Freitag, 20. Dezember 2013

Für Sie gelesen: »Blauregenmord« von Tuna von Blumenstein

wer bestimmt was normal
was unnormal ist
gibt es inmitten
von schwarz oder weiß
lediglich schattierungen in grau

betrachte die gärten
erhasche dabei
einen blick in die seele derer
die sie hegen und pflegen
dann wirst du erkennen
dass die welt
ein riesiges meer
aus farben ist


Diese Worte von Sylvia B. stellt die Münsterländer Krimiautorin Tuna von Blumenstein ihrem jüngsten Werk »Blauregenmord« voran, einem kleinen Krimi mit großem Tiefgang, welchen ich den Lesern unseres Blogs ans Herz legen möchte. Ich verrate wohl nicht zu viel, wenn ich sage, dass die Autorin das menschliche Schubladendenken und seine tragischen Folgen mit spitzer Feder aufspießt und nur ungefähr 50 Seiten dazu braucht, dem Leser ein zutiefst menschliches Drama erlebbar zu machen. Was wissen wir schon davon, von welchen Tragödien die sauberen Fassaden unserer Nachbarhäuser uns ablenken sollen? Mit dem Krimi »Blauregenmord« bekommen wir stellvertretend eine Ahnung davon.

Manche dieser Dramen enden tödlich. In diesem Fall ist es der Gärtner Berthold Picker, dessen liebevoll gepflegtes Blütenreich zur Endstation eines Menschenlebens wird. Tuna von Blumenstein hat den Schauplatz der Handlung an einen realen Ort verlegt und damit einer »Gartenperle im Westmünsterland« zu literarischen Ehren verholfen: Garten Picker in Borken-Weseke bietet den ästhetischen Rahmen eines beklemmenden Stilllebens und sorgt für ein maximales Spannungsfeld zwischen der Schönheit der Natur und den Abgründen des Menschseins. Ob aber wieder einmal der Gärtner auch der Mörder ist, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten.


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Montag, 16. Dezember 2013

Wer stirbt im Petkumer Hammrich?

Für Sie gelesen: Mord im ostfriesischen Hammrich

Jeder kennt Frauen, die scheinbar alles mit links gewuppt kriegen, die ihren eigenen Kram ohne viel Gedöns irgendwie auf die Reihe bekommen, dabei noch für andere da sind und die man selten bis nie „Nein“ sagen oder um Hilfe bitten hört. Sie sind selbständig, pflegeleicht, gehen keinem auf den Keks und funktionieren immer wunschgemäß.  Deshalb bekommen sie das Prädikat „starke Frau“ und sind überall gern gesehen.

Tatsächlich ist es oft so, dass gerade diese Frauen, die so scheinbar unverwüstlich und stark nach außen erscheinen, extrem weich, verletzlich und voller Selbstzweifel sind.  Kaum jemand bekommt diese Seite zu sehen, weil sie ganz früh gelernt haben, sie für sich zu behalten. Schwäche zeigen war nicht erlaubt, wurde abgestraft. Dieses Verhalten macht es möglich, viele Schicksalsschläge einzustecken ohne an jeder Herausforderung zu zerbrechen. Doch es ist auch eine tückische Falle, wenn jemand kommt und eine solche Frau für seine Zwecke instrumentalisiert. Die anfängliche Bewunderung ist nichts als ein handfestes Mittel, um die Basis für systematische subtile Zersetzung zu ermöglichen.

Niedertracht auf höchstem Niveau.
Tatsächlich gibt  es Männer, die brauchen noch nicht einmal in der Biografie ihrer Auserwählten forschen, um sicher sein zu können, dass sie genau die Richtige für sie ist. So einer ist Roland. Roland ist ein Scanner. Ein Naturtalent. Schon in der ersten Sekunde weiß er, ob die Frau, die ihm gegenübersteht, die ist, die er braucht. 

Die Geschichte zeigt die klassische Konstellation einer Beziehung zwischen einem eiskalten Psychopathen und einer gutgläubigen Frau, die nie gelernt hat, Grenzen zum Selbstschutz zu ziehen.

Roland hat Ziele. Ziele, die er selber nie erreichen kann. Dennoch  braucht er das Gefühl Macht zu haben und erreicht dies mit der gefährlichen Maske der harmlosen Bescheidenheit von der sich alle blenden lassen. Rolands Biografie ist eine Ansammlung von betrügerischen Aktionen ohne die geringsten Skrupel. Er ist ein Loser wie er im Buche steht: keinen Schulabschluss, keinen Beruf erlernt, Kinder im Stich gelassen und missbraucht, auf Kosten anderer gelebt und mit Lug und Betrug alt geworden. Sein Lebensweg ist gesäumt von liegen gelassenen Opfern. 

Macht kann man sich mit brutaler Gewalt aneignen oder auf die hinterfotzige Weise. Zweite Möglichkeit ist Rolands Stil.  Er treibt ein böses Spiel mit jeder neuen Frau, die das Pech hat, ihm über den Weg zu laufen. Immerhin hat die Taktik ihm schon einmal zu einem Geldsegen und zu seiner ersten Harley verholfen. Dabei sind zwar seine erste Frau und vor allem seine Kinder auf der Strecke geblieben, doch das spielt für einen pathologischen Lügner und Betrüger keine Rolle. Genaugenommen merkt er es noch nicht einmal, sondern fühlt sich selbst getäuscht und betrogen, wenn seine Opfer tödlich verletzt nicht mehr funktionieren.  Ist eine Quelle versiegt, wird nachgetreten um Platz zu schaffen für das nächste Opfer.  Er sucht sich mit gezieltem Auge ‚starke Frauen‘ und bricht ihre Stärke, in dem er den Hilflosen spielt, der umsorgt werden muss. Es versteht sich, dass er nicht in der Lage ist Verantwortung für sich, seine Partnerin, seine Seitensprünge, seine Kinder, seine Intrigen oder irgendetwas zu übernehmen. Dafür hat er ja die starke Frau erwählt, die das alles selbstverständlich gern für ihn übernimmt, denn da liegt ihre Stärke. Roland weiß das sehr genau. Was er zunächst scheinbar dankbar wie ein Rettungsseil annimmt, wird nach und nach zu einem strangulierenden Gurt am Hals seines Opfers. 

Eines Tages trifft Roland in Emden eine Jugendliebe wieder. 
Für Swantje beginnt ein Spiel, dessen Regeln nur Roland kennt, das sie nicht gewinnen kann und dessen einziges Ziel es ist, dass es Roland gut geht und er sie leiden sehen kann. Es sei denn, sie ändert die Spielregeln radikal. Wird es ihr gelingen? Wer stirbt im Petkumer Hammrich? 

g.c.roth
Mord im ostfriesischen Hammrich: Tödliches Wiedersehen
ISBN-13: 978-3842381803
Preis: 9,80 €

Auch als eBook
Kindle-Preis: 7,49 €


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