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Sonntag, 21. Februar 2021

579. »Sagen, Legenden und die Genschere (Gen-Schere)«

 

Teil 579 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

»Man darf das Unwahrscheinliche
nicht mit dem Unmöglichen verwechseln!«
Sherlock Holmes (1)


                                            Foto 1: »Mittelalterliches Weltbild«,
                                            Holzschnitt, um 1530.
                                            Collage, koloriert, gespiegelt.

Die Vergangenheit zu erforschen, das ist eine faszinierende Aufgabe. Auf jeden Suchenden warten schienbar unendlich viele Details, die zu einem Mosaikbild zusammengefügt werden müssen. Bei einem Puzzle stehen uns immer Einzelteilchen zur Verfügung, die – so man sie zusammenfügt – ein Bild ergeben. Die Erforschung der Vergangenheit gestaltet sich freilich wesentlich komplizierter. Da gibt es eine Vielzahl von Bruchstücken, die eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Bildern ergeben. Anders als beim Puzzle kennen wir im Vorfeld nicht das Bild, das wir zusammenstellen wollen. Und wir wissen nicht, welche Teilchen zu welchem Bild gehören. So besteht ein erhebliches Risiko, weil wir Elemente, die gar nicht zusammen gehören zu einem falschen Bild zusammenstellen.

So verdienstvoll die verschiedenen Schulwissenschaften bei der Erforschung der Vergangenheit sind, so scheinen sie doch in erster Linie vorgefasste Meinungen bestätigen zu wollen. Anders ausgedrückt: Schulwissenschaftler neigen dazu, die Mosaiksteinchen der Vergangenheit immer so zusammen zu fügen, dass immer wieder das gewünschte Bild entsteht. Das Unwahrscheinliche wird dann mit dem Unmöglichen verwechselt und bei der Erforschung der Vergangenheit als Lösung von Problemen erst gar nicht in Erwägung gezogen. Folgen wir Sherlock Homes‘ Prinzip, das Unwahrscheinliche nicht mit dem Unmöglichen zu verwechseln. Dann sind wir dazu in der Lage, auch noch so fantastisch anmutende, reale Bilder von realen Ereignissen in der fantastischen Vergangenheit zu entdecken. Nutzen wir Hilfsmittel, um in die Vergangenheit zu reisen!

Monika Detering schreibt (2): »Die Wurzeln von Sagen und Legenden führen weit zurück in Zeiten, die von Glauben und Intuition geprägt waren. Sie hatten eine wichtige Funktion im Alltag der Menschen vor vielen hundert Jahren, sie wurden erzählt und weitergegeben. … Sagen sind – anders als Märchen – Geschichten, die sich um reale Geschehnisse ranken. Fantasievoll ausgeschmückt, mit wunderbaren und fantastischen Elementen versehen, aber sprachlich einfach gehalten. Da es an Wissen um rationale Erklärungen mangelte, wurden Sagen mit Fantasie und Übernatürlichem angereichert.«

In der Schulwissenschaft von heute hat Intuition weitestgehend keinen Platz. Nach wie vor sieht man einen Gegensatz zwischen »Intuition« und »Denken«. Nur Denken darf als Werkzeug genutzt werden, um wissenschaftlich zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.

Was aber ist »Denken«? Wie denkt man? Wie darf, muss man denken? Die heute noch gültige Definition, sprich Eingrenzung, ist schon längst überholt, auch wenn Schulwissenschaftler das nicht zur Kenntnis nehmen wollen oder können. James Lovelock (*26.07.1919) hat einen sehr viel breiter angelegten Begriff von Logik und Denken. Lovelock sieht keinen Widerspruch zwischen »Denken« und »Intuition«, er benutzt den Ausdruck (3) »intuitiver Denkprozess«. Er moniert, dass (4) »das lineare Denken zum Dogma erhoben« wurde, während gleichzeitig zugelassen wurde und noch wird, »dass die Kraft der Intuition abgewertet wird«.


                                            Foto 2: »Mittelalterliches Weltbild«,
                                            Holzschnitt, um 1530.
                                            Collage, koloriert, gespiegelt.
 

