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Sonntag, 20. September 2020

557. »Frankensteins Monster und der Golem«

Teil 557 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein



»Ich selber begegnete dem ›Golem‹
das erste Mal in meinem Leben
vor ungefähr dreiunddreißig Jahren.« (1)

Fotos 1 und 2:
Das »Frankenstein-Monster«.
Charles Stanton Ogle (oben)
und Boris Karloff (unten).
Wir schreiben das Jahr 1818. Am 1. Januar erscheint der Roman »Frankenstein or The Modern Prometheus« (»Frankenstein oder Der moderne Prometheus«) anonym. Verfasst hat Mary Shelley(*1797; †1851)die mysteriös-unheimliche Geschichte des jungen Schweizers Viktor Frankenstein. Der Schauerroman gilt als einer der bedeutendsten britischen Romane überhaupt.

Wir schreiben das Jahr 1910. »Frankenstein« wird von den »Edison Studios« verfilmt. Regie führte J. Searle Dawley (*1877; †1949). Charles Stanton Ogle überzeugte als wahrhaft monströse Kreatur aus dem »Labor« Baron Frankensteins. Der Stummfilm galt lange Zeit als verschollen. Bekannt waren zunächst nur wenige Standfotos des Monsters aus dem »Edison-Katalog« und eine knappe Handlungsbeschreibung. In den 1950er Jahren erwarb ein US-amerikanischer Filmsammler eine Kopie des Films, ohne auch nur zu ahnen, welchen filmischen Schatz er erstanden hatte. Erst Mitte der 1970er Jahre wurde die Existenz des Films bekannt. Fast drei Jahrzehnte mussten noch vergehen, bis der Film allgemein verfügbar wurde.

Wir schreiben das Jahr 1914. Henrik Galeen (eigentlich Heinrich Wiesenberg, *1881; †1949) dreht für die »Deutsche Bioscop GmbH Berlin«) den Stummfilm »Der Golem«. Regie führt neben Heinrich Galeen Paul Wegener. Für das Drehbuch zeichnen Paul Wegener und Heinrich Galeen verantwortlich. Paul Wegener agiert auch vor der Kamera: als Golem. Der Film gilt als verschollen. Nur sehr kurze Sequenzen wurden gerettet.

Wir schreiben das Jahr 1915. Die anfängliche Begeisterung der siegestrunkenen deutschen Soldaten weicht nach und nach der Ernüchterung. Der »Erste Weltkrieg« wird immer mörderischer. Das grausame Gemetzel fordert immer mehr Tote. U-Boote sollen die Entscheidung bringen, aber der Krieg weitet sich nur aus.

Im zweiten Kriegsjahr erscheint in einer billigen Feldausgabe, die unter deutschen Soldaten verbreitet wird, der Roman »Der Golem« von Gustav Meyrink (*1868; †1932). Die Erstauflage – immerhin 100.000 Exemplare stark – ist rasch vergriffen. Gustav Meyrink wird zum allseits bekannten Bestsellerautor. Heute gilt »Der Golem« als Klassiker der phantastischen Literatur.

Foto 3: Originalausgabe von
Meyrinks Golem (1915).
Wir schreiben das Jahr 1917. Auf blutigen Schlachtfeldern wird immer noch gestorben. Der Enthusiasmus der Kriegsfreiwilligen ist geschwunden. Paul Wegener schlüpft ein zweites Mal in die Rolle des Golems. Und wieder stammt das Drehbuch von ihm, wieder führt er Regie. »Der Golem und die Tänzerin« ist freilich weniger gruselig als humoriger Filmspaß.

Wir schreiben das Jahr 1920. Zwei Jahre nach Kriegsende ist der Frieden noch nicht eingekehrt. Der Versailler Friedensvertrag wir von vielen Deutschen als unerträgliche Schmach empfunden. Die NSDAP wird gegründet.

Im Kino läuft der bekannteste »Golem«-Streifen der Reihe an: »Der Golem, wie er in die Welt kam«. Der Stummfilmklassiker, ein expressionistischer deutscher Film von Paul Wegener und Carl Boese, basiert auf dem Sagenkreis um den legendären Prager Rabbiner Judah Löw. Der dritte »Golem«-Film erzählt die Vorgeschichte des ersten.

Wir schreiben das Jahr 1931. Der erste Tonfilm nach dem Roman »Frankenstein« kommt in die Kinos. Der Schwarzweißfilm mit Boris Karloff (*1887; †1969) als »Monster« in der Titelrolle hat wenig mit Shelleys Roman zu tun. Er basiert in erster Linie auf dem Bühnenstück von Peggy Webling. Nur einige Motive aus Shelleys Roman tauchen im Film auf. Die Kreatur machte Boris Karloff, eigentlich William Henry Pratt, weltberühmt. Im Roman wie in Bühnenstück und im Film geht es um die Erschaffung von Leben.

Im »Jüdischen Museum«, Berlin, wurde mir bewusst, wie präsent der Golem auch noch im 21. Jahrhundert ist. »Der Golem lebt« wurde in einem eigenen Ausstellungsraum thematisiert. Die Ausstellung war mehr als einen Besuch wert. So zahlreich waren die Ausstellungsstücke, dass man mehrere Tage im Museum hätte verbringen können. Unbedingt ist der Katalog zur Ausstellung (2) zu empfehlen.

Der Golem und eine zweite Kreatur aus der Literatur wurden zu Ikonen der Horrorfilme: Das »Frankenstein-Monster« und die »Golem-Kreatur« stehen für den uralten menschlichen Traum, wie Gott zu werden und selbst Leben zu schaffen. Der erste Schöpfer eines »Golems« indes war Gott selbst. Im Schöpfungsbericht des »Alten Testaments« heißt es kurz und bündig (3): »Da machte Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.«

Wie die Ausführungen des »Alten Testaments« schon früh von den Rabbinern verstanden und erklärt wurden, das wurde im »Talmud« zusammengefasst. Der »Jerusalemer Talmud« entstand um 400 n.Chr., der »Babylonische Talmud« (4) etwa 200 Jahre später. In gedruckter Form erschien der »Babylonische Talmud« erstmals erst anno 1523 in der Druckerei von Daniel Bomberg. Daniel Bomberg war Christ und arbeitete 1516 bis 1539 in Venedig.

Foto 4: Meyrinks Roman »Golem« von 1915.

