Sonntag, 9. Oktober 2016

351 »Apocalypse Wow«

Teil  351 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Dürers Apokalyptische Reiter
Zu den großen Filmklassikern überhaupt zählt ohne Zweifel »Apocalypse Now« von Francis Ford Coppola aus dem Jahr 1979. Der beeindruckende und bedrückende Antikriegsfilm spielt in Vietnam. In Anspielung auf Coppolas filmisches Meisterwerk mit Marlon Brando in der Hauptrolle titelte die »Süddeutsche Zeitung« im Frühjahr 2016 (1) mit einer sensationellen Meldung: »Apokalypse Wow«. Und neben dem beeindruckenden Foto einer rot glühenden Sonnen lesen wir: »Bilder aus der Zukunft: In sechs Milliarden Jahren wird die Sonne spektakulär sterben. Bis dahin muss die Menschheit eine neue Heimat finden. Aber wo?«

Auf meiner Reise durch Indien lernte ich die uralte Philosophie des Landes kennen. Ähnlich wie die Mayas gingen die »alten Inder« von einem zyklischen Weltbild aus, von einem steten Werden, Leben und Zerfall. Das gilt im Kleinen wie im Großen. Ein Schriftkundiger erklärte mir am Tempel von Tanjore (2): »Die Geschichte der Menschheit verläuft auf unserem Heimatplaneten in Zyklen. Auf die Zerstörung folgen Wiederaufbau, Leben und Gedeihen und erneute Zerstörung.«

So ist  Göttin Kali (zu Deutsch etwa »Die Schwarze«) im Hinduismus einerseits die Gottheit des Todes und der Zerstörung, andererseits aber auch der Erneuerung. Ganz ähnlich dachten die Maya, die – wie die alten Inder – in Sachen Erde und Kosmos in Zyklen von bis zu Jahrmilliarden rechneten. Eine »Menschheit« blüht auf, gedeiht um in einer Apokalypse wieder unterzugehen, gefolgt vom Aufblühen einer neuen Menschheit. Die Kataklysmen der Maya werden in der Mythologie recht plastisch-drastisch geschildert. Eine Epoche endete in einem Feuer- und Asche-Regen. Eine Zeit der Finsternis folgte, und doch  hatten die himmlischen Götter schon den Keim neuen Lebens gesät.

Foto 2: Am Tempeltor von Tanjore
Auch unsere Sonne sei, so erfuhr ich am Tempel von Tanjore, Zyklen unterworfen, sie pulsiere – und werde eines Tages explodieren, sich ausdehnen und dann wieder in sich zusammenbrechen.

Das von der »Süddeutschen Zeitung« prognostizierte Ende der Sonne und damit der Erde ist alles andere als unfundierte Horrorspekulation. So wird sich unsere »liebe Sonne« im Alter von etwa 11,7 bis 12,3 Milliarden Jahren so weit aufblähen, dass sie die Planeten Merkur und Venus verschlingt. Die Erde wird sich in eine wahre Höllenwelt verwandeln. Die Meere verdampfen, die heute noch feste Erdkruste wird zu einem einzigen zähflüssigen Lava-Brei werden. Da die Sonne bereits etwa 4,5 Milliarden Jahre auf dem Buckel hat, wird sich das beschriebene Ende der Welt in etwa sieben Jahrmilliarden abspielen. Selbst die Jüngsten unter uns werden das wohl nicht erleben, ich mit meinen 62 Jahren schon gar nicht. Ob freilich die Menschheit wirklich ausreichend Zeit haben wird? Ich weiß es nicht. Ich fürchte, sie wird längst ausgelöscht sein, wenn die Erde sterben wird. Sie wird sich wohl sehr viel früher selbst vernichtet haben!
Schon im nicht mehr ganz so zarten Alter von 5,5 Jahrmilliarden wird die Weiterentwicklung unseres Zentralgestirns dazu führen, dass die mittlere Temperatur auf der Erde 30 Grad Celsius überschreitet. Da wird es schon recht kritisch für »höhere Lebewesen«. Das wird also »schon« in einer Jahrmilliarde geschehen.