Sagen führen uns weit zurück in der Zeit: zu Schilderungen realer Geschehnisse. Was aber sind Beschreibungen realer Fakten, was schmückende fantastische Elemente aus dem Reich der Fiktion? Je enger unser Horizont ist, desto mehr Überlieferungen werden wir dem Reich der reinen Fantasieprodukte zuordnen.  Je weiter wir unseren Horizont ausdehnen, desto weniger fantastische Fakten bleiben außen vor. Nur wenn wir nicht ausschließen, dass in »grauer Vorzeit« scheinbar Unmögliches Realität gewesen sein kann, haben wir überhaupt die Chance, Spuren fantastischer Wirklichkeiten zu entdecken. Wir müssen aber die Möglichkeit, dass es zum Beispiel in »grauer Vorzeit« fantastisches, eigentlich unmögliches Wissen gab, in unsere Überlegungen einbeziehen. Was wäre, wenn Wissen, das wir uns gerade erarbeiten, bereits in alten Sagen dokumentiert wurde?

Diese Vorstellung kratzt an der Eitelkeit des vermeintlich wissenschaftlich denkenden Jetztmenschen. Nach und nach sammelten unsere Vorfahren Wissen an. Nach und nach entwickelten sie Wissenschaften. Heute, davon hat man überzeugt zu sein, weiß man mehr als gestern und sehr viel mehr als vorgestern. Zu keinem Zeitpunkt der Weltgeschichte, so lautet die Quintessenz dieser Überzeugung, kann man von der Realität mehr verstanden haben als der Jetztmensch. Demnach kann es gestern und vorgestern keinerlei Hinweise auf Wissen gegeben haben, das dem heutigen oder gar einem zukünftigen Stand entspricht. Solche Hinweise aber gibt es sehr wohl.

Strikte Darwinjünger und monotheistische Religionsfanatiker bieten die gleiche angebliche »Wahrheit«: Der Mensch stehe auf der höchsten Stufe der Entwicklung. Evolutionsfanatiker sehen Auswahlprinzip Zufall als treibende Kraft für die Entwicklung an, religiöse Monotheisten meinen das Wirken Gottes voraussetzen zu können. Und nun fängt der atheistisch orientierte Neu-Religionsfanatiker zum Entsetzen der strikten Anhänger monotheistischer Religionen damit an, selbst Gott zu spielen. Was nach herkömmlichen Religionen Gott selbst vorbehalten war, das scheint schon jetzt den führenden Genetikern zu gelingen: der Eingriff in die »Schöpfung«.


                                              Foto 3: »Mittelalterliches Weltbild«,
                                              Holzschnitt, um 1530.
                                              Collage, koloriert, gespiegelt.
 

Professor Dr. Wolfgang Nellen (*1949), ein deutscher Biologe und Professor Emeritus für Genetik am Institut für Biologie der Universität Kassel (5): »Es übersteigt wahrscheinlich die Vorstellungskraft der meisten Menschen, was die Entdeckung und Entwicklung des CRISPR-Cas-Systems in den letzten Jahren an Anwendungen der Gentechnik möglich macht. Mit CRISPR-Cas können punktgenau Veränderungen in jedem beliebigen Genom, einschließlich dem des Menschen vorgenommen werden. In der Forschung ist die Methode zur Routine geworden.«

Emanuelle Charpentier (*11.12.1968) und Jennifer Doudna (*19.2.1964) erhielten 2020 die höchste Auszeichnung, die in der Welt der Wissenschaft vergeben wird, den Nobelpreis. Sie wurden mit dem Chemie-Nobelpreis für eine fantastische Erfindung ausgezeichnet: für ein Werkzeug, das es schon heute geschickten Wissenschaftlern ermöglicht, Gott ins Handwerk zu pfuschen. Mit ihrer »Genschere« (»Gen-Schere«) sind schon heute in der Sterilität eines Labors wahre Wunder möglich (6): »Vereinfacht dargestellt kann mit ihr in einer lebenden Zelle ein bestimmter DNA-Abschnitt angesteuert und (relativ) präzise geschnitten werden. An genau dieser Stelle können einzelne ›Buchstaben‹ (Basen) der DNA ausgetauscht, eingefügt oder entfernt werden. Es ist auch möglich, ganze Gene zu löschen oder hinzuzufügen. Die genetische Information wird umgeschrieben oder ›editiert‹.«

