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Mittwoch, 29. April 2026

Walter-Jörg Langbein zum Tod von Erich von Däniken

Zurück zu den Sternen

Bücher haben mein Leben bestimmt. Als Kind im Vorschulalter war ich fasziniert von den schwarzen Teichen auf weißem Grund, die meine Urgroßmutter zu Worten und Sätzen aufbaute, wenn sie mir vorlas. Ich konnte es nicht abwarten, selbst lesen zu können. Als ich endlich diese geheimnisvolle Kunst beherrschte, da entführte mich Karl May in seine Welten der Abenteuer.

Gern hätte ich wie Karl May in seinen wunderbaren Romanen die Welt erkundet, Abenteuer bestanden und in eigenen Worten zu Papier gebracht. Und schließlich wurde mir klar, ich wollte unbedingt Bücher schreiben, die von anderen Menschen gelesen werden konnten. Und dann begegneten mir Erich von Dänikens Weltbestseller!

1968 war ich in unserem Klassenzimmer für die »Bibliothek« zuständig, die in einem Schrank untergebracht war. Auf Wunsch vieler Mitschüler wurde »Erinnerungen an die Zukunft« angeschafft. Zum Wochenende wurde mir das Buch mit dem »Astronauten« auf dem Cover ausgehändigt. Ich war der erste, der das Werk ausgeliehen hat. Ich las es und wurde mit der Dänikenitis infiziert. Jetzt war mir klar: Ich wollte die Welt bereisen und die größten Geheimnisse unseres Planeten selbst in Augenschein nehmen, darüber schreiben. Aber bis dahin sollten noch viele Jahre vergehen! Durch »Erinnerungen an die Zukunft« wurde mein Lebensweg bestimmt. Ganz zu schweigen von Erich von Däniken, dem ich mein Leben lang folgte. Doch genug von mir geredet!

Erich von Däniken.
Foto
Walter-Jörg Langbein

Erich von Däniken ist tot. Er verstarb am 10. Januar 2026 im 91. Lebensjahr. Ich weine um einen Freund, um einen wirklichen Freund. Wir waren befreundet, wir sind befreundet und wir werden es immer bleiben. Wahre Freundschaft hat kein Verfallsdatum. Sie überdauert auch das, was wir Tod nennen.

Als mein Bruder Volker am 4.9.2024 starb, tröstete mich Erich mit wenigen Worten: »Der Tod ist nicht das Ende. Das ist gewiss: Es geht weiter.« In meiner letzten Mail schrieb ich an EvD: »Ich weiß nicht wo, ich weiß nicht wann: Wir sehen uns wieder, irgendwann!«

Seine Schulkameraden nannten Erich »Papa«, weil er schon damals unglaublich fürsorglich und hilfsbereit war, weil man schon damals in EvD stets einen aufmerksamen Zuhörer fand, dem man seine Sorgen anvertrauen konnte. Und der geholfen hat, wo und wie er nur konnte.

Jahrzehnte später vertraute mir EvD sein Lebensmotto an: »Hilf, wo du kannst und tritt bescheiden auf.« So war er, mein Freund Erich. Und ich weine um ihn.
Erich von Däniken war nicht nur ein wirklich großer Schriftsteller und Forscher, er war auch menschlich ein Riese!

Anno1968 traten die »Astronautengötter« in mein Leben, bei der A.A.S. bin ich seit 1975 mit dabei! Als Gymnasiast, später als Student begleitete ich Erich von Däniken (oft zusammen mit seinem damaligen Mitarbeiter Willi Dünnenberger) auf Vortragstourneen durch Österreich, Deutschland und die Schweiz. Highlights waren die Weltkonferenzen der A.A.S., zum Beispiel in Zürich 1975 referierten u.a. Jacques Bergier, Peter Krassa und Sergius Golowin. Im Jahr darauf ging es nach Crikvenica, Jugoslawien. Referenten wie Josef Blumrich (NASA), Prof. Dr. Harry Ruppe und Andrew Tomas, Australien, faszinierten.

Allen Zeitgenossen, die als Fundamentalisten von der Richtigkeit der eigenen Religion überzeugt sind, sei folgendes Gedankenspiel empfohlen: Außerirdische observieren unseren Planeten und erkunden die unterschiedlichen Religionen. Mit wissenschaftlicher Akribie vergleichen sie nun die unterschiedlichsten Konfessionen.

1968 erschien das Buch, das mein Leben bestimmen sollte: »Erinnerungen an die Zukunft« von Erich von Däniken. Anno 1968, ich war damals 14, verging kaum eine Schulstunde, in der nicht auf die »kühnen Thesen dieses Schweizers« eingegangen wurde. Ich jedenfalls war Feuer und Flamme. Ich musste selbst ein Buch schreiben und beschloss damals: Mein Buch würde eine Chronik unserer phantastischen Vergangenheit sein. So begann ich noch 1968, an meinem ersten Buch zu schreiben: »Astronautengötter/ Versuch einer Chronik unserer phantastischen Vergangenheit«.

Ich fürchte, dass der erste Eindruck, den ich auf Erich von Däniken machte, nicht wirklich der beste war. So bombardierte ich ihn schon 1968 und in den folgenden Jahren mit »eingeschriebenen Expressbriefen, eigenhändig«, die wohl nicht immer zur Freude des nachtaktiven Bestsellerautors zu frühmorgendlicher Stunde von eifrigen Postzustellern angeliefert wurden.

Erich von Däniken aber erkannte meine jugendliche Begeisterung und antwortete stets geduldig. In den Jahrzehnten seit 1968 hat mir kein zweiter Schriftsteller so kompetent, kameradschaftlich und hilfreich zur Seite gestanden wie er. Ich kann ihm gar nicht genug dafür danken! Durch ihn lernte ich die fantastischen Geheimnisse unseres Planeten kennen: von Ägyptens Pyramiden bis zu den Tempeln Maltas, vom Nemrud-Berg der Türkei bis zu den Kulten der Südsee. Und mehr noch: Er war für mich – und ist es noch heute – der Vater, so wie ich ihn mir erhofft hatte.

Ich selbst durfte auf Weltkongressen der A.A.S. Vorträge halten, erstmals am 27. Juli 1978 in Chicago, Illinois. 1979 war das Jahr der Entscheidung für mich. Am 14. Juni 1979 berichtete ich in München über »Die Sache mit den Urtexten« – und beschloss, mein Theologiestudium abzubrechen. In München fand sich nach meinem Vortrag ein Verleger für mein erstes Buch – »Astronautengötter«, den leider allzu früh verstorbene John Fisch.

1979 lernte ich – durch meinen Vortrag bei der A.A.S. – meine Frau Barbara kennen und lieben, mit der ich seit fast 50 Jahren zusammen bin. Und das immer noch glücklich, glücklicher denn je.
Ich fürchte, ich habe die Nerven meiner Frau in den vergangenen Jahrzehnten mit meiner Schreiberei gar manches Mal arg strapaziert. Zu meiner Verwunderung aber sind wir heute noch ein Paar. So verdanke ich mein Lebensglück EvD! Das alles und noch viel mehr verdanke ich Erich von Däniken! Zu meiner Verwunderung aber sind wir heute noch ein Paar.

Auch in der DDR sorgte Erich von Däniken für Furore, obwohl schon sein Erstling gar nicht so leicht zu bekommen war. Da schilderte doch dieser Däniken, wie er Material für seinen Weltbestseller gesammelt hat, auf Reisen von Ägypten bis Zentralamerika! Reisen um die Welt waren damals für den DDR-Bürger ohne Sonderprivilegien ebenso unrealistisch wie ein Wochenendtrip zum Mond. Als anno 1968 mit der Mondlandung der Amerikaner die Tür zum Kosmos einen kleinen Spalt geöffnet worden war, fragten sich viele Menschen weltweit, ob Däniken nicht vielleicht doch recht hatte. Sollte es einer Jahrtausende, ja vielleicht Jahrzehntausende älteren Zivilisation vielleicht schon in grauer Vorzeit möglich gewesen sein, interstellar zu reisen? Pioniere der Weltraumforschung wie Hermann Oberth und Eugen Sänger spekulierten schon lange von interstellaren Raumflügen.

