Sonntag, 15. März 2020

530. »Rebellion der Himmelssöhne«

Teil 530 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Die Ruinenstadt Nan Madol aus der Luft.

»Pohnpei«, auch als »Ponape« bekannt, gehört zur Inselgruppe der Karolinen. Touristen verirren sich nur selten in diese weit abgelegene Region der Südsee. Man muss sprichwörtlich um unseren Planeten reisen und sieht am Ziel »nur« Ruinen und keine Spur von Südseeromantik. Manche kommen, um im glasklaren Wasser zu tauchen. Erstaunt stellen sie dann fest, dass es eine echte archäologische Sensation gibt. Auf künstlichen Inseln wurden gigantische Bauten errichtet. Aus gewaltigen Steinsäulen wurden meterdicke Mauern aufgetürmt, die keinen erkennbaren Sinn ergeben.

Warum wurde in der fernen Südsee so gigantisch gebaut? Warum setzte man unvorstellbare Mengen an massivem Stein ein? Warum schichtete man kolossale Steinsäulen im »Blockhüttenstil« aufeinander? Warum machte man sich unendliche Mühen mit tonnenschwerem Stein, statt das viel einfacher zu bearbeitende, leichter zu transportierende und im Übermaß vorhandene Holz zu nutzen?

Von Pohnpeis Hauptstadt Kolonia (Einwohnerzahl: etwa 6.100/ Stand Frühjahr 2020) aus war ich mit einigen Freunden im Motorboot Richtung »Nan Madol«-Ruinen unterwegs. Plötzlich tauchte ein Delphin auf, der uns einige Minuten lang in gleichbleibendem Abstand verfolgte. Guide Lihp Spegal holte das Letzte aus dem Motor heraus und beschleunigte die Fahrt unseres Bootes. Das beeindruckte den Delphin offensichtlich überhaupt nicht. Mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit holte er auf und begleitete uns in geringem Abstand. Er schwamm neben unserem Boot, vollführte dabei immer wieder beachtliche Sprünge. Bald wurde es dem Tier wohl zu langweilig. Der Delphin überholte uns, wurde immer schneller, beschleunigte weiter und war nach kurzer Zeit aus unserem Gesichtsfeld verschwunden. Minuten später tauchte er wieder neben unserem Boot auf, schwamm wieder mit erstaunlicher Geschwindigkeit neben uns her und verschwand dann wieder.

Foto 2: Mythos Delphin im Westwerk von »Kloster Corvey«.

Lihp Segal erzählte uns auf der Fahrt zu den mysteriösen Ruinen einige abenteuerlich anmutende Geschichten, von Delphinen, die Schiffbrüchige gegen angreifende Haie verteidigt hätten. Einheimische Fischer seien bei Sturm gekentert und sofort von Haien attackiert worden. Delphine hätten nun die Haie angegriffen und vertrieben. Mancher schiffbrüchige Seemann sei vor dem Ertrinken durch Delphine bewahrt und ans ferne rettende Ufer gezogen worden. Unser Guide beteuerte, das alles sei wirklich geschehen.

Auf der weiteren Fahrt zu den mysteriösen Ruinen von Nan Madol berichtete ich von Göttin Demeter. Ich war froh, auch etwas zur spannenden Unterhaltung beitragen zu können. In der griechischen Mythologie, so führte ich aus, tauchen Delphine als Tiere dieser mächtigen Göttin auf.  Sehr interessiert hörte Lihp Segal zu, als ich  die Sage von Sonnengott Apollon wiedergab. Der wurde angeblich auf einer Insel mitten im Meer geboren und schließlich von einem Delphin ans Festland gebracht. Zum Sternbild »befördert« wurde der Delphin zur Belohnung für die tatkräftige Unterstützung von Gott Poseidon. Dank des Delphins hat die Meeresnymphe Amphitrite den verliebten Gott erhört.

In der Kunst des »Alten Griechenlands« gibt es viele Darstellungen der Nereiden, die auf dem Rücken von Delphinen reiten. Im Westwerk des einstigen Klosters zu Corvey wurde vor vielen Jahrhunderten ein Delphin in einer Wandmalerei verewigt, auf dem eine Person unbestimmbaren Geschlechts reitet. Warum verewigte man ein heidnisches Motiv in einem christlichen Gotteshaus? Weil die heidnische Legende von der christlichen Glaubensgemeinschaft übernommen wurde. Nur war es jetzt Christus, der Retter der Seelen, den man in den heidnischen Delphinen zu erkennen glaubte. Offensichtlich halten sich religiöse Symbol sehr viel hartnäckiger als die Anhänger verschiedener Religionen glauben möchten. In »neuen« Religionen leben »alte« Glaubensbilder weiter. Sie werden nur mehr oder minder unverändert integriert.