In jeder Zelle befindet sich das »Buch des Lebens«. Jeder Organismus besteht aus schier unendlich vielen Zellen, vergleichbar mit einer Bibliothek mit unendlich vielen Bänden, von denen jeder alle Informationen enthält.  Heutige Wissenschaftler sind schon erstaunlich weit bei der Entzifferung der Texte dieses Buchs. Noch ist die offizielle Wissenschaft sehr zurückhaltend mit der Anwendung des bereits vorhandenen Wissens und der existierenden Werkzeuge. Heute muss man sich nicht mehr damit begnügen zu lesen, mit der »Genschere« kann in das »Buch des Lebens« eingegriffen werden, ja man kann es bereits partiell umschreiben. Mit der »Genschere« (»Gen-Schere«) können, ich wiederhole diese kurze Aussage von zentraler Bedeutung, »einzelne ›Buchstaben‹ (Basen) der DNA ausgetauscht, eingefügt oder entfernt werden«. Diese Realität wird bereits in der Kabbala beschrieben!

Nach dem alten Geheimwissen der Kabbala entstand der Golem mit Hilfe von »Buchstabenmagie«. Mit simpelster »Buchstabenmagie« – durch das Verschieben von Buchstaben des Lebens – kann man gezielt einen männlichen oder weiblichen Golem erzeugen. Nichts anderes geschieht bei der Manipulation der Gene: »Buchstaben« des Lebens werden hin und her geschoben oder ausgetauscht. Wissen um Genmanipulationen vor vielen Jahrhunderten freilich passt nicht in das Mosaik, das die Schulwissenschaft von der Vergangenheit unseres Planeten zusammengestellt hat. Das Bild von der Vergangenheit mag auf den ersten und zweiten Bild schlüssig erscheinen, es ist aber an entscheidenden Stellen fehlerhaft! 

Die Bilder von Vergangenheit und Zukunft ähneln einander auf erschreckende Weise. Leben wird manipuliert: in der legendenhaften Umschreibung der Kabbala, in der wissenschaftlichen Literatur in Sachen »Gen-Schere« und – das wage ich zu behaupten – in der Realität von Geheimlabors unserer Welt. Stephen Hawking (*1942; †2018), der geniale Physiker, forderte einerseits die Einführung von strikten Gesetzen, die eine Anwendung der Genetik am Menschen verbieten. Andererseits aber war er Realist und ging davon aus, dass es genügend Wissenschaftler gibt, die nicht der Versuchung widerstehen können, mit Hilfe der Gentechnik in die »Schöpfung« einzugreifen.

In seinem Buch »Kurze Antworten auf große Fragen« (7) entwickelte Hawking ein Zukunftsbild. Was auf uns zukommt, hat Stephen Hawking als wahres Horrorszenario empfunden. Zunächst, so  prognostiziert Hawking, werde es mit Hilfe der Gentechnik reichen Menschen möglich werden, länger zu leben, klüger und resistenter gegen Krankheiten zu sein. Das ist ohne Zweifel unmoralisch, aber durchaus nachvollziehbar. Wer würde nicht (fast?) alles tun, um so lang wie möglich bei bester Gesundheit leben zu können? 

Mit Gentechnik und künstlicher Intelligenz aber kann, so Hawking, ein Supermensch erschaffen werden, der im Vergleich zu uns Menschen der Gegenwart mehr einem mythologischen Gott als einem sterblichen Menschen gleicht. Der vergleichsweise erschreckend primitive Jetztmensch mag vom Supermenschen der Zukunft als schädlich oder auch nur überflüssig angesehen und im Zuge der optimalen Ausnutzung der Ressourcen unseres Planeten ausgelöscht werden. Stephen Hawking (8): »Unsere Zukunft ist ein Wettlauf zwischen der wachsenden Macht unserer Technologien und der Weisheit, mit der wir davon Gebrauch machen. Wir sollten sicherstellen, dass die Weisheit gewinnt.« Das sollten wir, aber ob uns das gelingt?


