Sonntag, 18. August 2013

187 »Angst«

Teil 187 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Ein Eingang in die »Unterwelt«
Foto: W-J.Langbein
Angst beschlich mich, ich gebe es zu, als ich meinem Guide bei Nacht in den engen Schacht zu seiner Familienhöhle folgte. In einer Tiefe von etwa zweieinhalb bis drei Metern befand sich ein Loch. Es war noch knapper bemessen als der Eingang des Schachts. Nach dem Abstieg in die Dunkelheit, wobei ich mich an den vorstehenden Felsbrocken festklammerte, kroch ich auf allen Vieren durch das Loch in die Höhle. Ich kam mir vor wie ein Schäferhund, der sich durch den winzigen Eingang der Hundehütte für einen Zwergpudel zwängt.

Wenn mir mein Guide – vielleicht gar im Rahmen einer Opferung für seine Götter – das Lebenslicht ausblasen würde ... Einen kräftiger Hieb mit einem Stein auf meinen Kopf in der totalen Finsternis der Höhle konnte ich kaum abwehren.

Angst spürte ich schon, als ich bei vollständiger Dunkelheit den senkrechten Schacht hinab kletterte. Es gab keine Leiter oder Stufen, nur die unregelmäßig vorstehenden Natursteine der Wände. Meine Angst steigerte sich zu einer ausgewachsenen Klaustrophobie, als ich kriechend durch das »Hundeloch« in die mysteriöse Höhle vordrang.

»Angst haben auch junge Menschen von Rapa Nui vor diesen Höhlen ... vor den Totengeistern, die in ihnen ein Leben in ewiger Finsternis verbringen!«, erfahre ich. Und deshalb befinden sich in den meisten Familienhöhlen steinerne Wächter. »Und die sollen verhindern, dass böse Geister entkommen und den Menschen schaden?«, frage ich. Mein Guide wiegelt ab. »Es gibt auch böse Geister in manchen Höhlen. In einigen spuken die Geister von Menschen, die ermordet und aufgegessen wurden. Sie könnten sich rächen wollen ... Wächter sollen verhindern, dass die geplagten Wesen in die Welt der Lebenden vordringen!«

Skelettöser Geist und
steinerner Riese
Fotos: Archiv Langbein
und Foto Langbein
Die Wächter mussten aber auch verhindern, dass unerwünschte Eindringlinge die sakrale Stätte entweihten. »Jeder Mensch verfügt über einen Aku Aku. Wenn er stirbt, verwest sein Leib, der Aku Aku aber bleibt erhalten. Manche Magier können ihren Aku Aku wie einen körperlosen Boten aussenden, zum Beispiel in eine Höhle. Das Einsteigen eines Aku Aku muss verhindert werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den Aku Aku eines Lebenden oder eines Toten handelt!«

Unerwünscht seien aber natürlich auch Eindringlinge aus Fleisch und Blut, die die alten Statuen stehlen und an reiche Amerikaner und Japaner verkaufen wollen! Solche Diebe müssen mit härtester Bestrafung rechnen. Schon mancher starb schon beim Betreten einer Familienhöhle!« Als Familienoberhaupt dürfe er aber Besucher mitbringen ... in die Unterwelt.

»Welche Aufgaben haben Aku Akus?«, fragte ich, während ich das kleine Heer von steinernen und hölzernen Figuren und Figürchen betrachtete, in dessen Mitte ich ungemütlich auf hartem Steinboden saß. »Wenn ein Mensch stirbt, dann passt sein Aku Aku darauf auf, dass seine letzten Wünsche auch wirklich befolgt werden.« Besonders oft, so erfuhr ich, würden Erbschaftsangelegenheiten durch Aku Akus wieder in Ordnung gebracht.