Foto 3: Percy John Wisemans
Werk im Original.
Bereits im Jahr 1936 erschien das Buch (1) »New Discoveries in Babylonia about Genesis« von Percy John Wiseman, einem biblischen Offizier und Amateurarchäologen. Eine Übersetzung ins Deutsche folgte 1957 (2): »Die Entstehung der Genesis: Das erste Buch der Bibel im Licht der archäologischen Forschung«. Das Buch stieß auf ein gewisses Interesse, so dass einige weitere Auflagen folgten (3). In der theologischen Welt hüllte man sich allerdings weitestgehend in Schweigen. Air Commodore Wiseman war fasziniert von der Flut von archäologischen Entdeckungen in Mesopotamien. Tausende und Abertausende von Tontafeln in Keilschrift sind damals ausgegraben worden. Bienenfleißige Übersetzer übertrugen die teilweise mysteriösen Texte in moderne Sprachen. Wiseman konzentrierte sich auf die Art und Weise, wie einige der gebackenen Tontafeln strukturiert waren. Viele wiesen eine Besonderheit auf. Nach einem Textabschnitt folgte wieder ein sogenanntes »Kolophon«. Da stand dann formelhaft beispielsweise wer eine Tafel zu welchem Zweck geschrieben hat. Oder es wurde angemerkt, dass der Textabschnitt auf Befehl eines bestimmten Königs kopiert worden ist. Häufig wurde einem Textabschnitt eine Überschrift vorangestellt, die am Ende des Textabschnitts wiederholt wurde.

Viele Keilschrifttafeln trugen einen in sich abgeschlossenen Text. Viele Keilschrifttafeln bildeten aber so etwas wie ein fortlaufendes »Buch«. Wenn so eine Keilschrifttafel Teil einer Serie war, dann wurden häufig am Anfang und am Ende in einem »Kolofon« Verknüpfungsinformationen hinzugefügt. So sollte gewährleistet sein, dass die Keilschrifttafeln in einer ganz bestimmten Reihenfolge gelesen wurden.

Foto 4: Percy John Wisemans
Buch in deutscher Übersetzung.
Percy John Wiseman machte nun eine erstaunliche Entdeckung. Das Phänomen der »Kolofone« war nicht nur typisch für mesopotamische Keilschrifttafeln. Es tauchte in identischer Weise im biblischen Buch »Genesis«, im »Ersten Buch Mose«, auf. Am Ende seiner detektivischen Fleißarbeit schlussfolgerte Wiseman, dass das biblische Buch Genesis »ursprünglich in ganz alter Schrift auf Tontäfelchen niedergeschrieben wurde«. Mit anderen Worten: Das »Erste Buch Mose« ist zumindest in Teilen uralt, die von Keilschrifttafeln übernommen und kopiert wurden.

Wiseman (4): »Das Vorkommen babylonischer Wörter in den ersten elf Kapiteln der Genesis weist darauf hin, daß diese Kapitel in sehr früher Zeit im babylonischen Lebensraum entstanden sind.«
Theologen beschäftigen sich im Fachbereich »Altest Testament« in der Regel auch heute noch nur mit den Texten des »Alten Testaments«. Ihnen fällt dann natürlich nicht auf, was Percy John Wiseman bereits in den 1930er Jahren entdeckt hat. Und Keilschriftexperten setzen sich in der Regel nur mit Keilschriften aus Babylon auseinander und nicht mit den Texten des »Alten Testaments«. Ihnen kann also auch nicht auffallen, dass das Buch Genesis ganz nach babylonischer Art geschrieben wurde. Es ist mehr denn überfällig, dass es zu interdisziplinärer Arbeit kommt, etwa zwischen Experten »Altes Testament« und Experten »Babylonische Keilschrifttafeln«. Vielleicht müssen dann bis heute als gültig angesehene Lehrmeinungen über die Entstehung des »Alten Testaments« gründlich revidiert werden! Davor schreckt die überwältigende Mehrheit der Theologen zurück.

Wenn Theologie wissenschaftlich arbeiten will, dann dürfen Theologen nicht an dem manchmal recht engen Horizont ihres Denkens halt machen. Es müssen dann Zusammenhänge zwischen biblischem und außerbiblischem Schrifttum erforscht werden. Beispiel: die mysteriösen Riesen, die kurz und bündig im »Ersten Buch Mose« erwähnt werden. Zur Erinnerung: Nach »Genesis« (5) paarten sich die Gottessöhne mit den Menschentöchtern, woraus dann die Riesen entstanden, die »hochgerühmten«.

