Mittwoch, 21. Oktober 2009

Der Heurige – ein Stück österreichische Tradition!


Der „Heurige“ gehört zu Wien und Österreich wie die Spaghetti zu Italien. Wohl kaum ein anderer Begriff symbolisiert die österreichische „Gemütlichkeit“ derart anschaulich und so mancher Tourist gerät in haltloses Schwärmen bei seinen Erinnerungen an herrlich verklönte Nächte beim Heurigen im letzten Wien-Urlaub.
Ein kurzer historischer Rückblick
Was bedeutet das Wort „Heuriger“ überhaupt und woher stammt es? Nun, die Sache beginnt ursprünglich damit, dass Wien eine der wenigen Großstädte ist, die über eigene Weinanbaugebiete verfügen. Das Thema „Wein“ war somit allgegenwärtig, allerdings waren gute Weine früher für den Großteil der Bevölkerung einfach zu teuer, da griff man dann doch lieber zum Bier. Eine Lösung für dieses Problem war schnell gefunden. Man begann „jungen“ Wein auszuschenken, dessen Trauben der diesjährigen („heuer“ bedeutet in Österreich „dieses Jahr“) Lese entstammten. Dieser „heurige“ Wein war billiger, weil er noch nicht die volle Reife erlangt hatte und somit für die Bürger erschwinglich.
Vergleich mit Frankreich
Ähnliches findet man beispielsweise auch in Frankreich, wo die französischen Winzer für die Weinsorte Beaujolais die Genehmigung bekommen haben, den aktuellen Jungwein als „Beaujolais noveau“ bereits im November des Herstellungsjahres auszuschenken.
Exakte gesetzliche Regelungen fehlen
Somit war ein Heuriger ursprünglich eine Buschenschank, in der Jungwein aus eigenen Rieden ausgeschenkt wurde und entsprach damit im Prinzip einer Straußwirtschaft (der Name leitet sich von dem Föhrenbusch ab, mit dem derartige Schenken üblicherweise gekennzeichnet sind). Das Recht der Winzer, Eigenbauwein im eigenen Haus ohne besondere Lizenz auszuschenken, geht in Österreich auf eine Verordnung des Kaisers Joseph II. (nicht zu verwechseln mit dem bekannten Kaiser Franz Joseph) aus dem Jahr 1784 zurück. Allerdings ist bis heute der Begriff „Heuriger“ weder rechtlich definiert noch geschützt, sodass jeder Gastwirt seine Gaststätte als Heurigen bezeichnen kann und dort auch alle Speisen und Getränke verkaufen darf, welche seine Gastgewerbe-Lizenz erlaubt. Somit wäre rechtlich zwischen „echten“ Heurigen, welche dem Buschenschankgesetz unterliegen und jenen Betrieben, die im Prinzip nichts anderes als ein Restaurant mit Gartenbetrieb sind, zu unterscheiden. Dies spielt jedoch in der Praxis kaum eine Rolle, denn viel wichtiger als irgendwelche rechtliche Unterscheidungen ist für den Heurigenbesucher die Qualität des Angebotes und die echte „Heurigen-Atmosphäre“.
Auf die Atmosphäre kommt es an
Ein Blick ins Lokal genügt und man weiß, woran man ist. Ein echter Heuriger verfügt immer über ein – kaltes – Buffet, es herrscht Selbstbedienung. Die Einrichtung ist meist schlicht und aus getäfeltem Holz, oft handelt es sich bei derartigen Schenken auch um Kellerlokale, was den Gemütlichkeits-Faktor zusätzlich steigert. Musikalische Untermalung ist eher nicht üblich, ausser durch eigene Heurigen-Musiker, wie z.B. die legendären „Schrammeln“. Allerdings werden derartige Darbietungen aufgrund ihrer relativen Aufdringlichkeit, die bis zur Bettelei gehen kann, von einheimischen Heurigen-Besuchern eher weniger geschätzt.
Beliebte Heurigenorte
Wo lassen sich nun in Österreich gemütliche Heurige finden? Nun, in Wien ist DAS Heurigen-Gebiet schlechthin natürlich Grinzing. Die Preise dort sind allerdings an der Grenze zur Abzocke. Nette Heurige lassen sich auch in Stammersdorf, Strebersdorf und in Neustift am Walde finden, ein Geheimtipp ist Oberlaa. In Niederösterreich ist sicher Gumpoldskirchen am bekanntesten, von dort kommen auch etliche österreichische Prädikatsweine. Im Burgenland wird man rund um den Neusiedler See fündig und in der Steiermark ist die steirische Weinstraße eine gute Adresse.
Also, vielleicht sieht man sich ja mal beim Heurigen!
I
Das Buch von Robert Brettschneider gibt es hier: Tu felix Austria

