Sonntag, 14. Oktober 2012

143 »Rad oder nicht?«

Schildkröten, Schlangen und Ruinen 4
Teil 143 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Der Mann mit der
»Schriftrolle«
Foto: W-J.Langbein
Andächtig stehe ich unter der steinernen Statuette. Sie zeigt eine Person im Lendenschurz und ... so scheint es mir ... mit einem Umhang, der am Hals verknotet ist. In der Hand hält diese Person – ist es ein Mann oder eine Frau? – etwas Längliches, Rundes. Sollte es sich um einen Schriftgelehrten ... oder einen Priester handeln, der einen kostbaren Codex hält? Leider wurden ja die Maya-Codices in Massen von den spanischen Eroberern gesammelt und verbrannt.

Mag sein, dass das gesamte Wissen der Mayas einst in Schriftform verewigt worden ist. Die einst riesige Bibliothek wurde aber – noch bevor sie von Schriftgelehrten aus Europa kopiert oder gar entziffert werden konnte – mit Pedanterie Stück für Stück auf lodernde Scheiterhaufen geworfen. So sind wir heute auf Spekulationen angewiesen. Wir müssen Vermutungen anstellen ... und können die Geschichte der Mayas nicht wie ein Buch lesen. Auch die sogenannte seriöse Maya-Forschung spekuliert viel, auch wenn gern so getan wird, als seien fantasievolle Annahmen solides Wissen.

Da mag eine Skulptur für den einen Wissenschaftler den »Kopf der Königin von Uxmal« darstellen. Für den anderen Wissenschaftler hingegen ist es ganz klar das Haupt eines greisen Priesters ...

Die seltsamen runden Objekte
Foto: W-J.Langbein
Bleiben wir in Uxmal: Hinter dem Kopf der kleinen Statue mit der Schriftrolle – vielleicht ist es ja auch ein Zeremonialstab oder eine Keule – mache ich zwei runde Objekte aus, jeweils mit einem Loch in der Mitte. Sie befinden sich an der Mauer, hinter der seltsamen Gestalt, rechts und links vom Kopf. Was wurde da im Stein verewigt?

Der unvoreingenommene Betrachter erkennt sofort zwei Räder. Die Radnabe, so scheint mir, ist besonders sorgsam in den Stein gemeißelt worden. Den Laien wird es nicht weiter wundern ... Warum sollten denn Maya-Steinmetze nicht Räder dargestellt haben? Die Mayas haben herrliche Pyramiden gebaut ... da werden sie doch wohl mit dem Rad keine Probleme gehabt haben. Schon beim Betrachten eines runden Baumstamms muss doch ein findiger Mensch zum Rad gekommen sein. Ein runder Baumstamm rollt .. und ein Rad ist eine Scheibe, die man von einem runden Baumstamm absägt. Muss der Mensch nicht früher oder später das Rad erfunden haben?

Sieht aus wie ein Rad
Foto: W-J.Langbein
Ich bin davon überzeugt: Das Rad ist im Verlaufe der Menschheitsgeschichte oft erfunden worden, an unterschiedlichsten Stellen unseres Globus, von unterschiedlichsten Menschen. Aber: Die Mayas konnten zwar herrliche Tempelstädte bauen, die miteinander durch ein gewaltiges Netzwerk von Straßen verbunden waren ... sie kannten aber nicht das Rad! Die Mayas bauten Hunderte Kilometer von Straßen, oftmals 300 Kilometer lang und zehn Meter breit ... aber sie kannten nicht das Rad! Sie nivellierten ihre Straßen mit großem Geschick, hoben einzelne Straßenteile an, pflasterten die Verkehrswege. Sie besserten sie aus, wenn nötig. Und das alles für Fußgänger und Läufer, denn nach wissenschaftlicher Lehrmeinung war den Mayas das Rad unbekannt. Was aber zeigt das Relief von Uxmal, wenn kein Rad?

Auf diesem Straßensystem wurden keine Vehikel gezogen, wurden keine Karren zum Transport von Lasten eingesetzt?