 

  

Foto 4: Cover von Monika Detering: »Sagen & Legenden aus Westfalen«, Regionalia Verlag, Daun, 3. Überarbeitete Auflage 2020

Fußnoten
(1) Zitat aus »Wisteria Lodge«, Fernsehfilm (1988) aus der Reihe »The Return of Sherlock Holmes« (1986-1988), »Granada Television«. Originalzitat: »One must not confuse the unlikely with the impossible!« Übersetzung: Walter-Jörg Langbein
(2) Detering, Monika: »Sagen & Legenden aus Westfalen«, Regionalia Verlag, Daun, 3. Überarbeitete Auflage 2020, Seite 9, 9.-15. Zeile
(3) Lovelock, James: »Novozän/ Das kommende Zeitalter der Hyperintelligenz«, München 2020, Seite 123, 1. Zeile von oben
(4) Ebenda, Seite 121, 10.-12. Zeile von oben
(5) Zitiert nach »Die Genschere CRISPR konfrontiert uns mit Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt«
(6) https://1e9.community/t/die-genschere-crispr-konfrontiert-uns-mit-fragen-auf-die-es-keine-einfachen-antworten-gibt/5435?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE
(7) Hawking, Stephen: » Kurze Antworten auf große Fragen«, Stuttgart 2018
(8) Ebenda, Seite 22, 20.-24. Zeile von oben

Zu den Fotos
Fotos 1-3: »Mittelalterliches Weltbild«, Holzschnitt, um 1530. Collage, koloriert, gespiegelt. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Cover von Monika Detering: »Sagen & Legenden aus Westfalen«, Regionalia Verlag, Daun, 3. Überarbeitete Auflage 2020


 




Sonntag, 28. Mai 2017

384 »Gibt es im Dom von Limburg die Darstellung eines UFOs? Teil 4«

»Moses, Aaron, Hesekiel und Daniels ›UFO‹«
Teil  384 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«

- In Memoriam Rolf Streblow † -

Foto 1: Das mysteriöse Gemälde. Foto Streblow

Roman Nickel hat sich durch geradezu detektivische Recherchen, die eines Sherlock Holmes würdig sind, in Sachen »Wurzel Jesse«-Gemälde im Dom zu Limburg verdient gemacht. Roman Nickel schreibt (1):

»Die vier Personen, die die Wurzel Jesse flankieren, sind zwar nicht durch Spruchbändern namentlich bekannt, doch durch die Bibelzitate und die bildliche Darstellung eindeutig zu identifizieren. Es handelt sich um einige der wichtigsten Personen des Alten Testaments. Es sind Propheten, die in direktem Kontakt mit Gott standen und daher eine besondere Verehrung verdienen. Die Zitate zielen eben darauf ab, denn sie sind immer Ausschnitte aus Erfahrungen zwischen dem Propheten und Gott: Gott spricht durch den brennenden Dornbusch zu Moses, Aarons Stab fängt als göttliches Zeichen an zu sprießen, Jesaja und Ezechiel haben Träume/ Visionen von göttlichen Botschaften. Sie können also als Wegbereiter und Ankündiger des Messias verstanden werden und lassen sich auch als solche in diesem Gemälde interpretieren.«

Foto 2: Moses (Limburg)

Beginnen wir mit dem ersten Bild (links oben): Das Zitat auf dem Spruchband lautet: »Rubo ardet et non comiretur Exod.3« 2. Buch Mose 3, 2: »Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde.«

Kein Zweifel: Es geht hier um die mysteriöse Szene »Moses und der brennende Dornbusch«. Kurios: Zunächst spricht der »Engel des Herrn« aus dem Busch, dann der Herr selbst (2. Mose Kapitel 3, Verse 2-6): »Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde. Da sprach er: Ich will hingehen und diese wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt.

Als aber der Herr sah, dass er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Er sprach: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land! Und er sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.«

Foto 3 Aaron (Limburg)

Wenden wir uns dem zweiten Bild links unten zu. Auf dem Spruchband steht: »Virga Aaron qua germinauit Numer 17« Numer bedeutet Numeri, also 4. Buch Mose. Ich zitiere Kapitel 17, Vers 23: »Am nächsten Morgen, als Mose in die Hütte des Zeugnisses ging, da grünte der Stab Aarons, der zum Hause Levi gehört, und die Blüte ging auf und trug Mandeln.«