»Einst starb ein armer Mann. Er hatte drei Söhne und eine Tochter. Sein bescheidener Besitz sollte unter allen vier Kindern gleichmäßig verteilt werden. Die Söhne versprachen dem sterbenden Vater, genau nach seinem Wunsch zu verfahren. Als der alte Mann aber gestorben war, schlugen die drei Söhne ihre Schwester und sperrten sie in eine Höhle. ›Vielleicht findet sich ja jemand, der sie heiraten möchte ...‹ meinten sie. ›Wir lassen sie erst wieder aus dem Gefängnis, wenn sie auf ihren Teil des Erbes verzichtet!‹ In der dritten Nacht erschien der Aku Aku des Toten in der Höhle. Er tröstete seine Tochter und befreite sie. Seine drei Söhne ließ er krank werden. Die Männer erkannten schließlich ihr Unrecht und ließen ihrer Schwester ihr Erbteil zu kommen ... und mehr. Sofort waren sie wieder gesund.«

Make-Make-Maske in Holz
Foto: W-J.Langbein
Aku Akus können aber auch belohnen, erzählte mir mein Guide: »Es herrschte Krieg zwischen zwei Stämmen. Der eine Stamm hatte eine junge Frau aus dem anderen Stamm gefangen genommen. Sie sollte erschlagen, im Erdofen gebacken und verzehrt werden. Der Sohn eines Fischers aber hatte Mitleid mit der Gefangenen und ließ sie nachts entkommen. Er hoffte auf überirdischen Beistand. Würde ihm Make Make helfen?«

Während mein Guide erzählte, ließ er den Kegel seiner Taschenlampe über die Höhlenwände schleichen. Immer wieder tauchte das Gesicht Make Makes auf: in die steinernen Höhlenwände geritzt, in steinerne Idole geritzt, in hölzerne Figürchen geschnitzt ... die gleiche Fratze, die auch in der Kirche der Osterinsel zu finden ist.

Mein Guide erzählte weiter: »Darüber waren die Männer seines Stammes empört. Sie beratschlagten, wie der Fischer für sein Verhalten bestraft werden könne. Einige wollten ihn erschlagen und anstelle der Entflohenen verspeisen. Andere wollten ihn in einer Höhle verhungern lassen. Schließlich schickte man ihn mit einem morschen Boot hinaus aufs Meer. Nur wenn er mit reicher Beute zurückkehren würde, sollte er begnadigt werden.

Man rechnete wohl damit, dass sein Boot untergehen und der Fischer von Haien gefressen werden würde. Doch nach kurzer Zeit kam er wieder zurück. In seinem Boot lagen mehr Fische, als selbst der Tüchtigste in einem ganzen Jahr fangen würde. Die Erklärung: Der Aku Aku des verstorbenen Großvaters des geretteten Mädchens war erschienen und hatte dem Fischer geholfen.«

Angst war offenbar ein häufiger Gast auf der Osterinsel. Angst und Schrecken verbreiteten Vertreter der »zivilisierten Welt«, die immer wieder das Eiland in den Weiten des Pazifiks überfielen, um Menschen für ihre Sklavenmärkte zu fangen.

Angst herrschte, wenn sich verschiedene Stämme der Osterinsel bekriegten. »Dabei ging es immer vorwiegend um Macht und um Einfluss. Wer darf auf besonders fruchtbaren Arealen der Insel Ackerbau betreiben? Wer muss sich mit kargem Land begnügen, wo der Wind jede Krume ins Meer fegt?«

Eine umgestoßene Statue
Foto: W-J.Langbein
Anlässe zum Krieg gab es immer wieder. Hunger ließ immer wieder Gewalt ausbrechen. Die Nahrungsmittel auf der Osterinsel waren schon immer begrenzt. Süßwasser war häufig nur knapp bemessen. Da bekämpften sich die einzelnen Gruppen auf dem Eiland immer wieder. »Die Sieger stürzten die Statuen der Besiegten um und demonstrierten so ihre Macht. Sie zeigten, dass sie auch vor den Geistern der Feinde keine Angst hatten. Und immer wieder kam es zu Kannibalismus, schlachteten und aßen die Sieger die Besiegten! Mancher verzweifelte! Warum hilft uns Make Make nicht! Warum steht uns der Vogelmann nicht bei?«

Ob es verlässliche Aufzeichnungen über die Geschichte des Eilands gebe, wollte ich wissen. Mein Guide lachte nur. »Sie müssen bedenken, dass die Geschichte von Rapa Nui sehr weit zurückreicht ...« Ich nickte bestätigend: »Ja, viele Jahrhunderte!« Mein Guide lachte wieder. »Jahrhunderte? Jahrtausende!« rief er stolz aus. Seine laute Stimme erzeugte ein unheimliches Echo in der Höhle. »Aber die Wissenschaft streitet ab, dass die Kultur der Osterinsel schon so alt ist!« Mein Guide winkte ab. »Die meisten Wissenschaftler haben doch keine Ahnung!«

