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Sonntag, 25. Oktober 2020

562. »Vom assyrischen Baum des Lebens zum jüdischen ›Buch der Schöpfung‹«

Teil 562 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


»Zweiundzwanzig Grundbuchstaben: drei
Mütter, sieben doppelte und zwölf einfache.«
(1)


Foto 1: Geflügelte Genien hantieren am »Baum des Lebens«,
assyrisches Relief.
  
  
Auf sumerischen Rollsiegeln, aber auch auf assyrischen Reliefs taucht immer wieder ein seltsames Motiv auf. Im Zentrum steht ein »Baum des Lebens«. Rechts und links davon sind zwei geflügelte Wesen dargestellt, die sich am »Baum des Lebens« zu schaffen machen. Was genau tun diese seltsamen Kreaturen? Sie scheinen etwas aus dem »Baum des Lebens« heraus zu nehmen. Oder fügen sie etwas zu? Sie verändern etwas. Sie manipulieren. Leider gibt es keine erklärenden Texte zu den mysteriösen Darstellungen, die vor Jahrtausenden entstanden. Kein Künstler sah sich damals genötigt, eine Bildunterschrift anzufügen. Verstanden die Künstler vielleicht selbst nicht, was sie darstellten? Illustrierten sie uralte Mythologie, deren Sinn sie nicht zu begreifen in der Lage waren? Interpretieren wir heute, Jahrtausende später, die Darstellungen richtig?

Der geheimnisvollste Text, der mir jemals begegnet ist, beginnt mit einer Entstehungsgeschichte der alten jüdischen Geheimlehre, genannt Kabbala. »Sefer Jesirah« (andere Schreibweisen:  Sepher Jesirah, Sepher Yetzirah, Sefer Jetzira) wird gewöhnlich mit »Buch der Schöpfung« übersetzt. »Sefer Jesirah« liegt inzwischen in diversen Übersetzungen vor, ist aber kaum verständlicher als das bis heute nicht entschlüsselte »Voynich-Manuskript« (2). Auch weichen Übersetzungen manchmal in zentraler Aussage deutlich voneinander ab.

Fotos 2 und 3 : Mysteriöse Gestalten aus dem
»Voynich-Manuskript«.

Das Manuskript wird seit 1969 unter Katalognummer »MS 408« im Bestand der »Beinecke Seltene Buch- und Manuskriptbibliothek« der Yale University verwahrt. Wilfrid Michael Voynich (*1865; †1930) hat seinem Bekunden nach das mysteriöse Werk  anno 1912 in der »Villa Mondragone«, dem Jesuiten-Kolleg in Frascati unweit von Rom entdeckt. Seither wurden zahlreiche Versuche unternommen, das reich bebilderte Manuskript zu übersetzen und zu interpretieren.

Nach wie vor umstritten ist, wann das »Voynich-Manuskript« entstanden ist. 1962 kam ein Expertenteam zum Ergebnis der Text sei nach Schreibstil und Material »um 1500 n.Chr.« verfasst worden (3). Fast vierzig Jahre später, anno 2009, haben wissenschaftliche Institute in Chicago und Arizona winzige Proben von vier verschiedenen Seiten mit der Radiokarbonanalyse datiert. Ergebnis: das verwendete Pergament stammt mit großer Wahrscheinlichkeit aus der Zeit zwischen 1404 und 1438. Die Tinte stammt offensichtlich auch aus dieser Zeit.

Auch wenn sogenannte Skeptiker das Voynich-Manuskript gern für eine neuzeitliche Fälschung halten, so hat das mit der Realität nichts zu tun. Das Manuskript ist rund ein halbes Jahrtausend alt (5).

Je gründlicher sich Wissenschaftler mit dem Voynich-Manuskript beschäftigen, desto mysteriöser wird’s! Russische Wissenschaftler publizierten erstaunliche Erkenntnisse. Nach Yuri Orlov und Team vom »Keldysh Institut für angewandte Mathematik an der Russischen Akademie der Wissenschaften« in Moskau wurde das seltsame Manuskript in mehreren Sprachen verfasst (6):

Foto 4: Geflügelte Wesen manipulieren den »Baum des Lebens«.

»Demzufolge wurde der kodierte Text des Voynich-Manuskripts zu rund 60 Prozent in Deutsch oder Englisch und zu 40 Prozent in einer romanischen Sprache, etwa Latein, Italienisch oder Spanisch, verfasst. Dass es sich dennoch bisher als unknackbares Buch mit sieben Siegeln erwies, liegt nach Ansicht von Orlov daran, dass der Text keine Vokale enthält und die ursprünglichen Leerzeichen durch neue, an anderer Stelle gesetzte Lücken ersetzt worden waren.« Ein Text ohne Vokale? Das wäre ein deutlicher Hinweis auf den Urheber: das »Alte Testament« der Bibel wurde, wie auch – zum Beispiel – die legendären Texte der Qum-Ran-Höhlen, in einer Konsonantenschrift ohne Vokale verfasst.

Arthur Tucker, ein emeritierter Botaniker von der US-amerikanischen »Delaware State University«, und Rexford Talbert, ein pensionierter »Pentagon- und NASA-Informatiker« haben sich des Voynich-Manuskripts angenommen und sind zu irritierenden Erkenntnissen gekommen (7): »Ihnen war aufgefallen, dass es Ähnlichkeiten zwischen Pflanzendarstellungen im Voynich-Manuskript und Illustrationen in mexikanischen Werken des 16. Jahrhunderts gibt. So stellten sie große Übereinstimmungen mit Zeichnungen aus dem 1552 erschienen Codex Cruz-Badianus fest – einer Beschreibung von Heilpflanzen, die von den Azteken in Mexiko verwendet wurden. Im botanischen Fachblatt ›Herbal Gram‹ identifizieren die Forscher insgesamt 37 von 303 Pflanzen, sechs Tiere und ein Mineral. Und sie wollen in so manchen Pflanzenbezeichnungen Worte gefunden haben, die auf das Nahuatl, die Sprache der Azteken, und Mixtekisch zurückgehen.«

Tatsächlich ist das Voynich-Manuskript kein Buch nach unserem Verständnis, sondern ein Kodex.

Foto 5: Der assyrische
»Baum des Lebens«.
Die Erkenntnisse russischen Forscher lassen befürchten, dass das Voynich-Manuskript so einfach nicht zu übersetzen sein wird (8): »Nach einer statistischen Analyse des Textes glauben russische Experten, dass er folgendermaßen verschlüsselt ist: Vokale und Leerzeichen werden aus dem Text entfernt. Die Symbolsammlung wird in einem neuen Text zusammengefasst, der zuvor mit Leerzeichen versehen wurde. Sie schätzen, dass etwa 60 Prozent des Textes in Englisch oder Deutsch verfasst sind und der andere Teil in einer der romanischen Sprachen – möglicherweise Italienisch oder Spanisch oder sogar Latein.«

Die zahlreichen Illustrationen legen die Vermutung nahe, dass es sich bei dem Werk um ein wissenschaftliches Kompendium handelt, das eine ganze Reihe von Themen abhandelt, nämlich von A wie Arzneimittelkunde bis Z wie Zodiak (Tierkreiszeichen). Die Sterngruppe Taurus soll  thematisiert worden sein. Warum? Pflanzenheilkunde und Frauenheilkunde scheinen zum breiten Spektrum zu gehören. Und dann gibt es seltsame Darstellungen von nackten Frauen in »Bottichen«, die untereinander mit einem recht technisch wirkenden Röhrensystem verbunden sind. Auf einer anderen Illustration scheinen sechs nackte Frauen auf einer Rutsche in ein muschelförmiges Becken zu gleiten. Eine weitere Frau sitzt auf dem Beckenrand.

Rätselhaft sind auch Darstellungen von Pflanzen, die bislang niemand identifizieren kann, und merkwürdige Fabelwesen, furchteinflößende Mischwesen. Eine kraftstrotzende Kreatur hat einen Hals und drei monströse Köpfe. Schade, dass man bis heute die begleitenden Texte nicht zu lesen vermag. Erst durch erklärende Texte würden die zum Teil obskuren Bilder verständlich. Gewiss, es heißt, ein Bild würde mehr aussagen als 1.000 Worte. In unseren Kirchen gibt es unzählige Darstellungen christlicher Themen. Wir verstehen sofort die Bedeutung solcher Bilder. Dabei vergessen wir, dass wir die Bedeutung dieser sakralen Kunstwerke nur erkennen, weil wir die Geschichten, die sie vermitteln sollen, bereits kennen.

Wenn wir auf einem Gemälde eine Stallszene sehen, bei der Ochsen und Esel ein Baby in einer Krippe umringen, dann wissen wir, dass es um die Weihnachtsgeschichte geht. Wir erkennen auch Maria, die Mutter Jesu und Joseph den Ehemann Marias. Wir wissen, warum die Hirten auch dabei sind. Hat aber jemand noch nie die Weihnachtsgeschichte gehört, dann mag ihm das Idyll gefallen. Worum es aber konkret geht, das erschließt sich dem Unwissenden nicht. Das Bild allein genügt nicht, es sagt weit weniger aus als 1.000 Worte.

