Sonntag, 7. Juni 2026

11. Leseprobe: Der Kinderschänder, sein Anwalt und der Pförtner …

und Bilder, über die der Pförtner wacht, schleichen durch die Kellertür

»… Es sind diese Worte »artig« und »anständig«. Sie wurden benutzt wie Geschosse und trafen mich, ließen mich artig, anständig, pflegeleicht sein und waren verantwortlich für die größten Fehler meines Lebens. Jetzt brauche ich keine Geschichten erfinden, ich schreibe so, wie ich die Begebenheiten erlebt habe. Natürlich bekomme ich »von manchen« etwas »anderes« zu hören, oder auch sogar geschrieben, aber das ist immer deren Sicht der Dinge. Es kann halt nicht wertfrei sein.

Das macht mich auch nachdenklich. Kann alles eine Mischung aus Dichtung, Wahrheit, sogar Lüge sein?

Eine Dichtung könnte frei erfunden sein. Nun habe ich erlebt, was ich aufschreibe, es hat alles einen Hintergrund.

Wahrheit ist ein relativer Begriff, auch abhängig vom Standpunkt des Betrachters. Darum kann ich, nur so wie Du auch, den eigenen Standpunkt darstellen.

Lüge ist es bestimmt nicht. Das Leben schreibt die tragischsten Geschichten.

Außerdem habe ich kein Interesse an schöngefärbten Geschreibe, oder färbe ich doch schön?

Frag den Kinderschänder oder seine Ehefrau. Beide würden dir sagen, dass sie Opfer einer Intrige seien. Frag die Geliebte des Mörders und auch ihren Ehemann. Sie würden sagen, dass auch sie Opfer seien, was sie ja übrigens auch ständig mitteilen, wem auch immer. Frage wen Du willst, jeder schildert es dir anders, eben, jeder aus seiner Sicht. Dabei scheine ich irgendwie, wohl im Moment, die Betreffenden zum Schweigen gebracht zu haben. Außerdem lebt der Mörder nicht mehr – das war ich aber nicht! Was lege ich mich auch mit solchen Typen an!

Eigentlich gibt es in der Tat ein entsprechendes Strafgesetzbuch (StGB), auch sogar § 176 Sexueller Missbrauch von Kindern!

Es soll tatsächlich so sein, dass in Deutschland 50 Kinder am Tag missbraucht werden, alle 30 Minuten ein Kind. Da die Quelle dafür sowohl BKA, als auch FAZ sind, können wir das durchaus glauben. Kein Täter darf davon kommen!

BKA war sogar ganz engagiert, Zitat: »Im Phänomenbereich des sexuellen Missbrauchs hat das BKA eine so genannte Zentralstellenfunktion ...« Wobei es da: PMK – rechts / links / ausländische Ideologie / PMK – religiöse Ideologie / Islamismus und dann noch sonstige Zuordnung gibt. Vermutlich Kindermissbrauch ist »bei sonstigen« zu finden.

Irgendwie ist ganz simpel ein Phänomen auch einfach schlicht die Erscheinung, kann auch ein Wunder oder Rätsel sein. Irgendwann, jetzt nach dem ganzen Desaster, erinnerte ich mich. Irgendwie schien, dass der Pförtner nicht mehr Acht gab auf die Bilder, die er sonst bewachte und die sich auch irgendwann und irgendwie durch die Kellertür schlichen:

»… du träumst, träume nicht! …«

Die Stimme meiner Mutter, klar und deutlich, dabei, manchmal, der obligatorische Schlag in den Nacken der mich traf, der mich aus meinen Tagträumen riss. Wenn ich es mir recht überlege, was hatte ich damals schon außer meinen Tagträumen, die mich in eine andere, eine heile andere Welt entrücken ließen. In der alles wohlgeordnet war, in der ich meinen Platz hatte, fest und besonders. Schon damals habe ich sie mir nicht nehmen lassen und habe immer wieder geträumt und wurde immer wieder aus ihnen gerissen.

Dann könnte das Erleben mit den Tätern einfach nur Teil meiner Tagträume gewesen sein? Das würde bedeuten, ich hätte nur »Schlechtes« geträumt? Als hätte ich den Hass gegen mich nicht schon erlebt. Damals - wir waren jung und das Geld passte auch und irgendwie war es anders im Iran. Da führte noch der Schah die Regie. Was so genau dort gebaut wurde … ob das damals überhaupt jemanden interessierte, bestimmt heute auch niemanden. Es gab dort auch kein Konto im Iran, dafür aber hier und das füllte sich uns gut und noch besser.

