Sonntag, 7. Februar 2010

4 »Mit Grabräubern unterwegs«

Teil 4 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Foto 1: Als ob der Schädel lachen würde...

Unterwegs in Chile... Die aschfahle Scheibe des mitternächtlichen Vollmonds steht tief über der fahlen Wüstenlandschaft . Der pechschwarze Himmel lässt unzählige Sterne heller erscheinen als sonst wo auf der Welt. Kein Baum ist zu sehen, kein Strauch unterbricht die Monotonie. Mit etwas Phantasie kann man sich auf den Mond versetzt fühlen.

Der weißgelbliche Staub macht mir das Gehen schwer. Die kalte Luft beißt in den Lungen. Längst habe ich die Orientierung verloren. Liegt die Straße jetzt rechts von mir? Oder hinter mir? Immer wieder stolpere ich über scharfkantige Felsbrocken. Ein-, zweimal stürze ich in den festgebackenen Wüstensand.... irgendwo im Niemandsland zwischen Iquique und Patillos.

Die Strahlenfinger unserer Taschenlampen tasten sich durch die Dunkelheit. Sie springen umher. Sie tasten sich ruckartig durch die Schwärze der Nacht. Von irgendwo ertönt so etwas wie ein anhaltendes grelles Hupen. Oder ist es eine Polizeisirene? Wir schalten wie auf Kommando unsere Taschenlampen gleichzeitig aus. Pedro lacht. »Wenn man dich hier erwischt, dann wirst du sicher nach einigen Wochen oder Monaten abgeschoben.« hatte mir vor einigen Stunden Pedro im Auto erklärt. »Aber bis es so weit ist, sitzt du in Untersuchungshaft. Und unsere Gefängnisse hier sind wirklich keine Hotels!« Ich habe erst gar nicht versucht, mir ein Bild von den Zuständen in den örtlichen Haftanstalten zu machen. »Die meisten Polizisten gehen mit Grabräubern eher nachsichtig um. Weil die meisten von ihnen den einen oder den anderen Verwandten haben, der auf diese illegale Weise sein Geld verdient. Und manche Polizisten sind selbst im Gewerbe. Aber auf Gringos, die unsere Erde durchwühlen, reagieren sie oft allergisch.«

Pedro, der Anführer, bleibt plötzlich unvermutet stehen. In Spanisch raunt er seinen vier Gehilfen Befehle zu. Pedro bückt sich sucht nach einem Zeichen. Er findet es. Ein »Späher« hat es am Tag in einen Stein geritzt. Hier müsste etwas zu finden sein, glaubt man dem Späher. Der arbeitet nur am Tag, wird prozentual an den Dollars beteiligt, die Funde bei reichen Sammlern einbringen.

2-4
Wortlos fangen sie an zu arbeiten. Die Routine von professionellen Grabräubern ist ihnen anzumerken. Stählerne Pickel fressen sich verbissen durch im Laufe von Jahrtausenden von der gnadenlosen Sonne zu einem zementharten Panzer verbackenen Wüstenboden. Die Kruste knirscht, bricht, platzt auf. Schnell ist sie aufgebrochen. Die Pickel werden zur Seite gelegt. Ruhig greifen die Männer zu Schaufeln. So bedächtig und gleichmäßig sie arbeiten, so schnell kommen sie doch voran.

Ich setze mich ein wenig abseits des Geschehens auf einen größeren Felsbrocken. Langsam fange ich an zu frieren. Wenn ich doch fotografieren dürfte. Das würde mich ablenken. Aber »no fotos!« hat es geheißen. An das mit strenger Stimme immer wieder vorgebrachte Verbot halte ich mich natürlich. Mir ist kalt. Und ich muss zugeben: Angst habe ich auch. Gesetzt den Fall, die Herren Grabräuber würden mir mit einem ihrer Werkzeuge den Schädel einschlagen und meinen Leichnam irgendwo verscharren? Wer weiß, ob man meine Gebeine je finden würde?