Die Weihnachtsgeschichte ist in unseren Breiten noch sehr gut bekannt. Deshalb werden keine geschriebenen Worte benötigt, um entsprechende Darstellungen der Szenerie im Stall zu Bethlehem zu begreifen. Andere religiöse Darstellungen aus der Glaubenswelt des Christentums werden schon seltener, auch wenn sie nach wie vor zum katholischen Volksglauben gehören, erkannt. Beispiel: Im idyllischen Holzkirchen, südöstlich von München gelegen, lebt der christliche Volksglauben noch. An der einstigen Poststation sehen wir am Eck ein riesiges Gemälde. Das besonders schöne Beispiel der Lüftlmalerei zeigt einen riesenhaften bärtigen Menschen. Der Mann scheint schon älter zu sein, Bart und Haupthaar sind schlohweiß. Auf der rechten Schulter des Mannes sitzt ein kleines Kind. Der Mann hält fest einen gewaltigen Baumstamm in beiden Händen. Er steht am Rande eines Gewässers. Wer die fromme Legende, die das Bild ohne Worte erzählen soll, nicht kennt, dem kann das Bild nicht wirklich etwas erzählen.

Man benötigt eben doch Worte, um zu verstehen, was ein Gemälde zeigen soll. Bei dem Riesen handelt es sich um den Heiligen Christophorus. Folgen wir der Spur des Christophorus. Sie führt sie uns in die Türkei. Bereits anno 454 gab es in Chalkedon, heute ein Stadtteil von Ístanbul, eine dem Christophorus geweihte Kirche. Vermutlich ist der Heilige Christophorus, der heute die Autofahrer beschützen soll, ein alter heidnischer Gott aus vorchristlichen Zeiten im christlichen Gewand. Christophorus soll ursprünglich ein menschenfressendes, hundsköpfiges Monster gewesen sein. 

Foto 6: Heiliger Christophorus/
Lüftelmalerei,
Holzkirchen (bei München).
Foto und Copyright: Heidi Stahl.
Durch die auf »wundersame Weise erhaltene Taufe« wurde aus dem stummen Riesen Probus oder Reprobus der Heilige Christophorus, ein wortgewandter Missionar für den christlichen Glauben. Groß war sein Wunsch, sich nützlich zu machen. So wurde er schließlich Fährmann ohne Boot. Dank seiner riesenhaften Größe konnte er den tiefsten Fluss durchwaten. Eines Tages wollte ein kleines Kind über den Fluss getragen werden. Christophorus nahm es auf eine Schulter und machte sich auf den Weg. Von Schritt zu Schritt wurde das kleine Kind immer schwerer. Christophorus wäre fast unter der Last ertrunken. Er schafft es aber mit Müh‘ und Not ans andere Ufer. Dort spricht der Riese zum Kind: »Du … bist auf meinen Schultern so schwer gewesen: hätte ich alle diese Welt auf mir gehabt, es wäre nicht schwerer gewesen.« Das Kind antwortet: »Des sollst du dich nicht verwundern, Christophore; du hast nicht allein alle Welt auf deinen Schultern getragen, sondern auch den, der die Welt erschaffen hat. Denn wisse, ich bin Christus, dein König, dem du mit dieser Arbeit dienst.«

Nur wenn man diese Legende kennt, dann spricht die stumme Lüftelmalerei von Holzkirchen zum Betrachter. Nur dann erkennt man, was die Malerei zeigt: den heiligen Riesen Christophorus (Heiligenschein!) mit dem Jesuskind auf der Schulter. Der Riese macht sich bereit zum ersten Schritt in den Fluss. Das Jesuskind hält die Welt in der rechten Hand.

Assyrische und sumerische Darstellungen bieten geflügelte Wesen, die am Baum des Lebens Eingriff vorzunehmen scheinen. Das Voynich-Manuskript bleibt bis heute rätselhaft, da unübersetzt (unübersetzbar?) und voller rätselhafter Illustrationen. Der Christophorus von Holzkirchen beweist: Bilder sind oft nur mit verständlichem Text verständlich. Das Voynich-Manuskript beweist: Bilder ohne erklärende Texte können vollkommen unverständlich bleiben. Und das mysteriöse Werk »Sefer Jezira« beweist, dass auch übersetzbare Texte rätselhaft bleiben können: »Zweiundzwanzig Grundbuchstaben: drei Mütter, sieben doppelte und zwölf einfache.«

Fußnoten
(1) Goldschmidt, Lazarus: »Sefer Jesirah/ Das Buch der Schöpfung«, Frankfurt 1894, »Zweiter Abschnitt I«
(2) Roitzsch, Erich H. Peter: »Das Voynich-Manuskript. Ein ungelöstes Rätsel der Vergangenheit«, Münster , 2. Auflage 2010
Schmeh, Klaus: »Codeknacker gegen Codemacher/ Die faszinierende Geschichte der Verschlüsselung«, Herdecke, 2. Auflage
(3) James, Peter und Thorpe, Nick: »Keilschrift, Kompass, Kaugummi«, München 1998 (Siehe: Kapitel 11., »Kommunikation«!)
(4) Schulz, Roland: »Das Rätselbuch«, » Süddeutsche Zeitung Magazin«, Nr. 17 vom 26. April 2013, S. 41.
(5) »Ein Schleier weniger über dem Voynich-Manuskript«, »Der Standard«, 4. Dezember 2009.
Schmeh, Klaus: »Neue Datierung des Voynich-Manuskripts sorgt für Aufsehen«, »Telepolis«. 31. Januar 2010.
(6) https://www.derstandard.at/story/2000056628752/das-voynich-manuskript-wurde-in-mehreren-sprachen-verfasst (Stand 10.07.2020)
(7) Krichmayr, Karin: »Spurensuche im Voynich-Code«, »Der Standard«, »Wissenschaft«, 07.02.2014. https://www.derstandard.at/story/1389859697159/spurensuche-im-voynich-code (Stand: 10.072020)
(8) Goldman, Eleonora: »Russian scholars unlock the secret of the mysterious Voynich manuscript«, »Russia Beyond«, »Science & Tech«, 20. 04.2017, https://www.rbth.com/science_and_tech/2017/04/20/russian-scholars-unlock-the-secret-of-the-mysterious-voynich-manuscript_746881
(Stand 10.07.2020)

Zu den Fotos
Foto 1: Geflügelte Genien hantieren am »Baum des Lebens«, assyrisches Relief, British Museum. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Fotos 2 und 3 : Mysteriöse Gestalten aus dem »Voynich-Manuskript«. Fotos wiki commons/ gemeinfrei/ Fotos Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Geflügelte Wesen manipulieren den »Baum des Lebens«. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Der assyrische Baum des Lebens. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Heiliger Christophorus/ Lüftelmalerei Holzkirchen (bei München). Foto und Copyright: Heidi Stahl.


563. »Buchstaben und Schöpfung«,
Teil 563 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 01. November 2020



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Sonntag, 18. Oktober 2020

561. »Von der Magie des göttlichen Namens«

Teil 561 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


»Uns sind die Legenden
ein Quell historischer Erkenntnis.«
Rabbi Judah Bergmann (1)

Foto 1: Buchstabenmagie der Kabbala.

Das kleine Schwarzweißfoto ist verblasst. Eine Ecke fehlt. Zu sehen ist ein kleines Sandsteinhäuschen. An einer Ecke wagt sich zaghaft etwas Efeu empor.  Auf der Rückseite ist, kaum noch leserlich, ein Datum notiert: 10. November 1938. Der vornehme alte, etwas hagere Herr lächelt. Er erzählt vom 10.November 1938, vom Tag nach der »Reichskristallnacht«. Hunderte Synagogen und Betstuben sind in dieser schrecklichen Nacht abgebrannt. Mehrere hundert Juden wurden ermordet.

Die kleine Synagoge, im frühen 18. Jahrhundert in einem Städtchen in Franken gebaut, blieb verschont. Die Männer der SA, so erfahre ich, verzichteten darauf, die Synagoge in Brand zu stecken. Sie befürchteten ein Übergreifen der Flammen auf das Städtchen.

Traurig erzählt mir der alte Herr, immer wieder stockend, dass die SA-Männer die Juden des Orts zwangen, ihre Synagoge leerzuräumen und Schriften, Möbel und alles, was irgendwie abtransportiert werden konnte, auf einer Wiese außerhalb des Städtchens zu verbrennen. In einem Zwischenboden über dem Toraschrein wurde, so flüsterte mir der ehrwürdige alte Herr zu, ein kurzer handschriftlicher Kommentar gefunden. Im Text, da ist sich der einstige Gehilfe eines Rabbi sicher, erklärte »die magische Bedeutung der hebräischen Konsonanten«.