Foto3: Die Mayas glaubten....
In zwei Milliarden Jahren wird eine mittlere Temperatur auf Erden von 100 Grad erreicht werden. Mit anderen Worten: »Schon« in zwei Milliarden Jahren wird alles Leben auf der Erde verlöschen. Selbst jenen Krebsen, die heute ganz in der Nähe von Tiefseevulkanen leben, dürfte dann das letzte Stündlein geschlagen haben. Und die halten wahrhaft höllische Temperaturen aus!
Hermann Oberth (1894-1989)  im Gespräch zu mir (3): »Die Erde ist die Kinderkrippe der Menschheit. Kinder wachsen heran und verlassen irgendwann die Krippe und erkunden die Welt!« Ich fragte zurück: »Meinen Sie, dass wir Menschen einmal unsere Erde verlassen werden?«

Prof. Oberth bejahte. »Die Menschheit kann entweder irgendwann auf der Erde umkommen, oder sie versucht, ins Weltall vorzudringen und dort zu überleben. Ein Überleben auf der Erde für ewige Zeiten wird es nicht geben!«

Andrian Kreyer wiederholt in der »Süddeutschen Zeitung« (4) in der Rubrik »Wissen« zunächst die Schlagzeilen von Seite 1: »In sechs Milliarden Jahren wir die Sonne sterben, spätestens bis dann muss die Menschheit eine neue Heimat gefunden haben.« Dann folgt ein Hinweis auf so eine »Ersatzwelt«, die freilich alles andere als paradiesisch-verlockend anmutet: »Exoplanet HD 189733b etwa ist 63 Lichtjahre entfernt und blau wie die Erde. Das Problem: Die Tagestemperaturen dort liegen bei 900 Grad Celsius, die Windgeschwindigkeiten erreichen 9.000 Kilometer pro Stunde, und es regnet Glas.«

Foto 4: ... an Zeitzyklen.

»Werden wir Menschen ins All Reisen und fremde Planeten in fremden Sonnensystemen besiedeln?«,wollte ich von Prof. Oberth wissen. Der sympathische Gelehrte, den ich erstmals als Schüler im Alter von etwa zehn Jahren besuchte, lächelte milde: »Ganz so wie in Zukunftsromanen beschrieben wird das nicht ablaufen! Die Distanzen zu den Sternen sind riesig. Auf Science-Fiction geht auch Andrian Kreyer in seinem lesenswerten Artikel ein (5): »Der Mythos vom Auszug aus der Erde wird schon längst in Hollywood-Filmen wie ›Interstellar‹ und ›The Martina‹ gepflegt. Auch wenn erst das Kepler-Weltraumteleskop der NASA, das 2009 startete, die Suche so richtig voranbrachte.«

Foto 5: Autor Langbein  in Palenque
Wer hätte das gedacht: Vor einem halben Jahrhundert spekulierte man, wie viele Sterne – also fremde Sonnen – wohl von Planeten umkreist würden. Heute vermeldet der Astronom Jason Wright (6) »1642 bestätigte und 3786 unbestätigte Planeten«. Andrian Kreyer spricht von 5428 Hoffnungsmomenten, »dass das Leben da draußen ja irgendwie weitergehen könnte«. Nun ist aber Exoplanet HD 189733b etwa 63 Lichtjahre entfernt. Er eignet sich also nicht als neue »Wohnung« für die Menschheit, in die man einfach umziehen könnte. Ist damit Projekt »Erd-Exodus« schon gescheitert, bevor es überhaupt richtig angedacht werden konnte? Die Antwort findet sich beim »Vater der Weltraumfahrt«. Hermann Oberth schrieb bereits im Jahre 1954 in seinem Werk »Menschen im Weltraum« (7):

»Da Monde und Planeten relativ unwirtlich sind, liegt der Gedanke an künstliche Wohnstätten der Menschen im Weltraum nahe. … Nun geht es um die Ansiedlung von Menschen im Weltraum selbst.« Mit anderen Worten: Ein »Exodus ins All« ist natürlich auch dann möglich, wenn der nächste Planet nach heutigen Vorstellungen unerreichbar weit entfernt ist. Auch und gerade hier gilt: Der Weg ist das Ziel. Wenn es das »Ziel« sein sollte, irgendwann in fernster Zukunft einen fernen fremden Planeten zu erreichen, dann ist schon die Reise dorthin die einzige Chance der Menschheit. Bevor Planet Erde zur tödlichen Falle wird, kann es nur eine Flucht ins All geben. Hermann Oberth: »Unsere Erde wird noch viele Jahrhunderte lang Raum genug für die Menschen haben. … Doch die Menschheit wird nicht auf diese Erde beschränkt bleiben.«

