Sonntag, 4. Dezember 2011

98 »Engel bei den Mayas?«

Teil 98 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Abstieg in die Unterwelt
Foto W-J.Langbein
Vom »Hotel Mision Palenque« sind es nur wenige Schritte zum »archäologischen Park«. Es ist ein Hotel der Spitzenklasse und bietet Luxus pur ... vor allem aber die Möglichkeit, sehr früh morgens oder noch abends die Urwaldruinen von Palenque zu erleben.

Weil in den Nachrichten von »terroristischer Gefahr« gewarnt wurde ... sind Touristen ausgeblieben. Gerüchte kursieren, dass Gewalttäter aus Peru nach Mexiko geflogen seien. Die kurzfristig aufwabernden Gerüchte würden sich rasch als natürlich vollkommen frei erfunden erweisen ... Aber zunächst profitiere ich davon. Denn ich bin am frühen Abend ganz allein, als ich über die verwinkelte und glitschige Treppe in die »Unterwelt« von Palenque klettere. Die schmalen Stufen im Tempel der Inschriften sind ebenso triefend nass wie die Wände, von denen Wasser fließt.
Der Weg in die Tiefe ist weit anstrengender als die Klettertour in die Unterwelt von Dendera. Aber Dendera und der Tempel der Inschriften ähneln sich strukturell! In Dendera bergen unterirdische Räume Abbildungen mysteriöser »Wunderlampen«, in Palenque fasziniert uns Besucher aus aller Welt ein Sarkophagdeckel mit einem »Astronauten«.

Das mysteriöse Relief von
Palenque - Foto: W-J.Langbein
Heute aber bin ich allein. So kann ich mir Zeit nehmen, um das geheimnisvolle Relief zu bestaunen. Sonst quälen sich – so der Tempel der Inschriften überhaupt noch geöffnet ist – tagtäglich Tausende ungeduldiger Touristen wie eine vielleibige Schlange die schmale Treppe hinab, während sich ein gleich starker Strom von Menschen schwitzend und vor Anstrengung keuchend wieder nach oben kämpft. Jeder möchte so lang wie möglich in der Gruft verharren, aber niemand gönnt seinem Vordermann auch nur einen noch so kurzen Augenblick der Ruhe. Kaum steht man selbst vor der Tür in die eigentliche Gruft, schon wird man wieder von hinten angestoßen, zur Rückkehr nach oben gedrängt. Und die Drängler, die einen eben vorwärts schoben ... werden kurz darauf selbst zur Eile genötigt.

Ich bin davon überzeugt, dass der Abstieg in die unterirdische Kammer von Palenque bald nur noch wenigen auserwählten Besuchern gestattet sein wird. Die Treppe ist auch nicht für Massenansturm gebaut. Die gewaltigen Schweißmengen der Besucherheere fügen dem uralten Gemäuer erheblichen Schaden zu. Eine technisch perfekte 3D-Filmdokumentation kann den Besuch in der Unterwelt von Palenque ersetzen und das uralte Gemäuer vor dem Verfall bewahren. Und so gern ich so manches Mal diesen Weg unter die Pyramide gemeistert habe, so unterstütze ich auch den Schutz der altehrwürdigen Anlage vor dem Massentourismus.

Keinem christlichen Gotteshaus würde man eine so massive Belastung durch so viele Menschen zumuten. In keinem christlichen Dom dürften so viele Menschen in eine uralte Krypta tief in der Erde hinabsteigen wie in Palenque.

Innenhof der Universität
Foto: W-J.Langbein
Wer sich mit der Welt der Mayas beschäftigt, kann nur staunen. Die Mayas verfügten über einen Kalender, der genauer war als der unsere. Sie rechneten mit wahrlich gigantischen Zeiteinheiten ... vom Tag bis zu Jahrmilliarden! Die Mayas waren kein »primitives« Urwaldvolk, sondern Zahlenakrobaten und Meister der Astronomie! Ihr Kalender basiert auf ins Unendliche wachsenden Einheiten (1):

1 »Kin« = 1 Tag
1 »Uinal« = 20 »Kin« = 20 Tage
1 »Tun« = 18 »Uinal« = 360 Tage
1 »Katun« = vierst20 »Tun« = 7200 Tage
1 »Baktun« = 20 »Katun« = 144.000 Tage (oder 394,5 Jahre)
1 »Pictun« = 20 »Baktun« = 2.880.000 Tage (oder 7.885,2 Jahre)
1 »Calabtun« = 20 »Pictun« = 57.600.000 Tage (oder 157.704 Jahre)
1 »Kinchiltun« = 20 »Calabtun« = 1.152.000.000 Tage
(oder 3.154.072 Jahre)
1 »Alautun« = 20 »Kinchiltun« = 23.040.000.000 Tage
(oder 63.081.431.Jahre)
1 »Hablatun« = 20 »Alautun« = 460.000.000.000 Tage
(oder 1.261.628.620 Jahre)