Im Talmud erfahren wir höchst Erstaunliches über die Erschaffung des Golem namens Adam. »Adam und Eva in Judentum, Christentum und Islam« fasst die Fülle an Informationen kurz und bündig zusammen (5): »Der erste Adam war von einer vollkommenen Schönheit und überragte mit seiner Weisheit alle anderen Geschöpfe, sogar die Engel.« Der erste Adam wird als Riese von unvorstellbarer Größe beschrieben. Wie im knappen Vers im 1. Buch Mose wird Adam aus »Staub« erschaffen, allerdings stammt nach dem Talmud die tote Materie, aus der Gott den lebenden Adam erschaffen hat, »aus allen Teilen der Erde« (6): »Sein Oberkörper bestand aus Staub aus Babylonien, sein Kopf aus Staub aus Eretz Israel, dem wichtigsten Land, und seine Glieder aus Staub aus dem Rest der Welt. In Bezug auf sein Gesäß sagt Rav Aḥa: Sie wurden aus Staub hergestellt, der Akra De'agma am Stadtrand von Babylonien entnommen wurde.«

Und weiter heißt es (7): »Rabbi Yoḥanan Bar Ḥanina sagt: Der Tag ist zwölf Stunden lang, und der Tag, an dem Adam, der erste Mann, erschaffen wurde, wurde wie folgt aufgeteilt: In der ersten Stunde des Tages wurde sein Staub gesammelt. In der zweiten wurde eine undefinierte Figur geformt. Im dritten wurden seine Glieder gestreckt. In der vierten Stunde wurde eine Seele in ihn geworfen. In der fünften stand er auf seinen Beinen. In der sechsten nannte er die Kreaturen bei den Namen, die er ihnen gab. In der siebten Stunde wurde Eva mit ihm gepaart. In der achten stiegen sie empor ins Bett als zwei und als vier stiegen sie wieder herab, das heißt Kain und Abel wurden sofort geboren. In der neunten Stunde wurde ihm (Adam) befohlen, nicht vom Baum der Erkenntnis zu essen. Im der zehnten Stunde sündigte er. In der elften wurde er gerichtet. In der zwölften Stunde wurde er vertrieben und verließ den Garten Eden, wie es heißt: ›Aber der Mensch bleibt nicht zu Ehren. Er ist wie die Tiere, die umkommen.‹«

Nach der Genesis formte Gott Adam aus toter Materie (Staub, Erde) und hauchte ihm den göttlichen Atem ein. Nach der talmudischen Legende wurde Adam als »Golem« aus toter Materie kreiert, die aus allen Regionen der Erde stammte.

Der Begriff »Golem« (hebräische Schreibwiese: גולם golem) kann auf mannigfaltige Weise übersetzt werden. »Golem« steht auch für »formlose Masse« und »ungeschlachter Mensch«.

Foto 5: Meine Eintrittskarte
für die »Golem«-Ausstellung.
Wir schreiben das Jahr 2017. 27. Januar, 11:34. Ich löse meine Eintrittskarte für die Ausstellung »Golem« im »Jüdischen Museum«, Berlin (8). Buslinie 248 hat mich pünktlich ans Ziel gebracht. Mein Besuch in der Ausstellung »Golem« glich einer fantastischen Reise in die mystische Vergangenheit und in die fantastische Zukunft.

Was ist ein »Golem«? Ein »Golem« ist eine Kreatur, erschaffen aus toter Materie. Mit rituellen Beschwörungen und magischen hebräischen Buchstabenkombinationen wird das Leblose zum Leben erweckt. Wie in Goethes »Zauberlehrling« (*1749; †1832) wird Totes lebendig gemacht und soll dem Menschen dienen. Schon das »Monster«, kreiert vom Schweizer Viktor Frankenstein zu Ingolstadt, war so ein »Golem«, mit magischer »Wissenschaft« belebte abgestorbene Materie.

Wie aber wird tote Materie lebendig? Die Anhänger der drei großen monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam glauben an göttliches Schaffen, die der Ersatzreligion Darwinismus an den puren Zufall und Jünger der Kabbala an Magie. Kurioser Weise ist die »magische« (9) Erklärung erstaunlich zukunftsweisend!



Fußnoten
(1) Meyrink, Gustav: »Der Golem«, Kapitel »Punsch«, Leipzig 1915, Kapitel »Punsch«, Seite 55, 2. und 1. Zeile von unten
(2) Bilski, Emily D. und Lüdicke, Martina (Herausgeberinnen): »Golem«, Bielefeld und Bernlin 2016, 184 Seiten mit 100 farbigen Abbildungen
(3) 1. Buch Mose Kapitel 2, Vers 7 (»Lutherbibel 2017«)
(4) »Der Babylonische Talmud«, erste vollständige und zensurfreie Übersetzung ins Deutsche von Lazarus Goldschmidt, zwölf Bände, Erstpublikation im »Jüdischen Verlag«, Berlin 1930-36, Neuauflage im »Jüdischen Verlag«, Frankfurt 2002.
(5) Böttrich, Christfried und Ego, Beate und Eißler, Friedmann: »Adam und Eva in Judentum, Christentum und Islam«, Göttingen 2011, Seite 61
(6) »The William Davidson Talmud Sanhedrin« 38b סנהדרין ל״ח ב, aus dem Englischen übersetzt von Walter-Jörg Langbein. Zitat im englischen Original:
»His torso was fashioned from dust taken from Babylonia, and his head was fashioned from dust taken from Eretz Yisrael, the most important land, and his limbs were fashioned from dust taken from the rest of the lands in the world. With regard to his buttocks, Rav Aḥa says: They were fashioned from dust taken from Akra De’agma, on the outskirts of Babylonia.«
(7) Ebenda. Aus dem Englischen übersetzt von Walter-Jörg Langbein
(8) Jüdisches Museum Berlin, Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin, Tel.: 030-25993300. Die Ausstellung ist bereits beendet.
(9) Bitte beachten... »magische«, nicht magische!



Zu den Fotos
Fotos 1 und 2: Das »Frankenstein-Monster«. Charles Stanton Ogle (oben) und Boris Karloff. Wiki commons/ gemeinfrei
Foto 3: Originalausgabe von Meyrinks Golem (1915). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Meyrinks Roman »Golem« von 1915. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Meine Eintrittskarte für die »Golem«-Ausstellung. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein


558. »Golem 2120«
Teil 558 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 27. September 2020



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Sonntag, 2. Februar 2020

524. »Die sieben anderen Welten der Kabbala«

Teil 524 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Der Babylonische Talmud,
Titelblatt der Wilnaer Ausgabe
(1880-1886)
Seit Mitte der 1970-er Jahre habe ich mich mit jüdischem Geheimwissen beschäftigt. Während meines Studiums der evangelischen Theologie in Erlangen vergrub ich mich förmlich in den alten Texten des Zohar. Ich versuchte die Geheimnisse der Kabbala zu ergründen. Als ich den einen oder den anderen Professor der Theologie auf mein Interesse ansprach, stieß ich schnell auf wachsende Ablehnung. Ein Professor, im Fachbereich »Altes Testament« beheimatet, zeigte sich zunächst belustigt, dann erbost. Schließlich drohte er mir unverhohlen. Wenn ich mein Studium mit Aussicht auf Erfolg fortsetzen wolle, müsse ich auf »diesen Unsinn verzichten«.