Als Raumfahrtexperte begnügte sich Prof. Hermann Oberth nicht mit vagen Spekulationen. Vielmehr legte er bereits 1954 präzise Projekte vor, betitelt »Siedlungen im Weltraum« (8). Nach Prof. Oberths konkreten Visionen werden riesige Wohnräder in die Tiefen des Alls vordringen. Diese Weltraumhabitate drehen sich um die eigene Achse, so dass ihre Bewohner nicht in der Schwerelosigkeit schweben, sondern gewohnte irdische Verhältnisse genießen können. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren Prof. Oberths »Wohnwalzen«. Noch einmal Oberth (9): »Unter einer Wohnwalze hat man sich einen Zylinder von beliebiger Länge vorzustellen, der einen Durchmesser von acht Kilometern hat. Er kann zehn Kilometer lang sein, aber auch hundert oder tausend.« Heute noch utopisch anmutende, aber keineswegs unrealistische Konzepte sehen Weltraumstädte mit Millionen von Menschen vor (10):

Foto 6: Autor Walter-Jörg Langbein im Gespräch mit Prof. Oberth

»Dr. Thomas Heppenheim, Luftfahrtingenieur am ›California Institute of Technology‹, schilderte das Leben in der Raumstation im November 1975 so: ›Das Leben in der geplanten Weltraumstadt wird nicht nur angenehmer sein als auf der Erde, sondern die Menschen werden dort alles haben, was für größtes Wachstum notwendig ist. Keine Ernte wird fehlschlagen. Die ersten 10.000 Menschen werden in Terrassenapartments mit modernstem Wohnkomfort leben. Von den Fenstern aus blicken sie auf gewölbte Erntefelder und überschauen grüne Parks. Das Leben wird angenehm und sonnig sein.‹

Die zweite Weltraumstadt könnte dann schon ganz andere Ausmaße haben. Prof. Gerard Kitchen O’Neill (1927-1992) lehrte an der ›Princeton University‹, publizierte seine fundierten Visionen in einem Buch ›Unsere Zukunft im Raum/  Energiegewinnung und Siedlung im Weltraum‹ (11).

Foto 7: Der Kalender der Azteken verlief in Zyklen

Für den Physiker O’Neill, Inhaber wichtiger Patente, ist eine Besiedlung des Universums von der Erde aus keine unsinnige Science-Fiction-Illusion, sondern realistisch, finanzierbar und auch machbar. Der Wissenschaftler entwickelte mehrere Modelle von Weltraumstädten in Röhrenform. Die größeren (Länge etwa 30 km, Durchmesser 6 km) bieten 10.000.000 (zehn Millionen!) Menschen Lebensraum. Schon in absehbarer Zukunft könnte – so postulierte Prof. O’Neill – ein erheblicher Teil der Weltbevölkerung in Weltraumstädten leben.«

Prof. Gerard Kitchen O’Neills erste Veröffentlichung erschien endlich September 1974 in »Physics Today«. Vier Jahre lang war der wissenschaftlich fundierte Aufsatz von Fachzeitschriften wie »Science« und »Scientific American« abgelehnt worden. Er hieß »The Colonization of Space« (zu Deutsch etwa »Die Kolonisation des Weltraums«). Genauso war es Prof. Hermann Oberth mit seiner ersten Arbeit zur Raumfahrt ein halbes Jahrhundert zuvor ergangen. Aber kühn erscheinende wissenschaftliche Projekte setzen sich letztlich immer durch, stets gegen den Widerstand der etablierten Schulwissenschaft.

Foto 8: Der Küstentempel von Mahabalipuram, Stich 1860

Und so können wir Menschen von Planet Erde nachts sehnsuchtsvoll in den Sternenhimmel blicken. Die Milchstraße lockt uns heute, so wie einst Ozeane unsere Vorfahren vor Jahrtausenden. Die Ozeane mögen einst als unüberwindbar angesehen worden sein. Sie wurden aber – vielleicht sehr viel früher als die Schulwissenschaft meint – überquert. Wenn wir Menschen uns nicht gegenseitig ausrotten, werden wir den Weg ins All antreten. Davon bin ich überzeugt!

