Sonntag, 4. Juni 2017

385 »Die ›Augen der Wüste‹ - und eine ›neue‹ Erklärung«

Teil 385 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein

Foto 1: Bahnen kreuz und quer.

Das Kreuz und Quer der Linien von Nazca, Peru, erinnert mich an die Bahnen, die Flugzeuge an den Himmel zaubern. Ihre Kondensstreifen muten manchmal wie das Gewirr auf der mysteriösen peruanischen Ebene an. Sollte es eine Verbindung geben zwischen den geheimnisvollen Riesenbahnen, den Tierdarstellungen in gigantischer Größe? 1992 flog ich zum ersten Mal in einer kleinen Propellermaschine über das bei Nazca in den trockenen Wüstenboden gescharrte Riesenbilderbuch.

»Mein« Pilot, ein gewisser Eduardo, machte mich auf die »Augen der Wüste« aufmerksam. Aus der Luft betrachtet wirken sie weniger wie »Augen«. Sie kommen mir wie gestanzte Löcher oder wie kleine »Wendeltreppen« vor, die ins harte Erdreich gebohrt wurden. An anderen Stellen sehen sie wieder ganz anders aus, so als habe es einen unterirdischen Raum gegeben, der eingebrochen sei.

»Welchem Zweck dienten diese ›Augen der Wüste‹?«, wollte ich von Eduardo wissen. »Schau’n Sie sich die Dinger doch an, lassen Sie sich hinfahren! Sie werden staunen!« Das habe ich auch getan. Ich war der erste Sachbuchautor, der über das Geheimnis der »Löcher« geschrieben hat, anno 1996 in meinem Buch »Bevor die Sintflut kam« (1).

Foto 2: Ein »Auge der Wüste« reiht sich ans andere.

Am Boden studierte ich diverse dieser »Wüstenaugen«. Man kann sie tatsächlich am ehesten mit in den Boden gegrabenen Wendeltreppen vergleichen. Und wohin führen sie? Zu einem unterirdischen Tunnelsystem, zu einem Röhrensystem unter dem Wüstenboden. Das – ich konnte mich davon überzeugen – kristallklare Wasser fließt in einer Tiefe von bis zu 19 Metern.Was ich nach mehreren Besuchen vor Ort zutiefst bedaure: Leider habe ich mich nicht sehr viel tiefer in das unterirdische System gewagt. Naja, das Wasser war schon recht kalt. Wer mutiger ist möge ruhig einmal in so einen Tunnel krabbeln, bäuchlings in kaltem Wasser. Wer weiß, wo er wieder ans Tageslicht kommt?

Ich berichtete 1996 (2): »Ich selbst habe mehrere Schächte inspiziert. Sie lagen etwa fünf Meter tief. Die unterirdische Wasserleitung hatte einen Querschnitt von 60 mal 120 Zentimetern. Die Teilstücke verliefen in Zickzacklinien von Schacht zu Schacht.

Ich könne ruhig hineinkriechen, meinten Einheimische. Auf dieses Abenteuer verzichtete ich lieber. Ich nahm auch keinen Schluck vom kristallklaren Wasser, das angeblich sauberer als das Leitungswasser in der Stadt sein soll. Fische, ich glaube es sind Welse, gedeihen jedenfalls prächtig darin. Wer hätte gedacht, daß unter dem Wüstenboden von Nazca Fische in einem Tunnelsystem leben, das vor mehr als zwei Jahrtausenden angelegt wurde.«

Foto 3: Eines der »Augen der Wüste«. Foto Walter-Jörg Langbein

Die Bahnen, Linien und Riesenbilder im Wüstenboden von Nazca sind in der Tat bis zu 2.000 Jahre alt. Das Wasserleitungssystem darunter muss älter sein, denn sonst wären ja die Scharrzeichnungen beim Bau beschädigt worden. Die Röhren, so tief sie auch liegen, wurden nicht gebohrt. Vielmehr hat – wer auch immer – Gräben ausgehoben, unten dann die wasserführenden Schächte angelegt und mit massiven Steinplatten abgedeckt und anschließend die Gräben wieder verschüttet. Die berühmten Bilder von Nazca wurden später angelegt.