Der Text, bei weitem nicht vollständig, bot keine sensationellen Enthüllungen. Vielmehr behandelte er die seit vielen Jahrhunderten zumindest eingeweihten Kennern des Judentums bekannte magische Wirkung der alten Buchstaben. Einzelne Kombinationen einiger weniger Buchstaben galten in der alten Geheimlehre der Kabbala als besonders starker Zauber. Der alte Mann schweigt. Dann fährt er fort: »Ich weiß, im Zentrum des Textes stand die Erschaffung eines Golem mit Hilfe des Gottesnamens.«

Foto 2: »sefer jezira«
oder »Buch des Lebens« (Cover)
Dr. Julius Judah Bergmann (*1874; †1956) studierte von 1893 bis 1897 am Rabbinerseminar in Wien. Dort legte er das Rabbinerexamen ab. Anno 1897 promovierte er zum Dr. phil. an der Universität Wien. 1919 gehörte er zu den Gründern der »Freien Jüdischen Volkshochschule« von Berlin. 1934 gelang ihm noch rechtzeitig mit seiner Frau und seiner jüngsten Tochter die Flucht nach Palästina. In Jerusalem wurde er Rabbiner am »Hadassah-Hospital« und an der tschechischen Synagoge in Jerusalem. Sein Werk »Die Legenden der Juden« bietet eine erstaunliche Fülle an Material über die zum Teil mysteriösen Überlieferungen der Juden. Über den Golem lesen wir (2):

»Das Höchste, das die kabbalistischen Wundertäter vollbringen konnten, war die Schöpfung lebender Wesen. Der hohe R(abbi) Löw zu Prag schuf ein Gebilde aus Lehm, einen Golem, legte ihm den Gottesnamen in den Mund und hauchte ihm Leben ein. Der Golem wurde der Diener des Rabbi. Jedesmal vor Sabbatbeginn nahm R(abbi) Löw den Gottesnamen aus dem Munde seines Dieners. Einmal vergaß er das zu tun, und der Diener begann, während der Meister im Gotteshause weilte, alles zu zerstören. Darauf eilte R(abbi) Löw aus der Synagoge und nahm den Gottesnamen aus dem Munde seines Dieners. Der Golem war tot und zerfiel zu Staub.«

Rabbi Löw, eigentlich Jehuda ben Bezal’el Löw von Prag (*1512-1525; † 17. September 1609 in Prag), war ein geradezu legendärer Rabbiner, Talmudist, Prediger und Philosoph. Er gilt, so überliefert es die Legende, als der Schöpfer des mythischen Golem von Prag. Auf ihn nimmt Gustav Meyrinks Roman »Der Golem«, 1915 in Leipzig erschienen, Bezug. Der expressionistische deutscher Stummfilmilm »Der Golem, wie er in die Welt kam« von Paul Wegener und Carl Boese erzählt die geheimnisvolle Geschichte von Rabbi Löws künstlichem Monster.

Das alte Herr steckt das vergilbte Schwarzweißfoto der kleinen Synagoge wieder in eine Brusttasche seines Jacketts. »Rabbi Löw war aber der Legende nach nicht der einige, der Golems schuf!«, erklärt er mir. Er hat einiges zu erzählen. Ich lausche gebannt seinen Worten und mache mir Notizen.

Rabbi Elijah Ba'al Shem von Chełm (*1550; †1583) war als Oberrabbiner von Chelm hoch angesehen. Sein Ruf als Kenner der Geheimlehre der Kabbala war legendär. Besonders gründlich soll der Oberrabbiner das »Buch der Schöpfung« studiert haben. Schließlich sei es dem gelehrten Mann gelungen, einen künstlichen Menschen zu schaffen.

Dr. Julius Judah Bergmann schreibt (3): »R(abbi) Jakob Emden berichtet im Namen seines Vaters, R(abbi) Elia aus Cholm habe mit Hilfe des ›Buches der Schöpfung‹ einen Menschen erschaffen. Als der Erschaffene immer größer wurde, fürchtete der Rabbi, sein Geschöpf könne die Welt zerstören. Darum nahm er von der Stirn des Erschaffenen den Gottesnamen und verwandelte sein Geschöpf in Staub.«

Foto 3: Noch ein Druck
von »sefer jezira« (»Buch des Lebens«)
(Cover)
Mit dem »Gottesnamen« konnte, darüber gibt es zahlreiche jüdische Legenden, wirklich Erstaunliches bewirkt werden. Ein frappantes Beispiel: Moses ben Nachman (* 1194; † 1270), auch bekannt als Rabbi Moshe ben Nahman, genoss im Mittelalter einen legendären Ruf als herausragender jüdischer Gelehrter, Arzt, Philosoph und Dichter. Die Überlieferung zeichnet ihn als außerordentlichen Kenner der kabbalistischen Buchstabenmagie. Mit erstaunlichem Erfolg nutzte er die Kraft des Gottesnamens. Manche Sage klingt in unseren Ohren seltsam vertraut. So wie der Golem mit dem Gottesnamen programmiert wurde, so geschah dies auch mit einem Schiff (4): »Von selbst fuhr das Schiff in kurzer Zeit eine weite Strecke in das Meer hinaus und kehrte ebenso schnell in den Hafen zurück, fuhr aufs Land und hielt in der Mitte der Stadt inne. Zur Erinnerung an das wundersame Ereignis erbauten die Bewohner der Stadt an dieser Stelle einen Turm.«

Ein von selbst agierender Golem erinnert uns, am Anfang des dritten Jahrtausends nach Christus, an einen Roboter, der von einem Programm (»heiliger Gottesname«) gesteuert wird. Ein Schiff, dass wie von selbst aufs Meer hinaus fährt und wieder retour kommt, wird ebenfalls vom »Programm heiliger Gottesname« gelenkt. Es kann sogar an Land fahren, wie ein modernes Amphibienfahrzeug. Aus Sicht der »alten Juden« wäre ein Programm, wie es heute in unzähligen Computern zum Einsatz kommt, nichts anderes als geschriebene Buchstabenmagie. Ein Computerprogramm, das einen Roboter oder ein Amphibienfahrzeug steuert, würde ihnen wie wundersamer Zauber erscheinen.

Sir Arthur C. Clarke (*1917;† 2008) hat es in »Profiles of the Future« völlig zutreffend so formuliert, und ich muss noch einmal dieses wichtige Zitat ins Gedächtnis rufen (5): »Jede hinreichend fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht mehr zu unterscheiden.« Bis heute hielt es niemand für nötig, zum Beispiel die umfangreichen »Legenden der Juden« nach Hinweisen auf unmögliche Technologie zu überprüfen. Damit meine ich modernste Technologie, die es nach herkömmlicher Lehrmeinung zur Zeit der Legendenentstehung natürlich nicht gegeben haben kann, weil es sie noch nicht gegeben haben darf.

Foto 4: »sefer jezira« oder »Buch des Lebens«,
frühes Manuskript (10.- 11. Jahrhundert), Ausschnitt.

Heute, zu Beginn des dritten Jahrtausends nach Christus, kommen weltweit »Tunnelbohrmaschinen« zum Einsatz (6): »Eine Tunnelbohrmaschine ist eine Maschine, die zum Bau von Tunneln eingesetzt wird. Sie eignet sich besonders für hartes Gestein. Auch beim Tunnelbau im lockeren Fels, der für Vortrieb mittels Sprengtechnik ungeeignet ist, werden solche Großmaschinen eingesetzt.

Tunnelbohrmaschinen gehören zusammen mit den Schildmaschinen zu den Tunnelvortriebsmaschinen. Wichtigster Teil einer Tunnelbohrmaschine ist der Bohrkopf; er hat einen Durchmesser von bis zu 20 Metern und besteht aus einem Meißelträger mit rotierenden Rollenmeißeln, der ausgebrochenes Gestein nach hinten befördert. Die Einrichtung im hinteren Teil des Bohrkopfes hat bei großen Durchmessern eine Länge von bis zu 200 Metern mit Hilfseinrichtungen. Tunnelbohrmaschinen sind Vollschnittmaschinen, das heißt, sie bauen, anders als Teilschnittmaschinen, den gesamten Tunnelquerschnitt in einem Arbeitsschritt ab.«

Eine solche Bohrmaschine erscheint auch uns heute noch wie ein technologisches Meisterwerk von monströsen Ausmaßen. Stellen wir uns so eine Bohrmaschine vor. Versuchen wir sie so zu beschreiben, dass sie in eine der »Legenden der Juden« passen würde: »Gott schickte einen Wurm, der den Berg durchbohrte.« So eine Tunnelbohrmschine ist in der Tat nichts anderes als ein riesiger Wurm, computergesteuert, der sich einen Weg durch Berge bahnt. Wer anders als Gott selbst könnte in einer Legende der Juden so einen Monsterwurm lenken als Gott selbst?

Das Zitat »Gott schickte einen Wurm, der den Berg durchbohrte.« ist keine fiktive sagenhaft klingende Umschreibung einer Tunnelbohrmaschine. Wir finden es in Dr. Julius Judah Bergmanns »Die Legenden der Juden« im Kapitel »Die Lieblinge Gottes« (7). Aber beschreibt die Legende tatsächlich so etwas wie einen riesigen Roboter, der mit erstaunlicher Geschwindigkeit Tunnel durch Erde und Gestein gräbt? Und hat der legendäre Golem tatsächlich existiert, ein Roboter, der Amok laufen konnte?