Wer offenen Auges durch Maya-Ruinen wandert, der wird überall Darstellungen von Rädern finden ... zum Beispiel in Chichen Itza! In Chichen Itza sah ich eine ganze Reihe von Rädern, kunstfertig in den Stein graviert. In einem Fall waren drei Räder übereinander zu sehen. Deutlich zu erkennen sind die Naben, die von dort ausgehenden Speichen. Nur wer vom Lehrsatz »Die Mayas kannten nicht das Rad!« absolut überzeugt ist, erkennt ein Rad nicht als Rad ... jedenfalls nicht bei den Mayas!

Drei Räder von
Chichen Itza
Foto: W-J.Langbein
Weltweit kämpft eine mehr oder minder gut organisierte Gruppe gegen alles, was in ihren Augen »unwissenschaftlich« ist. Mit geradezu theologischer Spitzfindigkeit wird argumentiert: »Etwas sieht aus wie...« bedeutet nicht mit hundertprozentiger Sicherheit, dass dieses etwas auch das ist, wonach es aussieht. Natürlich muss ein Relief aus Mayazeiten, das so aussieht wie ein Raumfahrer in seinem Flugvehikel... nicht wirklich ein Astronaut im Shuttle sein. Die selbsternannten Verteidiger der »Wissenschaft« - sie nennen sich »Skeptiker« - gehen aber einen Schritt weiter. »Etwas sieht aus wie... dann ist es nicht das, wonach es aussieht!« Seltsame »Logik«!

Ein Rad sieht aus wie ein Rad. Und wenn die Mayas etwas in den Stein meißelten, das so aussieht wie ein Rad ... warum soll es dann kein Rad sein? Ich meine: Wissenschaft sollte die eigenen Erkenntnisse immer wieder skeptisch hinterfragen.

Vielleicht war im Reich der Mayas – so wie im Iran schon vor rund vier Jahrtausenden – das Rad doch bekannt? Vielleicht wurde auf dem Straßensystem der Mayas nicht nur gelaufen? Ein Rad aus dem Iran ... sieht aus wie ein Rad und ist ein Rad. In Chichen Itza gibt es eine ganze Reihe von Reliefs, die ganz einfach so etwas wie Räder zeigen ... Es gibt vollständige Räder, sorgsam in den Stein geritzt. Und es gibt Bruchstücke von steinernen Rädern, von denen einige eher schlecht als recht zusammengefügt wurden.

Räder im Iran (oben) und in
Mexiko - Fotos: Conscious
(oben), W-J.Langbein (unten)
Vielleicht muss der Lehrsatz »Die Mayas kannten nicht das Rad!« revidiert werden? Steinerne Räder in allen möglichen Varianten, von Maya-Künstlern verewigt, bringen den Lehrsatz ins Wanken! Was ich nicht verstehe: Wieso will man den Mayas nicht das Rad zubilligen? Warum gehen Maya-Experten in dickleibigen Wälzern über die Mayas mit keinem Wort auf die Räder der Mayas ein? (1)

Nicht bezweifelt wird, dass die Mayas das Rad in Steinreliefs verwendeten, um ihren Kalender bildlich darzustellen. Die Mayas gingen ja von einem zyklischen Zeitablauf aus. Das heißt: Für die Mayas hatte die Zeit keinen Anfang und kein Ende. Zeit war wie ein Kreis: ohne Anfang, ohne Ende. Zeit dreht sich nach dem Verständnis der Mayas unaufhörlich.... eben wie ein Rad!



Fußnote
1 Die folgenden Werke – eine kleine Auswahl – verschweigen die Existenz der Maya-Räder. Dessen ungeachtet bieten sie eine Fülle wichtiger Informationen zur geheimnisvollen Welt der Mayas!
Bacon, Edward (Herausgeber): Versunkene Kulturen/ Geheimnis und Rätsel
früher Welten, Volksausgabe, München 1970,
(Mayas, Kap. 7. S. 93 fff.)
Biedermann, Hans: Altmexikos Heilige Bücher, Graz 1971
Bourbon, Fabio (Text): The Lost Cities of the Mayas/ The life, art and
discoveries of Frederick Catherwood, Vercelli (Italien) 1999