Die »Wendeltreppen« - zu welchem Zweck mögen sie angelegt worden sein? Eine Vermutung liegt zumindest nahe. Gehen wir einmal davon aus, dass wir unter der Ebene ein Bewässerungssystem vorgefunden haben. Dann könnten die »Wendeltreppen« genutzt worden sein, um zum fließenden Wasser hinab zu steigen und Wasser zu schöpfen. Dieser Gedanke drängt sich auf. Nun liegt aber oft ein solcher Zugang direkt neben dem anderen, reiht sich ein »Auge der Wüste« unmittelbar an das andere. So viele »Wasserschöpfstellen« nebeneinander machen nicht wirklich Sinn.

Bei zwei meiner Erkundungstouren in Nazca »Unterwelt« machte ich eine Beobachtung, die mir kurios vorkam. Ich maß ihr aber keine Bedeutung zu. Die Sonne stand hoch über mir am Himmel. Ich hockte schwitzend vor einem der »Wassertunnel«. Und plötzlich spürte ich so etwas wie einen Lufthauch, einen Windzug. Woher er wohl kam? Aus dem Röhrensystem im Untergrund etwa, oder von oben?

Foto 4: Windfang oder Eingang?

Dieser Tage flatterte ein sehr interessanter, aufschlussreicher Artikel auf meinen Schreibtisch. Er stammt aus der wissenschaftlichen Publikation des »Archaeological Institute of America«, erschien am 19. April 2016. Rosa Lasaponara arbeitet am angesehenen »Institute of Methodologies for Environmental Analysis«. Dort widmet man sich systematisch der Erforschung von Methoden der Analyse von Umwelteinflüssen. Sie geht davon aus, dass die »Wendeltreppen« nicht in erster Linie dem Wasserschöpfen dienten, sondern einem ganz anderen Zwecke erfüllten, nämlich einer ganz konkreten Umweltbeeinflussung. Demnach sollten die über den Wüstenboden dahin streichenden Winde in die Tiefe, in die Wasserröhren gelenkt werden, um das Wasser in Bewegung, im Fluss, zu halten.

Ich darf noch einmal aus meinem Buch »Bevor die Sintflut kam« zitieren (4): »Pater Bernabe Cobo beschäftigte sich schon Ende des 17. Jahrhunderts intensiv mit der Kosmologie des Inka-Volks. 1653 schrieb der Kirchenmann, daß darin die Milchstraße eine besonders wichtige Rolle spielte.

Fotos 5-8
Bis in unsere Tage haben sich Glaubensinhalte aus Inka-Zeiten erhalten, die im Kern bis in jene Zeiten zurückreichen, als die Riesenbilder von Nazca entstanden sein mögen. So glaubten die Quechua, daß es einen geheimnisvollen Kreislauf gebe – zwischen Himmel und Erde. Sie sahen die Milchstraße als einen himmlischen Fluß, der sich nachts über das Himmelszelt ergießt. Die Gewässer am Himmel finden ihre Entsprechung in Strömen und Flüssen der Erde.«

Meiner Überzeugung nach hat das Tunnelsystem mit seinen »Augen« (Fotos 5-8) unter dem Wüstenboden zumindest auch eine religiös-spirituelle Bedeutung! Nachts fließt das Wasser der Milchstraße über den Himmel, am Tag strömt es in dem technisch perfekten Röhrensystem wieder zurück. Gott Qhatuylla hatte sein Reich im Sternbild des »Großen Bären«. Er entnahm mit einem Krug Wasser aus dem Strom der Milchstraße und ließ es auf die Erde regnen. Qhatuylla, auch Apu Illapa genannt, das – nebenbei erwähnt, trug einen »glänzenden Anzug«.

Die Milchstraße als Wasserstrom? Dieses Bild gab es auch bei den »Alten Ägyptern«. In ihrem Mythos floh Göttin Isis in den »himmlischen Nil«, verfolgt vom Monster Typhon. Schlicht »der Fluss« ( »Al Nahr«) nannte man die Milchstraße in Arabien, »Himmelsfluss« (»Tiene Ho«) in China und »Fluss von Nana« in Indien. Die Inka schließlich kannten die Milchstraße als »Mayu«, als den »Fluss des Himmels«.