In Nürnberg traf ich auf einen immer lächelnden alten Rabbi, der sich über mein Interesse am Zohar zu freuen schien. Er werde mir sehr gern bei meinem Studium des Zohar helfen. Ich möge aber zuerst verschiedene Übersetzungen des Zohar sorgsam lesen und auf mich wirken lassen. Nach »einigen Jahren« dürfe ich dann gern zu ihm zurück kommen. Dann werde er mir die Lektüre bestimmter Textpassagen ans Herz legen und hilfreiche Literatur zu diesen Texten empfehlen. Bei mir trat Ernüchterung ein. Ich hatte gehofft, so etwas wie einen Schlüssel zum Zohar zu erhalten, der mir den sofortigen Zugang zur Welt dieses geheimnisvollen Textes ermöglichen würde. Offensichtlich verbarg ich meine Enttäuschung nicht gut genug.

Der Rabbi versuchte noch, mir Mut zu machen. »Schauen sie mich an!«, forderte mich der weise Mann auf. »Ich beschäftige mich erst seit sechzig Jahren mit dem Zohar und verstehe schon einiges!« Ich resignierte. Den Zohar würde ich wohl nie wirklich begreifen. Aber ich konnte lesen, mich durch Berge von Zohar-Übersetzungen kämpfen und nach verborgenem Wissen suchen. Parallel dazu las ich im »Alten Testament«, in den »Legenden der Juden« und im Koran.

Bei meinen intensiven Textrecherchen dachte ich nicht an magische Rituale oder astrologische Weltbilder, auch nicht an vermeintlich göttliche Gebote über den Umgang mit Gläubigen und Ungläubigen, sondern – zum Beispiel – an fremde Planetenwelten fremder Sonnensysteme. 

Foto 2: Sefer Jezira
Nach dem Koran (1) schuf Allah sieben Welten und sieben Himmel. Die sieben Welten, von Gott erschaffen, finden sich auch in jüdischen Geheimlehren. Das »Sefer Jezira« (auch »Sefer Jetzira« und andere Varianten der Schreibweise) wird als »Buch der Schöpfung« oder »Buch der Formung« bezeichnet. Das Werk gilt als das älteste auf Hebräisch verfasste Buch der Kabbala. Franjo Terhart schreibt in seinem Buch »Kabbala« über »Sefer Jezira« (2): »Seinen Verfasser kennt man nicht. Es entstand etwa um die Mitte des 1. Jahrtausends in Palästina und liegt in zwei Fassungen vor, einer längeren und einer kürzeren. Es enthält grundlegende mystische Ideen. Um das Jahr 1000 wurde der Sefer Jezira häufiger kommentiert als jeder andere mystische Text – unter anderem, weil er vorgibt, bis auf Abraham zurückzugehen.«

Die heute bekannte lange Version umfasst etwa 2.500 Worte, die kurze nur 1.300 Worte. Yisrael Weinstock, einer der führenden Zohar-Experten der Welt, vermutet, dass die verschollene Originalversion vermutlich extrem kurz war. Sie bestand womöglich nur aus 240 Worten. Vergeblich habe ich nach der Ur-Version gesucht.

Ich kämpfte mich durch den »Jerusalemer Talmud«, der im 5. Jahrhundert schriftlich festgehalten worden sein soll. Ich arbeitete mich durch den noch umfangreicheren »Babylonischen Talmud«, der kurz nach dem »Jerusalemer Talmud« entstanden sein soll. Ich las und las, zum Beispiel die äußerst ausführlichen Abhandlungen über die Anwendung der Gesetzesvorschriften des »Alten Testaments« im Alltag. Ich studierte die Erklärungen der biblischen Vorschriften, so wie sie Rabbiner verstehen und interpretieren. Ja es gelang mir kurzzeitig Manuskripte einzusehen, die schließlich im gedruckten »Jerusalemer Talmud« verarbeitet wurden. In diesen Manuskripten wurde wiederholt »Sefer Yetzirah« erwähnt. Warum wurden diese Hinweise aber nicht in die gedruckte Ausgabe des »Jerusalemer Talmud« übernommen? Unklar ist, ob es sich bei diesem »Sefer Yetzirah« um »Sefer Je(t)zira« handelt.

Immer wieder konsultierte ich »meinen« Rabbi zunächst noch in Nürnberg, später in Göttingen und München. Nur selten erhielt ich konkrete Antworten. So teilte mir der gelehrte Mann mit, dass nach den Lehren der Kabbala Gott unzählige Sterne und unzählige Welten schuf. Viele dieser fremden »Erden« würden auf anderen Ebenen der Realität existieren, nicht wenige seien aber physische Himmelskörper wie unser Heimatplanet. Dort lebten, so der Rabbi, Wesen; die sich von uns Menschen sehr stark unterschieden.

Je gründlicher ich mich mit der Welt der mysteriösen alten jüdischen Überlieferungen beschäftigte, desto erstaunter war ich, wie wenig selbst die vermeintlich besten Interpreten verstanden. Was der eine Fachmann für ein simples Werk über die Schrift des alten Hebräischen war, das verstanden andere als magisches Werk, mit dessen Hilfe man Leben erzeugen konnte. Was einige für verklausulierte Vorschriften für ein gottgefälliges Leben hielten, das sahen andere als Entschlüsselung der hebräischen Buchstaben als geheime Zeichen für verborgene Botschaften.

Besonders intensiv interpretiert wird »Sefer Je(t)zira« schon seit Jahrhunderten. Handelt es sich bei dem geheimnisvollen Werk um einen philosophischen Text, um eine Abhandlung über Grammatik oder um einen Leitfaden für den Wanderer in spirituellen Welten? Geht es um Magie oder Meditation? Oder muss man »Sefer Je(t)zira« als »meditativen Text mit starken magischen Elementen« ansehen? Im Meer von zum Teil schwer oder selbst für den in Sachen Mythologie gut Informierten unverständlichen Texten versteckt tauchen immer wieder für uns seltsam klingende Namen von fremden Planeten-Welten auf.

