Sonntag, 26. August 2012

136 »Der Astronaut von Palenque«

Teil 136 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Die Palenque-Briefmarke von
Paraguay
Foto: W-J.Langbein
Am 6. Dezember 1974 brachte Paraguay eine besonders schöne Briefmarke heraus, die ein fantastisches Thema gestaltet: Außerirdische besuchen in grauer Vorzeit Planet Erde. Konkret wird auf Erich von Dänikens These hingewiesen, die Möglichkeit vorgeschichtlicher Astronautenbesuche postuliert. Im Bild wird eine Verbindung zwischen moderner Raumfahrt und mexikanischer Kunst hergestellt ... zwischen Raumschiffen, wie wir sie kennen ... und der geheimnisvollen Reliefarbeit aus dem Tempel der Inschriften. Das Hauptmotiv der »Grabplatte von Palenque« erinnert in der Tat in verblüffender Weise an einen schwerelos schwebenden Astronauten in seiner Raumkapsel ...

Der dickliche kleine Mann redet sich in Rage: »Und nach diesem Däniken haben Außerirdische diesen Tempel gebaut ... und in der unterirdischen Gruft einen verunglückten Astronauten bestattet!« Der kleine Herr wischt sich den Schweiß von der Stirn und deutet theatralisch auf den »Tempel der Inschriften« von Palenque. »Nichts davon ist wahr!« Die kleine Reisegruppe lässt Laute des Unmuts und der Empörung vernehmen. Ein Teilnehmer ruft: »Unmöglich, dieser Däniken! Aber diese Österreicher glauben ja, sie könnten die ganze Welt an der Nase herumführen!« Applaus brandet auf.

Der mysteriöse Tempel der Inschriften
Foto: W-J.Langbein
Der rundliche Reiseführer – ein Magister der Theologie, wie ich später erfahre – trumpft auf: »Kein Stein dieses Tempels ist Werk von Außerirdischen! Und ein Außerirdischer wurde niemals in der Gruft bestattet! Däniken ist doch schon längst widerlegt!« Vorsichtig nähere ich mich der kleinen Gesellschaft: »Ich habe die Bücher des Schweizers Erich von Däniken alle gründlich gelesen. Nirgendwo hat er so einen Unsinn behauptet, wie Sie ihm unterstellen ... Oder sollte es einen Schriftsteller gleichen Namens aus Österreich geben, der solchen Quatsch von sich gibt? Der bekannte Erich von Däniken jedenfalls ist Schweizer, kein Österreicher!«
Eine sachbezogene Antwort erhalte ich nicht. »Sie gehören nicht zu unserer Reisegruppe ...« Danach folgt nur Schweigen.

Tatsächlich aber gibt es Hinweise auf Außerirdische in Palenque ... nur dass sie nicht als solche bezeichnet werden. Es ist das uralte Volk der Hopi-Indianer, das die Erinnerung an Besucher von außerhalb der Erde bis in unsere Tage am Leben erhält. Über dieses Thema habe ich mich mehrfach mit dem leider verstorbenen ehemaligen NASA-Mitarbeiter Josef Blumrich (1913-2002) unterhalten. Josef Blumrich, einst ein führender Mann bei der NASA, machte sich als Chronist der Hopi-Indianer verdient. Der Stammesälteste White Bear Fredericks (1905- 1996), vermutlich einer der letzten Eingeweihten seines Volkes, erzählte Blumrich die rätselhafte Geschichte der Hopi. Immer wieder begegnen uns Außerirdische, die den Hopi wohlvertraut waren.

Fünf Kachinas, fünf Boten
aus dem All.
Fotos: Archiv Langbein
Seit 1968 Dänikens »Erinnerungen an die Zukunft« erschien, fasziniert mich der »Tempel der Inschriften«. Laut Überlieferung der Hopi-Indianer gab es einst himmlische Lehrmeister, die in der Universität von Palenque die Menschen in den Wissenschaften unterrichteten. Waren diese »Himmlischen« höchst reale Astronauten, kosmische Besucher von fernen Welten? Erich von Däniken bejaht diese Frage.
Wurden seine Gedanken zur Grabplatte von Palenque wirklich längst widerlegt, wie so oft behauptet wird? Stellt das steinerne Relief auf dem monströs anmutenden Sarkophag in der Gruft von Palenque zwei Meter unter der Basis der »Pyramide der Inschriften« etwas ganz anderes als einen Astronauten dar?