In seinem Werk »Raumfahrt« stellte Prof. Eugen Sänger schon 1958 Überlegungen über Besucher von anderen Sternen auf der Erde in der Vergangenheit an. Er schreibt (Fußnote 1): »Der Wunsch, nach den Sternen zu greifen, ist so alt wie die Menschheit selber... Der Gedanke der Raumfahrt erscheint daher am frühesten schon in der prähistorischen Menschheitsperiode in den Göttermythen und Sagen.« Entstand also der Wunsch nach Raumfahrt aus Mythen der Vorzeit und aus alten heiligen Büchern der Völker, weil die Menschen davon träumten, in die Tiefen des Alls vorzudringen? Wurden also schon vor Jahrtausenden fiktive »Raumfahrergeschichten« formuliert?

Prof. Sänger hält das für unwahrscheinlich. Er geht vielmehr von Erinnerungen an reale Ereignisse aus (Fußnote 2): »Es erscheint uns heute fast wahrscheinlicher, dass unsere Vorfahren diese Vorstellungen aus realen Erfahrungen bei der Begegnung mit prähistorischen Besuchern aus dem Weltraum erwarben, als dass eine ans Unglaubwürdige grenzende Zukunftsschau sie ihnen schon vor Jahrtausenden auf wunderbare Weise geoffenbart hätte.« Der Raumfahrtpionier betonte vor mehr als einem halben Jahrhundert, dass entsprechende Hinweise nicht etwa nur bei einzelnen Völkern oder Religionen vorkommen, »sondern praktisch bei allen Völkern der Erde in sehr ähnlicher Weise auftauchen«. Schließlich listet Prof. Sänger einige Indizien für Besuche der »Astronautengötter« auf, die Jahre später sozusagen zum Kanon der »Prä-Astronautik« gehören sollten (Fußnote 3):

»Tatsächlich berichtet nicht nur die Bibel vom Propheten Elias, er sei auf einem von Flammenrossen gezogenen Donnerwagen gen Himmel gefahren, nach mexikanischen Mythen erhielten die Maya den Besuch eines Gottes aus dem Weltraum, die Begründer der peruanischen Inkadynastie kamen vom Himmel...« Weiter schreibt Prof. Sänger: »Die bei Ninive gefundene Tontafel Assurbanipals mit der Kunde von dem Himmelsflug des sumerischen Königs Etam um 3200 v. Chr. bis in solche Höhen, dass ihm die Länder und Meere der Erde nicht größer erscheinen als ein Laib Brot, mag auch hierher gehören, ebenso wie die aus der Zeit um 155 v. Chr. stammende bekannte griechische Sage von Ikarus und Dädalos und die entsprechende germanische Sage von Wieland dem Schmied.«

Schließlich blickt Raumfahrtpionier Sänger in die Zukunft: Die »Erinnerung an die Fähigkeiten außerirdischer Wesen« habe im Menschen den Wunsch verstärkt, »selbst Raumfahrt zu treiben«. Es ist bemerkenswert, dass ein Pionier der Raumfahrt wie Prof. Eugen Sänger den durchaus möglichen Hintergrund von Mayamythologie erkennt: dass Götter der Mayas tatsächlich außerirdische Astronauten gewesen sein können, die vor Jahrtausenden zur Erde kamen.

Nach altindischen Epen kamen vor Jahrtausenden gigantische Weltraumstädte aus den Tiefen des Universums zur Erde. Sie erzeugten bordeigene Schwerkraft, indem sie sich um die eigene Achse drehten.

Für den »Vater der Weltraumfahrt« Prof. Dr. Dr. Hermann Oberth gab es keinen Zweifel: Irgendwann einmal in der Zukunft würde der Mensch riesige Weltraumstädte bauen und mit ihnen in die Weiten des Universums vordringen. Irgendwann einmal, daran gab es für den Pionier der Weltraumfahrt keinen Zweifel, würden die Weltraumkolonisten von Planet Erde in fernen Sonnensystemen ankommen: »Am Ziel würden die Nachfahren der einst von der Erde ausgezogenen Menschen neue Planeten erforschen und für ihre Nachkommen erschließen. Die Erinnerung an die alte Erde, die für sie in den Tiefen des Weltraumes versunken sein würde, wäre nur noch schwach und unwirklich, und die auf Mikrofilme und Tonbänder gebannte Geschichte der irdischen Menschheit klänge diesen Weltraumfahrern nicht anders als ein geheimnisvolles Märchen aus dem sagenhaften Reich der Toten.«

Warum aber, so fragte sich der Vater der Weltraumfahrt, würden Menschen das Abenteuer Weltraum wagen? Die Antwort setzte er 1954 an den Schluss seines weitsichtig-prophetischen Werkes »Menschen im Weltraum« (Fußnote 4):
»Wer das faustische Streben nicht kennt, dem kann man auf diese Frage nicht antworten, und wer es kennt, der weiß die Antwort selbst. Ihm ist es selbstverständlich, alles Erforschbare zu erforschen, alles Unentdeckte zu entdecken, mit den Bewohnern anderer Welten in Verbindung zu treten. Denn das ist das Ziel: Dem Leben jeden Platz zu erobern, auf dem es bestehen und weiterwachsen kann, jede unbelebte Welt zu beleben und jede lebende sinnvoll zu machen.«

Erich von Däniken machte die Theorie von Astronauten, die in grauer Vorzeit zur Erde kamen und als »Götter« verehrt wurden, weltweit populär. Seit über einem halben Jahrhundert publiziert er – zunächst in Zeitungen und Zeitschriften – seine faszinierenden Gedanken. Immer wieder tauchten »Skeptiker« auf, die immer wieder verkündeten, diesen Schweizer nun endgültig »widerlegt« zu haben. Erich von Däniken aber blieb, arbeitete und publizierte weiter. Die selbsternannten »Antidänikens« blieben ohne erkennbare Wirkung und sind längst wieder in der Versenkung verschwunden.

Werden sie eine bestimmte Religion zur richtigen erklären und alle anderen als »Irrglauben« abkanzeln? Wohl kaum. Vermutlich werden sie über alle irdischen Glaubensformen bestenfalls milde lächeln und keinerlei qualitativen Unterschied erkennen zwischen Glaubensrichtungen von der »altkatholischen Kirche« bis zum »Zaratthustrismus«, zwischen ägyptischen Religionen und Wuismus (China). Sollte Erich von Däniken recht haben, dann irren alle Glaubensfanatiker. Dann gab es einst in grauer Vorzeit Besucher aus dem All, die für »Götter« gehalten wurden. Sollte sich das bewahrheiten, verlieren alle Fundamentalisten die Basis ihres Glaubens. Und dann sollten die ewigen Religionsstreitereien ein und für allemal ein Ende finden.

Es ist ein Trauerspiel: Was man für DIE wahre Religion hält, hängt vom zufälligen Geburtsort ab. Und die religiöse Rechthaberei führt schon seit Jahrtausenden zu blutigsten Gemetzeln, wobei jede Rechthaberei damit begründet wird, dass man ja DEM richtigen Gott zum Sieg verhelfen müsse. Das muss ja ein schwächlicher Gott sein, der sich nicht selbst als höchste himmlische Autorität durchsetzen kann, sondern auf hasserfülltes Gegeneinander der Menschen angewiesen ist!

