Samstag, 2. April 2011

Rufmordkampagne gegen Buchautorin? – Die Schattenseiten des Internets

Ein Bericht von Ursula Prem

Dass das Internet seine dunklen Seiten hat, das hat inzwischen fast jeder zumindest vom Hörensagen mitbekommen. Wer sich viel im Netz bewegt, wird wohl auch die ein oder andere Erfahrung mit Internettrolls gemacht haben. Die meisten von ihnen sind zwar lästig, aber doch relativ harmlos. Schlimmer wird es, wenn eine größere Anzahl von ihnen es darauf angelegt hat, eine Existenz zu zerstören, wie im Falle von Buchautorin g.c.roth.

Los ging es am 29. Januar 2011, als g.c.roth über Google Alerts von der Existenz einer neuen Rezension zu ihrem Buch »Bestatten, mein Name ist Tod!« auf dem Online-Bewertungsportal CIAO erfuhr. Dieser Verriss, verfasst von einer gewissen Cosmay, gipfelte in dem Schlusssatz:

»Nichtsdestoweniger kann dieses Machwerk sicherlich keinen einzigen Stern von mir „erwarten“; zumal ich sehr gerne Minussterne verteilen würde. Eine Empfehlung zur Verwendung als alternative Heizmethode gibt’s dann auch noch ~ mehr aber nun wirklich nicht.« Hier nachlesen

g.c.roth meint dazu: »Natürlich gewöhnt man sich als Buchautorin mit wachsendem Erfolg auch an den ein oder anderen Verriss. Nicht jedem kann schließlich jedes Buch gefallen, und es kann nicht darum gehen, kritische Stimmen unterdrücken zu wollen. Wenn ein Rezensent schreibt, das Buch sei nicht sein Ding, dann kann ich damit leben. In diesem speziellen Fall jedoch war der absolute Vernichtungswille auffällig, der weit über das Maß einer normalen Negativrezension hinausging.«

Ihr Gespür sollte die Autorin nicht getäuscht haben, denn am 16. Februar schlug ein weiterer Verriss ein, diesmal beim Onlinebuchhändler amazon. Er stammt von einem gewissen Christian Wagner und schloss mit dem Fazit:

»Inhaltlich finde ich die Geschichten übertrieben und teilweise einfach geschmacklos geschrieben. Wer ein richtig gutes Buch zum Thema Bestatterleben lesen will, sollte "Gestatten, Bestatter!: Bei uns liegen Sie richtig" von Peter Wilhelm lesen.« Hier nachlesen

g.c.roth dazu: »Ja, das hat mich schon an diesem Tag erstaunt, zwei Rezensionen in so kurzer Zeit. Meiner Erfahrung nach machen sich nicht sehr viele Menschen die Mühe, überhaupt eine Rezension zu verfassen. Mein Buch hatte vor der Aktion in drei Jahren insgesamt zehn Rezensionen erhalten. Und nun schon zwei in knapp drei Wochen. Ich war sehr gespannt, was da noch kommen würde.«

Die Sache sollte weitergehen. Schlag auf Schlag. Am 18.2., also schon zwei Tage später, postete eine gewisse Sendorra ihre Buchbesprechung auf CIAO. Unter der Überschrift »Zeitfressendes Altpapier« erfährt der staunende Leser:

»Hätte ich doch nur Cosmays vernichtender Kritik geglaubt. Dann hätte ich 1 ½ Stunden meiner kostbaren Lebenszeit mit interessanteren Dingen verbringen können. Hätte die Steuererklärung machen oder zum Zahnarzt gehen können. Aber nein, ich Ungläubige kommentiere unbedacht, dass ich nun neugierig auf das verschmähte Schriftstück wäre. Und was tut die wunderbare Cosmay? Natürlich - sie bietet an mir ihr Büchlein ante mortem zu vererben.« Hier nachlesen

In diesem Stil geht es noch eine Weile weiter. Sendorra geht nicht nur so weit, ganz offen den ihr von Cosmay zugespielten Ball aufzunehmen, sondern ergänzte ihre Ausführungen genüsslich mit einigen Informationen, die den Versuch darstellen, g.c.roths Existenz zu zerstören.

Die nächste Buchbesprechung folgte schon einen Tag später auf Amazon, wo Sendorra am 19.2. ihre CIAO-Rezension etwas umformuliert recycelte: Hier nachlesen

Am heutigen Tage schließlich schlug eine Dame namens unwahrscheinlich bei CIAO mit folgendem Statement auf:

»Ich empfehle das [Buch von g.c.roth] grundsätzlich Niemandem, allenfalls Mentalsadisten oder Extremmasochisten. Wenigstens waren lediglich 89 Seiten zu verschmerzen. Wenn mich Irgendjemand nach dem Inhalt des Buches fragt engagiere ich Moskau-Inkasso. Erschöpfte Grüße in den Bücherfrühling... « Hier nachlesen

Versäumt wurde im Zuge dieser offensichtlich konzertierten Aktion auch nicht, Buchbesprechungen bei DOOYOO und YOPI unterzubringen, nämlich hier und hier.

Wir von »Ein Buch lesen!« versichern hiermit unsere Kollegin g.c.roth unserer uneingeschränkten Solidarität. Ihr Buch ist aus unserer Sicht höchst empfehlens- und lesenswert. Freunde des Schwarzen Humors werden auch weiterhin ihre Freude mit dieser Lektüre haben. Einen Eindruck von »Bestatten, mein Name ist Tod!« können Sie sich hier verschaffen.