Nach alten Überlieferungen der Hopi-Indianer Arizonas, hatten Hopi wie Mayas himmlische Lehrmeister. Diese Wissenden pendelten einst zwischen Himmel und Erde, so wie die Engel der verbotenen biblischen Apokryphen (zum Beispiel: Buch Henoch). Sie unterrichteten die Menschen in den himmlischen Lehrfächern. Eine Universität der Lehrmeister gab es, so berichten es Hopi-Überlieferungen, in Palenque, Mexiko.

Blick auf die Universität
Foto: W-J.Langbein
Die Hopi nannten diese Lehrmeister Kachinas. Das Wissen, das sie in Palenque vermittelten, war sehr komplex. Im untersten Stock wurde die Geschichte des eigenen Volkes gelehrt, im ersten Stockwerk standen die unterschiedlichsten Disziplinen der Naturkunde auf dem Lehrplan. Im höchsten Stock ging es um komplizierte mathematische Berechnungen und um den Fachbereich Astronomie. Nur wer sich ein umfangreiches und solides Grundwissen angeeignet hatte, war zum Studium für Fortgeschrittene in dieser höchsten Etage zugelassen. Nur wer wusste, wie sich die Welt der Pflanzen, Tiere und Menschen zusammensetzt, war für das höhere, geheimere Wissen reif. Erst dann durften die eigentlichen Geheimnisse des Lebens studiert werden.

Ob es Prüfungen gab, denen sich die Studenten unterziehen mussten? Wurden sie von den Kachinas kontrolliert? Am Rande mehrerer Kongresse habe ich intensiv mit dem NASA-Ingenieur Josef Blumrich gesprochen, der mit Hilfe des Hopi White Bear Fredericks das Buch »Kasskara und die sieben Welten« schrieb. Wie kein zweiter Wissenschaftler hat sich Josef Blumrich (1913-2002) mit den uralten Überlieferungen der Hopi auseinander gesetzt ... und ihre Geschichte geschrieben. White Bear Fredericks (1905- 1996) war wohl einer der letzten Eingeweihten, die die rätselhafte Geschichte der Hopi kannten. Josef Blumrich zeichnete sie auf. (2)

Von zentraler Bedeutung sind die Kachinas in dieser Geschichte. Wer aber waren diese Kachinas? NASA-Ingenieur Josef Blumrich, dem ich diese Frage wiederholt stellte, antwortete mir: »Wenn Sie alles nur geistig-spirituell sehen wollen, können Sie die Kachinas als ›Engel‹ verklären. Kachinas waren aber reale Wesen, die vom Himmel herab zur Erde kamen und wieder im Himmel entschwanden!« antwortete mir der Wissenschaftler. »Engel oder Astronauten?« bohrte ich nach. Josef Blumrich lachte: »Vielleicht waren es Astronauten, die von Christen gern als Engel gesehen würden?«

So sahen die Kachinas aus
Foto: W-J.Langbein
Aus der Krypta von Palenque kommend ... bin ich die Haupttreppe empor gestiegen: zum Tempel hoch oben auf der Pyramide. Es wird Abend, die Brüllaffen beginnen ihre lautstarken Diskussionen. Friedvolle Stille breitet sich aus, die Hitze des Nachmittags weicht. Ich erinnere mich an eine der zentralen Lehrsätze der Kachina-Theologie (3):

»Der göttliche Schöpfer hat uns gesagt: Wenn ihr meine Kinder sein wollt, dürft ihr euer Wissen nicht benutzen, um zu unterwerfen, zu zerstören, zu töten oder bösen Gebrauch von irgend etwas machen, was ich euch gegeben habe. Wenn ihr dieses Gesetz nicht befolgt, seid ihr nicht meine Kinder.«

Die Geschichte des Abendlands, ja der Welt wäre wohl sehr viel friedlicher verlaufen, wenn sich Christentum und Islam etwas mehr an diese Lebensmaxime gehalten hätten! Die Kachinas sollen über gewaltige Kräfte verfügt haben, dabei aber stets friedlich geblieben sein. Sie missionierten nicht in negativem Sinne, sie lehrten Wissen und Philosophie ... und keine wie auch immer geartete Religion!