Die Lang-Version des Sefer Jezira benennt, wie uns der Zohar-Experte Aryeh Kaplan mitteilt, sieben Planeten auf (3): »Adamah, Tevel, Nashiyah, Tzaya, Chalad, Eretz, Gai«. Aryeh Kaplan weiter: »Eine andere Quelle (4) gibt sie an als: Eretz, Adamah, Arkah, Gey, Tzaya, Nasya, Tevel. Eine weitere alte Quelle (5) listet auf Eretz, Adamah, Arka, Chariva, Yabasha, Tevel, Chalad.« Je gründlicher in den mysteriösen alten jüdischen Quellen nach diesen fremden Erden suchte, desto mehr entdeckte ich. In einem weiteren Manuskript des Sefer Jezira stieß ich auf eine weitere Auflistung der sieben Planetenwelten (6): »adama, arqa, tevel, neshija, zija, heled, erez«. Es tauchen verschiedene Listen mit den Namen der fremden Erden auf. Sie stimmen teilweise überein, sind aber nie wirklich identisch. Irritiert musste ich Verwirrendes feststellen: Es fällt auf, dass sich die Quellen uneins über die Namen der sieben fremden Planetenwelten sind.

Sie lassen aber keinen Zweifel an der Existenz fremder Planetenwelten im Universum aufkommen! Wer auch den Zohar verfasst haben mag, der war von der Existenz von anderen »Erden«, auf denen andere »Menschen« leb(t)en überzeugt. Meine intensiven Recherchen wurden belohnt. Offen gesagt: Ich suchte nach Fakten, nicht nach vieldeutiger Tiefgründigkeit und hatte Erfolg: Ich entdeckte nicht nur eindeutige Hinweise in den geheimen Schriften von Kabbala-Zohar, sondern sehr konkrete Angaben zu den Bewohnern jener fremden Welten. Im Lauf vieler Jahre notierte ich konkrete Angaben zu fremden Planeten auf Karteikarten und sortierte meine Entdeckungen. 

Bereits vor über einem halben Jahrhundert stellte Erich von Däniken (*1935) eine spannende Faktensammlung zusammen: Informationen zu fremden Planetenwelten in der geheimnisvollen Kabbala (7):

»Die sieben anderen Welten der Kabbala werden – bei wechselnden Bezeichnungen für die gleiche Sache – mit ihren Bewohnern sehr anschaulich beschrieben. Hier also Kabbala – Auszüge, die ich sinngemäß wiedergebe:
Die Bewohner der Welt von ›Geh‹ säen und pflanzen Bäume. Sie essen alles vom Baum, kennen aber keinen Weizen und keinerlei Getreide. Ihre Welt ist schattig, und es gibt viele große Tiere dort.
Die Bewohner der Welt von ›Nesziah‹ essen Sträucher und Pflanzen, die sie nicht säen müssen. Sie sind von kleinem Wuchs, und haben anstelle der Nasen nur zwei Löcher im Kopf, durch welche sie atmen. Sie sind sehr vergeßlich, und wissen bei einer Arbeit oft nicht, weshalb sie sie begonnen haben. Auf ihrer Welt sieht man eine rote Sonne.
Die Bewohner der Welt ›Tziah‹ müssen nicht essen, was andere Wesen essen. Sie suchen immer nach Wasseradern. Sie sind sehr schön von Angesicht, und haben mehr Glauben als alle anderen Wesen. Auf ihrer Welt gibt es große Reichtümer und viele schöne Bauwerke. Der Boden ist trocken, und man sieht zwei Sonnen.
Die Bewohner der Welt von ›Thebel‹ essen alles aus dem Wasser. Sie sind allen anderen Wesen überlegen, und ihre Welt ist in Zonen aufgeteilt, in denen sich die Bewohner durch Farbe und Gesichter unterscheiden. Sie machen ihre Toten wieder lebendig. Die Welt ist weit von der Sonne weg.
Die Bewohner der Welt von ›Erez‹ sind Nachfahren von Adam.
Die Bewohner von ›Adamah‹ sind auch die Nachfolger von Adam, weil Adam sich über die Trostlosigkeit auf ›Erez‹ beklagte. Sie bebauen die Erde und essen Pflanzen, Tiere und Brot. Sie sind meist traurig und bekriegen sich oft. Es gibt auf dieser Welt Tage, und die Gruppierungen der Gestirne sind sichtbar. Früher wurden sie oft von Bewohnern der Welt von ›Thebel‹ be-sucht, doch die Besucher wurden auf ›Adamah‹ von Gedächtnisschwäche befallen und wußten nicht mehr, woher sie kamen.
Die Bewohner der Welt von ›Arqa‹ säen und ernten. Ihre Gesichter sind verschieden von unseren Gesichtern. Sie besuchen alle Welten und sprechen alle Sprachen.«

Fußnoten
(1) Koran, Sure 65, 12
(2) Terhart, Franjo: »Kabbala/ Die jüdische Mystik«, Hannover 2007, S. 25, linke Spalte oben
(3) Kaplan Aryeh: »Sefer Yetzirah: The Book of Creation in Theory and Practice«, eBook, revidierte Fassung, 7. Auflage, San Francisco 1997, Seite 187, Position 3484. Hinweis: Das eBook führt den Planeten Chalad doppelt auf. Den offensichtlichen Fehler habe ich korrigiert.
(4) Ebenda, Fußnote 72: »VaYirka Rabbah 29:11, Pirkey Rabbi Eliezer 18 (43a), BaMidbar Rabbah 3:8. Cf. Raziel 15b (43), 36a (122)«
(5) Ebenda, Fußnote 73: »Otzar HaShem, ad loc., Avot Rabbi Nathan 37«
(6) Herrmann, Klaus (Herausgeber/ Übersetzer): »Sefer Jezira – Buch der Schöpfung«, Verlag der Weltreligionen im Insel Verlag, 1. Auflage 2008, Leipzig 2008. Hier wird als Quelle angegeben: »Sefer Jezira, Ms. Vatikan 299 §§ 43B«
(7) Däniken, Erich von: »Zurück zu den Sternen/ Argumente für das Unmögliche«, Düsseldorf 1969, 201.-250. Tausend, S. 236, 11. Zeile von unten – S. 238, 13. Zeile von unten. Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen und nicht der Rechtschreibreform angepasst.