Wasser ergoss sich über die Milchstraße, kam zur Erde und floss unter dem Wüstenboden zurück. So entstand ein Kreislauf des Wassers und des Lebens, im übertragenen Sinne Symbol für Tod, Leben und Wiedergeburt? Die Tunnels wären in diesem Bild die Unterwelt, die Ebene von Nazca das Reich der Lebenden und der Himmel das der Jenseitigen. Wollten die Menschen von Nazca mit ihren gigantischen Riesenzeichnungen etwa von Tieren die himmlischen Götter kontaktieren, auf sich aufmerksam machen? Ist das die Erklärung für die unterirdischen Tunnels von Nazca? (Fotos 9-11)

Unzählige Erklärungen für das mysteriöse Nazca wurden bislang angeboten. Immer wieder kommen neue hinzu. Und immer wieder tauchen Schlagzeilen in den Medien auf, etwa: »Das Rätsel von Nazca – endgültig gelöst!« Langlebig waren derlei Theorien bislang nie. Erich von Däniken schreibt zutreffend (5): »Was also hat es mit dem Rätsel Nazca auf sich? Ist irgendeine der vielen Nazca-Theorien die richtige? Oder ist uns allen etwas Entscheidendes entgangen?«

Fotos 9-11
Einst soll es Jahrhunderte lang so gut wie überhaupt nicht geregnet haben. Einst war die Wüste von Nazca wirklich eine Wüste. Die klimatischen Verhältnisse scheinen sich aber rapide zu ändern, so dass inzwischen doch Niederschlag zu verzeichnen ist. Unzählige Rinnsale bahnen sich ihren Weg und bedrohen das Weltwunder von Nazca, das mit Recht zum Weltkulturerbe gehört.

Um in profanere Bereiche unseres Lebens zurückzukommen: Ich erinnere mich noch sehr gut an eine Nacht in Nazca, unter herrlich klarem Himmelszeit. Mit einigen Freunden trank ich ein mysteriöses Mixgetränk mit reichlich Pisco. Leider war irgendwann die Flasche leer. Damals hatte ich das Gefühl, mit noch etwas mehr von dem Zaubertrunk im Blut würde ich wie im Traum über der rätselhaften Ebene von Nazca fliegen können. Und das ganz ohne Flugzeug.

Leben wir, wie viele Forscher glauben, am Anfang einer klimatischen Apokalypse? Ist die nahende Katastrophe, die vehement angekündigt wird, so sie denn kommt, menschengemacht oder ein Ereignis, dass sich auf unserem Planeten immer wieder wiederholt, regelmäßig? In einer zunehmend agnostischen Welt beichten und bekennen wir die Sünden, die zur Klima-Erwärmung führen. Oder erleben wir einen natürlichen Zyklus als Gegenbewegung zur letzten Kälteperiode? Wie dem auch sei: Auch die Azteken glaubten – wie die Mayas – an eine sich zyklisch wiederholende Geschichte, zu der auch »Weltunterhänge« gehörten. Erleben wir den Beginn der nächsten Apokalypse?

Fußnoten
Foto 12: Die Wüste von Nazca …
1) Langbein, Walter-Jörg: »Bevor die Sintflut kam«, München 1996, Kapitel 25,
     »Ein Bilderbuch für die Götter«, S. 284-295 (Rechtschreibung  im Zitat
     unverändert übernommen, nicht an die Rechtschreibreform angepasst!)
2) ebenda, Seite 292 unten und Seite 293 oben (Rechtschreibung  im Zitat
     unverändert übernommen, nicht an die Rechtschreibreform angepasst!)
3) »Archaeology/ A publication of the Archaeological Institute of America«,
     Tuesday, April 19, 2016
4) Langbein, Walter-Jörg: »Bevor die Sintflut kam«, München 1996, Kapitel 25,
     »Ein Bilderbuch für die Götter«, Seite 291 (Rechtschreibung  im Zitat
     unverändert übernommen, nicht an die Rechtschreibreform angepasst!)
5) Däniken, Erich von: »Zeichen für die Ewigkeit/ Die Botschaft von Nazca«,
     München 1997, S. 115



Literaturempfehlung
Däniken, Erich von: »Zeichen für die Ewigkeit/ Die Botschaft von Nazca«, München 1997

Foto 13: … birgt noch viele Geheimnisse.