Dummerweise wurde ich als Iranerin gehalten. Ich war eben nicht blond und blauäugig. Männer konnten fast alles machen was sie wollten. Eine Frau nicht. So konnte ich sehen, erkennen in den Blicken, weniger von anderen Frauen, ausnahmslos von Männern, ihren Hass. Sogar hatte es auch Versuche gegeben, mich anzugreifen - da habe ich Glück gehabt.

Andere Frauen hatten das nicht. Die wurden mit Säure beworfen und auch mit Steinen. Damit wurde auch bei mir versucht, aber ich wurde nicht getroffen - da hatte ich wieder Glück. Ich konnte flüchten, zurück in meine Heimat, die meisten Iranerinnen konnten das nicht. Konnten nicht flüchten. Die mussten in ihrer Heimat bleiben. In den vergangenen Jahrzehnten ist es dort weder schön noch besser geworden.

Diesen Hass, den ich erlebte, habe ich nicht vergessen. Der ist mir auch hier begegnet. Den konnte ich erkennen und er machte mich vorsichtig, was man mir so gar nicht ansah. In all meinen vergangenen Jahren, sogar bis jetzt, hat danach keiner gesagt, dass ich da etwas gut gemacht, weil ich etwas Weiteres verhindert habe. Auch nicht bei diesem Lehrer, damals. Der seine Finger nicht von den Kindern lassen konnte. Es waren viele froh, dass es endlich vorbei war. Andere nutzten das. Ganz einfach ging das sogar. Sie schrieben einfach, dass sie traurig waren, dass er gehen musste und es wurde einfach unterschrieben. Weil er wiederrum schrieb, welches der Kinder noch zum Gymnasium gehen durfte. So einfach war das.

Was war denn mit dem Blick? Die einen konnten mich nicht ansehen, die anderen sahen mich voller Hass an. Weil ich gehasst wurde. Es gibt dann Sinn, einfach zu gehen. Der Hass ist mir danach tatsächlich wieder begegnet. Zuerst habe ich das nicht verstanden - Hass mit Verachtung, das geht auch. Es kam und auch kommt bei mir an, es schmerzt verachtet zu werden.

Ich habe ihn gesehen. Es war ein Knabe, es war ein Kind, es war keines von ihm, dem Mann, aber er liebte dieses Kind und er stand mit diesem Kind in einer Ecke, wo er, und geschützt von den Blicken anderer, diesen Jungen eng an sich gezogen hatte, ihn fest hielt mit einem Arm und der anderen Hand über den Kopf des Jungen streichelte und zu ihm klar verständlich sprach, dass sie Geheimnissen haben werden, dass er niemals anderen von ihren Geheimnissen erzählen darf und er einen Anfang einer großen Beziehung beginnen wollte. Und das sollte auch geschehen, noch viel mehr versuchte er.

Natürlich, aus meiner Sicht, habe ich ihm die Tour vermasselt, weil ich der Polizei das berichtete, meinte, dass etwas dagegen zu tun ist. Dachte ich. Dabei gehörte das bis heute zu einem größten Fehler meines Lebens.

Denn dafür bestrafte mich dieser Mann zusammen mit seiner Frau. Die mich dafür hassten, die das als Verrat von mir sahen. Auch sie unternahm vieles gegen mich, was ich irgendwie erst nicht verstand, später schon etwas, was ich aber eigentlich auch nicht verstehen muss. 

Wobei ich mich oft frage, ob es vielleicht wirklich besser ist, wegzuschauen.

Es war nicht nur der Hass, der mir begegnete. Es waren nicht wie im Iran die Steine die flogen. Es war der Versuch, mich direkt anzugreifen. Eigentlich steht es mir zu, mich bei Angriffen zu wehren. Das ist vorher schon geschehen. Bereits im Jahr davor und das habe ich nur knapp überlebt. Dabei bin ich angegriffen worden. Konnte nicht mehr sprechen, konnte nicht schreiben, saß im Rollstuhl aber habe es überlebt.

War es viel Geld um das es ging, oder um den Versuch, ein Kind zu missbrauchen, das, was ich versucht habe zu verhindern. Dafür sollte mir der Prozess gemacht werden, so bemühte sich auch der Anwalt, selbst auch die Enkelin des Kinderschänders und seiner Ehefrau. In der Zeit habe ich verzweifelt um Hilfe gebeten, weil ich die auch brauchte. Wenn so etwas geschieht, was eigentlich nicht getan werden darf, was geschieht mit den Opfern, wenn schon das mit mir möglich war.

