Samstag, 15. Januar 2011

Samstagsrezension Helga König : Weinland Nahe - Wilhelm Stiehl und Werner Hofäcker

Da ich beabsichtige, ab sofort auf meiner Rezensionsplattform http://www.rezensionen.co/ nun täglich auch Weine vorzustellen (Rezensionen zu Weinbüchern finden Sie dort auch unter der Rubrik Wein http://helga-koenig-wein.blogspot.com/, möchte ich heute auf "Ein- Buch-lesen" den Wein- und Spezialitätenführer "Weinland Nahe" von Wilhelm Stiehl und Werner Hofäcker rezensieren, von dem ich hoffe, dass er erneut aufgelegt wird. Leider gibt es nämlich über dieses Weingebiet nur wenig brauchbare Literatur. 

Ich schätze die Weine der Nahe ganz besonders und habe dort schon an vielen Weinverkostungen teilgenommen, nicht zuletzt an der großen jährlichen "VDP- Weinverkostung", die viele  Jahre hindurch ausschließlich in Bad Kreuznach stattgefunden hat.

Weinland Nahe
Die Nahe ist ein idyllisches Flußtal mit naturräumlicher Umgebung. Die erste Weinberglage im Westen ist der Schloßberg bei Martinstein und die letzte im Osten das Bingerbrücker Hildegardisbrückchen. Entlang von 60 Flußkilometern erstreckt sich  eine Rebfläche von 4650 Hektar mit rund 23 Millionen Rebstöcken, die etwa 45 Millionen Flaschen Wein einbringen. Der Weinbau spielt in der Wirtschaftsstruktur der Region eine nicht unbedeutende Rolle, denn über 50% der Dörfer gelten als reine Weinbaugemeinden. Keine andere Region in Rheinland-Pfalz übrigens ist so eng mit Kur- und Erholungstourismus verbunden.

Die Autoren berichten u.a. nach einem kleinen historischen Exkurs von der Weinmetropole Bad Kreuznach. Dort wurde die erste Kirche der Stadt einem Weinheiligen gewidmet. Bei diesem handelt es sich um den Missionar Kilian, der im 7. Jahrhundert die Franken zum Christentum bekehrte. Diese Kirche wurde  der Kontrastpunkt zum römischen Kastell. Ein kleiner textlicher Stadtspaziergang   zeigt dem Leser die schönen Ecken dieser Kurstadt, deren salzhaltige Quellen bereits die Kelten und später die Römer zu schätzen wussten.

Das Klima an der Nahe, so erfährt man, ist für Weine geradezu ideal. Das hängt mit den Einflüssen des Oberrheingrabens, sowie dem schützenden Mantel von Soonwald, Hunsrück und Pfälzer Wald zusammen. Der Leser wird über die geologische Beschaffenheit und die Landschaftsgestaltung im Buch recht gut informiert und zwar auch über das Quarzporphyrmassiv um Bad Münster und Bad Kreuznach, den 1 Kilometer langen  und 200 Meter hohen "Rotenfels". Bei ihm handelt es sich  um die höchste Felswand nördlich der Alpen.

Foto: sahradesertfox, Wikipedia
GNU-Lizenz für freie Dokumentation
In der Folge lernt man die Sehenswürdigkeiten an der Nahe kennen, unter ihnen auch das Städtchen Meisenheim, das man das "Rothenburg an der Nahe " nennt und das man unbedingt besuchen sollte, wenn man sich in die Region begibt. Besuchen sollte man auch  den "Disibodenberg".  Auf ihm findet man die Ruinen einer uralten Benediktinerabtei. Es handelt sich um eine der ältesten Klosteranlagen Deutschlands. Dort lebte u.a. der aus Irland stammende Eremit Disibod (590-671)  und später auch die berühmte Hildegard von Bingen (1098-1179).

