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Sonntag, 5. Juli 2020

546. »Herr der Himmel und der Welten«

Teil 546 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Nebukadnezar, mächtiger Herrscher
zu biblischen Zeiten.
Foto (gespiegelt, teilweise kontrastverstärkt)

Im biblischen Büchlein Esra kommt der »Elah der Himmel« mehrfach vor (1): »Sie aber gaben uns dies zur Antwort: Wir sind Knechte des Gottes des Himmels und der Erde und bauen das Haus wieder auf, das einst vor vielen Jahren hier gebaut war und das ein großer König Israels gebaut und vollendet hat. Da aber unsere Väter den Gott des Himmels erzürnten, gab er sie in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, des Chaldäers; der zerstörte dies Haus und führte das Volk weg nach Babel.«

Es geht mir jetzt nicht um eine historische Aufarbeitung dieser beiden Verse, sondern um den Beinamen, der Gott zugeordnet wird: »Knechte des Gottes des Himmels…« und »den Gott des Himmels erzürnten«. Zweimal wird Gott als »Gott des Himmels« tituliert. Welcher Begriff wird für »Gott« verwendet? Die deutsche Übersetzung verrät schon, dass der Text im Original nicht den monotheistischen Gottesnamen Jahwe verwendet. Der wird bei Luther mit HERR übersetzt. Dazu eine kurze Erklärung: Zeitweise durfte im »Heiligen Land« der Gottesname Jahwe nicht ausgesprochen werden. Wenn im biblischen Text Jahwe stand, so wurde »Adonai« vorgelesen, zu Deutsch »Herr«. In deutschen Bibelübersetzungen wird dann gern HERR in Großbuchstaben gesetzt, was die Heiligkeit des Gottesnamens ausdrücken soll.

Foto 2: Nebukadnezar musste auch dem Herrn der Himmel
und der Welten gehorchen. Foto (gespiegelt)

Im aramäischen Original der Hebraica steht da eindeutig »Elah (Gott, Einzahl von Elohim, Götter) der Himmel (Mehrzahl!)«.  Bleiben wir beim Büchlein »Esra«. Lesen wir die Verse in deutscher Übersetzung (2): »Und was sie bedürfen an Stieren, Widdern und Lämmern zum Brandopfer für den Gott des Himmels, an Weizen, Salz, Wein und Öl nach dem Wort der Priester in Jerusalem, das soll man ihnen täglich geben, und es soll nicht lässig geschehen, damit sie opfern zum lieblichen Geruch dem Gott des Himmels und bitten für das Leben des Königs und seiner Kinder.«

Untersuchen wir den Text im Original der »Biblia Hebraica«. Da soll dem »Elah der Himmel« geopfert werden. Der »Elah der Himmel« darf sich dann am lieblichen Geruch der Opfer ergötzen. Wieder kommt »Elah« zum Einsatz, die Einzahlform von »Elohim« (Götter). Und wieder steht im Original »Elah der Himmel« (Mehrzahl!)

Und noch einmal »Esra«! Im Büchlein »Esra« (3) lässt, »der König der Könige«, »Esra, den Priester und Schriftgelehrten im Gesetz des Gottes des Himmels«, grüßen. Original: Der König der Könige lässt »Esra, den Priester und Schriftgelehrten im Gesetz des Eloah/ Gottes der Himmel (Mehrzahl)« grüßen.

Der mächtige Herrscher befielt (4) »allen Schatzmeistern jenseits des Euphrat«: »Alles, was Esra, der Priester und Schriftgelehrte im Gesetz des Gottes des Himmels, von euch fordert, das ist sorgfältig zu befolgen!« Dem Esra ist also Gehorsam zu leisten. Und wieder lesen wir im Original »Eloah/ Gott der Himmel«.

Der Befehl wird wiederholt (5): »Alles, was der Befehl des Gottes des Himmels erfordert, das soll für das Haus des Gottes des Himmels sorgfältig getan werden, damit kein Zorn komme über das Reich des Königs und seiner Söhne.«  Im Original steht »Alles, was der Befehl des Eloah der Himmel erfordert, das soll für das Haus des Eloah des Himmels sorgfältig getan werden…«. Artaxerxes anerkennt also den »Gott der Himmel«, dessen Macht als so groß angesehen wird, dass auch seinem »Priester und Schriftgelehrten« gehorcht werden muss. Der König der Perser fürchtet den Zorn des jüdischen Gottes der Himmel.

In der »Biblia Hebraica« werden zwar verschiedene Begriffe für »Gott« verwendet, aber immer wird er als Gott der Himmel bezeichnet. Wie aber muss man »Gott der Himmel« verstehen? Nach Rücksprache mit jüdischen Schriftgelehrten weiß ich, dass damit »Gott der Welten« gemeint ist. Es gibt fremde Erden, fremde Welten und alle haben einen eigenen Himmel.

Zur Erinnerung: Ich suchte im siebenbändigen Werk »Legends of the Jews« von Ginzberg nach Informationen über Welten/ Erden im Weltall und wurde rasch fündig. Sieben »Erden« wurden aufgelistet: »erez«, »adamah«, »arka«, »harabah«, »yabbashah«, »tebel« und »heled«. Ginzberg vermerkt (6): »Unsere eigene Erde wird ›heled‹ genannt.«

Die von Louis Ginzberg zusammengetragen Legenden basieren alle auf einer sehr umfangreichen Textsammlung, für die man eigentlich mehrere Leben benötigt, wollte man sie gründlich studieren. Sie stammen alle aus dem »Gemara« des Talmud und wurden bereits beginnend im 2. Jahrhundert nach Christus erfasst. Im 8. Jahrhundert, das gilt als erwiesen, war die komplexe Sammlung komplett und wurde abgeschlossen. Die zum Teil mysteriösen Texte schließen Lücken des »Alten Testaments« oder sollen scheinbare oder echte Widersprüche im »Alten Testament« auflösen. Von manchen Texten sind die Verfasser bekannt, das heißt namhafte Rabbiner werden als Urheber genannt. Ob diese Männer aber tatsächlich die Autoren waren, das muss dahingestellt bleiben.

Foto 3: Moses soll sein Volk in die Freiheit führen.

Geschichten, die wir aus dem »Alten Testament« kennen, werden auch im Koran erzählt. Auch nicht so eifrigen Bibellesern ist bekannt, dass es im »Alten Testament« ausführlich um die Gefangenschaft des »Volkes Israel« in Ägypten geht. Moses soll im Auftrag Gottes das Volk der Israeliten aus der Gefangenschaft holen und ins »Heilige Land« führen. Das 2. Buch Mose wird auch als »Exodus«, zu Deutsch »Auszug« genannt. Die ersten 15 Kapitel dieses Buchs beschreiben die Flucht der Israeliten aus der Sklaverei.

Vom »Alten Testament« zum Koran…. Auch im Koran spielt Moses eine wichtige Rolle. Auch im Koran geht es um die Geschichte der ägyptischen Sklaverei unter dem Joch des Pharao. In der Sure »Die Dichter« lesen wir (7): »Pharao sagte: ›Und was ist der Herr der Welten?‹ Er (Moses) sagte: ›Es ist der Herr der Himmel und der Erde und dessen, was zwischen den beiden ist, wenn ihr nur Gewissheit wolltet.‹«

Foto 4: Moses spielt in der Bibel wie im Koran
eine zentrale Rolle
(Foto im Kloster Benediktbeuern aufgenommen).

Früher bezeichnete man die Texte der Bibel als »kanonisch« und nannte Texte, die nicht in die Bibel aufgenommen wurden als »apokryph«, was mit unbedeutend gleichgesetzt wurde. Heute wird diesen Texten eine größere Bedeutung zugesprochen. Man stellt sie als einen zweiten Kanon (»deuterokanonisch«) neben die Texte der Bibel (»kanonisch«). Damit wurden diese Texte wieder deutlich aufgewertet. Die Bücher »Judit« und »Tobit« werden zu diesem »2. Kanon« gerechnet.

Als wie mächtig der alte Himmelsgott angesehen wurde, das belegen die Bücher Judit und Tobit, die auch vor Luther Gnade gefunden haben. Luther stellte sie in seiner Bibelübersetzung zwischen Altes und Neues Testament. Da wird Gott als »Gott des Himmels« (8) angebetet. Die Gläubigen bauen auf Gott, sehen ihn als Hoffnungsspender (9): »Sei getrost, Tochter, der Herr des Himmels verwandle dein Leid in Freude.«  Immer wieder begegnet uns Gott als »Herr des Himmels«. Wir bleiben im Buch »Tobit« (10): »Der Herr des Himmels sei mit dir und deiner Frau Sara auf dem Wege! … Und Tobias zog von Raguël los, gesund und fröhlich, und er pries den Herrn des Himmels und der Erde, den König über alles, dass er seinen Weg hatte gelingen lassen.« Es ist der »Herr des Himmels und der Erde«, der »König über alles«, der die Geschicke der Menschen lenkt.