Wenn nun die »Götter« Astronauten waren, welche Konsequenzen hat dies auf religiöse Glaubenswelten? Erich von Däniken in seinem Schlusswort zu seinem dritten Bestseller »Aussaat und Kosmos« (Fußnote 5): »Soll man Tempel sprengen, Kirchen schleifen? Nie und nimmer. Wo Menschen sich zusammenfinden und den Schöpfer preisen, empfinden sie eine wohltuende stärkende Gemeinsamkeit. Wie vom Ton einer Stimmgabel angerührt, schwingt gemeinsame Ahnung von etwas Großartigem in Raum. Tempel und Kirchen sind Orte der Besinnung, Räume des gemeinsamen Lobes für das Undefinierbare, für ES, das wir behelfsweise Gott zu nennen gelernt haben. Diese Versammlungsstätten sind notwendig. Der Rest aber ist überflüssig.«

Erich von Däniken schrieb schon in seinem ersten Weltbestseller »Erinnerungen an die Zukunft« (Fußnote 6): »Der Mensch hat eine grandiose Zukunft vor sich, die seine grandiose Vergangenheit noch überbieten wird. Wir brauchen Weltraumforschung und Zukunftsforschung und den Mut, unmöglich erscheinende Projekte anzupacken. Zum Beispiel das Projekt einer konzentrierten Vergangenheitsforschung, das uns kostbare Erinnerungen an die Zukunft bringen kann. Erinnerungen, die dann bewiesen sein werden und ohne den Appell, an sie glauben zu sollen, die Menschheitsgeschichte erhellen. Zum Segen künftiger Generationen.«

Erich von Däniken ist tot. Er starb am 10. Januar 2026 im 91. Lebensjahr. Sein Lebenswerk aber bleibt bestehen. Er hat die ferne Vergangenheit studiert und entdeckt, dass wir durch das Studium der uralten Geheimnisse von »Terra Mysteriosa« einen Blick in die nahe und ferne Zukunft werfen können. Wir wurden einst von Wesen aus dem All besucht, die ihren Heimatplaneten verlassen haben, um in die Weiten des Universums vorzudringen. Genauso wird der Mensch, wenn er sich bis dahin nicht ausgelöscht haben wird, Planet Erde verlassen und den »Astronautengöttern« zu den Sternen folgen. Die Erde ist unsere »Kinderstube«. Niemand bleibt da sitzen, jeder bricht ins Unbekannte auf.

Das ist die kosmische Botschaft von Erich von Däniken! Das sind seine »Erinnerungen an die Zukunft«.

Erich von Däniken entführt uns zu den Sternen. Ich bin überzeugt: die ersten Raumfahrtpioniere werden »Erinnerungen an die Zukunft« und «Zurück zu den Sternen« an Bord haben.

Unterwegs auf Vortragstourne,
Erich von Däniken, Willi Dünnenberger und Walter-Jörg Langbein.
Foto Selbstauslöser

 Mit EvD
auf dem mysteriösen Nemrud-Berg,
Türkei. Foto Ilse Pollo


 Gute Stimmung... Foto Willi Dünnenberger

 Fußnoten

Fußnote 1: Sänger, Eugen: »Raumfahrt – technische Überwindung des Krieges«, Hamburg 1958, S.124+125
Fußnote 2: Ebenda, Seite 124
Fußnote 3: Ebenda Seite 125
Fußnote 4: Oberth, Hermann: »Menschen im Weltraum – Neue Projekte für Raketen- und Raumfahrt«, Düsseldorf 1954
Fußnote 5: Däniken, Erich von: Schlusswort zu »Aussaat und Kosmos«, 1972
Fußnote 6: Däniken, Erich von: »Erinnerungen an die Zukunft – Ungelöste Rätsel der Vergangenheit«, Düsseldorf und Wien, 1968, Seite 221



Sonntag, 11. Oktober 2020

560. »Gilgamesch und Golem«

Teil 560 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Ein angebliches
Gilgamesch-Relief.
Meine Recherchen in Sachen Golem führten mich zurück zu meinen ersten Veröffentlichungen, die vor über vierzig Jahren erschienen sind. So wurde meine Beschäftigung mit dem Golem für mich eine persönliche Reise in die eigene Vergangenheit, bevor ich zu ergründen versuchte, was vor Jahrtausenden geschah.

John Fisch (*1942; †1984) gab 1979 erstmals sein grenzwissenschaftliches »Magazin 2000« heraus. Ich war einer der ersten Autoren dieses Blatts. Am 14. Juni 1979 berichtete ich in München über »Die Sache mit den Urtexten«. Nach meinem Vortrag sprach mich John Fisch an. Er fragte mich, ob ich nicht ein Buch für seinen jungen Verlag schreiben wolle. Stolz berichtete ich dem sympathischen John Fisch, dass ich »kürzlich« ein Manuskript zum Thema »Astronautengötter« abgeschlossen hatte. John Fisch bat mich, ihm das Manuskript zu schicken. Zu meiner unbeschreiblichen Freude entschied er, das Buch zu publizieren. Ich beschloss, mein Theologiestudium abzubrechen. Bereits Weihnachten 1979 erschien mein erstes Buch, »Astronautengötter – Versuch einer Chronik unserer phantastischen Vergangenheit« im Verlag von John Fisch, Luxemburg. Im Oktober 2013 erschien eine neuerlich überarbeitete und aktualisierte Ausgabe meines Erstlings im Verlag von Werner Betz als eBook (2).

Einige meiner Ex-Kommilitonen empörten sich über den Passus: »Den Robotern begegnen wir aber
Foto 2: »Astronautengötter«
(Originalausgabe 1979).
nicht nur in der griechischen Mythologie, sondern auch im Alten Testament, wo sie als Gehilfen der Götter gefährliche Aufgaben erfüllen müssen. … Einige Menschen werden vor der atomaren Vernichtung von Sodom und Gomorrha in die beiden Städte geschickt, um Lot und dessen Familie sowie seine nächsten Verwandten zu warnen und zu retten. Ebenso im Auftrag der Astronautengötter bewachen mit fürchterlichen Waffen ausgerüstete Cherubim Gebiete, die von Menschen nicht betreten werden dürfen. Mit dem ›flammenden blitzenden Schwert‹ sind sie den Menschen mit ihren primitiven Waffen haushoch überlegen.«

Vom legendären Gilgamesch-Epos existieren verschiedene Fassungen. Diverse Fragmente wurden gefunden. Als Gesamtepos ist es ab der zweiten Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. bekannt. Älter freilich ist die sumerische Erzählung »Gilgamesch und Ḫumbaba«, die von den Redakteuren des Gilgamesch-Epos verarbeitet wurde.

Es gibt keine Statue aus alten Zeiten, die definitiv Gilgamesch darstellen soll. Im Louvre kann man in der »Abteilung für orientalische Altertümer« im Richelieu-Flügel (Erdgeschoss, Raum 4) ein Flachrelief bestaunen, das gern als Darstellung des legendären Gilgamesch bezeichnet wird. Paul-Émile Botta hat das Kunstwerk bei Ausgrabungen in den Jahren 1843 und 1844 gefunden. Das Flachrelief gehörte einst zur Fassade des Thronsaals im assyrischen Palast von Sargon II in Khorsabad Dur Šarrukin (Assyrien, heute Irak). Es soll im 8. Jahrhundert v.Chr. entstanden sein.

Vor rund vier Jahrtausenden verbreitete »Ḫumbaba«, das wissen wir aus der mesopotamischen Mythologie, Angst und Schrecken. Wer oder was war »Ḫumbaba«, alias »Ḫubaba«, alias »Ḫuwawa«? Mir scheint, das wussten die Verfasser der mysteriösen Texte (3) vor vier Jahrtausenden nicht. Das monströse Wesen, so überliefern es die alten Texte, wurde von Gott Enlil eingesetzt, um Menschen am Betreten einer Region am Libanon zu hindern. Warum?

Enlil genoss höchstes Ansehen, galt er doch als Hauptgott des sumerischen und akkadischen Pantheons. Er wurde als »König von Himmel und Erde, König der Länder, Vater der Götter« gepriesen und in verschiedenen Heiligtümern angebetet. Nippur (sumerisch Nibru, akkadisch Nibbur) war eine sumerische Stadt, deren Geschichte bis in 5. Jahrtausend v. Chr. zurückgeht. Sie liegt etwa 180 km südöstlich des heutigen Bagdad (Irak). Wie bedeutsam der Gott einst war, das verrät sein Ehrentitel, der da lautete »König von Himmel und Erde, König der Länder, Vater der Götter«.