Foto 5: »sefer jezira« oder »Buch des Lebens«,
jüngeres Exemplar, etwa 14. Jahrhundert. Ausschnitt.

Rabbi Elia aus Cholm, so überliefert es die Legende, soll mit Hilfe des »Buches der Schöpfung«  eine Art Roboter-Menschen erschaffen haben. Die Kreatur bedrohte schließlich, so befürchtete es der Rabbi, die Welt. Rabbi Elia schaltete sein Werk aus, bevor es die Menschheit auslöschen konnte. Die »Golems« an denen heute bereits gearbeitet wird, werden womöglich Nachfolger der Menschheit, so wie wir sie kennen, werden. Dann sind die Tage von uns Jetzt-Menschen gezählt! Warnt die uralte Legende vom Golem vor so einer Entwicklung? Werden wir vom Planeten verschwinden oder von den Golems geduldet ein Dasein als »Haustiere« der Golems fristen?


Fußnoten
(1) Bergmann, Rabbi Judah: »Die Legenden der Juden«, Berlin 1919, Vorwort, Seite 3, 5.+4. Zeile von unten
(2) Ebenda, Seite 42, 15.-25. Zeile von oben

(3) Ebenda, 14.-8. Zeile von unten. Anmerkung: Dr. Julius Judah Bergmann schreibt »Cholm«, heute ist »Chelm« gebräuchlicher.
(4) Ebenda, Seite 39, 20.-25. Zeile von oben. Bergmann nennt als Originalquelle »Schalschelet 43b«.
(5) Clarke, Sir Arthur C: »Profiles of the Future«, zitiert von Weber, Andreas in »Biokapital. Die Versöhnung von Ökonomie, Natur und Menschlichkeit«, Berlin 2008, Seite 57. Originalzitat: »Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic.«. Quelle: »Profiles of the future: an inquiry into the limits of the possible«, revidierte Ausgabe 1973, Seite 36
(6) Wikimedia-Artikel »Tunnelbohrmaschine«: https://de.wikipedia.org/wiki/Tunnelbohrmaschine (Stand 05.07.2020)
(7) Bergmann, Rabbi Judah: »Die Legenden der Juden«, Berlin 1919,  Seite 21, 7. Zeile von oben

Zu den Fotos
Foto 1: Buchstabenmagie der Kabbala. Archiv Walter-Jörg Langbein 
Foto 2: »sefer jezira« oder »Buch des Lebens« (Cover). Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Noch ein Druck von »sefer jezira« oder »Buch des Lebens« (Cover). Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: »sefer jezira« oder »Buch des Lebens«, frühes Manuskript (10.- 11. Jahrhundert), Ausschnitt. Archiv Walter-Jörg Langbein

Foto 5: »sefer jezira« oder »Buch des Lebens«, jüngeres Exemplar, etwa 14. Jahrhundert. Ausschnitt.
Archiv Walter-Jörg Langbein


562. »Vom assyrischen Baum des Lebens zum jüdischen ›Buch der Schöpfung‹«,
Teil 562 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 25. Oktober 2020


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Samstag, 26. September 2020

558. »Golem 2120«

Teil 558 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Mini-Golem als Souvenir.
(Foto: wiki commons/ public domain/ Martin Pauer).
Ein Golem in 4 Variationen, farblich verändert.
Original: Foto 1 links oben! Collage: Walter-Jörg Langbein

Schon heute können Roboter präzise und effektiv schnell und fehlerfrei Arbeiten verrichten. Roboter können beispielsweise Autos zusammensetzen, freilich nicht aus eigenem Antrieb. Allerdings müssen sie vorher entsprechend programmiert werden. Erst dann wiederholen sie bestimmte Handgriffe präzise und fehlerfrei. Vollständig überholt sind Lochstreifen, die einen tumben Roboter im wahrsten Sinne am Fließband seine konkret definierte und vorgeschriebene Arbeit verrichten lassen. Kaum moderner ist das Programmieren eines Roboters mit einem auf einer Diskette verewigten Programm.

Der tschechische Autor Karel Čapek (*1890; †1938) gilt als Erfinder des Begriffs »Roboter«. In Čapeks Theaterstück »Rossumovi Univerzální Roboti« (»Rossums Universal Roboter«) tauchen künstliche Maschinenmenschen auf, die gezüchtet werden, um statt den Menschen Arbeiten in der Industrie zu übernehmen.

Foto 2: Meyrinks »Golem« von 1915.

Auch wenn in Gustav Meyrinks »Der Golem«, 1915 in Leipzig erschienen, der Ausdruck »Roboter« nicht vorkommt, so handelt es sich dennoch beim »Golem« um einen Roboter, der programmiert wird. Freilich wird der Vorgang des Programmierens von »Golem« nicht mit technischen Begriffen, sondern mit mysteriöser Magie erklärt.

Tommaso Campanella, eigentlich Giovanni Domenico (*1568; †1639), italienischer Philosoph, Dominikaner, Dichter und Politiker, formulierte überaus weitsichtig: »Alles, was die Wissenschaftler … mit Hilfe einer unbekannten Kunst vollbringen, wird Magie genannt … Denn Technologie wird immer als Magie bezeichnet, bevor sie verstanden wird, und nach einer gewissen Zeit entwickelt sie sich zu einer normalen Wissenschaft.«

Sir Arthur C. Clarke (*1917;† 2008) blies ins gleiche Horn (1): »Jede hinreichend fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht mehr zu unterscheiden.« Auch Gustav Meyrink bringt Magie ins Spiel (2): »Dann wacht in mir heimlich die Sage von dem gespenstischen Golem, jenem künstlichen Menschen, wieder auf, den einst hier im Ghetto ein kabbalakundiger Rabbiner aus dem Elemente formte und ihn zu einem gedankenlosen automatischen Dasein berief, indem er ihm ein magisches Zahlenwort hinter die Zähne schob.«

Gott schuf nach dem biblischen Schöpfungsbericht den Menschen aus Lehm und hauchte ihm seinen Odem ein. So wurde aus der leblosen Materie der lebendige Mensch. Auch der Golem wird aus Lehm kreiert, doch nicht göttlicher Adam erweckt ihn zum Leben, sondern »ein magisches Zahlenwort«. Der Golem erstarrte freilich wieder (3) »in derselben Stunde …, in der die geheime Silbe des Lebens aus seinem Munde genommen ward.« Der Golem funktioniert also nur so lange er von einem »magischen Zahlenwort« am Leben erhalten wird. Das »magische Zahlwort« entspricht dem Computerprogramm des Roboters unserer Tage.

Gustav Meyrink schien für die Laufbahn eines staubtrockenen Mitglieds der guten Gesellschaft prädestiniert zu sein. 1883 machte er sein Abitur, von 1885 bis 1888 besuchte er die »Handelsakademie in Prag«. 1889 war er zunächst Mitinhaber, dann alleiniger Inhaber des »Prager Bank- und Wechslergeschäfts Meyer & Morgenstern«. Bilanzen und Steuerrecht waren aber nicht die Welt von Gustav Meyrink. Schon 1891 gründete er mit einigen Gesinnungsgenossen die »Loge zum blauen Stern«, als Dependance der 1875 von Helena Petrovna Blavatsky (*1831; †1891) ins Leben gerufenen Theosophischen Gesellschaft. Meiner Meinung nach arbeitete er sich mit Begeisterung in die geheimnisvolle Welt des Mystischen und Mysteriösen ein. Sein Roman »Der Golem« ist meiner Meinung nach eine Fundgrube versteckten Wissens der anderen Art.

Ohne Zweifel war Gustav Meyrink ein Kenner der Kabbala. Die Kabbala (andere Schreibweise Kabbalah), zu Deutsch »das Überlieferte«, ist eine magisch-mystische Lehre des Judentums, deren Wurzeln weit in die Vergangenheit reichen.

Foto 3: »Der Ursprung der Geschichte.. «. Ausriss aus Meyrinks »Golem« von 1915.

Über den Golem lässt Meyrink vernehmen (4): »Der Ursprung der Geschichte reicht wohl ins siebzehnte Jahrhundert zurück, sagt man. Nach verlorengegangenen Vorschriften der Kabbala soll ein Rabbiner da einen künstlichen Menschen – den sogenannten Golem – verfertigt haben.«

Und weiter (5): »Es sei aber doch kein richtiger Mensch daraus geworden und nur ein dumpfes halbbewußtes Vegetieren habe ihn belebt. Wie es heißt, auch nur tagsüber und kraft des Einflusses eines magischen Zettels, der ihm hintern den Zähnen stak.«

Foto 4: »Kein richtiger Mensch«. Ausriss aus Meyrinks »Golem« von 1915.