Pedro gesellt sich zu mir. In erstaunlich gutem Deutsch erzählt er mir, dass er als Hausdiener bei einer reichen Familie in Santiago arbeitet. »Bei den Herrschaften habe ich die Sprache der Germans erlernt!« Er setzt sich neben mich, bietet mir einen Schluck Pisco aus einem metallenen Flachmann an. Das hochprozentige Getränk wärmt und vertreibt die Angst. Es scheint sich aber auch schmerzhaft durch die Magenwände fressen zu wollen. Ich atme die kalte Luft hastig ein. Der brennende Schmerz lässt nach. Die Kälte kehrt zurück. Die Angst schwindet.

Etwa gegen zwei Uhr morgens macht sich Aufregung bei den Grabräubern bemerkbar. Nervös, mit fahrigen Händen, zündet sich Pedro eine Zigarette an. »Hörst du, der Klang der Schaufeln. Er hat sich geändert! Meine Freunde werden gleich auf einen Hohlraum stoßen! Das höre ich ganz deutlich!« Ob sich Pedro nur wichtig machen möchte?

Tatsächlich bricht nach einigen Minuten verhaltener Jubel aus. Pedro und ich nähern uns hastig dem Loch. Schwarze Leere lässt fast ein wenig schaudern. Mir ist, als stünde ich vor einem gefährlichen Schlund. Wie tief mag er sein? Zwei Meter? Oder sind es drei? Die Männer können in der kurzen Zeit nicht so viel gegraben haben. Sie sind offenbar auf einen unterirdischen Hohlraum nah an der Oberfläche der Wüste gestoßen. »So etwas erkennt unser Späher an der Verfärbung im Sand!« erklärt mir später Pedro.

Pedro ist im Moment nicht nach sprechen zumute. Auch wenn er es zu verbergen versucht: Er ist vom Fieber des Grabräubers befallen... von der Hoffnung auf kostbare Grabbeigaben. Pedro klettert an einer Strickleiter in das schmale Loch. Eine Taschenlampe leuchtet auf. Das Szenario ist mehr als gespenstisch. Pedro lädt mich ein. Ich soll, darf ihm zu folgen. Wenige Augenblicke später beuge ich mich über eine bleiche Mumie.

Foto 5: Uralte Stoffe, von der Wüste konserviert.

Das Gesicht des Toten erinnert an einen Horrorfilm unserer Tage. Es ist hinter einer schwarzen Maske verborgen. Der Mund ist zu einem Schmerzensschrei geöffnet. »Damit die Seele wieder in ihre alte Behausung zurückkehren kann!« erklärt mir Pedro. »Wir berauben die Gräber! Aber wir haben den Respekt vor den Toten nicht verloren!« Er zischt fast etwas gehässig: »Ob die gelehrten Archäologen auch so respektvoll sind?« Er schüttelt energisch den Kopf. »Wir belassen die Toten in den Gräbern! Die Archäologen holen sie heraus und stecken sie in Museumsvitrinen... wo sie von Neugierigen begafft werden!«

Pedro deutet auf die lederartigen Hände des Leichnams. Sie sind offensichtlich mit einem sehr scharfen Instrument glatt abgeschnitten worden. Dann hat man sie mit einfachen Schnüren wieder an den Armstümpfen befestigt. Pedro zieht bedächtig den wirklich sehr gut erhaltenen Stoff zur Seite. Der Körper des Toten kommt zum Vorschein. Sein Leib wirkt fremdartig, ja irgendwie unnatürlich. Pedro erklärt leise: »Es gab vor vielen Jahrtausenden einen einheitlichen Bestattungsritus. Bevor die Körper der Verstorbenen der Erde übergeben wurden, verfuhr man mit ihnen nach genau vorgeschriebenen Zeremonien!
´
Man hat zunächst das Gehirn entfernt. Es wurde durch ein Gemisch aus Asche und Stroh ersetzt. Sämtliche Innereien wurden dem Leib genommen. Damit der Körper seine natürliche Form behielt, wurde er wieder gefüllt: mit einem Brei aus Gras, Asche und Fischleim. Manchmal mengte man auch Tierblut bei!« Geheimnisvoll, ja erschreckend wirkt das Gesicht des Toten. Man hat dem Leichnam eine schwarze Maske aufgesetzt und mit einer klebrigen Masse bestrichen. Der Tote hat den Mund wie zu einem Schmerzensschrei aufgerissen. Der Weg nach oben über die Strickleiter fällt mir schwerer. Pedro und seine Gehilfen sind etwas enttäuscht. Wieder gab es nicht den ersehnten Goldschatz, und doch sind sie mehr als zufrieden. Der Tote war mit mehreren kunstvoll gestalteten Tongefässen bestattet worden. Besonders erfreut sind die Männer über einige kleinen Tonfiguren.