Enlil setzt nun ein Monster zum Schutz einer bewaldeten Region, heute im Libanon gelegen, ein. Lesen wir nach bei James B. Pritchard (4) im Kapitel »Akkadian Myths and Epics« (»Akkadische Mythen und Epen«):

»Um den Zedernwald zu schützen,
als Terror für die Sterblichen hat Enlil ihn ernannt.
Ḫumbaba – sein Brüllen ist die Sturmflut,
sein Mund ist Feuer, sein Atem ist Tod.«

Foto 3: Mein Erstling
»Astronautengötter«
in der Ullstein Taschenbuchausgabe.
Dietz-Otto Edzard (*1930; †2004) gilt als einer der führenden deutschen Altorientalisten des 20. Jahrhunderts. Am 5. Februar 1993 hielt er einen Vortrag für die »Bayerische Akademie der Wissenschaften«: »Gilgames und Ḫuwawa«. Dietz-Otto Edzard enthüllt einige Details über den Kampf zwischen Gilgames(ch) und Ḫuwawa. So verfügt Ḫuwawa über einige Waffen, die eher zu einem Kampfroboter als zu einem mythologischen Wesen passen. Bis heute sind Altorientalisten mit der Übersetzung der entsprechenden Passen überfordert. Technische Lösungen für wundersame Waffen werden erst gar nicht in Erwägung gezogen. Mit Bedacht werden Ausdrücke, die eher in die Beschreibung modernster Waffentechnologie als in einen mythischen Text passen, vermieden. Zog Gilgamesch in den Kampf gegen ein Monster aus Fleisch und Blut oder gegen einen Roboter? Wie man den Text auch versteht: Die Kreatur Ḫuwawa verliert. Interessant ist ein Hinweis auf Ḫuwawas Waffen. 

Dietz-Otto Edzard (6): »Gilgames(ch) wird von einem ›Schrecken‹ oder ›Glanz‹ getroffen, den der aufgescheuchte Waldwächter losläßt.« In einer Fußnote versucht Dietz-Otto Edzard zu erklären (7): »Version ›A‹ verwendet nf-te ›Angst‹ für die Strahlen, mit denen sich Ḫuwawa schützt und mit denen er einen Feind bekämpfen kann. Für die dem Totenhaupt Ḫuwawas noch anhaftenden ›Auren‹ gebraucht Version ›A‹ den Ausdruck ›me-läm‹ ›(Strahlen)glanz‹. Version ›B‹ bietet dagegen me-läm für den gegen Gilgames ausgesandten ›Glanz‹ sowie für die ihm später ausgehändigten Schutzstrahlen.«

Ḫuwawa lässt also etwas gegen Gilgames(ch) los: »Schrecken« oder »Glanz«, »schützende Strahlen«, die sowohl der Verteidigung als auch dem Angriff dienen können. Offensichtlich geht von diesen Waffen noch Gefahr aus, als Ḫuwawa schon besiegt danieder liegt.

Bei dem »Glanz« handelte es sich nicht um eine optische Verschönerung, sondern um eine Waffe (8): »Kam der Glanz des Ḫuwawa wie ein Speer herangeflogen.« Insgesamt verfügte Ḫuwawa über sieben dieser Glanzwaffen. Als Ḫuwawa Gilgamesch und seinen Begleiter Enkidu bemerkt, feuert er seinen ersten »Schreckensstrahl« ab. Unklar ist, ob Ḫuwawa Waffen ablegt oder abfeuert. 

Nach wie vor sind die verschiedenen Textfassungen nur bruchstückhaft erhalten. Es fehlen immer wieder Teile, wenn Fragmente von Tontafeln wieder zusammengesetzt werden. Selbst wenn längere Textpassagen erhalten sind, sind da und dort ganze Zeilen oder nur Wortfragmente unleserlich geworden. Leider verschlechterte sich der Zustand der kostbaren Texttafeln in den vergangenen Jahrzehnten. Samuel Noah Kramer (*1897; †1990), Autor eines Bestsellers über Sumer (9), fertigte 1947 mit großer Sorgfalt Kopien der altehrwürdigen Texte an. Seither bröckelten leider Teile der Tafeln ab. 

Es bleibt einiger Raum für Spekulationen. In der Wissenschaft versucht man, Textlücken zu schließen. Man ergänzt. Aber wie? Das Problem: Je nachdem, wie man die Textlücken füllt, kann bei jedem Interpreten etwas ganz anderes herauskommen. Je nachdem wie man die Textfragmente übersetzt, können wiederum ganz unterschiedliche Bedeutungen herauskommen. Je größer die Schäden am Text, je größer die Lücken im Text sind, desto mehr Fantasie kommt zum Einsatz, um einen Text zu komplettieren. Meiner Meinung darf man keine Interpretation eines Textes von vornherein ausschließen.

1969 schlug Erich von Däniken in seinem zweiten Weltbestseller »Zurück zu den Sternen« vor, dass es sich bei Ḫuwawa um einen Roboter gehandelt haben könnte (10). Ich teile seine Meinung.

Heftige Diskussionen löste »Kapitel 10« meines Buches »Astronautengötter« aus: »Kampfmaschinen der Götter?« Besonders intensiv debattiert wurde über das Unterkapitel »Roboter in der Mythologie verschiedener Völker!« Ich widmete in meinem Erstling »Astronautengötter« vorzeitlichen Robotern ein eigenes Unterkapitel »Roboter in der Mythologie verschiedener Völker« und forderte schließlich (11): 

Foto 4: »Astronautengötter«
(polnische Ausgabe).
»Es ist endlich an der Zeit, dass sich Fachgelehrte einmal heilige Bücher und Mythen nochmals in der Originalsprache vornehmen. Oftmals sind die heute benutzten Übersetzungen 100 und mehr Jahre alt. Sie entstanden zu Zeiten, in denen technische Gerätschaften wie Roboter und Kampfmaschinen vollkommen unbekannt waren. Noch so korrekte Übersetzer waren schlichtweg überfordert, wenn es darum ging, etwa Beschreibungen technischer Apparaturen vom Griechischen ins Deutsche zu übersetzen. Mit dem Hintergrundwissen unserer Tage müssen die alten Texte nochmals neu übersetzt werden – ohne Scheu vor kühnen Gedanken!«

Man muss allerdings die Frage stellen, wie groß die Bereitschaft ist, bislang anerkannte Übersetzungen zu verwerfen und durch neue zu ersetzen. Wer in der wissenschaftlichen Welt der Universitäten Karriere machen möchte, wird darauf verzichten, als gesichert geltende Übersetzungen anzuzweifeln und womöglich fantastisch anmutende Übersetzungen zu bevorzugen. Wer im Elfenbeinturm der Wissenschaften empor steigen möchte, baut auf altbewährte Fundamente auf und zieht sie nicht in Zweifel. Der Universitätsdozent mit Ambitionen möchte Professor werden. Also wird er in seinen Publikationen die Ansichten »seines« Professors nicht anzweifeln, sondern bekräftigen. Der Professor wird ihn dann fördern. Andersdenkende, die offen zu neuen Ideen und Vorstellungen gehen, werden hingegen gern lächerlich gemacht. Was altehrwürdige Texte angeht, so haben neue, vermeintlich kühne Übersetzungen zunächst so gut wie keine Chance.

Nach Erscheinen meines Erstlings »Astronautengötter« erhielt ich immer wieder Einladungen. Man bat mich, über mein Buch den einen oder den anderen Vortrag zu halten. Besonders heftig wurde im Anschluss meiner Vorträge darüber diskutiert, ob es sich bei Ḫuwawa tatsächlich um einen Roboter gehandelt haben kann, der mit fürchterlichen Waffen ausgestattet war. Zu meiner großen Verblüffung erklärte mir ein Besucher eines meiner Vorträge in Unterfranken, als fast alle übrigen Teilnehmer schon gegangen waren: »Ḫuwawa kann natürlich ein Roboter gewesen sein! Der echte Golem war ja ganz bestimmt einer!« 

War Ḫuwawa auch ein Roboter, eine Art Golem?