Wie alt die Urgeschichte vom Golem sein mag? Meyrink lässt eine seiner Hauptpersonen, Zwakh, zugeben (6): »Ich kann freilich nicht wissen, worauf sich die Golemsage zurückführen läßt.« 

Foto 5: »Abends vor dem Nachtgebet...«
Ausriss aus Meyrinks »Golem« von 1915.

Alexander Wöll (*1968), Slawist und Hochschullehrer, seit Anfang 2018 Professor für »Kultur und Literatur Mittel- und Osteuropas« an der Universität Potsdam, fragt (7): »Der Golem. Kommt der erste künstliche Mensch und Roboter aus Prag?« Prof Wöll: »Der Golem steht in Konkurrenz zu Adam. Adama bezeichnet auf hebräisch ›Erde‹, also ein von der Erde genommenes Wesen, dem durch Gottes Hauch Leben und Sprache verliehen wurde. Im Gegensatz dazu meint golem seit dem 12. Jahrhundert einen stummen, minderwertigen Menschen, der ›ohne Zeugungskraft und Trieb zum Weibe‹ – allein mit Hilfe eines sprachmagischen Rituals – künstlich aus einer noch unberührten Elementar-Erde, die vor aller organischen Schöpfung vorhanden ist, erschaffen wird. Als ungefährlicher Automatenmensch in einer arabisch-antiken Erzähltradition ist der Golem ein dienender Knecht und eine Art geistloser Homunculus, der im Gegensatz zum späteren Frankenstein nicht durch naturwissenschaftliche, sondern durch religiös-rituelle Kräfte belebt wird.« Was ist aber ein programmierter Roboter anderes als ein »Automatenmensch«?

Prof. Wöll hat sorgfältiges Quellenstudium betrieben und erkennt das erstaunliche Alter der ursprünglichen Golemsage: »Die Verbindung mit der Erschaffung aus den Buchstaben läßt sich auf drei Berichte aus dem 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Diese Quellen beziehen sich ihrerseits auf das 4. Jahrhundert v. Chr. und auf die beiden Personen Jeremiah und seinen Sohn Ben Sira. Diesen ältesten Belegen zufolge wird der Golem durch Buchstabenkombinationen belebt.«

Der Golem von Prag, so ist es überliefert, wurde zur Gefahr für die Menschen, wie Gustav Meyrink in seinem Roman vermeldet (8): »Und als eines Abends vor dem Nachtgebet der Rabbiner das Siegel aus dem Munde des Golem zu nehmen versäumt, da wäre dieser in Tobsucht verfallen, in der Dunkelheit durch die Gassen gerast und hätte zerschlagen, was ihm in den Weg gekommen.

Bis der Rabbi sich ihm entgegengeworfen und den Zettel vernichtet habe. Und da sei das Geschöpf leblos niedergestürzt. Nichts blieb von ihm übrig als die zwerghafte Lehmfigur, die heute noch drüben in der Altneusynagoge gezeigt wird.«

In »Hüter des Gesetzes«, Folge 3 der Kultserie »Orion«, übernehmen »Golem-Roboter« das Regiment auf dem Planetoiden Pallas. Sie sperren die menschlichen Bergarbeiter in unterirdische Schächte. Den Arbeitsrobotern des Types Alpha Ce Fe gelingt es schließlich, fast die gesamte Crew der Orion, die nach dem Rechten sehen will, gefangen zu nehmen und ebenfalls in die Unterwelt des Planetoiden zu schaffen.

Roboter, die sich gegen ihre menschlichen Erbauer erheben, werden in »Hüter des Gesetzes« (Erstausstrahlung am Samstag, dem 15. Oktober 1966 um 20:15 Uhr) spannend dargestellt. Aber ist so ein Szenario überhaupt denkbar? Im Film der TV-Kultserie gelingt es, die Roboter im wahrsten Sinne des Wortes auszuschalten, so wie der Rabbi in der Golem-Legende dem Amoklauf des künstlichen Menschen ein Ende setzt. Aber wird der Mensch immer dem Roboter überlegen sein? Das glaube ich nicht.

Roboter von heute lassen sich mühelos abschalten. Das wird auch noch einige Zeit der Fall sein. Sobald aber echte künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt, wird es erschreckend schnell gehen, bis der Roboter im Vergleich zum Menschen über geradezu göttlich erscheinende Allmacht verfügen wird.
  
Foto 6: Symbolbild!
Ein »Roboter« in Stein (Tiahuanaco, Bolivien).
Ein und derselbe steinerne »Roboter«
in vier Variationen, farblich bearbeitet.
Collage. Original: Foto links oben und rechts
unten!


Auch wenn es um die Zukunft von Mensch und Golem-Roboter geht, bietet »Unsere Erde wird überleben.« von James Lovelock (*1919) nicht von der Hand zu weisende Überlegungen (9). Lovelock entwickelt ein Szenario, dass manche als puren Horror empfinden müssen. Sieht James Lovelock (*1919) doch tatsächlich den Jetztmenschen als Steigbügelhalter des künftigen Erdenbürgers. Für uns »Normalos« wird es dann keine Zukunft mehr geben, allenfalls – wenn überhaupt – als »Haustiere« der »Cyborgs«. Der »Cyborg«, der »Golem 2120«, wird demnach unser Nachfolger. Oder: Wir sind die Eltern einer Kreation, die keine Eltern braucht.


Fußnoten
(1) Clarke, Sir Arthur C: »Profiles of the Future«, zitiert von Weber, Andreas in »Biokapital. Die Versöhnung von Ökonomie, Natur und Menschlichkeit«, Berlin 2008, Seite 57. Originalzitat: »Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic.«. Quelle: »Profiles of the future: an inquiry into the limits of the possible«, revidierte Ausgabe 1973, Seite 36
(2) Meyrink, Gustav: »Der Golem«, Leipzig 1915, Kapitel »Prag«, Seite 32, 6.-2. Zeile von unten (Rechtschreibung von 1915 unverändert übernommen!)
(3) Ebenda, Seite 32, 1. Zeile von unten und Seite 33 1.+2. Zeile von oben (Rechtschreibung von 1915 unverändert übernommen!)
(4) Ebenda, Seite 52, 1.-4. Zeile von oben (Rechtschreibung von 1915 unverändert übernommen!)
(5) Ebenda, 7.-10. Zeile von oben
(6) Ebenda, Seite 53., 4.+5. Zeile von oben
(7) Wöll, Alexander: »Der Golem. Kommt der erste künstliche Mensch und Roboter aus Prag?«, Beitrag zu Marek Nekula et. Al. (Herausgeber.):
»Deutsche und Tschechen. Geschichte - Kultur - Politik.«, München 2001, S. 235-245. (Rechtschreibung unverändert übernommen!)
(8) Meyrink, Gustav: »Der Golem«, Leipzig 1915, Kapitel »Prag«, Seite 52, 12.-21. Zeile von oben (Rechtschreibung von 1915 unverändert übernommen!)
(9) Lovelock, James: »GAIA/ Die Erde ist ein Lebewesen«, Bern 1992

Zu den Fotos
Foto 1: Mini-Golem als Souvenir.(wiki commons public domain Martin Pauer). Ein Golem in 4 Variationen, farblich verändert. Original: Foto 1 links oben! Collage: Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Meyrinks »Golem« von 1915. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: »Der Ursprung der Geschichte.. «. Ausriss aus Meyrinks »Golem« von 1915. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: »Kein richtiger Mensch«. Ausriss aus Meyrinks »Golem« von 1915. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: »Abends vor dem Nachtgebet...« Ausriss aus Meyrinks »Golem« von 1915. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Symbolbild! Ein »Roboter« in Stein (Tiahuanaco, Bolivien). Ein und derselbe steinerne »Roboter« in vier Variationen, farblich bearbeitet. Collage. Original: Foto links oben und rechts unten!

559. »Jenseits allen Denkens«,
Teil 559 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 4. Oktober 2020



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Sonntag, 2. Februar 2020

524. »Die sieben anderen Welten der Kabbala«

Teil 524 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Der Babylonische Talmud,
Titelblatt der Wilnaer Ausgabe
(1880-1886)
Seit Mitte der 1970-er Jahre habe ich mich mit jüdischem Geheimwissen beschäftigt. Während meines Studiums der evangelischen Theologie in Erlangen vergrub ich mich förmlich in den alten Texten des Zohar. Ich versuchte die Geheimnisse der Kabbala zu ergründen. Als ich den einen oder den anderen Professor der Theologie auf mein Interesse ansprach, stieß ich schnell auf wachsende Ablehnung. Ein Professor, im Fachbereich »Altes Testament« beheimatet, zeigte sich zunächst belustigt, dann erbost. Schließlich drohte er mir unverhohlen. Wenn ich mein Studium mit Aussicht auf Erfolg fortsetzen wolle, müsse ich auf »diesen Unsinn verzichten«.