Zu den Fotos
Foto 1: Der Babylonische Talmud, Titelblatt der Wilnaer Ausgabe (1880-1886). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Sefer Jezira. Cover. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein

525. »Kain und der blinde Jäger«,
Teil 525 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 9. Februar 2020

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Sonntag, 27. Oktober 2019

510. »Als Eva noch eine Göttin war«

Teil 510 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

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Foto 1: »Als Eva noch eine Göttin war«. –
Erfolgstitel von Walter-Jörg Langbein
Die Geschichte von Adam und Eva ist die bekannteste der Bibel überhaupt. Auch der Koran kennt Adam. Im Koran werden die Menschen »Kinder Adams« genannt. In der Sure Al-Isra‘ (1) lesen wir: »Und wir waren gegen die Kinder Adams huldreich und haben bewirkt, dass sie auf dem Festland (von Reittieren) und auf dem Meer (von Schiffen) getragen werden, (haben) ihnen (allerlei) gute Dinge beschert und sie vor vielen von denen, die wir (sonst noch) erschaffen haben, sichtlich ausgezeichnet.«

Altes Testament und Koran bieten ganz ähnliche »Urgeschichte« der Menschheit, es gibt aber einen wesentlichen Unterschied. Der Gott des Alten Testaments setzt Adam als Gärtner ins Paradies. Der Adam des Korans freilich spielt eine sehr viel dominantere Rolle als sein jüdisches Pendant. Der Gott des Korans verkündet den Engeln vor der Erschaffung Adams, dass er den ersten Menschen als »chalīfa« einsetzen werde. Während meines Studiums der evangelischen Theologie in Erlangen, aber auch in Göttingen, hatte ich immer wieder Gelegenheit, mich mit Muslimen über die Problematik der richtigen Übersetzung des Korans zu unterhalten. Ein konkretes Beispiel: Adam bekommt von Allah die Position eines »chalīfa«. Wie aber übersetzt man »chalīfa« ins Deutsche? Ein »chalīfa« ist im Arabischen gewöhnlich ein »Stellvertreter« oder »Nachfolger«. Beide Ausdrücke tauchen in unterschiedlichen Übersetzungen auf. Rudi Paret (*1901; †1983)  formuliert es so (2): »

Ich werde auf der Erde einen Nachfolger einsetzen!« Die angeblich wortgetreue Übersetzung von Dr. Ullmann bietet an (3): »Ich will auf Erden einen Statthalter setzen.« Was also war Adam? »Nachfolger« oder »Statthalter«? Ich bin versucht, den Adam des Korans als eine Art »Papst« zu sehen, als »Stellvertreter« Gottes auf Erden. Diese hohe Stellung Adams in der Schöpfung nach dem Verständnis des Korans erklärt die Dominanz des Mannes im Weltbild der Muslime.

Die Engel sind von dieser Idee ganz und gar nicht begeistert und warnen Gott (3): »Willst du auf ihr (auf der Erde) jemand einsetzen, der auf ihr Unheil anrichtet und Blut vergießt … ?« Offensichtlich lässt such Allah nicht von seinem Vorhaben abbringen und schlägt die mahnenden Worte der Engel in den Wind.  Betrachtet man die Weltgeschichte bis in die Gegenwart, so kann man nur konstatieren, dass sich die Prophezeiung der Engel bewahrheitet hat. Der Mensch richtet auf Erden in der Tat Unheil an und vergießt Blut.

Foto 2: Adam nach Albrecht Dürer. 
Briefmarke Vereinigte Arabische Emirate
(1971)
Im Alten Testament (4) wie im Koran (5) darf Adam die Tiere benennen. Mit dem Beim-Namen-Nennen erhält Adam, das ist eine uralte magische Vorstellung, Macht. Diese magische Vorstellung findet sich noch im Märchen von Rumpelstilzchen, der seine Macht verliert, sobald man ihn beim Namen nennt.

Im Koran benennt Adam nicht nur alle Dinge, er ruft auch die Engel, so wie von Gott befohlen beim Namen (6): »Er (Gott) sprach: ›O Adam, nenne ihnen ihre Namen!‹« Somit steht Adam über den Engeln, die sich, wieder auf Geheiß Gottes, vor Adam zu Boden werfen müssen. Das tun alle Engel, mit Ausnahme des hochmütigen Iblis. Iblis will Allah beweisen, dass die Menschen unwürdig sind, so dass man von ihm nicht erwarten kann, sich demütig vor den Menschen zu Boden zu werfen. Allah willigt ein und Iblis darf bis zum Jüngsten Tag versuchen zu beweisen, dass der Mensch unwürdig ist (7).

Die Geschichte von Adam und Eva ist die bekannteste der Bibel überhaupt. Auch der Koran kennt Adam. Im Koran werden die Menschen »Kinder Adams« genannt. Im Alten Testament wie im Koran wird Adam von Gott geschaffen. Freilich sind Adam und Eva sehr viel älter als der Koran und das Alte Testament. Nehmen wir die Spur auf!

Adam erhebt sich im Alten Testament über Eva. So wie er alle Tiere benennt und so Macht über sie erhält, so benennt er auch seine Frau (8): »Und er rief, Adam, einen Namen seiner Frau: Chawa, denn sie wurde die Mutter aller Lebenden.«

Foto 3:
Eva nach Albrecht Dürer.
Wirklich verständlich ist diese Erklärung für den Bibelleser nicht. Es drängt sich doch die Frage auf, wieso Adam seine Frau »Eva« genannt haben soll,  weil sie »die Mutter aller, die da leben« wurde. Der deutsche Text gibt keine Erklärung.

Die »Hoffnung für Alle«-Ausgabe der Bibel versucht dem Laien den Zusammenhang zu verdeutlichen, indem eine »Übersetzung« von »Eva« angeboten und in Klammern eingefügt wird: »Adam gab seiner Frau den Namen Eva (›Leben‹), denn sie sollte die Stammmutter aller Menschen werden.«

»Eva«, so meint der Laie verstehen zu müssen, heißt also Leben. Und weil Eva die »Stammmutter aller Menschen« wurde, nannte ihr Mann Adam sie in prophetischer Weitsicht »Eva«, eben »Leben«.
Die Brisanz des Originaltextes geht allerdings in sämtlichen Übersetzungen verloren. Im hebräischen Original steht nämlich, wortwörtlich ins Deutsche übertragen: »Und der Mann nannte seine Frau Eva, denn sie war die Mutter aller lebenden Dinge/ alles Lebendigen.« Im Originaltext ist Eva nicht nur Stammmutter aller künftigen Menschen, sondern alles Lebendigen. Dazu gehören nach uralter Vorstellung die Pflanzen, die Tiere, die Menschen – und die Götter. Eva erhält also ihren Namen, weil sie als wirkliche Urmutter von Tieren, Menschen und Göttern und nicht nur von den Menschen angesehen wurde!

Was vordergründig als eine sprachwissenschaftliche Haarspalterei erscheinen mag, birgt geradezu die Brisanz eines Sakrilegs: Eva war demnach weit mehr als die erste Frau und Mutter aller Menschen, die nach ihr lebten. Sie war die »Mutter alles Lebendigen«. Sie trug damit einen uralten Ehrentitel, den es schon im Sumerischen gab, lange bevor die Bibel geschrieben wurde. »Eva« entspricht der sumerischen Göttin »nin.ti«. »Nin.ti« wurde nicht nur »Herrin des Lebens«, sondern auch »Herrin der Rippe« genannt. Das sumerische »Herrin der Rippe« lässt sich auch mit »Herrin/ Göttin, die Leben erschafft« übersetzen!