Und was ich mich nicht erst seit meiner Indienreise frage? Kamen die Götter der alten Inder aus dem All, waren ihre Vimanas nichts anderes als Raumschiffe? In altindischer Dichtung wie dem Rig Veda wimmelt es nur so von Hinweisen auf eine phantastische Vergangenheit! Und die alten Tempel stellen Vimanas dar, die Flugvehikel der Götter aus dem All!

Fußnoten
1) »Süddeutsche Zeitung am Wochenende«, Titelseite, München, Samstag/ Sonntag, 23./ 24. April 2016
2) Nach meinen handschriftlichen Notizen formuliert.
3) Basierend auf meinen handschriftlichen Aufzeichnungen.
4) »Süddeutsche Zeitung am Wochenende«, Seite 38, München, Samstag/ Sonntag, 23./ 24. April 2016
5) ebenda
6) ebenda
7) Oberth, Hermann: »Menschen im Weltraum«, Düsseldorf und Wien 1954, Seite 194
8) ebenda, Seite 187
9) ebenda, Seiten 194-199
10) Langbein, Walter-Jörg Vortragsmanuskript »Unsere Zukunft liegt im All«, »A.A.S. One Day Meeting«,  Magdeburg 24.10.2009
11) O'Neill, Gerard K.: »Unsere Zukunft im Raum«, Bern und Stuttgart 1978

Foto 9: Der Küstentempel von Mahabalipuram. Stahlstich, etwa 1850

 Zu den Fotos

Foto 1: Dürers Apokalyptische Reiter. wiki commons gemeinfrei Foto 2: Am Tempeltor von Tanjore. Foto Walter-Jörg Langbein Foto 3: Die Mayas glaubten.... Foto Walter-Jörg Langbein Foto 4: ... an Zeitzyklen. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto5: Autor Langbein auf den Spuren der Mayas in Palenque.Foto Ingeborg Diekmann 
Foto 6: Autor Walter-Jörg Langbein im Gespräch mit Prof. Oberth. Foto: privat 
Foto 7: Der Kalender der Azteken verlief in Zyklen
Foto 8: Der Küstentempel von Mahabalipuram, Stich 1860. Archiv
Walter-Jörg Langbein.


»352 Kröte, Löwe, Dämonen«,
Teil  352 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 16.10.2016


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Sonntag, 2. Oktober 2016

350 »Kosmische Besucher und ihre irdischen Spuren (II)«

Teil 350 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Uralte sumerische Rollsiegel ....

»Sie interessieren sich für die Spuren von kosmischen Besuchern, die vor Jahrtausenden auf der Erde waren?«, wollte ein junger Student von mir nach kurzem Gespräch am Strand von Mahabalipuram wissen. »Dann sind Sie in Indien richtig!« Zu meinem Erstaunen konnte ich erfahren, dass in Indien seriöse Sanskritforscher davon ausgehen, dass außerirdische vor Jahrtausenden nach Indien kamen: aus den Tiefen des Alls. »Sie wurden im Rig Veda verewigt!« Ähnliche Kontakte habe es im Bereich der Sumerer gegeben. »Alte Rollsiegel zeigen mysteriöse Bilder. Sie erscheinen in ganz anderem Licht, wenn man berücksichtigt, dass vor Jahrtausenden Astronautengötter zur Erde kamen!«

Ich wollte von meinem Gesprächspartner, einem emsigen Studenten des Sanskrit, wissen, wo ich denn in der Literatur Hinweise auf eine fantastische Vergangenheit finden könne. »Im Rig Veda, der vielleicht ältesten Textsammlung überhaupt!«, so lautete die Antwort.

Foto 2: ... zeigen Mysteriöses aus uralten Zeiten.