Räder ... Räder .. Räder - Fotos W-J.Langbein












Bridges, Marilyn: Für die Götter/ Luftaufnahmen heiliger Landschaften,
Frankfurt 1990 (Bildband)
(Bauwerke der Mayas, Yucatán und Chiapas, S. 32-55)
Cotterell, Maurice M.: The Mayan Prophecies, Shaftesbury 1995
Cotterell, Maurice M.: The Supergods/ They came on a mission to save
mankind, London 1998
Cottrel, Leonard: The Horizon Books of Lost Worlds, New York 1964
(Geschenk von Bob Fell, Kollege von Papa, USA)
Drew, David: The Lost Chronicles of the Maya Kings, London 1999
Eggebrecht, Eva und Arne: Die Welt der Maya/ Archäologische Schätze aus
drei Jahrtausenden, 2. Auflage, Hildesheim und Mainz 1992
Fuls, Andreas: Die astronomische Datierung der klassischen Mayakultur (500-
1100 n.Chr.), Hamburg 2007
Gockel, Wolfgang: Die Geschichte einer Maya-Dynastie/ Entzifferung
klassischer Maya-Hieroglyphen am Beispiel der Inschriften von Palenque,
Mainz 1988


Räder, Räder, Räder ...
Fotos W-J.Langbein
Ivanoff, Pierre: Monumente großer Kulturen/ Maya, Luxemburg 1974
Krickeberg, Walter (Hrsg.): Märchen der Azteken und Inkaperuaner, Maya
und Muisca, Düsseldorf 1972
Martinéz, Pio und Bandini, Pietro: Das Götterorakel von Yucatán/ Das
Geheimwissen der Maya entschlüsselt, München 1998
Méndez, Maria Teresa Mézquita: Die Prophezeiungen der Mayas, Mérida,
Mexiko, 3. Auflage 2010
National Geographic Society: Versunkene Reiche der Maya, Augsburg 1997
Prem, Hanns J. und Dyckerhoff, Ursula: Das alte Mexiko/ Geschichte und
Kultur der Völker Mesoamerikas, München 1986
Schele, Linda und Mathews, Peter: The Code of the Kings/ The Language of
seven sacred Maya Temples and Tombs, New York 1998
Schele, Linda und Freidel, David: Die Unbekannte Welt der Maya/ Das
Geheimnis ihrer Kultur entschlüsselt, Augsburg 1994, Übersetzung von A
Forest of Kings
Schele, Linda und Miller, Mary Ellen: The Blood of the Kings/ Dynasty and
Ritual in Maya Art, Fort Worth 1986 (korr. Nachdruck)
Sitchin, Zecharia: Versunkene Reiche/ Der Ursprung der Zivilisation im
Reiche der Maya und Inka, Rottenburg 2008
Soustelle, Jacques: Die Kunst des alten Mexiko, Osnabrück 1968
Stuart, David und George: Palenque/ Eternal City of the Maya, London 2008
Westphal, Wilfried: Die Maya – Volk im Schatten seiner Väter, Bindlach 1991
Wipf, Karl A.: Wanderer in der Nacht/ Religionsgeschichtliche Interpretationen
zu altamerikanischen Chroniken, Hallein 1980

Die Bücher von Walter-Jörg Langbein


»Das geheimnisvolle Tor von Labná«,
Teil 144 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 21.10.2012


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Sonntag, 7. Oktober 2012

142 »Kuriose Tempel, kuriose Schlangen«

Schildkröten, Schlangen und Ruinen 3
Teil 142 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Der Schildkrötentempel - Foto: HJPD
»Wir stehen vor dem sogenannten Schildkrötentempel ...« Mit einer weit ausladenden Handbewegung deutet der braun gebrannte Guide auf ein schlicht wirkendes Gebäude. »Berühmt sind seine Klarheit der Linienführung und die Proportionen der Maße ...« Ein österreichischer Tourist unterbricht den leicht gelangweilt wirkenden Führer. Mit gezücktem Bleistift und kleinem Block in der Hand fragt er: »Wie sind denn die Maße des Tempels?«

Der Guide verstummt, blickt den Frager wie einen unerwünschten Störenfried an. Dann beginnt er wieder seinen offensichtlich auswendig gelernten Text: »Wir stehen vor dem sogenannten Schildkrötentempel. Berühmt sind seine Klarheit der Linienführung und die Proportionen der Maße. Die Länge beträgt 29 Meter, die Breite 10,5 Meter und die Höhe 6,75 Meter.« Eifrig notiert der Österreicher die Zahlen. Der Guide fährt fort im Text: »Wir erkennen die Bauweise als typisch für den frühen Puuc-Stil der Spätklassik.«