Zur Ehrenrettung der Wissenschaft muss ich sagen, dass es Experten gibt, die nicht von einer jungen Osterinselkultur ausgehen. Einer der »Außenseiter« ist Frank Joseph. Im Frühjahr 1996 publizierte der Archäologieexperte Frank Joseph einen Fachartikel, der eigentlich in der Welt der Experten wie eine Bombe hätte einschlagen müssen. Verdeutlichte er doch in dem seriösen Magazin »Ancient American« (Ausgabe 12/ S. 9), dass die geheimnisvolle Kultur der Osterinsel nicht nur wenige Jahrhunderte alt ist, wie das noch heute in den gängigen Publikationen steht, sondern bereits vor Jahrtausenden bestand. So neu ist die von Frank Joseph anno 1996 publik gemachte Erkenntnis keineswegs.

Schon vor rund einem Jahrhundert, als Weltreisen noch richtige Abenteuer waren, stand der Österreicher Ernst von Hesse-Wartegg (1851-1913) staunend vor den gewaltigen Kolossen der Osterinsel. Wer mochte wohl einst diese Riesen geschaffen haben? Und wann? Von Hesse-Wartegg kam sich neben den Kolossalstatuen geradezu winzig klein vor.

Der Autor neben einem
Osterinselkoloss
Foto: Archiv Langbein
Demütig blickte er in ihre Gesichter. Wenn sie nur reden, ihre Geschichte erzählen könnten ... Was bildete sich der Mensch am Wendepunkt vom 19. zum 20. Jahrhundert auf seine technischen Errungenschaften alles ein! Dabei musste es doch schon in grauer Vorzeit in der Südsee eine geheimnisvolle Kultur gegeben haben, die in mancher Hinsicht der unseren ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen war. In seinem zweibändigen Werk »Die Wunder der Welt«, vermutlich kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs entstanden, hielt der Forschungsreisende fest, dass die Osterinselfiguren »wohl zu den ältesten Skulpturen der Menschheit« gehören.

Gehört der Vogelmann zu den ältesten mythologischen Gestalten der Osterinsel? Das ist umstritten. Festzustehen scheint: Als die Stammeshäuptlinge ihre Macht verloren, gerieten alte Kulte in Vergessenheit. Der Vogelmannkult verschwand.


Literatur

Métraux, Alfred: Ethnology of Easter Island, Honolulu, Hawaii, 1971
Orliac, Catherine und Michel: Mysteries of Easterisland, London 1995
Petersen, Richard: The Lost Cities of Cibola, Phoenix 1985
(Island of Mystery, chapter 10, pages 219 fff.)
Richter-Ushanas, Egbert: Die Schrifttafeln der Osterinsel in der Lesung
Metoros und Ure Vaeikos, Bremen 2000
Rosasco, Jose Luis und Lira, Juan Pablo: Easter Island The Endless Enigma,
Santiago 1991
Routledge, Katherine: The Mystery of Easter Island, 1919, Nachdruck
Kempton 1998
TerraX, Lippert, Helga: TerraX / Vom Geheimbund der
Assassinnen zum Brennpunkt Qumran, München 2003
(Odyssee zur Osterinsel/ Die Floßfahrt der Inka-Fürsten, S. 212 ff)
Krendeljow/ Kondratow: Die Geheimnisse der Osterinsel, 2. Auflage, Moskau
und Leipzig 1990
Winkel, Karl zum: Köpfe, Schlangen, Pyramiden in Lateinamerika/ Alte
Kulturen von Mexiko bis zur Osterinsel, Heidelberg 2001

Der Vogelmensch, in das Holz
einer Heiligenfigur geschnitzt - Foto: W-J.Langbein

»Massenmord auf der Osterinsel«,
Teil 188 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 25.08.2013

Freitag, 16. August 2013

Des Pudels Kern ist Mephisto!

Die Freitagskolumne, heute von Sylvia B.
Betrachtung zur Causa Mollath

Liebe Leserinnen und Leser!