Bestellen Sie »Bestatten, mein Name ist Tod!« noch heute bei amazon oder einem anderen Buchhändler Ihrer Wahl. Nicht nur aus Solidarität, sondern vor allem aus Freude an guter Literatur!

(up)

Nachtrag 1:
Inzwischen hat sich g.c.roth auch selbst in einem Blogbeitrag zu dieser Sache geäußert und wirft einige interessante Fragen auf. Lesen Sie ihren Beitrag hier:
http://www.autoren-im-web.de/1602-autoren-stalken-ein-spiel-auf-ciao/



Für Sie gelesen: »Polarwelten« Paul Nicklen

Liebe Leserinnen und Leser,

Die National Geographic Society wurde am 27. Januar 1888 im Washingtoner Cosmos Club gegründet. Zweck der Vereinigung war und ist, geografische Kenntnisse der Allgemeinheit nahe zu bringen. Zu diesem Zweck fördert sie geografische Forschungsprojekte und gibt eine monatlich erscheinende Zeitschrift, das National Geographic heraus. Das Magazin ist bekannt für seine spektakulären Farbfotografien, sorgfältig recherchierten und neutralen Reportagen, sowie hervorragenden Landkartenbeilagen. National Geographic erscheint seit Oktober 1999 auch auf Deutsch im Gruner + Jahr-Verlag. (Quelle: Wikipedia)

Heute möchte ich Ihnen einen ganz besonderen Bildband vorstellen, der von NATIONAL GEOGRAPHIC im Februar 2011 herausgebracht wurde: Paul Nicklens »Polarwelten«.

Paul Nicklen/National Geographic.
In seiner Einleitung beschreibt Paul Nicklen spannend und informativ seine Kindheit, die er mit seiner Familie im hohen Norden Kanadas verbrachte. Pauls Mutter war eine begeisterte Fotografin. Paul wuchs in einer kleinen Inuit- Gemeinde auf und schreibt: »Das frostige Polarmeer, Schnee und Eis waren mein Sandkasten, und die Inuit waren meine Spielgefährten und Lehrer« und weiter: »In dieser Welt fühlte ich mich so zu Hause, dass ich mir ein Leben außerhalb der Polarregionen nicht vorstellen konnte«. Paul studierte Biologie und fasste den Entschluss, Naturfotograf für NATIONAL GEOGRAPHIC zu werden. Paul Nicklen möchte aber noch mehr erreichen. Sein Ansinnen ist es, mit seinen Fotoreportagen anzusprechen und mitzuhelfen, das Bewusstsein und das Engagement für den Umweltschutz neu zu beleben. Paul ist ein Fotograf und Umweltschützer aus ganzer Leidenschaft. »Am wohlsten fühle ich mich, wenn ich unter drei Meter dickes Eis tauche und eindringliche Bilder schieße, die rechtzeitig wichtige Geschichten über das Polarleben und die Auswirkungen des Klimawandels erzählen«.

Die Fotos sind in der Tat sehr beeindruckend, besonders die Bilder, die Paul unter Wasser aufgenommen hat. Auf Seite 37 sehe ich das Bild einer Seeleopardin, die versucht, Paul mit einem Pinguin zu füttern. Das Foto ist gestochen scharf, ich kann Luftblase erkennen. Mich beeindrucken die Zähne der Seeleopardin.

Paul Nicklen/National Geographic.
Paul berichtet über die Arktis, die Antarktis, über die letzten Einhörner, über das Land der Könige und Elefanten (das macht jetzt neugierig, aber ich verrate nichts), über das Eis und den Kreislauf des Lebens. Wie sich die Dinge im Laufe des Jahrzehnts geändert haben, weil die Meereisflächen stark geschrumpft und mancherorts ganz verschwunden sind. Was mich sehr beeindruckt sind seine Erzählungen zu den Bildern, die auf sehr abenteuerliche Art und Weise entstanden sind. Um sich zwei schlafenden Walen zu nähern, pirschte er sich tatsächlich auf Socken über das Eis an die Kolosse heran, um nach etwa 20 Minuten konzentrierten Fotografierens zu bemerken, dass seine Füße fast abgefroren waren. Ein Fotograf aus Leidenschaft mit viel Liebe zur Natur. Diese Liebe spricht aus allen seinen Bildern.

Überwältigend das rot-grün schimmernde Nordlicht bei Yukon, hinter dem die Sterne leuchtend zu sehen sind. Einen Flohkrebs kann ich in seinem Eiskokon betrachten und sehe auf der gegenüberliegenden Seite wie ein Kollege des Flohkrebses dem Männchen eines balzenden Küstenseeschwalbenpaares als Köder für seine potenzielle Partnerin dient.

Paul Nicklen/National Geographic.
Die Titelseite des Buches zeigt übrigens einen tauchenden männlichen Eisbär, während die glasklare Wasserfläche sein Spiegelbild zurückwirft. Fast futuristisch mutet das Bild einer Rippenqualle an, ebenso eine Flügelschnecke, die im offenen Wasser nach Plankton fischt.

Paul Nicklen ist ein außergewöhnlicher Mensch mit einem unglaublichen Talent, der seinen Beruf als Berufung sieht und mit ganz viel Liebe diesen Bildband erarbeitet hat.


Dieses Buch habe ich mit Begeisterung betrachtet und kann es Ihnen überzeugend empfehlen.

Ihre Sylvia B.


Bilder: © Paul Nicklen/National Geographic.Mit freundlicher Genehmigung des National-
Geographic-Verlags

Das rezensierte Produkt ist überall im Handel erhältlich.

















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