Foto 6: Hier war vor kurzem gegraben worden....

»Das sind die Diener, die dem Verstorbenen im Jenseits zur Hand gehen sollen!«, erfahre ich. Sorgsam werden die archäologischen Kostbarkeiten in Säcken verstaut. Kein Wissenschaftler wird sie je zu sehen bekommen. Sie werden in privaten Sammlungen reicher Nordamerikaner oder Europäer verschwinden. »Dieser Fund bringt jedem von uns mehr Dollars ein als wir in einem ganzen Monat mit anderer Arbeit verdienen können! Und die Gringos wollen nun einmal archäologische Schätze besitzen! Wenn wir sie nicht beliefern, dann tun es andere!«

Bevor das so schnell ausgehobene Loch wieder geschlossen wird, steigt Pedro noch ein letztes Mal die Strickleiter hinab. Was hat er vor? Warum hat er ein Beil mit hinab genommen? Ein Krachen und Splittern ist zu vernehmen. Das Geräusch geht durch Mark und Bein. Pedro erklärt mir auf dem Rückweg: »Wir berauben die Toten! Wir ziehen uns ihren Zorn zu! Wir fürchten ihre Rache! Dabei gehen wir doch respektvoll mit ihnen um. Bevor wir ihnen die Knochen zerschlagen, entschuldigen wir uns bei den Toten!«

Foto 7: Trostlose Wüstenei...

Ob denn Gefahr von totem Gebein ausgeht, will ich wissen. Pedro bleibt kurz stehen. Herablassend lächelt er mich an. Er murmelt etwas von »ahnungslosen Gringos!« Im Weitergehen doziert er: »Es ist zu befürchten, dass der Geist eines Toten in seinen Körper zurückkehrt. Als Zombie kann er dann in die Welt der Lebenden zurückkommen und sich den Menschen rächen, die ihn bestohlen haben!« Ich möchte wissen, ob Pedro jetzt vielleicht Angst hat. »Nein!« antwortet er etwas barsch. »Dieser Tote wird nicht mehr aus seinem Grab herauskriechen! Ich habe ihm die Beinknochen zerschlagen. Und das Rückgrat!« Sehr respektvoll ist dieser Umgang mit Toten aber nicht, denke ich. Meine Überlegungen behalte ich aber für mich. Ich will nicht richten über die Grabräuber. Schließlich war ich mit ihnen unterwegs, also auch an der Störung der Totenruhe beteiligt.

Von Albträumen der übelsten Art in den folgenden Nächten, in denen Zombies eine nicht unerhebliche Rolle spielen, will ich lieber schweigen!

Foto 8: Uraltes Mauerwerk in der Wüste.


Zu den Fotos:
Foto 1: Als ob der Totenschädel lachen würde... Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 2-4: Überall liegen Schädel... Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Uralte Stoffe, von der Wüste konserviert. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Hier war vor kurzem gegraben worden.... Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Trostlose Wüstenei... Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Uraltes Mauerwerk in der Wüste. Foto Walter-Jörg Langbein

»Die Tempel von Mahabalipuram (Indien)«,
Teil 5 der Serie 
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 14. Februar 2010


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Die Bücher von Walter-Jörg Langbein

©Fotos: Walter-Jörg Langbein. Alle Rechte vorbehalten.

Im Gespräch mit Ephraim Kishon - Teil 3

Walter-Jörg Langbein
Teil 3 des Interviews

Vor 25 Jahren durfte ich in einem Frankfurter Hotel ein ausführliches Gespräch mit Ephraim Kishon führen. Zu seinem fünften Todestag mache ich es noch einmal der Öffentlichkeit zugänglich, als kleine Serie im Blog »Ein Buch lesen«. Ein Vierteljahrhundert ist seit dem Interview vergangen. Die politische Landschaft hat sich seither gravierend verändert. Die Grenze zur DDR ist dank des friedlichen Protests der Menschen in der DDR gefallen. Die DDR existiert nicht mehr. Auch »der« Ostblock ist nicht mehr das, was er einst war. So sehr sich aber das Bild der Welt im Verlauf des letzten Vierteljahrhunderts gewandelt hat, Ephraim Kishons Äußerungen zu diversen Themen von Politik über PSI zu Philosophie sind auch heute noch brandaktuell.