In Nürnberg traf ich auf einen immer lächelnden alten Rabbi, der sich über mein Interesse am Zohar zu freuen schien. Er werde mir sehr gern bei meinem Studium des Zohar helfen. Ich möge aber zuerst verschiedene Übersetzungen des Zohar sorgsam lesen und auf mich wirken lassen. Nach »einigen Jahren« dürfe ich dann gern zu ihm zurück kommen. Dann werde er mir die Lektüre bestimmter Textpassagen ans Herz legen und hilfreiche Literatur zu diesen Texten empfehlen. Bei mir trat Ernüchterung ein. Ich hatte gehofft, so etwas wie einen Schlüssel zum Zohar zu erhalten, der mir den sofortigen Zugang zur Welt dieses geheimnisvollen Textes ermöglichen würde. Offensichtlich verbarg ich meine Enttäuschung nicht gut genug.

Der Rabbi versuchte noch, mir Mut zu machen. »Schauen sie mich an!«, forderte mich der weise Mann auf. »Ich beschäftige mich erst seit sechzig Jahren mit dem Zohar und verstehe schon einiges!« Ich resignierte. Den Zohar würde ich wohl nie wirklich begreifen. Aber ich konnte lesen, mich durch Berge von Zohar-Übersetzungen kämpfen und nach verborgenem Wissen suchen. Parallel dazu las ich im »Alten Testament«, in den »Legenden der Juden« und im Koran.

Bei meinen intensiven Textrecherchen dachte ich nicht an magische Rituale oder astrologische Weltbilder, auch nicht an vermeintlich göttliche Gebote über den Umgang mit Gläubigen und Ungläubigen, sondern – zum Beispiel – an fremde Planetenwelten fremder Sonnensysteme. 

Foto 2: Sefer Jezira
Nach dem Koran (1) schuf Allah sieben Welten und sieben Himmel. Die sieben Welten, von Gott erschaffen, finden sich auch in jüdischen Geheimlehren. Das »Sefer Jezira« (auch »Sefer Jetzira« und andere Varianten der Schreibweise) wird als »Buch der Schöpfung« oder »Buch der Formung« bezeichnet. Das Werk gilt als das älteste auf Hebräisch verfasste Buch der Kabbala. Franjo Terhart schreibt in seinem Buch »Kabbala« über »Sefer Jezira« (2): »Seinen Verfasser kennt man nicht. Es entstand etwa um die Mitte des 1. Jahrtausends in Palästina und liegt in zwei Fassungen vor, einer längeren und einer kürzeren. Es enthält grundlegende mystische Ideen. Um das Jahr 1000 wurde der Sefer Jezira häufiger kommentiert als jeder andere mystische Text – unter anderem, weil er vorgibt, bis auf Abraham zurückzugehen.«

Die heute bekannte lange Version umfasst etwa 2.500 Worte, die kurze nur 1.300 Worte. Yisrael Weinstock, einer der führenden Zohar-Experten der Welt, vermutet, dass die verschollene Originalversion vermutlich extrem kurz war. Sie bestand womöglich nur aus 240 Worten. Vergeblich habe ich nach der Ur-Version gesucht.

Ich kämpfte mich durch den »Jerusalemer Talmud«, der im 5. Jahrhundert schriftlich festgehalten worden sein soll. Ich arbeitete mich durch den noch umfangreicheren »Babylonischen Talmud«, der kurz nach dem »Jerusalemer Talmud« entstanden sein soll. Ich las und las, zum Beispiel die äußerst ausführlichen Abhandlungen über die Anwendung der Gesetzesvorschriften des »Alten Testaments« im Alltag. Ich studierte die Erklärungen der biblischen Vorschriften, so wie sie Rabbiner verstehen und interpretieren. Ja es gelang mir kurzzeitig Manuskripte einzusehen, die schließlich im gedruckten »Jerusalemer Talmud« verarbeitet wurden. In diesen Manuskripten wurde wiederholt »Sefer Yetzirah« erwähnt. Warum wurden diese Hinweise aber nicht in die gedruckte Ausgabe des »Jerusalemer Talmud« übernommen? Unklar ist, ob es sich bei diesem »Sefer Yetzirah« um »Sefer Je(t)zira« handelt.

Immer wieder konsultierte ich »meinen« Rabbi zunächst noch in Nürnberg, später in Göttingen und München. Nur selten erhielt ich konkrete Antworten. So teilte mir der gelehrte Mann mit, dass nach den Lehren der Kabbala Gott unzählige Sterne und unzählige Welten schuf. Viele dieser fremden »Erden« würden auf anderen Ebenen der Realität existieren, nicht wenige seien aber physische Himmelskörper wie unser Heimatplanet. Dort lebten, so der Rabbi, Wesen; die sich von uns Menschen sehr stark unterschieden.

Je gründlicher ich mich mit der Welt der mysteriösen alten jüdischen Überlieferungen beschäftigte, desto erstaunter war ich, wie wenig selbst die vermeintlich besten Interpreten verstanden. Was der eine Fachmann für ein simples Werk über die Schrift des alten Hebräischen war, das verstanden andere als magisches Werk, mit dessen Hilfe man Leben erzeugen konnte. Was einige für verklausulierte Vorschriften für ein gottgefälliges Leben hielten, das sahen andere als Entschlüsselung der hebräischen Buchstaben als geheime Zeichen für verborgene Botschaften.

Besonders intensiv interpretiert wird »Sefer Je(t)zira« schon seit Jahrhunderten. Handelt es sich bei dem geheimnisvollen Werk um einen philosophischen Text, um eine Abhandlung über Grammatik oder um einen Leitfaden für den Wanderer in spirituellen Welten? Geht es um Magie oder Meditation? Oder muss man »Sefer Je(t)zira« als »meditativen Text mit starken magischen Elementen« ansehen? Im Meer von zum Teil schwer oder selbst für den in Sachen Mythologie gut Informierten unverständlichen Texten versteckt tauchen immer wieder für uns seltsam klingende Namen von fremden Planeten-Welten auf.

Die Lang-Version des Sefer Jezira benennt, wie uns der Zohar-Experte Aryeh Kaplan mitteilt, sieben Planeten auf (3): »Adamah, Tevel, Nashiyah, Tzaya, Chalad, Eretz, Gai«. Aryeh Kaplan weiter: »Eine andere Quelle (4) gibt sie an als: Eretz, Adamah, Arkah, Gey, Tzaya, Nasya, Tevel. Eine weitere alte Quelle (5) listet auf Eretz, Adamah, Arka, Chariva, Yabasha, Tevel, Chalad.« Je gründlicher in den mysteriösen alten jüdischen Quellen nach diesen fremden Erden suchte, desto mehr entdeckte ich. In einem weiteren Manuskript des Sefer Jezira stieß ich auf eine weitere Auflistung der sieben Planetenwelten (6): »adama, arqa, tevel, neshija, zija, heled, erez«. Es tauchen verschiedene Listen mit den Namen der fremden Erden auf. Sie stimmen teilweise überein, sind aber nie wirklich identisch. Irritiert musste ich Verwirrendes feststellen: Es fällt auf, dass sich die Quellen uneins über die Namen der sieben fremden Planetenwelten sind.

Sie lassen aber keinen Zweifel an der Existenz fremder Planetenwelten im Universum aufkommen! Wer auch den Zohar verfasst haben mag, der war von der Existenz von anderen »Erden«, auf denen andere »Menschen« leb(t)en überzeugt. Meine intensiven Recherchen wurden belohnt. Offen gesagt: Ich suchte nach Fakten, nicht nach vieldeutiger Tiefgründigkeit und hatte Erfolg: Ich entdeckte nicht nur eindeutige Hinweise in den geheimen Schriften von Kabbala-Zohar, sondern sehr konkrete Angaben zu den Bewohnern jener fremden Welten. Im Lauf vieler Jahre notierte ich konkrete Angaben zu fremden Planeten auf Karteikarten und sortierte meine Entdeckungen. 

Bereits vor über einem halben Jahrhundert stellte Erich von Däniken (*1935) eine spannende Faktensammlung zusammen: Informationen zu fremden Planetenwelten in der geheimnisvollen Kabbala (7):