Jetzt erscheint die Aussage der Bibel, dass Eva aus Adams Rippe kreiert wurde, in ganz anderem Licht! Eva, die Urmutter alles Lebendigen, war ursprünglich viel mehr als die erste Frau. Sie war eine Göttin, die alles Leben schuf!

Foto 4:  Eva greift nach dem Apfel,
Fotomontage nach einem Motiv
von Maarten van Heemskerck.

Wie Eva wurde die Göttin Ninhursag (alias »Mami« und »Nintu«) auch »Mutter alles Lebenden« genannt, das allerdings schon Jahrtausende vor Entstehung der Bibel. Göttin Ninhursag trug eine Art Ehrentitel: wahre und große Herrin des Himmels. Klingt das nicht auch nach Maria, Jesu Mutter, genannt die »Gottesmutter«?

Eva ist die zum Menschen degradierte einstige »Göttin der Rippe«, die alles Leben schuf. Sie ist die von den biblischen Theologen entmachtete Göttin Ninhursag der Sumerer, die einst als mächtige Erd- und Muttergottheit angebetet wurde. Als Göttin der Fruchtbarkeit bestimmte sie über das Schicksal der Erde. In Tempel-Hymnen wird sie als »wahre und große Herrin des Himmels« gepriesen.

Foto 5: Eva nach
Lucas Cranach d.Ä.
Professor Isaac M. Kikawada (*1937; †2018) war an der Universität von Berkeley, Kalifornien, Experte für die Urgötter des Nahen Ostens. Er veröffentliche die fundierten theologische Bücher »Jesus in the Gospels« (Jesus in den Evangelien) und »Before Abraham was« (Bevor es Abraham gab). Übersetzungen ins Deutsche liegen leider nicht vor. Wirklich brisant sind seine Forschungsergebnisse über Eva, die er im »Journal of Biblical Literature« veröffentlichte. Damit hätte er weltweit heftigste Diskussionen auslösen müssen. Aber anscheinend nimmt man in der »wissenschaftlichen Theologie« kontroverse Meinungen offiziell überhaupt nicht zur Kenntnis, auch dann nicht, wenn sie aus seriöser Quelle stammen. Prof. Isaac Kikawada identifizierte Eva als die Göttin Mami, als die »Herrin aller Götter«.

In der Welt des Vorderen Orients gab es eine Vielzahl von Göttinnen. Genauer gesagt: Es sind unzählige Namen von Göttinnen überliefert, die eine ganz besonders große Rolle in den Glaubenswelten der Menschen gespielt haben müssen. Verfolgen wir die Spur der Göttinnen zurück in die graue Vorzeit! Rasch erkennen wir, dass sie alle einen gemeinsamen Ursprung haben. Am Anfang war nicht der männliche Schöpfergott. Am Anfang war nicht der männliche Urheber allen Seins, sondern die Göttin. Vielfältig wie die unterschiedlichen Namen der Göttinnen, scheinen auchdie ältesten Überlieferungen über den Ursprung allen Seins zu sein.

Foto 6:
Die legendäre
sumerische Göttin
Ninhursag.
Der Schein aber trügt, wie der Anthropologe, Orientalist und Bibelforscher Raphael Patai (*1910; †1996), feststellt (9): »Die ältesten Antworten auf die berühmte Frage nach dem Woher wiederholen immer wieder in mannigfaltiger Form die gleiche Idee: Es war der Körper der Urgöttin, aus dem entweder das Weltenei erschien oder aus dem die Erde geboren wurde. Oder es war der Körper der Göttin selbst, aus dessen Materie die Erde geformt wurde. So beginnen die ältesten Kosmologien mit der Urgöttin.« Schon 1930 kam der Theologe Wilhelm Schmidt (*1868; †1954) in seinem Werk  »Ursprung und Werden der Religion« zur Erkenntnis, dass uralte Kulturen das höchste Wesen häufig als Göttin sahen. Schmidt, ein deutsch-österreichischer römisch-katholischer Priester, Religionswissenschaftler, Sprachwissenschaftler und Ethnologe, war weltweit geachteter Theologe im besten Sinne des Wortes. Er blickte weit über den Tellerrand der eigenen Konfession hinaus.

Die »Urgöttin« Eva, die »Mutter alles Lebenden« wurde mit »Mutter Erde« gleichgesetzt. Im biblischen Buch Hiob (10) wird versteckt noch an das Bild von »Mutter Erde« erinnert: »Nackt kam ich hervor aus dem Schoß meiner Mutter; nackt kehre ich dahin zurück.« Zunächst denkt man an die menschliche Mutter, die das nackte Baby gebiert. Doch im zweiten Teil des Satzes ist vom Tod die Rede: Als nackter Leichnam kehrt der Tote nicht in den Leib seiner irdischen Mutter, sondern in den »Leib« der Erde zurück. Der Tote wird im Erdreich bestattet. Die Erde wird ganz klar als »Schoß der Mutter« bezeichnet, in den der Mensch zurückkehrt. Die verborgene Botschaft lautet also: Mutter Erde hat den Menschen geboren und nimmt ihn nach seinem Tode wieder auf. Sollte man gar einen Schritt weiter gehen können? Spielt der Hiob-Satz auf die Lehre von der Wiedergeburt an: Der Mensch wird geboren, stirbt, aber um wieder geboren zu werden?

Zur vertiefenden Lektüre empfohlen…
Walter-Jörg Langbein: »Als Eva noch eine Göttin war: Die Wiederentdeckung des Weiblichen in der Bibel – Verborgenes Wissen in biblischen Schriften, verbotenen Büchern und sakralen Kunstwerken«, Groß-Geruau 2015; >> amazon

Foto 7: »Als Eva noch eine Göttin war«. –
Erfolgstitel von Walter-Jörg Langbein

Fußnoten
(1) Übersetzung von Paret, Rudi: »Der Koran/ deutsche Übersetzung«, Stuttgart 1979, 2. Auflage, eBook-Version
Sure 30, Vers 70
(2) Ebenda, Sure 2, Vers 30
(3) »Der Koran/ Aus dem Arabischen wortgetreu übersetzt und mit erläuternden Anmerkungen versehen von Dr. L. Ullmann«, Paderborn, ohne Jahresangabe, Seite 21, 9.+10. Zeile von unten
(4) 1. Buch Mose Kapitel 2, Vers 18
(5) 2. Sure, Vers 31. Im Koran darf Adam nicht nur die Tiere, sondern alles, alle Dinge, benennen.
(6) 2. Sure, Vers 32
(7) 38. Sure, Verse 79+80
(8) 1. Buch Mose, Kapitel 3, Vers 20, in meiner wortwörtlichen Übersetzung aus dem Hebräischen.
(9) Patai, Raphael: »The Hebrew Goddess«, 3., erweiterte Auflage, Detroit,
Michigan, USA, 1990
(10) Hiob, Kapitel 1, Vers 21