Fußnoten
(1) Langbein, Walter-Jörg: »Astronautengötter – Versuch einer Chronik unserer phantastischen Vergangenheit«, Luxemburg 1979. Das Buch erschien zunächst als gebundene Ausgabe, später – auch bei John Fisch – als überarbeitetes Softcover, schließlich bei Ullstein als Taschenbuch und in diversen fremdsprachigen Übersetzungen.
(2) https://www.amazon.de/Astronauteng%C3%B6tter-Walter-J%C3%B6rg-Langbein-ebook/dp/B00FVTXRT6/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&dchild=1&keywords=Langbein+Astronauteng%C3%B6tter&qid=1593362877&s=digital-text&sr=1-1
(3) Pritchard, James B.: »Ancient Near Eastern Texts«, Princeton University Press, Princeton, 1969. Übersetzung aus dem Englischen: Walter-Jörg Langbein.
(4) Ebenda, Seite 79, rechte Spalte, »Tablet III, IV. Originalzitat:
»To safeguard the Cedar Forest,
As a terror to the mortals has Enlil appointed him.
Ḫumbaba - his roaring is the storm-flood,
his mouth is fire, his breath is death.«
(5) Dietz-Otto Edzard: »Gilgames(ch) und Ḫuwawa/ Zwei Versionen der sumerischen Zedernwaldepisode nebst einer Edition von Version ›B‹«, Bayerische Akademie der Wissenschaften/ Philosophisch-Historische Klasse, Sitzungsberichte Jahrgang 1993, Heft 4, Verlag der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Kommission bei der C. H. Beck’schen Verlagsbuchhandlung München, 1993
(6) Ebenda, Seite 10, 8.-10. Zeile von oben
(7) Ebenda, Seite 10 unten und Seite 11 unten, Fußnote 25
(8) Ebenda, Seite 24/67.
(9) Kramer, Samuel Noah: »Die Geschichte beginnt mit Sumer«, Frankfurt a.M. 1959
(10) Däniken, Erich von: »Zurück zu den Sternen/ Argumente für das Unmögliche«, Düsseldorf 1969, Seite 269, 8. Zeile von unten bis Seite 270, 11. Zeile von unten
(11) Langbein, Walter-Jörg: »Astronautengötter/ Die Chronik unserer phantastischen Vergangenheit«, Ullstein-Taschenbuch, Berlin 1995, Seite 91, 3.-14. Zeile von oben

Zu den Fotos
Foto 1: Ein angebliches Gilgamesch-Relief. Foto Wikimedia commons/ public Domain/ Jastrow
Foto 2: »Astronautengötter« (Originalausgabe 1979). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Mein Erstling »Astronautengötter« in der Ullstein Taschenbuchausgabe. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: »Astronautengötter« (polnische Ausgabe). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein


561. »Von der Magie des göttlichen Namens«,
Teil 561 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 18. Oktober 2020

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Sonntag, 13. September 2020

556. »Gott, die Schöpfung und das Ende der Menschheit«

Teil 556 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Gott steht außerhalb.
Darstellung frühes 13. Jahrhundert

Gott wird nicht nur von christlichen Theologen als allwissender Beobachter jenseits oder außerhalb von Raum und Zeit gesehen, der genau weiß, wie ein Mensch handeln wird. Gott greift aber, nach christlichen Theologen zumindest, nicht ein, das würde ja den freien Willen des Menschen einschränken. Die Folge: Der Täter handelt kriminell (»freier Wille«), das Opfer leidet und bezahlt den freien Willen des Täters womöglich mit seinem Leben. In diesem obskuren Weltbild hat offensichtlich nur der Täter einen freien Willen, das Opfer nicht. Gott lässt den Bösen gewähren, und das auf Kosten der Opfer.

Schopenhauer (*1788; †1860) hat sich zum Thema »Mensch und freier Wille« so geäußert (1): »Der Mensch kann tun was er will; er kann aber nicht wollen was er will.«

Ich wiederhole bewusst das Zitat von »Christliches Radio für den Alltag«: »›Macht euch die Erde untertan‹ – ein Satz, den man in den falschen Hals kriegen kann.« Das sehe ich nicht so. Die knapp formulierte Aussage ist eindeutig: Der Mensch steht außerhalb oder über der »Schöpfung«, die er im Auftrag Gottes beherrscht. Diese Sichtweise ist Ausdruck des grenzenlosen Egoismus des Menschen und hat dazu geführt, dass der Mensch die Welt mit unglaublich wachsender Effektivität ausplündert.

Der Bibelvers legitimiert den unverantwortlichen Umgang des Menschen mit der Welt. Freilich darf die Bedeutung des Bibelverses für die Weltgeschichte nicht überschätzt werden. Wer die Erde gewissenlos ausbeutet und plündert, dem ist eine biblische Legitimation gleichgültig. Atheist wie monotheistischer »Denker« sehen nicht, dass der Mensch keineswegs außerhalb oder über der »Schöpfung« steht. Der Mensch ist Teil der »Schöpfung«. Dass er die »Schöpfung« ausbeutet und in rasendem Tempo zerstört, das beweist die Dummheit des Menschen und nicht seine »Intelligenz«. Damit disqualifiziert sich der Mensch selbst als »Krone« von »Schöpfung« oder »Evolution«.

Papst Franziskus (*1936) nannte seine zweite Enzyklika »Laudato si’« (»umbrisches Altitaloromanisch« für »Gelobt seist du«). Titel und Anfangsworte der Enzyklika entstammen dem Mit diesen zwei Worten beginnt der »Sonnengesang« (2) des Franz von Assisi (*1181 oder 1182; †1226). Der erste Satz des »Sonnengesangs« lautet: »Laudato si’, mi’ signore, cun tucte le tue creature!«, zu Deutsch »Gelobt seist du, mein Herr, mit all deinen Geschöpfen!«

Der umfangreiche Text der Enzyklika (3) trägt das Datum »24. Mai 2015« und wurde am 18. Juni 2015 in acht Sprachen veröffentlicht. Es geht Seine Heiligkeit um »die Sorge für das gemeinsame Haus«, um Umwelt- und Klimaschutz.

Papst Franziskus beschreibt ein Weltbild, das einen die »Schöpfung« beherrschenden und plündernden Menschen verabschiedet. Ich darf einen besonders wichtigen Passus aus der Enzyklika zitieren (4): »Es ist nicht überflüssig zu betonen, dass alles miteinander verbunden ist. Die Zeit und der Raum sind nicht voneinander unabhängig, und nicht einmal die Atome und die Elementarteilchen können als voneinander getrennt betrachtet werden. Wie die verschiedenen physikalischen, chemischen und biologischen Bestandteile des Planeten untereinander in Beziehung stehen, so bilden auch die Arten der Lebewesen ein Netz, das wir nie endgültig erkennen und verstehen. Einen guten Teil unserer genetischen Information haben wir mit vielen Lebewesen gemeinsam.«

Wir stehen nicht neben und auch nicht über der Natur (»Schöpfung« im religiösen Sprachgebrauch), wir sind Teil der Natur . Wo wir der Natur aus kurzsichtigem Egoismus heraus Schaden zufügen, zerstören wir auch unsere eigne Lebensgrundlagen. Leidtragender wird der Mensch sein. Die Natur wird sich nach dem Verschwinden unserer Spezies von der Erde aus erdgeschichtlicher Sicht sehr schnell wieder erholt haben.