»Die sieben anderen Welten der Kabbala werden – bei wechselnden Bezeichnungen für die gleiche Sache – mit ihren Bewohnern sehr anschaulich beschrieben. Hier also Kabbala – Auszüge, die ich sinngemäß wiedergebe:
Die Bewohner der Welt von ›Geh‹ säen und pflanzen Bäume. Sie essen alles vom Baum, kennen aber keinen Weizen und keinerlei Getreide. Ihre Welt ist schattig, und es gibt viele große Tiere dort.
Die Bewohner der Welt von ›Nesziah‹ essen Sträucher und Pflanzen, die sie nicht säen müssen. Sie sind von kleinem Wuchs, und haben anstelle der Nasen nur zwei Löcher im Kopf, durch welche sie atmen. Sie sind sehr vergeßlich, und wissen bei einer Arbeit oft nicht, weshalb sie sie begonnen haben. Auf ihrer Welt sieht man eine rote Sonne.
Die Bewohner der Welt ›Tziah‹ müssen nicht essen, was andere Wesen essen. Sie suchen immer nach Wasseradern. Sie sind sehr schön von Angesicht, und haben mehr Glauben als alle anderen Wesen. Auf ihrer Welt gibt es große Reichtümer und viele schöne Bauwerke. Der Boden ist trocken, und man sieht zwei Sonnen.
Die Bewohner der Welt von ›Thebel‹ essen alles aus dem Wasser. Sie sind allen anderen Wesen überlegen, und ihre Welt ist in Zonen aufgeteilt, in denen sich die Bewohner durch Farbe und Gesichter unterscheiden. Sie machen ihre Toten wieder lebendig. Die Welt ist weit von der Sonne weg.
Die Bewohner der Welt von ›Erez‹ sind Nachfahren von Adam.
Die Bewohner von ›Adamah‹ sind auch die Nachfolger von Adam, weil Adam sich über die Trostlosigkeit auf ›Erez‹ beklagte. Sie bebauen die Erde und essen Pflanzen, Tiere und Brot. Sie sind meist traurig und bekriegen sich oft. Es gibt auf dieser Welt Tage, und die Gruppierungen der Gestirne sind sichtbar. Früher wurden sie oft von Bewohnern der Welt von ›Thebel‹ be-sucht, doch die Besucher wurden auf ›Adamah‹ von Gedächtnisschwäche befallen und wußten nicht mehr, woher sie kamen.
Die Bewohner der Welt von ›Arqa‹ säen und ernten. Ihre Gesichter sind verschieden von unseren Gesichtern. Sie besuchen alle Welten und sprechen alle Sprachen.«

Fußnoten
(1) Koran, Sure 65, 12
(2) Terhart, Franjo: »Kabbala/ Die jüdische Mystik«, Hannover 2007, S. 25, linke Spalte oben
(3) Kaplan Aryeh: »Sefer Yetzirah: The Book of Creation in Theory and Practice«, eBook, revidierte Fassung, 7. Auflage, San Francisco 1997, Seite 187, Position 3484. Hinweis: Das eBook führt den Planeten Chalad doppelt auf. Den offensichtlichen Fehler habe ich korrigiert.
(4) Ebenda, Fußnote 72: »VaYirka Rabbah 29:11, Pirkey Rabbi Eliezer 18 (43a), BaMidbar Rabbah 3:8. Cf. Raziel 15b (43), 36a (122)«
(5) Ebenda, Fußnote 73: »Otzar HaShem, ad loc., Avot Rabbi Nathan 37«
(6) Herrmann, Klaus (Herausgeber/ Übersetzer): »Sefer Jezira – Buch der Schöpfung«, Verlag der Weltreligionen im Insel Verlag, 1. Auflage 2008, Leipzig 2008. Hier wird als Quelle angegeben: »Sefer Jezira, Ms. Vatikan 299 §§ 43B«
(7) Däniken, Erich von: »Zurück zu den Sternen/ Argumente für das Unmögliche«, Düsseldorf 1969, 201.-250. Tausend, S. 236, 11. Zeile von unten – S. 238, 13. Zeile von unten. Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen und nicht der Rechtschreibreform angepasst.

Zu den Fotos
Foto 1: Der Babylonische Talmud, Titelblatt der Wilnaer Ausgabe (1880-1886). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Sefer Jezira. Cover. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein

525. »Kain und der blinde Jäger«,
Teil 525 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 9. Februar 2020

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Sonntag, 26. Januar 2020

523. »Meister der Intelligenz und Wissenschaft«


Teil 523 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Foto 1:
Der Zohar, gedrucktes Cover,
1558
Der »Zohar«, andere Schreibweise »Sohar«, hebräisch זֹהַר, ist der wahrscheinlich wichtigste Bestandteil der geheimen Kabbala. Übersetzen lässt sich »Sohar« mit »strahlender Glanz«. Die »Kabbala« umfasst eine wahre Flut geheimnisvoller Texte, in denen »das Überlieferte« der jüdischen Tradition festgehalten wurde. In die »Kabbala« wurden vor Jahrhunderten mündlich überlieferte Lehren ebenso wie bereits in Schriftform fixierte Texte aufgenommen.

Der Zohar tauchte erstmals zwischen 1280 und 1286 in Spanien auf. Zunächst waren lediglich »Teillieferungen« bekannt. Erst in der Zeit von 1370 bis 1410 soll der Zohar als geschlossenes Werk zusammengefügt worden sein. Verborgen in einer Flut von philosophisch-magischen Beschreibungen der vielschichtigen Realität finden sich konkrete Angaben, die auf verblüffende Erkenntnisse über das physisch-reale Universum schließen lassen.

Es wäre mehr als anmaßend von mir, wollte ich auch nur versuchen, den Zohar in seiner Bedeutung zu erfassen. Viele Generationen hochgebildeter Gelehrter haben sich mit der Weisheit des Zohar beschäftigt. Mein Ziel ist weniger ambitioniert. Ich begnüge mich in den weiten, weiten Welten des Zohar konkrete Angaben über Erde und Universum zu entdecken. Dass ich damit dem Zohar als Quell‘ der Weisheit nicht gerecht werden kann, das ist mir natürlich bekannt. Ich habe mit einigem Erfolg Erstaunliches im Zohar gefunden. DEN Zohar zu erfassen, das mag mehr noch als ein lebenslanges Studium der mysteriösen Texte voraussetzen. Auch habe ich im Zohar nicht Gott, den der Gläubige auch den Allmächtigen nennt, gesucht. Ich war lediglich auf scheinbar »unmögliches Wissen« neugierig, das sich in allen heiligen Büchern verbirgt.

Der Zohar weiß zu berichten, dass legendäre Rabbis und andere bedeutsame Wissende offenbar in »himmlischen Lehrstätten« eingeweiht wurden. Der Sohar weiß von »Lehrhäusern« in denen »himmlische Lehrer« wirkten. In einem schwer verständlichen Text ist vom »Knaben im himmlischen Lehrhaus« (1) die Rede (2): »Fürchte dich nicht, heiliger Sohn! Hier wirst du sieben Tage unter uns weilen und jeden Tag baden im heiligen Tau. Dann wird man dich ins Innere dieser Lehrstätte bringen samt den anderen Kindern.«

Was dürfen wir uns die »himmlischen Lehrstätten« und die »himmlischen Lehrer« vorstellen? Wo wurde wem was unterrichtet? Wohin wurden die anderen Kinder Geschafft? Wo befand sich das »himmlische Lehrhaus«? Gab es Lehrbücher? Wer waren die Lehrer?

Fundamentalistische Anhänger der drei großen monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam nehmen gern für den eigenen Glauben an, dass er das Ergebnis göttlicher Offenbarung ist. »Altes Testament«, »Neues Testament« und Koran sind für strenggläubige Fundamentalisten unantastbar und göttlich. Dabei ist kein »Heiliges Buch« dank göttlicher Eingebung aus dem Nichts entstanden. In der christlichen Theologie ist dies schon sehr lange bekannt und anerkannt. Wo an Universitäten christliche Theologie gelehrt wird, da sind die Texte der Bibel alles andere als unantastbar. Sie werden mit wissenschaftlicher Methodik hinterfragt. So wird mit geradezu detektivischem Spürsinn zu ergründen versucht, wann wohl ein angebliches Jesus-Zitat entstanden ist. Kann es denn wirklich von Jesus selbst ausgesprochen worden sein? Oder wurde es sehr viel später von der christlichen Gemeinde Jesus in den Mund gelegt?

 Völlig zutreffend formuliert wikipedia (3): »Die historisch-kritische Methode ist ein im 18. und 19. Jahrhundert entwickelter Methodenapparat zur Untersuchung von historischen Texten. Bekannt ist sie vor allem aus der biblischen Exegese. Sie hat zum Ziel, einen (biblischen) Text in seinem damaligen historischen Kontext zu verstehen und schließlich auszulegen. Dabei spielen die Rekonstruktion der vermuteten Vor- und Entstehungsgeschichte des Textes und seine Einbindung in das damalige Geschehen eine besondere Rolle. Wichtige Teildisziplinen der historisch-kritischen Methode sind die Textkritik, die Textanalyse, die Redaktions-, Literar-, Form- und die Traditionskritik. Die historisch-kritische Methode ist heutzutage als grundlegende Methode der Bibelauslegung in der evangelischen und in der katholischen Kirche anerkannt, wenn auch nicht unumstritten.« 

Prof. Leonhard Berthold (*1774; †1822) nutzte sie bereits im frühen 19. Jahrhundert in seinen theologischen Publikationen und lehrte sie an der Universität zu Erlangen. Der Gelehrte sah die historisch-kritische Methode als den wichtigsten Schlüssel zu kanonischen und apokryphischen Schriften der Bibel an. Eine vergleichbar kritische Herangehensweise an den Koran dürfte in so manchem vom Islam geprägten Land geradezu lebensgefährlich für jeden Forscher sein.