Foto 4: Aaron, äthiopische Darstellung

Wir müssen den Textzusammenhang beachten. Das Volk der Israeliten befindet sich in der Sklaverei in Ägypten. Erst als Gott die »zehn Plagen« schickt, kann er den Pharao dazu bewegen, »sein Volk« ziehen zu lassen. Was dann folgt wurde in den letzten Jahrzehnten intensivst im Sinne der Präastronautik interpretiert. Das Riesenheer der Flüchtlinge – nach biblischem Bericht mindestens über eine Million Menschen – folgt der »Wolken- und Feuersäule« (2) – dem Flugvehikel der Astronautengötter (2)? Auch die »Speisung mit Manna« (3) ist längst in die Gedankenwelt der Präastronautik übernommen worden. Nach George Sassoon und Rodney Dale wurde Manna mit Hilfe einer Maschine der Astronautengötter produziert (4). Und schließlich folgt das aus präastronautischer Sicht faszinierendste Ereignis des Alten Testaments: Die Ankunft der Flüchtlinge am Berg Sinai (5) und die Landung des biblischen Gottes auf dem Berg Sinai (6):

Foto 5: Landete »Gott« mit so einem Vehikel auf dem Berg Sinai?

»Als nun der dritte Tag kam und es Morgen ward, da erhob sich ein Donnern und Blitzen und eine dichte Wolke auf dem Berge und der Ton einer sehr starken Posaune. Das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak. Und Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen, und es trat unten an den Berg. Der ganze Berg Sinai aber rauchte, weil der Herr auf den Berg herabfuhr im Feuer; und sein Rauch stieg auf wie der Rauch von einem Schmelzofen, und der ganze Berg bebte sehr.«

Ein Zaun muss errichtet werden, zu gefährlich ist es, wenn der Gott des Alten Testaments vom Himmel kommt. Moses begegnet schließlich dem vom Hinmel Herabgekommenen hoch oben auf dem Sinai und empfängt die göttlichen Gebote, die weit über die zehn bekannten hinausgehen und das Leben der Israeliten bis ins Kleinste regulieren (7). Wer nun meint, dass Moses als direkter Verbindungsmann zwischen dem himmlischen Allmächtigen und den Israeliten als absolute Autorität gilt, der irrt sich gewaltig. Noch als Moses die Befehle Gottes entgegennimmt, fällt das Volk vom Glauben ab und wendet sich einem Stiergott zu (8). Die Autorität von Mose und seines Stellvertreters wird angezweifelt. Durch ein »Wunder« bestimmt Gott die Leviten als Diener am Allerheiligsten. Moses wird vom Himmlischen selbst als die Autorität legitimiert, die Abtrünnigen werden von Gott selbst mit dem Tode bestraft (9): »Und Feuer fuhr aus von dem Herrn und fraß die zweihundertfünfzig Männer.«

Das Gemälde von Limburg zeigt im »flankierenden« Bildern links oben Moses im Gespräch mit Gott im brennenden Busch. Das Einzelbild links unten erinnert an das von Gott selbst veranlasste Wunder, das letztlich Moses und Aaron als die Anführer des Flüchtlingsheeres bestätigt. Wenden wir uns dem dritten Einzelbildnis rechts unten zu (Foto 6).

Foto 6: Heskiel

Das Schriftband bietet einen Text, der zunächst seltsam, ja unverständlich anmutet: »Porta haec clausa erit. Ezech 44«  Diese wenigen Worte nehmen Bezug auf Ezechiel Kapitel 44, Vers 2: »Und der Herr sprach zu mir: Dies Tor soll zugeschlossen bleiben und nicht aufgetan werden, und niemand soll dort hineingehen. Denn der Herr, der Gott Israels, ist dort eingezogen; darum soll es zugeschlossen bleiben.«

Auch hier müssen wir den Kontext kennen! Nach NASA-Ingenieur Josef Blumrich sah und beschrieb der biblische Prophet Heskiel vor rund 2500 Jahren  ein außerirdisches Raumschiff: »Die Hauptmerkmale des Raumschiffes zeigen uns einen Flugkörper von überraschend sinnvollem Aufbau. Wir erkennen in der auffälligen Form des Hauptkörpers die aerodynamischen und gewichtlichen Vorteile. Wir sehen, wie sehr sie für die Anbringung von Hubschraubern geeignet ist. All diese Eigenschaften fügen sich lückenlos und widerspruchsfrei an- und ineinander. Sie sind unverkennbare Anzeichen für eine sehr überlegte und gekonnte Planung und Entwicklungsarbeit.«

