… die ich auch irgendwie überleben konnte …
Kurze Momente bekam ich nach der Tat, begann, als ich von Sanitäter in den Rettungswagen gebracht worden bin. Elisabeth, die mich erst am Tag danach gefunden hat, stand zusammen mit Micha dann nahe mir auf dem Weg. Da erinnere ich mich an das Entsetzen der Blicke der Beiden. Mein Gefühl in dem Moment war, Elisabeth wird sich kümmern. Auf die konnte ich mich auch verlassen.
Scheinbar bin ich irgendwann wieder für Momente mit Bewusstsein erwacht. Es klang irgendwie, dabei für mich viel zu laut, nach einer Art Musik, irgendwie nach Klänge und dazu lautes Geschrei, das nicht mir galt. Wenn ich das überdenke, so muss ich tatsächlich auf einer Intensivstation gelegen haben. Das furchtbare Dröhnen kam aus meinem angeschlagenen Ohr. Natürlich auch in Verbindung mit meinem Tinnitus. Es war auch wirklich nur ein kurzer Moment bis wieder für mich die Dunkelheit, und damit absolute Ruhe, eintrat.
Es war ein anderer Raum, in dem ich später kurz wach wurde. Das Bett muss nahe zum Fenster gestanden haben. So konnte ich nach draußen schauen. Es war der blaue Himmel mit nur einige Wolken zu sehen. Die Sonne schien, das Fenster lag vermutlich in der Nordseite des Krankenhauses, in dem ich mich sicher befand. Meinen Blick führte ich zur anderen Seite, es waren weitere Betten, in denen schlafende Menschen lagen. Die Zimmertür war auf, auch gab es viele Fenster, durch die gesehen werden konnte.
Es war ein Mann, vermutlich ein Pfleger, vielleicht auch ein junger Arzt, der in dem Moment für mich zu sehen war. Irgendwie schrie ich nach ihm, ich versuchte mich aufzuheben. Es gelang mir, mitsamt den Kabeln der Medizingeräte, mit denen wohl auch mein Arm vernetzt war, mich zum Ende des Bettes zu bewegen. Dort hielt ich mich fest an der Griffstange, die sich dort befindet. Meine Beine waren gebeugt, mein Anblick schien dem jungen Mann der mich so vorfand, zum Lachen zu bringen. So habe ich versucht, ihm etwas mitzuteilen. Der Satz war für mich klar. So wollte ich ihm sagen, dass ich angegriffen worden bin. Dass mich ein Schlag an einem Ohr getroffen hat. Das Ohr wäre doch ganz dick geschwollen und geblutet hat es auch etwas.
Er lächelte mich weiter an, so, wie ein Mensch ein kleines Kind anlächelt, wenn es brabbelt und damit Menschen zum Lächeln bringt. Für mein Gefühl wurde das Erkennen richtig hart, denn ich merkte, dass ich keine Worte mehr herausbringen konnte. Es war nicht so, dass ich Worte nicht finde, mir ist das richtige Sprechen irgendwie zerschlagen worden. Immerhin lebte ich noch. Aber wieder überkam mich die Resignation. So gab ich auf und verlor mich in der Finsternis.
Irgendwann, erwachte ich in einem Raum, in dem ich alleine lag. Der Blick aus dem Fenster ließ mich erkennen, dass so etwas wie Schnee und damit Kälte auf mich wirkte. Dort fühlte ich mich so alleine gelassen. Weiter später, war ich woanders abgelegt worden. Die Menschen, die neben mir lagen, lebten und waren wach. Mir ist dort etwas Peinliches passiert. Vor mir stand ein Glas, scheinbar mit Wasser gefüllt. Das habe ich wohl umgeschubst. Das machte mich wach, es war mir unangenehm, das wollte ich auch sagen, aber wieder mit dieser vermutlichen frühkindlichen Sprache. Diese Lallphase fing an, mich richtig zu Nerven.
Es war eine schwere Verletzung, an der Seite meines Kopfes, dort, in der mir vor vielen Jahren mit Gentamicin der innere Gehörgang platt gelegt worden wurde. Darum bekam ich auch keine Morbus Menière Anfälle mehr. Das schien mir in dem Fall das Leben gerettet zu haben. Diese Hälfte des Gehirnes befand sich durch den Schlag in einer Hirnblutung. Mir drohte eine schwere Schädigung des Hirngewebes. Darum brauchte ich dieses extrem viele Schlafen, das musste sein, damit von mir repariert werden konnte, was Täter verursacht haben. Was wund war, musste heilen. Das braucht Zeit.