Ein weiteres Mal fällt ihm der Österreicher ins Wort: »Und wie alt ist dann das Bauwerk?« Die schlechte Laune des Führers ob der neuerlichen Störung ist nun nicht mehr zu übersehen. Wieder setzt er an: »Wir stehen vor dem sogenannten Schildkrötentempel. Berühmt sind seine Klarheit der Linienführung und die Proportionen ...« Wie ein menschlicher Schallplattenspieler sondert er Wort für Wort den offensichtlich genau einstudierten Text ab.

Schildkröten-Tempel oder -Haus ...
Foto W-J.Langbein
»Die Spätklassik bestimmte den Baustil etwa von 800 bis 900 nach Christus. Beachten Sie bitte den schmucklosen Unterbau. Jede der vier Seiten weist einen Eingang auf. Im Inneren befinden sich sieben Räume!«

Der Guide legt eine kurze Pause ein. »Warum trägt dieser schöne Tempel die Schildkröten im Namen?« Er legt eine Kunstpause ein. »Beachten Sie bitte den oberen Sims. Sie sehen ... dort oben laufen Schildkröten. Wir wissen ja, wie langsam diese Tiere sind. Sie bewegen sich kaum, man könnte meinen, sie wären aus Stein ...« Nach einem kurzen Lachen über den eigenen Scherz klärt unser Führer auf: »Die Schildkröten sind natürlich aus Stein. Es handelt sich um Wasserschildkröten. Diese Tiere stehen mit einem sakralen Kult im Zusammenhang ... mit dem Wasserkult. Wasser war für die Mayas und für ihre Kultur lebensnotwendig. Kein Wasser bedeutete schlechte Ernten, Hunger und Not. Bitte folgen Sie mir weiter ...«

Sollte die Prozession von Schildkröten – von denen keine zwei auch nur in etwa gleich groß sind – tatsächlich auf einen religiösen Wasserkult hinweisen? Sehr häufig wird das eher schlichte Gebäude nicht als »Tempel«, sondern als »Haus der Schildkröten« bezeichnet. Es ist auch wahrscheinlicher, dass es sich nicht um ein sakrales, sondern um ein weltliches Bauwerk handelt: Steht es doch nicht wie die Mayatempel auf einer Pyramide.

Eine der vielen Schildkröten
Foto: W-J.Langbein
Eine religiöse Bedeutung der Wasserschildkröte lässt sich zudem nicht nachweisen. In keiner Inschrift wird auf so etwas wie einen Wasserschildkrötenkult hingewiesen. Schildkröten tauchen allerdings im berühmten »Codex Tro-Cortesianus« auf – und zwar in Verbindung mit astronomischen Zeichen. Sollte also das »Schildkrötenhaus« mit Astronomie zu tun haben? Die drei zentralen Räume des Hauses sind exakt nach Nord-Süd ausgerichtet ... Ein Zufall?

Über dem Haupteingang eines der »Nonnenhäuser« (unsinnige Namensgebung durch die Spanier) wurde zum Hof hin eine seltsame Statue angebracht, die in der Maya-Kunst einzigartig ist: ein mysteriöses Mischwesen, eine Kreatur halb Tier und halb Mensch. Die sorgsam ausgeführte Skulptur kombiniert das Bild einer Schildkröte (deutlich zu erkennen: der Panzer!) mit dem eines Menschen! Der menschliche Teil des Mischwesens ist beschädigt. Die Beine, so es je welche gab, sind abgebrochen. Oder wurden sie abgeschlagen?

Die Kreatur scheint etwas in den Händen zu halten. Was? Das ist nicht zu erkennen. Um den Hals trägt das Wesen eine Kette mit so etwas wie einem Amulett. Der Kopf könnte von einem Federschmuck gekrönt sein ...

Das Mischwesen
Fotos: W-J.Langbein
Der Schildkrötenmensch ... die Schildkröten im Fries ... Gab es in Uxmal einen einzigartigen Kult, der vollständig in Vergessenheit geraten ist? Ob es sich bei dem Schildkrötenwesen um einen Priester eines unbekannten Kults handelt? Leider lässt sich die mysteriöse Skulptur nicht wie ein Buch lesen ...