Sehr gut werden die einzelnen Rebsorten an der Nahe näher erklärt und zu den verschiedenen Spezialitäten aus Rebe und Wein Stellung genommen, bevor man sich in Weinwanderwege und entsprechende Routenvorschläge vertiefen kann. Restaurants werden vorgestellt, darunter auch das Restaurant " Im Gütchen" in Bad Kreuznach. Dort war ich schon einige Male essen und kann den Besuch nur empfehlen. Das spätbarocke Haus ließ Andreas van Recum, der große Förderer des Naheweinbaus zu Beginn des 19. Jahrhunderts um zwei Flügel erweitern. "Im Gütchen" findet man auf der Weinkarte  Gewächse aus renommierten Betrieben, deren Genuss unvergesslich ist.  Johann Lafers Stromburg  wird natürlich auch beschrieben. Ich habe das Gourmetrestaurant dort einmal besucht und  empfehle es gerne weiter. Dass Speis und Trank dort auf hohem Niveau angesiedelt sind, muss ich nicht näher erwähnen. Die Weinkarte ist wirklich imposant. Die Autoren übertreiben in ihrer Beschreibung nicht.

Foto: Reisen aus Leidenschaft, Wikipedia
Creative Commons
Anschließend werden 151 Weinerzeuger, Weingüter, Winzergenossenschaften und Kellereien an der Nahe sehr gut thematisiert. Genannt werden immer die Anschrift, die Weinlagen des jeweiligen Erzeugers, die angebauten Rebsorten und man erhält weitere Infos zu den einzelnen Betrieben. Dazu gehören auch die Öffnungszeiten. Eines meiner Lieblingsweingüter wird auf Seite 82 beschrieben. Es befindet sich in Monzingen. "Weingut Emrich-Schönleber" ist ein hochprämiertes Weingut, dessen Rieslinge zum Niederknien gut schmecken.

In Oberhausen befindet sich das "Weingut Hermann Dönhoff", dessen Rieslinge wohl die besten unseres Landes sind. Helmut Dönhöff, der hochdekorierte Weinbauingenieur macht solch filigrane Weine, dass man bei jedem Tropfen erneut ins Erstaunen kommt, wie dererlei überhaupt möglich ist.

Bild: Johnny Chicago, Wikipedia
GNU-Lizenz für freie Dokumentation
Im "Weingut Crusius" halte ich mich auch immer wieder gerne auf. Dr. Peter Crusius, dessen Vorfahren seit 1586 in Traisen ansässig waren, hat  in Stuttgart-Hohenheim und in Geisenheim Landwirtschaft und Weinbau studiert und promovierte über "Mengen-Güte-Gesetz" Bei ihm wird durch Rebenschnitt der Durchschnittsertrag auf maximal 70 hl/ha reduziert, um die Qualität der Weine zu erhöhen. Seine Weine  zeichnen sich durch  Rasse, Eleganz und  ein hohes Lagerpotenzial aus.  Seine  Weißburgunder  trinke ich lieber als seine Rieslinge. Doch das ist Geschmackssache.

Wer an die Nahe reist, sollte sich das "Weingut-Krüger-Rumpf" nicht entgehen lassen, dessen Weine sich durch  jugendliche Frische  auszeichnen. In Stefan Rumpfs Weingut  aus dem 18. Jahrhundert gibt es eine Weinstube, die die Autoren gottlob nicht vergessen haben zu erwähnen. Diese Weinstube mit einem schönen Garten, in dem man im Sommer in idyllischer Atmosphäre draußen sitzen kann, um die Weine des Hauses zu genießen.  Alles wird genau so beschrieben, wie es auch tatsächlich ist. Einfach nur wunderschön.

In diesem Buch wird nichts übertrieben. "Weinland Nahe" ist ein grundsolider Wein- und Spezialitätenführer, den ich gerne empfehle.



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Donnerstag, 13. Januar 2011

Helga König im Gespräch mit Susanne Gerlach und Anna Ort-Gottwald

Liebe Frau Ort-Gottwald, liebe Frau Gerlach, dieser Tage habe ich das Buch "Brigitte Diät" rezensiert und möchte Ihnen heute einige Fragen zum Buch stellen.