Zu den Fotos
Foto 1: »Als Eva noch eine Göttin war«. – Erfolgstitel von Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Adam nach Albrecht Dürer.  Briefmarke Vereinigte Arabische Emirate 1971. Foto: Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Eva nach Albrecht Dürer. Foto: Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4:  Eva greift nach dem Apfel, Fotomontage nach einem Motiv von Maarten van Heemskerck. Foto: Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Eva nach Lucas Cranach d.Ä. Foto: Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Die legendäre sumerische Göttin Ninhursag. Foto: Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 7: »Als Eva noch eine Göttin war«. – Erfolgstitel von Walter-Jörg Langbein



511. »Als Adammu vom Himmel stieg«,
Teil 511 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 3. November 2019



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Sonntag, 29. September 2019

506. »Die 3. Schöpfungsgeschichte«

Teil 506 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Das »Alte Testament der Bibel« wartet mit drei Schöpfungsgeschichten auf. Man kann auch von Mythen sprechen. Die älteste Schöpfungsgeschichte, die wir im »Alten Testament« lesen können, entstand zwischen 1200 und 900 vor Christus. Wir finden sie im 1. Buch Mose, allerdings nicht am Anfang, wie man vermuten sollte. Die jüngere Schöpfungsgeschichte steht vor der älteren. Die älteste steht hier: 1. Buch Mose Kapitel 2,  Verse 4 bis 25. Sie entstand zwischen 1200 und 900 vor Christus. 

Als sie geschrieben wurde, verließen verschiedene semitische Stämme die Wüste Sinai und wanderten in das Kulturland Kanaan ein. Nach und nach entstand das Volk Israel als eine zusammengehörige Einheit. Die einzelnen Nomadengruppen waren glücklich ob ihres günstigen Schicksals. Sie waren der Wüste entronnen. Das satte Kulturland Kanaan, in das sie mit mehr oder weniger Gewalt drängten, erschien ihnen wie ein Paradies.


Foto 1: Ebstorfer Weltkarte, entstanden um 1300

So entstand die Beschreibung des Garten Eden (1): »Und Gott der Herr pflanzte einen Garten gegen Morgen....und allerlei Bäume, lustig anzusehen...und es ging aus von Eden ein Strom zu wässern den Garten...und das Gold des Landes ist köstlich.«

Die zweite, mittlere Schöpfungsgeschichte finden wir an eigentlich unvermuteter Stelle: bei den Psalmen, exakter: als Psalm 104, der etwa 600 v. Chr. entstand. Seit der ersten Geschichte sind inzwischen Jahrhunderte verstrichen. Inzwischen gibt es längst ein Volk Israel. Der Staat Judäa hat sich gebildet. Israel ist eine völkische Einheit, das Leben wird von religiösem Kult bestimmt. Das Volk empfindet großes Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Zeiten, da verschiedene Nomadengruppen erst noch zueinander finden mussten, ist vorbei.

Die Form des Textes ist sehr wichtig: Er ist als hymnischer Lobpreis gestaltet, was Zeugnis dafür ablegt, dass sich eine stabile religiöse Gemeinschaft gebildet hat. Im Gegensatz zur ersten, ältesten Schöpfungsgeschichte, steht der Mensch jetzt nicht mehr im Zentrum. Die Schöpfung selbst spielt die Hauptrolle schlechthin, in jenem Stück Literatur von Weltrang. Sie wird in ihrer Vielfältigkeit erfasst. Es wird die Weite des Himmels gelobt, die hohen Berge werden ebenso erwähnt wie die tiefen Täler, zahllose Tiere werden genannt.

Die dritte, jüngste Schöpfungsgeschichte schließlich ist die, die die meisten Menschen als die Schöpfungsgeschichte schlechthin verstehen! Sie steht ganz am Anfang des »Alten Testaments« (Siehe Folge 505!)

587 v. Chr. ist der Tempel zerstört worden. Man hat ihn inzwischen wieder aufgebaut. Die geistige Elite des Volkes Israel hat die schlimme Zeit der babylonischen Gefangenschaft hinter sich gebracht. Gerade diese trostlosen Zeiten fern der geliebten Heimat waren von enormem Einfluss auf das Volk Israel.

Während der Gefangenschaft, also in jenen Jahren, da Hesekiel mysteriösen Erlebnisse hatte, kamen viele Israeliten mit einer neuen Denkungsart in Berührung: mit der Wissenschaft. Während im ältesten Schöpfungsmythos der einzelne Mensch Gott gegenübersteht, wird in der zweiten Geschichte, also in Psalm 104, Gott mit der Gemeinschaft der Prediger und der Betenden konfrontiert.

In der dritten Schöpfungsgeschichte finden wir einen universalen Gott, einen Schöpfer, der sich bei Übersetzung des Originaltexts freilich als eine Ansammlung von Göttern entpuppt.

Wir können uns getrost auf die Suche nach dem Paradies machen. Wo mag es gelegen haben?  Das Wort »Paradies« findet sich nicht im Originaltext. »Paradies« lässt sich vom Persischen ableiten, von »pardes«, was so viel wie Garten heißt. Eden ist sumerischen Ursprungs und bedeutet Ebene. Der Text der dritten Schöpfungsgeschichte im Alten Testament lässt vermuten, dass es sich bei dem Paradies um eine Ebene handelt, in der das Grün von Wiesen dominiert. Wo lag dieses Eden? Wo lag das Paradies?

Foto 2: Der »Garten Eden«,
Hieronymus Bosch,
entstanden etwa 1500 (Ausschnitt)

Die alten Sumerer waren ebenso davon überzeugt, dass es das Paradies, den Garten Eden, wirklich gegeben hat. Die Sumerer beschrieben das Paradies auf Jahrtausende alten Keilschrifttafeln als »Dilmun«. »Dilmun« und »Eden« sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit miteinander identisch.