Fußnoten
1 Siehe hierzu auch Langbein, Walter-Jörg: »2012/ Endzeit und Neuanfang/ Die Botschaft der Mayas«, München 2009
2 Blumrich, Josef: »Kasskara und die sieben Welten«, Wien und Düsseldorf 1979
3 Blumrich, Josef: »Kasskara und die sieben Welten«, Wien und Düsseldorf 1979, S.22

»Engel aus dem All?«,
Teil 99 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 11.12.2011

Sonntag, 27. November 2011

97 »Muttergöttin und Sonnengott«

Teil 97 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Hoch über den geheimen Kellern von Dendera gibt es ein sakrales Gebäude. Es diente einer Göttin als Liebesnest. Hier paarten sich die Muttergöttin und der Sonnengott. Pikantes »Sakrileg«: in der Mysterienwelt des Tarot wurde aus dem Stellvertreter des Sonnengottes ... der Papst. Was für Christen unzüchtiger Sakral-Sex war ... sollte das Rad des Lebens immer wieder weiter und weiter bewegen.

Im Westen des »Opfersaals« steige ich eine steinerne Treppe empor. An den Wänden sehe ich eine Vielzahl jahrtausendealter Gravuren. Dargestellt sind der König und Priester. Sie vollführen einen Ritus aus uralten Zeiten. Sie haben sich zu einer Prozession formiert und begleiten nun die Göttin nach oben, auf das Tempeldach. Mit feierlichem Ernst wurden Statuen der Göttin Hathor in einen »Kiosk« auf dem Dach getragen.

Diese in der Archäologie gebräuchliche Bezeichnung ist leicht missverständlich. Gemeint ist kein »Kiosk« im heutigen säkularisierten Sinn, sondern ein sakrales Gebäude. Gelegentlich wird von »Kapelle« gesprochen, was wiederum falsch verstanden werden kann. Auf dem Tempel der Göttin Hathor stand ein weiterer, kleiner Tempel.

Turm zu Babel
Der Tempel auf dem Tempel taucht entstellt im »Alten Testament« auf: Im biblischen Babylon lesen wir nur von einem riesigen Turm. Pieter Bruegel der Ältere malte 1563 das vielleicht berühmteste Bild dieses ersten Wolkenkratzers. Bruegels Gemälde zierte das Cover der tschechischen Ausgabe meines Buches »Die großen Rätsel der letzten 2500 Jahre«. Bruegel machte das gigantische Bauwerk noch imposanter als es in Wirklichkeit war. Und den Tempel oben auf der Spitze des Turms ließ er weg. Bei ihm befindet sich das monumentale Denkmal noch im Bau, das oberste Stockwerk ist noch nicht abgeschlossen.

Die Bibelstory im Telegrammstil: Dem biblischen Gott Jahwe war dieses Bauwerk ein Gräuel. Er zerstörte es. Wir wissen heute, dass es nicht nur einen »Turm zu Babel« gegeben hat, sondern viele. Die Menschen, so das »Alte Testament«, bauen einen Turm bis an den Himmel.

Gott ärgert sich, die Menschen werden ihm zu mächtig (2): »Siehe, es ist einerlei Sprache unter ihnen allen, und dies ist der Anfang ihres Tuns. Nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können.« Das aber duldet Gott nicht. Er fährt vom Himmel herab und zerstört den Turm. Gott bringt Uneinigkeit in die Menschheit. Haben sich zuvor alle Menschen in einer Sprache verständigt, so verstehen sie sich nun nicht mehr. Die Bibel legt eine falsche Fährte (3): »Daher heißt ihr Name Babel, weil der Herr daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache und sie von dort zerstreut hat in alle Länder.«

Babel-Komplex in der Rekonstruktion
Der biblische Text behauptet, dass der Name der Stadt »Babel« auf das hebräische Wort »balal« - zu Deutsch »verwirren« zurückgeht. Diese Erklärung ist falsch. Warum sollte man in Babylon eine Stadt nach einem hebräischen Wort benennen? Tatsächlich muss man »Babel« auf das Babylonisch-Sumerische »bab-ili« zurückführen, auf das »Tor der Götter«. (Möglich ist, dass die hebräischen Elohim-Götter von den babylonischen »ili« abgeleitet werden können!)

Rund zwei Jahrtausende vor Christus gab es in Babylon mehrstufige Zikkurat-Türme. Mag sein, dass diese imposanten Bauwerke heilige Berge darstellen sollten. Wie dem auch sei: Nach babylonischer Überlieferung stieg Marduk vom Himmel herab und ließ sich auf dem sakralen Turm nieder. In einem Tempel auf dem Turm wurde die Heilige Hochzeit vollzogen: zwischen Gott und Göttin.