Foto 5: Der Turm zu Babel
auf dem Cover der polnischen Ausgabe
meines Buches »Die großen Rätsel...«
Nach der Geschichte vom »Turmbau zu Babel«, wie sie Moses überliefert (11), ist Gott hoch oben im Himmel zuhause. Will er einen Menschen aufsuchen, muss er vom Himmel hoch zur Erde herabsteigen. Diverse Texte des »Alten Testaments« in Hebräisch wie in Aramäisch bezeichnen ihn als den »Gott der Himmel«. Aber auch in deuterokanonischen (apokryphen) Büchern des »Alten Testaments« kommt kein Zweifel auf: Gott ist ein Himmlischer. Er ist im Himmel zuhause.

Zur Erinnerung: Dr. Amira El-Zein, »Georgetown Universität« Katar, Doha, ließ in einem Kommentar im Deutschlandfunk keine Zweifel daran aufkommen, dass der Koran nicht nur die Erde als bewohnten Planeten kennt, sondern deren sieben (12): »Ferner gibt es sieben Himmel und sieben Erden. Sie unterscheiden sich untereinander und von unserer Erde. Alle haben ihre eigene Natur und ihre eigenen Bewohner.«

Als »Herr der Himmel und der Welten« wird Allah im Koran (13) bezeichnet. Und das nicht nur einmal! So heißt es gleich zu Beginn des Koran in Sure 1, »Die Eröffnung« genannt, (14): »Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten.« Ein weiteres Beispiel von vielen (15): »Ich fürchte Allah, den Herrn der Welten.« Und noch ein Beispiel (16): »Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten.« Der Koran fordert (17): »Sprich: ›Allahs Führung ist die eigentliche Führung und uns ist befohlen worden, daß wir uns dem Herrn der Welten ergeben sollen.‹« Der Koran lässt nicht zweifeln (18):

 »Segensreich ist Allah, der Herr der Welten.«  Letztlich ist der Koran für den Gläubigen auch ein Hymnus an Allah, den »Herrn der Himmel und der Welten«, was immer wieder explizit zum Ausdruck kommt (19): »Alles Lob gebührt dem Allah, dem Herrn der Himmel, … dem Herrn der Welten

Was ich als spannend dabei empfinde? Die Autoren von Schriften, die in den Kanon des »Alten Testaments« aufgenommen wurden, haben sich die Himmel als räumlich real vorgestellt. Die Autoren von Schriften, die einst als »apokryph« abgetan wurden, heute aber als »2. Kanon« geschätzt werden, hatten das gleiche Weltbild. Und auch im Koran finde ich dieses Weltbild, von unserer Welt hier und von himmlischen Gefilden ganz weit oben. Gott ist nach den alten Glaubensbildern von dort oben zu uns herab gekommen und wieder empor gestiegen. Zu den spannendsten Themen gehören Reisen in beide Richtungen, nämlich vom Himmel zur Erde und retour! Und Hesekiel scheint zwischendrin gereist zu sein. Es gilt, unzählige alte Schriften nach entsprechenden Berichten zu durchforsten. Und es gilt, Fragen zu stellen.

Foto 6: Gottesmutter Maria
mit Josef und dem Jesuskind. Ikone.
 In der 3. Sure lesen wir (20):

»Und damals sprachen die Engel: ›O Maria, siehe, Allah hat dich auserwählt und gereinigt und erwählt von den Frauen der Welten.« Gemeint ist natürlich Jesu Mutter Maria. Was hat das zu bedeuten, dass Maria erwählt wurde von den Frauen der Welten? Aus den Frauen der Welten! Nimmt man den Vers wörtlich, dann bedeutet dies, dass es noch andere Planeten gab, auf denen auch Frauen lebten.

Maria wurde, so der Text »erwählt von den Frauen der Welten«, also auserwählt aus den Reihen der Frauen der Welten. Wir sind nicht allein im Universum. Das scheint der Verfasser der zitierten Verszeile gewusst zu haben.

Ich gleiche ab mit einer gängigen Übersetzung des Korans ins Englische (21). Auch hier wurde Maria über alle Frauen der Welten (Mehrzahl!) gestellt. Auch hier ist von Welten in der Mehrzahl die Rede.

Fußnoten
(1) Esra Kapitel 5, Verse 11 und 12. Zitat nach »Luther Bibel 2017«
(2) Esra Kapitel 6, Verse 9 und 10. Zitat nach »Luther Bibel 2017«
(3) Esra Kapitel 7, Vers 12
(4) Ebenda, Vers 21
(5) Ebenda, Vers 23
(6) Ginzberg, Louis: »The Legends of the Jews«, Band 1 »From the Creation to Jacob«, Seite 113, 13. Zeile von unten - Seite 115, 12. Zeile von unten. Übersetzung Walter-Jörg Langbein.
(7) »Sure 26. Die Dichter«, Verse 23 und 24 (Sure 26, 23 und 24)
Zitiert habe ich die eBook-Version der Koran-Übersetzung von Simon Abram
(8) Siehe »Judit« Kapitel 5, Vers 8 in der »Luther Bibel 2017«
(9) Siehe »Tobit« Kapitel 7, Vers 17 in der »Luther Bibel 2017«. Siehe »Luther Bibel 1984«, »Tobit« Kapitel 7, Vers 20: »Der Herr des Himmels gebe dir nun Freude, nachdem du so viel Leid erlitten hast.«
(10) »Tobit« Kapitel 10, Verse 11 und 13 in der »Luther Bibel 2017«
(11) 1. Buch Mose Kapitel 11, Verse 1-9
(12) https://www.deutschlandfunk.de/sure-51-vers-56-geister-namens-dschinn.2395.de.html?dram:article_id=415855 Stand 07.05.2020
(13) Sure 45, 36 (Übersetzung/ Version Simon Abram, eBook-Ausgabe)
(14) Sure 1, 2 (Übersetzung/ Version Simon Abram, eBook-Ausgabe)
(15) Sure 5, 28 (Übersetzung/ Version Simon Abram, eBook-Ausgabe)
(16) Sure 6, 45 (Übersetzung/ Version Simon Abram, eBook-Ausgabe)
(17) Sure 6, 71 (Übersetzung/ Version Simon Abram, eBook-Ausgabe)
(18) Sure 7, 54 (Übersetzung/ Version Simon Abram, eBook-Ausgabe)
(19) Sure 45, 36 (Übersetzung/ Version Simon Abram, eBook-Ausgabe)
(20) Sure 3, 42 (Übersetzung/ Version Simon Abram, eBook-Ausgabe)
(21) »The Qur'an (Quran): With Surah Introductions and Appendices - Saheeh International Translation (Englisch)«, Birmingham, 8. Auflage Dezember 2017
Sure 3, 42: »O Mary, indeed Allah has chosen you and purified you and chosen you above the women of the worlds.«

Zu den Fotos
Foto 1: Nebukadnezar, mächtiger Herrscher zu biblischen Zeiten. Foto (gespiegelt, teilweise kontrastverstärkt): Archiv Walter-Jörg Langbein.
Foto 2: Nebukadnezar musste auch dem Herrn der Himmel und der Welten gehorchen. Foto (gespiegelt): Archiv Walter-Jörg Langbein.
Foto 3: Moses soll sein Volk in die Freiheit führen. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Moses spielt in der Bibel wie im Koran eine zentrale Rolle (Foto im Kloster Benediktbeuern aufgenommen). Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Der Turm zu Babel auf dem Cover der polnischen Ausgabe meines Buches »Die großen Rätsel...« Foto: Archiv Walter-Jörg Langbein.
Foto 6: Maria mit Josef und dem Jesuskind. Ikone. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein

547. »Von anderen Welten – in und über der Welt«,
Teil 547 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 12. Juli 2020



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Sonntag, 8. März 2020

529. »Adam, Eva und das Gift Gottes«

Teil 529 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Foto 1: Studium
altehrwürdiger Texte
Es gibt eine schier unüberschaubare Sammlung altjüdischer Texte, von denen nur ein kleiner Teil in die Bibel aufgenommen wurde. Seit vielen Jahrhunderten studieren unzählige Gelehrte die altehrwürdigen Texte. Nach weithin anerkannter Lehrmeinung der Theologie legte man zwischen 190 v.Chr. und etwa 100 n.Chr. fest, welche Texte für das Leben schlechthin wichtig sind. So entstand das »Alte Testament« als eine Sammlung »heiliger Bücher«.

Zu Beginn des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts formierte sich langsam das »Neue Testament«. Offiziell einigte man sich aber erst anno 367 auf der Synode von Laodicea auf die Festlegung. Zu dieser regionalen Synode hatten sich etwa dreißig Geistliche aus Anatolien in der heutigen Türkei versammelt.

Jetzt erst stand fest, welche Texte in die Bibel des Christentums zu gehören hatten und welche nicht. Diese Texte bezeichnet man als biblischen Kanon. Der Ausdruck geht auf das hebräische »qanä« zurück, was so viel wie »Richtschnur, Regel und Norm« bedeutet. Die frühe Kirche verstand darunter zweierlei: Die Bibel war Richtschnur für das menschliche Leben. Und der Kanon regelte, welche Texte in die Bibel gehören und welche nicht. Damit erfolgte eine Wertung: Die einen Texte wurden als heilig angesehen, die anderen nicht.