»Unsere Erde wird überleben.« (5), so lautet der Titel eines der wichtigen Werke von  James Lovelock (*1919), bereits anno 1982 erschienen. Davon bin ich auch überzeugt. Planet Erde hat ganz sicher eine Zukunft. Eine sichere Zukunft hat Terra ohne uns Menschen. Planet Erde kann aber auch mit uns Menschen eine Zukunft haben. Neurobiologe Stefano Mancuso sieht eine Chance: Der Mensch hat nur dann eine Zukunft, wenn er radikal umdenkt: »Der wichtigste Faktor der Evolution ist nicht der Wettbewerb. Unser Gehirn kann uns dabei helfen, den nächsten Schritt zu gehen. Der wäre, uns nicht über die anderen Lebewesen zu erheben, sondern eine Lebensform wie die der Pflanzen zu verstehen und einzusehen, dass Kooperation viel erfolgreicher ist als Konkurrenz. Kooperation ist für das Überleben der Spezies wesentlich aussichtsreicher.«

Damit der Mensch aber diese Chance nutzen kann, muss er radikal umdenken. Ob er dazu bereit ist? Ob er überhaupt dazu in der Lage ist? James Lovelock ist allerdings skeptisch (6): »Könnten wir mit vereinten Kräften unsere eigene Natur ändern und gute Verwalter, freundliche Gärtner werden, die Sorge tragen für alle Lebewesen dieses Planeten? Ich glaube, daß bereits diese Frage viel Hybris verrät. Selbst beim Management unserer selbst und unserer Institutionen haben wir kläglich versagt. Ich würde eher erwarten, daß eine Ziege als verantwortungsvolle Gärtnerin mehr Erfolg hat als wir Menschen.«

Wenig hoffnungsvoll stimmt Lovelocks Schlussfolgerung (7): »Ein Planetenarzt, der das Elend sieht, das wir diesen Lebewesen und uns selbst antun, würde uns ermahnen, mit der Erde in Partnerschaft zu leben. Sonst wird die restliche Schöpfung als Teil von Gaia die Erde unbewußt in Richtung auf einen neuen Zustand bewegen, bei dem wir Menschen nicht mehr länger willkommen sind.« Muss man nicht fragen, ob wir das überhaupt noch sind? Gemessen an der Erdgeschichte ist der Mensch im Gegensatz zu Pflanzen beispielsweise bislang ein Kurzzeitphänomen. Die Präsenz des Menschen auf Terra gleicht einem Wimpernschlag im Meer der Zeit. Verabschiedet sich der Mensch nach seinem »Kurzauftritt« schon wieder oder überlebt er die selbst geschaffene Katastrophe? Hat der Mensch Zukunft oder nicht?

James Lovelock deutet ein, dass wir Menschen unter Umständen nicht mehr willkommen sein könnten auf Planet Erde? Wem könnten wir nicht mehr willkommen sein?

James Lovelock ist davon überzeugt, dass wir Jetztmenschen eine revolutionäre Zeit des Umbruchs erleben. Seiner Meinung nach werden die Systeme künstlicher Intelligenz, die der Jetztmensch bereits entwickelt hat, »Cyborgs« entstehen. Lovelock (8): »Diese Wesen werden bald tausend und schließlich Millionen mal intelligenter sein als wir.«

Ich habe mich wiederholt mit dem Thema »künstliche Intelligenz« beschäftigt. Am 10. Juni 2018 fragte ich in meinem Sonntagsblog »Werden wir sein wie die ›Götter‹?« Ich erinnerte an die Fernsehserie »The Avengers«. Die Serie, eine Mischung aus Science-Fiction, Thriller, Krimi und Spionage, wurde rasch zum Kult. Im deutschsprachigen Raum wurde die Serie als »Mit Schirm, Charme und Melone« ausgestrahlt. Am 7.11.1967 bekam das deutschsprachige Publikum Folge 114 zu sehen, die als 10. Folge von Staffel 5 ausgestrahlt wurde. Der deutschsprachige Titel lautete »Duplikate gefällig?«, der den Inhalt sehr viel treffender wiedergab als der Originaltitel »Never, never say die« (etwa: »Niemals, niemals sag stirb«).

Zum Inhalt: Der verbrecherische Professor Frank N. Stone, dargestellt vom großartigen Sir Christopher Lee (*1922; †2015) fertigte exakte Kopien wichtiger Menschen als Roboter an. Diese bedeutsamen Menschen wurden entführt und sollten durch Roboter, ausgestattet mit künstlicher Intelligenz, ersetzt werden. Auf diese Weise wollte Professor Stone die Weltherrschaft an sich reißen. Fast wäre der geniale Plan auf schlimme Weise gescheitert! Die Roboter wollten die sehr viel weniger intelligenten Menschen aus Fleisch und Blut verdrängen und selbst die Herrscher über die Welt werden. Die Wesen mit künstlicher Intelligenz wollten sich, so wie es im »Alten Testament« heißt, die Erde untertan machen. Mit Mühe konnten Emma Peel (dargestellt von Diana Rigg, *20.07.1938; †10.09.2020) und John Steed (dargestellt von Patrick Macnee, *1922; †2015) diesen Plan verhindern.

Diese Episode der Reihe »Mit Schirm, Charme und Melone« hat bereits 1967 vorweggenommen, was meiner Meinung nach in gar nicht so ferner Zukunft möglich sein wird. Schon heute entwickeln wir künstliche Intelligenz. Ich bin davon überzeugt, dass in Geheimlabors bereits heute Roboter gegtestet werden, die dank künstlicher Intelligenz uns Menschen überlegen sind. Ich muss an Lovelocks Vision erinnern, auf die ich eben schon hingewiesen habe. Ich wiederhole Lovelocks Zukunftsschau: »Diese Wesen werden bald tausend und schließlich Millionen mal intelligenter sein als wir.«

Stellen wir uns solche »Cyborgs« vor. Anders als wir sind sie überhaupt nicht an kurzfristigem materiellen Gewinn interessiert. »Cyborgs« werden vermutlich schon bald nicht wie wir Menschen als Individuen agiern, sondern als ein weltumspannendes Hyperwesen. Für so eine weltumspannende Superintelligenz hat Logik nicht nur Vorrang, sondern Logik tritt an die Stelle des alles andere als logischen Denkens von uns Menschen.

Ich gehe davon aus, dass die »Cyborgs« über einen Selbsterhaltungstrieb verfügen. Sie werden alles tun, um eine Selbstzerstörung zu verhindern. Sie werden, unbeeinflusst von irrationaler Gefühlsduselei, beseitigen, was ihre Zukunft gefährdet, also uns. Wenn wir unser »Denken« nicht radikal ändern, dann werden wir in der Tat nicht mehr auf Erden willkommen sein. James Lovelock sieht die Zukunft meiner Meinung nach realistisch. Die Cyborgs, künstliche Wesen mit gigantischem Intelligenzpotenzial (9), »werden zunächst nicht unabhängig von uns sein; tatsächlich werden sie unsere Nachkommen sein, weil die Systeme, die wir erschufen, sich als ihre Wegbereiter erwiesen haben.«

Foto 2: Erich von Däniken (links)
mit Walter-Jörg Langbein vor einem
steinzeitlichen
Tempel auf Malta. Foto Ille Pollo
Mag sein, dass wir von den Cyborgs noch gebrauch, später zunächst noch geduldet werden, solang wir den »Cyborgs« noch nützlich sein können. Lang dürfte das nicht der Fall sein. Bald werden wir nicht nur nutzlos für die Coyborgs sein, wir werden für sie bestenfalls Hindernisse auf dem Weg ihrer rapiden Entwicklung sein. Werden uns dann die »Cyborgs« auslöschen, um so schnell wie möglich in der Entwicklung voranzukommen, ja um sich selbst eine sichere Zukunft zu ermöglichen? Das halte ich für eine plausible Zukunftsvision. Vor einem Krieg zwischen den Cyborgs und uns Menschen müssen wir uns meiner Meinung nach nicht fürchten. Die Cyborgs werden uns ohne Probleme ausschalten können, ohne dass unser Widerstand auch nur den Hauch einer Chance hätte. Das wäre dann das Ende der Menschheit und die neue Welt der Cyborgs.