Kurios aus heutiger Sicht ist, dass Ištar – die Himmelsgöttin – als Vertreterin Marduks angesehen wurde. Eine weibliche Gottheit sprang also für einen männlichen Gott ein. Ištar zelebrierte im Tempel auf dem Turm das Ritual der »Heiligen Hochzeit« mit dem König. Die Himmelsgöttin Ištar fand in Ägypten ein Pendant: die Hathor. Und Hathor verschmilzt nach und nach mit Isis.

Göttin Hathor von Dendera
Foto: W-J.Langbein
Kurz und bündig fasst das Lexikon »Das geheime Wissen der Frauen« (4) zusammen: »›Heilige Hochzeit‹, griechisch Hieros Gamos, Vereinigung eines Königs oder Heiligen Königs (ein Stellvertreter für den wirklichen König) mit einer Göttin, die meistens von einer Priesterin-Königin verkörpert wurde. Allein durch den Hieros Gamos wurde dem König das Herrschaftsrecht verliehen.«

Die griechische Mythologie verdeutlicht, worum es in der »Heiligen Hochzeit« ging: Kore, die Tochter der Demeter – Göttin des Lebens und der Fruchtbarkeit – wurde von Unterweltgott Hades ins Totenreich entführt. Verzweifelt suchte Demeter ihr Kind ... kümmerte sich nicht mehr um ihre Aufgaben, und die Natur erstarb. Es wurde Winter und die Menschen hungerten. Hades »vergiftete« Kore mit einem Granatapfel. Sie starb zwar nicht, konnte aber nicht mehr nur im Land der Lebenden verweilen. Ein Drittel des Jahres musste sie ins Totenreich kommen, dann erstarb die Natur auf Erden. Sobald Kore wieder auf die Erde zurückkehrte, erblühte das Leben wieder.

Die »elysischen Mysterien« waren ein Geheimkult, über dessen Ablauf wie auch heute nur wenig wissen. Im Zentrum der geheimen Feiern stand die »Heilige Hochzeit«. Dabei kam es offenbar zur rituell-sexuellen Vereinigung zwischen der Priesterin (der Stellvertreterin für die Göttin) und dem elysischen Hohepriester, der den Part des Gottes übernahm. Der Hohepriester trug den Titel »Hierophant«, »Ebenbild des Heiligen«. Pikantes Detail: im Tarot wurde aus dem Sexpartner der Göttin ... der Papst!

Ruinen vom Dendera-Komplex
Foto W-J.Langbein
Zurück zu Dendera, zurück zum Hathor-Tempel ... in dessen geheimen Kellern die mysteriösen »Leuchtbirnen«-Darstellungen noch heute Rätsel aufgeben! Bei brütender Hitze kletterte ich in die unterirdischen Korridore zu den mysteriösen Wandbildern. Bei brütender Hitze bestieg ich die Treppe auf das Dach des Tempels, zum Tempel auf dem Tempel. Hier paarten sich Göttin Hathor und der Sonnengott. Das Ritual – bei dem eine Hathor-Statue von Sonnenstrahlen symbolisch befruchtet wurde – diente dem Erhalt des Lebens: auf die »tote« Trockenzeit folgten Nilüberschwemmung und Wiedergeburt des Lebens ... in Gestalt von Pflanze, Tier und Mensch!

Ich erinnere mich genau ... Ich steige die Treppe empor zum Tempel der »Heiligen Hochzeit«. Ich stelle mir vor, wie einst eine Statue der Hathor auf eben dieser Treppe in feierlicher Prozession auf das Dach des Tempels gebracht wurde. In der Hitze des Tages fällt mir die Treppensteigerei schon schwer. Wie mag der Transport einer womöglich aus purem Gold gefertigten Hathor in würdevoller Weise absolviert worden sein?

In einer so lebensfeindlichen Umgebung wie der Wüste galt es, das Leben auf rituell-magische Weise fortbestehen zu lassen ... in der Hölle der Wüste, in der alles Leben so leicht hätte erlöschen können. Die Angst vor dem Tod alles Lebendigen muss sehr groß gewesen sein ... Es ist die Göttin, die in der Überwindung dieser Angst die zentrale Rolle spielt.