Wirklich verstanden haben die Rig-Veda-Übersetzer bisher nicht, was sie uns da auftischen. Der fantastisch-reale Hintergrund vieler Textpassagen freilich ist unverkennbar. Im 5. Liedkreis wendet sich der anonyme Verfasser in Hymnus 73 an die Asvin-Götter. Wir lesen in der Übersetzung von Geldner aus dem Jahr 1923 (11): »Das eine Rad des Wagens – zum Staunen erstaunlich – habt ihr zurückgehalten; (mit dem anderen) flieget ihr über die anderen … Geschlechter, mit Macht über die Räume hinweg.«

Bereits 1876 übersetzte Hermann Grassmann (12):

»Ihr habt des Wagens eines Rad
zur Pracht das prächt’ge hergelenkt;
Um andere Nachbarstämme fliegt
ihr durch die Luft mit Herrlichkeit.«

Foto 3: Hatte Moses Kontakt mit Außerirdischen?

Mich erinnern manche Passagen deutlich an biblische Texte, die sich im Alten Testament wiederholt auf das Flugvehikel des biblischen Gottes beziehen. Erinnern wir uns: Auf dem Berge Sinai kam der biblische Gott hernieder, um mit Moses zu sprechen. Der himmlische Gott händigte Moses die berühmten Tafeln mit den »zehn Geboten« aus. Seltsam, der allgegenwärtige Gott konnte nur unter Feuer- und Rauchentwicklung, unter Getöse und Beben aus dem Himmel zur Erde gelangen. Ein allmächtiger Gott, der immer überall ist, hat das nicht nötig. Der ist nicht auf ein Vehikel angewiesen. Ein Beispiel aus dem 2. Buch Mose (13): »Und die Herrlichkeit des HERRN ließ sich nieder auf dem Berg Sinai, und die Wolke bedeckte ihn sechs Tage.«

Foto 4: Der mysteriöse Berg Sinai

Wie ist der Rig-Veda-Text zu verstehen? Wird nicht ein Wagen mit Rädern beschrieben, sondern geht es um »Fliegende Räder«? Oder – ich spekuliere – war der »Wagen« eine Weltraumstation, von dem sich radförmige Zubringerraumschiffe lösen und »durch die Luft mit Herrlichkeit« fliegen konnten?
So wie nach NASA-Ing. Josef Blumrich das »Hesekiel-Raumschiff« zwischen Erde und Mutterschiff pendelte?  Immer wieder werden die Asvin-Brüder in poetischen Worten als »Herrn des Himmels« tituliert, so zum Beispiel im 6 Liedkreis (14):

»Die Männer preis‘ ich, dieses Himmels Herrscher,
die Ritter ruf‘ ich, mit Gesängen rauschend,
Die bei des Morgens Licht der Erde Enden,
den weiten Raum im Flug umspannen wollen.« 
Vers 2: »Zum Opfer eilend mit den lichten Rossen
durchdrangen mit des Wagens Glanz die Luft sie;
Viel unermessne weite Räum‘ ermessend
geht ihr durch Wasser, trockne Lande, Triften.«

Im Vergleich dazu die Übersetzung von Geldner (15): »Ich preise die beiden ausgezeichneten Herren dieses Himmels, die Asvin rufe ich als Frühbeter mit Preisliedern, die sogleich bei Aufgang der Morgenröte die Grenzen der Erde, die weiten Räume zu umspannen suchen.«

Und weiter heißt es in Vers 2: »Zum Opfer kommend durch die reinen Lüfte ließen sie den Glanz ihres Wagens leuchten. Viele unermeßliche Räume durchmessend fahret ihr über Gewässer, Wüsten, Ebenen.«

Foto 5: Planet Erde - Ziel vorgeschichtlicher Astronauten?

Immer wieder taucht als wichtigstes Attribut der Asvin-Götter auf: Sie, die »Männer des Himmels«, sind schlicht und einfach die  »größten Meister«. Zahllose Textpassagen wiederholen diese Aussage,  nachzulesen zum Beispiel im 10. Liedkreis (16). In seiner poetischen, dem Original auch in Versmaß und Rhythmus entsprechenden Sprache lesen wir (17):

»Man nimmt es wahr, ihr schönen schliesst den Himmel auf,
und schirrt bei Festen eure Wagenrosse an,
die unbefleckten bei dem Fest;
Ihr steht auf hohem Wagensitz,
auf goldnem Wagen, herrliche;
Die Luft durchfahrt ihr auf der Bahn, die richtig führt,
den Luftraum wie auf grader Bahn.«

