht«, seine Anhänger im Stich. Er nahm ihr Opfer nicht an.

Dann kam die zweite »Partei« ins Spiel. Die Jahwe-Anhänger und ihr Gott Jahwe wurden gefordert. Die Bedingungen mussten aus Gründen der Fairness die gleichen sein. Auch Jahwe bekam zerstückelte Rinderteile auf einem Holzstapel angeboten. Jetzt aber machten es sich die Jahwe-Anhänger selbst schwerer, oder ihrem Gott. Sie  wollten unbedingt ein göttliches Wunder erzwingen. Also übergossen sie den zerstückelten Tierkadaver und das Holz mit reichlich Wasser. Alles schwamm förmlich im Wasser. Und doch geschah das erhoffte Wunder: Auf Elias Bitte hin ließ Jahwe sein Feuer vom Himmel fallen. Nicht nur das Holz des »Scheiterhaufens« und das Rind verbrannten trotz der Wassergüsse. Auch die Steine und Erde wurden vom göttlichen Feuer »gefressen«.

Foto 4:
Ascheras.
Fotomontage/
Collage
Der Wettstreit war entschieden. Die Jahwe-Anhänger waren die eindeutigen Sieger! Sie erwiesen sich aber als sehr schlechte Gewinner! Sie begnügten sich nicht mit der Niederlage ihrer Gegner im Opferwettbewerb. Sie brachten ihre Baals-Konkurrenten um. Die Luther-Bibel von 2017 formuliert recht drastisch (8): »Elia aber sprach zu ihnen: Greift die Propheten Baals, dass keiner von ihnen entrinne! Und sie ergriffen sie. Und Elia führte sie hinab an den Bach Kischon und schlachtete sie daselbst.« Elia bringt seinem Gott die Baals-Propheten als Schlachtopfer dar. (Der Ausdruck »Prophet« stand nach biblischem Verständnis nicht für Wahrsager oder Zukunftsdeuter. Propheten waren die »Pressesprecher« ihrer Götter. Sie übermittelten Verlautbarungen ihrer Götter. So war Moses der »Prophet« Jahwes.)

Über die Aschera-Propheten wird kein Wort mehr verloren. Warum waren sie dann überhaupt mit den Baals-Priestern eingeladen worden? Raphael Patai argumentiert (9): »Die Schlussfolgerung muss sein, dass ihnen, da sie nicht am Wettstreit teilnahmen, kein Leid zugefügt wurde. Wenn dem so war, dann müssen sie ungehindert auch weiterhin ihrer Göttin gedient haben.«

Es ist eine ganze Reihe berechtigter Fragen! Warum wurden unter Ahab die Baals-Priester niedergemetzelt, die Aschera-Priester aber verschont? Warum wurde Jahrzehnte später unter König Joahaz der Aschera-Kult weiterhin geduldet (10)? Die Statue der Göttin  in Samaria blieb unangetastet. Wurde die Verehrung der Göttin akzeptiert, wie Raphael Patai vermutet (11), weil »die Verehrung der Aschera als legitime religiöse Ausübung auch von denen angesehen wurde, die gegen den Baalskult waren«?

Weiter geht es mit Gemetzel. Gegen die Priester und Propheten anderer Gottheiten durfte mit Arglist und Tücke vorgegangen werden. Jehu ließ die Priester Baals einladen (12). Angeblich wollte er ihm huldigen.  Wer der Zeremonie zu Ehren Baals fernbleibe, so wurde gedroht, werde getötet. Abgeschlachtet wurden dann aber die Baal-Priester. Aus den Baal-Tempeln ließ Jehu öffentliche Toiletten machen. Sein Hass gegen Baal war groß, Aschera aber wurde toleriert.

Foto 5:
Ascheras.
Foto-
montage
Collage
Spärlich sind die konkreten Angaben über das Allerheiligste des Jerusalemer Jahwe-Tempels. Die Vermutung, dass Salomos Tempel ausschließlich der Verehrung Jahwes diente, ist definitiv falsches Wunschdenken der Monotheisten. Die Zahlen sprechen eine deutliche, klare Sprache! Der salomonische Tempel bestand 370 Jahre. Immerhin 236 Jahre davon, also fast zwei Drittel der Zeit, beherbergte er eine Aschera-Statue. Das verstieß eindeutig gegen Jahwes Gebot! Hatte doch Jahwe angeblich selbst nicht nur das Anbeten fremder Götter im Allgemeinen verboten, sondern ganz konkret gefordert (13): »Du sollst dir keinen Holzpfahl als Ascherabild errichten bei dem Altar Jahwes!«