Ein Kuriosum ist die aus einem einzigen Monolithen gefertigte Grabplatte (Maße 3,80 Meter mal 2,20 Meter) allemal: Über den Verwinkelten Abstieg durch den steinernen Leib ist das mysteriöse Kunstwerk sicher nicht an ihren Bestimmungsort gebracht werden. Die Platte ist einfach zu groß, der Gang ist zu schmal und zu niedrig. Man kann mit gewaltigem Aufwand die tonnenschwere Steinplatte drehen, wenden oder kippen wie man will ... sie passt nicht durch den steilen und verwinkelten Gang. Es gibt nur eine Lösung: Man muss die Pyramide (Gang inklusive) über die bereits bestehende Gruft (mit dem Sarkophag darin) gebaut haben!

Die umstrittene Grabplatte
von Palenque
Foto: Ingeborg Diekmann
Keine Frage: Der Sarkophag muss eine ganz besonders wichtige Bedeutung gehabt haben. Aber welche? Vor allem: Was zeigt das Relief auf der Grabplatte, das auf der Briefmarke von Paraguay verewigt wurde? Einen Astronauten als Pilot in einer Art Spaceshuttle vielleicht? Diese fantastisch anmutende Erklärung ist bis heute von der Schulwissenschaft nicht widerlegt worden. Im Verlauf meiner Reisen durch Zentralamerika suchte ich immer wieder Palenque auf. Und immer wieder gab es neue Erklärungen für die mysteriöse, in den Stein gemeißelte Darstellung.

Und das verwundert mich: Wieso trägt jeder einzelne Wissenschaftler in Sachen Grabplatte von Palenque seine ganz persönliche Interpretation als der Weisheit letzten Schluss vor? Wieso geben die Vertreter der angeblich so wissenschaftlichen Mayaforschung nicht zu, dass zehn Wissenschaftler zehn grundverschiedene Erklärungen haben? In den rund sechs Jahrzehnten seit der Entdeckung der Grabplatte wurden unzählige Erklärungen vorgetragen: und alle widersprechen einander!

So manches Mal stieg ich hinab in die unterirdische Gruft von Palenque, quälte mich durch saunaartige Hitze und extreme Luftfeuchtigkeit ... Manches Mal bin ich auf einer der glitschigen Steinstufen ausgerutscht, zum Glück aber nie gestürzt. Und bei jedem Besuch war wieder eine neue Erklärung der Grabplatte aktuell, die allen bisherigen zum Teil radikal widersprach. Bei jeder dieser ach so wissenschaftlichen Lösungen des Palenque-Problems fragte ich mich:

Detail von der Grabplatte
Foto: W-J.Langbein
Welche »Erklärung« erfordert mehr Fantasie: die »Astronautengötter-Theorie«? Oder die wissenschaftliche? Aber halt: die wissenschaftliche Antwort auf die Reliefdarstellung von Palenque gibt es ja gar nicht! Es herrscht ein geradezu babylonisches Durcheinander in Sachen Palenque. Wer sich die widersprüchlichen Aussagen der gelehrten Herrschaften vor Augen führt, die alle so tun als hätten sie die Wahrheit gepachtet... wird an der Wissenschaftlichkeit vieler »wissenschaftlicher« Forschungsergebnisse zweifeln! (2)

Auch wenn Schulwissenschaftler gern so tun: Wie ein Buch lesen kann man die Grabplatte von Palenque bis heute nicht. Wir sind auf Spekulationen angewiesen!

Fußnoten
1 Blumrich, Josef: »Kasskara und die sieben Welten«, Wien und Düsseldorf 1979
2 Siehe hierzu Langbein, Walter-Jörg: »2012«, München, 2. Auflage 2011




In Memoriam Neil Armstrong - 5.8.1930 - 25.8.2012

»Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.« Diese Worte sind legendär. Gesprochen hat sie Neil Armstrong, der er als erster Mensch den Mond betrat.