Montag, 19. Oktober 2009

Ich hatte einen Traum…..

Wenn ich wichtige Entscheidungen treffen muss, pflege ich für gewöhnlich, ein oder zwei Nächte darüber zu schlafen. Manchmal auch drei, wenn es denn die Situation erlaubt. Nun hatte ich mir vorgenommen, einen Werbeclip für mein Buch „menière desaster“ zu erstellen. Die Umsetzung dieses Projektes bereitete mir schon Schwierigkeiten, denn wie sollte ich diese in meinem Buch behandelte Thematik umsetzen? Drehschwindel, Tinnitus, Verlust des Gleichgewichtsorgans in einem Videoclip verarbeiten, ohne dass es für den Betrachter zur Zumutung wird? Also ging ich mit dieser Überlegung zu Bett und muss meinem Unbewussten wohl mein Problem vorgetragen haben, in der Hoffnung, am nächsten Morgen mit der Antwort rechnen zu können.


So träumte ich. Und wie manche Träume Ähnlichkeit mit einem Theaterstück haben, hatte auch mein Traum mehrere Szenen, bestand aus einer Kette von Handlungen, in denen ich gleichzeitig Darsteller und Zuschauer war. Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, habe ich getanzt, barfuß einen Spitzentanz, mit einer freien, eigenen Choreografie. Ohne Mühe schwebte ich auf der Bühne vor leeren Zuschauerrängen, und in mir spürte ich eine unglaubliche Freude und ein Glücksgefühl. Es wird Sie sicher nicht verwundern, wenn ich Ihnen berichte, dass dieses wundervolle Gefühl anhielt, obwohl ich irgendwann erwachte.

Nun war dieser Traum ein Erlebnis meiner Sinneswelt, dennoch wurde er von mir als etwas Reales angesehen. Das Unbewusstsein konnte sich frei entfalten, und mein Geist und meine Seele konnten ihre Energie auf ein Ziel konzentrieren. So konnte in meinem Traum die Aufmerksamkeit auf etwas gerichtet werden, was im Wachzustand die Natur meiner Psyche nicht akzeptieren würde. Und diese Natur meiner Psyche wurde auch nach meinem Erwachen schnell pragmatisch und stellte die Frage: „Wie hast du das denn geschafft, so ohne das passende Schuhwerk? Und überhaupt: Wo sind deine Spitzenschuhe geblieben?“

Ja, wo sind sie geblieben, die Schuhe, die ich irgendwann an den berühmten Nagel hängen musste und doch in all den Jahren immer wieder von Selbigem holte, um zu probieren, ob ich es noch kann: Über mich hinauswachsen, größer zu sein, als ich bin.
Sie sind mir irgendwann verloren gegangen, die Schuhe, die mit meinem Lebenstraum so eng verbunden waren und scheinbar mit ihnen auch die Gedanken an diesen Traum.

I
Träume können Inspirationen enthalten und es gibt durchaus Projekte, die aufgrund von Träumen entworfen wurden. Jedem schöpferischen Prozess geht eine Vision oder ein Traum voraus. Und dieser Traum hat mir meinen großen Traum zurückgebracht. Es lag nicht nur an meinem ganz persönlichen Menière Desaster, warum ich ihn nicht leben konnte, es hatte einfach materielle Gründe. Eine Ballettausbildung war und ist eine teuere Angelegenheit. Und es gab Zeiten in meinem Leben, in denen Prioritäten gesetzt werden mussten und denen fiel diese Ausbildung schlicht zu Opfer.