Helga König: Was motivierte Sie dazu, dieses Buch zu schreiben?


Susanne Gerlach: Seit es die BRIGITTE-Diät gibt (seit 1969) sind Bücher mit Diät-Rezepten erschienen. Dies ist eine Win-Win-Situation für Verlag und Leser: Die Verlage verdienen damit Geld, und die Leserinnen bekommen die hochwertigen Diätrezepte und -informationen in kompakter Form – und haben sie rund ums Jahr verfügbar. Die BRIGITTE-Diät ist ja im Ursprung eine Heft-Diät, erscheint (mit wenigen Ausnahmen) immer Anfang Januar, und das Heft ist nach 14 Tagen vom Markt verschwunden. Seit 5 Jahren kann man die Diäten allerdings auch im Internet downloaden.


Als BRIGITTE-Redakteurin bin ich seit 15 Jahren für das Thema Abnehmen und Diät zuständig. Dieses Buch ist bereits mein viertes BRIGITTE-Diät-Buch. Ich stehe voll und ganz hinter dieser Ernährungsform und den Inhalten und finde es wichtig, dass die BRIGITTE-Diät sich in der Schwemme an Diät-Ratgebern behauptet. Es erscheint nun mal auch viel Unsinniges, vieles kommt und geht wieder. Unsere Leserinnen wissen aber, dass sie mit der BRIGITTE-Diät etwas Seriöses geliefert bekommen, das Bestand hat und State of the Art ist. Und das wollen wir ihnen auch weiterhin bieten.

Anna Ort-Gottwald: Ich bin seit 1986 bei der Zeitschrift Brigitte u.a. für Rezeptentwicklung, Fotoproduktion und Foodstyling zuständig.

Die Brigitte-Diät-Rezepte entwickele ich seit 2003. Die von mir entwickelten Diätrezepte habe ich zusammen mit unserem Fotografen Thomas Neckermann in Fotos umgesetzt.

Die Diätrezepte sind genussvoll, schnell zu machen und deshalb für jeden und für jeden Tag geeignet, darum wollten wir gerne mal ein „Kochbuch mit Diätrezepten“ machen und nicht, wie sonst bei der Brigitte-Diät, ein Diät-Programm. Sozusagen: Freie Wahl dem Leser.

Die Kochschule ist das Ergebnis meiner jahrelangen Tätigkeit in der Brigitte-Versuchsküche und soll dem Leser neue Kochtechniken aufzeigen.

Helga König: Haben Sie mit vormaligen Brigitte-Diäten Eigenerfahrung gemacht?

Frau Gerlach: Ich bin normalgewichtig und mache daher keine Diät. BRIGITTE-Diät-Gerichte gehören dennoch zu meinem Rezeptrepertoire, weil ich auch nicht alles essen kann, ohne zuzunehmen, und weil sie mir sehr gut schmecken.

Frau Ort-Gottwald: die Rezepte werden von mir in der Versuchsküche vor jeder Veröffentlichung mehrmals ausprobiert. In den Wochen des „Vorkochens“ bleibt es nicht aus, dass ich ein paar Kilo abnehmen. Ein wunderbarer Nebeneffekt meiner Arbeit.

Helga König:  Haben Sie Gewichtsprobleme?

Frau Gerlach: Nein, weil ich auf meine Ernährung achte und Sport treibe und mich im Alltag möglichst viel bewege.

Frau Ort-Gottwald: Nein.

Helga König: Der Begriff Energiedichte tauchte früher nicht in Diät-Bücher auf. Wird auf dieses Moment zukünftig mehr Achtung zu kommen?

Frau Gerlach: Es wäre wünschenswert, denn die ED ist ein sehr praktikables Mittel, alles essen zu können, was man mag, und trotzdem das Gewicht im Griff zu behalten.

