Montag, 17. Januar 2011

Meine Katze Sylvia - Ein Beitrag von Cosima Prem

Meine kleine Mieze Sylvia ist so liebenswert! Sie hat die Farben rotbraun, weiß und schwarz und rechts an der Nase noch einen kleinen, goldigen schwarzen Schönheitsfleck. Deswegen nennen wir sie immer "Gewürzkatze" oder "Würzig": Ihre Fellfarben sind wie Paprika, Salz und Pfeffer. Wenn sie im Halbschlaf auf unserer Couch oder auf meinem Bett liegt und man sie sanft krault, fängt sie an, derartig laut zu schnurren, dass man es noch durch eine dicke Tür durch leicht hört. Aber manchmal, wenn sie hellwach ist, kratzt und beißt sie für ihr Leben gern, wenn man ihr Fell auch nur ganz leicht berührt.

Jetzt ist sie ungefähr acht Monate alt. Bevor sie zu ihren ersten Besitzern gekommen ist, war sie eine Wildkatze, deswegen ist Sylvia auch manchmal noch so "kratzig" drauf. Aber das wird sich noch geben. Es gibt aber auch Sternstunden, wo sie für jede Wuschelei und alles andere zu haben ist. Ich habe meine kleine Mieze so lieb! Oft legt sie sich auf die angestellte Heizung und streckt sich fast einen Meter lang. Sie erbettelt sich ab und zu auch ein Löffelchen Joghurt oder Grießpudding. Meistens klappt das auch, weil man ihr einfach nicht widerstehen kann.Wenn sie dann hat, was sie will, schleckt sie alles innerhalb von ein paar Sekunden weg. Gerade, als ich hier schreibe, wollte die "Würzig" mir meinen Lachs vom Brötchen fressen. "Mieze, nein! Lass mir wenigstens das Brötchen!"

Aber sie kann auch ziemlich furchterregend aussehen (siehe Bild links). Dann macht sie ihren Schwanz buschig wie einen Eichhörnchen- schwanz und schaut einen drohend an, als würde sie einen gleich angreifen wollen. Auf den Fotos kommen die Augen auch noch leuchtend. Das wirkt dann ziemlich gruselig! Aber eins bleibt immer gleich: Dass ich meine Mieze echt lieb habe!!

Vier Freundinnen auf Schatzsuche


Sonntag, 16. Januar 2011

52 »Wie alt ist Cuicuilco?«

Teil 52 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Das Szenario wirkte auf geheimnisvolle Weise mystisch: Da standen schmuddelige Hochhäuser. Einst mögen sie weiß gestrahlt haben, doch längst liegt ein undefinierbarer schmutziger Belag auf dem einst sauberen Putz. Kahl und kalt ragten sie in den Himmel. Es sind triste Wohntürme für schwer arbeitende, schlecht bezahlte Menschen. Ihre Vorfahren waren einst die Erbauer von Pyramiden und Tempeln. Und mittendrin war die einst stolze Pyramide von Cuicuilco eher nur zu erahnen... ein Relikt aus uralten Zeiten. Unter meterdickem Erdreich hatte es unzählige Jahrhunderte, ja vielleicht sogar Jahrtausende überdauert. Im Leib der Erde versteckt.. hatte sie Ewigkeiten geschlummert.

Die mysteriöse runde Pyramide. Foto: W.J.Langbein
Immer wieder habe ich im Rahmen von Reisen durch Zentralamerika den Komplex von Cuicuilco besucht. Immer wieder stieg ich auf den Pyramidenhügel, suchte nach den alten Mauern. Und immer wieder wunderte ich mich darüber, in welch desolatem Zustand sich die alte Pyramide befindet.

Einst führte eine breite Treppe hinauf auf die oberste Pyramidenplattform. Vermutlich stand hier einst ein stolzer Tempel. War er auch rund angelegt, so wie die Pyramide selbst? Wurden, wie Sprachforscher dem Namen Cuicuilco entnehmen zu können meinen, rituelle Tänze von sakraler Bedeutung oben auf der Pyramide zelebriert? Welchen Göttern mögen sie gegolten haben? Was sollten sie bewirken?

Ein Schornstein ragte einen Steinwurf entfernt in den Himmel und spuckte Rauschwaden in die Luft. War dieser Schornstein für die manchmal beißende Luft verantwortlich? Oder waberten giftige Dämpfe von der Millionenmetropole herüber?

Üppiges Grün droht die Pyramide zu
überwuchern. Foto: W.J.Langbein
Informationen über Cuicuilco sind so leicht nicht zu finden. Erst 1922 entdeckte der amerikanische Archäologe Byron Cummings am Rande von Mexiko-City die geheimnisvolle Pyramide. Cummings erhielt die Genehmigung, Ausgrabungen durchzuführen. Große Mengen Erde mussten entfernt werden. Ja es mussten dicke Bäume gefällt werden, die auf dem Erdreich, das sich auf der Pyramide angesammelt hatte, wuchsen. Was Vielen wie ein natürlicher Erdhügel vorkam... war in Wirklichkeit eine unter Erde verborgene Pyramide.

Byron Cummings (1): »Die Pyramide war einst 60 Meter hoch, 129 Meter im Durchmesser an der Basis breit. Mindestens zweimal wurde die Pyramide vergrößert, wobei jedes mal eine neue Außenverkleidung aufgetragen wurde.« Mit anderen Worten: Sie wurde über einen längeren Zeitraum verändert, muss also längere Zeit als ein wichtiges Gebäude angesehen worden sein.