Zu den Fotos
Foto 1: Bahnen kreuz und quer. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Ein »Auge der Wüste« reiht sich ans andere. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Eines der »Augen der Wüste«. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Windfang oder Eingang? Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 5-8: »Augen der Wüste«. Fotos Walter-Jörg Langbein
Fotos 9-11: Blick in die Unterwelt von Nazca. Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 12: Die Wüste von Nazca … Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 13: … birgt noch viele Geheimnisse. Foto Walter-Jörg Langbein

»Nichts als heiße Luft«,
Teil  386 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 11.06.2017




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Sonntag, 28. Mai 2017

384 »Gibt es im Dom von Limburg die Darstellung eines UFOs? Teil 4«

»Moses, Aaron, Hesekiel und Daniels ›UFO‹«
Teil  384 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«

- In Memoriam Rolf Streblow † -

Foto 1: Das mysteriöse Gemälde. Foto Streblow

Roman Nickel hat sich durch geradezu detektivische Recherchen, die eines Sherlock Holmes würdig sind, in Sachen »Wurzel Jesse«-Gemälde im Dom zu Limburg verdient gemacht. Roman Nickel schreibt (1):

»Die vier Personen, die die Wurzel Jesse flankieren, sind zwar nicht durch Spruchbändern namentlich bekannt, doch durch die Bibelzitate und die bildliche Darstellung eindeutig zu identifizieren. Es handelt sich um einige der wichtigsten Personen des Alten Testaments. Es sind Propheten, die in direktem Kontakt mit Gott standen und daher eine besondere Verehrung verdienen. Die Zitate zielen eben darauf ab, denn sie sind immer Ausschnitte aus Erfahrungen zwischen dem Propheten und Gott: Gott spricht durch den brennenden Dornbusch zu Moses, Aarons Stab fängt als göttliches Zeichen an zu sprießen, Jesaja und Ezechiel haben Träume/ Visionen von göttlichen Botschaften. Sie können also als Wegbereiter und Ankündiger des Messias verstanden werden und lassen sich auch als solche in diesem Gemälde interpretieren.«

Foto 2: Moses (Limburg)

Beginnen wir mit dem ersten Bild (links oben): Das Zitat auf dem Spruchband lautet: »Rubo ardet et non comiretur Exod.3« 2. Buch Mose 3, 2: »Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde.«

Kein Zweifel: Es geht hier um die mysteriöse Szene »Moses und der brennende Dornbusch«. Kurios: Zunächst spricht der »Engel des Herrn« aus dem Busch, dann der Herr selbst (2. Mose Kapitel 3, Verse 2-6): »Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde. Da sprach er: Ich will hingehen und diese wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt.

Als aber der Herr sah, dass er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Er sprach: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land! Und er sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.«

Foto 3 Aaron (Limburg)

Wenden wir uns dem zweiten Bild links unten zu. Auf dem Spruchband steht: »Virga Aaron qua germinauit Numer 17« Numer bedeutet Numeri, also 4. Buch Mose. Ich zitiere Kapitel 17, Vers 23: »Am nächsten Morgen, als Mose in die Hütte des Zeugnisses ging, da grünte der Stab Aarons, der zum Hause Levi gehört, und die Blüte ging auf und trug Mandeln.«