Im Judentum war das anders: Manche Texte wurden zwar nicht im Gottesdienst benutzt, gehörten aber dennoch dem Kanon an. Im Christentum wurden manche Texte auch im Gottesdienst eingesetzt, die nicht zum Kanon gehören. Als »apokryph« bezeichnet(e) man Texte, die  man aus der griechischen Übersetzung des Alten Testaments übernahm. Man schätzte sie als den Glauben unterstützende Erbauungsliteratur. Man hielt sie aber nicht für würdig genug, in den Kanon aufgenommen zu werden. Prof. Dr. Georg Fohrer (*1915; †2002), Fachbereich Altes Testament an der »Friedrich Alexander Universität Erlangen«, schlug deshalb eine Umbenennung vor (1): »Treffender könnte man sie deuterokanonische Bücher nennen, die eine Art Anhang zum Kanon bilden.« »Deuterokanon« bedeutet so viel wie »2. Kanon«.

Eine zweite Gruppe von Texten, die »Pseudepigraphen«, wurde ebenfalls nicht in den Kanon aufgenommen: Mit Recht weist Fohrer darauf hin, dass diese Bezeichnung unglücklich gewählt ist. »Pseudepigraph« bedeutet »unter anderem Verfassernamen«. Tatsächlich sind aber nicht wenige »pseudepigraphe« Texte in Wirklichkeit anonym. Das heißt: Sie laufen nicht unter einem falschen Verfassernamen, sondern es wird überhaupt kein Autor genannt.

Was den Sachverhalt kompliziert macht und die Unterscheidung zwischen »kanonisch« und »nicht kanonisch« als willkürlich erkennen lässt, das ist die fehlende Logik. Die vier Evangelien, nach Markus, Matthäus, Lukas und Johannes benannt, waren ursprünglich anonym. Erst nachträglich wurden sie mit den Namen der Evangelisten in Verbindung gebracht, die aber in Wirklichkeit gar nicht die Verfasser sind. Die sogenannte »Johannesapokalypse« wurde nur in den Kanon der Bibel aufgenommen, weil man Jesusjünger Johannes für den Verfasser hielt. Die vier Evangelien der Bibel sind also genauso  pseudepigraph wie etwa das »Evangelium des Pseduo-Matthäus«. Letzteres aber wurde aus welchen Gründen auch immer nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen.

Auch die »Fünf Bücher Mose« sind nach heutigem Kenntnisstand der theologischen Wissenschaft nicht von Moses selbst verfasst worden und sind demnach »pseudepigraph«. Mit anderen Worten: Was als »apokryph« bezeichnet wird, könnte aus rein formalen Gesichtspunkten genauso in der Bibel stehen wie jene Texte, die wir heute in der Bibel finden.

In altjüdischen, heiligen Texten, die leider nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden, stößt man immer wieder auf Hinweise auf seltsam und phantastisch anmutende Begegnungen zwischen Menschen und himmlischen Wesen. Paul Rießler veröffentlichte in seinem Werk (2) »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel« eine ganze Reihe von Texten, die nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden.

Der vielleicht interessanteste Text dieser wichtigen Sammlung ist nach meiner Meinung (3) »Leben Adams und Evas«. Der erhalten gebliebene, vom Christentum beeinflusste Text »Leben Adams und Evas« ist seinem Ursprung nach aber gar nicht christlich. Das Original war in hebräischer Sprache verfasst. Der von jüdischen Verfassern geschaffene Text wurde zunächst aus dem Hebräischen ins Griechische übersetzt und schließlich aus dem Griechischen ins Lateinische übertragen. Die heute bekannten Fassungen entstanden zum Teil schon im 3., zum Teil erst im 5. Jahrhundert n. Chr., die Originalversion in hebräischer Sprache dürfte fast zwei Jahrtausende alt sein. Bis heute wurde die Urfassung nicht entdeckt.

Foto 2: Sturz aus dem Himmel.
(Albrecht Dürer)
Nach dem Hinauswurf aus dem Paradies begann für Adam und Eva ein hartes Leben (4):» Nachdem sie aus dem Paradies vertrieben waren, erbauten sie sich eine Hütte, und sie verbrachten sieben Tage trauernd, in großer Trübsal klagend.« Das paradiesische Schlaraffenland war nur noch quälende Erinnerung. Zwei Engel, bewaffnet mit fürchterlichen Schwertern, versperrten den Rückweg (5): » Gott der HERR lagerte vor den Garten Eden die Cherubim mit dem bloßen, hauenden Schwert, zu bewahren den Weg zu dem Baum des Lebens.« Gab es denn wirklich kein Zurück mehr? Eva macht einen selbstlosen Vorschlag (6): »Und Eva sprach zu Adam: ›Mein Herr, willst du, so töte mich!

Vielleicht führt dich dann Gott, der Herr, ins Paradies zurück, ist Gott, der Herr, doch meinethalben über dich in Zorn geraten. Willst du denn nicht mich töten, daß ich sterbe? Vielleicht führt dich dann Gott, der Herr, ins Paradies; du wurdest doch von dort nur meinetwegen ausgetrieben.‹«

Adam lehnt aber ab. Er fürchtet, mit der Ermordung Evas erneut den Zorn Gottes auszulösen: »Und Adam sprach: ›Red nicht so, Eva, auf daß nicht Gott, der Herr, uns abermals verfluche! Wie könnt ich meine Hand gegen mein eigen Fleisch erheben?‹« Trotz drastischer Bußübungen bleibt der Rückweg ins Paradies für Adam und Eva versperrt.

Im Paradies hatte die Schlange nach biblischem Glauben (7) Eva nicht nur dazu verleitet, selbst von der verbotenen Frucht zu essen. Die Schlange brachte Eva auch noch dazu, Adam zum Biss in das verbotene Obst zu verleiten. Im »Leben Adams und Evas« taucht der »Satan« nicht wieder als Schlange, sondern (8) »in der Engel Lichtgestalt« auf. Und Eva (9) »gebar einen Sohn, der lichtvoll war … und er erhielt den Namen Kain«. »Engel Lichtgestalt« verweist natürlich auf den verteufelten »Luzifer«, den »Lichtbringer«. Und dass Kain »lichtvoll war«, das bringt unterschwellig zum Ausdruck, dass nicht Adam der Vater Kains war, sondern jener »Lichtbringer«, sprich Satan, der Teufel. Paul Rießler kommentiert erklärend (10): »›Lichtvoll‹ = Kain, vielleicht so genannt wegen der Anschauung, wonach Kain ein Sohn Luzifers, des ›Lichtbringers‹ war.« Und tatsächlich: Im Zohar (11) wird erklärt, dass nicht Adam, sondern Samael der Vater von Kain war. Der Zohar stellt fest: »Seine Gesichtszüge unterschieden sich von denen anderer Menschen.« Samael (deutsch: das Gift Gottes) wird im rabbinischen Judentum häufig mit Satan gleichgesetzt.

Je intensiver man sich mit dem jüdischen Schrifttum im Umfeld des »Alten Testaments« auseinandersetzt, desto deutlicher tritt hervor, dass die Bibel zum Teil recht vereinfachte Geschichten erzählt. Ich habe versucht, die himmlischen Verhältnisse besser zu verstehen und deshalb intensiv im Zohar gelesen. Ich muss aber zugeben, dass ich umso weniger verstand, je mehr Texte mir bekannt waren. Ein Beispiel sind die ominösen Elohim, die Götter, die uns immer wieder im »Alten Testament« begegnen. Im Zohar lesen wir (12), dass bestimmte (?) Engel »Elohim (Götter) genannt werden. Sie werden in der Kategorie der Götter aufgenommen, obwohl sie nicht Himmel und Erde geschaffen haben.«

Zu den Götter-Engeln oder Engel-Göttern gezählt wurden auch Uzza und Azael, und die hatten höchst menschliche Wünsche (13): »Als Uzza und Azazel von ihrer heiligen Stätte fielen, sahen sie die Töchter der Menschen, sündigten und zeugten Söhne. Dies waren Nephilim, gefallene Wesen, wie geschrieben steht: Die Nephilim, gefallene Wesen, waren auf Erden.« An anderer Stelle erfahren wir aus dem Zohar, was Rabbi Yose lehrt (14): »Dies sind Uzaza und Azael, wie bereits erwähnt, die der Heilige aus überirdischer Seligkeit herabgestoßen hat.«

Azazel (andere Schreibweise: Asasel) war einer der gefallenen Engel. Er wurde häufig mit »Satan« alias »Luzifer« in Verbindung gebracht. Das arabische Pendant zu »Asasel«, der wie Luzifer aus dem Himmel stürzte oder gestürzt wurde, war in der vorislamischen Zeit Al-Uzza, die Schutzgöttin von Mekka. Seefahrer baten sie bei Sturm um Hilfe, galt die Göttin doch als Beschützerin der Schiffe bei ihren Reisen über die Meere. Als Delphin folgte sie den Schutzbefohlenen. Der Delphin wurde vom Christentum übernommen: aus dem Retter von Schiffbrüchigen wurde Christus, der Retter der Seelen. Heilige Symbole scheinen uralt zu sein.

Der schwarze Stein in der Kaaba zu Mekka gehörte ihr. Priesterinnen huldigten der Göttin bis der Islam kam. Al-Uzza erschien wie Venus am Morgen. Sie war Teil einer weiblichen Triade, gemeinsam mit Manat, dem Abendstern, und Al-Lat, dem Mond.