Was war das mit dem Prozess, der mir drohte, der auch tatsächlich stattfand. Es wurde Zivilcourage bestraft.

Wobei, ich sage dir was, froh bin ich, dass es keine Scheiterhaufen mehr gibt. Da hätte ich glatt als Hexe geendet. So wurde nur versucht, was tatsächlich zum Teil gelungen war, mir großen Schaden zuzufügen.

Dabei half dem Pädophilen auch ein Anwalt, um noch mehr Macht zu erlangen. Das ging, denn er wusste, wie er mich verklagen konnte. Die Macher haben Ahnung. Dabei habe ich den Kinderschänder doch nur erwischt. Was soll ein missbrauchtes Kind machen? Es sind »Geheimnisse«, die für die Kinder gelten, wehe, sie wollen darüber sprechen, was sie als Missbrauch ertragen mussten und noch weiterhin müssen. Dann können auch seine Schläge nachhelfen, das sorgt für das Schweigen der Opfer. So legt der Kinderschänder das Tuch über seine Taten und traumatisiert damit die Kinder. Mir scheinen auch damit die Tagträume verloren gegangen zu sein.

Kein Täter darf davonkommen! Auf diese Art und Weise sicher nicht! …«


Weitere Info: LYRIK Sylvia B


Schade:














»Der Mörder und der Kinderschänder«
Ein Münsterland-Kriminalroman, der auf wahren Begebenheiten basiert.
Bei diesem Werk handelt es sich um einen Kriminalroman. Etwaige Ähnlichkeiten oder Namensgleichheit mit real existierenden Menschen wären rein zufällig. Alle beschriebenen Handlungen sind an die Realität angelehnt.

Unter dem Pseudonym - Tuna von Blumenstein - hat die Autorin fünf Kriminalromane veröffentlicht:

»Der Mörder und der Kinderschänder« 2025
 
ISBN: 9783769325911
Im Buchhandel erhältlich
 
Bei Thalia
und
Krimis der Tuna vB auch als eBook

Labels

Walter-Jörg Langbein (657) Sylvia B. (104) Osterinsel (79) Tuna von Blumenstein (53) Peru (34) Karl May (27) Nan Madol (27) g.c.roth (27) Der Tote im Zwillbrocker Venn (24) Maria Magdalena (22) Jesus (21) Der hässliche Zwilling (20) Karl der Große (19) Make Make (19) Externsteine (18) Für Sie gelesen (18) Bibel (17) Rezension (17) der tiger am gelben fluss (17) Autoren und ihre Region (16) Apokalypse (15) Vimanas (15) Atlantis der Südsee (13) Blauregenmord (12) Nasca (12) Palenque (12) Weseke (12) meniere desaster (12) Krimi (11) Pyramiden (11) Malta (10) Serie Teil meniere (10) Ägypten (10) Forentroll (9) Mexico (9) National Geographic (9) Straße der Toten (9) Lügde (8) Briefe an Lieschen (7) Lyrik (7) Monstermauern (7) Sphinx (7) Tempel der Inschriften (7) Winnetou (7) Marlies Bugmann (6) Mord (6) altes Ägypten (6) 2012 - Endzeit und Neuanfang (5) Atahualpa (5) Hexenhausgeflüster (5) Mexico City (5) Märchen (5) Satire (5) Thriller (5) Atacama Wüste (4) Cheopspyramide (4) Dan Brown (4) Ephraim Kishon (4) Hexenhausgeflüster- Sylvia B. (4) Leonardo da Vinci (4) Machu Picchu (4) Sacsayhuaman (4) Teutoburger Wald (4) große Pyramide (4) Meniere (3) Mondpyramide (3) Mord im ostfriesischen Hammrich (3) Mord in Genf (3) Mysterien (3) Sakrileg (3) Shakespeare (3) Bevor die Sintflut kam (2) Das Sakrileg und die heiligen Frauen (2) Friedhofsgeschichten (2) Goethe (2) Lexikon der biblischen Irrtümer (2) Markus Lanz (2) Münsterland-Krimi (2) Vincent van Gogh (2) Alphabet (1) Bestatten mein Name ist Tod (1) Hexen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen Hexenhausgeflüster (1) Mord Ostfriesland (1) Mord und Totschlag (1) Münsterland (1) einmaleins lernen (1) meniére desaster (1)