Hermann Grassmanns Übersetzung des Rig Veda wurde 1876 publiziert, Karl-Friedrich Geldner veröffentlichte seine Übertragung des Rig Veda ins Deutsche im Jahre 1923. Eine Neuübersetzung ist längst überfällig. Grassmann wie Geldner versuchten nicht nur den Inhalt der uralten Hymnen in deutscher Sprache zu vermitteln. Sie waren zudem bemüht, dem Original in Rhythmus und Silbenzahl weitestmöglich zu entsprechen. Wie mir ein Sanskritgelehrter versicherte, blieb dabei nicht selten der Inhalt auf der Strecke. Hätte die inhaltliche Aussage im Vordergrund gestanden, hätten in den Übersetzungen Rhythmus und Silbenzahl nicht mehr gestimmt. Und wenn die altehrwürdigen Texte Hinweise auf Astronautengötterbesuche enthalten, so können diese Hinweise zwangsläufig nicht überall zu erkennen sein. Warum? Weil man sich anno 1876 und anno 1923 einfach nicht vorstellen konnte, dass im Rig Veda Außerirdische beschrieben wurden, die in ihren Raumschiffen zur Erde kamen.

So wurden dann aus hypermodernen Raumgleitern Götterwagen. Und die mussten natürlich von Tieren gezogen werden. Also wurden womöglich aus Hinweisen auf den Antrieb der Flugvehikel – zum Beispiel – fliegende Pferde. So wie Dr. Hermann Burgard sumerische Hymnen neu ins Deutsche übersetzt hat, so müssen endlich die Texte des Rig Veda neu aus dem Original ins Deutsche und andere moderne Sprachen übertragen werden: von Experten, die prähistorische »Götterbesuche« nicht grundsätzlich ausschließen.

Foto 6: Grassmanns Rig-Veda


Heute wissen wir von den Möglichkeiten der Raumfahrt. Den Mond haben wir schon vor Jahrzehnten besucht. Der Mars wird als Ziel für irdische Astronauten ins Auge gefasst. Und selbst interstellare Raumfahrt mit Hilfe von gigantischen Generationen-Raumschiffen wird schon angedacht.

Eugen Sänger spekulierte schon lange vor den ersten Flügen zum Mond von interstellarer Raumfahrt in grauer Vergangenheit. Der Raumfahrtpionier  nahm Dänikens Visionen vorweg. In seinem Werk »Raumfahrt« stellte er bereits 1958 Überlegungen über Besucher von anderen Sternen auf der Erde in der Vergangenheit an. Er schreibt (19): »Der Wunsch, nach den Sternen zu greifen, ist so alt wie die Menschheit selber... Der Gedanke der Raumfahrt erscheint daher am frühesten schon in der prähistorischen Menschheitsperiode in den Göttermythen und Sagen.«

Foto 7: Geldners Rig-Veda
Eugen Sänger ging aber noch einen Schritt weiter (20): »Es erscheint uns heute fast wahrscheinlicher, dass unsere Vorfahren diese Vorstellungen aus realen Erfahrungen bei der Begegnung mit prähistorischen Besuchern aus dem Weltraum erwarben, als dass eine ans Unglaubwürdige grenzende Zukunftsschau sie ihnen schon vor Jahrtausenden auf wunderbare Weise geoffenbart hätte.«  Es ist endlich an der Zeit, dass Hinweise auf vorgeschichtliche Astronautenbesuche aus den Weiten des Alls etwa in den Texten des Rig Veda zumindest als möglich erachtet werden. Sollten sich Gottheiten wie Shiva, Parvati und Ganesha tatsächlich als Außerirdische erweisen?

Wie ich dargelegt habe wimmelt es in der Rig Veda von Hinweisen auf solche Besuche. Da werden immer wieder »Götter« beschrieben, die in ihren Himmelswagen aus dem All kamen und in ihren Vehikeln um die Erde sausten, und das gedankenschnell. Die Ashvin-Götter-Astronauten (21) kommen 376 Mal vor in der Rig Veda. 57 Hymnen wenden sich direkt an sie. Unüberschaubar scheint die Zahl der (22) »unsterblichen Bewohner des hohen Himmels« zu sein. Diese mächtigen Wesen, die in ihren Himmelsschiffen riesige Strecken zurücklegen, werden (23) »als Gönner für die Menschen gepriesen«. Sie scheinen, diesen Eindruck vermitteln die Hymnen des Rig Veda, geradezu allmächtig zu sein.