Wo der Zohar Namen nennt, bleibt das »Alte Testament« anonym, erzählt aber die gleiche Geschichte (15): »Als aber die Menschen sich zu mehren begannen auf Erden und ihnen Töchter geboren wurden, da sahen die Gottessöhne, wie schön die Töchter der Menschen waren, und nahmen sich zu Frauen, welche sie wollten. Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten, denn er ist Fleisch. Ich will ihm als Lebenszeit geben hundertzwanzig Jahre. Es waren Riesen zu den Zeiten und auch danach noch auf Erden. Denn als die Gottessöhne zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus die Riesen. Das sind die Helden der Vorzeit, die hochberühmten.«

Foto 3: Vom Himmel hinab! Peter Paul Rubens
Von der Bibel zu den mysteriösen »Qum Ran Texten«, die über Jahrzehnte hinweg der Öffentlichkeit vorenthalten wurden! Im »Buch Henoch der Riesen« (16) wird auf »himmlische Wesen« hingewiesen, die mit »irdischen Töchtern« höchst intim verkehrten und Nachwuchs erzeugten, nämlich die »Nephilim«, die Riesen.

Ein weiterer »Qum Ran Text« (17) spricht konkret vom »Wagen der Herrlichkeit«, erwähnt einen »Streitwagen der Herrlichkeit mit Scharen von Radengeln«. In einem weiteren Text (18) wird Henochs »himmlisches Wissen über die himmlischen Sphären und ihre Wege« gelobt. Kein Wunder: Wie wir aus dem 1. Buch Moses (19) wissen, wandelte Henoch mit den Göttern der Vorzeit. Er starb auch keines natürlichen Todes auf Erden. Er wurde vielmehr ins All »entrückt«.

Ins All reiste, wieder in einem »Qum Ran Text« beschrieben, auch Michael. Da gibt es einen kurzen, höchst interessanten Text. Robert H. Eisenman (* 1937),  US-amerikanischer Archäologe, ist Professor für die Religion und Archäologie des Nahen Ostens und Direktor des »Instituts für die Erforschung der frühen jüdisch-christlichen und islamischen Geschichte« an der California State University, Long Beach. Eisenman gilt als Qumran-Fachmann. Wer sich gründlich mit den Texten von Qumran auseinandersetzen möchte, sei auf sein Werk »Jesus und die Urchristen« (20) verwiesen. Prof. Eisenman geht auf ein kurzes Textfragment ein (4 Q 529). Er schreibt (21):

»Dieser Text, den man auch ›Die Vision des Michael‹ überschreiben könnte, gehört eindeutig zur Literatur der Himmelfahrts- und Visionserzählungen.«. Schließlich zitiert Prof. Eisenman die Übersetzung des Fragments (22): »Die Worte aus dem Buch, die Michal zu den Engeln Gottes sprach, nachdem er zu den Höchsten Himmeln aufgefahren war. Er sagte:›Ich fand Scharen von Feuer dort.‹«

Sehr interessant ist ein weiteres Textfragment (4Q385-389), dem Prof. Eisenman ein eigenes Kapitel widmet (23): »Deutero-Hesekiel«. Offensichtlich ist der Text nur bruchstückhaft erhalten. Da taucht im wahrsten Sinne des Wortes Hesekiel auf (24): »Die Vision, die Hesekiel sah… ein Strahl eines Wagens…« Und weiter lesen wir (25):  »Rad mit Rad verbunden, während sie gingen, und von den beiden Seiten der Räder kamen Ströme von Feuer, und in dern Mitte der Kohlen waren lebende Wesen, wie Kohlen im Feuer, Lampen sozusagen in der Mitte der Räder und der lebenden Gestalten. Über ihren Köpfen war ein Firmament, welches wie das schreckliche Eis aussah. Und über dem Firmament kam ein Laut..«
  
Fußnoten
(1) Fohrer, Georg: »Das Alte Testament«, Gütersloh 1969, S. 10
(2) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel übersetzt und erläutert von Paul Rießler«, Augsburg 1928
Eine minimal, wirklich nur marginal abweichende Übersetzung bietet Kautzsch, Emil: »Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments«, Band II: »Die Pseudepigraphen«, Tübingen 1900, Seiten 510-528
(3) Ebenda, Seiten 668-681
(4) Ebenda, Seite 668, §1
(5) 1. Buch Mose, Kapitel 4, Vers 23+24
(6) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel übersetzt und erläutert von Paul Rießler«, Augsburg 1928, Seite 668, §3
(7) 1. Buch Mose, Kapitel 3, Verse 1-7
(8) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel übersetzt und erläutert von Paul Rießler«, Augsburg 1928, Seite 669, §9
(9) Ebenda, Seite 673, §21 Zeile 11 und §22 Zeile 1
(10) Ebenda, Seite 1311, 6.-4. Zeile von unten
(11) »The Zohar: Pritzger Edition«, Band I, Stanford, Kalifornien, 2004, Seitze 234, 4.+5.- Zeile von oben
(12) Ebenda, Seite 63, 3.-6. Zeile von oben (»They are included in the category of gods, though they did not make heaven and earth.«)
(13) Ebenda, Seite 233, Zeilen 13+14 von oben und Seite 234, Zeilen 1+2 von oben: »When Uzza an Azazel fell from their holy site above, they saw the daughters of human beings, sinned and engendered sons. These were nefilim, fallen beings, as is written: The nefilim, fallen beings, were on earth.« (Übersetzung aus dem Englischen: Walter-Jörg Langbein)
(14) Ebenda, Seite 330, rechte Spalte oben, Zeieln 1-4: »These are Uzaza and Azael, as has been stated, cast down by the blessed Holy One from supernal samnctity.« (Übersetzung aus dem Englischen: Walter-Jörg Langbein)
(15) 1. Buch Mose, Kapitel 6, Verse 1-4
(16) Textbezeichnung 4 Q 532
(17) Textbezeichnung 4 Q 286/287
(18) Textbezeichnung 4 Q 227
(19) 1. Buch Mose, Kapitel 5, Vers 24
(20) Eisenman, Robert und Wise Michael: »Jesus und die Urchristen/ Die Qumran-Rollen entschlüsselt.«, 2. Auflage, München 1993
(21) Ebenda, S. 43, 20.-18. Zeile von unten
(22) Ebenda, Seite 45, Mitte
(23) Ebenda, Seiten 65-70
(24) Ebenda, Seite 68, 14. Zeile von unten
(25) Ebenda, 6.-1. Zeile von unten


Zu den Fotos
Foto 1: Studium altehrwürdiger Texte (Ein Haggadah-Manuskript), ca. 1425. wiki commons
Foto 2: Sturz aus dem Himmel. Albrecht Dürer, etwa 1500. wiki commons
Foto 3: Vom Himmel hinab! Peter Paul Rubens um 1630. wiki commons

530. »Nicht eines Menschen Atem«,
Teil 530 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 15. März 2020




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Sonntag, 8. Dezember 2019

516. »Aquila und die Söhne der Götter«

Teil 516 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Historische Aufnahme der Großen Pyramide, um 1910.

Tief unter uns sehen wir, grau in grau, die scheinbar unendliche Wüste. Die sich weithin erstreckende Leere wirkt trist und deprimierend. Plötzlich taucht weit unter uns ein monumentales Bauwerk auf. Aus der Höhe wirkt es klein, in der Realität aber ist es riesig. Wir erkennen es: Es ist die nach Pharao Cheops benannte »Große Pyramide«, wie das Weltwunder im englischsprachigen Raum genannt wird. Wir fliegen staunend über dem jahrtausendealten Denkmal genialer Baukunst. Wir machen die stoisch der Zeit trotzende Sphinx-Statue aus.

Aber schon entschwinden Pyramide und Sphinx aus unserem Blickfeld. Allein schon diese höchst beeindruckenden Bilder machen den Film »Charlie Chan in Egypt« (»Charlie Chan in Ägypten«) aus dem Jahr 1935 sehenswert. Warner Oland (*1879; †1938) fliegt als Detektiv Charlie Chan in einer offenen Propellermaschine über Pyramide und Sphinx. Für einen kurzen Moment kommt es dem fantasievollen Zuschauer so vor, als sei man weit zurück in die Vergangenheit gereist. Die Zeit scheint spurlos an der »Großen Pyramide« vorübergegangen zu sein.

Seit 1935 fliegt Charlie Chan im Film immer wieder über die »Große Pyramide«, unterwegs zur Lösung eines kniffeligen Geheimnisses. Er wird wieder Morde aufklären, keine Frage. Überlassen wir Charlie Chan seiner detektivischen Mission. Er benötigt nicht unsere Hilfe.

Wenden wir uns dem Geheimnis der Göttersöhne zu, die doch so gar nicht in die Bibel zu passen scheinen. Im heiligen Buch des monotheistischen Judentums wie der Christenheit haben Göttersöhne doch wohl nichts zu suchen. Oder doch? Die Göttersöhne sind keine »Erfindung« der Autoren des »Alten Testaments«. Das ist in der Theologie durchaus bekannt. Es gibt in wissenschaftlichen Publikationen aus dem Fachbereich »Altes Testament« Fachaufsätze, die sich mit den Göttersöhnen beschäftigen. Die werden allerdings im Studium der evangelischen Theologie nicht wahrgenommen. Und in der Welt der populärwissenschaftlichen Theologie kommen sie schon gar nicht vor.