Am Eingang von Norden her wurde – womöglich nachträglich – eine kurioser Schlangenleib angebracht. Es scheint so, als ob der imposante Komplex von Uxmal von den Anhängern des Gottes Kukulkan übernommen wurde. Waren es Kukulkan-Priester, die das »Nonnenkloster« übernahmen? Geschah dies erst im elften oder zwölften Jahrhundert?

Hier in Uxmal, so lese ich, wurde erstmals die gefiederte Schlange dargestellt. Genauer: Es handelt sich um eine gefiederte Klapperschlange. Nun war bei den Mayas Gott Kukulkan die gefiederte Schlange. Kukulkan war für den Maya der Gott der Auferstehung und der Wiedergeburt! Kukulkan kam einst zu den Mayas, so heißt es ... und versprach, dereinst wiederzukehren. Nach mythologischer Überlieferung wird die Wiederkunft der gefiederten Kukulkan-Schlange zur Zeit des Weltuntergangs erfolgen!

Eine der Ruinen von
Uxmal
Foto: W-J.Langbein
Woher Kukulkan einst kam ... in dieser Frage bietet die Mythologie verschiedene Antworten: Stieg er einst aus dem Meer empor? Kam er aus einem Land jenseits des Meeres? Oder lag seine Heimat in himmlischen Gefilden?

Zur Erinnerung: Alle Jahre wieder steigt eine Schlange aus Licht am steinernen Leib der Pyramide von Chichén Itza vom Himmel herab. Sie kriecht am Treppenrand langsam, so wie die Sonne steigt, zur Erde herab. Am 21. September wiederum wandert die Lichtschlange vom Boden in den Himmel. Erich von Däniken zum grandiosen Schauspiel von Chichén Itza (1): »Das Ganze ist eine geniale Demonstration höchster Astronomie und Baukunst im Zeichen der Götter: Gott Kukulkan stieg vom Himmel hernieder. Er weilte einige Zeit unter den Menschen, belehrt sie und verschwand wieder in seiner Sternenheimat, um irgendwann erneut aufzutauchen.«

Weiter schreibt Däniken (2): »Die Kukulkan-Pyramide von Chichén Itza belegt, wie Astronomen, Mathematiker, Architekten und Priester ihre Überlieferungen dem Stein anvertrauten. Sie beweist aber auch, dass das Know-how von allem Anfang an vorhanden war. Es gab kein evolutionäres Herumprobieren an der Pyramide, keine dauernden Abänderungen und Verbesserungen. Bereits vor dem Bau musste die astronomische Ausrechnung genauso stimmen wie der Neigungswinkel der Pyramide und die Höhe der neun Plattformen. Ein perfekter Geniestreich, angelegt in der Vergangenheit für die zweifelnden Menschen der Zukunft.«

Ruinen ... Ruinen ...
Foto: W-J.Langbein
Die Pyramide von Chichén Itza kann man wie ein Buch lesen, das uns Aufschluss über das astronomische Wissen der Mayas gibt. Sie spielt uns quasi einen Film vor: von Ankunft und Abschied des Schlangengottes Kukulkan. Die heiligen Bücher der Mayas wurden zu Tausenden auf Scheiterhaufen verbrannt. Die christlichen Eroberer übersahen nur einige wenige Codices. Die steinernen Bücher konnten nicht alle zerstört werden.

Welche Botschaften mag die Pyramide des Zauberers von Uxmal für uns parat haben ... die wir bislang noch nicht entschlüsseln konnten? Mehr noch: Welche Geheimnisse mögen noch unentdeckt im Areal von Uxmal auf ihre Entdeckung warten? Noch so manche Ruine muss noch wieder aufgebaut, noch so manches Mauerwerk muss noch ausgegraben werden!

Schildkröten umrunden das steinerne Haus - Foto: W-J.Langbein

Fußnoten
1 Däniken, Erich von: »Was ist falsch im Maya-Land/ Versteckte Technologie in Tempeln und Skulpturen«, Rottenburg 2011, S.153
2 ebenda

Die Bücher von Walter-Jörg Langbein

»Rad oder nicht?«,
Schildkröten, Schlangen und Ruinen 4
Teil 143 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 14.10.2012


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