»Das ist also des Pudels Kern!«, erinnern wir uns an den Ausruf. Ein streunender Hund hatte sich in das Haus des Dr. Faust geschlichen und verwandelte sich vor seinen Augen in Mephisto. In diesem Moment muss dem gebildeten Mann klar gewesen sein, mit wem er es zu tun hatte. Sozusagen eine Schlüsselszene. Nun hätte Dr. Faust den Teufel vor die Tür setzen können. Aber dann wären wir um eine große Geschichte gekommen und Gretchen hätte nie ausrufen können: »Heinrich, mir graut vor dir!« So ist also ein alter Knacker, in der Krise seines Lebens, eine unheilvolle Allianz eingegangen. Gier frisst Hirn, lässt über Leichen gehen und führt am Ende ins Verderben.

Des Pudes Kern ist Mephisto. Mein Leben wurde und wird geprägt durch meine Erkrankung. Morbus Menière ist ein Heckenschütze. Ich weiß das und kann mich darauf einstellen. MM hat aber auch meinen Blick geschult. Mein Bestreben ist es, den Kern einer Sache zu erkennen. Das war sehr oft auch eine schmerzhafte Erfahrung für mich, dann, wenn ich einen Pudel visualisierte, der sich in einen Teufel verwandelte. Aber so konnte ich, wenn auch manchmal fast zu spät, Mephisto erkennen und sinnvoll reagieren, um mich nicht in weitere Tragödien meines Lebens zu stürzen.

Das Schicksal von Gustl Mollath hat mich tief berührt. Nicht nur mich! Weit weg von der Weißwurstgrenze, im Westmünsterland, der Region, der ich mich verbunden fühle, als Saupreußin sozusagen, kann ich meinen Blick aus der Distanz der Beobachterin auf die Ereignisse werfen. Und ich kann die Meinung meines Umfelds wiedergeben. Da kann ich von großer Freude berichten über die Freilassung von Gustl Mollath, aber auch von den Wünschen nach Klärung und Gerechtigkeit in dieser Sache.


»Besser spät als nie!«

Natürlich habe ich versucht, mich in Schriftsätze einzulesen, habe Zeitschienen beobachtet und analysiert. Und musste oft genug passen, weil ich mich überfordert fühlte. Das ist frustrierend, denn ich war auf Spurensuche, wollte den Kern der Sache finden. Und ich wollte wissen, warum Beate Lakotta, als letzte Bastion, Petra Mollath (P1M), Petra Müller (P2M) und jetzt Petra Maske (P3M), so den Rücken stärkt. Dabei lag der Schlüssel zur Erkenntnis direkt vor mir.

Aus dem wurde immer wieder zitiert: »Alle nachprüfbaren Behauptungen haben sich als zutreffend herausgestellt
Das hat mich träge gemacht. Vielleicht hatte mich auch die juristische Sondersprache ermüdet, sodass ich mir nicht noch hochkomplizierte Bankerschreibe antun wollte. Es war ein Denkfehler, denn dieser Sonderbericht lässt sich erfreulich flüssig lesen, wie ich feststellen konnte. Jetzt möchte ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, Mut machen. Lesen Sie den Sonderbericht, versuchen Sie ihn mit den Augen des Spurensuchers zu betrachten. Sie werden, so wie ich, den Kern der Sache erkennen und, vielleicht so wie ich auch, die Metamorphose des Pudels in Mephisto visualisieren können.

Für die Nichtvisionäre, also die Pragmatiker unter uns, fasse ich einmal zusammen und füge hinzu:
Zitat: »Allen Mitarbeitern waren viele und gravierende Verfehlungen bzw. Verstöße gegen interne Richtlinien und externe Vorschriften (u.a. Abgabenordnung, Geldwäschegesetz, Wertpapierhandelsgesetz) anzulasten. Die Mitarbeiter, insbesondere Frau M., haben wenig dazu beigetragen, die gegen sie und die Bank erhobenen Vorwürfe zu entkräften. Sie haben durch unkooperatives Verhalten und das teilweise Zurückhalten von Informationen die Recherchen erschwert und in die Länge gezogen. Sachverhalte wurden meist erst nach Vorlogen von Belegen etc. zugegeben.« Zitatende Tippfehler im Original übernommen.