Erich von Däniken (*1935) teilt einen solchen Pessimismus nicht. Er ist vielmehr sehr zuversichtlich. Bereits 1968 prophezeite er in seinem ersten Weltbestseller »Erinnerungen an die Zukunft« (10): »Der Mensch hat eine grandiose Zukunft vor sich, die seine grandiose Vergangenheit noch überbieten wird. Wir brauchen Weltraumforschung und Zukunftsforschung und den Mut, unmöglich erscheinende Projekte anzupacken. Zum Beispiel das Projekt einer konzentrierten Vergangenheitsforschung, das uns kostbare Erinnerungen an die Zukunft bringen kann. Erinnerungen, die dann bewiesen sein werden und ohne den Appell, an sie glauben zu sollen, die Menschheitsgeschichte erhellen. Zum Segen künftiger Generationen.«


Fußnoten
(1) Pais, Abraham: »Ich vertraue auf Intuition: der andere Albert Einstein«, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1995, Seite 176, 10. Und 9. Zeile von unten
Wieland, Michael: »Positionen«, Norderstedt 2012, S. 27, 4. Und 3. Zeile von unten
(2) https://franziskaner.net/der-sonnengesang/ (Stand 06.06.2020)
(3) http://w2.vatican.va/content/francesco/de/encyclicals/documents/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html (Stand 06.06.2020)
(4) »Laudato si’«, 4. Kapitel, »Eine ganzheitliche Ökologie«, »I. Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialökologie«, 138. (»LS 138«)
(5) Lovelock, James: »Unsere Erde wird überleben. Gaia: eine optimistische Ökologie, München 1982
(6) Lovelock, James: »GAIA/ Die Erde ist ein Lebewesen«, Bern 1992, Seite 184, 20.-25. Zeile von oben (Rechtschreibung unverändert übernommen.)
(7) Ebenda, 5.-1. Zeile von unten (Rechtschreibung unverändert übernommen.)
(8) Lovelock, James: »Novozän: Das kommende Zeitalter der Hyperintelligenz«, 1. Auflage, München 2020, Seite 46
(9) Ebenda, Seite 47, 4.-7. Zeile von oben
(10) Däniken, Erich von: »Erinnerungen an die Zukunft – Ungelöste Rätsel der Vergangenheit«, Düsseldorf und Wien, 1968, Seite 221

Zu den Fotos
Foto 1: Gott steht außerhalb. Darstellung frühes 13. Jahrhundert
Foto 2: Erich von Däniken (links) mit Walter-Jörg Langbein vor einem steinzeitlichen Tempel auf Malta. Foto Ille Pollo


557. »Frankensteins Monster und der Golem«
Teil 557 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 20. September 2020


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Sonntag, 12. April 2020

534. »Erich von Däniken zum 85. Geburtstag«

Teil 534 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein



ALLES GUTE, ZUM GEBURTSTAG, EVD!
Gesundheit und Schaffenskraft,
Geduld und weiterhin gute Ideen,
Freude am Forschen und
Schreiben!
Und besten Dank für so Vieles!
Uns allen: Gut, dass es
EVD gibt!
Glückwunsch Planet Erde zu
diesem großartigen Menschen!
 

Foto 1: Erich von Dänikens erster Weltbestseller
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Erich von Däniken ist ein »Sonntagskind«. Er wurde am 14. April 1935 geboren, Palmsonntag 1935. Am Dienstag, den 14. April 2020 feiert er nun seinen 85. Geburtstag. Feiert? Vermutlich wird er arbeiten. Das Corona-Virus veränderte einiges in Leben des E.v.D. Reisen nach Ägypten und in die USA mussten gestrichen werden. Vortragstermine wurden – gezwungener Maßen – abgesagt. Müßiggang bricht dennoch nicht aus bei E.v.D. Zu tun hat er immer sehr viel. Wenn es möglich wäre, mehrere E.v.Ds herzustellen, die würden alle nicht über Arbeitsmangel klagen können.

Erich von Däniken wird 85 und man kann nur staunen, was dieser Mann zu leisten vermag. E.v.D absolviert – und das weltweit – ein unglaubliches Arbeitspensum, und das in seinem Alter. Arbeitsleistung und sein Alter: das ist kein Gegensatz, das ist kein Widerspruch. Erich von Däniken ist nicht so gut drauf, obwohl er in seinem Alter so viel leistet, sondern weil er so viel leistet. Seine Arbeit, das ist sein Lebenselixier. Sein leidenschaftliches Suchen, Streben, Forschen, das alles gibt ihm Kraft.

Erich von Däniken ist ein Sonntagskind. Sein Forschen, seine Reisen, seine Bücher und seine Vorträge: das alles ist sein Lebenselixier. E.v.D. kann sich glücklich schätzen, dass er seit mehr als einem halben Jahrhundert genau das tun kann, was er tun möchte und tun muss. Wir können uns glücklich schätzen, weil E.v.D. uns die Augen öffnet und uns unsere fantastische Vergangenheit und unsere fantastische Zukunft erkennen lässt.

Erich von Däniken war schon als Schulknabe wegen seiner Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit beliebt und geschätzt. Daran hat sich, das kann ich nur bestätigen, nichts geändert. Ich schrieb ihm anno 1968 und erhielt zu meinem eigenen Erstaunen Antworten. Ich lernte Erich von Däniken schließlich persönlich kennen. Vertrauen wurde aufgebaut. Ich darf stolz sagen: Wir wurden gute Freunde. Und diese Freundschaft hält nun schon Jahrzehnte.

Foto 2: Erich von Dänikens zweiter Weltbestseller
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Zu E.v.D. durfte ich immer mit meinen Sorgen kommen: als Gymnasiast, als Student der evangelischen Theologie und schließlich als »freier Journalist und Schriftsteller«. Gelegentlich durfte ich ihn zusammen mit E.v.D.s langjährigem Mitarbeiter Willi Dünnenberger auf Vortragstourneen begleiten, den Diaprojektor bedienen... E.v.D. konnte noch so sehr im Stress sein, und das war er oft, eigentlich immer, für meine Sorgen hatte er immer ein offenes Ohr.

Ich selbst durfte auf Weltkongressen der A.A.S. Vorträge halten, erstmals am 27. Juli 1978 in Chicago, Illinois. 1979 war das Jahr der Entscheidung für mich. Am 14. Juni 1979 berichtete ich in München über »Die Sache mit den Urtexten« – und beschloss, mein Theologiestudium abzubrechen. In München fand sich nach meinem Vortrag ein Verleger für mein erstes Buch (»Astronautengötter«) der leider allzu früh verstorbene John Fisch (*1942; †1984).

1979 lernte ich – durch meinen Vortrag bei der A.A.S. – meine Frau Barbara kennen und lieben, mit der ich seither, seit über vierzig Jahren, zusammen bin. Ich fürchte, ich habe die Nerven meiner Frau in den vergangenen Jahrzehnten mit meiner Schreiberei gar manches Mal arg strapaziert. Zu meiner Verwunderung aber sind wir heute noch ein Paar. So verdanke ich mein Lebensglück... dem großartigen E.v.D.!

Wie ist er, der E.v.D., den man nun als Jubilar bezeichnen darf? Carmen Rohrbach (1): »Beim persönlichen Kontakt erwies er sich als liebenswürdig und entgegenkommend. Wohlwollend führte er uns in sein Heiligtum, das Archiv – einen Raum mit Schränken bis zur Decke, in denen, exakt geordnet und registriert, ein Schatz von Schriftstücken, Berichten, Notizen und Fotos lagert, der ungeklärte Rätsel und Seltsamkeiten auf unserer Erde beinhaltet. Großzügig gewährte er uns Einblick in Dokumente und Bildmaterial. Er erzählte begeistert von seinen Reisen in alle Teile der Welt, berichtete von neuen Entdeckungen und unschlagbaren Beweisen für seine Theorien.«

Foto 3: Erich von Däniken unterwegs

Weiter schreibt Carmen Rohrbach: »Statt aufgeblasen und eitel, wie ihn manche seiner Gegner beschreiben, fand ich einen offenherzigen und humorvollen Menschen, der passioniert und enthusiastisch für seine Ideen ficht. Ich war beeindruckt von seiner Leidenschaft, mit der er voneinander unabhängige Erscheinungen, Ereignisse und Kuriositäten sammelt, miteinander verbindet und alles in einer einzigen, für ihn gültigen Vorstellung enden läßt: die Existenz Außerirdischer und ihrer Landung auf unserem Planeten.«

Ja, beeindruckend ist er, der E.v.D. Er hat einen unbeschreiblichen Reichtum an Energie in sich, er ist auf fantastische Weise charismatisch und er ist immer er selbst geblieben.