Foto 2: Die »Arche Noah«
und die tierischen Passagiere
als Markenblock (Liberia 2014).
Die altehrwürdige »Zeitschrift für die Alttestamentliche Wissenschaft«, gilt in Theologenkreisen weltweit als eines der führenden Organe schlechthin. Die »Z.A.W.«, 1881 von Bernhard Stade gegründet, konzentriert sich auf  theologische, sprachliche und historische Probleme des »Alten Testaments der Bibel.

Anno 1964 wurde ein umfangreicher Artikel über die Göttersöhne veröffentlicht (1). Cooke kommt zum Ergebnis dass die Göttersöhne bereits vor Jahrtausenden in den Hochkulturen von Ägypten bis Mesopotamien aktiv waren.

Jacob Johannes Theodoor Doedens verfasste eine spannende Dissertation zum Thema (2) »Die Söhne Gottes in Genesis 6,1-4«, die 2013 in Ungarn veröffentlicht wurde. Mich verwundert es nicht, dass in Textfragmenten von Qumran von einer »Ratsversammlung der reinen Göttlichen Wesen« zu lesen ist (3).

In der Doktorarbeit von Doedens lese ich auch, dass die »Söhne Gottes« in »Söhne des Himmels«, »die Heiligen«, »Engel« oder »Wächter« umbenannt wurden (4). Warum das geschehen ist lässt sich nur vermuten. Naheliegend ist die Vermutung, dass »Söhne Gottes« oder gar »Söhne er Götter« als mit einem streng monotheistischen Gott nicht vereinbar angesehen wurden. Vor allem sah man in der Welt des strengen Monotheismus den alleinigen Gott als Allmächtigen und Allwissenden an, dem menschlich-irdische Gelüste nach weiblichen Wesen vollkommen fremd zu sein hatten. Ausdrücklich weist Doedens aber darauf hin, dass in anderen Textfragmenten von Qumran immer noch »Söhne der Götter« oder »Söhne Gottes« auftauchen.

William F. Albright (*1891; †1971) hat bereits in seinem fundamentalen Werk über die Entwicklung religiöser Vorstellungen von der Steinzeit bis zum Christentum in überzeugender Weise nachgewiesen, dass die Göttersöhne des »Alten Testaments« auf uralte Mythen zurückgehen, die sehr viel älter als das »Alte Testament« sind.

Foto 3: Die »Arche Noah« als Markenblock (Liberia 2014).

Albrights Magnum Opus »From the Stone Age to Christianity« kann als das Lebenswerk des großen theologischen Wissenschaftlers angesehen werden. Albright, von 1929 bis 1959 Professor für semitische Sprachen an der an der »Johns Hopkins University«, war davon überzeugt, dass was von der »modernen« Theologie gern als märchenhaft und fiktiv angesehen wird, durchaus einen realen historischen Hintergrund haben kann. Er neigt dazu, die Historizität vieler Bibeltexte als erwiesen anzusehen.

Ich habe während meines Studiums der evangelischen Theologie einiges von Albright gelesen. Mir imponierte seine wissenschaftliche Neugier. Allzu oft versuchen Theologen nur, vorgefasste theologische Lehrmeinungen zu bestätigen. Ich will nicht von betrügerischen Absichten reden. Wer absolut von der nicht anzweifelbaren Wirklichkeit der eigenen religiösen Ansichten überzeugt ist, der findet alles nur bestätigt und nimmt Widersprüche gar nicht wahr.

Albright, der auch viele Jahre Direktor der »American School of Oriental Research in Jerusalem« war, leistete als echter Pionier der biblischen Archäologie wichtige Arbeit bei seinen Expeditionen zu wichtigen biblischen Stätten in Südarabien und Altsyrien. Er führte selbst Ausgrabungen durch. Mit bewundernswerter Akribie datierte er biblische Stätten mit Hilfe von Keramikfunden.

Für Albright gab es keinen Zweifel: Die Verfasser des »Alten Testaments« schöpften aus einem uralten, reichhaltigen Fundus. Sie übernahmen die Götter (Elohim) und Gottes- und Göttersöhne aus mythologischen Quellen. Der Ethnologe Konrad Th. Preuss konstatierte anno 1933: »In Mythos und Kult werden die Erlebnisse der Urzeit Machvollzogen!« Und Georges Dumezil zollte 1859 der Quelle aus fernster Vergangenheit seinen Respekt: »Die Mythen sind Alleinbesitz der Urzeiten gewesen und spiegeln den Zustand und die Ereignisse der damaligen Gesellschaft wider.«

Leider ist Dan Browns Romanheld Professor Robert Langdon nur ein fiktiver Professor an der »Harvard University«. In der Romanwelt der Weltbestseller Dan Browns und in den Verfilmungen nach Browns Romanen unterrichtet Langdon angeblich » religiöse Ikonologie und Symbologie«. Dieses Forschungsgebiet gibt es in der realen akademischen Welt der Wissenschaften leider nicht. Es sollte aber geschaffen werden, damit wir die weltweit entdeckten uralten Symbole aus geheimnisvollen Zeiten verstehen können.

Foto 4: Nur wenige Tiere werden gerettet
(Liberia 2014).
Ein »Professor Langdon«, der firm ist auf dem Gebiet der Mythen im »Alten Testament«, müsste sich endlich einmal intensiv in die ältesten Mythen von Ägypten über Mesopotamien bis Ugarit einarbeiten. Und ein solcher Gelehrter müsste ohne Rücksicht auf die eigene wissenschaftliche Karriere und die Einwände der werten Kollegen die wirklichen Quellen biblischer Mythologie erforschen. So ein »Professor Langdon« ist aber leider in der Realität nicht in Sicht. So sind wir auf eigene Recherche, auf eigene Interpretationen und Schlussfolgerungen angewiesen.

Unbestreitbar ist, dass schon in den Schrifttafeln von Ugarit Götterversammlungen beschrieben werden In Ugarit gab es die »Söhne Els«, so wie offenbar auch der biblische Gott seine »Söhne« um sich scharte. Die Söhne des biblischen Gottes (oder der biblischen Götter) rebellieren, steigen vom Himmel hinab auf die Erde und paaren sich mit den schönen Töchtern der Menschen.

Seltsam: Die Göttersöhne (7) finden Gefallen an den Töchtern der Menschen. Das missfällt dem biblischen Gott sehr. Er beschließt zu strafen: allerdings nicht die eigentlich Schuldigen. Unbehelligt bleiben die Göttersöhne, bestraft werden die Menschen. Ihre Lebenszeit wird auf 120 Jahre begrenzt. Und dann lässt Gott gar die Sintflut über die Erde hereinbrechen. Alles Leben soll erst einmal ausgetilgt werden. Mit Hilfe von Noahs Arche soll ein Neustart auf Planet Erde gewagt werden.  

Der biblische Gott handelt nach heutigem Verständnis höchst ungerecht, indem er die Falschen und dann ganz pauschal alle Menschen bestraft. Und warum sollen auch die Tiere fast vollkommen ausgerottet werden? Ein Paar von jeder Art darf überleben. Die Tiere haben ja nun wirklich keine Schuld auf sich geladen.

Die Göttersöhne wiederum benehmen sich recht ungöttlich, wenn sie beim Anblick schöner Menschentochter offenbar die Kontrolle verlieren. Dieses »ungöttliche Verhalten« moniert auch Hermann Gunkel (*1862; †1832), der erst spät, nämlich 1907, zum ordentlichen Professor im Fachbereich »Altes Testament« nach Gießen berufen wurde, in der renommierten Lexikonreihe »Religion in Geschichte und Gegenwart« (8).

Foto 5: Arche Noah und Tiere, auf Briefmarken
(St. Vincent, Karibik).

Bereits von 250 v.Chr. bis 100 n.Chr. entstand die »Septuaginta«, die älteste vollständige Übersetzung des »Alten Testaments«. Freilich sah sich Aquila genötigt, eine neue Übersetzung der Schriften des »Alte Testaments« ins Griechische vorzunehmen, da die Septuaginta zu fehlerhaft war. Er machte sich mit geradezu pedantischem Eifer ans Werk und schloss seine sehr wortgetreue Übersetzung um 125 n.Chr. ab.

Aquila (9), Schüler des legendären Rabbi Akiva, ist für seine in der Regel sehr wortgetreue Übersetzung des »Alten Testaments« aus dem Hebräischen ins Griechische bekannt. Und bei ihm lesen wir, dass »die Söhne der Götter« Wohlgefallen an den schönen Töchtern der Menschen fanden. 

Wenn bei Aquila von »Söhnen der Götter« die Rede ist, dann darf man davon ausgehen, dass man vor zwei Jahrtausenden an die »Söhne der Götter« glaubte. Bleibt nur die Frage, die auch heute noch nicht wirklich beantwortet werden kann: Wer oder was waren die »Göttersöhne«?