Die ausführlichste Beschreibung über die Entstehung der Riesen außerhalb der Bibel ist im Buch »Henoch« nachzulesen. Meine Quelle (6): »Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments« von Emil Kautzsch.

Unter der Überschrift »Der Fall der Engel, ihre vorläufige und endgültige Bestrafung« lesen wir in »Das Buch Henoch«(7): »Nachdem die Menschenkinder sich gemehrt hatten, wurden ihnen in jenen Tagen schöne und liebliche Töchter geboren. Als aber die Engel, die Himmelssöhne, sie sahen, gelüstete es sie nach ihnen und sie sprachen untereinander: ›Wohlan, wir wollen uns Weiber unter den Menschentöchtern wählen und uns Kinder zeugen.‹« Auch in Rießlers Textsammlung (8) »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel übersetzt und erläutert von Paul Rießler« wird das »Henochbuch« (9) geboten. Rießlers Übersetzung leicht marginal von der bei Kautzsch ab (10): »Als sich die Menschenkinder vermehrten, wurden ihnen damals schöne und liebliche Töchter geboren. Als die Engel, die Himmelssöhne, sie erblickten, gelüstete es sie nach ihnen, und sie sprachen untereinander: ›Wir wollen uns Weiber aus den Menschenkindern wählen und uns Kinder erzeugen!‹«

Foto 5: Sturz der Engel,
Peter Paul Rubens, um 1521
In den himmlischen Gefilden ging es offensichtlich alles andere als harmonisch zu. Da gab es offenbar Intrigen und Verschwörungen. Offenbar war es den Himmelssöhnen nicht gestattet, sich mit den Menschentöchtern zu paaren. Genau das aber taten einige. Ihr Anführer hatten Angst, am Schluss als Alleinschuldiger für die Rebellion bestraft zu werden. Der Anführer der rebellischen Himmlischen (»Engel, Himmelssöhne«) hatte offensichtlich Bedenken. Er befürchtete wohl, dass er sich nicht so recht auf seine Gefolgsleute verlassen konnte (11):

»Semjasa aber, ihr Oberster, sprach zu ihnen: ›lch fürchte, ihr werdet wohl diese Tat nicht ausführen wollen, so dass ich alleine eine große Sünde zu büßen haben werde.‹ Da antworteten ihm alle und sprachen: ›Wir wollen alle einen Eid schwören und durch Verwünschungen uns untereinander verpflichten, diesen Plan nicht aufzugeben, sondern dieses beabsichtigte Werk auszuführen.‹ Da schworen alle zusammen und verpflichteten sich untereinander durch Verwünschungen. Es waren ihrer im ganzen 200, die in den Tagen Jareds auf den Gipfel des Berges Hermon herabstiegen. Sie nannten aber den Berg Hermon, weil sie auf ihm geschworen und durch Verwünschungen sich untereinander verpflichtet hatten.«

Eine Mannschaft von 200 »Himmlischen« widersetzte sich in überirdischen Gefilden, ja wem? Gott? Gab es einen Aufstand, eine Rebellion? Diese Vorstellung passt nicht so recht zum Verhältnis zwischen Himmlischen (Engeln/ Gottessöhnen) und Gott. Wie dem auch sei, die Rebellen vereinbarten in einer geheimen, trotzigen Absprache, das Verbot zu brechen und die Konsequenzen gemeinsam zu tragen. Überliefert sind nur die Namen des obersten Anführers und von im Rang niedriger stehenden Anführern der himmlischen Rebellion (12):

»Dies sind die Namen ihrer Anführer: Semjasa, ihr Oberster, Arakib, Arameel, Akibeel, Tamiel, Ramuel, Danel, Ezequel, Saraqujal, Asael, Armers, Batraal, Anani, Zaquebe, Samsaveel, Sartael, Turel, Jomael, Arasjal. Diese und alle übrigen nahmen sich Weiber, jeder von ihnen wählte sich eine aus, und sie begannen zu ihnen hineinzugehen und sich an ihnen zu verunreinigen. Sie lehrten sie Zaubermittel, Beschwörungsformeln und das Schneiden von Wurzeln und offenbarten ihnen die heilkräftigen Pflanzen. Sie wurden aber schwanger und gebaren 3.000 Ellen lange Riesen.«

Das Henoch-Zitat belegt, dass die »Himmelssöhne« für die Menschen zu Lehrmeistern wurden. Sie unterrichteten die Menschen. Sie brachten ihnen offenbar verbotenes Wissen bei. Denken wir an den Baum der »Erkenntnis« im Paradies, der für Adam und Eva unter Androhung der Todesstrafe  tabu war (13): »Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.«

Völlig unglaubwürdig hingegen ist die Behauptung, die Riesen seien »3.000 Ellen lang« geworden. Auch wenn die biblische Elle nicht genau umrechenbar ist, weil es verschiedene Ellen gegeben zu haben scheint, so entsprächen 3.000 Ellen etwa 1,5 km! Hier muss wohl ein späterer Textbearbeiter erschrocken zwei Nullen hinzugefügt haben.