Genau das aber geschah immer wieder! Jahrhunderte lang war Aschera fester Bestandteil im religiösen Leben der jüdischen Stämme. Konkretem göttlichem Gebot zum Trotz stand ihre Statue im Allerheiligsten des Salomonischen Tempels neben  Jahwes Altar:
•Salomos Sohn, König Rehoboam, brachte die göttliche Statue in den Tempel. Sie wurde etwa 35 Jahre lang im Zentrum der Religiosität verehrt.
•König Asra ließ sie entfernen, König Joash wieder installieren.
•Nach 100 Jahren sorgte König Hezekiah dafür, dass Aschera wieder aus dem Heiligtum verschwand. König Manasseh aber brachte sie wieder an ihren angestammten Platz. 
•König Joshiah setzte eine religiöse Reform durch. Aschera wurde aus dem Tempel verbannt, kehrte aber nach dem Tod des Königs wieder zurück. 

Warum war Salomos Tempel lange Zeit das heilige Haus für Jahwe und  gleichzeitig für Aschera? Die Antwort entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie (14): »Eine Zeitlang akzeptierte Aschera den semitischen Gott El als ihren Geliebten. Sie war die Himmelskuh, er der Stier.« El aber war einer der Beinamen Jahwes (15).

Endlich wird klar, wieso Baal als Rivale von Jahwe blutig verfolgt, Aschera aber geduldet, ja lange Zeit im Tempel Salomos verehrt wurde. Aschera, die uralte Göttin aus Ugarit, wurde rund ein Jahrtausend später die Geliebte und Partnerin von Jahwe alias El! Es ist offensichtlich, dass sture Verfechter des Monotheismus wie Luther Aschera aus den Texten des Alten Testaments verschwinden ließen. Es ist erfreulich und lobenswert, dass in den meisten neueren Übersetzungen die Göttin Aschera zurückkehrt. Ich glaube nicht, dass dies auf eine Rückbesinnung auf religiöse Urkulte hinweist, in deren Zentrum Göttinnen standen. Ich nehme an, dass neuere Übersetzungen schlicht und einfach korrektere Angaben machen wollten.


Foto 6:
Ascheras.
Foto-
montage
Collage
Fußnoten
(1) Im Englischen: »Father of mankind« und »Creator of creation«
(2) Andere Schreibweise: Athirat
(3) 1. Buch Mose, Kapitel 3, Vers 20
(4) Das Buch der Richter Kapitel 6, Verse 25 und 26 in Luthers Übersetzung von 1545, hier der heutigen Rechtschreibung angepasst.
(5) Das 2. Buch der Könige Kapitel 23, Vers 6 in der Übersetzung Luthers von 1545, in angepasster Rechtschreibung!
(6) Das 2. Buch Könige Kapitel 13, Vers 6
(7) Siehe hierzu: Das 1. Buch der Könige Kapitel 18, Verse 19-46.
(8) Das 1. Buch der Könige Kapitel 18, Vers 40
(9) Patai, Raphael: »The Hebrew Goddess«, 3., erweiterte Auflage, Detroit 1990, S. 43
(10) Siehe Das 2. Buch der Könige Kapitel 13, Vers 6
(11) Patai, Raphael: »The Hebrew Goddess«, 3., erweiterte Auflage, Detroit 1990, S. 43
(12) Siehe Das 2. Buch der Könige Kapitel 10, Verse 18-27
(13) Das 5. Buch Mose Kapitel 16, Vers 21
(14) Walker, Barbara: »Das Geheime Wissen der Frauen«, Frankfurt 1993, S. 67
(15) Siehe zum Beispiel 1. Buch Mose Kapitel 14, Vers 18!

Foto 7
Zu den Fotos
Foto 1: Rekonstruktion einer Aschera. Fotomontage. Foto Archiv Langbein
Foto 2: Darstellung eines Baals. Fotomontage. Foto Archiv  Langbein
Foto 3: Typische Aschera-Göttin. Fotomontage/ Collage. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Fotos 4-6: Aschera(s). Fotomontage/ Collage. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Eva, Schlange am Baum des Lebens, Adam/ Briefmarkenmotiv Israel

514. »Von Nan Madol bis Ugarit«,
Teil 514 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 24. November 2019



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