Wie alt aber ist dieses geheimnisvolle Bauwerk? Der britische Forscher und Experte für frühe mittelamerikanische Kulturen Cottie A. Burland (1905-1983) setzte sich in seinem Werk »Völker der Sonne« (2) auch mit der Pyramide von Cuicuilco auseinander. Seiner Überzeugung nach wurde das Bauwerk um 900 v.Chr. begonnen und u, 350 v.Chr. wieder dem Verfall preisgegeben worden. Je intensiver in Sachen Cuicuilco recherchierte, desto mehr stark voneinander abweichende Altersangaben fand ich. Leo Deuel zum Beispiel nennt gleich zwei unterschiedliche »Geburtsstunden« von Cuicuilco (3), nämlich 600 v.Chr. oder 300 v.Chr. Miloslav Stingel (geboren 1930), kenntnisreicher Experte in Sachen alter Völker, kommt zu einem weiteren Resultat. Seiner Meinung nach wurde Cuicuilco erst 200 v. Chr. begonnen (4).

Tanzten hier einst Anhänger eines
uralten Kults? Foto: W.J.Langbein
Je mehr Experten sich über das mysteriöse Denkmal am Rande von Mexiko-Ciry geforscht und publiziert haben, desto mehr voneinander abweichende Ergebnisse wurden postuliert... und das stets im Brustton der Überzeugung: »Meine Zahlen stimmen!« Es ist schon kurios: Cuicuilco erstrahlte nach Meinung des einen Experten in imposantem Glanz.... Jahrhunderte nachdem die Kultur von Cuicuilco nach Meinung eines anderen Experten längst untergegangen war. Wann die mysteriöse Pyramide erbaut wurde.... darüber diskutieren die Gelehrten, ohne freilich zu einem übereinstimmenden Ergebnis zu kommen! Bei allem Streit um die Wahrheit herrscht in der Gelehrtenwelt aber Übereinstimmung in einem Punkt: Cuicuilco darf auf keinen Fall Jahrtausende alt sein. Zu genau diesem Resultat aber kommt der Geologe George E. Hyde. Hyde stellte fest, dass ein Teil der Pyramide beim Ausbruch eines nahegelegenen Vulkans mit Lava übergossen wurde.

Der Vulkan brach, so Hyde, vor etwa 7000 Jahren aus. Demnach müsste also die Pyramide von Cuicuilco mindestens 7 000 Jahre alt sein, also zu einer Zeit entstanden sein, zu der es nach klassischer Archäologie noch gar keine Azteken gab. Ein Bauwerk, das vor sieben Jahrtausenden teilweise von Lava verschlungen wurde... muss vor mehr als sieben Jahrtausenden errichtet worden sein!

Fachautor und Archäologe Ron Willis verfasste 1973 einen umfangreichen Artikel über Cuicuilco. Er konstatierte (5): »Obwohl die Pyramide etwas Aufsehen erregte, wurde der Fund bald von vielen Archäologen ignoriert, einfach weil die Pyramide eine komplexe Zivilisation in Mexiko voraussetzen würde, die mehrere Jahrtausende vor Ägypten und Sumer bestand.«

Bis heute ist Cuicuilco rätselhaft geblieben. In der Nähe der Pyramide soll es einst weitere »Erdhügel« gegeben haben, unter denen wohl ebenfalls Pyramiden schlummerten. Einst gab es wohl einen groß angelegten Tempelkomplex, deren Bedeutung in Vergessenheit geraten ist.

Der Zustand 2005
Foto: W.J.Langbein
Vor Ort versicherte mir ein an Ausgrabungen beteiligter Archäologe, dass die Pyramide von Cuicuilco auf einer künstlich geschaffenen Plattform steht. Irgendwann wurde der Boden nivelliert und gepflastert bevor darauf die Pyramide errichtet wurde: wann und von wem?

Radiocarbon-Datierungen weisen auf ein sehr hohes Alter der runden Pyramide von Cuicuilco hin. Im Bereich des Fundaments der Pyramide wurden unter der Lavaschicht organische Substanzen entdeckt, die immerhin 4161 Jahre alt sind. Ist die Pyramide nun sieben Jahrtausende... der »nur« 4200 Jahre alt?

Es ist an der Zeit, dass Cuicuilco endlich gründlich erforscht wird. Fragen über Fragen warten noch auf Antworten. Byron Cummings war überzeugt, dass einst der wichtige Pyramidenkomplex einst durch massive Dämme vor Überschwemmungen geschützt werden sollte. Mir scheint aber, dass Cuicuilco für die Mehrheit heutiger Wissenschaftler ein viel zu heißes Eisen ist....




Fußnoten
(1) Cummings, Byron: »Ruins of Cuicuilco May Revolutionize Our
History of Ancient America«, »National Geographic
Magazine«, 1923/ 44
(2) Burland, Cottie A.: »Völker der Sonne«, Bergisch Gladbach 1982
(3) Deuel, Leo: »Kulturen vor Kolumbus«, Bergisch Gladbach 1989
(4) Stingl, Miloslav: »Indianer vor Kolumbus«, Leipzig 1987
(5) Willis, Ron: »Cuicuilco ---«, »Info Journal«, 3:1-7, 1973, nachgedruckt in
Corliss, William: »Ancient Man: A Handbook of puzzling artifacts«, Glen
Arm, 2. Auflage November 1980, S. 210-213
(6) Siehe auch Siebenhaar, Wolfgang: »Gelehrtenstreit um die Pyramide von
Cuicuilco«, »Ancient Skies«, deutsche Ausgabe, Mai/ Juni
1984

»Das Tor in eine andere Welt?«
Teil 53 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 23.01.2011


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