Im Fokus der Ermittlungen standen neben P1M noch vier weitere Mitarbeiter. Alle wurden mit Sanktionen belegt. Versetze ich mich in die Situation eines Arbeitgebers, der von seinen Mitarbeitern so beschissen wird, muss ich sagen, dass ich alle fünf Mitarbeiter achtkantig rausgeschmissen, sie sogar vor den Kadi geschleppt, zumindest dafür gesorgt hätte, dass sie in der Branche kein Bein mehr vor das andere bekommen. Nun letzteres scheint ja auch tatsächlich eingetreten zu sein, wenn ich mir vor Augen führe, dass sich P3M in der Folgezeit dem Beschwören von Geistern widmete.

Jetzt kommt der berechtigte Einwand: »Aber, P1M ist vor das Arbeitsgericht gezogen …«
Vielleicht lässt sich ihr Erfolg in dieser Sache mit folgendem Zitat begründen: »Die Abwicklung dieser Geschäfts erfolgte lt. Frau M gemäß den damals gültigen Weisungen des IWD (Interne Arbeitsanweisung der HYPO-Bank). Diese Anweisungen liegen Frau M heute noch vor. Sie war trotz wiederholter Aufforderungen unsererseits nicht bereit diese zur Verfügung zu stellen.« Zitatende
Auf dieses As im Ärmel von P1M mag sich jeder einen eigenen Reim machen.

Schlagen wir jetzt eine Brücke zu Gustl Mollath. Ein weiteres Zitat aus dem Sonderbericht der HVB: »Die Inanspruchnahme der “Postlaufkredite” sowie die Kreditaufnahme bei einer Drittbank stellen Verstöße gegen die Arbeitsordnung dar und sind umso unverständlicher, da Frau M offensichtlich über weitere Vermögenswerte verfügt.« Zitatende
Unverständlich bedeutet, dass selbst die Inquisitoren der HVB nicht verstehen, warum eine Mitarbeiterin auf der einen Seite, wie auch immer, Vermögenswerte aufgehäuft hatte und auf der anderen Seite in Schulden zu ersticken schien. 

Zitat: »Die Kontoführung ist bis zum Zeitpunkt der Trennung von ihrem Mann als angespannt zu bezeichnen. In diesem Zusammenhang wurden Bargeldverfügungen mittels Eurocard vorgenommen. Diese Gelder wurden anschließend auf das Konto eingezahlt, um Linienüberschreitungen zu verhindern bzw. auszugleichen. Durch die spätere Eurocardbelastung hat sich Frau M mittels “Postlaufkrediten” Liquidität verschafft. Frau M stritt dies zunächst ab, bis wir sie mit Zweitschriften der Eurocardumsätze aus dem Jahr 2002 konfrontierten.« Zitatende.

Da wo die Logik nicht mehr weiter weiß, sollte die Geistwelt ins Spiel kommen, der sich ja auch P3M zugewandt hat, obwohl für Außenstehende eher der Eindruck entsteht, sie sei von allen guten Geistern verlassen. Der alten Tradition der hiesigen Spökenkieker folgend, auf die ich mich berufe, und die mich auch vor Zugriffen von Leipziger und Co schützen werden, wage ich einen Blick in meine magische Kugel. Und siehe da, ich höre Stimmen. Den Dialog gebe ich hier wieder: »Wir müssen Verluste vor Steuern machen!« »Du machst das schon! Ich vertraue dir!«

Das Zauberwort dürfte »Abschreibung« lauten. Luftdarlehen, die, geschickt eingesetzt, letztendlich dafür gesorgt haben, dass Gustl Mollath jetzt arm wie eine Kirchenmaus ist. Wer seinen Arbeitgeber bescheißt, dem dürfte auch sonst nichts heilig sein und seine Schulden hat er bei ihr! Eine interessante Betrachtung, finden Sie nicht auch, liebe Leserinnen und Leser. Um auf dieses Ergebnis zu kommen brauchte es nur die Lektüre von insgesamt 17 Seiten.

»Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern«

Im November vergangenen Jahres gab es das Interview mit Beate Merk bei Report Mainz. Die Reporterin Monika Antes hielt Beate Merk den Revisionsbericht vor und zitierte eine der entscheidenden Stellen: »Alle nachprüfbaren Behauptungen haben sich als zutreffend herausgestellt.« Sie fragte Beate Merk, was diese dazu sagen wolle. Beate Merk antwortete: «Nein, die Behauptungen haben sich laut Revisionsbericht als eben NICHT zutreffend herausgestellt.« Das wiederholte sie mehrmals.
Antes fragte dann nach: »Was genau bedeutet das
Merk: »Dass sie, sofern sie nachprüfbar waren, NICHT zutrafen
Dabei stand es da Schwarz auf Weiß im Sonderbericht der HVB.

»Vertrauen ist der Anfang vom Ende«

Mephisto erscheint aus gutem Grund in Gestalt eines Pudels und schleicht sich in die Leben der Menschen. Es gelingt ihm sehr oft, denn er bedient sich einer Tarnkappe. Die trägt den Namen »Vertrauen«. Selbst den HVB Vorstand dürfte es eiskalt erwischt haben bei der Lektüre des Sonderberichtes. Schließlich mussten und müssen sie ihren Mitarbeitern vertrauen können. Wer in seinem Leben schon von Geschäftsfreunden über den Tisch gezogen wurde, kann sicher ein Lied davon singen, wie sich ein Vertrauensbruch anfühlt.

Viel schlimmer ist es im privaten Bereich. Wem da schon vom Partner/Partnerin das Herz aus der Brust gerissen wurde, wird den Schmerz kennen. Und weil nicht sein kann was nicht sein darf, dürfte es auch schwer fallen, früh genug genauer hinzuschauen, misstrauisch zu werden, denn schließlich war doch irgendwann auch mal Liebe da, oder etwa nicht? Zitat: Goethes Faust. Der Tragödie erster Teil, Vers 3415 (Marthens Garten) »Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.« Die Gretchenfrage, der Heinrich Faust ausweicht, er hat seine Seele ja längst Mephisto verschrieben. Und Gretchen mag nicht weiter nachhaken, sie fühlt sich ihm intellektuell unterlegen. Der Anfang von tragischen Ende, wobei im aktuellen Fall tatsächlich ein Tausch der Geschlechter vollzogen werden kann.

P1M wandelte sich zu P2M. Auf diesem Weg der Wandlung wird ihr die Erkenntnis gekommen sein, dass die Steuervorteile von gestern zu den Unterhaltsforderungen von heute führen könnten. Dem musste etwas entgegengesetzt werden. Natürlich hätte sie ihren Gatten schon zu diesem Zeitpunkt für gaga erklären lassen können. Das wäre aber äußerst unklug gewesen. Denn das hätte sie nicht von der Unterhaltsverpflichtung befreit. Ganz im Gegenteil sogar. Sie wäre bis ans Ende ihrer Tage aus der Nummer nicht mehr herausgekommen. Darum war sie klug beraten, ihn vorab seine Unterhaltsansprüche verwirken zu lassen. Was sie ja mit dem Attest zur Eingabe ihres Antrages im Scheidungsverfahren gemacht hat. Ein prügelnder Unterhaltsberechtigter hat seinen Anspruch verwirkt.


»Wer Wurzeln ziehen will, muss das Einmaleins beherrschen«

Kommen wir zu Beate Lakotta. Ich muss zwingend voraussetzen, dass B. La. den Sonderbericht der HVB gelesen hat. Warum ergreift sie trotzdem auf eine mir nicht nachvollziehbare Art und Weise Partei für P3M? 

Zitat Wikipedia: »Im Jahr 2010 zeichnete die Zeitschrift Emma Lakotta für ihre im Spiegel erschienene Reportage Der Ludwig lacht zum Thema Spätabtreibung mit dem 3. Platz beim Emma-Journalistinnen-Preis aus.« Zitatende Diesen Beitrag habe ich nun endlich auch auf mich wirken lassen, vielleicht ein wenig zu tief, aber: besser spät als nie. 