Foto 4: Aaron, äthiopische Darstellung

Wir müssen den Textzusammenhang beachten. Das Volk der Israeliten befindet sich in der Sklaverei in Ägypten. Erst als Gott die »zehn Plagen« schickt, kann er den Pharao dazu bewegen, »sein Volk« ziehen zu lassen. Was dann folgt wurde in den letzten Jahrzehnten intensivst im Sinne der Präastronautik interpretiert. Das Riesenheer der Flüchtlinge – nach biblischem Bericht mindestens über eine Million Menschen – folgt der »Wolken- und Feuersäule« (2) – dem Flugvehikel der Astronautengötter (2)? Auch die »Speisung mit Manna« (3) ist längst in die Gedankenwelt der Präastronautik übernommen worden. Nach George Sassoon und Rodney Dale wurde Manna mit Hilfe einer Maschine der Astronautengötter produziert (4). Und schließlich folgt das aus präastronautischer Sicht faszinierendste Ereignis des Alten Testaments: Die Ankunft der Flüchtlinge am Berg Sinai (5) und die Landung des biblischen Gottes auf dem Berg Sinai (6):

Foto 5: Landete »Gott« mit so einem Vehikel auf dem Berg Sinai?

»Als nun der dritte Tag kam und es Morgen ward, da erhob sich ein Donnern und Blitzen und eine dichte Wolke auf dem Berge und der Ton einer sehr starken Posaune. Das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak. Und Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen, und es trat unten an den Berg. Der ganze Berg Sinai aber rauchte, weil der Herr auf den Berg herabfuhr im Feuer; und sein Rauch stieg auf wie der Rauch von einem Schmelzofen, und der ganze Berg bebte sehr.«

Ein Zaun muss errichtet werden, zu gefährlich ist es, wenn der Gott des Alten Testaments vom Himmel kommt. Moses begegnet schließlich dem vom Hinmel Herabgekommenen hoch oben auf dem Sinai und empfängt die göttlichen Gebote, die weit über die zehn bekannten hinausgehen und das Leben der Israeliten bis ins Kleinste regulieren (7). Wer nun meint, dass Moses als direkter Verbindungsmann zwischen dem himmlischen Allmächtigen und den Israeliten als absolute Autorität gilt, der irrt sich gewaltig. Noch als Moses die Befehle Gottes entgegennimmt, fällt das Volk vom Glauben ab und wendet sich einem Stiergott zu (8). Die Autorität von Mose und seines Stellvertreters wird angezweifelt. Durch ein »Wunder« bestimmt Gott die Leviten als Diener am Allerheiligsten. Moses wird vom Himmlischen selbst als die Autorität legitimiert, die Abtrünnigen werden von Gott selbst mit dem Tode bestraft (9): »Und Feuer fuhr aus von dem Herrn und fraß die zweihundertfünfzig Männer.«

Das Gemälde von Limburg zeigt im »flankierenden« Bildern links oben Moses im Gespräch mit Gott im brennenden Busch. Das Einzelbild links unten erinnert an das von Gott selbst veranlasste Wunder, das letztlich Moses und Aaron als die Anführer des Flüchtlingsheeres bestätigt. Wenden wir uns dem dritten Einzelbildnis rechts unten zu (Foto 6).

Foto 6: Heskiel

Das Schriftband bietet einen Text, der zunächst seltsam, ja unverständlich anmutet: »Porta haec clausa erit. Ezech 44«  Diese wenigen Worte nehmen Bezug auf Ezechiel Kapitel 44, Vers 2: »Und der Herr sprach zu mir: Dies Tor soll zugeschlossen bleiben und nicht aufgetan werden, und niemand soll dort hineingehen. Denn der Herr, der Gott Israels, ist dort eingezogen; darum soll es zugeschlossen bleiben.«

Auch hier müssen wir den Kontext kennen! Nach NASA-Ingenieur Josef Blumrich sah und beschrieb der biblische Prophet Heskiel vor rund 2500 Jahren  ein außerirdisches Raumschiff: »Die Hauptmerkmale des Raumschiffes zeigen uns einen Flugkörper von überraschend sinnvollem Aufbau. Wir erkennen in der auffälligen Form des Hauptkörpers die aerodynamischen und gewichtlichen Vorteile. Wir sehen, wie sehr sie für die Anbringung von Hubschraubern geeignet ist. All diese Eigenschaften fügen sich lückenlos und widerspruchsfrei an- und ineinander. Sie sind unverkennbare Anzeichen für eine sehr überlegte und gekonnte Planung und Entwicklungsarbeit.«