Foto 6:  Noah und seine Frau
vor der rettenden Arche (Liberia 2014).
Fußnoten
(1) Cooke, Gerald: »The Sons of (the) God(s)«, »Zeitschrift für die Alttestamentliche Wissenschaft«, Nr. 76, 1964, Seiten 22-47
(2) Doedens, Jacob Johannes Theodoor: »The Sons of God in Genesis 6,1-4«,
Kapitális Printing House, Debrecen, Ungarn 2013
(3) Ebenda, Seite 315, 2. Zeile von oben
(4) Ebenda, Seite 315 unten und Seite 316 oben
(5) Ebenda, Seite 316, 3.+4. Zeile von oben
Im Original: » In the following fragments the expression ›sons of the gods‹ or ›sons of God‹ occurs.«
(6) Albright, William F.: »From the Stone Age to Christianity/ Monotheism and the Historical Process «, New York 1957, Seiten 295-298
(7) 1. Buch Mose, Kapitel 6, Verse 1-4
(8) Gunkel, Hermann: »Mythen und Mythologie, II, Israel« in »Religion in Geschichte und Gegenwart«, 1. Auflage 1913, IV, Spalten 620-632.
(9) Das Internet-Lexikon »wikipedia« schreibt übe Aquila von Sinope (Stand 13.12.2019): »Über Person und Leben Aquilas ist wenig bekannt. Unsicherer Überlieferung nach stammt er aus Sinope (heute Türkei); ebenfalls unsicher ist die oft angenommene Schülerschaft bei dem berühmten jüdischen Lehrer Akiba (50/55–135 n. Chr.). Die Lebensdaten Aquilas lassen sich nur anhand seiner Übersetzungen schätzen, die er um 125 n. Chr. fertigstellte. Die Übersetzung Aquilas ist heute hauptsächlich als christliche Schriftüberlieferung in griechischer Sprache erhalten, woher er auch seine Bedeutung für die alttestamentliche Wissenschaft erbt.«

Zu den Fotos
Foto 1: Historische Aufnahme der Großen Pyramide, um 1910. Archiv Walter-Jörg Langbein.
Foto 2: Die »Arche Noah« und die tierischen Passagiere als Markenblock (Liberia 2014). Archiv Walter-Jörg Langbein.
Foto 3: Die »Arche Noah« als Markenblock (Liberia 2014). Archiv Walter-Jörg Langbein.
Foto 4: Nur wenige Tiere werden gerettet (Liberia 2014). Archiv Walter-Jörg Langbein.
Foto 5: Arche Noah und Tiere, auf Briefmarken (St. Vincent, Karibik). Archiv Walter-Jörg Langbein.
Foto 6:  Noah und seine Frau vor der rettenden Arche (Liberia 2014). Archiv Walter-Jörg Langbein.


517. »Von einer Wüstenstadt zu fremden ›Erden‹«,
Teil 517 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 15. Dezember 2019



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Sonntag, 1. Dezember 2019

515. »Auf der Suche nach den Göttersöhnen«

Teil 515 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Gottgefällige Engel bleiben im Himmel.
Wer im »Alten Testament« nach »Göttersöhnen« sucht, der wird schnell fündig. Gott ärgerte sich maßlos über die von ihm geschaffenen Menschen, deren Nachkommen und ihr Treiben auf Erden. Damit nicht genug! Auch seine eigenen Söhne bereiteten Gott Verdruss.

Wenn ich in Vorträgen auf die biblischen »Göttersöhne« hinweise, dann reagieren nicht selten selbst emsige Bibelleser verstört. Gottvater, so bekomme ich dann immer wieder zu hören, habe nur einen Sohn, nämlich Jesus. Gern zitiere ich dann vier Verse aus meiner wortwörtlichen Übersetzung des 1. Buches Mose (1): »1) Und es war, ja, es fing an, der Mensch, sich zu mehren auf dem Gesicht der Erde und Töchter wurden ihnen (den Menschen) geboren. 2) Und sie sahen, die Göttersöhne, ja, die Töchter des Menschen, ja, gut diese (oder: schön diese) und sie nahmen die zu Frauen, von allen welche sie wählten. 3) Und er sprach, Jahwe, er, mein Geist, soll nicht herrschen im Menschen für immer, denn auch er ist Fleisch, ja seine Tage seien 100 Jahre und 20 Jahre. 4) Die Riesen, sie (waren) auf der Erde in diesen Tagen, und auch danach ebenso, als sie gingen, die Göttersöhne, zu den Töchtern des Menschen und sie gebaren ihnen, sie, die Riesen, welche die Helden, die hochgerühmten Männer.«

Dann blätterten wütende Skeptiker in ihren Bibeln und stellten erstaunt fest, dass es tatsächlich in der Bibel besagte Göttersöhne gibt. Triumphierend wird mir dann gewöhnlich entgegen geschleudert, dass im Bibeltext von Gottessöhnen (Söhne des einen Gottes), nicht aber von Göttersöhnen 8Söhne mehrerer Götter) die Rede sei.

Ich zitiere die Passage erneut, diesmal aus der Aktuellen Luther-Bibel von 2017:

»1) Als aber die Menschen sich zu mehren begannen auf Erden und ihnen Töchter geboren wurden,
2) da sahen die Gottessöhne, wie schön die Töchter der Menschen waren, und nahmen sich zu Frauen, welche sie wollten.
3) Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten, denn er ist Fleisch. Ich will ihm als Lebenszeit geben hundertzwanzig Jahre.
4) Es waren Riesen zu den Zeiten und auch danach noch auf Erden. Denn als die Gottessöhne zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus die Riesen. Das sind die Helden der Vorzeit, die hochberühmten.«

Foto 2: Rebellierende Engel steigen hinab zu den Frauen.
Fotocollage! Gespiegelt!

Tatsächlich ist im hebräischen Original von Elohim, also von Göttern die Rede, die Übersetzung Göttersöhne ist also korrekt. Ich hatte 1978 ausgiebig Gelegenheit, mich mit Prof. Dr. Georg Fohrer (*1915; †2002), Fachbereich Altes Testament an der »Friedrich Alexander Universität Erlangen«,  über die ominösen Göttersöhne zu unterhalten. Der renommierte Theologe im Gespräch mit mir: »Es sind nicht die Söhne Jahwes, es sind die Söhne der Elohim! Und weiter: Es ist nur logisch, dass von Göttersöhnen die Rede ist, also von den Söhnen der Götter. Denn die Söhne der Götter begehrten die Töchter der Menschen.« Nach Überzeugung Prof. Dr. Fohrers waren die Göttersöhne untergeordnete Götter, die schon in vorbiblischen Zeiten verehrt und angebetet wurden!

Prof. Dr. Oswald Loretz (*1928; †2014) übersetzt in seinem leider viel zu wenig beachteten Werk »Ugarit und die Bibel« (2) auch auf die Göttersöhne ein. Auch er übersetzt: »Da sahen die Göttersöhne, wie schön die Menschentöchter waren. … Die Riesen waren in jenen Tagen im Land und auch danach, als die Göttersöhne zu den Menschentöchtern kamen.«

Foto 3: Die Göttersöhne
zeugten mit den Töchtern der Menschen Riesen.
Lithographie von  Osmar Schindler, 1888

 Für gewöhnlich kennen sich selbst die besten Theologen christlicher Couleur nur im Fachbereich Altes oder Neues Testament aus. Orientalisten wiederum mögen bestens in Sachen Schrifttum des Orients informiert sein, haben aber keine Ahnung vom »Alten Testament«. Prof. Dr. Loretz indes war sowohl Theologe als auch Altorientalist. Wikipedia würdigt Prof. Dr. Oswald Loretz wie folgt (3): »Oswald Loretz leistete neben seinen alttestamentlichen Studien und seinen Ugarit-Forschungen wesentliche Beiträge für die Erforschung der Literatur-, Sprach- und Kulturgeschichte des antiken syro-palästinischen und des ostmediterran-levantinischen Raumes vom 2. Jahrtausend v. Chr. bis zur Zeitenwende.«

Prof. Dr. Oswald Loretz erkannte, dass sich so mancher Verfasser von Texten, die wir aus dem Alten Testament kennen, aus sehr viel älteren Texten (Ugarit!) bedient haben muss.  Prof. Dr. Loretz weist nach, dass scheinbar harmlose Bibelverse brisante Informationen bieten: allerdings nur, wenn man korrekt übersetzt. Das aber geschieht nicht immer. Prof. Dr. Loretz wird dem Original mit seiner Übersetzung gerecht (4): »Volles Gewicht hat die alte Tradition auch noch in diesem Abschnitt von Psalm 89, wo Gottes himmlische Umgebung folgendermaßen beschrieben wird (5): ›Die Himmel preisen deine Werke, Jahwe, …Denn wer in den Wolken gleicht Jahwe, ist ähnlich Jahwe unter den Göttersöhnen?‹«