Fotos 7 und 8: Buchcover Blumrich und Baier

Hesekiel war keineswegs nur passiver Beobachter. Er wurde auch als Passagier mit an Bord genommen und erlebte Flüge im erdnahen Raum (14): »Und der Geist hob mich empor, und ich hörte hinter mir ein Getöse wie von einem großen Erdbeben, als sich die Herrlichkeit des Herrn erhob von diesem Ort.«

Nach seinem ersten Flug stand er unter Schock. Fast verschämt gibt er zu (15): »Und ich kam zurück zu den Weggefährten, die am Fluß Chebar wohnten, nach Tel-Abib und setzte mich zu denen, die dort wohnten, und blieb unter ihnen sieben Tage ganz verstört.«

Diese Reaktion ist nur zu verständlich. Selbst für einen heutigen Zeitgenossen wäre ein Flug im Raumschiff vom Typ Hesekiel ein überwältigendes Erlebnis. Für Hesekiel indes muss so ein Flug einem unvorstellbaren Mysterium geglichen haben. Er gewöhnte sich aber rasch an Flüge im Raumschiff. Sie wurden erstaunlich schnell zur Routine für ihn (16).

Foto 9: Hesekiels Raumschiff im »Tempel«

Im Jahre 573/572 vor Christus fand ein dritter Flug statt. Dieser Flug ist – für den heutigen Forscher – zweifelsohne der interessanteste. Hesekiel wurde nämlich in ein unbekanntes Land verfrachtet. Wo auch immer das Raumschiff landete –  im Tempelkomplex von Jerusalem war es jedenfalls nicht.Fakt ist: Hesekiel wusste nicht wo er war. Er schreibt von »einem sehr hohen Berg«, ohne einen Namen zu nennen. Er sah »etwas wie eine Stadt« (17), wieder ohne einen Namen zu nennen. Jerusalem war’s jedenfalls nicht, sonst hätte Hesekiel die Metropole seines Heimatlandes beim Namen genannt.

Nach den Ingenieuren Blumrich und Beier (Siehe Fotos 7 und 8!) handelte es sich beim »Tempel«, zu dem Hesekiel geflogen wurde, um eine technische Anlage, etwa auch zur Wartung der Flugvehikel. Das kurze Zitat auf dem Spruchband vom Gemälde im Dom zu Limburg – »Porta haec clausa erit. Ezech 44« – stammt just aus der Beschreibung dieser Anlage.

Foto 10: Mann mit UFO?
Wenden wir uns dem vierten und interessantesten Einzelbild rechts oben zu Siehe Foto 10!). Was sehen wir? Da ist ein Mann, der mit dem Finger in den Himmel zeigt. Und dort sehen wir, ja was? Ein UFO? Was verrät uns der Text des zugehörigen Schriftbands? Wir entziffern:

»Abscissus est lapis de monte sine mani«. Dieses Textbruchtsück finden wir im Buch des »kleinen Propheten« Daniel in der Vulgata gleich zwei Mal: »abscissus est lapis de monte sine manibus«.

Daniel 2, 34: »Das schautest du, bis ein Stein herunterkam, ohne Zutun von Menschenhänden; der traf das Bild an seinen Füßen, die von Eisen und Ton waren, und zermalmte sie.«

Daniel 2,45: »Ganz so wie du gesehen hast, dass sich von dem Berg ein Stein ohne Zutun von Menschenhänden losriss.«

Wieder gilt es, den Textzusammenhang zu beachten.  Nebukadnezar  (etwa 605-562 v. Chr.), König der Babylonier, beschäftigte an seinem Hof beamtete Magier. Sie hatten unterschiedliche Aufgaben, mussten zum Beispiel Träume deuten. Zwei prophetische Träume des Herrschers sind überliefert. In einem Traumgesicht (18) sah er ein metallisches Standbild. Sein Haupt war aus Gold gefertigt, seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch und seine Oberschenkel bestanden aus Kupfer, seine Beine aus Eisen und seine Füße aus Eisen und Ton. Und da kam »ein Stein ohne Zutun von Menschenhand vom Berg« herunter, die Statue wurde »zermalmt«. So habe Gott den König wissen lassen, »was dereinst geschehen wird. Der Traum ist zuverlässig und die Deutung ist richtig.« (19)