Je gründlicher ich in den Texten des Rig Veda las, je öfter ich in Mahabalipuram und anderen indischen Tempelstädten mit Einheimischen sprach, desto mehr irritierte mich eine klare Diskrepanz. Wieso konnten diese Allgötter in ihren fliegenden Vehikeln so ohne weiteres von Menschen herbeizitiert werden, um Opfergaben entgegenzunehmen? Überspitzt ausgedrückt: Wie konnten kleine Menschen die großen Götter an die Opfertische holen?

Spekulieren wir: Götter wie Indra kam immer wieder zur Erde, um Opfer entgegenzunehmen, zum Beispiel »Soma« (24). Was aber war Soma? Eine »gottgenehme Opferspeise« (25), ein berauschendes Getränk aus dem Saft einer Pflanze, vermischt mit saurer Milch? Verwirrender wird der Sachverhalt, wenn er erkennen, dass »Soma« auch eine Himmelsgottheit bezeichnet. Diesem Soma ist der gesamte 9. Liedkreis gewidmet. Der »Soma-Trank« wurde – so der Rig Veda (26) – im Himmel geboren, stammt also ursprünglich nicht von der Erde. Einer von vielen Beinamen von »Soma« (27) lautet – je nach Übersetzung »himmlischer Rahm«, »Milch des Himmels« oder »himmlischer Saft«. In einem Punkt sind sich alle Übersetzungen einig: »Soma« soll »für den unsterblichen hohen Wohnsitz fließen«. Und: Der »Somasaft« wurde von einem »Falken« aus dem Himmel zur Erde gebracht (28). Gott Soma selbst (29) »fand im Himmel den Göttertrank«.

Foto 8: Indische Götter - Astronauten?
Hier sollte ein technikkundiger Übersetzer neu ansetzen: Was wäre, wenn mit dem »hohen Wohnsitz« der Götter ein Raumschiff gemeint ist? Und wenn es sich bei »Soma« ursprünglich nicht um einen Opfertrunk, sondern um Treibstoff für das Raumschiff der Astronautengötter gehandelt hat? Vor rund 4300 Jahren entstanden die sumerischen Tempelhymnen. In Tempelhymnus 21, so fand Dr. Hermann Burgard heraus, wird vermeldet, dass Treibstoff von der Erde zum Raumschiff gebracht wird. Freilich wurden im Tempelhymnus statt uns geläufiger technischer Ausdrücke etwas blumig Umschreibungen genutzt (30): »Der sich schnell drehende Oben-Lärmende, das ›Licht‹, bringt ein Öl-Derivat nach oben zu dem aus Glanzmetall gefertigten ›Himmel‹. Das als Treibstoff gelagerte Öl-Derivat wird im ›Himmel‹ gelagert. Der Laderaum des ›Lichtes‹ wird gereinigt.«

Sollte mit dem »Soma« im Rig Veda also Treibstoff gemeint sein? Spekulieren wird weiter: Die Astronautengötter produzierten den Treibstoff und legten auf der Erde an verschiedenen Orten Treibstofflager an. Diese Punkte flogen sie immer wieder an, um aufzutanken. Daraus wurde in der Überlieferung, als das Wissen um den wahren Ursprung des Soma in Vergessenheit geraten war, Religiöses. Die Himmlischen stiege nicht mehr hernieder, um Treibstoff für ihre Flugvehikel, sondern flüssige Opfergaben aufzunehmen. Ich frage mich, ob eine Neuübersetzung des Rig Veda deutlichere Hinweise auf die ursprüngliche Bedeutung des Soma liefern kann. Dr. Hermann Burgards »Encheduanna: Verschlüsselt – Verschollen – Verkannt« sollte Kennern anderer alter heiliger Texte Mut zu moderneren, zeitgemäßeren Übersetzungen machen!