Unbestreitbar ist, dass sich in Sachen fremde Welten deutliche Parallelen zwischen jüdischen Geheimlehren und dem Koran nachweisen lassen. Während die siebe Erden in den Legenden der Juden namentlich aufgezählt werden, bleiben sie im Koran anonym. In der Koranübersetzung von M. A. Rassoul lesen wir in Sure 65, 12: »Allah ist es, Der sieben Himmel erschuf und von der Erde die gleiche Anzahl.« Der Sachverhalt wird in sämtlichen Übersetzungen des Koran so beschrieben. In Vers 12 von Sure 65 wird in allen mir bekannten Übersetzungen ganz eindeutig festgehalten, dass Gott nicht eine, sondern sieben Planetenwelten schuf. So übersetzt Rudi Paret: »Allah ist es, der sieben Himmel geschaffen hat, und von der Erde ebensoviel.«

Foto 2:
Der Zohar,
gedrucktes Cover,
1558
Dr. Amira El-Zein, »Georgetown Universität« Katar, Doha, ließ in einem Kommentar im Deutschlandfunk keine Zweifel daran aufkommen, dass der Koran nicht nur die Erde als bewohnten Planeten kennt, sondern deren sieben (4): »Ferner gibt es sieben Himmel und sieben Erden. Sie unterscheiden sich untereinander und von unserer Erde. Alle haben ihre eigene Natur und ihre eigenen Bewohner.«

Im »Alten Testament« wird im »Buch der Richter« Merkwürdiges beschrieben (5). Die »Richterin Debora« will im Kampf Barak gegen seinen Feind Sisera unterstützen. Es kam zu einer Schlacht wahrhaft kosmischen Ausmaßes, an der sowohl Könige als auch Sterne beteiligt waren (6): »Die Sterne am Himmel kämpften mit, von ihren Bahnen aus kämpften sie gegen Sisera.« Die Bürger von Meros werden verflucht, weil sie im gewaltigen Gemetzel nicht auf der Seite Gottes fochten. In der zuverlässigen Übersetzung der »Elbefelder Bibel« lesen wir (7): »Verfluchet Meros! sprach der Engel des HERRN. Verfluchet, ja, verfluchet seine Bewohner! Denn sie sind dem HERRN nicht zu Hilfe gekommen, dem HERRN zu Hilfe unter den Helden.«

Wer oder was war »Meros«? Darüber herrschte unter jüdischen Gelehrten Uneinigkeit. Im »Talmud« heißt es (8): »Manche sagen, er war ein bedeutender Mann, und manche sagen, es war ein Stern.« Talmud-Experte Rabbi Eliyahu Pinchas von Vilna dachte kosmisch. Nach Ansicht des Gelehrten war Meros »die Zivilisation auf einem fernen Planeten«. Rabbiner Chasdai Crescas brachte bereits im 14. Jahrhundert außerirdische Lebewesen ins Spiel. Der Rabbiner und weise Philosoph Chasdai Crescas zitierte zunächst den Talmud (9). Da heißt es doch, dass Gott eine wahrhaft kosmische Reise absolvierte und entweder dem Gesang der Engel lauscht oder in seinem Vehikel 18.000 Welten besucht. Für Rabbi Crescas gab es keinen Zweifel: 

Gott war in 18.000 Welten präsent, also müsse man ja wohl annehmen, dass es auf diesen Welten auch Lebewesen, sprich »Außerirdische« gibt. Baruch Crowley hat für »The Jewish Magazine« einen sehr ausführlichen Artikel verfasst. Der Titel lautet: »Leben auf anderen Welten/ Die Existenz anderer Welten«. Crowley schreibt (10): »Basierend auf einer Aussage im Talmud könnten sich diese außerirdischen Individuen, die in der kabbalistischen Literatur recht seltsam als ›Meister der Intelligenz und Wissenschaft‹ bekannt sind, in einer Hinsicht von den Menschen unterscheiden, nämlich in der Fähigkeit, ›freien Willen‹ so wie wir Menschen es können auszuüben.«
 
Rabbi Ariel Bar Tzadok, Chicago, nimmt Hinweise im Zohar sehr ernst. Und er hält es für möglich, dass die im Zohar beschriebenen außerirdischen Wesen in unseren Tagen zur Erde zurückgekehrt sind und mit Menschen Kontakt aufnehmen. Baruch Crowley spekuliert in »The Jewish Magazine« über mögliche Motive dieser kosmischen Besucher. Sind sie uns technologisch haushoch überlegen, fehlt ihnen aber etwas, was zum Menschsein gehört: Spiritualität? Beneiden sie uns Menschen vielleicht sogar? Wollen sie erkunden, was den Mensch jenseits der Logik ausmacht? Baruch Crowleys Überlegung ist spekulativ, aber sehr interessant.

Es scheint alte Überlieferungen zu geben, die sehr konkrete Angaben zu fremden Planeten und deren Bewohnern bieten. Auf theologische Erörterungen, etwa ob die Bewohner ferner »Erden« in fremden Sonnensystemen über einen freien Willen verfügen, möchte ich mich nicht einlassen. Derlei Gedankengänge mögen Theologen wichtig sein. Freilich können haben Theologen offenbar nur spekulatives Wunschdenken zu bieten. Wenn es schon in anderen Sternensystemen auf anderen Welten Lebewesen gibt, dann dürfen die nicht uns Menschen ebenbürtig oder gar überlegen sein. Sie müssen in einer fiktiven Hierarchie unter uns stehen. Sie dürfen nicht über einen freien Willen verfügen. 

Theologen postulieren gern die einzigartige Bedeutung des von Gott höchstpersönlich geschaffenen Menschen als Krone der Schöpfung. Sie behaupten gern, Gott selbst habe uns Menschen über den Rest der Schöpfung gestellt, die wir angeblich nach seinem Willen uns untertan machen sollen. Wissenschaftler mögen über religiöse Weltsicht herablassend lachen und der Theologie jede Wissenschaftlichkeit abstreiten. Sie selbst aber sehen den Menschen auch als eine »Krone« an, freilich nicht als Ergebnis eines göttlichen Schöpfungsakts, sondern als Resultat einer Fülle von Zufällen. An die Stelle des allmächtigen Gottes tritt in ihrem Weltbild die auf Zufällen basierende Evolution. »Wissenschaftliches« wie theologisch-religiöses Weltbild sind Ergebnisse des gleichen elitären »Denkens«. Wissenschaftler wie Theologen huldigen ihrem Wunschdenken. Und beide sehen sich in schöner Selbstüberschätzung als den Überlegenen. Die einen meinen, den tumben Aberglauben der Theologie besiegt zu haben. Die anderen wähnen sich den Wissenschaftlern überlegen zu sein, weil sie sehr viel tiefere und wichtigere »Wahrheiten« erkennen zu können glauben.

Foto 3:
Der Zohar, gedrucktes Cover,
1558
Mir scheint, hier erweisen sich weder Theologen noch »Wissenschaftler« als »Meister der Intelligenz und Wissenschaft« Wie sagte Albert Einstein (11): »Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind.« Ein Wort von Heinrich Heine (*1798; †1856) kommt mir in den Sinn (12): »In dunkeln Zeiten wurden die Völker am besten durch die Religion geleitet, wie in stockfinstrer Nacht ein Blinder unser bester Wegweiser ist; er kennt dann Wege und Stege besser als ein Sehender. Es ist aber töricht, sobald es Tag ist, noch immer die alten Blinden als Wegweiser zu gebrauchen.«

Fußnoten
(1) Necker, Gerold (Herausgeber): »Der Sohar/ Das heilige Buch der Kabbala/ Ausgewählte Texte aus dem Sohar«, Wiesbaden, 4. Auflage 2019, Seiten 414-417
(2) Ebenda, Seite 417, 2.-4. Zeile von oben
(3) wikipedia, Stichwort »Historisch-kritische Methode«.
https://de.wikipedia.org/wiki/Historisch-kritische_Methode, Stand 01.01.2020
(4) https://www.deutschlandfunk.de/sure-51-vers-56-geister-namens-dschinn.2395.de.html?dram:article_id=415855 Stand 07.05.2020
(5) »Buch der Richter«, Kapitel 5, Verse 2-31
(6) Ebenda, Vers 20
(7) Ebenda, Vers 23
(8) »Moed Katan« 16a
(9) »Daf Shevui to Avoda Zara« 3b. Zitat in der englischsprachigen Quelle: » God seems to have fun by night. Either he rides around on his chariot, visiting his 18,000 worlds. Or he listens to his singing angels.«
(10) Crowley, Baruch: »Life on Other Worlds/ The Existence of Other Worlds«
http://www.jewishmag.com/8mag/worlds/worlds1.htm Stand 01.01.2020
(11) Zitiert nach Vallentin, Antonina: »The Drama of Albert Einstein«, New York 1954. Originalzitat: »Science without religion is lame, religion without science is blind.«
(12) Heine, Heinrich: »Sämtliche Werke in zwölf Teilen«, Leipzig 1921, Band 12, S. 296

Zu den Fotos
Fotos 1-3: Der Zohar, gedrucktes Cover, 1558. Fotos Archiv Walter-Jörg Langbein



524. »Die sieben anderen Welten der Kabbala«,
Teil 524 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 2. Februar 2020
 


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