Jetzt möchte ich etwas abschweifen und Ihnen eine sehr private Geschichte erzählen. Mich hatte mein Malteser über 14 Jahre begleitet. In dieser Zeit stärkte er mir im wahrsten Sinne des Wortes auch den Rücken, wenn mich meine Menièreanfälle heimsuchten. Benjilein hatte Krebs und Wasser in der Lunge. An einem 1. November spätabends fasste ich den Entschluss, meinem guten Freund den letzten Dienst zu erweisen. Ich habe ihn zu meinem Tierarzt getragen. Der hat ihn untersucht und ihm eine Narkose gegeben. So schlief er friedlich, den Kopf auf meinem Arm, als er die tödliche Injektion bekam. Hautnah konnte ich spüren, wie das Leben aus ihm wich. Ich habe ihn nach Hause getragen und am nächsten Tag in meinem Garten beerdigt. Danach habe ich meinen Tierarzt aufgesucht und die Kostennote beglichen, ich meine, es waren um die 60 Euro. Ein fairer Preis, er hatte keinen Feiertagszuschlag erhoben und auch keinen Notdienst am Vortag.

»Der Ludwig lacht« Zitat: »"Der Punkt war, dass wir uns von unserem Kind getrennt hätten, aber nicht gedurft haben", sagt Reinhard Senge. "Wir haben das Kind kriegen müssen, das wir nicht gewollt haben. …« Zitatende

Dieser Vorwurf zieht sich durch den ganzen Artikel. Jetzt habe ich mir eine solche Situation vorgestellt. Wie ich mit einem dicken Bauch in einem Behandlungszimmer sitze und das Recht einfordere, auch in der 34. Schwangerschaftswoche eine Abtreibung vornehmen zu lassen, weil das Kind unter meinem Herzen schwerstbehindert sein wird. Der behandelnde Arzt wird mir erklären, wie das vonstatten geht. So stelle ich mir vor, wie ich auf dem Ultraschallbild die Injektionsnadel sehe, die sich dem schlagenden Herzen meines Ungeborenen nähert, wie dann, endlose Sekunden später, das kleine Herz aufhört zu schlagen.

Dankbar bin ich, dass ich nie mit einer solchen Entscheidung konfrontiert worden bin. Aber ich kenne mich und bin mir absolut sicher, dass ich das Beratungsgespräch spätestens nach dem Durchstoßen meiner Bauchdecke beendet und meinen dicken Bauch aus der Praxis geschoben hätte. 

Die Pragmatiker werden längst gerafft haben, auf was ich hinaus will. Kommen wir zum Kern der Sache, den B. Lakotta aus meiner Sicht nicht herausgearbeitet hat. Wollte sie, oder konnte  sie ihn nicht sehen? Ich habe jetzt keine Lust, mich durch die GOÄ zu wühlen, kann aber auf die Erfahrung mit meinem Malteser zurückgreifen und auf die Kostennote. Daumen mal Pi schätze ich, dass die Kostenerstattung, Ultraschall, die Kanüle, bei Kaliumchlorid dürfte es sich um einen Pfennigbetrag handeln, aber um eine Hausnummer zu haben, schätze ich einmal, dürfte der Arzt um die 100 Euro erstattet bekommen. Die darauf folgenden Kosten für die Totgeburt sind eine andere Baustelle. 

Mal ehrlich, liebe Leserinnen und Leser, wenn sie Arzt wären, also dürften und könnten, würden Sie für 100 Euro über Ihren Schatten springen und eine Todesspritze setzen? Das wäre der Kern der Sache. Sicher kann ich mir denken, dass sich ein Arzt finden ließe, der für ein paar Nullen mehr vor dem Komma dazu bereit wäre. Damit wären wir bei des Pudels Kern. Es ist halt alles eine Frage des Geldes. Wer das nicht erkennt, bekommt Abzüge in der B - Note und es reicht bei EMMA nur für den dritten Platz – vermute ich einmal. Beim Geld schließt sich auch der Kreis mit dem Sonderbericht der HVB. Den muss Beate Lakotta gelesen haben. Einmal ist keinmal, zweimal ist einmal zuviel!

»Der Ludwig lacht« hat mir aber auch deutlich gemacht, warum es Menschen gibt, die hochgehen wie eine Rakete, wenn sie nur den Namen Beate Lakotta hören. Ich gehöre übrigens dazu.


Bleiben Sie mir trotzdem gewogen!

Ihre

Sylvia B.


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