Fußnoten
(1) Wiseman, P(ercy) J(ohn): »New Discoveries in Babylonia about Genesis«, Marshall, Morgan & Scott, London 1936
(2) Wiseman, Percy John: »Die Entstehung der Genesis«, Verlag Sonne und Schild, Wuppertal, 1957
(3) Wiseman, Percy John: »Die Entstehung der Genesis«, Brockhaus, Wuppertal  1968, 2. Aufl. 3. Auflage 1971, 4. Auflage 1987, 5. Auflage 1989
(4) Wiseman, Percy John: »Die Entstehung der Genesis«, Brockhaus, Wuppertal  1968, 3. Auflage 1971, Seite 146, 10.-7. Zeile von unten
(5) 1. Buch Mose, Kapitel 6, Verse 1-4
(6) Kautzsch, Emil: »Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments«, Band II: »Die Pseudepigraphen«, Tübingen 1900
(7) Ebenda, Seite 238, Kapitel 6, Verse 1+2
(8) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel übersetzt und erläutert von Paul Rießler«, Augsburg 1928
(9) Ebenda, Seiten 355-473
(10) Ebenda, Seite 358
(11) Kautzsch, Emil: »Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments«, Band II: »Die Pseudepigraphen«, Tübingen 1900. Seiten 238+239, Kapitel 6, Verse 3-6
(12) Ebenda, Seite 239, Kapitel 6, Vers 7 und Kapitel 7, Verse 1+2
(13) 1. Buch Mose, Kapitel 2, Verse 16+17

Zu den Fotos
Foto 1: Die Ruinenstadt Nan Madol aus der Luft. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Mythos Delphin im Westwerk von »Kloster Corvey«. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
(Zeichnerisch rekonstruiert und gespiegelt!)
Foto 3: Percy John Wisemans Werk im Original. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Percy John Wisemans Buch in deutscher Übersetzung. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Sturz der Engel, Peter Paul Rubens, um 1521. gemeinfrei

531. »Nicht eines Menschen Atem«,
Teil 531 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 22. März 2020


Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Sonntag, 8. März 2020

529. »Adam, Eva und das Gift Gottes«

Teil 529 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Foto 1: Studium
altehrwürdiger Texte
Es gibt eine schier unüberschaubare Sammlung altjüdischer Texte, von denen nur ein kleiner Teil in die Bibel aufgenommen wurde. Seit vielen Jahrhunderten studieren unzählige Gelehrte die altehrwürdigen Texte. Nach weithin anerkannter Lehrmeinung der Theologie legte man zwischen 190 v.Chr. und etwa 100 n.Chr. fest, welche Texte für das Leben schlechthin wichtig sind. So entstand das »Alte Testament« als eine Sammlung »heiliger Bücher«.

Zu Beginn des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts formierte sich langsam das »Neue Testament«. Offiziell einigte man sich aber erst anno 367 auf der Synode von Laodicea auf die Festlegung. Zu dieser regionalen Synode hatten sich etwa dreißig Geistliche aus Anatolien in der heutigen Türkei versammelt.

Jetzt erst stand fest, welche Texte in die Bibel des Christentums zu gehören hatten und welche nicht. Diese Texte bezeichnet man als biblischen Kanon. Der Ausdruck geht auf das hebräische »qanä« zurück, was so viel wie »Richtschnur, Regel und Norm« bedeutet. Die frühe Kirche verstand darunter zweierlei: Die Bibel war Richtschnur für das menschliche Leben. Und der Kanon regelte, welche Texte in die Bibel gehören und welche nicht. Damit erfolgte eine Wertung: Die einen Texte wurden als heilig angesehen, die anderen nicht.