Aber trotzdem hatte ich meinen Traum nicht ganz begraben, habe im stillen Kämmerlein immer einmal wieder versucht, ob ich es noch schaffe, auf der Spitze zu stehen. Die Übungen, die einem solchen Vorhaben unbedingt vorausgehen müssen, habe ich diszipliniert täglich absolviert, sie sind zwangsläufig in meinen Tagesablauf integriert. Gerade die Gymnastik hat mir wertvolle Hilfe geleistet, hat es möglich gemacht, dass ich gerade stehen und gehen kann, obwohl ich mein Gleichgewicht verloren habe.

So habe ich die verlorenen Schuhe ersetzt, um für einen kurzen Moment meinen Traum zu leben und Sie daran teilhaben zu lassen. Und wenn Sie sich jetzt fragen sollten, welche Botschaft ich denn vermitteln möchte, so kann ich Ihnen nur antworten: Es ist nichts Besonderes. Aber schenken Sie mir einen Gedanken, wenn Sie sich auf Ihr Fahrrad schwingen, um die Morgenbrötchen einzukaufen oder wenn Sie freihändig eine Treppe herunter laufen oder die weihnachtliche Dekoration anbringen und dabei auf eine Leiter steigen. Denn damit haben Sie mir etwas voraus. Das darf und kann ich nicht mehr leisten. Aber wenn Ihnen irgendwann ein Traum verloren gegangen ist, machen Sie es wie ich: träumen Sie ihn sich einfach zurück.
I


Labels

Walter-Jörg Langbein (656) Sylvia B. (105) Osterinsel (79) Tuna von Blumenstein (46) Peru (34) Karl May (27) Nan Madol (27) g.c.roth (27) Maria Magdalena (22) Jesus (21) Karl der Große (19) Make Make (19) Externsteine (18) Für Sie gelesen (18) Bibel (17) Der Tote im Zwillbrocker Venn (17) Rezension (17) der tiger am gelben fluss (17) Autoren und ihre Region (16) Apokalypse (15) Vimanas (15) Atlantis der Südsee (13) Der hässliche Zwilling (13) Weseke (13) Blauregenmord (12) Nasca (12) Palenque (12) meniere desaster (12) Krimi (11) Pyramiden (11) Malta (10) Serie Teil meniere (10) Ägypten (10) Forentroll (9) Mexico (9) National Geographic (9) Straße der Toten (9) Lügde (8) Briefe an Lieschen (7) Monstermauern (7) Sphinx (7) Tempel der Inschriften (7) Winnetou (7) Lyrik (6) Marlies Bugmann (6) Mord (6) Märchen (6) altes Ägypten (6) 2012 - Endzeit und Neuanfang (5) Atahualpa (5) Hexenhausgeflüster (5) Mexico City (5) Mord in Genf (5) Satire (5) Thriller (5) Atacama Wüste (4) Cheopspyramide (4) Dan Brown (4) Ephraim Kishon (4) Hexenhausgeflüster- Sylvia B. (4) Leonardo da Vinci (4) Machu Picchu (4) Sacsayhuaman (4) Teutoburger Wald (4) große Pyramide (4) Meniere (3) Mondpyramide (3) Mord im ostfriesischen Hammrich (3) Mysterien (3) Sakrileg (3) Shakespeare (3) Bevor die Sintflut kam (2) Das Sakrileg und die heiligen Frauen (2) Friedhofsgeschichten (2) Goethe (2) Lexikon der biblischen Irrtümer (2) Markus Lanz (2) Münsterland-Krimi (2) Vincent van Gogh (2) Alphabet (1) Bestatten mein Name ist Tod (1) Hexen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen Hexenhausgeflüster (1) Mord Ostfriesland (1) Mord und Totschlag (1) Münsterland (1) einmaleins lernen (1) meniére desaster (1)