Fotos 7 und 8: Buchcover Blumrich und Baier

Hesekiel war keineswegs nur passiver Beobachter. Er wurde auch als Passagier mit an Bord genommen und erlebte Flüge im erdnahen Raum (14): »Und der Geist hob mich empor, und ich hörte hinter mir ein Getöse wie von einem großen Erdbeben, als sich die Herrlichkeit des Herrn erhob von diesem Ort.«

Nach seinem ersten Flug stand er unter Schock. Fast verschämt gibt er zu (15): »Und ich kam zurück zu den Weggefährten, die am Fluß Chebar wohnten, nach Tel-Abib und setzte mich zu denen, die dort wohnten, und blieb unter ihnen sieben Tage ganz verstört.«

Diese Reaktion ist nur zu verständlich. Selbst für einen heutigen Zeitgenossen wäre ein Flug im Raumschiff vom Typ Hesekiel ein überwältigendes Erlebnis. Für Hesekiel indes muss so ein Flug einem unvorstellbaren Mysterium geglichen haben. Er gewöhnte sich aber rasch an Flüge im Raumschiff. Sie wurden erstaunlich schnell zur Routine für ihn (16).

Foto 9: Hesekiels Raumschiff im »Tempel«

Im Jahre 573/572 vor Christus fand ein dritter Flug statt. Dieser Flug ist – für den heutigen Forscher – zweifelsohne der interessanteste. Hesekiel wurde nämlich in ein unbekanntes Land verfrachtet. Wo auch immer das Raumschiff landete –  im Tempelkomplex von Jerusalem war es jedenfalls nicht.Fakt ist: Hesekiel wusste nicht wo er war. Er schreibt von »einem sehr hohen Berg«, ohne einen Namen zu nennen. Er sah »etwas wie eine Stadt« (17), wieder ohne einen Namen zu nennen. Jerusalem war’s jedenfalls nicht, sonst hätte Hesekiel die Metropole seines Heimatlandes beim Namen genannt.

Nach den Ingenieuren Blumrich und Beier (Siehe Fotos 7 und 8!) handelte es sich beim »Tempel«, zu dem Hesekiel geflogen wurde, um eine technische Anlage, etwa auch zur Wartung der Flugvehikel. Das kurze Zitat auf dem Spruchband vom Gemälde im Dom zu Limburg – »Porta haec clausa erit. Ezech 44« – stammt just aus der Beschreibung dieser Anlage.

Foto 10: Mann mit UFO?
Wenden wir uns dem vierten und interessantesten Einzelbild rechts oben zu Siehe Foto 10!). Was sehen wir? Da ist ein Mann, der mit dem Finger in den Himmel zeigt. Und dort sehen wir, ja was? Ein UFO? Was verrät uns der Text des zugehörigen Schriftbands? Wir entziffern:

»Abscissus est lapis de monte sine mani«. Dieses Textbruchtsück finden wir im Buch des »kleinen Propheten« Daniel in der Vulgata gleich zwei Mal: »abscissus est lapis de monte sine manibus«.

Daniel 2, 34: »Das schautest du, bis ein Stein herunterkam, ohne Zutun von Menschenhänden; der traf das Bild an seinen Füßen, die von Eisen und Ton waren, und zermalmte sie.«

Daniel 2,45: »Ganz so wie du gesehen hast, dass sich von dem Berg ein Stein ohne Zutun von Menschenhänden losriss.«

Wieder gilt es, den Textzusammenhang zu beachten.  Nebukadnezar  (etwa 605-562 v. Chr.), König der Babylonier, beschäftigte an seinem Hof beamtete Magier. Sie hatten unterschiedliche Aufgaben, mussten zum Beispiel Träume deuten. Zwei prophetische Träume des Herrschers sind überliefert. In einem Traumgesicht (18) sah er ein metallisches Standbild. Sein Haupt war aus Gold gefertigt, seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch und seine Oberschenkel bestanden aus Kupfer, seine Beine aus Eisen und seine Füße aus Eisen und Ton. Und da kam »ein Stein ohne Zutun von Menschenhand vom Berg« herunter, die Statue wurde »zermalmt«. So habe Gott den König wissen lassen, »was dereinst geschehen wird. Der Traum ist zuverlässig und die Deutung ist richtig.« (19)