Im Judentum war das anders: Manche Texte wurden zwar nicht im Gottesdienst benutzt, gehörten aber dennoch dem Kanon an. Im Christentum wurden manche Texte auch im Gottesdienst eingesetzt, die nicht zum Kanon gehören. Als »apokryph« bezeichnet(e) man Texte, die  man aus der griechischen Übersetzung des Alten Testaments übernahm. Man schätzte sie als den Glauben unterstützende Erbauungsliteratur. Man hielt sie aber nicht für würdig genug, in den Kanon aufgenommen zu werden. Prof. Dr. Georg Fohrer (*1915; †2002), Fachbereich Altes Testament an der »Friedrich Alexander Universität Erlangen«, schlug deshalb eine Umbenennung vor (1): »Treffender könnte man sie deuterokanonische Bücher nennen, die eine Art Anhang zum Kanon bilden.« »Deuterokanon« bedeutet so viel wie »2. Kanon«.

Eine zweite Gruppe von Texten, die »Pseudepigraphen«, wurde ebenfalls nicht in den Kanon aufgenommen: Mit Recht weist Fohrer darauf hin, dass diese Bezeichnung unglücklich gewählt ist. »Pseudepigraph« bedeutet »unter anderem Verfassernamen«. Tatsächlich sind aber nicht wenige »pseudepigraphe« Texte in Wirklichkeit anonym. Das heißt: Sie laufen nicht unter einem falschen Verfassernamen, sondern es wird überhaupt kein Autor genannt.

Was den Sachverhalt kompliziert macht und die Unterscheidung zwischen »kanonisch« und »nicht kanonisch« als willkürlich erkennen lässt, das ist die fehlende Logik. Die vier Evangelien, nach Markus, Matthäus, Lukas und Johannes benannt, waren ursprünglich anonym. Erst nachträglich wurden sie mit den Namen der Evangelisten in Verbindung gebracht, die aber in Wirklichkeit gar nicht die Verfasser sind. Die sogenannte »Johannesapokalypse« wurde nur in den Kanon der Bibel aufgenommen, weil man Jesusjünger Johannes für den Verfasser hielt. Die vier Evangelien der Bibel sind also genauso  pseudepigraph wie etwa das »Evangelium des Pseduo-Matthäus«. Letzteres aber wurde aus welchen Gründen auch immer nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen.

Auch die »Fünf Bücher Mose« sind nach heutigem Kenntnisstand der theologischen Wissenschaft nicht von Moses selbst verfasst worden und sind demnach »pseudepigraph«. Mit anderen Worten: Was als »apokryph« bezeichnet wird, könnte aus rein formalen Gesichtspunkten genauso in der Bibel stehen wie jene Texte, die wir heute in der Bibel finden.

In altjüdischen, heiligen Texten, die leider nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden, stößt man immer wieder auf Hinweise auf seltsam und phantastisch anmutende Begegnungen zwischen Menschen und himmlischen Wesen. Paul Rießler veröffentlichte in seinem Werk (2) »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel« eine ganze Reihe von Texten, die nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden.

Der vielleicht interessanteste Text dieser wichtigen Sammlung ist nach meiner Meinung (3) »Leben Adams und Evas«. Der erhalten gebliebene, vom Christentum beeinflusste Text »Leben Adams und Evas« ist seinem Ursprung nach aber gar nicht christlich. Das Original war in hebräischer Sprache verfasst. Der von jüdischen Verfassern geschaffene Text wurde zunächst aus dem Hebräischen ins Griechische übersetzt und schließlich aus dem Griechischen ins Lateinische übertragen. Die heute bekannten Fassungen entstanden zum Teil schon im 3., zum Teil erst im 5. Jahrhundert n. Chr., die Originalversion in hebräischer Sprache dürfte fast zwei Jahrtausende alt sein. Bis heute wurde die Urfassung nicht entdeckt.

Foto 2: Sturz aus dem Himmel.
(Albrecht Dürer)
Nach dem Hinauswurf aus dem Paradies begann für Adam und Eva ein hartes Leben (4):» Nachdem sie aus dem Paradies vertrieben waren, erbauten sie sich eine Hütte, und sie verbrachten sieben Tage trauernd, in großer Trübsal klagend.« Das paradiesische Schlaraffenland war nur noch quälende Erinnerung. Zwei Engel, bewaffnet mit fürchterlichen Schwertern, versperrten den Rückweg (5): » Gott der HERR lagerte vor den Garten Eden die Cherubim mit dem bloßen, hauenden Schwert, zu bewahren den Weg zu dem Baum des Lebens.« Gab es denn wirklich kein Zurück mehr? Eva macht einen selbstlosen Vorschlag (6): »Und Eva sprach zu Adam: ›Mein Herr, willst du, so töte mich!