Fußnoten
(11) Michel, Peter (Hrsg.) »Der Rig-Veda/ Das Heilige Wissen Indiens in der Übersetzung von Karl-Friedrich Geldner«, nach der Ausgabe Göttingen und Leipzig 1923, Band 1,Wiesbaden 2008, Fünfter bis achter Liedkreis, Seite 77 8 (5. Liedkreis, Hymnus 73,  Vers 3)
(12) »Rig Veda. Übersetzt und mit kritischen und erläuternden Anmerkungen versehen von Hermann Grassmann«, Leipzig 1876, Band 1, Seite 218 (5. Liedkreis, Hymnus 73,  Vers 3)
(13) 2. Buch Mose Kapitel 24, Vers 16
(14) »Rig Veda. Übersetzt und mit kritischen und erläuternden Anmerkungen versehen von Hermann Grassmann«, Leipzig 1876, Band 1, Seite 290 (6. Liedkreis, Hymnus 62, Vers 1)
(15) Michel, Peter (Hrsg.) »Der Rig-Veda/ Das Heilige Wissen Indiens in der Übersetzung von Karl-Friedrich Geldner«, nach der Ausgabe Göttingen und Leipzig 1923, Wiesbaden 2008, Band 1, Fünfter bis achter Liedkreis, S. 164 (6. Liedkreis, Hymnus 62, Vers 1)
(16) Zehnter Liedkreis, Hymne 143, Vers 3!
(17) »Rig Veda. Übersetzt und mit kritischen und erläuternden Anmerkungen versehen von Hermann Grassmann«, Leipzig 1876, Band 2, Seite 142 (1. Liedkreis, Hymnus 139, Vers 4)
(18) Burgard, Dr. Hermann: »Encheduanna/ Geheime Offenbarungen«, Groß-Gerau
     2012
Burgard, Dr. Hermann: » Encheduanna: Verschlüsselt – Verschollen – Verkannt.
     Tempelhymnen Nr. 20 - 42 mit neuen Geheimen Offenbarungen«, Groß-Gerau
     2014
(19) Sänger, Eugen: »Raumfahrt – technische Überwindung des Krieges«, Hamburg 1958, S.124 und 125
(20) ebenda, S.124
(21) 1.3 (1. Liedkreis, Hymnus 3), 1.22 (1. Liedkreis, Hymnus 22), 1.34, 1.46-47, 1.112, 1.116-120, 1.157-158, 1.180-184, 2.20, 3.58, 4.43-45, 5.73-78, 6.62-63, 7.67-74, 8.5, 8.8-10, 8.22, 8.26, 8.35, 8.57, 8.73, 8.85-87, 10.24, 10.39-41, 10.143.
(22) 2. Liedkreis, Hymnus 2, Vers 9
(23) 10. Liedkreis, Hymnus 64, Vers 9 (verkürzt 10,65,4)
(24) 4. Liedkreis, Hymnus 22, Vers 1 (verkürzt 4, 22, 1)
(25) 4. Liedkreis, Hymnus 26, Vers 4 (verkürzt 4, 26, 4)
(26) 9. Liedkreis, Hymnus 61, Vers 10 (verkürzt 9, 61, 10)
(27) 9. Liedkreis, Hymnus 109, Vers 3 (verkürzt 9, 109, 3)
(28) 9. Liedkreis, Hymnus 86, Vers 24 (verkürzt 9, 86, 24)
(29) 6. Liedkreis, Hymnus 44, Vers 23 (verkürzt (6, 44, 23)
(30) Burgard, Dr. Hermann: » Encheduanna: Verschlüsselt - Verschollen - Verkannt.
     Tempelhymnen Nr. 20 - 42 mit neuen Geheimen Offenbarungen«, Groß-Gerau
     2014, Seite 50

Foto 9: Götter oder doch Astronauten?
Zu den Fotos
Foto 1: Uralte sumerische Rollsiegel ....  Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: ... zeigen Mysteriöses aus auralten Zeiten. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Hatte Moses Kontakt mit Außerirdischen?
Foto 4: Der mysteriöse Berg Sinai. wiki commons/ Góra Synaj
Foto 5: Planet Erde - Ziel vorgeschichtlicher Astronauten? Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Grassmanns Rig-Veda. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Geldners Rig-Veda. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Indische Götter - Astronauten? Foto Walter-Jörg Langbein 
Foto 9: Götter oder doch Astronauten? Foto Walter-Jörg Langbein



351 »Apocalypse Wow!«,
Teil 351 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 09.10.2016

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