Foto 11: UFO oder Stein? (Limburg)

Was zeigt also das mysteriöse Gemälde im Limburger Dom? Ist das rund Etwas im Himmel ein UFO? Oder sehen wir einen Stein, der eine kostbare Statue zerstörte? Zunächst heißt es lediglich: »Das schautest du, bis ein Stein herunterkam, ohne Zutun von Menschenhänden.« Woher der Stein kam, wird nicht verraten. Man mag an einen Meteor denken. Dann aber heißt es: » … dass sich von dem Berg ein Stein ohne Zutun von Menschenhänden losriss.« Demnach rollte der zerstörerische Stein von einem Berg herab. Ist damit das Rätsel vom »UFO« gelöst? Oder doch nicht?  Das »Ding« scheint im Gemälde im Limburger Dom am Himmel zu stehen. Wie ein Stein, der von einem Berg rollt sieht es nicht aus.
    
Nebukadnezar ließ sich die Bedeutung der Traumvision von Daniel erklären. Demnach stand das »Haupt von Gold« für Nebukadnezars eigene Ära. Sein Reich werde aber von aufeinader folgenden, einander ablösenden Imperien abgelöst. In seinem zweiten Traum sah Nebukadnezar (20) einen gewaltigen Baum, der gefällt am Boden lag. Sein mächtiger Wurzelstock sollte für »sieben Zeiten« von einem »Band aus Eisen und Kupfer« umschlossen bleiben. Daniel sah in der Vision einen Hinweis auf den Geisteszustand des Königs. Sieben Jahre lang werde der Herrscher verwirrt sein, dann werde er Jahwe als Weltherrscher und obersten Gott anerkennen, seine getrübten Sinne würden wieder klar werden.

Foto 12: Daniel und - UFO oder Berg? (Ikone)

Der Prophet Daniel selbst hatte auch einen Traum, der im Zusammenhang mit den beiden Visionen Nebukadnezars gesehen werden muss (21). Vier Furcht einflößende Tiere entstiegen den Fluten des Meeres. Versinnbildlichten sie vier Regierungen, vier Reiche?
    
Die Interpretation der Träume ist umstritten. Es ist aber durchaus möglich, sie konkret in Zahlen auszudrücken. Nach »Einsichten über die Heilige Schrift« entsprach die Dauer des biblischen Jahres 360 Tagen. Nach dem Text der Offenbarung (22) wurden nämlich »dreieinhalb Zeiten« (oder »Jahre«) 1.260 Tagen gleichgesetzt. Sieben Zeiten (oder »Jahre«) entsprachen demnach nach dem Verständnis der Bibel 2.520 Tagen. Im 4. Buch Mose (23) findet sich nun ein seltsamer Hinweis, der zur Entschlüsselung des Nebukadnezar-Traums herangezogen werden kann: »Je ein Tag soll ein Jahr gelten.« Diese Gleichsetzung taucht ein weiteres Mal im Alten Testament auf – beim Propheten Hesekiel (24): »Denn ich gebe dir hier auch je einen Tag für ein Jahr.« Sollte das bedeuten, dass die 2.520 Tage 2.520 Jahre bedeuten?
     
Rechnet man nun vom vermutlichen Geburtsjahr Nebukadnezars, also dem Beginn der »goldenen Ära«, 2.520 Jahre weiter, so ergibt sich ein Jahr, das von großer historischer Bedeutung sein sollte: 1914. In diesem Jahr brach der Erste Weltkrieg aus. Sollte tatsächlich der prophetische Traum des babylonischen Imperators auf eben diesen Krieg der Nationen hinweisen?