Armstrong war der Kommandant der Apollo-11-Mission. Am 21. Juli 1969 betrat er als erster Mensch den Erdtrabanten. Am 25. August 2012 ist Neil Armstrong im Alter von 82 Jahren an den Folgen eines Herzeingriffs verstorben.

Für US-Präsident Barack Obama war Neil Armstrong einer »der größten amerikanischen Helden, nicht nur zu seiner Zeit, sondern für alle Zeiten«. Die Mondlandung 1969 beflügelte die Diskussion um die fantastischen Thesen Erich von Dänikens. Sein erstes Buch »Erinnerungen an die Zukunft« war wenige Monate zuvor erschienen ... mit dem »Astronauten von Palenque« auf der Titelseite.

Weltweit wurde damals diskutiert: Wenn wir Menschen heute Raumfahrt betreiben können ... warum soll dies nicht intelligenten Bewohnern fremder Planeten schon vor Jahrtausenden möglich gewesen sein? Gibt es Hinweise auf Besuche Außerirdischer in grauer Vorzeit auf Planet Erde?

Vor einigen Monaten zeigte sich Armstrong in einem offenen Brief an den Präsidenten Barack Obama sehr besorgt um die Zukunft der amerikanischen Raumfahrt. Mit anderen namhaften Unterzeichnern kritisierte Armstrong die Entscheidung, keine weiteren bemannten Flüge zum Mond durchführen zu lassen. Mit Neil Armstrong starb der erste Mensch, der den Mond betrat.

Ich bin davon überzeugt, dass es auch in Zukunft bemannte Missionen zum Mond geben wird. Wird der nächste »Mann im Mond« ein Chinese sein?

»Aufbruch in den Kosmos?«,
Teil 137 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 02.09.2012


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Sonntag, 19. August 2012

135 »Gold, Gold ... Gold«

Teil 135 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein








Santo Domingo
Foto: Håkan Svensson (Xauxa)
»Als Pizarro am 15. November 1533 in Cusco (Cuzco) einritt, muss die Stadt unermesslich reich und schön gewesen sein. Pizarro ließ fast alles Gold und Silber zusammentragen und einschmelzen, die Paläste zerstören, doch gegen viele Mauern hatte er – zum Glück – keine Chance. Sie dienten dann meist Grundmauern der Kirchen, die die Spanier auf ihnen errichteten – Sinnbild einer aufgepfropften, fremden Kultur.« Mit diesen knappen Worten fasst Kai Ferreira Schmidt (1) treffend den Zusammenprall zweier Kulturen in Peru zusammen: Christliches Abendland begegnet dem »heidnischen« Inka-Reich. In kürzester Zeit wird eine uralte Kultur ausgeplündert und ausgelöscht. Im Foto markiert: die stattliche Inkamauer im christlichen Gotteshaus, die allen Erdbeben trotzte ...

Wer im Theaterstück »Eroberung des Inkareiches« den Part der Barbaren spielt ... verdeutlichen Pizarros Gefangennahme des Inka-Herrschers und die anschließende Lösegelderpressung. Ein großer Raum – fünf Meter lang, drei Meter hoch – wurde von den Inkas mit Kostbarkeiten aus Gold gefüllt, der Inka-Herrscher aber dann doch nicht – wie versprochen – freigelassen, sondern erwürgt. Die Vertreter europäischer Kultur erwiesen sich als übelste Verbrecherbande. Die Plünderer hatten bereits riesige Reichtümer zusammengerafft ... das gewaltige Lösegeld für Atahualpa bereitete ihnen dann Probleme (2):

Santo Domingo,
Inkamauer von innen
»Dieser Handel war ganz nach dem Geschmack der Spanier. Sie hatten schon gewaltige Beute gemacht, doch jetzt gingen ihnen die Augen über, als sie sahen, wie die Kammer gefüllt wurde. Und dann wußten sie nicht, wie sie all die kunstvollen Teller, Schüsseln, Gefäße, Schmuckstücke und Kunstwerke untereinander verteilen sollten.
So mussten fünf Wochen lang indianische Goldschmiede die Erzeugnisse ihrer Kunstfertigkeit in gleichmäßige Barren von gleichem Gewicht einschmelzen – ein überzeugender Beweis für das überragende Kulturniveau des abendländischen Menschen.«
Was für eine Barbarei! So wurden Kunstschätze in unvorstellbaren Massen unwiederbringlich zerstört. Dieses Schicksal wurde auch den Kostbarkeiten aus dem Qoricancha zuteil. Qoricancha war keineswegs nur ein Tempel, sondern ein sakraler Bezirk in Cuzco ... das zentrale Heiligtum des Inkareiches. Was die Inka-Baumeister errichteten, das hatte Bestand! So wurden der zum Teil kunstvoll rund geschwungene Inkamauer an der Rückseite von Santo Domingo von mehreren Erdbeben keine nennenswerten Schäden zugefügt.