Foto 11: UFO oder Stein? (Limburg)

Was zeigt also das mysteriöse Gemälde im Limburger Dom? Ist das rund Etwas im Himmel ein UFO? Oder sehen wir einen Stein, der eine kostbare Statue zerstörte? Zunächst heißt es lediglich: »Das schautest du, bis ein Stein herunterkam, ohne Zutun von Menschenhänden.« Woher der Stein kam, wird nicht verraten. Man mag an einen Meteor denken. Dann aber heißt es: » … dass sich von dem Berg ein Stein ohne Zutun von Menschenhänden losriss.« Demnach rollte der zerstörerische Stein von einem Berg herab. Ist damit das Rätsel vom »UFO« gelöst? Oder doch nicht?  Das »Ding« scheint im Gemälde im Limburger Dom am Himmel zu stehen. Wie ein Stein, der von einem Berg rollt sieht es nicht aus.
    
Nebukadnezar ließ sich die Bedeutung der Traumvision von Daniel erklären. Demnach stand das »Haupt von Gold« für Nebukadnezars eigene Ära. Sein Reich werde aber von aufeinader folgenden, einander ablösenden Imperien abgelöst. In seinem zweiten Traum sah Nebukadnezar (20) einen gewaltigen Baum, der gefällt am Boden lag. Sein mächtiger Wurzelstock sollte für »sieben Zeiten« von einem »Band aus Eisen und Kupfer« umschlossen bleiben. Daniel sah in der Vision einen Hinweis auf den Geisteszustand des Königs. Sieben Jahre lang werde der Herrscher verwirrt sein, dann werde er Jahwe als Weltherrscher und obersten Gott anerkennen, seine getrübten Sinne würden wieder klar werden.

Foto 12: Daniel und - UFO oder Berg? (Ikone)

Der Prophet Daniel selbst hatte auch einen Traum, der im Zusammenhang mit den beiden Visionen Nebukadnezars gesehen werden muss (21). Vier Furcht einflößende Tiere entstiegen den Fluten des Meeres. Versinnbildlichten sie vier Regierungen, vier Reiche?
    
Die Interpretation der Träume ist umstritten. Es ist aber durchaus möglich, sie konkret in Zahlen auszudrücken. Nach »Einsichten über die Heilige Schrift« entsprach die Dauer des biblischen Jahres 360 Tagen. Nach dem Text der Offenbarung (22) wurden nämlich »dreieinhalb Zeiten« (oder »Jahre«) 1.260 Tagen gleichgesetzt. Sieben Zeiten (oder »Jahre«) entsprachen demnach nach dem Verständnis der Bibel 2.520 Tagen. Im 4. Buch Mose (23) findet sich nun ein seltsamer Hinweis, der zur Entschlüsselung des Nebukadnezar-Traums herangezogen werden kann: »Je ein Tag soll ein Jahr gelten.« Diese Gleichsetzung taucht ein weiteres Mal im Alten Testament auf – beim Propheten Hesekiel (24): »Denn ich gebe dir hier auch je einen Tag für ein Jahr.« Sollte das bedeuten, dass die 2.520 Tage 2.520 Jahre bedeuten?
     
Rechnet man nun vom vermutlichen Geburtsjahr Nebukadnezars, also dem Beginn der »goldenen Ära«, 2.520 Jahre weiter, so ergibt sich ein Jahr, das von großer historischer Bedeutung sein sollte: 1914. In diesem Jahr brach der Erste Weltkrieg aus. Sollte tatsächlich der prophetische Traum des babylonischen Imperators auf eben diesen Krieg der Nationen hinweisen?