Vielleicht führt dich dann Gott, der Herr, ins Paradies zurück, ist Gott, der Herr, doch meinethalben über dich in Zorn geraten. Willst du denn nicht mich töten, daß ich sterbe? Vielleicht führt dich dann Gott, der Herr, ins Paradies; du wurdest doch von dort nur meinetwegen ausgetrieben.‹«

Adam lehnt aber ab. Er fürchtet, mit der Ermordung Evas erneut den Zorn Gottes auszulösen: »Und Adam sprach: ›Red nicht so, Eva, auf daß nicht Gott, der Herr, uns abermals verfluche! Wie könnt ich meine Hand gegen mein eigen Fleisch erheben?‹« Trotz drastischer Bußübungen bleibt der Rückweg ins Paradies für Adam und Eva versperrt.

Im Paradies hatte die Schlange nach biblischem Glauben (7) Eva nicht nur dazu verleitet, selbst von der verbotenen Frucht zu essen. Die Schlange brachte Eva auch noch dazu, Adam zum Biss in das verbotene Obst zu verleiten. Im »Leben Adams und Evas« taucht der »Satan« nicht wieder als Schlange, sondern (8) »in der Engel Lichtgestalt« auf. Und Eva (9) »gebar einen Sohn, der lichtvoll war … und er erhielt den Namen Kain«. »Engel Lichtgestalt« verweist natürlich auf den verteufelten »Luzifer«, den »Lichtbringer«. Und dass Kain »lichtvoll war«, das bringt unterschwellig zum Ausdruck, dass nicht Adam der Vater Kains war, sondern jener »Lichtbringer«, sprich Satan, der Teufel. Paul Rießler kommentiert erklärend (10): »›Lichtvoll‹ = Kain, vielleicht so genannt wegen der Anschauung, wonach Kain ein Sohn Luzifers, des ›Lichtbringers‹ war.« Und tatsächlich: Im Zohar (11) wird erklärt, dass nicht Adam, sondern Samael der Vater von Kain war. Der Zohar stellt fest: »Seine Gesichtszüge unterschieden sich von denen anderer Menschen.« Samael (deutsch: das Gift Gottes) wird im rabbinischen Judentum häufig mit Satan gleichgesetzt.

Je intensiver man sich mit dem jüdischen Schrifttum im Umfeld des »Alten Testaments« auseinandersetzt, desto deutlicher tritt hervor, dass die Bibel zum Teil recht vereinfachte Geschichten erzählt. Ich habe versucht, die himmlischen Verhältnisse besser zu verstehen und deshalb intensiv im Zohar gelesen. Ich muss aber zugeben, dass ich umso weniger verstand, je mehr Texte mir bekannt waren. Ein Beispiel sind die ominösen Elohim, die Götter, die uns immer wieder im »Alten Testament« begegnen. Im Zohar lesen wir (12), dass bestimmte (?) Engel »Elohim (Götter) genannt werden. Sie werden in der Kategorie der Götter aufgenommen, obwohl sie nicht Himmel und Erde geschaffen haben.«

Zu den Götter-Engeln oder Engel-Göttern gezählt wurden auch Uzza und Azael, und die hatten höchst menschliche Wünsche (13): »Als Uzza und Azazel von ihrer heiligen Stätte fielen, sahen sie die Töchter der Menschen, sündigten und zeugten Söhne. Dies waren Nephilim, gefallene Wesen, wie geschrieben steht: Die Nephilim, gefallene Wesen, waren auf Erden.« An anderer Stelle erfahren wir aus dem Zohar, was Rabbi Yose lehrt (14): »Dies sind Uzaza und Azael, wie bereits erwähnt, die der Heilige aus überirdischer Seligkeit herabgestoßen hat.«

Azazel (andere Schreibweise: Asasel) war einer der gefallenen Engel. Er wurde häufig mit »Satan« alias »Luzifer« in Verbindung gebracht. Das arabische Pendant zu »Asasel«, der wie Luzifer aus dem Himmel stürzte oder gestürzt wurde, war in der vorislamischen Zeit Al-Uzza, die Schutzgöttin von Mekka. Seefahrer baten sie bei Sturm um Hilfe, galt die Göttin doch als Beschützerin der Schiffe bei ihren Reisen über die Meere. Als Delphin folgte sie den Schutzbefohlenen. Der Delphin wurde vom Christentum übernommen: aus dem Retter von Schiffbrüchigen wurde Christus, der Retter der Seelen. Heilige Symbole scheinen uralt zu sein.

Der schwarze Stein in der Kaaba zu Mekka gehörte ihr. Priesterinnen huldigten der Göttin bis der Islam kam. Al-Uzza erschien wie Venus am Morgen. Sie war Teil einer weiblichen Triade, gemeinsam mit Manat, dem Abendstern, und Al-Lat, dem Mond.