In der Lutherbibel von 2017 findet sich in Vers 7 keine Spur mehr von den Göttersöhnen: »Denn wer in den Wolken könnte dem HERRN gleichen und dem HERRN gleich sein unter den Himmlischen?«  Korrekt übersetzt finden wir den Vers in der »Elberfelder Bibel«: »Denn wer in den Wolken ist mit dem HERRN zu vergleichen? Wer ist dem HERRN gleich unter den Göttersöhnen?« Auch »Schlachter 2000« hat keine Angst von Göttersöhnen: »Denn wer in den Wolken ist dem HERRN zu vergleichen, wer ist dem HERRN ähnlich unter den Göttersöhnen?« Der »Zürcher Bibel« scheinen die Göttersöhne nicht zu schmecken: »Denn wer in den Wolken kann sich messen mit dem HERRN, wer unter den Gottessöhnen gleicht dem HERRN?« Immerhin bleiben die Gottessöhne erhalten. »Hoffnung für Alle« lässt die Göttersöhne verschwinden: »Denn wer im Himmel ist dir gleich? Kein himmlisches Wesen ist so mächtig wie du!« Auch in der »Neuen Genfer Übersetzung« vermisse ich die Göttersöhne. Wie so oft in manipulierenden Übersetzungen verharmlost man »Göttersöhne« oder »Gottessöhne« und macht »himmlische Wesen« daraus: »Denn wer dort über den Wolken hält einem Vergleich mit dem Herrn stand? Welches himmlische Wesen steht auf derselben Stufe mit dem Herrn?«

Foto 4: Der Heilige
Gottesname Jahwe,
der HERR in vielen
deutschen Ausgaben
der Bibel
Seit rund einem halben Jahrhundert bin ich auf der Suche nach den biblischen Göttersöhnen. Ich wurde so manches Mal fündig. Ein sehr schönes Beispiel ist Psalm 29. Die aktuelle Lutherbibel lässt uns Vers 1 wie folgt lesen: »Ein Psalm Davids. Bringet dar dem HERRN, ihr Himmlischen, bringet dar dem HERRN Ehre und Stärke!« Auch die »Einheitsübersetzung 2016« bietet »Ihr Himmlischen«. Ähnlich fabulieren die »Neue Genfer Übersetzung« und die »Neue Evangelistische Übersetzung«, da werden »himmlischen Wesen« angesprochen.

Wagen wir einen Blick nach England. »O heavenly beings«, also »O himmlische Wesen« finden wir in der »English Standard Version«. Dazu gibt es eine Fußnote: »Hebrew Sons of God or Sons of Might«, also »Hebräisch Söhne Gottes oder Söhne der Macht/ mächtige Söhne«. Die »New International Version« belässt es bei »heavenly beings«, also bei »himmlischen Wesen«, und verzichtet auf eine Fußnote.

Wie sich doch die Übersetzer oft winden, nur um nicht von »Göttersöhnen« sprechen zu müssen! »Ihr Söhne von Mächtigen..« fabuliert die »Wachturm Online Bibliothek« Aber wer sind denn »die Mächtigen« (Mehrzahl!)? Die »Gute Nachricht Bibel« lokalisiert sie etwas genauer, wenn sie von »Mächtigen im Himmel« spricht. Da und dort ist von »Engeln« zu lesen, auch wenn man im Original keinen Hinweis auf Engel findet.

»Mächtige Engel« sollen sich nach »Hoffnung für Alle« und der »New International Readers Version« (6) angesprochen fühlen und Gott loben und preisen.

Wahrhaft kurios fällt die Übersetzung aus, die die »Zürcher Bibel« verbreitet: »Ein Psalm Davids. Gebt dem HERRN, ihr Götter, gebt dem HERRN Ehre und Macht.« Im hebräischen Originaltext steht Jahwe. Erklärender Hinweis: Ursprünglich wurden die Originaltexte in der hebräischen Konsonantenschrift verfasst. Zeitweise durfte der heilige Gottesname Jahwe nicht ausgesprochen werden. Stattdessen musste in der Synagoge laut Adonai gesagt werden, wenn Jahwe geschrieben stand. Damit nun beim Vortrag aus der Thora nicht versehentlich doch einmal laut Jahwe ausgesprochen wurde, fügte man den hebräischen Konsonanten JHWH von Jahwe die hebräischen Vokale des Wortes Adonai bei. Adonai bedeutet Herr. Wenn Jahwe in der Schriftrolle stand, wurde laut Adonai vorgetragen.

Der besondere Respekt vor dem Gottesnamen Jahwe wurde bei der Übertragung des »Alten Testaments« ins Deutsche gewahrt. Wo im Original Jahwe stand, wurde in der deutschsprachigen Übersetzung HERR in Großbuchstaben gedruckt.

Die »Zürcher Bibel« zeigt: »Ein Psalm Davids. Gebt dem HERRN, ihr Götter, gebt dem HERRN Ehre und Macht!« Wenn wir etwas näher am Original bleiben wollen, lesen wir so: »Ein Psalm Davids. Gebt Jahwe, ihr Götter, gebt Jahwe Ehre und Macht.« Einfacher, kürzer und besser verständlich formuliert: »Ihr Götter gebt Jahwe Ehre und Macht!«

Diese Fassung des Verses 1 von Psalm 29 steht im krassen Gegensatz zum Monotheismus der Bibel. Götter sollen Jahwe Ehre und Macht geben? Welche Götter? Geradezu ketzerisch blasphemisch muss es doch für Christen sein, wenn im Text gefordert wird, dass irgendwelche Götter Jahwe Macht und Ehre geben sollen. Das könn(t)en sie doch eigentlich nur, wenn sie im Rang über Jahwe stehen! Nur der Stärkere kann dem Schwächeren »Ehre und Macht« geben.

In einem anderen Psalm, Psalm 82, tauchen wiederum Götter (Mehrzahl!) auf (7): »Gott steht in der Gottesgemeinde und ist Richter unter den Göttern.« Diese Übersetzung ist irreführend. Wortwörtlich übersetzt lautet der Vers in deutscher Sprache so: »Elohim – er steht – in der Gemeinde von El inmitten von Göttern spricht er Recht.« Prof. Dr. Oswald Loretz übersetzt so (8): »›Jahwe‹ steht in der ›El‹-Versammlung, inmitten der Götter hält er Gericht.«

Hier ist eindeutig von einer Versammlung von Göttern (Mehrzahl!). In dieser Zusammenkunft von Göttern hält ein Gott (DER Gott des monotheistischen Judentums?) Gericht?

Im Buch »Hiob«, es wird zur »Weisheitsliteratur« des »Alten Testaments« gezählt, gibt es gleich zwei Hinweise auf so eine Versammlung! Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien räumte dem kleinen Büchlein einen sehr hohen Stellenwert ein und ließ es in der Bibel unmittelbar auf die fünf Bücher Mose folgen.

Hiob Kapitel 1,Vers 6: »Es begab sich aber eines Tages, da die Gottessöhne kamen und vor den HERRN traten, kam auch der Satan mit ihnen.«

Hiob Kapitel 2, Vers 1: »Es begab sich aber eines Tages, da die Gottessöhne kamen und vor den HERRN traten, dass auch der Satan mit ihnen kam und vor den HERRN trat.«


Fußnoten
(1) 1. Buch Mose, Kapitel 6, Verse 1-4
(2) Loretz, Oswald: »Ugarit und die Bibel«, »Wissenschaftliche Buchgemeinschaft«, Darmstadt 1990, Seite 60, Zeilen 1-3 von unten und Seite 61, Zeilen 1-6 von oben
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Oswald_Loretz (Stand 10.10.2019)
(4) Loretz, Oswald: »Ugarit und die Bibel«, »Wissenschaftliche Buchgemeinschaft«, Darmstadt 1990, Seite 61
(5) Psalm 89, Verse 6 und 7
(6) »you mighty angels«
(7) Lutherbibel 2017, Psalm 82, Vers 1
(8) Loretz, Oswald: »Ugarit und die Bibel«, »Wissenschaftliche Buchgemeinschaft«, Darmstadt 1990, Seite 60 unten

Zu den Fotos 
Foto 1: Gottgefällige Engel bleiben im Himmel. Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Rebellierende Engel steigen hinab zu den Frauen. Fotocollage! Gespiegelt! Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 3 Die Göttersöhne zeugten mit den Töchtern der Menschen Riesen. Lithographie von  Osmar Schindler, 1888. Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Der Heilige Gottesname Jahwe, der »HERR« in vielen deutschen Ausgaben der Bibel.Archiv Walter-Jörg Langbein

516. »Aquila und die Söhne der Götter«,
Teil 516 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 8. Dezember 2019




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Sonntag, 6. Oktober 2019

507. »Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies«

Teil 507 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: »Der Garten Eden«.
Lucas Cranach der Ältere, um 1530 (Ausschnitt).
Ist es nicht seltsam? Adam und Eva lebten offensichtlich sorgenfrei im Paradies, im Garten Eden. Offenbar genossen diese beiden ersten Menschen ein Leben in Harmonie mit der Tierwelt. Adam und Eva töteten keine Tiere, um ihr Fleisch zu konsumieren. Auch die Tiere fressen sich nicht gegenseitig. Und Adam und Eva mussten keine Angst haben, von einem wilden Tier getötet und verschlungen zu werden. Kurz, Tier und Mensch leben in Frieden und ernährten sich entsprechend, so wie es Gott befohlen hatte (1):

»Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.«

Ist es nicht seltsam? Adam, Eva und die Tiere lebten in einem unbeschreiblichen Idyll… und es findet sich keine einzige Zeile über das paradiesische Leben. Erst beim Rausschmiss aus dem Paradies erkennen Adam und Eva, dass sie nackt sind (2). Kein Wort wird darüber verloren, wie denn die Nackedeis im Paradies gelebt haben.