Vor rund einem halben Jahrhundert schrieb ein israelischer Schriftsteller in hebräischer Sprache Satiren. Sie wurde ins Englische übersetzt, in Deutschland schien sich niemand für die Texte zu interessieren. Doch dann übersetzte der Wiener Schriftsteller und Publizist Friedrich Torberg die Werke des »Unbekannten« ins Deutsche.... und der Welterfolg des Ephraim Kishon begann. Aus dem »Anonymus« wurde das Phänomen Kishon, mit Zig-Millionen-Weltauflage.

Teil 3 des Interviews

Walter-Jörg Langbein: Herr Kishon, in Ihrem neuen Buch ›Abraham kann nichts dafür‹ steht eine interessante Satire am Schluss. Ein Außerirdischer sieht die Erde, und das Kindergezänk der Diplomaten führt letztlich zum atomaren Holocaust. (Hinweis: Das Interview wurde vor 25 Jahren geführt!)

Kishon: In dieser Satire bin ich der Außerirdische. Sehen Sie, das ist ja schon wieder ein schöner Zeitungstitel: ›Ephraim Kishon: Ich bin ein Außerirdischer!‹
Vieles, was gesagt wird von sogenannten Diplomaten, ist Fassade, Quatsch, Kinderei, die Herren schwingen da hehre Reden und meinen etwas ganz anderes.

Walter-Jörg Langbein: Besteht die von Ihnen beschriebene Gefahr einer weltweiten Zerstörung Ihrer Meinung nach wirklich?

Ephraim Kishon: Ja, ich glaube das nicht nur, das weiß ich. Es unterliegt meiner Meinung nach keinem Zweifel, dass die Welt bald eine atomare Katastrophe erleben wird. Diese wird nach meiner Logik nicht so verlaufen, wie es die Friedensbewegungen erwarten. Es wird keinen Krieg zwischen den Großmächten geben. So blöd ist niemand unter den Politikern der Großmächte. Aber es ist nur eine Frage von ein, zwei, drei, vier oder fünf Jahren, dass Herr Gadafi... Entschuldigung... dass Herr Oberst Gaddafi oder Herr Arafat oder die Terrorgruppe ›Rote Armee‹ aus Italien eine Atombombe haben wird. Und das wird dann zur Hölle auf Erden führen.
Ich bin sicher, der gute Oberst Gaddafi wäre bereit, sagen wir, fünf Milliarden Dollar für eine Atombombe zu bezahlen, nur, um dann zum amerikanischen Präsidenten sagen zu können: Wenn Sie Israel dazu nicht zwingen, den Staat aufzugeben, dann wird New York zerstört. Das ist in meinen Augen keine Utopie, das ist eine Tatsache. Wie alt sind Sie?

Walter-Jörg Langbein: Ich bin dreißig. (Anmerkung: Das Interview wurde vor 25 Jahren geführt!)

Kishon: Sie werden es erleben. Eine Terrororganisation wird eine Atombombe haben und dann kommt die Hölle. Manche Organisationen werden behaupten, die Atombombe zu haben, obwohl es gar nicht stimmt. Bei anderen wird diese Behauptung der Wahrheit entsprechen. Die Bombe wird erpresserisch eingesetzt werden. Terroristen von heute sagen vielleicht: Wir sprengen das Nationaltheater!

Die Terroristen mit der Atombombe aber werden anders vorgehen. ›Wir vernichten eine Großstadt!‹ werden sie vielleicht drohen. Das ist unvermeidbare Zukunft!

Walter-Jörg Langbein: Meinen Sie, dass die großen Nationen sich erpressen lassen werden?