Die millimetergenau zugeschnittenen und glatt polierten Steine der Inkas behielten weitestgehend ihren Platz ... späteres Mauerwerk fiel oft in sich zusammen.

Santo Domingo,
Inkamauer von innen
Der legendäre erste Inka-Herrscher, Manco Capac, hatte sich eine fürstliche Residenz bauen lassen. Der Inka Capac Yupanki weihte die altehrwürdigen Bauten dem Sonnengott Inti. So wurde aus einem weltlichen ein sakral-göttlicher Palast.
Die Gold- und Silberschätze aus dem Tempel-Areal sind von den Spaniern geraubt worden ... die Tempelmauern, so nahm man an, hatten die Conquistadores allesamt eingerissen. Dann kam es im Jahr 1950 zu einer schlimmen Erdbebenkatastrophe ... und die Naturgewalten brachten Überreste des ehemaligen Sonnenheiligtums zutage! Im Kloster und in der Kirche Santo Domingo sind heute noch Teile der einstigen Sakralbauten zu besichtigen.

Betritt man das Kloster, so sieht man schon vom Eingang her den weiträumigen Hof der Mönche. Rechts und links von den Kreuzgängen finden sich die traurigen Überbleibsel uralter Inka-Baukunst.

Das düster wirkende Mauerwerk
war einst von Gold und Silber
überzogen. Foto: W-J.Langbein
Auf mich macht das Gemäuer einen tristen Eindruck ... zu Zeiten der Inkas aber glänzte hier das pure Gold! Zur linken Seite hin trifft man auf Überbleibsel des »Tempels des Regenbogens«. In steinernen Trapez-Nischen wurden hier Götterstatuen aus purem Gold verehrt. Die Spanier ließen sie einschmelzen. Im »Zentralheiligtum« herrschte zu Zeiten der Inkas absolute Stille. Auf goldenen Thronen saßen die Mumien der Inka-Herrscher. Ihre Gesichter waren von Masken aus Gold bedeckt. Als Zeichen der Autorität hielten die Mumien Szepter ... aus Gold. Ihre Kleidung entsprach dem hohen Rang der Herrscher, aus kostbarer Vicuna-Wolle gewebt. Üppiger Goldschmuck zierte die als »heilig« angesehenen Mumien. Die Spanier schändeten die Toten. Rissen ihnen Goldmasken und Goldschmuck ab, raubten die goldenen Ehrenzeichen und verbrannten die Toten.

Es grenzt an ein Wunder, dass heute noch im christlichen Heiligtum Santo Domingo altehrwürdiges Inka-Mauerwerk zu sehen ist. So überstanden Teile des Mondtempels die Zerstörungswut der Spanier und der christlichen Bauherren. Im Mondtempel, so wird überliefert, huldigte man dem Mond, der als massive Scheibe aus Silber präsent war. Verehrung des Mondes weist auf die Tradition der Göttin hin ... die im Christentum auch heute noch nicht nur geduldet, sondern gefördert wird. Allerdings wurde aus der heidnischen Mondgöttin die christliche »Mutter Gottes«. In zahllosen Darstellungen aus vielen Jahrhunderten steht sie ... auf einer Mondsichel.

Santo Domingo - Der Tempel in der
Kirche - Foto: Upload Bot (Colegota)
So nimmt es nicht wunder, dass die Mumien der verstorbenen Frauen der mächtigen Inka-Herrscher im Mondtempel auf silbernen Thronen saßen. Und es bedarf eigentlich nicht der Erwähnung, dass auch diese Toten von den Spaniern geschändet, beraubt und verbrannt wurden! Wo blieb da der Respekt vor der Totenruhe?