Wo der Zohar Namen nennt, bleibt das »Alte Testament« anonym, erzählt aber die gleiche Geschichte (15): »Als aber die Menschen sich zu mehren begannen auf Erden und ihnen Töchter geboren wurden, da sahen die Gottessöhne, wie schön die Töchter der Menschen waren, und nahmen sich zu Frauen, welche sie wollten. Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten, denn er ist Fleisch. Ich will ihm als Lebenszeit geben hundertzwanzig Jahre. Es waren Riesen zu den Zeiten und auch danach noch auf Erden. Denn als die Gottessöhne zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus die Riesen. Das sind die Helden der Vorzeit, die hochberühmten.«

Foto 3: Vom Himmel hinab! Peter Paul Rubens
Von der Bibel zu den mysteriösen »Qum Ran Texten«, die über Jahrzehnte hinweg der Öffentlichkeit vorenthalten wurden! Im »Buch Henoch der Riesen« (16) wird auf »himmlische Wesen« hingewiesen, die mit »irdischen Töchtern« höchst intim verkehrten und Nachwuchs erzeugten, nämlich die »Nephilim«, die Riesen.

Ein weiterer »Qum Ran Text« (17) spricht konkret vom »Wagen der Herrlichkeit«, erwähnt einen »Streitwagen der Herrlichkeit mit Scharen von Radengeln«. In einem weiteren Text (18) wird Henochs »himmlisches Wissen über die himmlischen Sphären und ihre Wege« gelobt. Kein Wunder: Wie wir aus dem 1. Buch Moses (19) wissen, wandelte Henoch mit den Göttern der Vorzeit. Er starb auch keines natürlichen Todes auf Erden. Er wurde vielmehr ins All »entrückt«.

Ins All reiste, wieder in einem »Qum Ran Text« beschrieben, auch Michael. Da gibt es einen kurzen, höchst interessanten Text. Robert H. Eisenman (* 1937),  US-amerikanischer Archäologe, ist Professor für die Religion und Archäologie des Nahen Ostens und Direktor des »Instituts für die Erforschung der frühen jüdisch-christlichen und islamischen Geschichte« an der California State University, Long Beach. Eisenman gilt als Qumran-Fachmann. Wer sich gründlich mit den Texten von Qumran auseinandersetzen möchte, sei auf sein Werk »Jesus und die Urchristen« (20) verwiesen. Prof. Eisenman geht auf ein kurzes Textfragment ein (4 Q 529). Er schreibt (21):

»Dieser Text, den man auch ›Die Vision des Michael‹ überschreiben könnte, gehört eindeutig zur Literatur der Himmelfahrts- und Visionserzählungen.«. Schließlich zitiert Prof. Eisenman die Übersetzung des Fragments (22): »Die Worte aus dem Buch, die Michal zu den Engeln Gottes sprach, nachdem er zu den Höchsten Himmeln aufgefahren war. Er sagte:›Ich fand Scharen von Feuer dort.‹«

Sehr interessant ist ein weiteres Textfragment (4Q385-389), dem Prof. Eisenman ein eigenes Kapitel widmet (23): »Deutero-Hesekiel«. Offensichtlich ist der Text nur bruchstückhaft erhalten. Da taucht im wahrsten Sinne des Wortes Hesekiel auf (24): »Die Vision, die Hesekiel sah… ein Strahl eines Wagens…« Und weiter lesen wir (25):  »Rad mit Rad verbunden, während sie gingen, und von den beiden Seiten der Räder kamen Ströme von Feuer, und in dern Mitte der Kohlen waren lebende Wesen, wie Kohlen im Feuer, Lampen sozusagen in der Mitte der Räder und der lebenden Gestalten. Über ihren Köpfen war ein Firmament, welches wie das schreckliche Eis aussah. Und über dem Firmament kam ein Laut..«
  