Das Alte Testament verrät, dass aus jenem Gewässer, das im Paradiese fließt, vier Flüsse werden (2): »Es entspringt aber ein Strom in Eden, den Garten zu bewässern, von da aus teilt er sich in vier Arme: der erste heißt Pischon, das ist der, welcher das ganze Land Chawila umfließt, wo das Gold ist. Und das Gold jenes Landes ist köstlich, auch Balsamerz und Karneolsteine sind dort vorhanden. Der zweite Fluss heißt Gischon: das ist der, welcher das ganze Land Kusch umfließt. Der dritte Fluss heißt Hildekkel, das ist der, welcher östlich von Assur fließt. Der vierte Fluss trägt den Namen Euphrat.«

Laut dem Text des Alten Testaments entspringt im  Paradies ein Fluss, der sich   vierteilt, in vier Flüsse mündet. Diese vier Flüsse hat man schon viele Jahrhunderte lang gesucht. Hildekkel wurde von verschiedenen Paradiesforschern als Tigris-Fluss identifiziert. Übersetzer fügten den Namen, der im hebräischen Original nirgendwo auftaucht, einfach ein, ließen den alten Namen einfach unter den Tisch fallen. War das ein  legitimer Vorgang?

Euphrat und Tigris fließen im Wesentlichen von Norden nach Süden. Wenn die beiden Flüsse einer gemeinsamen Quelle entstammen, dann müsste das Paradies nördlich vom Zweistromland zu finden sein. Andererseits heißt es aber (3), das Paradies habe sich im Osten befunden. In den Osten habe Gott die ersten Menschen gebracht. Andererseits haben sich die Menschen, nachdem sie aus dem Paradies vertrieben worden waren, im Osten niedergelassen. müsste es dann nicht im Westen gelegen haben? (4)

Bevor Sie sich, liebe Leserin und lieber Leser, aufmachen, um das Paradies zu suchen, nehmen Sie sich noch etwas Zeit für meine wortgetreue Übersetzung der 3.Schöpfungsgeschichte! Danke!

1. Buch Mose, Kapitel 2, Verse 4-25

Foto 3: »Der Garten Eden«.
Lukas Cranach der Ältere,
entstanden um 1530 (Ausschnitt).

4) Das sind die Berichte der Schaffung des Himmels und der Erde: ihr Erschaffensein am Tage des Erschaffens, Jahwe, Elohim (=Götter), Erde und Himmel.

5) Und alle Sträucher des freien Feldes noch nicht sie sind auf der Erde und alle Kräuter noch nicht auf dem Felde sprießen sie. Ja, nicht er ließ regnen, Jahwe, Elohim (=Götter), auf die Erde und auf Adam, nicht sein um zu arbeiten auf dem Land.

6) Und Wasserstrom, er steigt auf von dem Lande, er netzte ganz das Antlitz des Ackerlandes.

7) Und er formte, er, Jahwe, Elohim (=Götter), den Adam, Staub von dem Ackerland, und er blies in seine Nasenlöcher den Hauch des Lebens und er wurde, der Mensch, zu einem lebenden Wesen.

8) Und er spannte auf, Jahwe, Elohim, einen Garten in Eden in Richtung Osten und er setzte den Menschen, den er geformt hat, hinein.

9) Und er brachte zu Sprießen, er, Jahwe, Elohim, aus dem Erdenland die Gesamtheit der Bäume, begehrenswert dem Gesicht und gut hinsichtlich des Geschmackes und den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.

10) Und ein Fluss kam heraus aus Eden um zu tränken den Garten und teilt sich dort und er wurde zu vier Häuptern.

11) Der Name des ersten: Pischon, er umfließt das ganze Land Chawilah wo das Gold.

12) Und das Gold des Landes: gut. Dort das Bedellionharz und den Stein Karneol.

13) Und der Name des zweiten Flusses: Gichon, er umgibt das ganze Land Kusch.

14) Und der Name des dritten Flusses: Hidächäl, er fließt östlich von Assyrien, und der Fluss, der vierte, er der Perat.

15) Und er, Jahwe, Elohim, nahm den Adam und er setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bearbeite und bewache.

16) Und er befahl, Jahwe, Elohim, dem Adam, wie folgt: von allen Bäumen des Gartens ein Essen du isst.

17) Und der Baum der Erkenntnis (oder des Wissens/ des Könnens/ der Einsicht) des Guten und des Bösen nicht sollst du essen von ihm, denn an dem Tag deines Essens von ihm ein Sterben du sterben wirst.

18) Und er sprach, Jahwe, Elohim, nicht gut zu sein (für?) Adam sein Alleinsein; ich mache ihm einen Helfer, der ihm gegenüber sei.

19) Und er formte, Jahwe, Elohim, aus dem Ackerboden alle Tiere des freien Feldes und alle Vögel des Himmels. Und er brachte sie zum Menschen, damit er (Gott) sehe, wie er (Mensch) sie ruft. Und so wie er sie nennen würde, so sollten sie heißen.

20) Und er rief, der Mensch, die Namen, dem Vieh allem und allen Vögeln des Himmels und allen Wesen des Feldes und dem Adam nicht fand er einen Helfer als passend zu ihm.

Foto 4: »Der Garten Eden«.
Lukas Cranach der Ältere,
entstanden um 1530 (Ausschnitt).

21) Und er ließ fallen, Jahwe, Elohim, Tiefschlaf über den Menschen und er (der Mensch) schlief ein und er (Jahwe, Elohim) nahm eine von seinen Rippen und er verschloss an ihrer Stelle (mit) Fleisch.

22) Und er baute, er, Jahwe, die Rippe, die er genommen hat aus dem Adam, zu einer Frau und er brachte sie Adam.

23) Und er sprach, Adam: das Knochen von meinen Knochen und Fleisch von meinem Fleisch, sie wird genannt Männin, ja! Weg vom Mann eine genommene diese.

24) Deshalb er wird verlassen, er, ein Mann, seinen Vater und seine Mutter und er wird festhalten an seiner Frau und sie werden sein ein Fleisch.

25) Und sie waren, ihre Zweizahl (noch wörtlicher: Und sie waren sie beide, sie zwei) nackt, der Adam und seine Frau und nicht schämten sie sich.

Fußnoten
(1) 1. Buch Mose Kapitel 2 Vers 8 bis Vers 12
(2) 1. Buch Mose Kapitel 2 Verse 10-14
(3) 1. Buch Mose Kapitel 2 Vers 8
(4) »Wo lag das Paradies?«, »Das Neue Zeitalter«, Nr. 39/ 1986

Zu den Fotos

Foto 1: Ebstorfer Weltkarte, entstanden um 1300. Gemeinfrei
Foto 2: Der »Garten Eden«, Hieronymus Bosch, etwa 1500 (Ausschnitt). Gemeinfrei
Fotos 3 und 4: »Der Garten Eden«. Lukas Cranach der Ältere, entstanden um 1530 (Ausschnitt). Gemeinfrei.


507. »Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies«
Teil 507 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 6. Oktober 2019



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