Von den Gold- und Silberschätzen der Inkas ist so gut wie nichts geblieben. Von den Bauten des Tempel-Bereichs von Cuzco überstanden Mauerreste die Jahrhunderte ... und die sind nach wie vor imposant! So erinnern manche Türen zwischen einzelnen »Zimmern« an Tresore unserer Zeit. Sie sind aber nicht aus Metall, sondern aus Stein. Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Präzision oftmals härtester Stein geschnitten und poliert wurde!

Wenn man es schafft, den aufmerksamen »Wächtern« der Kirche zu entkommen, dann kann man auch da oder dort gespannte Seile missachten und so manches »versteckte« Mauer-Relikt aus Inka-Zeiten bewundern. Ich stand vor so manchem »Eingang« aus Stein ... und fragte mich, wie wohl die Tür ausgesehen haben mag. Waren die Türen ebenso massiv wie die »Rahmen«? Dienten sie als Schutz für die Kostbarkeiten aus Gold und Silber? Ich glaube nicht: Den Inkas waren die Heiligtümer ihrer Göttinnen und Götter sakrosankt. Kein noch so armer Bauer hätte sich an den Kostbarkeiten vergriffen!

Tresortüren aus Stein
Fotos: W-J.Langbein
Was mir trotz mehrerer Anläufe nicht gelang ... Die Kirche von Santo Domingo wurde auf Tempelmauern der Inkas gebaut. Und die wichtigsten Tempel der Inkas waren nicht zufällig positioniert: Sie standen auf unterirdischen Gängen, auf einem angeblich gewaltigen unterirdischen System von Tunneln. Von den Tempeln aus konnte man in die mysteriöse Unterwelt hinabsteigen. In dieser Unterwelt sollen noch heute gewaltige Goldschätze versteckt sein, die von mutigen Inkas vor den geldgierigen Spaniern in Sicherheit gebracht werden konnten.

Mir wurde wiederholt versichert, dass mehrere Eingänge in die Unterwelt von Cuzco entdeckt wurden ... auch in der Kirche von Santo Domingo. Man zeigte mir einen Bretterverschlag, hinter dem sich angeblich so eine Tür befinden soll! Warum bleibt sie verschlossen? Warum wurde es nicht schon lange einer Kommission von internationalen Forschern ermöglicht, in die mysteriöse Unterwelt zu steigen.
Ein Pater erklärte mir in Santo Domingo: »Das Lösegeld für Atahualpa kam aus allen Teilen des Inkareiches. Die schwer bepackten ›Karawanen‹ waren oft viele Wochen unterwegs, bis sie in Cuzco ankamen! Nachdem Atahualpa ermordet worden war, trafen immer noch unermessliche Schätze ein. Es soll einer nahen Verwandten Atahualpas gelungen sein, beträchtliche Schätze vor den Spaniern zu verbergen und in den Chinkanas unter Cuzco zu verbergen!«

Von den Spaniern
zerschlagenes
Mauerwerk.
Foto: W-J.Langbein
Bewundernswert ist die Steinmetzkunst aus Inka-Zeiten. Keine Frage: Die Baumeister der »wilden« Inkas waren jenen der »zivilisierten« Europäer überlegen! Die Inkas hatten wahre Meister der Goldschmiedekunst und der Steinbearbeitung ... die Eroberer waren »Meister« im Rauben, Zerstören und Töten! Wenn Nachfahren der stolzen Inkas wissen, wo noch Goldschätze aus Atahualpas Zeiten verborgen sind .... warum sollten sie das Geheimnis den Nachkommen jener Räuber offenbaren, die einst den Inka-Regenten ermordeten und die Kultur der Inkas zerstörten?

Fußnoten
1 Schmidt, Kai Ferreira: »Peru Bolivien«, 2. vollständig überarbeitet und erweiterte Auflage, Markgrönningen, 6/ 2000, S. 192 unten und S. 193 oben
2 Leithäuser, Joachim G.: »Ufer hinter dem Horizont«, Berlin 1968, S. 191


»Der Astronaut von Palenque«,
Teil 136 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 26.08.2012


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