In seinem Werk »Raumfahrt« stellt der Raumfahrtpionier Prof. Eugen Sänger (*1905; †1964) schon 1958 Überlegungen über Besucher von anderen Sternen auf der Erde in der Vergangenheit an. Er schreibt (2): »Der Wunsch, nach den Sternen zu greifen, ist so alt wie die Menschheit selber... Der Gedanke der Raumfahrt erscheint daher am frühesten schon in der prähistorischen Menschheitsperiode in den Göttermythen und Sagen.«

Entstand also der Wunsch nach Raumfahrt aus Mythen der Vorzeit und aus alten heiligen Büchern der Völker, weil die Menschen davon träumten, in die Tiefen des Alls vorzudringen? Wurden also schon vor Jahrtausenden fiktive »Raumfahrergeschichten« formuliert?

Prof. Sänger hält das für unwahrscheinlich. Er geht vielmehr von Erinnerungen an reale Ereignisse aus (3):

Foto 4: Mit E.v.D. vor einem »Tempel« (Malta)

»Es erscheint uns heute fast wahrscheinlicher, dass unsere Vorfahren diese Vorstellungen aus realen Erfahrungen bei der Begegnung mit prähistorischen Besuchern aus dem Weltraum erwarben, als dass eine ans Unglaubwürdige grenzende Zukunftsschau sie ihnen schon vor Jahrtausenden auf wunderbare Weise geoffenbart hätte.« Der Raumfahrtpionier betonte vor einem halben Jahrhundert, dass entsprechende Hinweise nicht etwa nur bei einzelnen Völkern oder Religionen vorkommen, »sondern praktisch bei allen Völkern der Erde in sehr ähnlicher Weise auftauchen«.

Schließlich listet Prof. Sänger einige Indizien für Besuche der »Astronautengötter« auf, die Jahre später sozusagen zum Kanon der »Prä-Astronautik« gehören sollten (4):

Foto 5: »Neue Erkenntnisse«
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»Tatsächlich berichtet nicht nur die Bibel vom Propheten Elias, er sei auf einem von Flammenrossen gezogenen Donnerwagen gen Himmel gefahren, nach mexikanischen Mythen erhielt die Maya den Besuch eines Gottes aus dem Weltraum, die Begründer der peruanischen Inkadynastie kamen vom Himmel...« Weiter schreibt Prof. Sänger: »Die bei Ninive gefundene Tontafel Assurbanipals mit der Kunde von dem Himmelsflug des sumerischen Königs Etam um 3200 v. Chr. bis in solche Höhen, dass ihm die Länder und Meere der Erde nicht größer erscheinen als ein Laib Brot, mag auch hierher gehören, ebenso wie die aus der Zeit um 155 v. Chr. stammende bekannte griechische Sage von Ikarus und Dädalos und die entsprechende germanische Sage von Wieland dem Schmied.«

Schließlich blickt Raumfahrtpionier Sänger in die Zukunft: Die »Erinnerung an die Fähigkeiten außerirdischer Wesen« habe im Menschen den Wunsch verstärkt, »selbst Raumfahrt zu treiben«. Es ist bemerkenswert, dass ein Pionier der Raumfahrt wie Prof. Eugen Sänger den durchaus möglichen Hintergrund von Mayamythologie erkennt: dass Götter der Mayas womöglich tatsächlich außerirdische Astronauten waren, die vor Jahrtausenden zur Erde kamen.

Erich von Däniken hat vor über fünfzig Jahren eine Tür aufgestoßen. Er hat ein Tor geöffnet: in den Kosmos! E.v.D. macht Mut zu kühnen Gedanken. Und er zeigt allen Menschen, die wissbegierig sind, eine tief im Menschsein verwurzelte Sehnsucht: nach den Weiten des Universums.

Foto 6: E.v.D. hat sehr viel zu sagen!
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Wird das ehrgeizige Projekt jemals verwirklicht werden? Warum sollten sich Menschen in einem Raumschiff, das einer riesigen künstlichen Welt gleicht, auf eine Reise mit ungewissem Ziel machen? Warum sollten sich Menschen auf ein Abenteuer einlassen, dessen Ausgang sie selbst nie erfahren werden? Warum sollten Wissenschaftler ein Projekt ins Leben rufen, dessen Ausgang sie selbst nie erleben können? Schließlich würde es auf Jahrtausende angelegt sein, auf viele Generationen! Warum sollten Unsummen für ein riesiges Raumschiff ausgegeben werden, das wohl nie zur Erde zurückkehren wird?

Politiker haben häufig den »Weitblick« eines Maulwurfs. Werden sie enorme Summen in ein Projekt investieren, das Jahrtausende in die Zukunft weist?

Wissenschaftliche Forschung dient stets der Suche nach Antworten auf brennende Fragen. Gleichgültig, ob ein Raumschiff nach vielen Jahrtausenden zur Erde zurückkehrt, oder ob es für immer in den Tiefen des Alls entschwindet: die Konstrukteure und Erbauer werden nie erfahren, was Nachfahren der Startmannschaft in ferner Zukunft erleben werden.

Prof. Dr. Dr.-Ing. Hermann Oberth (*1894; †1989) antwortete auf solche Einwände gegen interplanetare und interstellare Raumfahrt so (5): »Aber wozu das alles? Wer das faustische Streben nicht kennt, dem kann man auf diese Frage nicht antworten, und wer es kennt, der weiß die Antwort selbst. Ihm ist es selbstverständlich, alles Erforschbare zu erforschen, alles Unentdeckte zu entdecken, mit den Bewohnern anderer Welten in Verbindung zu treten.«

Foto 7: Brandaktuell - der neue Däniken!
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Erich von Däniken schrieb schon in seinem ersten Weltbestseller »Erinnerungen an die Zukunft« (6): »Der Mensch hat eine grandiose Zukunft vor sich, die seine grandiose Vergangenheit noch überbieten wird. Wir brauchen Weltraumforschung und Zukunftsforschung und den Mut, unmöglich erscheinende Projekte anzupacken. Zum Beispiel das Projekt einer konzentrierten Vergangenheitsforschung, das uns kostbare Erinnerungen an die Zukunft bringen kann. Erinnerungen, die dann bewiesen sein werden und ohne den Appell, an sie glauben zu sollen, die Menschheitsgeschichte erhellen. Zum Segen künftiger Generationen.«

Fußnoten
(1) Rohrbach, Carmen: »Botschaften im Sand«, München 1992, Seite 32 (Rechtschreibung wurde nicht an die Rechtschreibreform angepasst.)
(2) Sänger, Eugen: »Raumfahrt – technische Überwindung des Krieges«, Hamburg 1958, S.124+125
(3) Ebenda, Seite 124
(4) Ebenda, Seite 125
(5) Oberth, Hermann: »Menschen im Weltraum – Neue Projekte für Raketen- und Raumfahrt«, Düsseldorf 1954
(6) Däniken, Erich von: »Erinnerungen an die Zukunft – Ungelöste Rätsel der Vergangenheit«, Düsseldorf und Wien, 1968, Seite 221

Zu den Fotos
Foto 1: Erich von Dänikens erster Weltbestseller.
Foto 2: Erich von Dänikens zweiter Weltbestseller.
Foto 3: Erich von Däniken unterwegs. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Mit E.v.D. vor einem »Tempel« (Malta). Foto Ille Pollo
Foto 5: »Neue Erkenntnisse«
Foto 6: E.v.D. hat sehr viel zu sagen!
Foto 7: Brandaktuell - der neue Däniken!

535. »Berufen, hoch zu fliegen«,
Teil 535 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 19. April 2020



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