Sicher, zumindest das erfahren wir, Adam war eine Art Gärtner im Garten Eden, von Gott höchstpersönlich mit dieser Aufgabe betraut (3): »Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.« In meiner wortwörtlichen Übersetzung liest sich das so: »Und er, Jahwe, Elohim, nahm den Adam und er setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bearbeite und bewache.«

Wie müssen wir uns Adams Arbeit im sprichwörtlichen Adamskostüm vorstellen? Die wortwörtliche Übersetzung hat einen Nachteil. Sie liest sich alles andere als flüssig. Wir sind gezwungen, den Text langsam und gründlich, Wort für Wort zu erschließen. Und genau das ist der Vorteil der wortwörtlichen Übersetzung: Wir gehen nicht über den Text hinweg, weil wir ja alle Einzelheiten zu kennen meinen. Wir überlesen ohne zu zögern ganz Entscheidendes: Gott (Jahwe Elohim) erlaubt den Verzehr aller Früchte im Garten Eden, die Früchte eines einzigen Baums aber sind Tabu (4): »Aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.«

Foto 2: Adam und Eva,
alte Bibelillustration (1716).
Wem verbietet Gott, die Früchte vom Baum der Erkenntnis zu essen? Wem droht Gott, dass er seine Unsterblichkeit verlieren und sterben wird, so er gegen das Verbot verstößt? Vom Verbot betroffen ist ausschließlich Adam, denn Eva hat zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht existiert! Wieso wird dann Eva nach dem Verzehr der verbotenen Frucht wie Adam bestraft, obwohl sie von dem Verbot gar nichts wissen konnte?

Je gründlicher wir den Bibeltext lesen, desto mehr offene Fragen ergeben sich, die in der Bibel nicht beantwortet werden! Von welchem Baum darf Adam nicht essen: vom Baum des Lebens oder vom Baum der Erkenntnis? Es ist da ganz eindeutig von zwei besonderen Bäumen zu lesen, die Gott im Garten Eden wachsen ließ (5):

»Und er (Gott) brachte zum Sprießen, er, Jahwe, Elohim, aus dem Erdenland die Gesamtheit der Bäume, begehrenswert dem Gesicht und gut hinsichtlich des Geschmackes und den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.« Es wird ganz klar unterschieden zwischen dem »Baum des Lebens« einerseits und dem »Baum der Erkenntnis« andererseits. Von welchem dieser beiden Bäume darf Adam nicht essen?
Eva wird von der Schlange dazu gebracht, vom Baum der Erkenntnis zu essen. Sie verleitet Adam dazu, ebenfalls von den verbotenen Früchten zu naschen. Beide erkennen, dass sie nackt sind. Gott bestraft Adam, Eva und die Schlange, obwohl er sein Verbot nur gegenüber Adam ausgesprochen hat. Adam und Eva werden aus dem Paradies geworfen. Bewaffnete Cherubim verhindern, dass die beiden Menschen ins Paradies zurückkehren.

Zurück zu meiner wortwörtlichen Übersetzung:

1. Buch Mose Kapitel 3 (Genesis Kapitel 3)

1a) Und die Schlange, sie war klug von allen Lebewesen des Feldes her, die gemacht hat Jahwe, Elohim (=Götter).
1b) Und sie sprach zur Frau: Selbst wenn er gesprochen hat, Gott, nicht sollst du essen von den Früchten der Bäume des Gartens. (Sollte er, Gott, gesprochen haben: Nicht sollst du essen von den Früchten der Bäume des Gartens?)

2) Und sie sprach, die Frau, zur Schlange: Von den Früchten der Bäume des Gartens essen wir.

3) Und von den Früchten des Baumes, welcher in der Mitte des Gartens, sagte Gott, nicht sollt ihr essen von ihm und nicht sollt ihr berühren ihn, damit ihr nicht sterbt!

4) Und es sprach die Schlange zu der Frau: Ein Sterben werdet Ihr nicht sterben!

5) Denn er hat erkannt, Gott, dass am Tag, da ihr gegessen habt davon, sie werden geöffnet, eure Augen und ihr werdet sein wie Gott, Erkennende gut und böse.

Foto 3: Adam und Eva.
Kupferstich von Hieronymus Sperling
(Denn Gott hat erkannt, dass am Tag, da ihr von den Früchten gegessen habt, eure Augen geöffnet werden und ihr wie Gott werdet und Gut und Böse erkennen werdet!)

6) Und sie sah, die Frau, dass gut (oder: schön) der Baum hinsichtlich des Essens und dass schön (auch: gut) er ist den Augen und begehrenswert der Baum des Verstehens. Und so nahm sie von seinen Früchten und sie aß und sie gab auch dem Mann, (der) bei ihr (war), und er aß (auch).

7) Und es wurden geöffnet ihnen beiden die Augen, und sie sahen, dass sie (beide) nackt waren und sie nähten sich Laub vom Feigenbaum und sie machten sich Schürze.

8) Und sie hörten die Stimme, von Jahwe, Elohim , umhergehend in dem Garten im Wind des Abends, und er hielt sich verborgen, der Adam und seine Frau vor dem Angesicht Jahwe, Elohim im Gebüsch (eigentlich: im Baum!) des Gartens.

9) Und er rief, Jahwe, Elohim, dem Adam. Und er sprach: Wo bist du?

10) Und er sprach: deine Stimme - ich hörte (sie) im Garten und ich war ängstlich, da ich nackt bin und mich fürchte!

11) Und er sprach: Wer erzählte dir, dass nackt du, hast du von dem Baum, von dem ich dir befahl, nicht von ihm zu essen, ein Essen davon hast du gegessen?

12) Und er sprach, Adam: die Frau, welche du mir gabst, sie gab ihn mir, weg vom Baum und ich aß.

13) Und er sprach, Jahwe, Elohim, zu der Frau: warum tatest du jenes und sie sprach, die Frau: die Schlange, sie gab mir, verführte mich (oder: täuschte mich) und ich aß.

14) Und er sprach, Jahwe, Elohim, zu der Schlange: weil du tatest solches, ich sondere dich ab von allen Tieren und allen Lebewesen des Feldes, auf dem Bauch du gehst und Staub du isst alle Tage deines Lebens.

15) Und Feindschaft setze ich zwischen dich und zwischen der Frau und zwischen deine Nachkommen und zwischen ihre Nachkommen, er wird zermalmen deinen Kopf (oder: er zermalmt deinen Kopf) und du wirst schnappen (oder: du schnappst) ihm in die Ferse.

16) Der Frau sagte er: ein Großmachen ich mache groß deine Mühsal und deine Schwangerschaft, in Schmerz sollst du gebären Kinder und dein Verlangen wird sein nach deinem Mann und er, er herrscht über dich!

17) Und zu Adam sprach er: weil du hörtest auf die Stimme deiner Frau und du aßest von dem Baum, von dem gilt ich beorderte wie folgt: nicht sollst du essen von ihm, er sei mit einem Fluch belegt der Acker wegen dir und in Mühsal sollst du essen alle Tage deines Lebens!

Foto 4: Eva mit Lebensbaum
und Schlange
(Kilianskirche, Lügde)
18) Und Dornen und Disteln wird er zum Sprießen bringen dir und du wirst essen von den Kräutern des Feldes.

19) Im Schweiße deines Angesichts du wirst essen das Brot bis zu deinem Wiederwerden zu Erde weil weg von ihr bist du genommen worden, denn: Erde du! und zu Erde du wirst zurückkehren.

20) Und er rief, Adam, einen Namen seiner Frau: Chawa, denn sie wurde die Mutter aller Lebenden.

21) Und er machte, Jahwe, Elohim, dem Adam und seiner Frau Kleidung-Fell.

22) Und er sprach, Jahwe, Elohim: siehe, der Mensch entsprechend einem von uns betreffend gut und böse er weiß und nun damit er nicht ausstreckt seine Hand und er nimmt auch von dem Baum des Lebens und er isst und er lebt für alle Zeit.

23) Und er schickte ihn weg, Jahwe, weg aus dem Garten Eden zu bearbeiten den Acker, von welchem er genommen war.

24) Und er vertrieb den Adam, und er ließ wohnen im Osten des Garten Eden die Kerubim und die Klinge des Schwertes, das gezückt zum Bewachen des Weges des Baumes des Lebens.

Foto 5
Fußnoten
(1) 1. Buch Mose, Kapitel 1, Verse 29-31
(2) 1. Buch Mose, Kapitel 3, Vers 7
(3) 1. Buch Mose, Kapitel 2, Vers 1
(4) 1. Buch Mose, Kapitel 2, Vers 17
(5) 1. Buch Mose, Kapitel 2, Vers 9

Zu den Fotos
Foto 1: »Der Garten Eden«. Lucas Cranach der Ältere, um 1530.
Foto 2: Adam und Eva, alte Bibelillustration (1716).
Foto 3: Adam und Eva Kupferstich von Hieronymus Sperling (*1695; †1777).
Foto 4: Eva mit Lebensbaum und Schlange (Kilianskirche Lügde, Decke). Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Vertreibung aus dem Paradies, Gemälde von Giovanni di Paolo um 1445 (Ausschnitt).
Foto 6: Aus einer illustrierten hebräischen Bibel (COLLAGE!!!)



508. »Die Sache mit der Erbsünde«,
Teil 508 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 13. Oktober 2019


Foto 6: Aus einer illustrierten hebräischen Bibel
(COLLAGE!!!)


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