Foto 13: Der Dom zu Limburg, etwa 1935

Fußnoten
1) Nickel, Roman: Manuskript ohne Titel, Archiv. Sabine Benecke vom  
     »Diözesanmuseums Limburg«, Abteilung »Kunst und Museen«,
     Limburg, hat mir dankenswerter Weise eine Kopie des Manuskripts zur
     Verfügung gestellt.
2) 2. Buch Mose Kapitel 13, Verse 17-22
3) 2. Buch Mose Kapitel 16
4) Sassoon, George und Dale, Rodney: »Die Manna –Maschine«, Rastatt 1980
5) 2. Buch Mose Kapitel 19
6) 2. Buch Mose Kapitel 19, Verse 16-18
7) 2. Buch Mose Kapitel 20 – 4. Buch Mose Kapitel 16
8) 2. Buch Mose Kapitel 32, Verse 1-34
9) 4. Buch Mose Kapitel 18 und 5. Buch Mose Kapitel 18, Verse 1-8
10) 4. Buch Mose Kapitel 16, Vers 35
11) Blumrich, Josef F.: »The Spaceships of Ezechiel«, New York, Februar 1974
12) Blumrich, Josef F.: »Da tat sich der Himmel auf/ Die Raumschiffe des
     Propheten Ezechiel und ihre Bestätigung durch modernste Technik«,
     Düsseldorf und Wien, März 1973

Foto 14: Der Dom zu Limburg heute.

13) Beier, Hans Herbert: »Kronzeuge Ezechiel/ Sein Bericht – sein Tempel –
     seine Raumschiffe«, München 1985
14) Hesekiel Kapitel 3, Verse 12 und 13
15) Hesekiel Kapitel 3, Vers 15
16) Hesekiel Kapitel 8, Verse 1 folgende und Kapitel 40, Verse 1 folgende
17) Hesekiel Kapitel 40, Vers 2
18) Daniel Kapitel 2, Verse 29-45
19) Daniel Kapitel 2, Vers 45
20) Daniel Kapitel 4, Verse 1-34
21) Daniel Kapitel 7, Vers  1 und Kapitel 3, Vers 19
22) Offenbarung Kapitel 12, Verse 6 und 14
23) 4. Buch Mose Kapitel 14, Vers 34
24) Hesekiel Kapitel 4, Vers 6

Foto 15: Der Dom zu Limburg, Briefmarke 1985

Zu den Fotos 
Foto 1: Das mysteriöse Gemälde. Foto Eva und Rolf Streblow
Foto 2: Moses. Foto Eva und Rolf Streblow
Foto 3: Aaron. Foto wikimedia commons crop SteveK crop Bennylin
Foto 4: Aaron, äthiopische Darstellung. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
(Kebra Negest)
Foto 5: Landete »Gott« mit so einem Vehikel auf dem Berg Sinai?
Rekonstruktion des »Hesekiel-Raumschiffs« nach Blumrich.
Foto Archiv Erich von Däniken
Foto 6: Heskiel. Foto wikimedia commons crop SteveK crop Bennylin
Fotos 7 und 8: Buchcover Blumrich und Beier. Foto Archiv Langbein
(Blumrichs Rekonstruktion des Raumschiffs und Beiers Rekonstruktion des
»Tempels« ergänzen und bestätigen einander perfekt!)
Foto 9: Hesekiels Raumschiff im »Tempel«. Archiv Erich von Däniken 
(Rekonstruktion nach Blumrich und Beier)
Foto 10: Mann mit UFO? Foto Eva und Rolf Streblow
Foto 11: UFO oder Stein? Foto Eva und Rolf Streblow
Foto 12: Daniel und - UFO oder Berg? Foto Archiv Langbein
Foto 13: Der Dom zu Limburg, etwa 1935. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 14: Der Dim zu Limburg heute. Foto Eva und Rolf Streblow
Foto 15: Der Dom zu Limburg, Briefmarke 1985. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein 
Foto 16: Ersttagsbrief vom 7.5.1985 mit »Dom-Marke«. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein 

Foto 16: Ersttagsbrief vom 7.5.1985 mit »Dom-Marke«

Ein Wort des Dankes
Eva und 
Rolf Streblow † 
machten mich auf das geheimnisvolle Gemälde im Dom zu Limburg aufmerksam und stellten mir Fotos zur Verfügung! 
Dafür möchte ich mich bei ihnen recht herzlich bedanken!


 385 »Die ›Augen der Wüste‹ - und eine ›neue‹ Erklärung«,
Teil  385 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein, erscheint am 04.06.2017



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