Fußnoten
(1) Fohrer, Georg: »Das Alte Testament«, Gütersloh 1969, S. 10
(2) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel übersetzt und erläutert von Paul Rießler«, Augsburg 1928
Eine minimal, wirklich nur marginal abweichende Übersetzung bietet Kautzsch, Emil: »Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments«, Band II: »Die Pseudepigraphen«, Tübingen 1900, Seiten 510-528
(3) Ebenda, Seiten 668-681
(4) Ebenda, Seite 668, §1
(5) 1. Buch Mose, Kapitel 4, Vers 23+24
(6) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel übersetzt und erläutert von Paul Rießler«, Augsburg 1928, Seite 668, §3
(7) 1. Buch Mose, Kapitel 3, Verse 1-7
(8) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel übersetzt und erläutert von Paul Rießler«, Augsburg 1928, Seite 669, §9
(9) Ebenda, Seite 673, §21 Zeile 11 und §22 Zeile 1
(10) Ebenda, Seite 1311, 6.-4. Zeile von unten
(11) »The Zohar: Pritzger Edition«, Band I, Stanford, Kalifornien, 2004, Seitze 234, 4.+5.- Zeile von oben
(12) Ebenda, Seite 63, 3.-6. Zeile von oben (»They are included in the category of gods, though they did not make heaven and earth.«)
(13) Ebenda, Seite 233, Zeilen 13+14 von oben und Seite 234, Zeilen 1+2 von oben: »When Uzza an Azazel fell from their holy site above, they saw the daughters of human beings, sinned and engendered sons. These were nefilim, fallen beings, as is written: The nefilim, fallen beings, were on earth.« (Übersetzung aus dem Englischen: Walter-Jörg Langbein)
(14) Ebenda, Seite 330, rechte Spalte oben, Zeieln 1-4: »These are Uzaza and Azael, as has been stated, cast down by the blessed Holy One from supernal samnctity.« (Übersetzung aus dem Englischen: Walter-Jörg Langbein)
(15) 1. Buch Mose, Kapitel 6, Verse 1-4
(16) Textbezeichnung 4 Q 532
(17) Textbezeichnung 4 Q 286/287
(18) Textbezeichnung 4 Q 227
(19) 1. Buch Mose, Kapitel 5, Vers 24
(20) Eisenman, Robert und Wise Michael: »Jesus und die Urchristen/ Die Qumran-Rollen entschlüsselt.«, 2. Auflage, München 1993
(21) Ebenda, S. 43, 20.-18. Zeile von unten
(22) Ebenda, Seite 45, Mitte
(23) Ebenda, Seiten 65-70
(24) Ebenda, Seite 68, 14. Zeile von unten
(25) Ebenda, 6.-1. Zeile von unten


Zu den Fotos
Foto 1: Studium altehrwürdiger Texte (Ein Haggadah-Manuskript), ca. 1425. wiki commons
Foto 2: Sturz aus dem Himmel. Albrecht Dürer, etwa 1500. wiki commons
Foto 3: Vom Himmel hinab! Peter Paul Rubens um 1630. wiki commons

530. »Nicht eines Menschen Atem«,
Teil 530 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 15. März 2020




Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Labels

Walter-Jörg Langbein (656) Sylvia B. (104) Osterinsel (79) Tuna von Blumenstein (41) Peru (34) Karl May (27) Nan Madol (27) g.c.roth (27) Maria Magdalena (22) Jesus (21) Karl der Große (19) Make Make (19) Externsteine (18) Für Sie gelesen (18) Bibel (17) Rezension (17) der tiger am gelben fluss (17) Autoren und ihre Region (16) Apokalypse (15) Vimanas (15) Der Tote im Zwillbrocker Venn (14) Atlantis der Südsee (13) Weseke (13) Blauregenmord (12) Nasca (12) Palenque (12) meniere desaster (12) Krimi (11) Pyramiden (11) Der hässliche Zwilling (10) Malta (10) Serie Teil meniere (10) Ägypten (10) Forentroll (9) Mexico (9) National Geographic (9) Straße der Toten (9) Lügde (8) Briefe an Lieschen (7) Monstermauern (7) Sphinx (7) Tempel der Inschriften (7) Winnetou (7) Lyrik (6) Marlies Bugmann (6) Mord (6) Märchen (6) altes Ägypten (6) 2012 - Endzeit und Neuanfang (5) Atahualpa (5) Hexenhausgeflüster (5) Mexico City (5) Mord in Genf (5) Satire (5) Thriller (5) Atacama Wüste (4) Cheopspyramide (4) Dan Brown (4) Ephraim Kishon (4) Hexenhausgeflüster- Sylvia B. (4) Leonardo da Vinci (4) Machu Picchu (4) Sacsayhuaman (4) Teutoburger Wald (4) große Pyramide (4) Meniere (3) Mondpyramide (3) Mord im ostfriesischen Hammrich (3) Mysterien (3) Sakrileg (3) Shakespeare (3) Bevor die Sintflut kam (2) Das Sakrileg und die heiligen Frauen (2) Friedhofsgeschichten (2) Goethe (2) Lexikon der biblischen Irrtümer (2) Markus Lanz (2) Münsterland-Krimi (2) Vincent van Gogh (2) Alphabet (1) Bestatten mein Name ist Tod (1) Hexen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen Hexenhausgeflüster (1) Mord Ostfriesland (1) Mord und Totschlag (1) Münsterland (1) einmaleins lernen (1) meniére desaster (1)