Frau Ort Gottwald: Gerade bei der nährstofflichen Bewertung von verpackten Lebensmitteln (Fertiggerichte, Molkereiprodukte usw...) ist die Energiedichte-Berechnung ein tolles Mittel, um diese Produkte schnell einordnen zu können.


Helga König: Wieso sind die deutschen Männer mittlerweile übergewichtiger als die deutschen Frauen? Gibt es hier Nachholbedarf in ernährungstechnischem Wissen?

Frau Gerlach: Sicher auch das. Männer sind offenbar nicht so eitel, was ihren Bauchumfang angeht. Ihr dicker Bauch wird allgemein immer noch eher akzeptiert als ein dicker Hintern bei einer Frau.


Frau Ort- Gottwald: "Ältere" Männer sind nicht die "Gesundheitsminister" in der Familie, deshalb fällt es ihnen schwerer, sich für eine gesunde Ernährung zu begeistern. Das ändert sich aber meiner Meinung nach im Moment. Viele jüngere Männer legen heute sehr viel Wert auf ein gutes Erscheinungsbild, körperliche Fitness und gute Ernährung.

Helga König: Werden gestandene Männer mit der Brigitte-Diät auch satt?

Frau Gerlach: Ja, wenn sie die Mengen erhöhen. Im Buch gehen wir nicht explizit darauf ein. Wir wissen aber von Leserinnen, dass oft auch die Männer mitessen. Wegen des Prinzips der Energiedichte brauchen Männer gar nicht so große Mengen, um satt zu werden.



Frau Ott-Gottwald: Männer haben einen höheren Nährstoffbedarf als Frauen, deshalb passen die Brigitte-Diät-Rezepte natürlich nicht so ganz, da die Rezepte für Frauen berechnet sind.

Aber unsere Rezepte zeichnen sich durch große Portionen aus, da werden auch manche Männer satt. Ansonsten siehe bitte die Antwort von Susanne Gerlach.


Helga König: Wie sollen Frauen verfahren, die mittels der Diät abnehmen möchten, während die Familie normal weiter isst?

Frau Gerlach: Dieses Thema haben wir gerade in unserer jüngsten Diät in Heft 2/11 behandelt. Die Familie isst die Diätgerichte mit, bekommt aber noch ein bisschen was dazu (mehr Fleisch/fisch, ein Käsebrot, ein Dessert etc.).

Helga König: Wäre es sinnvoll, ein Begleitbuch zu verfassen, dass Rezepte für Beilagen für die Personen in der Familie bereithält, die kein Figurenproblem haben?

Frau Gerlach: Über Tipps, was die anderen noch zusätzlich essen könnten, könnte man für ein nächstes Buch mal nachdenken. Aber "Rezepte für Beilagen" wie Sie schreiben, halte ich für sehr aufwändig. Es soll ja gerade vermieden werden, dass eine Frau mit Familie mehrfach kocht. Und die Gerichte machen wirklich sehr satt (siehe Punkt 6).

Helga König: Mir hat Ihre Kochtechnik "Braten mit Mineralwasser" gefallen. Gelingt es auf diese Weise tätsächlich ein Steak zu bräunen

Frau Ort-Gottwald: Ja, das klappt wirklich gut.

Helga König: Müssen bei dieser Diät Nahrungsergänzungsstoffe, wie Multivitamintabletten eingenommen werden, um im Hinblick auf Vitamine, Mineralien und Spurenelemente nicht unterversorgt zu sein?

Frau Gerlach: Nein.

Frau Ort-Gottwald: Nein, auf keinen Fall.

Vielen Dank für die erhellenden Antworten. Ihnen eine schöne, erfolgreiche Zeit.

Ihre Helga König

Foto Susanne Gerlach: © Diana Verlag
Neumarkter Straße 28
81673 München
Deutschland

Foto Anna Ort-Gottwald:© Thomas Neckermann

Raalandsweg 11
22559 Hamburg
Deutschland
Telefon: 040 37032451

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