Foto 13: Der Dom zu Limburg, etwa 1935

Fußnoten
1) Nickel, Roman: Manuskript ohne Titel, Archiv. Sabine Benecke vom  
     »Diözesanmuseums Limburg«, Abteilung »Kunst und Museen«,
     Limburg, hat mir dankenswerter Weise eine Kopie des Manuskripts zur
     Verfügung gestellt.
2) 2. Buch Mose Kapitel 13, Verse 17-22
3) 2. Buch Mose Kapitel 16
4) Sassoon, George und Dale, Rodney: »Die Manna –Maschine«, Rastatt 1980
5) 2. Buch Mose Kapitel 19
6) 2. Buch Mose Kapitel 19, Verse 16-18
7) 2. Buch Mose Kapitel 20 – 4. Buch Mose Kapitel 16
8) 2. Buch Mose Kapitel 32, Verse 1-34
9) 4. Buch Mose Kapitel 18 und 5. Buch Mose Kapitel 18, Verse 1-8
10) 4. Buch Mose Kapitel 16, Vers 35
11) Blumrich, Josef F.: »The Spaceships of Ezechiel«, New York, Februar 1974
12) Blumrich, Josef F.: »Da tat sich der Himmel auf/ Die Raumschiffe des
     Propheten Ezechiel und ihre Bestätigung durch modernste Technik«,
     Düsseldorf und Wien, März 1973

Foto 14: Der Dom zu Limburg heute.

13) Beier, Hans Herbert: »Kronzeuge Ezechiel/ Sein Bericht – sein Tempel –
     seine Raumschiffe«, München 1985
14) Hesekiel Kapitel 3, Verse 12 und 13
15) Hesekiel Kapitel 3, Vers 15
16) Hesekiel Kapitel 8, Verse 1 folgende und Kapitel 40, Verse 1 folgende
17) Hesekiel Kapitel 40, Vers 2
18) Daniel Kapitel 2, Verse 29-45
19) Daniel Kapitel 2, Vers 45
20) Daniel Kapitel 4, Verse 1-34
21) Daniel Kapitel 7, Vers  1 und Kapitel 3, Vers 19
22) Offenbarung Kapitel 12, Verse 6 und 14
23) 4. Buch Mose Kapitel 14, Vers 34
24) Hesekiel Kapitel 4, Vers 6

Foto 15: Der Dom zu Limburg, Briefmarke 1985

Zu den Fotos 
Foto 1: Das mysteriöse Gemälde. Foto Eva und Rolf Streblow
Foto 2: Moses. Foto Eva und Rolf Streblow
Foto 3: Aaron. Foto wikimedia commons crop SteveK crop Bennylin
Foto 4: Aaron, äthiopische Darstellung. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
(Kebra Negest)
Foto 5: Landete »Gott« mit so einem Vehikel auf dem Berg Sinai?
Rekonstruktion des »Hesekiel-Raumschiffs« nach Blumrich.
Foto Archiv Erich von Däniken
Foto 6: Heskiel. Foto wikimedia commons crop SteveK crop Bennylin
Fotos 7 und 8: Buchcover Blumrich und Beier. Foto Archiv Langbein
(Blumrichs Rekonstruktion des Raumschiffs und Beiers Rekonstruktion des
»Tempels« ergänzen und bestätigen einander perfekt!)
Foto 9: Hesekiels Raumschiff im »Tempel«. Archiv Erich von Däniken 
(Rekonstruktion nach Blumrich und Beier)
Foto 10: Mann mit UFO? Foto Eva und Rolf Streblow
Foto 11: UFO oder Stein? Foto Eva und Rolf Streblow
Foto 12: Daniel und - UFO oder Berg? Foto Archiv Langbein
Foto 13: Der Dom zu Limburg, etwa 1935. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 14: Der Dim zu Limburg heute. Foto Eva und Rolf Streblow
Foto 15: Der Dom zu Limburg, Briefmarke 1985. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein 
Foto 16: Ersttagsbrief vom 7.5.1985 mit »Dom-Marke«. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein 

Foto 16: Ersttagsbrief vom 7.5.1985 mit »Dom-Marke«

Ein Wort des Dankes
Eva und 
Rolf Streblow † 
machten mich auf das geheimnisvolle Gemälde im Dom zu Limburg aufmerksam und stellten mir Fotos zur Verfügung! 
Dafür möchte ich mich bei ihnen recht herzlich bedanken!


 385 »Die ›Augen der Wüste‹ - und eine ›neue‹ Erklärung«,
Teil  385 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein, erscheint am 04.06.2017



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