Kishon: Das ist eine Frage, worauf niemand antworten kann, weder der amerikanische Präsident, noch der sowjetische Vorsitzende des Politbüros. Stellen Sie sich vor: Man teilt dem amerikanischen Präsidenten mit, dass eine Atombombe in New York versteckt ist. Wenn die Juden nicht übermorgen beginnen, Israel zu verlassen, dann werden wir New York vernichten. Was soll der amerikanische Präsident tun? Die Juden zwingen, ihre Heimat zu verlassen? Zuschauen, wie New York vernichtet wird? Beides kann er nicht.

Ich glaube und hoffe, dass die großen wie die kleinen Nationen auf diese Situation vorbereitet sind und dass sie dann über die nötigen Instrumente verfügen werden, mit Hilfe derer es ihnen möglich ist zu entdecken, wo Atomwaffen versteckt sind. Oder dass es andere Möglichkeiten gibt, diese Art von Terror zu bekämpfen.

Ein einzelner Mann kann allein kann dann die Welt beherrschen, wenn er die Atombombe hat... schlimmer als einzelne Diktatoren wie Gaddafi sind anonyme Gruppen wie die ›Rote Armee‹ in Italien. Das sind abstrakte Begriffe. Wen sollen die Ordnungshüter da fassen? Gegen wen sollen sie kämpfen, wann und wo?

Mich wundert es, offen gesagt, dass man heute (Anmerkung: 1985!) noch über die Möglichkeit eines Atomkrieges zwischen den Großmächten spricht. Es gibt keinen Staatschef, der so verrückt wäre, so etwas zu riskieren, der sagt: ›In einer halben Stunde vernichte ich mein eigenes Land!‹ So blöd ist keiner!

Walter-Jörg Langbein: Und ein Krieg aus Versehen....

Kishon: Auf diese Weise können vielleicht örtliche, lokal begrenzte Kriege entstehen, aber kein Weltkrieg.

Es ist kein Zufall, dass die Großmächte ihre Kriege nicht selbst führen, dass die Kubaner oder die Ostdeutschen für sie kämpfen. Die Großmächte sind da zu vorsichtig. Aber Kriege werden immer sein. Kriege gehören zur menschlichen Natur. Der Mensch hat Tiere und die Kräfte der Natur besiegt. Nur der Mensch kann noch gegen die Menschen kämpfen. Im Laufe der Geschichte hat er das ja sehr gut getan.

Aber eines muss gesagt werden: Diese viel verfluchte Atomwaffe hat den Weltfrieden erhalten. Diese Waffe, über die jeder schimpft, die jeder hasst, die hat den III. Weltkrieg verhindert. Der Frieden ist von der Atomwaffe gekommen. Wir haben einen Zwangsfrieden. Das Schicksal der Welt liegt in den Händen der kleinen Mächte mit atomaren Waffen. Wir werden in einer James-Bond-Atmosphäre leben. Ein ›Goldfinger‹ beherrscht die Welt dann von irgendeinem Loch aus. Das wird eine Holocausterpressung.

Walter-Jörg Langbein: Glauben Sie an PSI?

Kishon: Das schon. Ich bin überzeugt, dass es da etwas gibt, Kräfte oder Wellen. Uri Geller zum Beispiel... Sicher, er hat auch ein wenig geschwindelt, aber nicht ausschließlich. Wir wissen es vielleicht nicht: Er wurde in den USA den schwierigsten Tests unterworfen. Und er hat bestanden.

Wenn Sie zum Beispiel ein Fünfeck zeichnen, in einen verschlossenen Umschlag stecken – er wird das Bild erkennen. Vielleicht wird er nur etwas Ähnliches sehen, statt des Fünfecks vielleicht ein Dreieck oder einen aufgespannten Regenschirm. Oder etwas Ähnliches. Aber manchmal sind die Übereinstimmungen, die Dinge, die er wirklich seherisch erkennt, verblüffend. Ich habe übrigens Uri Geller entdeckt. Doch, an PSI glaube ich, von PSI bin ich überzeugt!

Walter-Jörg Langbein: Lieber Herr Kishon, vielen Dank für dieses Gespräch!

Als Abschluss des Interviews erscheint am 14.02.2010 als Teil 4 dieser kleinen Kishon-Serie: Briefwechsel – Fragen und Antworten

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Die Bücher von Ephraim Kishon

Foto Ephraim Kishon: ©Verlag Langen Müller

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