Osiris von Dendera
Foto Archiv W-J.Langbein
Für Anhänger der Buchreligionen Judentum, Christentum und Islam mag dies befremdlich sein. Wird der Kosmos dieser Religionen doch von einem männlich-martialischen Gott bestimmt. In den älteren, ja ältesten Religionen indes ... scheint die Göttin des Himmel regiert zu haben! Ich bin davon überzeugt, dass einst das Matriarchat bestimmend war, lange vor dem Patriarchat von Judentum, Christentum und Islam!
Das Thema »Sterben und Wiedergeburt« taucht immer wieder in der Mythologie Ägyptens auf. So wird Gott Osiris von seinem Bruder Seth ermordet und zerstückelt. Göttin Isis, eine jüngere Variante der Hathor, erweckt Osiris wieder zum Leben. Osiris ist – auch – ein Gott der Fruchtbarkeit. Wenn Isis alias Hathor den toten Osiris wieder lebendig macht, dann lässt sich das so übersetzen: die Göttin erweckt die tote Natur zu neuem Leben.

Zum Abschluss ein subjektiver Eindruck: In Zentralamerika, im mexikanischen Palenque, erkundigte ich den mysteriösen »Tempel der Inschriften«: ich stieg in die unterirdische Krypta ... in die »Unterwelt« hinab. Und ich erklommt die steile Treppe, die mich an die Spitze des Pyramide führte. Und hoch oben auf der Pyramide ... thront ein Tempel!

Seltsam: Palenque entspricht von seinem Aufbau genau der Tempelwelt von Dendera: In Dendera wie in Palenque gibt es eine »Unterwelt« und auch einen Tempel hoch oben!
Ohne Zweifel haben die Vertreter der Wissenschaft in den vergangenen Jahrhunderten eine erfreuliche Fülle an Informationen über unsere Vergangenheit ans Tageslicht gefördert. Was aber bis heute leider sträflich vernachlässigt wird, das sind die Gemeinsamkeiten der unterschiedlichsten Kulturen unseres Globus.

Fußnoten
1 Das Erste Buch Mose Kapitel 11, Verse 1-9
2 Das Erste Buch Mose Kapitel 11, Vers 6
3 Das Erste Buch Mose Kapitel 11, Vers 9
4 Walker, Barbara G.: »Das geheime Wissen der Frauen«, Frankfurt am Main 1993, Seite 400 (Stichwort »Hieros Gamos«)
5 siehe hierzu auch Cavendish, Richard: »The Tarot«, New York 1975

»Engel bei den Mayas«,
Teil 98 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 04.12.2011


Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Labels

Walter-Jörg Langbein (656) Sylvia B. (105) Osterinsel (79) Tuna von Blumenstein (43) Peru (34) Karl May (27) Nan Madol (27) g.c.roth (27) Maria Magdalena (22) Jesus (21) Karl der Große (19) Make Make (19) Externsteine (18) Für Sie gelesen (18) Bibel (17) Rezension (17) der tiger am gelben fluss (17) Autoren und ihre Region (16) Apokalypse (15) Der Tote im Zwillbrocker Venn (15) Vimanas (15) Atlantis der Südsee (13) Weseke (13) Blauregenmord (12) Nasca (12) Palenque (12) meniere desaster (12) Der hässliche Zwilling (11) Krimi (11) Pyramiden (11) Malta (10) Serie Teil meniere (10) Ägypten (10) Forentroll (9) Mexico (9) National Geographic (9) Straße der Toten (9) Lügde (8) Briefe an Lieschen (7) Monstermauern (7) Sphinx (7) Tempel der Inschriften (7) Winnetou (7) Lyrik (6) Marlies Bugmann (6) Mord (6) Märchen (6) altes Ägypten (6) 2012 - Endzeit und Neuanfang (5) Atahualpa (5) Hexenhausgeflüster (5) Mexico City (5) Mord in Genf (5) Satire (5) Thriller (5) Atacama Wüste (4) Cheopspyramide (4) Dan Brown (4) Ephraim Kishon (4) Hexenhausgeflüster- Sylvia B. (4) Leonardo da Vinci (4) Machu Picchu (4) Sacsayhuaman (4) Teutoburger Wald (4) große Pyramide (4) Meniere (3) Mondpyramide (3) Mord im ostfriesischen Hammrich (3) Mysterien (3) Sakrileg (3) Shakespeare (3) Bevor die Sintflut kam (2) Das Sakrileg und die heiligen Frauen (2) Friedhofsgeschichten (2) Goethe (2) Lexikon der biblischen Irrtümer (2) Markus Lanz (2) Münsterland-Krimi (2) Vincent van Gogh (2) Alphabet (1) Bestatten mein Name ist Tod (1) Hexen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen Hexenhausgeflüster (1) Mord Ostfriesland (1) Mord und Totschlag (1) Münsterland (1) einmaleins lernen (1) meniére desaster (1)