Irgendwann wurde ich in einem Krankenwagen zu dem Hospital meines Ortes gebracht. Dort sollte ich wohl in eine Art Warteaufenthalt gestellt werden. Es war auch schwierig, über mein weiteres Leben entscheiden zu müssen, immerhin konnte ich nicht deutlich sprechen, auch nicht richtig schreiben und ich saß in einem Rollstuhl. Gedacht wurde vorher schon von dem Täterkreis, alternativ bei meinem Überleben, dass ich dafür in einem Pflegeheim enden müsste. So wurde erzählt. Diesen Gefallen wollte ich den Tätern aber nicht machen. Jetzt hatte in dieser Zeit außerdem Corona viele im Griff. Es hat sich irgendwie auch angeboten, mich in eine Art Reha abzulegen. Wobei, zu der Zeit war ich aus dem Rollstuhl raus und auch diese Lallphase schien ich ebenfalls überbessern zu wollen. Wobei mir die HNO-Ärztin, sozusagen als Fachfrau, viel später erklärte, dass bei mir einfach nur das falsche Ohr erwischt wurde. Den Schlag auf das andere Ohr hätte ich nicht überlebt.Warum ich Dir diesen Teil auch so ausführlich erzählen wollte. Nun, es geht um diesen Anwalt. So sehe ich auch darin natürlich ein persönliches Dilemma. Denn zum einen konnte ich diesen Mordversuch nicht nachweisen. Insofern dürfte dieser Versuch sozusagen als ein fast perfekter Mord bezeichnet werden. Zum anderen hat es in Folge bereits weitere eher leichtere, und darum gescheiterte, Mordversuche an meiner Person gegeben. Warum es nicht funktionieren konnte, dürften diese Täter noch nicht herausbekommen haben. Das ist auch gut so. Dann haben wir das weitere missbrauchte Kind, dass ich später mit dem Kinderschänder gesehen habe.
Angeschlagen war ich bereits, gesehen worden dürfte ich auch sein. Was mir von dem Anwalt vorab bereits als Drohung mitgeteilt wurde, dass die von mir informierten Polizeibeamte in Erwägung ziehen könnten, mich einer amtsärztlichen Untersuchung zuzuführen, schien denen nicht reichen zu können. Was nur ein Bruchteil dieser Aktivitäten des Anwaltes war. Umsonst hat er das nicht gemacht. Und das plante er auch weiter gegen mich zu tun.
Darum war es ganz wichtig für mich, diesem Kinderschänder und seiner Frau einen großen Bogen zu machen. Angegriffen wurde bereits Micha von ihm.
Diese Anzeigen und auch dann dieses Gerichtsverfahren gegen mich muss ich ausführlich erklären. Was ich aber unbedingt jetzt schon schreibe ist das, was dieser Anwalt als Beweis gegen meine schwere Körperverletzung an dem Kinderschänder bei Gericht vorgelegt hat. Dieser Absatz, der von dem Anwalt des Kinderschänders, bestimmt auch von dessen Enkeltochter, formuliert wurde und als Strafbefehl gegen mich auf den Weg gebracht worden ist, muss ich Dir unbedingt mitteilen:
… Die Antragsgegnerin (also ich) musste sich aufgrund eines erlittenen Schlaganfalles vorrübergehend in Krankenhausbehandlung begeben. Aufgrund dieses Umstandes konnte diese die Antragssteller (der Kinderschänder) in diesem Zeitraum nicht erneut persönlich angreifen ...«

Der 6. Kriminalroman, der in »Ich-Form« entsteht, der als Münsterland-Kriminalroman auf wahren Begebenheiten basiert.
2. Leseprobe: Das missbrauchte Kind
3. Leseprobe: Der Pädophile, das Elefantengedächtnis und das missbrauchte Kind
4. Leseprobe: Der Kinderschänder, seine Frau und deren Anwalt
5. Leseprobe: Al Capone, der Kinderschänder und deren Anwälte
6. Leseprobe: Die Macht der Kinderschänder
7. Leseprobe: Ein Auto, ein Unfallbetrug, der Kinderschänder und sein Anwalt
8. Leseprobe: Der Anwalt, sein Kinderschänder und die Kirche
9. Leseprobe: Der Anwalt, der Kinderschänder und der Mörder
10. Leseprobe: Die Art der Gewalt des Kinderschänders
»Der Mörder und der Kinderschänder«
»Der hässliche Zwilling« 2011
»Mord in Genf« 2012
»Blauregenmord« 2013





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